Labyrinther für Regenwaldbiotop Becken

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Labyrinther für Regenwaldbiotop Becken

Beitragvon Volcom » 12.05.2015 - 21:26

Hallo,

falls jemanden diese Fragestellung schon bekannt vor kommt, ich hatte sie erst kürzlich im Zierfischforum gepostet. Nur leider kam dort bisher keine grundlegende Antwort für meine Frage, daher wollte ich es hier einmal probieren.
Ich habe aktuell ein Aquarium, das im Sinne eines süd-ostasiatischen Regewaldbaches eingerichtet ist. Das Becken ist 100x50x50 und der aktuelle Bestand setzt sich aus 10 Pangio kuhlii, 15 Trigonostigma espei, 4 Crossocheilus sp. und einem betagtem Trichopsis vittata Männchen zusammen. Das Becken ist mit großen Wurzeln im Hintergrund bestückt die das Ufer eines Regenwaldbaches imitieren sollen, bepflanzt ist es mit Javafarn, braunem Wasserkelch und indischem Wasserfreund. Die Bepflanzung ist dicht, freier Schwimmraum von 10-20 cm Breite auf ganzer länge ist aber vorhanden. Bodengrund ist Aquariensand <1mm und gelegentlich mit Seemandelbaumblättern bedeckt.
Mein Gedanke ist, nachdem das vittata Männchen wohl in nächster Zeit auch den Weg alles irdischen gehen wird, mir eine neue Labyrintherart zuzulegen. Zuerst war ich bei Fadenfischen aber leider finde ich keine wildfarbenen Trichogaster labiosa. Darauf hin hatte ich mir einmal den Betta-komplex angesehen und geschaut ob ich dort etwas für mich finden könnte. Ich bin auf Betta imbellis gestoßen der mich optisch auch mehr anspricht als T. labiosa.
Meine Frage ist jetzt ob es Probleme mit den Crossocheilus geben würde, soweit ich gelesen habe sollen sie zu Artfremden Fischen friedlich sein und ich konnte auch noch nichts gegenteiliges beobachten. Die andere Frage wäre, dass wenn es möglich ist die Bettas dort einzusetzen, wie viele es sein könnten dass die Männchen sich nicht gegenseitig zu sehr auf die Pelle rücken. Aber ich trotzdem immer mal einen beobachten kann und nicht immer alle versteckt sind.

Falls jemand natürlich eine andere Idee oder Anregung hat darf er sie mir natürlich auch schreiben.

grüße Björn
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Re: Labyrinther für Regenwaldbiotop Becken

Beitragvon chidrup » 13.05.2015 - 05:56

Hallo Björn,

mit Betta imbellis habe ich direkt keine Erfahrung, jedoch möchte ich schon mal den Anfang machen. Allgemein kann man Labyrinther bei dieser Beckengröße in einer Gruppe mit 3/3 pflegen. Diese sind in der Regel mit Beifischen auch nicht scheu. Allerdings finde ich zuviele Arten in Deiner Gesellschaft. Ausserdem wer soll schon wissen wie sich deine C.spec. benehmen.
Die Frage ist was möchtest Du ein Schaubecken, oder willst Du Dich ernsthaft mit Labyrinthern beschäftigen?

Schöne Grüße
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Re: Labyrinther für Regenwaldbiotop Becken

Beitragvon ThomasG » 13.05.2015 - 08:23

Hallo Björn,

da du einen Bach nachahmst, wird sicher auch entsprechende Strömung vorhanden sein. Dies dürfte den bisherigen Arten sehr entgegenkommen.
Ein Betta imbellis bzw. alle schaumnestbauenden Bettas mögen jedoch möglichst keine Wasserbewegung. Ich würde daher und auch wegen den Wasserparametern (Bach = eher neutrales Wasser) eher bei den maulbrütenden Bettas, die ja auch in ihrem natürlichen Habitat in Bächen vorkommen, ansetzen.
Grüßle aus Stuttgart
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Re: Labyrinther für Regenwaldbiotop Becken

Beitragvon Volcom » 13.05.2015 - 13:50

Hallo,

@chidrup
Meinst du jetzt einen Überbesatz?
Im Grunde soll es ein Schaubecken werden. Würde ich mich ernsthafter mit Labyrinhtern beschäftigen wollen würde ich Artbecken wählen um ernsthaft eine Zucht zu verfolgen.

@ThomasG
Natürlich ist eine Strömung vorhanden, die Wasseraberfläche ist leicht in Bewegung und die espeis stehen gerne in dieser Strömung und schwimmen gegen sie an. Trotzdessen merkt man in dem Bereich in dem die Pflanzen die Oberfläche berühren und dahinter kaum noch was von ihr.
Meine Werte sind: pH-Wert: 6-6,5, Nitrit 0 mg/l, 5°dKH, 5°dGH, Nitrat 10 mg/l, Temperatur 24°C

Hier noch ein Bild von dem Becken
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Re: Labyrinther für Regenwaldbiotop Becken

Beitragvon chidrup » 13.05.2015 - 17:18

Hallo Björn,

schönes Becken. ;-)

Meinst du jetzt einen Überbesatz?


Wenn es den Labyrinthern in dem Becken gut gefällt, dann wird Nachwuchs heranwachsen. Bei zu vielen Arten wirkt das ganze dann ziemlich unruhig. Oft genug reduziere ich nachher die Arten und mein Beckenbestand wächst rapide.
Die Crossochilus werden gewöhnlich ziemlich groß. Übrigens auf dem Bild sehe ich keine.
@Thomas
Ein Betta imbellis bzw. alle schaumnestbauenden Bettas mögen jedoch möglichst keine Wasserbewegung.

Das betrifft aber nur die Oberfläche. Fast alle meine Becken haben Strömung und Schaumnestbauer hatten bisher damit kein Problem.
Allerdings gehören sie stilistisch nicht unbedingt in den Bach.

Die B. espei könnten je nachdem von den Bettas leicht mit Futter verwechselt werden.
Auf manches muss man jedoch selbst drauf kommen sonst wird es langweilig.

Schöne Grüße
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Re: Labyrinther für Regenwaldbiotop Becken

Beitragvon K. de Leuw » 13.05.2015 - 18:49

Hallo zusammen,

das ist zwar ein schönes Becken, aber vom Regenwald ziemlich weit entfernt, denn Regenwaldbäche haben i.d.R. keine Unterwasservegetation, weil es dort ziemlich dunkel ist. Es gibt übrigens auch saure Regenwaldbäche, gerade in Südostasien.

Es gibt zwar einige wenige maulbrütende Kämpfer, die als Erwachsene keine Fische fressen, aber aufkommende Brut frisst dann ggf. doch die Bärblinge. Auch bei den mittelgroßen Maulbrüterarten würde ich für nichts garantieren. Die ganz kleinen Arten hingegen gehen in dem Becken unter.

Rüsselbarben sind, solange sie nicht als Einzeltiere gehalten werden, in der Regel verträglich. Wie wäre es mit einem Pärchen Mosaikfadenfische? Wenn Du Paprikapulver edelsüß zufütterst (einfach auf die Waseroberfläche streuen), werden auch die blassbäuchigen aus dem Handel zu prächtigen Exemplaren.

Andererseits: Warum bleibst Du nicht bei den Knurrern und gesellst Deinem alten ein paar junge hinzu?

Für geeignet halte ich auch eine Gruppe einer der beiden Spitzschwanzmakropodenarten. Wenn Du denen auf halber Höhe die eine oder andere Höhle bietest, danken die mit spannender Brutpflege.

Gruß, Klaus
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Re: Labyrinther für Regenwaldbiotop Becken

Beitragvon Volcom » 13.05.2015 - 19:50

Hallo,

@chidrup

Doch, man sieht schon einen. Leider mit dem Rücken zur Kamera, da er gerade ein Blatt abgrast. So linke Bildmitte an einem der untere Javafarnblätter. Hab ihn eben auch erst entdeckt.
Was ich zu denen sagen muss das sie ist, wie stark unterschiedlich sie wachsen. Hatte sie alle zur gleichen Zeit mit gleicher große gekauft mit so 2,5cm. Nun ist das kleinste Tier erst etwas über 3,5cm groß und der größte schon locker 6cm.

@Klaus

Regenwaldbach ist mir irgendwie als passendstes eingefallen. Ich lasse mich da aber gerne korrigieren. Gäbe es dafür denn einen passendes Namen oder ist es einfach ein normales Schaubecken?

Mir persönlich gefallen die Mosaikfadenfische nicht so, auch wenn sie einen schönen roten Bauch haben. Die Knurrer haben auch Spaß gemacht, wenn man z.b. Abends auf der Couch liegt und einem auf einmal das Aquarium von der Seite anknurrt, war schon witzig.
Ich hätte aber gerne etwas bunteres, leider scheinen es mir vor allem die Schaumnest bauenden Bettas angetan zu haben. Ich hatte mir hier auf der Seite die Artbeschreibungen angesehen und alle die ich ansprechend fand waren eben Schaumnestbauer. B. imbellis, smaragdina, coccina, ubris, brownorum und miniopinna. Alle sehr schön wenn ich jetzt mal nur nach der Optik gehe.
Hätte ich nicht schon alles mit Terrarien vollstehen würde ich sicher jetzt damit beginnen ein paar Betta Becken einzurichten. :grins:

Aber zurück zum Thema, wenn die leichte Strömung im Becken kein problem für Schmaunestbauer sein sollte, würde deren nachwuchs denn auch an die Bärblinge gehen?

grüße Björn
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Re: Labyrinther für Regenwaldbiotop Becken

Beitragvon ThomasG » 13.05.2015 - 21:09

Volcom hat geschrieben: Ich hatte mir hier auf der Seite die Artbeschreibungen angesehen und alle die ich ansprechend fand waren eben Schaumnestbauer. B. imbellis, smaragdina, coccina, ubris, brownorum und miniopinna.


Hallo Björn,

wenn Du dir die Artbeschreibungen angesehen hast, verstehe ich nicht wieso diese Arten in deinem Fokus stehen. Bei den von dir genannten Wasserwerten wirst Du zumindest mit Betta coccina, uberis, brownorum und miniopinna nicht lange Freude haben - sind alle Schwarzwasserfische (Ph deutlich < 6). Die beiden letztgenannten, wenn überhaupt zu bekommen, würden in dem Becken mit dem derzeitigen Besatz gnadenlos untergehen.

Dann noch zum Schluss eine kleine Anregung zum Nachdenken. Mache dir mal Gedanken über das Fressverhalten und die Futterwahl (trocken, Frost, lebend) der jetzigen und der zukünftigen Bewohner. Sowohl die Rüsselbarben, wie auch die Bärblinge sind sehr flinke und gefrässige Fische. Ich würde behaupten, da bleibt für die eher zurückhaltenden Betta imbellis und vermutlich auch smaragdina nichts bzw. auf Dauer zuwenig übrig.
Grüßle aus Stuttgart
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Re: Labyrinther für Regenwaldbiotop Becken

Beitragvon Volcom » 14.05.2015 - 17:21

Hallo Thomas,

dass ich diese Fische wegen meiner Wasserwerte nicht halten kann ist mir natürlich bewusst. Ich hatte es auch nur auf die Optik bezogen.

Mit der Fütterung hatte ich es mir so gedacht das ich wie immer über dem gewohnten Futterplatz das Futter zugebe und wenn die Tiere am fressen sind ich noch etwas über dem bepflanzten Bereich verteile, wo die Bettas sich wohl hauptsächlich aufhalten werden.

grüße Björn
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Re: Labyrinther für Regenwaldbiotop Becken

Beitragvon freaky_fish » 17.05.2015 - 21:08

Hallo Björn,

mit Crossocheilus sp. kenne ich mich nicht aus, hätte aber keine Idee, warum diese bei Betta imbellis sich anders verhalten sollten als jetzt bei dem Trichopsis Männchen, wenn sie diesem gegenüber friedlich sind.

Abgesehen von den schon angemerkten Aspekten, dass Betta imbellis kein Fisch ist, der typischerweise in Bachläufen vorkommt und insofern keine Strömung mag, würde mir nichts einfallen, was gegen Betta imbellis in Deinem Becken spricht. Die Anzahl Männchen ist abhängig davon, wie sich die Reviere aufteilen lassen. In einem Becken mit 1 Meter Länge würden sicher 4-5 Reviere unterkommen, müssten aber dann gut gegeneinander abgrenzbar sein. Dein Becken sieht mir im oberen Bereich eher wenig strukturreich aus, ich würde erstmal mit 3, maximal 4 Männchen mit zugehörigen Weibchen plus Weibchenüberschuss starten.
Wenn Du Deine Betta imbellis dann nachziehen möchtest (was hinsichtlich der recht kurzen Lebenserwartung empfehlenswert wäre), wirst Du entweder Pärchen separat ansetzen müssen oder die Nester entfernen, sodass Du die Jungfische separat aufziehen kannst. die T. espei fressen Dir sonst alle Jungfische weg, da würde nur mit viel Glück mal ein einzelner imbellis durchkommen.
Was das Thema "Fressfeinde" angeht: die jungen und auch adulten Betta imbellis werden mit ihren max. 5 cm Länge Deinen adulten T. espei niemals was tun und umgekehrt. Jungfische beider Arten würden aber jeweils gefressen, da sie klein genug sind, um ins Maul zu passen. Selbiges gilt auch für Betta smaragdina. Bei größeren Arten sieht das dann freilich ganz anders aus.

Was das Fressverhalten angeht, kann das bei Betta imbellis sehr unterschiedlich sein. Meine waren immer gefräßig und schnell (und dementsprechend groß :grins: ), andere wiederum sind zurückhaltend. Ich würde es aber so einschätzen, dass, wenn das Futter an verschiedenen Stellen ins Becken gegeben wird, die B. imbelllis oder auch B. smaragdina schon genug abbekommen bzw. sich das entsprechend holen.

Liebe Grüße
Verena
Der wahrhaft Ethische nimmt sich die Zeit, einem Insekt, das in einen Tümpel gefallen ist, ein Blatt oder einen Halm zur Rettung hinzuhalten. Und er fürchtet sich nicht, als sentimental belächelt zu werden.

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