Microctenopoma ansorgii

Gattungen Anabas, Belontia Ctenopoma, Microctenopoma, Sandelia

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Microctenopoma ansorgii

Beitragvon Anke » 07.10.2008 - 12:19

Hallo,

seit Sonntag schwimmen diese wunderschönen Buschfische bei mir, die im Moment ihrem Namen noch alle Ehre machen.

Heisst, sie sitzen im "Pflanzengebüsch" und schießen kurz vor wenn sie etwas zu fressen angepeilt haben, um dann wie der Blitz wieder zu verschwinden.

Manchmal sehe ich dann zwischen dem Javamoos die Farben aufleuchten, wenn "gepost" wird.

Ich hoffe, sie legen ihre Scheu noch etwas ab.

Da das ganze Tagungswochenende so vollgepackt mit Informationen war, und man eigentlich immer noch zu wenig Zeit hatte...wäre ich den "Buschfischlern" sehr dankbar, wenn sie mir hier nochmal ein paar Tipps geben könnten.

Liebe Grüsse
Anke
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Beitragvon Fisch-Papa » 07.10.2008 - 22:24

Hallo Anke,

ich habe seit geraumer Zeit auch ein Paar M. ansorgii, welche ich inzwischen auch schon nachziehen konnte.

Meine Tiere waren anfangs auch extrem scheu. Man durfte sich kaum ans Aquarium trauen, schon waren sie weg. Nur nach längerem Warten kamen sie dann irgendwann so halb raus. Bei der Fütterung musste ich ihnen das Futter fast vor die Nase legen, damit sie überhaupt fraßen. Dieses Verhalten haben sie aber nach einiger Zeit ein wenig abgelegt. Ich habe sehr wenig am Aquarium gemacht, die Tiere in Ruhe gelassen, damit sie nicht gestresst werden und sich einleben können. Aber viel geholfen hatte es nicht.

Da das Aquarium eigentlich zu klein für diese Fische war, habe ich sie nach einigen Monaten und (mehreren Paarungen) in ein großes Gesellschaftsaquarium (375 Liter) getan, in dem sie sich gegen andere Fische behaupten mussten. Sie wurden regelrecht untergebuttert und hingen wochenlang in der äußersten Ecke des AQ. Vor allem das Männchen war extrem scheu. Da ihnen hier nun das Futter nicht mehr vor die Nase fiel, mussten Sie vom Hunger getrieben zwangsläufig irgendwann ihre Verstecke verlassen und wurden etwas weniger scheu. Das Männchen hatte sich später sogar posend mit einigen Betta unimaculata "gestritten". Die Fische waren jedoch bei der Fütterung meistens unterlegen, da sie nicht schnell zuschnappen und oft viel zu lange warten. Die Betta unimaculata und die Barben sind da wahre Räuber.

Ich hatte den Eindruck, dass sie trotz längerer Eingewöhnung und Änderung in ihrem Verhalten nicht in dieses AQ gehören und habe sie nach etlichen Monaten in ihr altes AQ zurückgebracht, da sie den anderen Fischen bei der Fütterung stets unterlegen waren. Das AQ habe ich neu aufgesetzt, mit Wurzeln bestückt und mit Javamoos zuwuchern lassen. Es hat die Maße 40*25*25 und wird nicht gefiltert. Wie ich schon sagte, ist es eigentlich zu klein, aber durch das dichte Javamoos sehen sich die Fische nur, wenn sie zur Fütterung kommen und max. ca. 8 cm voneinander entfernt sind.

Bei diesen Fischen hat sich einiges getan. Scheinbar haben sie in ihrem vorigen Becken (im Gesellschaftsbecken) ihre Scheu ganz verloren. Sie kommen jetzt sofort an die Frontscheibe des Aquariums geschwommen, sobald sie merken, dass jemand ins Zimmer kommt. Man kann jetzt ganz nah an die Scheibe ran, ohne dass sie sich wieder verstecken. Sie bleiben völlig angstfrei an der Scheibe „kleben“.

Wenn ich sie füttere, muss ich aufpassen, dass das Männchen vor Gier nicht aus dem AQ springt. Das ist schon mal passiert. Ich habe den Fisch sofort wieder ins AQ getan und befürchtete, dass er sich vor Schreck einige Tage nicht mehr zeigen wird. Verletzt war er Gott sei Dank nicht und schon nach 1-2 Minuten war er wieder vorne und wollte mehr Futter. Mir fiel ein Stein vom Herzen.

Ich vermute, dass die Fische heute immer noch sehr scheu wären, hätte ich sie zwischenzeitlich nicht zu den anderen ins Gesellschafts-AQ gegeben. Vielleicht hätten sie aber auch nur noch mehr Zeit gebraucht.

Mir bereiten diese Tiere sehr viel Freude. Ich halte sie für recht robust, weil sie im Gesellschafts-AQ so manche Schuppe verloren haben und manchmal etwas ramponiert ausgesehen haben. Bleibende Schäden haben sie nicht davongetragen. Auch der Sturz des Männchens aus ca. 1,3 Meter Höhe bei seinem beherzten Sprung aus dem AQ mit Landung auf dem Teppichboden hat ihm nicht geschadet. Ich habe mal getestet, ob sie mir die Mückenlarven aus der Hand fressen würden, und sie tun es tatsächlich, allerdings etwas zögerlich, was aber nicht schlimm ist, da ich normalerweise nicht mit den Fingern füttere, sondern mit einer Pinzette

Ich wollte Dir lediglich von meinen Fischen berichten, da Deine Tiere scheinbar die gleiche anfängliche Scheu an den Tag legen, wie meine damals. Vielleicht machst Du mal den gleichen Versuch mit zwischenzeitlicher Unterbringung in einem Gesellschafts-AQ. Aber lass ihnen erstmal einige Monate Zeit, mit etwas Glück verlieren sie ihre Scheu von alleine. Erzwingen kann man bei Fischen eh nichts.

Schreib mal, wenn sich bei Deinen Fischen was tut. Meine hatten damals recht schnell erkannt, dass es sich bei ihnen um Männchen und Weibchen handelt. Schon nach wenigen Wochen waren die ersten Eier da, trotz damaliger Scheu.

Ich hoffe Du hast so viel Freude daran, wie ich.


Gruß

Hansi
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Beitragvon Anke » 20.10.2008 - 13:16

Hallo Hansi,

vielen Dank für Deinen Bericht.

Jaa, es hat sich einiges getan...ihre Scheu haben sie komplett abgelegt, das Becken ist der absolute Hingucker im Fischzimmer.

Weil meine sechs Buschfische praktisch den ganzen Tag damit beschäftigt sind, sich gegenseitig zu imponieren, und dabei richtiggehend zu leuchten.

Die Fische sind wirklich wunderschön...nur mit den Geschlechtern habe ich ein kleines Problem..entweder sind sie sich sehr ähnlich..oder ich habe nur Männchen..

Zwei der Tiere sind grösser, haben breite, leuchtend weisse Flossensäume und richtig knallige Farben, manchmal werden sie total dunkel.

Die anderen sind um einiges kleiner....haben dünne weisse Flossensäume..
...und sind relativ farblos..bis sie sich begegnen..dann werden sie auch "bunt" ...

Bild

Bild


gruss
Anke
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Beitragvon Fisch-Papa » 20.10.2008 - 19:48

Hallo Anke,

Deine Tiere sind wunderschön.

Die auf den Bildern sind alles Männchen, das sieht man an den verlängerten hellen Flossenstrahlen. Ebenso sind Rücken- und Afterflosse bei den Männchen länger ausgezogen.

Die Weibchen bleiben deutlich kleiner als die Männer. Sie haben zwar auch weisse Flossensäume, aber die Strahlen sind kaum ausgezogen. Mein Männchen ist ca. 7 cm lang, das Weibchen nur ca. 4,5 cm. Ich denke, dass beide ausgewachsen sind. Viel mehr wird sich da nicht tun.

Ich habe den Eindruck, dass diese Art nicht so gut sehen kann, wie andere Fische. Zumindest sehen sie oftmals das Futter erst, wenn es sich bewegt. Vielleicht brauchen sie auch eher eine Reiz, um zu fressen. Beim Futter sind meine sehr wählerisch und fressen fast gar kein Flockenfutter. Bei roten Mückenlarven (aufgetaut) sind sie dagegen kaum zu bremsen.

Und ich hab jetzt auch Hunger.

Gruß

Hansi
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Beitragvon Anke » 07.11.2008 - 10:48

Hallo,

vor ein paar Tagen ist meine Bande in ein grösseres Becken umgezogen....
...und gestern abend entdeckte ich ein grosses Schaumnest..

Bild

machen die Männchen das auch "einfach so" oder heisst das, ich habe doch ein Weibchen mit dabei??

gruss
Anke
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Beitragvon Thomas P. » 07.11.2008 - 12:47

mabi hat geschrieben:machen die Männchen das auch "einfach so" oder heisst das, ich habe doch ein Weibchen mit dabei?


Servus Anke,

präventiver Schaumnestbau ist bei Betta wohl bekannt und ich nehme einmal an, dass dies bei Microctenopoma nicht anders sein wird. Zumal ein Schaumnest auch die Paarungsbereitschaft signalisiert und auch eine Signalwirkung für andere Männchen besitzt. Dementsprechend muss dazu nicht unbedingt ein Weibchen anwesend sein.
Üblicherweise ist es bei Betta so, dass Weibchen erst dann in der Nähe des Schaumnestes geduldet werden, wenn dieses fertig ist. Ob die Anwesenheit eines Weibchens auslösend auf den Bau wirkt, wage ich nicht mit Bestimmheit zu behaupten, da ich vermute, dass vor allem die innere Bereitschaft des Männchens entscheidend ist. Nebenbei müssten natürlich andere Faktoren, wie etwa Temperatur und Futterversorgung auch entsprechen.

D.h.: Die Männchen machen das auch "einfach so" und Du musst kein Weibchen dabei haben.

Sobald ich dazu komme, stelle ich ein Foto von einem M.ansorgii-Weibchen ein.

Liebe Grüße,
Thomas P.
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Beitragvon Charlyroßmann » 12.11.2008 - 21:58

Hallo, Anke!
Die Jungs haben recht. Die Fische auf deinen Bildern sind alles Böcke.
Charly
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Beitragvon Anke » 12.11.2008 - 22:14

Na prima!!

Ich habe im Moment etwa drei grosse Schaumnester im Becken..jedes wird eifrig bewacht...

Zwischendurch wird mal wieder ein bisschen Randale mit den anderen Jungs gemacht..

vielleicht..ist ja doch ein Mädel dabei...

schau mer mal

Anke
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Beitragvon fischmichi » 13.11.2008 - 09:45

Hallo Anke,

ich kann Charly und den Anderen nur zustimmen, was du auf denn Bildern gezeigt hast sind alles Männchen.

Besorge dir ein paar kräftige Weibchen, und es gibt ordentlich Nachwuchs.

Gruß Michael
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Beitragvon Anke » 01.12.2008 - 18:53

Jaaa....ich streite mich doch mit Euch nicht herum :wink:

und habe mir deshalb letzte Woch drei Weibchen geholt.

Und vorhin konnte ich die bisher kleinsten Larven meiner bisherigen Aquarianerlaufbahn entdecken.

Natürlich konnte ich nicht widerstehen, und habe einen Teil des Schaumnestes herausgeschöpft.

Das Schaumnest ist im Moment das Einzige im Becken, das grösste Männchen hat wohl das Rennen gemacht, es sitzt ganz dunkel gefärbt unter seinem Gelege und bewacht eifrig.

Gespannte Grüsse
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Beitragvon Charlyroßmann » 01.12.2008 - 21:13

Is ned wohr!?!?
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Beitragvon Anke » 31.03.2009 - 16:58

Hallo,

falls es jemand interessiert :wink: ...

...die Brut vom Dezember habe ich leider nicht durchgebracht, die Schale war wohl einfach zu klein für die vielen Larven (ich habe zu spät gemerkt, wie viele) und sie sind innerhalb kürzester Zeit verpilzt.

Anfang letzter Woche habe ich einen neuen Anlauf gemacht, das wohl dominanteste Männchen bewacht eigentlich fast ständig eine Ecke des Beckens, manchmal ist ein Schaumnest zu sehen, Jungfische kommen aber nie durch, kein Wunder, die anderen ansorgii liegen ständig auf der Lauer.

Diesmal habe ich ein 30er Becken mit Blubberfilter bestückt, etwas Javamoos dazu, und einige Larven aus dem Schaumnest abgesaugt.

Und dort sehe ich sie jetzt immer wieder mal durchs Becken flitzen.
Ich füttere mit Staubfutter und Pantoffeltierchen, in den nächsten Tagen werden sie wohl Artemia packen.

Ich kann nur jedem die Pflege dieser Fische ans Herz legen!

Sie sind wunderschön anzusehen, vor allem natürlich wieder mal die Männchen, besonders wenn sie balzen oder ihre Kämpfe austragen(was schon einmal zu etwas gerupften Flossen führen kann) leuchten sie regelrecht.
Wenn das Männchen dann sein Schaumnest bewacht wird es fast schwarz.

Problemlos in der Haltung...interessant im Verhalten..ich bin wirklich begeistert von diesen tollen Labyrinthern.

...wer also in Riesa auf der Börse eine Tüte mit "Microctenopoma ansorgii" entdeckt, dem kann ich nur raten...mitnehmen...

Liebe Grüsse
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Beitragvon Jan » 01.04.2009 - 12:56

Hallo Anke,

hast Du Deine Tiere von Jürgen? Es gibt Tiere/Linien, die sehr unterschiedliche Farbintensitäten zeigen .... auch altersabhängig.

Grüsse,
Jan
IGL 159 Bestand: Arnoldichthys spilopterus WF; Betta bellica "Malaysia" F1; Ctenopoma acutirostre WF, Ct. weeksii; Macropodus concolor "Hue", M. concolor "Lang Co", M. erythroptherus "Dong Hoi", M. hongkongensis "Tai Po", M. opercularis “Cuc Phuong”; Phenacogrammus interruptus; Toxotes blythii WF; Trichogaster microlepis.
Jan
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Beitragvon Anke » 01.04.2009 - 14:10

Hallo Jan,

ja, meine Tiere sind von Jürgen, und ich habe schon von mehreren Seiten gehört, dass sie wirklich sehr intensiv gefärbt sind.

Anfänglich war ich gar nicht soo begeistert von denen, aber mittlerweile bin ich ein echter Fan....aber das merkt man glaube ich...

gruss
Anke
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Beitragvon Thomas70 » 23.07.2009 - 20:10

Hallo Leute,

ich nutze einfach mal diesen Thread. Kann mir jemand sagen, um welche Geschlechter es sich bei den beiden Tieren auf den folgenden Fotos handelt? Sind das zwei Weibchen oder ist auch ein Männchen dabei? Sorry für die schlechte Qualität und die dreckigen Scheiben. Falls es bei der Bestimmung hilft: die Tiere sind noch nicht ausgewachsen und etwa 5 cm groß.

Bild
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Gruß
Thomas
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