Frage zum Verhalten meiner P. ornatipinnis

Erpetoichthys, Polypterus und die Lungenfischgattungen aus Afrika, Australien und Südamerika

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Frage zum Verhalten meiner P. ornatipinnis

Beitragvon Gregor » 16.11.2004 - 08:51

Guten Morgen!

Hoffe ich bin hier mit meinem Anliegen richtig und könnt mir vllt. weiterhelfen. Habe diese Frage in anderen Boards schon gestellt, aber leider noch keine zufriedenstellende Antwort erhalten. Deshalb wende ich mich an Euch.

Also, los gehts:

Habe seit 4 Wochen zwei weibliche P. ornatipinnis in meinem 375l (150x50x50) Becken. Die beiden waren beim Kauf um die 11cm herum, mittlerweile sind sie etwa auf 13cm gewachsen. Sie verputzten innerhalb von 3 Tagen 13 Futterguppys und werden nebenbei mit Fischfiletstücken und Fliegenmaden gefüttert.

Eigentlich so weit so gut.

Nun meine Frage:
Die beiden Tiere haben ein sehr unterschiedl. Verhalten. Während die eine den Großteil des Tages im Pfalnzendickicht verbringt, schwimmt die andere oft an "ihrer" Seiten- und der vorderen Längsscheibe entlang sowie auf und ab. Das ganze sieht relativ unkontrolliert und vor allem verschreckt aus.

Prinzipiell sind beide relativ schreckhaft, so quittieren sie reges und schnelles Treiben (Katzen, die ins AQ reinschauen und hie und da mit den Pfoten auf die Scheibe pratzeln. Oder wenn jemand von der Familie aufsteht oder gerade ins Zimmer kommt, etc.) außerhalb des AQs mit der Flucht in das gemeinsame "Revier" (Pflanzendickicht bestehend aus brasilianischem Wassernabel, Hornkraut, direkt neben dem Eck HMF). Nur die Hektische von beiden schwimmt wie verrückt und extrem schnell die Scheiben auf und ab, dreht sich hie und da dabei um die Längsachse.

Selbes Spielchen bei beiden wenn in der Früh das Licht angeht. Das dürfte sie anscheinend enorm unter Stress stellen. Nach kurzer Dauer ist auch das wieder vorbei. Wenn abends das Licht ausgeht schwimmen beide mehr oder weniger gemeinsam durchs Becken und sind die Ruhe in Per... Polypterus.

Wisst ihr, warum vor allem die eine so ein Verhalten aufweisen könnte? Müssen sie sich an den Stress, wie zB. das Aufdrehen des Lichts morgens, erst gewöhnen, oder mache ich prinzipiell etwas falsch?

Achja, Wasserwerte und Besatz wollt ihr sicher wissen:
- PH: 7.5
- KH: 5-6
- GH: 9
- 24°

Besatz:
Die beiden Polys und letzte Woche kamen 8 siam. Rüsselbarben hinzu, von denen 3 über sind. Die Futter-Zebrabärblinge und Kardinalfische hingegen wurden nicht angegriffen...

Das Becken läuft seit ca. 6 Wochen, besitzt drei große Wurzeln, zweimal Lochgestein, eine ca. 15cm lange Tonröhre mit Javamoos überzogen und ist bis jetzt relativ dicht bepflanzt (Schwimmpflanzendecke vorhanden).

Gruß und vielen Dank,
Gregor
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Re: Frage zum Verhalten meiner P. ornatipinnis

Beitragvon Klaus de Leuw » 16.11.2004 - 16:36

Hallo Gregor,

ich halte einen einzelnen ornatipinnis mit vier delhezi und muss sagen, dass der o. sicher scheuer und heimlicher ist als die d. Wenn das Becken genügend groß ist, kannst Du es mit Beifischen versuchen, die eher mit Neugier reagieren. Dass die Kardinäle und Bärblinge überlebten, wundert mich nicht, ich habe mal versucht, zwei greise, vermeintlich männliche Spitzschwanzmakropoden zu verfüttern, die pflanzten sich stattdessen fort. 12 ausgewachsene, fast doppelt so lange Schwerträger, die eigentlich Jungfische als Futterfische produzieren sollten, wurden in nur einer Nacht gefressen.
Das nervöse Umherschwimen sollte eigentlich nicht an der Beckengröße liegen, meines hat 120 x 60, ist Dein Becken vielleicht zu hell? Ich beleuchte mit 2 Leuchtstoffröhren von je 30 Watt, und das wird nochmal durch Riccia und Wasserlinsen gedämpft. Wassernabel hält es da nicht lange aus, mein Dschungel besteht aus einer großen Schwertpflanze, Cryptocorynen und Javafarn.

Gruß, Klaus
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Beitragvon Gregor » 16.11.2004 - 16:44

Hi Klaus!

Erstmal vielen Dank für Deine Antwort.

Becken zu hell... Das kann durchaus sein.
Ich hab eine Lampenkonstruktion, die es ermöglicht, dass ich 1 oder 2 Röhren einzeln bez. gleichzeitig leuchten lassen kann. Habe ich privat gekauft und müsste lügen in Sachen Wattanzahl. Ich weiß sie nicht und müsste nachschauen.

Anfangs bin ich mit einer Lampe (rosa Licht) gefahren, hab aber dann auf beide Lampen geswitched, weil ich Angst hatte, dass die Pflanzen event. eingehen.

Ich werde mal wieder zurückschalten.
Seltsam find ich nur, dass nur die eine das macht, die andere nicht. Die liegt eigentlich den Tag über faul im Eck beim HMF.

Erst abends wenn das Licht ab ist, kommen sie raus.

Hätte u.a. vermutet, dass sie vielleicht von den Spiegelungen irritiert werden.

Gruß,
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Beitragvon Klaus de Leuw » 16.11.2004 - 17:03

Hallo Gregor,

bei 150 cm Länge hätten sie 58 Watt, Röhren mit 30 W haben knapp 120 cm Länge. Damit wäre Dein Becken bei vergleichbarem Volumen doppelt so stark beleuchtet wie meines. Tiere sind Individuen, dass Deine sich also verschieden verhalten, ist normal. Spiegelungen sind nur zu erwarten, wenn es draußen dunkler ist als im Aquarium.
Deine Pflanzen werden sich sicher verändern, Wassernabel und Hornkraut werden allenfalls an der Oberfläche flutend klarkommen, aber darunter könnten Wasserkelche oder Javafarn wachsen. Alternativ könntest Du mit Wurzelholz oder fest verankerten Steine eine Höhle von halber Beckengröße bauen, die oben einige Lücken aufweist und nach vorne ganz offen ist. Darüber und daneben könnten Deine Pflanzen wie gewohnt bei derzeitiger Lichtstärke wachsen, während die P.o. sich tagsüber in der Höhle aufhalten. Diesen aufwand würde ich aber nur betreiben, wenn sich die Schreckhaftigkeit bei einer vorübergehenden Dämpfung der Beleuchtung (ca. 1 Woche) nicht legt.

Gruß, Klaus
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Beitragvon Gregor » 17.11.2004 - 09:06

Hallo Klaus!

Hab gestern abends, als ich heimgekommen bin, die Beleuchtung verringert, indem ich nur die Rosa Röhre leuchten lasse.

In der Tat war vor allem die eine deutlich ruhiger. Sie schwamm schön durchs AQ und die andere ließ sich auch mehr blicken. Das "Sorgenkind" schwamm zwar an der Längsscheibe das AQ ab, aber weitaus kontrollierter als sonst.

Danke, ich glaube dein Tipp war Gold wert.
Mal abwarten, wenn das AQ richtig zugekrautet ist und die Schwimmpflanzendecke noch kompakter zusammengewachsen ist.

Noch ne Frage zu Fütterung:
Gibts eine Möglichkeit, damit die Polypteren Futter auch von der Wasseroberfläche nehmen? Versuchte gestern zum ersten Mal Mehlwürmer zu verfüttern, bis ich draufgekommen bin, dass diese nicht untergehen.

Gruß und Dank,
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Beitragvon chk » 17.11.2004 - 12:14

Meine 3 40 cm ornatipinnis sind 11 Jahre alt und immer noch sehr scheu.
Sie lieben es jeder in seiner Röhre zu sitzen 95% der 24 Std.
Daher würde ich eine zweite Röhre einsetzen und Schwimmpflanzendecke wachsen lassen.

In Sachen Futter: Polypterus sind fast blind aber haben guten Geruchssinn.
Ich füttere Muscheln und was sie noch mehr lieben sind: Zophobas.
Aber sie gehen auch an lebende Fische (Channa 20 cm)!

Generell sind es scheue Fische, die das "Dunkel" lieben.

Gruss, chk
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Beitragvon Gregor » 17.11.2004 - 16:10

Hi chk!

Ich habe eine Tonröhre drinnen, die von keinem der beiden beachtet wird. Weiters überlege ich jetzt schon wie ich das Becken einrichten muss, bzw. umgestalten muss wenn die Polys ihre 40cm erreichen.

Fast blind?
Das bestätigt zumindest meinen Verdacht, dass sie keine visuellen Jäger sind. Denn wenn vor ihnen Maden ins Wasserfallen schnuppern sie mit der Nase am Boden und suchen so ihre "Beute".

Gruß,
Gregor
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Beitragvon Klaus de Leuw » 17.11.2004 - 17:06

Hallo zusammen,

meine Polypterus mochten die Röhren auch noch nie, sie liegen lieber im Pflanzendickicht oder unter Echinodorusblättern. Das sie fast blind sein sollen glaube ich nicht, dass sie die Nahrung überwiegend per Geruchssinn aufspüren, deckt sich mit meinen Beobachtungen. Meine delhezi kommen neugierig an die Frontscheibe, folglich müssen sie mich zumindest als großen Schatten sehen. Ich bin aber überzeugt davon, dass sie ein ganz paables Dämmerungssehen besitzen, denn offenbar besitzen sie ein sogenanntes Tapetum, das ist eine reflektierende Schicht hinter der Netzhaut, die auch z. B. Katzen besitzen. Ihre Augen leuchten nämlich bei Dunkelheit im Taschenlampenlicht rot.

Wie groß sind Deine Polypterus, dass sie an 20 cm lange Channa gehen?

Gruß, Klaus
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Beitragvon Klaus de Leuw » 17.11.2004 - 17:26

[quote="Gregor"]Noch ne Frage zu Fütterung:
Gibts eine Möglichkeit, damit die Polypteren Futter auch von der Wasseroberfläche nehmen? Versuchte gestern zum ersten Mal Mehlwürmer zu verfüttern, bis ich draufgekommen bin, dass diese nicht untergehen.

Gruß und Dank,
Gregor[/quote]

Hallo Gregor,
meine delhezi nehmen Mehl"würmer" von der Wasseroberfäche, meinen ornatipinnis konnte ich dabei noch nicht beobachten. Wenn du aber die Käferlarven mit Wasser kräftig schüttelst (und somit ihre Tracheen teilweise entleerst und anhängende Luftblasen entfernst), geht ein großer Teil unter und die anderen legst Du wieder trocken für das nächste Mahl.

Gruß, Klaus
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Beitragvon Gregor » 18.11.2004 - 09:20

Hi!

Hab gestern ein paar Würmer genommen und in ein Glas mit Wasser gegeben. Seltsamerweise sind drei auf Anhieb untergegangen, der Rest nicht. Also Glas genommen, Deckel drauf und geschüttelt.

Geändert hat sich nichts, die Würmer sind weiterhin an der Oberfläche getrieben.

Hab die (toten) Würmer dann weggeschmissen, weil ich nicht wusste, was ich nun damit machen soll.

Hätt ich sie einfach aussortieren und separat in ein Gefäß geben sollen? Du meinst, dass sie beim nächsten Mahl untergehen werden?

Sorry für die doofe Fragerei, aber ist das erste Mal, dass ich mit Mehlwürmern hantiere.

Habe mir auch Wachsmotten gekauft, die ebenfalls nicht untergehen. Mal sehen wie sich die entwickeln. :-?

Gruß, und Dank,
Gregor
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Beitragvon Klaus de Leuw » 18.11.2004 - 18:07

Hallo Gregor,

entschuldige den schlechten Tipp, aber bei mir hat es schon funktioniert. Die Larven sterben selten dabei, auf saugfähigem Papier erwachen die meisten dann doch wieder zum Leben. Vielleicht lassen sich vollgefressene Larven leichter unterschütteln, weil hungernde Luft im Darm haben? Ich füttere meine i.d.R. mit Fischfutter und Haferflocken vor dem Verfüttern. Das Schütteln mache ich nur ausnahmsweise, denn meine Channa und Betta reißen in ihrer ungestümen Art viele der Larven mit in die Tiefe.
Eine andere Versenkmethode ist, die Larven unter Wasser zischen den Fingern zu rollen und so die Luft aus den Tracheen zu pressen. Das funktioniert prinzipiell auch bei Wachsmottenraupen, wobei die oft auch auf der Körperoberfläche noch Luftbläschen haben.

Beliebt sind bei meinen auch Nacktschnecken, die man z. B. unter auf Stein stehenden Pflanzgefäßen sammeln kann. Auch herumliegende Holzstücke sind oft sehr ergiebig.

Wachsmottenraupen entwickeln sich zu Puppen und dann zu Wachsmotten. Wenn die Raupen hungern (sie brauchen alte Bienenwaben oder Spezialfutterbrei) oder sich verpuppen wollen, wandern sie, dann beißen sie sich manchmal auch durch Heimchendosen durch. Zum Verpuppen fressen sie sich gerne in den Teppich, das Polstermöbel oder ein Kleidungsstück hinein. Richtig gehalten lassen sie sich aber ergiebig mit sehr wenig Aufwand und ohne Schäden an der Wohnung züchten. Wenn eines meiner Tiere keine Wachsmottenraupe mehr fressen will, ist es entweder sehr satt oder wirklich krank. Zuchtanleitung mit Futterrezept schicke ich Dir gerne.

Gruß, Klaus
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Beitragvon Gregor » 19.11.2004 - 08:19

Hi Klaus!

Wieso entschuldigst Du Dich für einen angeblich schlechten Tipp?
Bin froh, wenn ich Tipps und Hilfe bekomme. :)

Hab ich das richtig verstanden:
Du verfütterst Nacktschnecken?

Die Wachsmottenraupen bekam ich in einem komischen rostfarbenen Brei, wo sie drin herumkrabbeln. Habe die Motten samt Brei in ein Tupperwaregeschirr umgeschüttet (da sollten sie sich nicht durchbeißen können, oder?) und ihnen mal einige Brotkrümel reingegeben (ebenso bei den Mehlwürmern, die innerhalb kürzester Zeit alles verputzt haben).

Wie lange halten sich eigentlich Wachsmottenraupen in einem Tupperwaregefäß?

Btw.: Bin sehr an Deinem "Rezept" interessiert.

Gruß,
Gregor
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Beitragvon Klaus de Leuw » 19.11.2004 - 16:19

Hallo Gregor,

ja, Nacktschnecken, nicht oft, aber ab und an, wenn ich bei Arbeiten im Garten oder auf dem Balkon welche gefunden habe. Die meisten werden von meinen channa erbeutet, aber auch die Polypterus erhaschen welche.

Die Raupen mögen es luftig. In der Tupperdose kondensiert bei ihnen leicht Nässe und das Futter schimmelt und die Raupen verrecken. Brot fressen sie eher nicht.

Ich züchte die Kleine Wachsmotte seit Jahren wie folgt:
Zuchtkasten: Rahmen aus Dachlatten, Boden und Deckel aus Holz oder Pressspan, als Seitenwände Drahtfliegengaze dicht auf den Rahmen tackern. Vorne Glassschiebetüre: Glasscheibe mit zwei kräftigen Holzwinkeln rechts und links so eng fixieren, dass sie sich gerade noch nach oben schieben lässt und dabei so dicht wie möglich am Deckel vorbeiläuft. Sie sollte nicht wieder herunterrutschen. Im geschlossenen Zustand steht sie auf dem vorne überstehenden Boden raus. an den Deckel schraubst Du zwei Fassungen für Kerzenbirnen so an, dass die Kabel außen liegen (sonst besteht die Gefahr, dass die Raupen die Isolierung anfressen). Die schlaltest Du hintereinander, damit meine ich, von den zwei Adern des Kabels vom Stecker schließt du je eines an jede Fassung an, den jeweils zweiten Pol der beiden Fassungen verbindest du miteinander. (Eventuelle Schutzleiter schließt du ganz normal an. Natürlich solltest Du die Installation von einem erfahrenen Fachmann duchführen lassen, damit nix passiert.) Wenn du jatzt zwei gleichstarke Kerzenbirnen einschraubst (Wattzahl hängt von der Größe des Kasten und der Umgebungstemperatur ab, im Kasten sollen etwa 30 Grad erreicht werden), fließt der Strom erst durch die eine Birne, dann durch die andere und dann zur Steckdose zurück, die Birnen funzeln nur vor sich hin. Das soll so sein, denn sonst werden sie zu hell und zu heiß für die Motten. Außerdem halten die Birnen so trotz Dauerbetriebs (Tag und Nacht!) jahrelang. Der Kasten sollte so groß sein, dass zwei Schalen mit Futter (bei mir ausrangierte Tielkühldosen ohne Decken von etwa 20 cm x 10 cm und 7 cm hoch) bequem nebeneinander passen und die Birnen etwa eine Handbreit darüber hängen.

Das Futter: Mische Weizenkleie, Mehl und Magermilchpulver zu gleichen Teilen mit etwas Trockenhefe. Schüttel oder verrühre gleiche Teile flüssigen Honig und Glycerin vollständig. Nun verknete 4 Teile des Trockengemischs mit einem Teil der Honig-Glycerin-Mischung, so dass eine grobkrümelige, etwas klebrige Masse ensteht. Damit füllst Du nun eine der Schalen zu 2/3, darauf legst Du den kompletten Inhalt Deines Zuchtansatzes. Das Futter darf nicht eingepresst werden, sondern muss locker mit Hohlräumen liegen. Den Rest des Futters kannst Du einer dicht schließenden Tiefkühldose bei Raumtemperatur monatelang verwahren. Wenn das Futter im Zuchtkasten komplett durchsponnen ist, füllst Du die zweite Schale mit Futter und stellst sie daneben. Aus der ersten kannst Du Raupen zum Verfüttern entnehmen. Inzwischen sollten auch Motten vorhanden sein, die aus Puppen schlüpften, die in weißen Kokons ruhten. Das Entweichen von Motten bei der Entnahme zwar lästig, aber unproblematisch ist. Öffne die Glasschiebetüre immer nur so weit wie nötig (Daher nach oben zu schieben). Die Motten legen nun einer auf das neue Futter, manche Raupen wechseln auch. Wenn das Futter in der zweiten Schale durchsponnen ist, entnimmst du die erste Schale und räumst sie aus. Puppen in ihren Kokons legst Du auf die andere Schale, leere Kokons wirfst Du weg, die Raupen werden verfüttert. Du kannst auch den gesamten Inhalt auf die andere Schale geben. Die erste Schale stellst Du mit frischem Futter wieder in das Zuchtgefäß. So geht es monatelang oder jahrelang weiter. Mit der Zeit werden Kokons überall im Zuchtkasten gebaut, müssen aber nur entfernt werden, wenn sie stören.

Zeitaufwand: Gering, da Breizubereitung auf Vorrat möglich. Pflegeaufwand besteht fast nur aus Füttern und Absammeln zum Verfüttern.
Glycerin gibt es in der Apotheke, es ist teuer, aber ich kenne keinen glycerinfreien Brei, der bei mir überzeugend funktioniert hat. Magermilchpulver (nicht zu verwechseln mit Kaffeeweißer) gibt es im Reformhaus.

Probleme:
Zwei Käferarten fühlen sich ebenfalls wohl: Der Getreidekapuziner (bis 3 mm) kann aus Bäckereien einfliegen. Er stört die Zucht wohl nicht, kann aber Lebensmittelvorräte ungenießbar machen.
Der Buffalokäfer (aus dem Futtertierhandel, die Larven sehen aus wie kleine Mehlwürmer) vermehrt sich auch in Wachsmottenzuchten, stört aber eher nicht.

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Beitragvon Gregor » 19.11.2004 - 18:50

Hi Klaus!

Vielen Dank für Deine Anleitung.
Klint etwas kompliziert (ich tat mir schon schwer einen HMF zu bauen ;)), aber ich denke, dass es realisierbar ist.

Sind Nackschnecken nicht zu große für die Channas und Polys?

Ich hab vorher einen Mehlwurm genommen und ihn im Wasser zw. den Fingern herumgezwirbelt. Ging trotzdem nicht unter... Irgendwas mach ich anscheinend falsch. :(

Gruß,
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Beitragvon Klaus de Leuw » 19.11.2004 - 20:00

[quote="Gregor"]Hi Klaus!

Vielen Dank für Deine Anleitung.
Klint etwas kompliziert (ich tat mir schon schwer einen HMF zu bauen ;)), aber ich denke, dass es realisierbar ist.[/quote]

Es gibt bestimmt andere Bauweisen, wichtig ist nur:
Luftig.
30 Grad
Genügend dicht schließend. Junge Raupen passen zwar durch das Fliegengitter, wandern aber nur, wenn es akuten Futtermangel gibt. Begegnet Dir also eine verpuppungsreife Raupe, ist der Kasten zu undicht, begegnet Dir eine junge, haste das Füttern vergessen ;-)

[quote="Gregor"]Sind Nackschnecken nicht zu große für die Channas und Polys?[/quote]

Meine Channa gachua nehmen es mit fast allen Nacktschnecken auf, die Polypterus nehmen nur die kleinen (um 1 cm Länge)

[quote="Gregor"]Ich hab vorher einen Mehlwurm genommen und ihn im Wasser zw. den Fingern herumgezwirbelt. Ging trotzdem nicht unter... Irgendwas mach ich anscheinend falsch. :([/quote]

Der Darm muss voll sein und die Luft muss raus aus der Käferlarve.
Ich habe gerade mal etwas schwimmfähiges Futter hineingegeben (getrocknete Krebstiere und Insekten): Der ornatipinnis nahm brav das, was die anderen beim Kauen verloren, offenbar wird er/sie trotzdem satt.
Von Vitakraft gibt es Shrimp-Sticks, die mögen meine auch sehr gerne, und die gehen gnadenlos schnell unter ;-)

Gruß, Klaus
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