Beckengröße und sonst so allerlei


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Beckengröße und sonst so allerlei

Beitragvon Ahornwiese » 02.09.2014 - 17:04

Hallo,

ich plane eine Schwarzwasserbecken mit Schoko - und Prachtguramis. Es werden keine anderen Fische dazu kommen. Welche Arten es nun genau werden, weiß ich noch nicht. Da muss ich sehen, was ich hier bekommen kann.

Dafür habe ich zwei Becken zur Auswahl, ein 80 cm-Becken und ein 60 cm Becken.

Welches Becken wäre für eine VG beider Arten sinnvoll?

Kann ich Regenwasser für das Becken benutzen?

Welche Pflanzen sind für so ein Becken geeignet?

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Re: Beckengröße und sonst so allerlei

Beitragvon chidrup » 03.09.2014 - 08:37

Hallo Elfriede,

einen Teil der Fragen kann ich Dir beantworten. Jedoch hatte ich bis jetzt noch keine Schokos in Pflege. Es ist abhängig von dem was Du erreichen möchtest. In einem 60er Becken halten sich max. 2 Paare Paros mit Zwergbärblingen. Zur Zucht muss man allerdings die Paare isolieren, sonst fressen die Weibchen die Konkurenz weg. Auch Schokos sind arge Laichräuber.
Welche Pflanzen sind für so ein Becken geeignet?

Bei den Pflanzen geht viel, je nachdem wie tief der pH liegt und wie der Bodengrund beschaffen ist. Die meisten nehmen Javafarn und Moose die gehen immer. Beide Fischarten lieben Beschattung!
Kann ich Regenwasser für das Becken benutzen?

Ja, je nachdem wo Du wohnst und wie Du es gewinnst.
Mein Haltungswasser ist sauberes Regenwasser mit vorher eingehängtem Torfstrumpf. Nur im Zuchtbecken verschneide ich zu 50% mit Destwasser.
Welches Becken wäre für eine VG beider Arten sinnvoll?

Das 60er ist auf jedenfall zu klein. Ob die Kombi überhaupt machbar ist kann man nicht voraussehen.
Mein Vorschlag das 60er für die Paros und das 80er für die Schokos. :grins:
Schöne Grüße
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Re: Beckengröße und sonst so allerlei

Beitragvon ThomasG » 03.09.2014 - 08:55

Hallo Elfriede,

ich kann mich Ralf eigentlich nur anschließen.
Habe zwar bisher noch keine Schokos gehalten und mit Paros nur eingeschränkt Erfahrungen, aber ich denke eine Vergesellschaftung beider Arten müsste gut klappen. Dann aber nur im 80er oder noch größer.
Ich habe mal eine ganze Gruppe Paros (nagyi) zusammen mit Boraras brigittae und Betta tussyae in einem 100er Becken gehalten. Das hat sehr gut geklappt. Die nagyi hatten sogar Nachwuchs.
Interessant fand ich das Verhalten der Paros in Zusammenhang mit den anderen Fischen, bzw. nach dem Wasserwechsel. Dann schwammen sie immer in ganzen Gruppen durch das Becken. Nach ein paar Tagen hatte dann wieder jedes Männchen sein Revier (Höhle) besetzt.
Regenwasser geht gut. Ich fange das Regenwasser möglichst bei einem "Landregen" nach ca. 1/2 Stunde Regen auf und filtere dann noch mind. 24 Std. über Aktivkohle. Danach wird ein Teil mittels "Torfkanone" angesäuert, sodass ich einen Ph-Wert von ca. 5,0 erreiche.
Bei den Pflanzen bleibt wegen des sauren Wassers nicht ganz so viel übrig. Wenn genug Bodengrund vorhanden ist, oder in Töpfen, kommen einige Cryptocorynen in Frage. Ansonsten würde ich Javafarn, Javamoos und Sumatrafarn verwenden. Die kommen mit niedrigen Ph-Werten gut zurecht und können auch schön an Wurzeln gefestigt werden.
Grüßle aus Stuttgart
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Re: Beckengröße und sonst so allerlei

Beitragvon Ahornwiese » 03.09.2014 - 15:00

Hallo,

erstmal ganz vielen Dank für Eure Tipps!

Ich habe mich ans Telefon gehängt und versucht, hier in der näheren Umgebung ( nördliches Münsterland) Prachtgruramis und Schokos zu bekommen. Leider war das völlige Fehlanzeige. Im benachbarten Enschede ist eine Aquarienhandlung, die mir diese Tiere aber von Züchtern besorgen kann. Sie können folgende Fische besorgen:

P.deissneri
P. anjunganensis
P. ornaticauda
Spaerichthys vaillanti

Ich soll mich einfach melden und dann besorgen sie mir die Tiere von holländischen Züchtern, die diese Fische angeblich alle in "normalem" Wasser halten (nicht vermehren).

Unser Regenwasser ist sehr sauber. Ich plane nun es mit einer Torfkanone anzusäuern und dann den pH-Wert schrittweise durch Zugabe immer größerer Mengen dieses Torfwassers zu drücken.

Geplant ist nun das 80er mit einem Gemisch aus Rheinsand und Torf als Bodengrund. Pflanzen werde ich erstmal aus meinem eigenen Bestand nehmen (Microsorum, Valisnerien, Cryptos, Ceratopteris).

Welche der oben genannten Prachtguramis sind anfängergeeignet? Ich würde mich gern auf eine Prachtgurami-Art und die Schokoguramis beschränken. Ich denke dabei an 4 Schokos und 4 bis 6 Prachtguramis.

Für die Aufzucht von eventuellem Nachwuchs stehen hier noch zwei 25er Mini-Becken rum.

Eine Fütterung mit Frostfutter ist nicht möglich, oder?

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Re: Beckengröße und sonst so allerlei

Beitragvon PatrickG » 03.09.2014 - 16:08

Hallo,

ich pflege seit 4 Jahren Paros und seit einem Jahr Schokos. Dabei wachsen auch Jungtiere beider Gattungen zusammen auf, kleine Schokos leben auch bei adulten Paros.

Vermehrung:
Will man Paros vermehren, setzt man am besten ein Paar für sich an (25l Becken) und setzt es nach dem Freischwimmen der Larven wieder zurück. Bei Schokos muss das tragende Tier in ein separates Becken (z.B. 25l). Wichtig: ruhige Lage, gleiches Wasser und den Schoko erst raus fangen, wenn man die schwarzen Larven im Kehlsack sieht.

Zufallszucht:
Einige Larven von Paros kommen auch in verkrauteten Becken trotz Eltern und hungriger Geschwister durch, Schokos verputzen direkt die Larven. Sobald einer spuckt, schnappen die anderen zu...

Gesellschaftsbecken:
Wasser unter 100µS, keine KH, pH <6
Bodengrund: Dünne Schicht Quarzsand, für die Paros gerne Blätter zum Verstecken, Höhlen
Pflanzen: alles was unter den Bedingungen wächst, aber kein muss!

Torf(?):
Ich verwende Torf (im Netzbeutel) bei Paros zum Ansäuern (pH<5), Schokos (S. selatanensis) vermehren sich auch ohne Torf bei Werten um pH6.

In ein 80er würde ich 6 Paros und 6 Schokos setzen. Die 25er sind super zur Zucht. P. deissneri werden nicht gehandelt, sind bestimmt andere P. bintan ähnliche. Wichtiger als die Art ist, das die Paros gesund sind. Rheinsand enthält möglicherweise Kalk (testen). Ich würde Quarzsand nehmen. Paros fressen nur Lebendfutter, Schokos fressen Frostfutter. Wichtig: Immer nur eine Art Paros pro Becken!!!

Wurden die Paros und Schokos beim Händler in ungeeignetem Wasser gehalten, mitunter noch in Gesellschaft anderer Arten oder mit Zentralfilteranlage übers Wasser in Kontakt zu anderen Fischen, wäre ich sehr vorsichtig mit dem Kauf! Über die IGL oder das Parosphromenus Projekt lässt sich sicher auch ein Züchter in deiner Nähe finden, der Tiere zur Abgabe hat.

Viele Grüße
Patrick
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Re: Beckengröße und sonst so allerlei

Beitragvon Ahornwiese » 04.09.2014 - 08:25

Hallo,

danke nochmal für die vielen tollen Tipps.

Ans Züchten denke ich erst mal noch nicht, zunächst muss die Haltung vernünftig klappen. Aber wenn es dann mal so weit ist, habe ich zwei 25er-Becken dafür.

Mit der Leitfähigkeitsmessung hapert es leider noch, da fehlt mir ein Messgerät. Aber ich denke mit Regenwasser bin ich auf alle Fälle auf dem richtigen Weg.

Wenn ich die Fische wirklich über den Händler beziehe, werden sie dort nie in die Anlage des Händlers kommen. Ich lasse mich jeweils anrufen, sobald die Fische da sind. Sie warten dann dort in den Transportbeuteln, in denen sie geliefert wurden, bis ich sie abhole. Zum Glück ist es nicht weit und sie können schon etwa eine Stunde später bei mir im Becken sein. Das minimiert das Infektionsrisiko und den Stress für die Tiere.

Es wäre natürlich super, wenn ich Tiere direkt von IGLern bekommen könnte. Bisher bin ich hier in der Börse allerdings noch nicht fündig geworden. Im Moment steht das Becken ja sowieso noch leer...

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Re: Beckengröße und sonst so allerlei

Beitragvon Ahornwiese » 04.09.2014 - 14:02

Hallo,

hab gleich noch eine Frage:

Ich habe berufsbedingt eine Unmenge Erfahrung mit Drosophilas. Wären die als Futter geeignet?

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Re: Beckengröße und sonst so allerlei

Beitragvon PatrickG » 04.09.2014 - 15:27

Paros fressen nur äußerst ungern von der Oberfläche. Ich füttere seit Jahren keine Drosophila und keine Heimchen mehr. Ich hatte mal Ausfälle nach dem Füttern bei Beilbäuchen und vertraue diesem Futter nicht mehr. Vor allem wenn ich mir den Nährbrei in den Drosophila-Zuchtröhrchen so anschaue.
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Re: Beckengröße und sonst so allerlei

Beitragvon nichtdoch » 04.09.2014 - 15:35

Hallo Elfriede,

die Maden sind ein ausgezeichnetes Futter. Wenn die Drosophilas auf O-Saft, Zucker, Hefe und Papier ohne weiteres Substrat gezogen werden, kommt man recht einfach per Artemiasieb an die Maden.

Gruß, helmut
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Re: Beckengröße und sonst so allerlei

Beitragvon chidrup » 05.09.2014 - 06:59

Guten Morgen,

Helmut es wäre doch schön wenn Du diese Methode unter der Rubrik Futter etwas näher erläuterst. Ich kann mir die Ernte der Maden schwer vorstellen, insbesondere da sie sich rasant schnell verpuppen.

Schöne Grüße
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Re: Beckengröße und sonst so allerlei

Beitragvon nichtdoch » 07.09.2014 - 08:32

Hallo Rolf,

das funktioniert einfach. Man kann Drosophila auch ohne Substrat und nur mit Nahrflüssigkeit die von zerknäulter Küchenrolle aufgesogen wird ziehen: 1 Würfel frische Hefe oder ein Päckchen trockene mit 1-2EL Zucker verrühren, 100ml O-Saft aufgießen und das Ganze fingerbreit in ein Kulturgefäß füllen. Dann das Gefäß lose mit zerknäulter Haushaltsrolle füllen, ein paar Drosophilas dazu und mit per Gummiband gesichertem Haushaltsrollenblatt verschließen. Um die Entnahme der Maden zu erleichtern nach 10 Tagen die Ansatztiere verfüttern. Da die Maden bei dieser Methode nicht in zentimeterdickem Substrat sondern an dem Papier sind, lassen sie sich einfach mit einem Stück davon entnehmen und im Artemiasieb rückstandsfrei sauberspülen. Die Methode hat auch Nachteile: Geruch ist deutlich wahrnehmbar und da kein Substrat da ist hält sich feuchtigkeit schlecht, es muß immer darauf geachtet werden daß der Ansatz nicht austrocknet und das kann je nach Klima und Besatz tägliche Wasserzugabe bedeuten.
Die Dauer des Madenstadiums hängt stark vom Klima ab aber so 10-14 Tage Zeit sind schon.

Noch kurz was zu den Pflanzen: Ich hatte schon Cryptocorynen im Schwarzwasser mit Fischen versucht und es hat schlecht bis überhaupt nicht funktioniert. Bei mir auf jeden Fall. Sofort nach Wasserwechseln die ja nun mal sein müssen sind in Windeseile die Blätter vermatscht und durch den plötzlichen Nährstoffeintrag kamen dann fast genauso schnell Cyanos. Ich vermut Frischwasser in den bei Wasserwechsel üblichen Mengen bedeutet für die Cryptocorynen im Schwarzwasser Regen härterer Gangart und um nicht fortgespült zu werden veringern sie durch Blätter abwerfen die Angriffsfläche für die Strömung. Auf die Weise habe ich Cryptocoryne grifithii, cordata var.grabowski, parva und minima gegen die Wand gefahren. Klar haben die wieder ausgetrieben aber beim nächsten Wasserwechsel war dann endgültig schluß.
Juncus repens wäre noch neben den schon erwähnten Farnen eine Pflanze die in sauer gut funktioniert.

Gruß, helmut
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