Gedanken zu Schwarzwasser über das Aquarium hinaus


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Gedanken zu Schwarzwasser über das Aquarium hinaus

Beitragvon CPS » 11.03.2013 - 08:42

Matthias H. hat geschrieben:Niemand braucht wirklich UV zur Pflege von Paros oder anderen Fischen.
Warum immer alles so kompliziert machen?
Natürlich kann man auch einen Hype daraus machen; warum auch immer....


... deshalb, hallo Martin, habe ich ja auch gesagt, dass das zu aufwändig ist.
Prinzipiell ist der Begriff "Keimfreiheit" doch der falsche Ansatz. Zu was das
letztlich führt, sieht man an den mit riesigem Aufwand betriebenen Diskus-
zuchten, deren Ergebnisse man mit nichts besser töten kann, als mir frischem
Wasser. Der Spagat besteht darin, den Keimdruck bestmöglich zu senken
und gleichzeitig die Lebensfähgikeit/Widerstandskraft der Fische zu erhalten.
In diesem Fall eben der Paros.
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Re: Keimfreiheit und grundsätzliche Pflege von Paro-Becken

Beitragvon emha » 11.03.2013 - 08:54

..........Matthias und Martin ist in Christians Hirnarchiv unmittelbar nebeneinander abgelegt. Es handelt sich aber um zwei verschiedene Personen mit gf. verschiedenen Auffasungen.

Martin Hallmann
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Re: Keimfreiheit und grundsätzliche Pflege von Paro-Becken

Beitragvon CPS » 11.03.2013 - 10:23

emha hat geschrieben:..........Matthias und Martin ist in Christians Hirnarchiv unmittelbar nebeneinander abgelegt. Es handelt sich aber um zwei verschiedene Personen mit gf. verschiedenen Auffasungen.

Martin Hallmann



... stimmt, sorry, das muss besser werden :)
Aber dem Thema an und für sich schadet das ja nicht.
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Re: Keimfreiheit und grundsätzliche Pflege von Paro-Becken

Beitragvon KlausW » 12.03.2013 - 07:51

Hallo!
Mische mich mal ein bisschen ein.

1.
Paros leben seit Jahrtausenden in der Natur in pH Werten bis zu 3,5 runter (die 2,7 aus Selangor Forest sind zwar bestätigt, aber das ist nicht ganzjährig!). Dieser niedrige bis extrem niedrige pH Wert schafft Keimfreiheit. Zumindest saisonal dient der extrem niedrige pH Wert wie eine "Reinigung" der Fische, das als Hypothese formuliert. In Monsunzeiten wird der pH Wert höher sein, dann ist aber extrem viel frisches Wasser da.

2.
Wasserwechsel (WW):
In Monsunzeiten regnet es TÄGLICH riesige Mengen Wasser! WW sollte meiner Meinung zumindest einmal wöchentlich zwischen 80-100% betragen, denn sonst kann man es auch sein lassen. Andere Frischwaserfische wie die Betta simplex leben in "Blautöpfen": Karstquellen mit extremer Schüttung in den Monsunzeiten, da ist dann mehrfacher WW pro Tag drin. Auch Betta macrostoma sind meiner Ansicht nach "Frischwasserfische" und reagieren auf schön eingerichtete Aquarien ohne WW mit dem baldigen Ableben! Das sind alles keine Glaubensfragen und man kann auch nicht etwas anderes "glauben" wollen, sondern man ignoriert dann lange fertig diskutierte Grundüberlegungen aus physikalisch-chemischen logischen Zusammenhängen! (Quelle bei Deters?)

3.
UV Filterung ist bei ALLEN Fischarten, die Keimfreiheit in ihrer Evolution als Nischenchance benutzt haben und noch Wildcharakter aufweisen, unabdingbar bei Krankheit. Zur Prävention wäre es auch wünschenswert, aber Parosbecken sind technisch gesehen durch Kleinheit nicht gut geeignet. Aber Paros leben in der Natur ja auch nicht in kleinen Zuchtaquarien! Eventuell größere Gemeinschaftsbecken mit UV Filterung und Vergesellschaftung mehrerer Arten wie rote Zwergbettas, Schokos usw, die ja in der Natur auch miteinander vorkommen und einer separaten Zucht in Zuchtbecken!
Bei Krankheit gibt es so gut wie keine andere Chance, die Viecher am Leben zu erhalten. Schokoladengouramis sind schneller tot, als die herkömmlichen Mittelchen wirken könnten! Sieht man irgendwelche Krankheitsanzeichen, ist eine Haltung unter völliger keimfreiheit anzustreben: Quarantänebecken mit eingestelltem pH Wert auf 4,0 bis 4,5 und UV Filterung. Torffilterung ist hier Mittel der Wahl, ist aber auch ideal im normalen Becken: Torfgranulat im Filter schafft ein dynamisches Gleichgewicht. Kein Eintrag von Torf als Bodengrund, das kann man "normal" machen, ist aber kaum steuerbar, was da alles auf Dauer passiert.

4.
Fütterung bei Paros:
Lebendige Weisse Mückenlarven und lebendige Artemianauplien, sehr sehr vorsichtig Lobstereier, gefrostete Artemia, usw. Wichtig ist, nur genau soviel zu füttern, wie sie in 5-10 Minuten fressen, der Keimdruck steigt bei verfaulenden geringen Mengen Fischfutter extrem an! Lieber öfters füttern.

So, genug für den Anfang! :-)

AntiAntiAnti:
Hunde sind Wolfsabkömmlinge. Sie sind Lauftiere. Sie nur noch in einem Zwinger ohne Freigang zu halten, ist wie Paros dauernd bei pH 5,5 oder höher und bei WW von 20%. Diese Sachen zu ignorieren ist eine tief wirkende ethische und moralische Frage, das Tierschutzgesetz führt dies in rechtliche Bestimmungen über und ist für jeden Tierhalter gültig! Fischhaltung ist ja kein Zwang, sondern zum großen Teil Luxusbedürfnis.

My 2 cents.

Klaus W.
Grüße
Klaus Weissenberg

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Re: Keimfreiheit und grundsätzliche Pflege von Paro-Becken

Beitragvon speedy_ » 12.03.2013 - 08:51

KlausW hat geschrieben:Hallo!
Mische mich mal ein bisschen ein.


AntiAntiAnti:
Hunde sind Wolfsabkömmlinge. Sie sind Lauftiere. Sie nur noch in einem Zwinger ohne Freigang zu halten, ist wie Paros dauernd bei pH 5,5 oder höher und bei WW von 20%.
My 2 cents.

Klaus W.



Hallo Klaus,

stimme den Punkten 1 - 4 zu.
Leider nicht dem letzten Absatz - ich weiß was du meinst, aber der Vergleich hinkt. Zumindest dann, wenn du Haustiere mit Wildtieren vergleichen willst.
( ad Lauftier - der Mops z.B. sicher nicht mehr )
Sorry fürs OT
Viele Grüße,
Marion
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Re: Keimfreiheit und grundsätzliche Pflege von Paro-Becken

Beitragvon CPS » 12.03.2013 - 09:23

Hallo Klaus,

Du hast völlig recht (soweit es die Fische betrifft).

Physiologisch (und auch sonst) sind Fische konservativ. Nahezu alle nicht anadromen Arten sind an gering tolerante Milieus angepasst. Und der Grad dieser Anpassung (bis zur Spezialisierung) steigt mit der Spezialität des Lebensraums, wird also in Richtung Schwarzwasser extrem. Dass wir diese Fische eine gewisse Zeit unter für sie weniger günstigen Bedingungen am Leben erhalten und manchmal sogar züchten können, widerspricht dieser Tatsache nicht. Ich habe mir angewöhnt, das nicht Anpassungsfähigkeit sondern physiologische Toleranz zu nennen. Das heisst, auch wenn wir Fischpfleger zu erkennen glauben, dass unsere Schwarzwasserfische gar nicht so kompliziert zu pflegen sind, zeigen uns die Organbefunde gestorbener Fische etwas anderes. Dass hierbei meist die Nieren und Kiemen auffällig sind, ist kein Wunder.

Deshalb treffen die Hinweise von Klaus zu. Was er zur Pflege von regelrechten Schwarzwaserfischen schreibt ist das, was verantwortungsvolle Schwarzwasserfischpfleger tun und einhalten müssen. Nur ein Verständnisfehler ist darin: die extremen pH-Werte müssen nicht unbedingt eingehalten werden, wenn es gelingt, den Keimdruck trotzdem niedrig zu halten. Die Parosphromenus sind nämlich erst an zweiter Stelle an den pH-Wert angepasst, an erster Stelle an den fast nicht vorhandenen Keimdruck. Den kann man tierpflegerisch mit technischem Aufwand erreichen oder durch die schöne alte Rolf-Geisler-Regel: der beste Filter ist ein Eimer = Wasserwechsel.
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Re: Keimfreiheit und grundsätzliche Pflege von Paro-Becken

Beitragvon emha » 12.03.2013 - 10:46

Hey Ihr Helden, jetzt macht ihr aber Stefanie Angst und provoziert Matthias (und mich). Das was da gefordert ist, ist ja überhaupt nicht zu leisten. (Deshalb lasst ihr es auch lieber gleich, oder?)

Ich spalte Euch ab in einen "Traum-thread"!

Martin Hallmann
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Re: Keimfreiheit und grundsätzliche Pflege von Paro-Becken

Beitragvon Charlyroßmann » 12.03.2013 - 11:10

Hallo!
Daß ein Hund (auch ein Mops, der ist nämlich in seinen beschränkten Möglichkeiten auch ein Lauftier) sich subjektiv nicht wohfühlen dürfte, wenn er ständig im Zwinger gehalten wird, können wir wohl annehmen, aber können wir das sicher wissen?
Über das subjektive Wohlbefinden der Fische wissen wir gar nichts, können wir nicht, vielleicht gibt es so was auch gar nicht, weil zu einem Sichwohlfühlen notwendigerweise ein Sichfühlen, also ein Bewußtsein gehört.
Haben Fische so was? Wissen wir nicht. Und was wir schon überhaupt nicht wissen können ist, ob ein Paro sich bei pH 4,5 wohler fühlt als bei pH 5,5. So viel zu der ethischen Karte, die Klaus hier zieht.
Wir wissen, daß Schwarzwasserfische im Aquarium keimarmes Wasser brauchen, weil ihr Immunsystem nicht an eine große Keimbelastung angepaßt ist. Ob wir diese Keimarmut wie in der Natur durch niedrige pH-Werte oder durch UV-Filter erreichen, sollte eigentlich egal sein.
Hat jemand mal den fantastischen Vortrag von Stefan Hetz über Schwarzwasser gesehen? Dabei sagt er, daß saures Wasser eigentlich eine hohe Belastung für den Fisch bedeutet, weil er seinen körpereigenen pH von 7,2 gegen einen niedrigen Umgebungs-pH "verteidigen" muß. Wir wissen, ein pH-Unterschied von 7,2 zu 5,2 bedeutet eine Verhundertfachung der Wasserstoffionenkonzentration. Diese Wasserstoffionen muß der Fisch sich nun unter hohem Energieaufwand buchstäblich vom Leibe halten. Warum tut er sich das an? Weil es diesen Lebensraum gibt und weil er dort der Konkurrenz und den Bakterien entgeht. Wäre es jetzt nicht, mal ketzerisch gesagt, das Beste für den Fisch, ihn unter keimfreien Verhältnissen bei pH 7,2 zu halten? "Geht nicht" wird jetzt jeder sagen, und es geht tatsächlich nicht. Erstens, weil wir die erforderliche Keimarmut bei pH 7,2 gar nicht hinkriegen(bei pH 7,2 liegt das Vermehrungsoptimum der meisten Bakterien), zweitens, weil uns die Fische mit ihren Farben und ihrem Verhalten signalisieren, daß sie "im falschen Film sind". Die Fische "wollen" im Schwarzwasser leben, wir haben den subjektiven Eindruck, daß sie sich dort wohler fühlen.
Und das nicht etwa, weil Schwarzwasser so toll ist, sondern weil es der Streß ist, an den sie nun mal angepaßt sind. A. Camus hat mal gesagt, daß Sysiphos unglücklich ist, wenn er seinen Stein nicht mehr den Berg hoch rollen darf, so ähnlich ist es vielleicht auch mit den Schwarzwasserfischen und ihrem Schwarzwasser.
Wir haben jetzt aber den Stein zu rollen, daß wir das Wasser für unsere Schwarzwasserfische keimarm, weich, sauer und mit einem bestimmten Gehalt an Huminsäuren halten müssen, denn, wie Stefan Hetz auch sagt, niedrige pH-Werte werden vom Fisch besser vertragen, wenn die Schleimhaut, durch hochmolekulare organische Stoffe "gepolstert" wird. Eine Ansäuerung das Wassers mit Mineralsäuren(Salzsäure etc.) erreicht zwar sehr einfach die gewünschten pH-Werte, ist aber für die Fische ungünstiger. Besser sind Erlenzapfen, Laub, Torf usw. Die haben aber den Nachteil, daß sie das Wasser mit gelösten organischen Stoffen belasten und das mögen unsere Fische auch wieder nicht. Bettas kriegen die bekannten braunen Flecke, Paros geben kommentarlos den Löffel ab. Gefährlich ist es, die Aquarien mit einer Menge Wurzeln, Laub und Bambus zum Abenteurspielplatz für Fische aufzumotzen. Moorkienwurzeln und Bambusrohre sind inhaltsstoffmäßig manchmal eine Büchse der Pandora und Torf als Bodengrund ist ein Dreckspeicher ersten Grades. Feiner Sand oder gar nichts ist viel besser. In der Natur leben die Fische zwar in der Fallaubschicht, oben drüber steht oder fließt aber ein Meter Wasser. Und der wird, wie Klaus schreibt, extrem hochfrequent ausgetauscht.
Was lehrt uns das? Sparsame Einrichtung mit, jawohl, möglichst wenig organischem Zeug, sparsame Fütterung und häufiger Wasserwechsel. Denn, wie Christian schon schreibt, die besten Instrumente zur Wasserpflege sind Eimer und Schlauch.
Gruß
Charly
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Re: Keimfreiheit und grundsätzliche Pflege von Paro-Becken

Beitragvon Matthias H. » 12.03.2013 - 11:50

Hallo,
Eimer und Schlauch - völlig richtig. Deswegen hatte ich Stefanie zu mehr Wasserwechsel geraten.
Insbesondere, wenn es Probleme mit dem Wasser gibt.

Aber nochmal. Ich habe durch die HCL - Methode noch keinen einzigen Fisch verloren.
Es wird trotz Überbesatz gebalzt, Farbe gezeigt und es gibt keine Verluste.
Aber, wie gesagt, ich kann nur für meine beiden Arten sprechen.
Und die zeigen Unwohlsein, in dem sie an die Oberfläche kommen.
Liebe Grüße,
Matthias
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Re: Keimfreiheit und grundsätzliche Pflege von Paro-Becken

Beitragvon KlausW » 12.03.2013 - 13:19

speedy_ hat geschrieben:
KlausW hat geschrieben:Hallo!
Mische mich mal ein bisschen ein.


AntiAntiAnti:
Hunde sind Wolfsabkömmlinge. Sie sind Lauftiere. Sie nur noch in einem Zwinger ohne Freigang zu halten, ist wie Paros dauernd bei pH 5,5 oder höher und bei WW von 20%.
My 2 cents.

Klaus W.



Hallo Klaus,

stimme den Punkten 1 - 4 zu.
Leider nicht dem letzten Absatz - ich weiß was du meinst, aber der Vergleich hinkt. Zumindest dann, wenn du Haustiere mit Wildtieren vergleichen willst.
( ad Lauftier - der Mops z.B. sicher nicht mehr )
Sorry fürs OT


Liebe Marion,

sorry, ich fasse es etwas anders: Wölfe laufen, weil sie jagen müssen, sonst würden sie es nicht tun, sie würden Chipstüten aufreißen und Wolfsfernsehen schauen. Aber da sie gezwungen sind, müssen sie sich mit ihrer Umwelt auseinandersetzen. Reize verarbeiten usw. Das Laufen ist nur das Medium, nicht der Selbstzweck. Schnüffeln kannst Du nur als Hund, wenn Du läufst. Wenn Du viel schnüffeln willst, musst Du lange und weit laufen. Polizeihunde sind bei der Schnüffelarbeit nach ca. 20 Minuten fertig mit der Welt, so anstrengend ist das.
Wenn Hunde diese Reizverarbeitung nicht mehr können, weil sie nur noch kurz ihr Geschäft draußen erledigen dürfen und sonst neben dem Chipstüterich auf dem Sofa sitzen müssen und Serien anschauen, dann zerlegen sie Wohnzimmereinrichtungen oder beißen Kinder. Oder stumpfen ab wie der Mops, der die Wohnzimmereinrichtung eventuell nicht mehr schafft vor lauter Geschnaufe. Reize eben.
Wir bekommen morgen eine Border Collie Hündin, die darf nicht 60 km am Tag laufen wie es der Wolf wohl durchschnittlich tut, sondern sie braucht eine adäquate Beschäftigung - Kopfarbeit, Nasenarbeit, Denkspiele. Wenn sie laufen dürfte, würde sie im Gegensatz zum Wolf nicht aufhören bis sie umfällt, Borders sind zu extremen Arbeitshunden degenerierte Wölfe. Chihuahua und einige andere Rassen stehen im Verdacht, dass sie wirklich so gezüchtet worden sind, um pflegeleicht zu sein, aber die meisten anderen beliebten Hunderassen sind das nicht! Das war kein OT!

Gruß
Klaus W. IGL 208
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Re: Keimfreiheit und grundsätzliche Pflege von Paro-Becken

Beitragvon Windsbraut » 12.03.2013 - 13:21

Oh ......... so viele Beiträge, habe jetzt nicht so viel Zeit, habe alles nur grob überflogen.

Wir hatten auch im Paro-Projekt das Thema "Wasserwechsel" - es ist schon lustig, wie unterschiedlich die gleichen Fragen in zwei verschiedenen Foren, mit ihren jeweiligen Experten, diskutiert werden.....

Aber darf ich meine Frage von gestern Abend nochmal nach vorne bringen? Bei all den schönen Beiträgen hat mir nämlich keiner darauf geantwortet ............
Herzlichst,
Stefanie


Wenn ein Fiss zuende geschwommen hat und so daliegt und schon tot ist -
dann kann man ihn essen.

Emil, 3 Jahre
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Re: Keimfreiheit und grundsätzliche Pflege von Paro-Becken

Beitragvon KlausW » 12.03.2013 - 13:25

emha hat geschrieben:Hey Ihr Helden, jetzt macht ihr aber Stefanie Angst und provoziert Matthias (und mich). Das was da gefordert ist, ist ja überhaupt nicht zu leisten. (Deshalb lasst ihr es auch lieber gleich, oder?)

Ich spalte Euch ab in einen "Traum-thread"!

Martin Hallmann


Lieber Martin,
wieso ist das nicht zu leisten?
Ich habe früher in einer Miets-Dreizimmerwohnung mit Osmoseanlage gearbeitet und sehr viele SW-Fische gezüchtet. Das Osmosewasser habe ich mit Eimern zum Fischzimmer getragen. Fürs Duschen oder Baden musste ich erst kurz die Osmoseanlage wegräumen. ;-)

Dass ich heute knapp 5000 Liter Regenwasserkapazität habe und dabei 2000 Liter im warmen Keller tut nix zur Sache. Das erleichtert es nur. Gibt es einen Zwang zur Schwarzwasserfischhaltung? Nein!
Gruß
Klaus W.
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Re: Keimfreiheit und grundsätzliche Pflege von Paro-Becken

Beitragvon KlausW » 12.03.2013 - 13:36

Charlyroßmann hat geschrieben:Hallo!
Daß ein Hund (auch ein Mops, der ist nämlich in seinen beschränkten Möglichkeiten auch ein Lauftier) sich subjektiv nicht wohfühlen dürfte, wenn er ständig im Zwinger gehalten wird, können wir wohl annehmen, aber können wir das sicher wissen?
Über das subjektive Wohlbefinden der Fische wissen wir gar nichts, können wir nicht, vielleicht gibt es so was auch gar nicht, weil zu einem Sichwohlfühlen notwendigerweise ein Sichfühlen, also ein Bewußtsein gehört.
Haben Fische so was? Wissen wir nicht. Und was wir schon überhaupt nicht wissen können ist, ob ein Paro sich bei pH 4,5 wohler fühlt als bei pH 5,5. So viel zu der ethischen Karte, die Klaus hier zieht.


Herr Roßmann! Es gibt doch bereits eine gesellschaftliche Übereinkunft, die sich in Gesetzen zum Schutz von Tieren niederschlägt, wir müssen doch nicht mehr in der ethischen Diskussion bei Adam und Eva anfangen! Ich ziehe diese Karte nicht, sondern Dein ganzer weiterer Argumentationsweg führt ja genau zu diesem Ethos: Wer nichts anderes weiß, sollte den Tieren in etwa das bieten, was für sie vielleicht wichtig sein könnte.

Charlyroßmann hat geschrieben:Die Fische "wollen" im Schwarzwasser leben, wir haben den subjektiven Eindruck, daß sie sich dort wohler fühlen.


Schön gesagt, Charly, richtig schön! :-)

Charlyroßmann hat geschrieben:Was lehrt uns das? Sparsame Einrichtung mit, jawohl, möglichst wenig organischem Zeug, sparsame Fütterung und häufiger Wasserwechsel. Denn, wie Christian schon schreibt, die besten Instrumente zur Wasserpflege sind Eimer und Schlauch.
Gruß
Charly


Charly un Christian, fantastische Ausführungen zum Thema "Haltung in SW oder nicht", danke dafür, habe viel gelernt. Das meine ich nicht provokativ oder sarkastisch, das ist auch für mich nochmals eine Klärung meines oftmals eher intuitiven Standpunktes in bestimmten Fragen.

Grüße

Klaus W. IGL 208 (ich muß wohl eine Signatur anlegen!:-)
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Gedanken zu Schwarzwasser über das Aquarium hinaus

Beitragvon KlausW » 12.03.2013 - 13:56

CPS hat geschrieben:Deshalb treffen die Hinweise von Klaus zu. Was er zur Pflege von regelrechten Schwarzwaserfischen schreibt ist das, was verantwortungsvolle Schwarzwasserfischpfleger tun und einhalten müssen. Nur ein Verständnisfehler ist darin: die extremen pH-Werte müssen nicht unbedingt eingehalten werden, wenn es gelingt, den Keimdruck trotzdem niedrig zu halten. Die Parosphromenus sind nämlich erst an zweiter Stelle an den pH-Wert angepasst, an erster Stelle an den fast nicht vorhandenen Keimdruck. Den kann man tierpflegerisch mit technischem Aufwand erreichen oder durch die schöne alte Rolf-Geisler-Regel: der beste Filter ist ein Eimer = Wasserwechsel.


Lieber Christian,

stimme Dir natürlich in allem zu, für mich ist ja nicht die Sichtweise einer quasi eher statischen Haltung im immergleichen Schwarzwasser, sondern gerade eher der Schwerpunkt auf die Dynamik in den Herkunftsländern der springende Punkt. Dabei ist sogar m.E. wichtig, diese Dynamik abzubilden und die geht über Wechsel im Milieu von langsam eindickendem Schwarzwasser (SW) zu zunehmenden dramatischer werdenden Monsunregenfällen. Das läßt sich daheim gut nachbilden über WW Intervalle, Eindickungsgrad durch Variation der Torfmenge im Filter usw. Wenn der Hobbyzüchter abends die Wettervorhersage anschaut und dann das heraufziehende Sturmtief benutzen lernt, macht die Sache noch mehr Spass und er wird erfolgreicher.

SW hat Huminsäuren und diesen Einfluß gewichte ich sehr hoch. Da war doch was => richtig! Fangopackung. Habt Ihr Torfwasser beim WW-Verschlucken schon mal richtig getrunken? Fantastischer Geschmack! Gibt es nicht Friesen, die Torfwasser fürn Tee benutzen?

http://huminsaeure.wordpress.com/

Gruß

Klaus W. IGL 208
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Re: Keimfreiheit und grundsätzliche Pflege von Paro-Becken

Beitragvon CPS » 12.03.2013 - 14:15

emha hat geschrieben:Hey Ihr Helden, jetzt macht ihr aber Stefanie Angst und provoziert Matthias (und mich). Das was da gefordert ist, ist ja überhaupt nicht zu leisten. (Deshalb lasst ihr es auch lieber gleich, oder?)

Ich spalte Euch ab in einen "Traum-thread"!

Martin Hallmann


Hallo Martin,

erst einmal sachlich: Fische sind Wirbeltiere im Sinne des Tierschutzgesetz, wodurch sie mit Vögeln, Huftieren, Hunden, Goldhamstern und Primaten gleichgestellt sind. Dadurch ist es uns Menschen untersagt, Fischen Leistungen abzuverlangen, die ihre Kräfte offenkundig übersteigen. Die Leistungsfähigkeit von Schwarzwasserfischen wird zweifellos überschritten, wenn sie in einem alkalischen Wasser mit relativ hoher Keimdichte gehalten werden. Die Offensichtlichkeit belegt eigentlich jede Sektion in solchen Antiparobrühen verstorbener Schwarzwasserfische.

Halte ich Schwarzwasserfische unter weniger günstigen Bedingungen und erfülle ich die Grundvoraussetzungen für die geforderte "säuerliche Keimfreiheit" nicht, dann verstoße ich nicht nur gegen gesetzliche Vorgaben (über die man streiten darf) sondern auch gegen landläufige tierpflegerische Grundsätze (das muss ich mit meiner ureigenen Moral ausmachen). Wasserwechsel (viel, häufig) ist eine Grundvoraussetzung für die Pflege von Schwarwasserfischen. Kann ich das nicht erbringen, sollte ich andere Fische in den Mittelpunkt meines Hobbys stellen.

Ja, es ist sehr kompliziert, sich zu orientieren, ob Fische sich "wohlfühlen" oder nicht (Diskuscichliden sind oft kurz vor ihrem Tod die schiere Farbenpracht). Aber dass man sich in die Lebens- und Erlebenswelt von Fischen im uns Menschen fremden Medium Wasser hineinversetzt, das ist doch auch einer der Reize unseres Hobbys. Deswegen kann Charly zwar sagen, dass die Definition schwierig ist, sich aber gleichzeitig über den Status seiner Fische sicher sein.

Es kann also niemanden provozieren, wenn man frei heraus sagt, wie etwas sein sollte, damit es sich in Richtung Optimum bewegt. Oder sagen wir es so: niemand sollte sich dadurch provozieren lassen.

Zum Schluß möchte ich Dir verraten, warum ich bei solchen Fischen ohne Unterlass Eimer um Eimer schleppe und exzessiv Wasserwechsel durchführe. Ich halte es mit der Du-Evidenz im konservativen Sinn von Konrad Lorenz. Den Viechern soll es "gut" gehen und es befriedigt den Tierpfleger in mir, wenn ich glaube, das erkennen zu können. Dazu stelle ich mir immer vor, Fische könnten, wenn es ihnen "schlecht" geht, schreien wie Hasen oder Kälber ... und das willst du nicht hören (frag Charly).
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