Was ist los mit dem Fadenfisch?

Trichogaster (ehemals Colisa) und Trichopodus (ehemals Trichogaster)

Moderator: Team

Was ist los mit dem Fadenfisch?

Beitragvon Mona » 19.08.2013 - 19:40

Hallo,

am Samstag habe ich zu meinen bisherigen zwei 5 neue Fadenfische eingesetzt (s. a. folgenden Beitrag)
Neue Fadenfische

Heute grübele ich über das Verhalten von diesem Fadenfisch:
Fadenfisch1.jpg

Fadenfisch2.jpg


Er ist dabei an der Oberfläche oder unten und atmet meiner Meinung nach etwas schwer. So dick war er auch noch nie, so farbig allerdings auch noch nicht. Was ist mit ihm los?

viele Grüße

Monika

PS: Ich habe auch ncoh zwei Videos. Wenn ich es irgendwie schaffe, die vernünftig zu verkleinern, dann kann ich die auch noch zeigen.
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
Mona
Kenne das Forum
 
Beiträge: 31
Registriert: 11.01.2013 - 13:12

Re: Was ist los mit dem Fadenfisch?

Beitragvon Mona » 19.08.2013 - 20:32

Hallo,

was immer es war. Gerade ist sie durch's Becken getaumelt und unten tot liegen geblieben. So langsam weiß ich nicht mehr, was ich falsch mache...

viele Grüße

Monika
Mona
Kenne das Forum
 
Beiträge: 31
Registriert: 11.01.2013 - 13:12

Re: Was ist los mit dem Fadenfisch?

Beitragvon chidrup » 20.08.2013 - 06:26

Hallo Mona,
nachdem ich T.lalia und T. fasciata über Generationen züchtete, kenne ich sowohl das Symptom des Fisches als auch Deine Verzweiflung.
Es hat sicher nichts damit zu tun etwas falsch gemacht zu haben. Die Krankheit trat jeweils mit der Geschlechtsreife auf und Männchen waren viel anfälliger als Weibchen.
Schau mal in den Zoogeschäften, dort wirst Du die Krankheit häufig sehen. Sie erscheint bei allen Arten der Gattung ehemals Colisa und ist weder vermeidbar noch heilbar.
Die einzige Möglichkeit besteht in erfolgreicher Zucht, denn Jufis wurden nie krank.
Auch gab es immer Weibchen die gesund blieben. Vielleicht kann man durch Selektion einen widerstandsfähigen Stamm heranziehen.
Das wäre doch eine Aufgabe oder?

Liebe Grüße
Chidrup Rolf Welsch IGL 288
"Die Wahrheit ist ein pfadloses Land" Jiddu Krishnamurti
Benutzeravatar
chidrup
im IGL-Forums-Himmel
 
Beiträge: 820
Bilder: 10
Registriert: 08.02.2013 - 08:17
Wohnort: odenwald

Re: Was ist los mit dem Fadenfisch?

Beitragvon Mona » 20.08.2013 - 21:36

Hallo Rolf,

danke für Deine Antwort. Das ist jedenfalls ein Hoffnungsschimmer. So wie der Fisch aussah, dachte ich natürlich zuerst an Bauchwassersucht. Dazu habe ich aber gelesen, dass schlechte Beckenhygiene als Ursache angesehen wird. Und ich mache fast jede Woche einen WW und pflege auch sonst meine Becken. Wenn es das gewesen wäre, würde ich wohl das Hobby aufgeben.

Nun überlege ich aber, welcher der Fische gerade in die Geschlechtsreife gekommen sein sollte. Die beiden älteren Weibchen habe ich im Januar eingesetzt. da hatten sie ja auch schon eine gewisse Größe. Daher dachte ich, dass sie schon seit einiger Zeit geschlechtsreif sind.

Die neuen sind von Anfang des Jahres und ich finde es sehr unwahrscheinlich, dass sie gerade nachdem sie zwei Tage bei mir sind, die Geschlechtsreife erreichen. Der verendete Fisch war meiner Meinung nach auch schon größer. Ich kann mir vorstellen, dass er innerhalb von einem Tag an Umfang zugenommen hat, aber an Größe insgesamt?

Also bleibt eigentlich nur einer der alten Fische. Wann erreichen die Labiosas denn im Schnitt eigentlich die Geschlechtsreife?

Ja die Sache mit der Zucht auf Widerstandsfähigkeit ist eine gute Sache. Dazu müßte ich aber erst mal die ersten Fische überhaupt so weit bringen, dass sie irgendeinen Nachwuchs hervorbringen. Bisher bin ich ja froh, wenn sie wenigstens längere Zeit überleben.

viele Grüße

Monika
Mona
Kenne das Forum
 
Beiträge: 31
Registriert: 11.01.2013 - 13:12

Re: Was ist los mit dem Fadenfisch?

Beitragvon Felix Stadtfeld » 20.08.2013 - 23:14

Hallo,

schau doch mal hier im Forum bei http://www.igl-home.de/Reserve/phpBB3/viewtopic.php?f=15&t=6528&hilit=bauchwassersucht nach. Rolf selbst hatte damals gefragt.

Auch interessant bei Trichogaster: http://www.drta-archiv.de/wiki/pmwiki.php/DiagnoseKrankheiten/Zwergfadenfischkrankheit

Ich habe auch noch eine Frage an Rolf: Zucht von Trichogaster fasciata über mehrere Generationen? Wie klappt das? Ich bin für praktische Hinweise dankbar.
Grüße

Felix
Benutzeravatar
Felix Stadtfeld
Sehr guter Forumsfreund
 
Beiträge: 238
Registriert: 27.05.2013 - 20:44
Wohnort: bei Stuttgart

Re: Was ist los mit dem Fadenfisch?

Beitragvon chidrup » 21.08.2013 - 07:27

Hallo Monika,

ich hielt meine Fadenfische in einer Gruppe. Sobald die Temperatur über 26°C ging begannen die Männchen mit Nestbau und dann ging die Post ab.
Dann kann man immernoch verdrängte Tiere herausnehmen wenn es zu eng wird.
Lieber beobachte ich das natürliche Sozialverhalten in einer Gruppe als Pärchen anzusetzen und intensiv zu züchten. Man kann dann die Schaumnester abschöpfen und in einem Altaquarium aufziehen. Mit T.labiosa selbst habe ich keine Erfahrung, aber selbst der große T.fasciata (12cm) fängt so klein an, dass er mit Artemia anfangs überfordert ist.
Für die Aufzucht braucht es Raum!
@Felix ist der Gestreifte Fadenfisch problematisch? Ich muss zugeben über mehrer Generationen stimmt nur beim Zwergfadenfisch.
T. fasciata hielt ich zum kennenlernen in einer Gruppe von 3/2 in einem 160l Becken. 2M bauten schliesslich Schaumnester die ich dann abschöpfte. Die Jufis waren empfindlich und ich hatte ziemliche Ausfälle, weil ich nicht genügend Beckenraum zur Verfügung hatte. Auch das Verhältnis war zugunsten der M. sehr unausgewogen. Bei der 2. Generation behielt ich ein Paar. der Kerl war willig aber das Weib wollte nicht.
Sobald die Verhältnisse bei mir wieder günstig sind werde ich wieder Trichogaster halten.
Bei YouTube gibt es übrigens schöne Videos von Jörg Vierke über den Ablaichvorgang der Fadenfische! :cool:

Gruß
Chidrup Rolf Welsch IGL 288
"Die Wahrheit ist ein pfadloses Land" Jiddu Krishnamurti
Benutzeravatar
chidrup
im IGL-Forums-Himmel
 
Beiträge: 820
Bilder: 10
Registriert: 08.02.2013 - 08:17
Wohnort: odenwald

Re: Was ist los mit dem Fadenfisch?

Beitragvon Mona » 21.08.2013 - 18:31

Hallo,

vielen Dank für die interessanten Antworten. Ich habe alles gelesen und schwanke immer noch. Eigentlich sehen die Bilder aus wie bei einer Bauchwassersucht. Andererseits haben zwar die Flossen, nicht aber die Schuppen abgestanden. Auf den Bildern zur Bauchwassersucht stehen eigentlich immer auch die Schuppen ab. Und es ging schon sehr schnell. Von den ersten Anzeichen bis zum Tod hat sich alles innerhalb von einem Tag abgespielt. Das finde ich schon sehr bemerkentswert..

Wenn es Bauchwassersucht war, dann halte ich eine schlechte Wasserqualität für relativ ausgeschlossen. Ich hatte ja schon geschrieben, dass ich WW eher häufig mache. Ich habe einen Maximalfilter, bei dem ich regelmäßig eine Röhre reinige und der konstruktionsbedingt viel Sauerstoff ins Becken pumpt. Der PH-Wert wird durch eine CO2-Anlage auf ca. 6,8 gehalten. Vorige Woche habe ich zudem begonnen, das Wasser von einer KH von 3 auf 4 aufzuhärten. Pflanzen habe ich auch jede Menge und die sehen auch gut aus. Was hätte ich also bezüglich der Wasserqualität noch anders machen sollen?

Und vor ein paar Tagen habe ich zum ersten mal junge Kupfersalmler in dem Becken gesehen. Es gibt doch keine Jungfische, wenn das Wasser nicht ok ist?! *grübel*

Die einzige Ursache für eine Bauchwassersucht könnte ich in falschem Futter sehen. Da muß ich zugeben, gebe ich meist Fertigfutter. Könnte es das gewesen sein?

Andererseits, einen dicken Bauch bekommen sie auch von Laichverhärtung. Könnte vielleicht das die Ursache gewesen sein? Ich habe ja kurz vorher die neuen Fafis dazu gesetzt.

Ist es überhaupt möglich, die Ursache wenigstens einigermaßen sicher festzustellen, zumal ich den Fisch gleich entsorgt habe?

viele Grüße

Monika
Mona
Kenne das Forum
 
Beiträge: 31
Registriert: 11.01.2013 - 13:12

Re: Was ist los mit dem Fadenfisch?

Beitragvon freaky_fish » 21.08.2013 - 20:47

Hallo Mona,

Mona hat geschrieben:Eigentlich sehen die Bilder aus wie bei einer Bauchwassersucht. Andererseits haben zwar die Flossen, nicht aber die Schuppen abgestanden. Auf den Bildern zur Bauchwassersucht stehen eigentlich immer auch die Schuppen ab. Und es ging schon sehr schnell. Von den ersten Anzeichen bis zum Tod hat sich alles innerhalb von einem Tag abgespielt. Das finde ich schon sehr bemerkentswert..

Bauchwassersucht an sich ist erstmal "nur" ein Symptom und zeigt an, dass Organe des Tiers nicht mehr richtig arbeiten. Die Niere scheidet nicht mehr genug Wasser aus, dadurch wird der Fisch dick. Dein Fisch zeigt ein sehr typisches Erscheinungsbild.
Bei T. lalius habe ich auch schon einige Exemplare gehabt, wo die Schuppen dabei nicht abstanden (T. fasciatus hatte ich noch keine).
Je nachdem, welcher Auslöser/welche Krankheit das Symptom der "Bauchwassersucht" ausgelöst hat, dauert es kürzer oder länger bis zum Tod.
Dein Fisch hatte keine Laichverhärtung, das sieht anders auch.

Wenn es Bauchwassersucht war, dann halte ich eine schlechte Wasserqualität für relativ ausgeschlossen. Ich hatte ja schon geschrieben, dass ich WW eher häufig mache. Ich habe einen Maximalfilter, bei dem ich regelmäßig eine Röhre reinige und der konstruktionsbedingt viel Sauerstoff ins Becken pumpt. Der PH-Wert wird durch eine CO2-Anlage auf ca. 6,8 gehalten. Vorige Woche habe ich zudem begonnen, das Wasser von einer KH von 3 auf 4 aufzuhärten. Pflanzen habe ich auch jede Menge und die sehen auch gut aus. Was hätte ich also bezüglich der Wasserqualität noch anders machen sollen?

Und vor ein paar Tagen habe ich zum ersten mal junge Kupfersalmler in dem Becken gesehen. Es gibt doch keine Jungfische, wenn das Wasser nicht ok ist?! *grübel*

"Schlechte Wasserqualität" ist relativ. Das Problem ist, die krankmachenden Faktoren lassen sich seltenst an den Werten ablesen sondern bei empfindlichen Fischen ist es die Keimdichte, die Probleme macht. Ein Aquarium ist trotz guter Filterung und allem immer noch ein in sich geschlossenes System, in dem sich Krankheitskeime ansammeln und vermehren. Im Aquarium herrschen um ein vielfaches höhere Keimdichten als in der Natur.
Die Fische, die schon länger in Deinem Becken leben, "kennen" die vorhandenen Krankheitserreger und ihr Immunsystem ist entsprechend fit in diesem Becken (und pflanzen sich auch fort, wenn alles paßt). Ein neuer Fisch, der in das Becken kommt, hat vorher in einem Becken gelebt, in dem andere Krankheitskeime waren und wird nun konfrontiert mit für ihn neuen Keimen, gegen die sein Immunsystem so schnell nichts ausrichten kann. Deswegen läuft er verstärkt Gefahr zu erkranken, bis sein Immunsystem sich mit den neuen Erreger auseinandersetzen konnte. Genauso kann es sein, dass er Erreger mitbringt, die die schon lange vorhandenen Beckenbewohner noch nicht "kennen". Dann kann es passieren, dass die "alten" Bewohner erkranken.

Was das Futter angeht: was fütetrst Du denn für ein Trockenfutter? Trichogaster haben einen recht langen Darm und bekommen bei überwiegend carnivorer Ernährung schnell Probleme. Es ist deswegen wichtig, immer auch mit Futter mit pflanzlichen Anteilen zu füttern, z.B. Granulat mit Spirulina o.ä. (wenn man in Richtung Trockenfutter schaut).

Liebe Grüße
Verena
Der wahrhaft Ethische nimmt sich die Zeit, einem Insekt, das in einen Tümpel gefallen ist, ein Blatt oder einen Halm zur Rettung hinzuhalten. Und er fürchtet sich nicht, als sentimental belächelt zu werden.

Albert Schweitzer (1875-1965)
Benutzeravatar
freaky_fish
Administrator
 
Beiträge: 984
Bilder: 3
Registriert: 11.03.2008 - 12:50
Wohnort: Kirchheim unter Teck

Re: Was ist los mit dem Fadenfisch?

Beitragvon Mona » 21.08.2013 - 21:07

Hallo Verena,

ja die Sachen mit den Keimen kenne ich. Das hatte ich früher schon einmal. Das kann natürlich eine Ursache sein. Und wenn Laichverhärtung ausscheidet, dann muß es eine Form der Wassersucht sein. Dann kann ich nur hoffen, dass es nicht die ansteckende Form ist. Zumal heute Abend die verbliebenen 6 richtig munter beim Frostfutter hingelangt haben.

Also ich füttere i.d.R. Dupla Rin M. Das einzige, was ich jetzt über die Zusammensetzung finden konnte ist dieser Satz: "Mit hohem Eiweißgehalt und Zusätzen der lebenswichtigen Vitamine sowie Astaxanthin für kräftige Farben." So, wie Du das gesagt hast, ist das dann genau das falsche. Wobei die Fadenfische auch sehr gerne an die Welstabs gehen. Allerdings, wenn ich mir die so ansehe, dann haben auch die einen recht hohen tierischen Anteil.

Wenn ich aber jetzt mehr Frostfutter gebe, wie ich hier im Forum oft lese, dann ist der tierische Anteil ja noch höher.

Bitte gib mir doch bitte einen Tip, was ich sinnvollerweise füttere. Ich habe gerade das Gefühl, das ich der Lösung meines Fadenfisch-Problems näher komme und will es jetzt möglichst genau wissen.

viele Grüße

Monika
Mona
Kenne das Forum
 
Beiträge: 31
Registriert: 11.01.2013 - 13:12

Re: Was ist los mit dem Fadenfisch?

Beitragvon freaky_fish » 21.08.2013 - 22:54

Hallo Mona,

unsere Trichogaster (T. lalius und T. chuna, mit T. lalius hatten mein Freund und ich sehr lange Zeit die Probleme, die Du jetzt mit Deinen T. fasciatus hast, auch wenn es schon Jahre her ist) bekommen an Trockenfutter hauptsächlich pflanzliches Futter. Es sind immer wieder unterschiedliche Marken, aber für die Becken mit Trichogaster immer mit hohem Pflanzenanteil, wie z.B. J*L GranoVert, S*ll Kelp Flakes, Tr*pical Spirulina Granulat und ähnliches. Auch Welstabs gibts für herbivore Welse, also Pflanzenfresser und die Fadenfische knabbern da gerne dran. Daneben gibt es reichlich Lebendfutter für alle Fische bei uns, bei den Trichogaster-Arten mit besonderem Schwerpunkt auf ballaststoffreichen Futtertieren (Wasserflöhe, Moina), die kommen der Verdauung auch zugute. Auch an gekochtem Brokkoli und anderem Gemüse (das bei uns für die Apfelschnecken regelmäßig gefüttert wird) knabbern die Fadenfische gerne mal.

Ich hab auch noch ein Rezept für Spirulina-Kugeln (die ich für meine Schnecken selbst mache), die sind mit Blütenpollen und werden ebenfalls von den Fadenfischen sehr gerne genommen bzw. angeknabbert. Ich guck morgen mal nach dem Rezept.

Liebe Grüße
Verena
Der wahrhaft Ethische nimmt sich die Zeit, einem Insekt, das in einen Tümpel gefallen ist, ein Blatt oder einen Halm zur Rettung hinzuhalten. Und er fürchtet sich nicht, als sentimental belächelt zu werden.

Albert Schweitzer (1875-1965)
Benutzeravatar
freaky_fish
Administrator
 
Beiträge: 984
Bilder: 3
Registriert: 11.03.2008 - 12:50
Wohnort: Kirchheim unter Teck

Re: Was ist los mit dem Fadenfisch?

Beitragvon Felix Stadtfeld » 21.08.2013 - 23:31

Hallo,

@Rolf: Danke für die Antwort. Ja, fasciata sind schwierig und auch nur als Wildfang im Handel. Von den drei anderen relevanten Trichogaster gibt es Nachzuchten und sogar Farbmangelmutanten ("rot", "orange") zu kaufen.

Vgl. auch hier im Forum vom "Altmeister": http://www.igl-home.de/Reserve/phpBB3/viewtopic.php?f=35&t=6022 und http://www.igl-home.de/Reserve/phpBB3/viewtopic.php?f=35&t=6621

Daher rührt mein Interesse an F2 (und mehr) bei fasciata. Auch ich habe es nicht geschafft. Der Fisch ist also eine "offene Rechnung" bzw. Herausforderung. Mein Verdacht geht auch in Richtung "Jahreszeiten".

@Mona (und Verena): Zierfisch-Grünfuttergranulat oder spirulinahaltige Trockenfuttermittel haben teilweise einen sehr hohen Proteingehalt (Ein Beispiel: Se.. "Spirulina tabs" haben einen Rohproteingehalt von 48,2% [!]. Der liegt über dem anderer Trockenfuttermittel des gleichen Herstellers. Ich würde die Verpackungsangaben [die es bei einigen Präparaten gar nicht gibt...] aufmerksam lesen).

Trockenfutter hat im Gegensatz zu Tümpelfutter, Gemüse oder Kaninchenpellets eine enorme Energie- und Nährstoffdichte. Ich würde bei Fadenfischen daher extrem sparsam damit umgehen. Dann lässt es sich in den Speiseplan sinnvoll integrieren. Wirklich "ballaststoffreich" bzw. arm an Energie (bei Futtertieren und Gemüse auch durch den naturgemäß höheren Wassergehalt als beim Trockenfutter) sind die anderen genannten Futtermittel. Derzeit füttere ich überwiegend mit Wasserflöhen mit wenigen Cyclops und weißen Mückenlarven aus dem Tümpel, kombiniert mit schwarzen und roten Mückenlarven aus der Regentonne. Bei Fischarten, die mehr Energie bzw. Proteine brauchen ergänze ich andere Futtertiere bzw. -mittel.

Im von Rolf empfohlenen Film schwimmen die Tiere übrigens (wie oft bei Vierke) in unglaublichen Massen von weißen Mückenlarven. Da sie eine sehr harte Außenhülle und einen bescheidenen Nährwert haben, macht das nichts. Lebendfutter kann man (abgesehen von Artemia und wenigen anderen) nicht leicht überdosieren. Das macht die Fütterung im Gegensatz zu Trockenfutter und auch Frostfutter leicht (auch wenn die Beschaffung aufwändig ist), zumal das Wasser auch weniger belastet wird.

Charly Rossmann hat in einem Jubiläums-Makropoden-Heft übrigens die wichtigen Informationen zur Fadenfischhaltung zusammengestellt: knapp füttern, keine Wasserpanscherei, saisonale Schwankungen (für labiosa natürlich weniger als für fasciata).

Bis auf das Tümpelfutter kann man Fadenfische meiner Meinung nach ganz ähnlich wie Garnelen oder Krebse füttern (Cambarellus &Co kann man auch allzu leicht mit den für sie hergestellten Trockenfuttermitteln ins Jenseits befördern...) Auch Fastentage und Ruheperioden bei reduzierter Temperatur helfen wie immer.
Grüße

Felix
Benutzeravatar
Felix Stadtfeld
Sehr guter Forumsfreund
 
Beiträge: 238
Registriert: 27.05.2013 - 20:44
Wohnort: bei Stuttgart

Re: Was ist los mit dem Fadenfisch?

Beitragvon chidrup » 22.08.2013 - 06:48

Guten Morgen,
Monika schreibt:
So langsam weiß ich nicht mehr, was ich falsch mache...

Der Fisch T.labiosa? schwimmt seit 2 Tagen bei Monika, der Bauch schwillt an der Fisch verhält sich auffällig, taumelt und stirbt.
Können denn nach so kurzer Zeit Pflege- und Ernährungsfehler ursächlich sein?
Ist es überhaupt möglich, die Ursache wenigstens einigermaßen sicher festzustellen, zumal ich den Fisch gleich entsorgt habe?

Nein! das ist auch gar nicht nötig! Bei einer Krankheit ist es eher wichtig ob man sie behandeln kann.
Es ist wohl eher Glücksache, wenn ein Zukauf von Fischen, besonders aus dem Handel und speziell bei Trichogaster ohne Verluste abgeht.
Also machen wir uns keine Sorgen, lassen die übrigen Tiere sich eingewöhnen, geben das rechte Futter, und dann versuchen wir einen gesunden Stamm heranzuziehen.
@Monika grübel nicht so viel!
Verena schreibt:
...bei empfindlichen Fischen ist es die Keimdichte, die Probleme macht.

es gibt "gute und böse" Keime und das bei ein und der gleichen Art; siehe als Beispiel Coli-Bakterien bei Wikipedia
@Felix ja mir geht es auch so mit dem Gefühl der offenen Rechnung. Hast Du schon welche?
Gruß
Chidrup Rolf Welsch IGL 288
"Die Wahrheit ist ein pfadloses Land" Jiddu Krishnamurti
Benutzeravatar
chidrup
im IGL-Forums-Himmel
 
Beiträge: 820
Bilder: 10
Registriert: 08.02.2013 - 08:17
Wohnort: odenwald

Re: Was ist los mit dem Fadenfisch?

Beitragvon Mona » 22.08.2013 - 07:56

Halo Rolf,
nur mal kurz zur Klarstellung :
Verendet ist ein Fisch, den ich seit Anfang des Jahres im Becken habe. Der kam vom Händler. Die neuen sind munter. Die habe ich direkt vom Züchter.
Ansonsten melde ich mich nochmal, sobald ich heute abend am Rechner sitze. Hier mit dem Handy ist das Schreiben etwas mühsam.
viele Grüße
Monika
Mona
Kenne das Forum
 
Beiträge: 31
Registriert: 11.01.2013 - 13:12

Re: Was ist los mit dem Fadenfisch?

Beitragvon JürgenE » 22.08.2013 - 10:12

Mal etwas zum Futter: Mir sind zwei Fälle bekannt, wo nur Haferflocken gefüttert wurden bzw. werden. Der erste liegt schon etwa 40 Jahre zurück. Während eines Urlaubsaufenthaltes an der Ostsee wurden mir T. leeri gezeigt und versichert, dass sie nur mit Haferflocken gefüttert werden. Den zweiten Fall kenne ich aus eigenem Erleben. Im Botanischen Garten Halle werden seit Jahren erfolgreich Makropoden im Victoriateich gezogen. Diese Tiere sind in der IGL bekannt. Dr. Mühlberg füttert nichts anderes als Haferflocken. Auch alle anderen dort schwimmenden Fische, Mollis, und in den Außenbecken Barben und Schwertträger, bekommen nichts anders.
Gruß, Jürgen
Benutzeravatar
JürgenE
Sehr guter Forumsfreund
 
Beiträge: 249
Bilder: 7
Registriert: 18.06.2009 - 18:26
Wohnort: Halle/S

Re: Was ist los mit dem Fadenfisch?

Beitragvon chidrup » 22.08.2013 - 13:26

Hallo Jürgen,
Haferflocken und Haferflocken ist schon ein Unterschied. Vorsicht damit! In meinem jugendlichen Leichtsinn hatte ich einst, auch etwa 40 Jahre her, Haferflocken gefüttert. Das ging anfangs ganz gut, die Fische fraßen sie gern. Doch alle trockenen Stoffe quellen im Magen nach. Besonders betroffen waren Malawicichliden, die dann einen Darmverschluss bekamen und nicht mehr zu retten waren. Ein weiterer Nachteil war, dass aus den Kiemen feine Stoffe herauswirbelten und das Wasser trübten.
Ich bin immer vorsichtig damit, was mir so erzählt wird. Man weiß ja nicht was es, sonst alles im Victoriabecken zu fressen gab.
Möglicherweise sind in den Trockenfutterrezepturen auch Haferflocken enthalten.
Fische allein mit einem Produkt zu füttern kann doch nicht ausgewogen sein.
Gruß
Chidrup Rolf Welsch IGL 288
"Die Wahrheit ist ein pfadloses Land" Jiddu Krishnamurti
Benutzeravatar
chidrup
im IGL-Forums-Himmel
 
Beiträge: 820
Bilder: 10
Registriert: 08.02.2013 - 08:17
Wohnort: odenwald

Nächste

Zurück zu Fadenfische

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast