Gedanken zu Schwarzwasser über das Aquarium hinaus


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Re: Alte Weisheit neu entdeckt

Beitragvon Felix Stadtfeld » 19.12.2013 - 22:41

Danke Klaus, ich hatte Rolfs Frage nach dem pH (5,5 hatte ich ja oben genannt) gar nicht beantwortet.
Grüße

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Re: Gedanken zu Schwarzwasser über das Aquarium hinaus

Beitragvon Charlyroßmann » 21.02.2014 - 16:34

Hallo!
Der Vorhang zu und alle Fragen offen?
Wir waren dabei stehengeblieben, daß Fische Schwarzwasser unter anderem deswegen brauchen, weil es ein sehr bakterienunfreundliches Milieu ist.
Hat jemand Erfahrungen damit - hier meine ich nicht zuletzt die Betta macrostoma- und Luciocephalus-Pfleger - das Wasser bei moderaten Härten und neutralem pH auf andere Weise keimarm zu halten. Ich denke dabei an keimdichte Filter, UV-Anlagen und solche Sachen.
Gruß
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Re: Gedanken zu Schwarzwasser über das Aquarium hinaus

Beitragvon KlausW » 21.02.2014 - 21:22

y
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Re: Gedanken zu Schwarzwasser über das Aquarium hinaus

Beitragvon PatrickG » 24.02.2014 - 07:45

Hallo,

ich verwende ebenfalls Torf, Holz und Laub in Osmosewasser und erzeuge so tiege Wasserwerte. Wenn das Laub über Monate nicht verottet deute ich das als ein Zeichen von Keimarmut. Mit UV erreicht man bestimmt auch Keimarmut aber verzichtet auf die positiven Wirkungen der Huminstoffe (Stärkung von Schleimhaut und Immunsystem). Arten die nicht auf Schwarzwasser angewiesen sind, können unter entsprechenden keimarmen Bedingungen natürlich ohne Torf und bei moderaten Werten gehalten werden. Durch die ohnehin stattfindende Auslese werden dann Aquarienstämme entstehen, die Leitungswasser tauglich sind (siehe viele Salmler). Ein Hältern von z.B. Paros in härterem Wasser bringt vielleicht ein schnelleres Wachstum und weniger Oodiniumgefahr, vermehren können sie sich aber nicht, weil die Eier zu Boden fallen. Hier sind die Grenzen sehr eng und das Tier ist im Bezug auf Wasser nicht "domestizierbar" (?). Die Tiere kann man ja zur Aufzucht unter moderaten Bedingungen halten (pH 6,5 Leitfähigkeit bis 200uS, aber zur Zucht geht das (noch?) nicht.

Ob wir Zuchtstämme wie z.B. bei den Salmlern erzeugen sollen, die Leitungswassertauglich sind, steht auf einem anderen Blatt. Ich persönlich sehe darin den Fisch um eine gewisse Exklusivität beraubt.

Gruß
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Re: Gedanken zu Schwarzwasser über das Aquarium hinaus

Beitragvon Charlyroßmann » 24.02.2014 - 10:58

HallO, vor allem Patrick!
Das mit der "gewissen Exklusivität" ist ein netter, aber ein bißchen mißverständlicher Spruch. "Exklusiv" für den Aquarianer, der als einziger oder einer von wenigen diesen Fisch "kann"? Und der Fisch wird dann langweilig, wenn ihm nicht mehr der Nimbus des Schwierigen anhängt? Er also vielleicht für den einen oder anderen Profilneurotiker uninteressant wird, weil: "den hat doch jeder!" Sorry, aber genau den Spruch habe ich schon das eine oder andere Mal gehört. Oder meinst du damit den durchaus bedenkenswerten und sympathischen Einwand, daß man einem Fisch seine arteigenen Besonderheiten und Geheimnisse lassen soll und ihn eben nicht domestizieren. Malpulutta kretseri ist so ein Beispiel von "domestiziertem Schwarzwasserfisch". Die Konsequenz aus deiner Aussage wäre, Malpulutta wieder in Schwarzwasser zu pflegen und seine in der Aquaristik erworbene Wassertoleranz wieder wegzuzüchten. Kann es auch nicht sein, oder? Wir domestizieren Fische, ob wir wollen oder nicht und gewöhnen sie an völlig artfremde Verhältnisse. Welcher Fisch frißt schon in der Natur Artemia-Nauplien oder Mikrowürmer? Und im Schwarzwasser Südostasiens kommen meines Wissens auch keine Moina vor. Und wildlebende Luciocephalus fressen nun mal keine Guppies oder Tanichthys. Interessant dabei ist, daß sie mit den letzteren gut zu ernähren sind, während die Fütterung mit Guppies sie früher oder später umbringt. Was nützt mir das beste und keimärmste Schwarzwasser, wenn ich die darin gehaltenen Fische mit schwimmenden Bakterienbomben füttere?
Aber: meine Frage nach den erfahrungen mit keimarm gehaltenem Nichtschwarzwasser ist immer noch nicht beantwortet.
Laßt hören!
Gruß
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Re: Gedanken zu Schwarzwasser über das Aquarium hinaus

Beitragvon ziggi » 24.02.2014 - 11:45

Charlyroßmann hat geschrieben:Aber: meine Frage nach den erfahrungen mit keimarm gehaltenem Nichtschwarzwasser ist immer noch nicht beantwortet.
Laßt hören!

was denn? Ich ziehe (auch) Schwarzwasserarten in sehr weichem, aber vom pH-Wert unspektakulären Klarwasser (maximal etwas angefärbt). Die Becken sind auf schnelle und gründliche Reinigung konzipiert (aber nicht kahl. Ich vermeide nur totes, organisches Material!), und es wird, je nach Vetrräglichkeit, relativ viel Wasser gewechselt (reines Osmosewasser). Bei Bedarf wird im Zuchtansatz (!) ein dezenter UCV zugeschaltet, ist aber oft nicht nötig. Außerhalb der Fortpflanzungphase sitzen die meisten Tiere dann auf Leitunsgwasser, genau wie die NZ bei der Aufzucht (ca. 220µS, pH 6-7). Das mache ich so mit Sphaerichthys, kleinen, roten Betta, Maulbrütern (ja, auch macrostoma), "einfachereren" Parosphromenus.
Gruß
Frank
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Re: Gedanken zu Schwarzwasser über das Aquarium hinaus

Beitragvon KlausW » 24.02.2014 - 13:09

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Re: Gedanken zu Schwarzwasser über das Aquarium hinaus

Beitragvon ziggi » 24.02.2014 - 13:11

KlausW hat geschrieben:Frank (ziggi!), das ist doch schon ein Riesenaufwand, den Du da treibst, wenn Du mal ehrlich bist.

ne. Überhaupt nicht. So was wie Betta persephone steht auch mal problemlos 2-3 Wochen ohne WW da. Die vermehren sich trotzdem (<50µS, pH 6,5, 24°, Klarwasser).
Gruß
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Re: Gedanken zu Schwarzwasser über das Aquarium hinaus

Beitragvon PatrickG » 25.02.2014 - 00:09

Hallo Charly,

warum bezeichne ich einen Paro als exklusiv? Weil er nur die Aquarianer anspricht, die von ihm fasziniert sind. Mit ihm ist kein Geld zu machen, er erfordert einen gewissen Pflegeaufwand und man muss gezielt nach ihm suchen, wenn man ihn haben will. Also ein Fisch für Leute die es ernst mit ihm meinen. Dafür entlohnt er uns mit einem super spannenden Verhalten und einer wahnsinns Farbenpracht. Ich finde, er hätte es nicht verdient, als Massenware an Leute verkauft zu werden, die nicht mal seinen Namen kennen (Isch nemm zwä vun denne gschträfde!). Der Paro knüpft bei mir auch ein Band zu dem gefährdeten Ökosystem, aus dem er stammt. Wenn er aus dem Zwiellicht eines schattigen, torfigen Beckens hervor kommt und urplötzlich seine Farben in einem durch die Schwimmpflanzendecke scheinenden Lichtstrahl funkeln lässt, dann ist er exklusiv!
PatrickG
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Re: Gedanken zu Schwarzwasser über das Aquarium hinaus

Beitragvon CPS » 25.02.2014 - 01:00

Hallo Patrick,

was Du über Parosphromenus schreibst, das trifft auch auf die allermeisten Betta, die Badiden,
die Sphaerichthys und und und ... und sogar für die meisten Channa zu. Für die Aquaristik bleiben
die alle - oder ein Bruchteil davon - nur erhalten, wenn es Idealisten gibt, die wirklich einen
Narren an gerade diesen Fischen gefressen haben.
Aber damit hat es sich auch leider. An den rasant schwindenden Lebensräumen ändert das
nullkommanichts und der Bottleneck steht drohend über allen Beständen. Selbst der Phänotyp
ist nur temporär erhaltbar. Schade aber realistisch.
CPS
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Re: Gedanken zu Schwarzwasser über das Aquarium hinaus

Beitragvon Windsbraut » 25.02.2014 - 06:08

Darüber habe ich gerade gestern Abend mit meinem Mann gesprochen, der die etwas provokante Frage stellte, welchen Sinn die Paro-Haltung überhaupt habe.
CPS hat geschrieben:An den rasant schwindenden Lebensräumen ändert das
nullkommanichts und der Bottleneck steht drohend über allen Beständen. Selbst der Phänotyp
ist nur temporär erhaltbar. Schade aber realistisch.

Das war auch das etwas fatalistische Argument meines Mannes, er ging hin und stellte auf dieser Basis den Sinn der Aquarienhaltung und des Versuchs der Vermehrung von Paros in Frage.

Und ich antwortete so etwas wie Patrick
PatrickG hat geschrieben:Der Paro knüpft bei mir auch ein Band zu dem gefährdeten Ökosystem, aus dem er stammt. Wenn er aus dem Zwiellicht eines schattigen, torfigen Beckens hervor kommt und urplötzlich seine Farben in einem durch die Schwimmpflanzendecke scheinenden Lichtstrahl funkeln lässt, dann ist er exklusiv!


Exklusiv nicht im Sinne von Statussymbol, sondern im Sinne von einzigartig. Einzigartig wie jedes Lebewesen. Ich sehe die Fakten (Lebensraumzerstörung, Unmöglichkeit der Erhaltung der reinen Formen/Arten, Unmöglichkeit der Wiederansiedelung von Nachzuchten) genauso realistisch. Aber ich kann nicht hingehen und mit den Schultern zucken und sagen - wenn sie weg sind, sind sie halt weg. Der Sinn ihrer Haltung für mich ist auch ihre Schönheit und Einzigartigkeit an sich. Wenn sie einmal ausgestorben sind, sind sie für immer verschwunden, dann können wir nur noch Bilder ansehen. Dass sie in unseren Aquarien lebendig weiterbestehen können, ist für mich ein Teil des Sinns ihrer Haltung. Ein schwacher Trost, ja. Aber dennoch. Sie sind es (wie alles, was die Natur hervorgebracht hat) doch um ihrer selbst willen wert, erhalten zu werden. Für mich gehört dazu unbedingt die Haltung in Becken, die ihren natürlichen Labensräumen so ähnlich wie möglich sind. Auch, damit wir das sehen können, was Patrick so schön beschreibt: Wenn er aus dem Zwielicht eines schattigen, torfigen Beckens hervor kommt und urplötzlich seine Farben in einem durch die Schwimmpflanzendecke scheinenden Lichtstrahl funkeln lässt...............
Herzlichst,
Stefanie


Wenn ein Fiss zuende geschwommen hat und so daliegt und schon tot ist -
dann kann man ihn essen.

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Re: Gedanken zu Schwarzwasser über das Aquarium hinaus

Beitragvon CPS » 25.02.2014 - 06:20

Klasse Stefanie,

ohne jede Ironie, so wie Du das für dich beschreibst, kann Aquaristik einen schönen Sinn
machen. Auch weil Du, wie du selbst sagt, ja genau weisst, wie es sich tatsächlich verhält.

Wer optimistisch in die Welt schaut und etwas für die Lebensräume dieser winzigen Laby-
rinthfische oder anderer Fische in ähnlicher Situation tun will, dem sollte der Aquarianer-
fokus nicht genügen. Der müsste sich für den Schutz von Tigern, Nashörnern, Primaten
von Regenwäldern und ihren Gewässern engagieren, in deren Lebensräumen unsere Fische
weitestgehend unbemerkt aussterben. Das ist die einzige Chance, unser einziger möglicher
Beitrag, vielleicht doch die eine oder andere Art für eine gewisse Zeit in der Natur erhalten
zu können. Auch wenn sie dann, streng geschützt, für die Aquaristik nicht mehr als
Wildfang zur Verfügung steht. Alles andere ist nett gemeint, aber sinnlos und vermessen.
CPS
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Re: Gedanken zu Schwarzwasser über das Aquarium hinaus

Beitragvon PatrickG » 25.02.2014 - 08:21

Die Entnehme kleiner Stückzahlen für die Aquaristik kann ja trotzdem möglich bleiben und steht nicht im Widerspruch zum Schutz der Lebensräume. Im Gegenteil, die Menschen vor Ort haben eine kleine Einnahmequelle, das trifft noch in viel größerem Maße auf einen vernünftigen Tourismus zu. In Amazonien gibt es mittlerweile einen Anbieter von Fangreisen, die kann man Übernachten und Fische fangen, die gefangenen Fische werden dann über einen Exporteur (zugleich der Gastgeber) ausgeflogen. Im Frankfurt kann man sie dann abholen. Sowas wäre doch auch in Indonesien möglich...

Man müsste eben Lösungen finden, damit die Menschen mit dem Wald leben können. Ich glaube kaum, dass die Einheimischen die Abholzung gut finden, ihre Heimat wird schließlich zerstört. Nur haben sie keine andere Wahl. Ohne Alternativen wäre ein Stopp der Rodungen eine Katastrophe für die Leute vor Ort.
PatrickG
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Re: Gedanken zu Schwarzwasser über das Aquarium hinaus

Beitragvon Charlyroßmann » 25.02.2014 - 10:12

Hallo, Patrick!
Wunderbar!
Genau das wollte ich hören.
Gruß
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Re: Gedanken zu Schwarzwasser über das Aquarium hinaus

Beitragvon CPS » 25.02.2014 - 11:24

Hallo Patrick,

das ist mit L-Wels-Tourismus durchaus lukrativ und
gilt natürlich nicht in Schutzgebieten.
In SOA ist so etwas im Augenblick aber nur ganz
schwach entwickelt und wird sich - siehe die
Erlösdifferenz zwischen L-Welsen hier und kleinen
Labyrinthfischen dort - auch nicht so rechnen.
Trotzdem: jede positive Idee ist gut. Wer setzt
sie mit wem rechtzeitig um?
Zuletzt geändert von CPS am 25.02.2014 - 16:48, insgesamt 1-mal geändert.
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