Knurrende Zwergguramis ätzend zu Garnelen

Trichopsis

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Knurrende Zwergguramis ätzend zu Garnelen

Beitragvon JanS » 11.06.2009 - 09:16

Hallo,

ich wollte heute mal kurz berichten, was ich gestern im Aquarium der Trichopsis pumila (oder pumilus...? <- weiß das wer?) beobachtet habe. Sie leben dort auf 84 Litern zu sechst zusammen mit vielen Cherry/Red Fire-Garnelen.

Das die Guramis gerne mal eine kleine Garnele fressen, war mir von Anfang an klar und ich hatte es auch schon zweimal direkt beobachtet wie ungefähr 3 mm große Garnelen vom Mattenfilter abgepflückt, durchgekaut, gespuckt und gefressen wurden. Das finde ich auch nicht schlimm, so haben die Guramis auch immer mal Lebendfutter zwischendurch (dachte ich mir so).

Gestern jedoch haben die Guramis eine echt heftige Sache veranstaltet:

5 der 6 Fische haben ein tragendes Garnelenweibchen verfolgt und ihr im wahrsten Sinne des Wortes die Eier bzw. fast fertigen Junggarnelen zwischen den Beinen weggebissen, ich gehe davon aus, das das Garnelenweibchen das nicht überlebt hat, denn die Guramis haben einen sehr zielorientierten und direkt organisierten Eindruck auf mich gemacht (man könnte sich glatt einreden, dass sie durch fortwährenden Positionswechsel der Garnele auch immer wieder den Weg abgeschnitten haben).

Dabei ist es nicht so, dass die Guramis hungern müssten. Gerade zwei Stunden zuvor hatte ich ihnen Frostfutter-Artmeia gegeben, den Tag davor gab es FF Schwarze Mückenlarven etc., sie müssen auch schon mal einen Tag hungern, aber das ist ja normal.

Echt krass - ich hatte damals bei meinen T. schalleri schon gesehen, dass diese sehr gezielt die Garnelen (auch adulte) attackieren und erbeuten und jede Annäherung der Fische die Garnelen zur sofortigen Flucht getrieben hatte (wobei Kontakt mit den Barben zuvor immer normal ertragen wurde). Ich hätte aber nicht gedacht, dass die kleinen 2-2,5 cm 'großen' Zwerge jetzt schon so 'ätzend' sein würden - wie das werden wird, wenn sie noch 1 cm größer sind, kann ich mir ja ausmalen...

Ich wollte das einfach mal loswerden, schließlich kommen die kleinen Knurrer immer wieder ins Gespräch, wenn es um kleine Aquarien und Vergesellschaftung mit diversen Garnelen geht. Dafür sind sie also meiner Erfahrung nach kaum tauglich.

Kennt das oder ähnliches jemand von Euch?

Viele Grüße vom Jan.
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Beitragvon Wagtail » 11.06.2009 - 09:32

Hi,

nen Bekannter von mir hatte nen 1m Asienbecken.
Mit Honigguramis und Boraras.
Das ganze Becken war dicht mit Javamoos-Javafarn und diversen anderen Pflanzen bepflanzt, und da drinnen wohnte "eine Legion" Redcherrys...so richtig viele in allen Altersklassen...wie rote Funken leuchteten die im grünen Wirrwarr.

Er setzte irgendwann 6 T.pumila ein...fortan gab es keine jungen Garnelen mehr und auch die adulten Garnelen verschwanden nach und nach von der Bildfläche! Übrigens änderte sich kurz nach dem Zusetzten das Verhalten der Garnelen, sie wurden "verstecksüchtig" und schreckhaft.

gruß tobi
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Beitragvon sonja » 11.06.2009 - 09:38

Hallo Jan,

ja, die Sache ist für Dich wohl ärgerlich.

Ich denke das Problem bei jeder Vergesellschaftung im Aquarium ist halt eine mehr oder weniger optimale Lösung für die Tiere, da muss man sich als Halter drüber im klaren sein.

Die Fische zeigen vielleicht ein annähernd natürliches Verhalten, und dazu gehört halt auch die Futtersuche, zumal Du sie ja warscheinlich auch so fütterst, dass sie mal nen Tag Pause haben, und nur so viel, dass sie nicht im Futter stehen.

Ob die Tiere nun gezieltes Gruppen-Jagdverhalten zeigen, lass ich mal dahingestellt, dafür habe ich zu wenig Erfahrung mit deren nartürlichem Verhalten.
Ich habe mittlerweile viele Arten tatsächlich nur noch in Artbecken, da meist irgendetwas bei einer Art zu kurz kommt, gerade wenn man gezielt Nachwuchs haben möchte.

Wie ist Dein Becken eingerichtet. Versuch den Garnelen doch noch mehr Rückzugsmöglichkeiten zu bieten, in Form von Minitönröhren, oder diesen Struktur-Bausteinen (Poroton). Das sieht ganz nett aus, wenn man die als Bruchstücke, evt. mit Moos bewachsen, ins Becken gibt.
Lieben Gruß,

Sonja
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Beitragvon JanS » 11.06.2009 - 10:00

Hallo!

@Tobi.
Jupps, genau das steht hier wohl auch bevor. Ich habe ja auch andere Labyrinther mit Zwerggarnelen gehalten bzw. tue dies immer noch, aber die kleinen Knurrer sind da wirklich gnadenlos.
Verstecksucht: haben die Garnelen mit Sicherheit, aber die Guramis erreichen aufgrund ihrer Körpergröße eigentlich alle derzeitigen Verstecke, daher sehe ich jetzt mehr Garnelen als je zuvor.
Schreckhaftigkeit: so isses! Man sieht ganz regelmäßig Cherrygarnelen durchs ganze Becken rückwärts springen.

@Sonja.
Ich wollte nicht den Eindruck erwecken, das mich das total unvorbereitet trifft, nur das es so heftig kommen könnte, hatte ich dann doch wieder nicht erwartet.
Ärgerlich ist nur, dass die adulten Garnelen so heftig attackiert werden, denn wenn man das beobachtet bekommt man echt ein schlechtes Gewissen.
Das Becken hat 84 Liter und ist gut verkrautet (wer weiß was ich alles NICHT sehe da drin..), am Boden liegt recht viel Laub herum, zwei Moorkienhölzer, Höhlen, Moosbüschel - eigentlich alles was es braucht.

Ich werde es weiter beobachten, ggf. mache ich eines der kleinen 30 Liter Tetra-Aquarien (steht filtermäßig vorbereitet aber noch leer im Keller) für einige Cherrygarnelen fertig um sie vor dem (wie es aussieht) sicheren Guramitod zu retten ;-).

Viele Grüße vom Jan.

P.S. Übrigens verschreibe ich mich wahrscheinlich so ganz unterbewusstseinsmäßig andauernd; statt Guramis schreibe ich immerzu Gurmais (=Gourmets in Guramisprache sozusagen).
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Beitragvon JanS » 13.06.2009 - 13:20

Hallo,

ich wollte mal den neusten Stand hinterlassen.

Wie es sich wohl gehört sitzen die T. pumila jetzt in einem 54'er Becken ohne jegliche Gesellschaft (=Artbecken). Habe das Becken schnell reaktiviert, mit Sand, Wurzeln, Laub, Höhlen und Pflanzen vollgestopft und dem Filter entsprechende Starthilfe gegeben.

Den letzten Knurrer musste ich wirklich mittels 'Pflanzen-aus-dem-Becken-nehmen' fangen, und selbst die kurzen Verschnaufpasuen, die ich ihm gelassen habe, hat er genutzt um die Garnelen anzugehen.

Viele Grüße vom Jan, den Knurrern die das Garnelenparadies verließen und den Cherrygarnelen die langsam ihre Farbe wiederfinden ;-)
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Beitragvon zikamoi » 20.06.2009 - 17:18

Hallo Jan,

ich kann Deine Beobachtungen aus eigener Erfahrung voll bestätigen.
Bei mir beißen sie sogar den tragenden Amanogarnelen die mehr als doppelt so groß sind wie sie die Eier weg, sonst lassen sie die Amanos aber in Ruhe.
Anfangs hatte ich sie (5 Stück) auch mit etwa 30 Red Fire in einem sehr dicht bewachsenen 60l Becken, da hatte ich den Eindruck das manchmal regelrechte Treibjagden auf die Garnelen stattfanden, dann haben sie aber auch wieder tagelang die Garnelen nicht beachtet.
Mir kommt es vor das das schnelle Wegschnippen einer Garnele die Guramis zum "Angriff" animiert.

Dass die Knurrer für Nanoaquarien empfohlen werden halte ich für unverantwortlich, da sie bei mir untereinander und auch zu anderen größeren Fischen (Honiggurami) ziemlich ruppig sind. Das ist allerdings individuell sehr unterschiedlich. (Ich liebe sie trotzdem!)

Gruß Volker
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Beitragvon Charlyroßmann » 20.06.2009 - 21:05

Hallo!
Im Nanoaquarium lassen sich pumila nur halten, wenn sie nicht fit sind.
Meine sitzen zu drei Paaren im 80er, und da ist gut was los.
Garnelen sind natürlich keine dabei. Ist ja auch eine Schnapsidee, die Fische mit Garnelen zu vergesellschaften.
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Beitragvon JanS » 21.06.2009 - 13:08

Hallo Charly,

naja Schnapsidee... - wenn denn Junggarnelen gefressen werden bricht mir das nicht das Herz und schadet ja auch nichts. Wenn aber adulte Garnelen von Fischen die kleiner sind als sie selbst zerstückelt werden ist es echt eine (Schnapsidee).

Leider ist zumindest diese Schnapsidee total verbreitet, da schreibt vielleicht wieder der eine vom anderen ab und keiner hats probiert ;-), egal ob es um Gesellschaft für Garnelen oder 20 Liter Becken geht - die kleinen Knurrer sind da nicht 'kompatibel'.

Was sich hier tut: Leider ist nach dem Umsetzen einer der Fische sehr schnell und stark abgemagert und heute morgen habe ich ihn verstorben absaugen müssen und gut Wasser erneuert.
Durch das Mangrovenholz ist das Wasser ja nun auch schön braun geworden, und so sehen die Knurrenden Zwerge gleich nochmal so hübsch aus.

Viele Grüße vom Jan.

Kleiner Nachtrag: Kaum hab ich den Beitrag abgeschickt, hat es das erste Mal (so ich es hören konnte) geknattert im Becken ;-)
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Beitragvon Charlyroßmann » 23.06.2009 - 00:48

Und so haben auch die Fische was vom Forum!
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