Emanzipation

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Emanzipation

Beitragvon ThomasG » 21.10.2014 - 20:59

Hallo,

ich habe heute eine sehr interessante und "lustige" Beobachtung gemacht.

Mein derzeitiges Betta uberis Paar hat gerade zum zweiten mal abgelaicht. Das Männchen war vorher schon etwas "angeschlagen" weil es zusammen mit einem anderen Männchen war. Wegen der schöneren Färbung wollte ich trotzdem dieses Männchen für kurze Zeit mit meinem letzten Weibchen zusammensetzen.
(Der Wurf mit einem anderen Männchen endete mit 99% Männchen - also neuer Versuch mit anderen Partnern)

Nun musste ich beobachten, dass das Weibchen das Männchen jagt. Das geht sogar soweit, dass das Männchen das Becken kurzzeitig verläßt (Es springt auf das Stück Kork unter dem das Schaumnest schwimmt). Das Weibchen bewacht das Schaumnest (zwischenzeitlich sind die Larven geschlüpft) - zwar nicht so gut wie das vorherige Männchen, aber es ist immer in der Nähe.

Ich werde diesem "treiben" noch 2 Tage zusehen und dann beide rausfangen.

Ich hatte bisher ähnliche Beobachtungen bei Betta tussyae gemacht, wo das Weibchen einzelne Eier "geklaut" hatte und selbst in einem kleinen Nest bewachte. Aber in dieser Form, war mir das bisher noch nicht vorgekommen.
Grüßle aus Stuttgart
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Re: Emanzipation

Beitragvon K. de Leuw » 22.10.2014 - 18:12

Hallo Thomas,

ja, sehr interessant. Bekannt ist es ja, dass beim Ausfall der Männchen weibchen die Pflege der Brut im Nest übernehmen. Offenbar hindert nur die Dominanz des Männchens das Weibchen daran, ihrem Brutpflegeinstinkt nachzugehen. Ich kenne das übrigens von Channa bankanensis: Üblicherweise pflegt das Männchen die Brut, so haben es auch drei Paare gehalten. Bei meinem ersten Paar allerdings verlor das Männchen durch einen Unfall noch vor der ersten Brut die Schwanzflosse. Nach mehreren Ablaichvorgängen gab es heftige Kämpfe zwischen den Parnern (vor allem Maulzerren), die letztendlich das Weibchen gewann. Danach wurde das Männchen nur noch im Versteck toleriert und nicht in der Nähe der Eier geduldet.

Gruß, Klaus
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Re: Emanzipation

Beitragvon ThomasG » 22.10.2014 - 19:20

Hallo Klaus,

das hört sich vergleichbar an.
Es kann natürlich sein, dass ein "angeschlagenes" Männchen grundsätzlich vertrieben wird, weil es unter natürlichen Bedingungen weniger Chancen hätte den Nachwuchs zu bewachen und dann das Weibchen "einspringt".

Heute immer noch die selbe Situation. Ich denke bis morgen müssten die Larven frei schwimmen.
Grüßle aus Stuttgart
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