Wasserwechsel/Reinigung in Becken mit Jungfischen


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Re: Wasserwechsel/Reinigung in Becken mit Jungfischen

Beitragvon heiko22091971 » 23.02.2014 - 10:33

Moin,

wäre mir alles zu aufwendig.
Ne Einrichtung incl. Pflanzen die sich leicht rein und raus nehmen lässt und ne jaaanz dünne Sandschicht ist ideal. Pflanzen und Deko raus. Warten bis sich alles was aufgewirbelt wurde gesetzt hat. Fischlein fangen und dann die " Großreinigung ". Frischwasser rein, Einrichtung rein, Fischlein zurück, fertsch.
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Re: Wasserwechsel/Reinigung in Becken mit Jungfischen

Beitragvon Windsbraut » 23.02.2014 - 10:49

Danke für eure Tipps!

Eines ist mir dabei deutlich geworden: Der Unterschied zwischen "Fische züchten" und "Fische nebenbei vermehren". Oder nenne ich es intensive und extensive Fischzucht?

Ich habe keine "Ansatzbecken" und "Aufzuchtbecken". Meine Becken sehen alle irgendwie so aus ("urig", wie Ziggi sagt ;-) ):

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Das macht vielleicht die Problematik mit dem Reinigen oder Jungfische herausfangen deutlich.

Ich versuche die Paros so nah am natürlichen Vorbild zu halten wie in Gefangenschaft möglich. Mir geht es darum, sie in möglichst naturähnlicher Umgebung sehen und beobachten zu können. Wenn sie sich wohlfühlen und die Wasserwerte stimmen, gibt es dabei dann Jungfische. Diese sind für mich dann auch mehr ein Beweis für wohl doch ziemlich richtige Haltung als ein "Zuchtwert" an sich. Es geht mir nicht darum, möglichst viele Jungtiere zu erzielen, sondern möglichst wenige durch meine Fehler zu verlieren. Ich bin nicht zufrieden, wenn meine Fische keinen Nachwuchs produzieren - weil ich daraus ableite, dass irgendetwas bei der Haltung nicht stimmt. Nicht, weil ich sie vorrangig züchten möchte.
Und da ist es für mich bei Paros eine Gradwanderung: auf der einen Seite Vermeidung zu hoher Keimdichte, auf der anderen Seite sichtlich wohlgeratene Jungfische, die sich gerade in der losen Bodenschicht aus Laub und inzwischen entstandenem Mulm sehr gerne aufhalten und m. E. dort auch winzige Nahrung finden.

Ich werde eure Tipps zum "Pflanzenausschütteln" etc. befolgen, und ich werde meine regelmäßigen Wasserwechsel machen, ohne Mulm abzusaugen. Und wenn das Becken sichtbar bald einer Reinigung bedarf, werde ich es so machen wie bisher: Eltern raus, damit's keinen neuen Nachwuchs gibt, und dann nach einer Weile alle auf fangbare Größe angewachsenen Jungfische herausfischen und das Becken ganz neu aufsetzen.
Herzlichst,
Stefanie


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Re: Wasserwechsel/Reinigung in Becken mit Jungfischen

Beitragvon ziggi » 23.02.2014 - 11:16

Hi,
das ist der Knackpunkt. Willst du eine Art wirklich intensiv und kontrolliert vermehren und aufziehen, kann man das mit solchen Becken vergessen. Da musst du halt gucken was hoch kommt. Willst du mal nen größeren Schwung effizient machen, dann setz halt Pärchen in kleinen, "sauberen" Becken an. Da hast du dann volle Kontrolle.
Bei denen Becken jetzt würde ich maximal Alttiere abfangen. Paros bekommt man in nennenswerten Stückzahlen in so Becken auf eine Größe, mit der man arbeiten kann. Sorge ansonsten dafür, dass alle potentiellen Bruthöhlen gut kontrolliert werden können. Dann kannst du Nester kurz vor dem Schlupf heraus nehmen und in einen Gerdkasten setzen.
Gruß
Frank
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Re: Wasserwechsel/Reinigung in Becken mit Jungfischen

Beitragvon Windsbraut » 23.02.2014 - 11:56

ziggi hat geschrieben:Bei denen Becken jetzt würde ich maximal Alttiere abfangen. Paros bekommt man in nennenswerten Stückzahlen in so Becken auf eine Größe, mit der man arbeiten kann.


Genau, das geht da am Besten und darum habe ich das bisher auch so herum gehandhabt. Und mehr als die Mengen an Jungtieren, die bei dieser "extensiven" Methode herauskommen, will ich auch gar nicht haben. Große Mengen an Jungfischen wird man, gerade auch bei Paros, nicht los - und soviel Platz habe ich nicht, dass ich mehrere Generationen Jungfische mehrerer Arten adäquat unterbringen kann. (Wobei sie, wenn man sie wirklich adäquat unterbringen würde, ja obendrein auch wieder Nachwuchs produzieren täten).
Herzlichst,
Stefanie


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Re: Wasserwechsel/Reinigung in Becken mit Jungfischen

Beitragvon sonja » 23.02.2014 - 12:30

Hallo,
was ich noch mache in solchen Fällen liegt ein wenig zwischen reinem Wasserwechsel und Reinigung.
Ich rühre mit dem Schlauchende ein wenig im Bodengrund rum, um den Mulm aufzuwirbeln. Dann sauge ich an der Stelle ab. Wenn da Jungfische bei sind, kann man die meist gut erkennen. Absaugen tu ich wie auch schon genannt, in einen hellen Eimer, den ich vor Leerung noch mal kontrolliere und dann die ein oder andere Larve zurückführen kann.

Das dauert zwar länger als nur Wasser ablassen, aber ich kann wesentlich mehr Mulm entfernen als ohne aufwirbeln.

Ach, ja, Stefanie, Deine Becken sehen klasse aus :cool:
Lieben Gruß,

Sonja
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Re: Wasserwechsel/Reinigung in Becken mit Jungfischen

Beitragvon K. de Leuw » 23.02.2014 - 14:50

Hallo zusammen,

in solchen Fällen halte ich oft das Saugende in der Hand und rühre, manchmal bei weitgehend verschlossenem / zugedrücktem Schlauch, mit einem ausgestreckten Finger den Mulm auf. Normalerweise fliehen alle Jungfische, bevor sie angesaugt werden, den Rest finde ich mit der Eimermethode. Oft "rette" ich auch eingesaugte Schnecken: Ich gieße das Wasser in ein verschlossenes Waschbecken und lasse es stehen, bis sich der Mulm abgesetzt hat. Die Schnecken fangen umgehend zu kriechen an und lassen sich leicht herauslesen, um sie an Fische oder Schildkröten zu verfüttern.

Gruß, Klaus
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Re: Wasserwechsel/Reinigung in Becken mit Jungfischen

Beitragvon Windsbraut » 23.02.2014 - 15:44

K. de Leuw hat geschrieben:Die Schnecken fangen umgehend zu kriechen an und lassen sich leicht herauslesen, um sie an Fische oder Schildkröten zu verfüttern.


..... und das nennst du retten .................. :grins:
Herzlichst,
Stefanie


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Re: Wasserwechsel/Reinigung in Becken mit Jungfischen

Beitragvon KlausW » 23.02.2014 - 16:21

ZENSIERT
Zuletzt geändert von KlausW am 02.05.2014 - 01:52, insgesamt 1-mal geändert.
Grüße
Klaus Weissenberg

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Re: Wasserwechsel/Reinigung in Becken mit Jungfischen

Beitragvon chidrup » 23.02.2014 - 19:12

Guten Abend,

Klaus fragt:
Was ist denn an dem durchgefaulten Mulm schädlich?

Genau das ist auch meine Frage. Zufolge mehrer Quellen hat reifer Mulm eigentlich nur positive Eigenschaften. Ich glaube das es in Bezug auf Hygiene viele falsche Vorstellungen gibt und Mikroben, Keime, Bakterien etc. alle in einen Topf geschmissen werden, ohne Bezug zum Millieu. Natürlich wenn man auf Bodengrund verzichtet und auch sonst alles entfernt, dann muss man selber sauber machen, was sonst die Natur auf geniale Weise regelt. Das soll jetzt keine Kritik sein; "jedem sein Räppelchen"!

Gruß
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Re: Wasserwechsel/Reinigung in Becken mit Jungfischen

Beitragvon Charlyroßmann » 24.02.2014 - 11:27

Hallo!
Gute Frage: was ist an durchgefaultem Mulm schädlich? Durchgefaulter Mulm ist eine wunderbare Besiedlungsfläche für alle möglichen Organismen, die eine wunderbare Abwechslung zum Artemia-Mikro-Eintopf darstellen.
Durchfaulen, d.h. sich aerob zersetzen, kann der Mulm aber nur, wenn die Wasserbedingungen stimmen.
Meine Strategie bei Badis-Aufzuchten, die ich aber nur anwende, wenn der Bestand von neuen oder seltenen Formen gesichert werden muß: Viel "Zeug" am Boden, also Laub, Javamoos etc. Häufiger Wasserwechsel unter Schonung des Geraffels am Boden(Badis-Jungfische sind sehr gut getarnte Bodenhocker, die dem Abziehschlauch nicht ausweichen), weil die Badis-Jungfische Strukturen zum "Klettern" brauchen. Kein Bodengrund. Ein paar Posthornschnecken, die den sich bei zu guter Fütterung bildenden Schlunz auf dem Boden abweiden. Und: Wasserwechsel und noch mal Wasserwechsel. Mit dem Luftschlauch im freien Wasser in einer Höhe fixiert, wo der Kanister nicht überläuft, so wie es Sonja beschreibt.
Gruß
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Re: Wasserwechsel/Reinigung in Becken mit Jungfischen

Beitragvon Thomas Seehaus » 26.02.2014 - 07:57

Hallo,

eine Anmerkung zum Mulm.

Ich würde den Begriff "durchgefault" vermeiden. Fäulnis ist ein anaerober bakterieller Prozess, bei dem unkontrolliert organische Substanzen, u.a. auch Milchsäure, Essigsäure, Butanol, Ethanol, Propionsäure, Aceton, usw. (=stinkt!), gebildet werden. Infusorien wachsen unter anaeroben Bedingungen nicht, weshalb es zur Massenvermehrung von Bakterien kommt.

Was hier gemeint ist, ist die aerobe Zersetzung, bei der organisches Material durch Bakterien in Anwesenheit von ausreichend Sauerstoff vollständig zu Humus, Kohlendioxid und Wasser abgebaut wird. Das würde ich vielleicht eher "verrottet" oder "vermodert" nennen. Unter aeroben Bedingungen werden die Bakterien von Infusorien gefressen, die wiederum für Jungfische eine wertvolle Erstnahrung darstellen.

Da sich anaerobe Zonen am ehesten in verdichtetem, und damit schlecht durchspültem, Bodengrund bilden, ist es sicher sinnvoll in Zuchtaquarien auf denselben zu verzichten und statt dessen Laubblätter und nicht wurzelnde Pflanzen zu verwenden.

Viele Grüße
Thomas
Thomas Seehaus
 

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