Schaumnestbauende Kampffische | |
| Der bekannteste Repräsentant der
schaumnestbauenden Kampffische ist der Schleierkampffisch, welcher
eine Zuchtform des Siamesischen Kampffisches Betta splendens ist. Die anderen Arten
der schaumnestbauenden Betta sind oft nur wenigen Spezialisten
bekannt, obwohl sie recht farbenprächtig sind. Daß die
vielen Kampffischarten nicht allgemein in der Aquaristik bekannt
sind und keine größere Verbreitung gefunden haben, hat
mehrere Gründe. Da sind zum einen die besonderen
Bedürfnisse an die Wasserbeschaffenheit und Ernährung zu
nennen, zum anderen stellen diese Fische höhere Ansprüche
and den Pfleger als viele handelsüblichen und
unkomplizierteren Fischarten, so daß Aquaristikeinsteiger
schnell mit diesen Arten überfordert sein können. Wer sich mit dieser faszinierenden Fischgruppe beschäftigen will, muß also darum bemüht sein, den künstlichen Lebensraum (das Aquarium) möglichst naturnah zu gestalten, um die farbenprächtigen Kampffische mit all ihren interessanten Verhaltensweisen beobachten zu können. Die zur Zeit in der Aquaristik mehr oder weniger bekannten Kampffischarten lassen sich in 4 Formenkreisen zusammfassen. In einen Formenkreis werden Arten einer Gattung zusammengefaßt, die große Übereinstimmung sowohl im Verhalten als auch in ihrer äußeren Erscheinung (morphologische Merkmale) haben und auch ähnliche oder gleiche Biotope besiedeln. Ein markanter Repräsentant (Art) eines jeden Formenkreises ist dabei namensgebend. |
![]() Betta splendens, Zuchtform |
![]() Betta tussyae |
Die etwas gedrungeneren Arten Betta splendens,
Betta imbellis und Betta smaragdina sind im Formenkreis " splendens
" zusammengefaßt. Wer sich mit Kampffischen beschäftigen
möchte, sollte sich zunächst mit diesen Arten
begnügen und Erfahrungen sammeln, da ihre Pflegeansprüche
ohne viel Aufwand auch von unerfahrenen Aquarianern zu
gewährleisten sind. Die anderen schlanken Arten können drei Formenkreisen zugeordnent werden. Dies sind der Formenkreis " coccina ", dem Betta coccina, Betta tussyae und Betta burdigala angehören, der Formenkreis " persephone", denen Betta persephone, Betta brownorum und Betta rutilans zuzuordnen sind und der Formenkreis " bellica ", der bisher nur aus einer Art besteht. Die kleinen schlanken Kampffische der Formenkreise " coccina " und " persephone " stehen sich besonders nahe. Als Bindeglied zwischen diesen Formenkreisen ist Betta burdigala anzusehen, da diese Art nach äußeren Merkmalen dem Formenkreis " coccina ", nach Verhaltensmerkmalen eher dem Formenkreis " persephone " zuzuordnen ist. Betta bellica ist der Riese unter den schaumnestbauenden Kampffischen (Männchen bis 13,5 cm) und nimmt eine Sonderstellung ein. |
| Wichtig für eine erfolgreiche Pflege und
Zucht sind die Wasserparameter und die Einrichtung der Aquarien.
Der Wasserstand sollte keinesfalls zu hoch sein und vorallem
für die Haltung der kleinen schlanken Kampffische 30 cm
Wassertiefe nicht überschreiten. Für die Zucht muß
der Wasserspiegel auf etwa 7 bis 12 cm gesenkt werden. Die Aquarien
sollen neben dunklem Bodengrund versteckreich eingerichtet sein.
Als Pflanzen eignen sich Ceraptoptherus-Arten, Echinodorus,
Cryptocorynen, da diese auch weiches und saures Wasser
vertragen. Das Wasser kann gefilter werden, ein Filter soll aber keine starke Wasserströmung verursachen. Für die Pflege und Zucht der Arten aus dem Formenkreis " splendens " sind folgende Wasserwerte zu empfehlen: pH 5,5 bis 7,5; 5 bis 12 °dGH; 0 bis 2 °KH; 23 bis 27 °C. Zur Zucht kann die Wassertemperatur um 3 bis 4 Grad angehoben werden, mehr als 30 °C sollen vermieden werden. Auch sollen diese hohen Temperaturen nur kurzzeitig für eine Zuchtversuch eingesetzt werden. Für die Pflege und Zucht der anderen Arten werden zum Teil sehr extreme Wasserwerte verlangt. Interessierte Aquarianer wenden sich an die Züchter der entsprechenden Arten. Durch die zunehmende Umweltzerstörung werden die Lebensräume dieser interessanten Fischarten zerstört, und es wird möglicherweise bald keine Importe von Kampffischen mehr geben. Deshalb sollten die Pfleger dieser Arten verantwortungsbewußt mit ihnen umgehen. |
Blaubarsche und Sägeschuppenbarsche |
| Die Blaubarsche als auch die
Sägeschuppenbarsche wurden früher zu den Nanderbarsche
gestellt. Neuere Untersuchungen zeigten jedoch, daß es sich um
drei Familien handelt, die einen gemeinsamen Ursprung haben. Die
drei Familien haben nichts mit den heutigen Labyrinthfischarten zu
tun, sie bilden aber den Ursprung aus denen die "
Ur-Labyrinthfische " hervorgegangen sind. Der Familie Badidae
gehört eine Gattung mit bisher drei Arten an, von denen der
Indische Blaubarsch (Badis badis) wohl der bekannteste ist. Badis
badis burmanicus, der Burmesische Blaubarsch, und Badis badis
siamensis, der Thailändische Blaubarsch, sind mehr
rötlich gefärbte Arten und aquaristisch weniger bekannt.
Weitere Arten dürfen vermutet werden, eine umfassende
Bearbeitung der Blaubarsche ist in Arbeit. Bislang werden die
Blaubarscharten nur als Unterarten angesehen, das könnte sich
bei einer Revision der Gattung Badis ändern. Obwohl die Fische bei richtiger Pflege sehr ansprechend gefärbt sind, werden sie nur selten gepflegt und gezüchtet. Es mag möglicherweise an den speziellen Nahrungsansprüchen liegen, denn ohne Lebendfutter wird man auf lange Sicht keinen Erfolg bei der Pflege dieser Arten haben. Interessant ist vorallem das Laichverhalten dieser Arten, welches dem Laichverhalten einiger Labyrinthfischarten in vielen Punkten ähnelt. Während es sich bei den Blaubarschen um kleine etwa 4 bis 7 cm lange Fische handelt, zählen die Sägeschuppenbarsche zu den größeren Arten, von denen der größte Vertreter Pristolepis fasciatus aus dem Indischen Raum 30 cm Totallänge überschreiten kann. Drei weitere Arten sind bekannt, diese sind P. malabaricus, P. magrinatus und P. grootii. Letzterer stammt aus weiten Teilen Südostasiens und erreicht eine Länge von 18 bis 25 cm. Leider sind diese interessanten Arten kaum aquaristisch bekannt, und so fehlen wichtige Daten zum Fortpflanzungsverhalten und Pflege im Aquarium. In letzter Zeit wurden verstärkt Jungfische von P. grootii nach Deutschland eingeführt. Die dabei gesammelten Erfahrungen bei der Pflege sind recht positiv, denn neben der einfachen Ernährung sind sie recht friedlich gegenüber kleineren Fischen. Ihr innerartliches Verhalten ähnelt dem von Cichliden. |
| Wer Interesse an diesen ungewöhnlichen
Fischen hat oder sie selbst pflegt, kann sich zwecks
Erfahrungsaustausch mit dem Arbeitsgruppenleiter
Lilienstraße 4 46284 Dorsten in Verbindung setzen. |