Gemeinsame Aufzucht - Artunabhängig

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Gemeinsame Aufzucht - Artunabhängig

Beitragvon sonja » 23.03.2012 - 06:58

Hallo,
Ich habe mal eine Frage, bzw. Würde gerne Eure Erfahrungen zu dem Thema wissen.
Gemischte Aufzucht.
Platz reicht nie aus, und wenn man von mehreren Gattungen, gerade. Nachzuchten hat, würde mich mal interessieren wie Ihr das so handhabt.
Gemeinsame Aufzucht, oder spricht da was grundlegendes dagegen. Können sich die Gattungen untereinander "hemmen"?
Lieben Gruß,

Sonja
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Re: Gemeinsame Aufzucht - Artunabhängig

Beitragvon CPS » 23.03.2012 - 07:42

Hallo Sonja,

was meinst Du genau? Mehrere Betta-Arten gemeinsam aufziehen? Oder Betta und Apistogramma und Lebendgebärende zusammen?

Mit nahe verwandten Arten von Poeciliiden (mit der Einschränkung des Kreuzungsrisikos), Cichliden und Welsen geht das gut, wenn die Larven/Jungfische im gleichen Alter sind und die artspezifischen Verhaltensweisen annähernd übereinstimmen. Außerdem müssen die Arten über identische Ansprüche an die Wasserqualität, Temperatur und Nahrung verfügen. Mit verschiedenen Puntius- und Rasboraarten geht es definitiv nicht, weil relativ früh miteinander konkurriert wird (das sind ja nur in schlechten Büchern "Schwarmfische"). Ich habe einmal Betta cf. pugnax und B. unimaculata zusammen aufgezogen. Das war ab einer gewissen Größe wirklicher Stress für die Fischchen. Aber Welse und Cichliden hat bei mir schon gut funktioniert. Aber mehr aus der Platznot heraus. Wirklich überzeugt, dass man das tun sollte, bin ich nicht. Nicht zuletzt auch wegen des Infektionsrisikos.
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Beitragvon sonja » 23.03.2012 - 08:29

Hallo Christian,
Aktuell habe ich zum Beispiel C. Chuna und Betta sp. Palankaraya in einem 12L Becken. Es sind noch Larven, sie werden mit Pantoffeltierchen, Essigälchen und schon der ein oder anderen Artemie gefüttert.

in mein Ansatzbecken von den Pseudepiplatis annulatus, habe ich auch eine Handvoll B. Sp. Palankaraya Larven mit eingesetzt.
Ab einer gewissen Größe muss man dann wieder trennen, wenns futtertechnisch oder Größentechnisch zu sehr auseinandergeht.
Mich hat halt mal interessiert, wie andere das machen, und wenn zum Beispiel strikt nein, warum?
Zuletzt geändert von sonja am 23.03.2012 - 14:08, insgesamt 1-mal geändert.
Lieben Gruß,

Sonja
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Beitragvon CPS » 23.03.2012 - 09:35

Hallo Sonja,

verstanden. Dabei ist noch die Frage zu bedenken, was man seinen Fischen zumutet. Ich persönlich setze Fische so selten es geht dem Netz-Stress aus, das heisst ich setze sie ungern um. Gerade Jungfische, obwohl sich das während des Heranwachsens nicht immer vermeiden lässt.
Also würde ich Epiplatys annulatus nicht gerade mit einem Kampffisch gemeinsam aufziehen, durchaus aber mit Larven von Colisa/Trichogaster-Arten.

Das wäre übrigens mal ein schönes Thema für unser Heft. Nicht?

(Alle Achtung: E. annulatus ist Hohe Schule!)
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Beitragvon Charlyroßmann » 23.03.2012 - 10:19

Hallo!
Weil ich auch unter chronischem Platzmangel leide, habe ich so was auch immer mal wieder probiert. Es geht bei Arten, die sich sehr unähnlich sind. Ich ziehe immer mal wieder Labyrinther zusammen mit Killies oder Lebendgebärenden auf. Geht meist ganz gut, erfordert aber Aufmerksamkeit. Was gar nicht geht, sind nah verwandte Arten mit sehr ähnlichem Futterspektrum. Also verschiedene maulbrütende Betta zusammen oder verschiedene schaumnestbauende Betta zusammen oder verschiedene Fadenfische. Da ist immer einer der bessere Futterverwerter und hungert den anderen aus.
Gruß
Charly
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Beitragvon R.Brode » 23.03.2012 - 20:48

Bisher hab ich eine gemeinsame Aufzucht (ab Larvenstadium bis zur Geschlechtsreife) bei Schaumnestbauenden Kleinen Roten in Kombination mit Malpulutta durchgeführt. Funktioniert prima, ähnliche Wachstumsgeschwindigkeit läst keinen verhungern.

Zwei P. linkei, vier B. persephone und drei Malpulutta wuchsen ebenfalls gut gemeinsam auf...

Ansonsten: B. stigmosa mit R. xiphidius. Allerdings wachsen die Betta schneller und fressen gieriger, daher klappt es nur wenn die Rivulus rund 5 Wochen vorgezogen werden und sobald die Betta größer als die Rivulus sind müssen sie raus...
viele Grüße , Richard Fischer, geb. Brode

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Beitragvon Thomas F. » 24.03.2012 - 21:30

Hallo
wie groß soll das Aufzuchtbecken sein in dem zwei verschiedene Arten aufwachsen sollen ? Bei mir wachsen z.Z.ca 50-60 Pseudoepiplaty annulatus in einem 40x25 cm Becken, da ist für eine andere Art keinen Platz mehr.
Gruß
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Beitragvon CPS » 26.03.2012 - 06:30

Hallo Thomas,

gerade bei so empfindlichen Arten wie Epiplatys annulatus (Boulenger 1915) [das ist die im Augenblick gültige Artbezeichnung nach Eschmeyer] würde ich keine weitere Fischart dazu setzen.
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Beitragvon sonja » 26.03.2012 - 06:43

Hallo,
Dann werde ich mal weiter machen wie bisher.
Die genannten Bedingungen sind klar. Gewisse Sachen muss man natürlich beachten.
Und wenn einer schneller ist, oder das Becken zu voll wird, dann muss man halt trennen.
Christian, die ersten Umsetzaktionen finden bei mir ohne Kescher statt. Die Larven sind also immer im Wasser.
Aktuell werden meine palankaraya jetzt wieder ins Alttierbecken umziehen. Da können sie dann auf volle Größe ranmachen.
Lieben Gruß,

Sonja
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Beitragvon manticora » 26.03.2012 - 08:24

Hallo,
ich betreibe diese Etagenaufzucht schon länger. So setze ich eigentlich immer zu jungen Bettas Arten wie Aphyosemion, Epiplatys, Oryzias, oder Rivulus dazu. Das klappt auch ganz gut. Allerdings setze ich die Tiere nicht schon alls Larven zusammen. Immer erst ab Artemia-fress-Größe. Davor brauchen die JF einfach mehr Kontrolle. Das ganze muß man natürlich im Auge behalten, da z.B. die Epiplatys (in meinem Fall dageti monroviae) irgendwann so groß sind das sie kleinere JF wegfressen. Wenn die mir zu viele fressen (also nicht nur schwache, was ja durchaus gewünscht ist) dann setz ich die Epiplatys einfach um.
Also, zusammen aufziehen ja, wenn man etwas Fingerspitzengefühl und ein Auge drauf hat klappt das bei einigen Arten durchaus sehr gut.
Knut :)
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