Polypterus Buch enttäuschend

Erpetoichthys, Polypterus und die Lungenfischgattungen aus Afrika, Australien und Südamerika

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Polypterus Buch enttäuschend

Beitragvon matsl » 04.08.2004 - 10:59

Hallo an alle Flösselfanatiker!

Habe mir gerade das lange erwartete Buch "Flösselhechte" von Frank Schäfer gekauft.
69,80 Euro sind ein stolzer Preis, aber den Angaben des Verlags glaubend (obwohl ich schon einmal mit dem Kugelfischebuch des selbigen Aqualog-Verlags eingefahren bin), nachdem es sich um DAS Standardwerk mit Bildern absolut aller Polypterusarten handelt, habe ich es bestellt.
Kurz und gut - ich kann es nicht empfehlen. Holprig geschrieben, schlecht recherchiert, schlechte Photos und teilweise falsche Angaben. Es lässt sich kein Lebenslauf vom Autor in dem Buch finden, den Texten nach dürfte es sich bei ihm aber nur um einen interessierten Laien handeln.
Viele wichtige Angaben fehlen, z.B. wird der bei vielen Importen vorkommende Befall der Tiere mit einem auf Polypteridae spezialisierten wurmartigen Hautparasiten mit keinem Wort erwähnt. Daran gehen jährlich hunderte, wenn nicht tausende importierte Tiere zugrunde. Die Tiere werden gewöhnlich mit herkömmlichen Parasitenmitteln behandelt, gegen welche diese Wurmart aber resistent ist. Es hilft einzig eine Behandlung mit einem Bandwurmmittel aus der Schweinezucht (Flubenol 5%). Die falsche Behandlung führt zum Totalausfall ganzer Importe. Dieses Buch hätte wenigstens einen Hinweis auf diese spezielle Krankheit bringen müssen.
Auf die massiven asiatischen Züchtungen mit den Hybridformen und "Schleierschwanzflösselhechten" wird nicht eingegangen.
Zur zugegeben teilweise schweren Unterscheidung der einzelnen Arten innerhalb der Gattung "Polypteridae" ist dem Autor nur das Zählen von Flossenstrahlen und Schuppen eingefallen, um gleich auch darauf hinzuweisen, dass diese auch innerhalb einzelner Arten so variieren, dass sich keine gültigen Rückschlüsse aus diesen Zahlen ziehen lassen!?
Die Größenangaben der Tiere sowie die Angaben zur der benötigten Beckengröße sind schlichtweg falsch (Beckengrößen sind viel zu klein angegeben). Flösselaale sollen laut Schäfer im Aquarium maximal 25 bis 30cm lang werden, größere Exemplare sind ihm nicht bekannt. Meine 5 Flösselaale, die ich seit mittlerweile 6 Jahren halte, haben alle mittlerweile eine länge zwischen 40 und 50cm erreicht. Erstaunlich, oder?
Zuguterletzt noch zu den Photos. Die Bilder sind teilweise von sehr schlechter Qualität und großteils nur von Jungtieren oder von getrockneten Präperaten. Bei einer kurzen Recherche im Internet findet man eine Vielzahl besserer Photos, auch von ausgewachsenen Tieren und es gibt mittlerweile auch hervorragende Unterwasseraufnahmen von Flösslhechten die direkt in ihrem natürlichen Lebensraum gemacht worden sind (z.B. auch im "Auqarium live", Ausgabe April/Mai 2004). So etwas hätte ich mir in einem "Standardwerk" eigentlich erwartet.

Grüße
Martin

EDIT: Ich muss nun fairer weise anmerken, dass mir das Buch mittlerweile bei der Artbestimmung meiner neuen Polypterus palmas sehr behilflich war. Die Unterscheidung und Beschreibung der geographische Herkunft der vielen sehr ähnlich aussehenden Arten (P.weeksii, P.polli, P.palmas, etc.) ist wirklich brauchbar.
Zuletzt geändert von matsl am 30.10.2004 - 15:09, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Bettina » 04.08.2004 - 12:05

Hi Martin!

Danke für deinen Bericht!
Dann werde ich mein Geld lieber für ein großes Becken sparen :D

Das von dem Parasiten ist sehr interessant und mir neu.
Allerdings habe ich einmal ein Bild eines Polypterus(ich glaube es war P.senegalus) gesehen, der über und über mit wurmartigen Parasiten besetzt war.(Leider weiß ich nicht mehr wo)

Woher hast du diese Informationen?
Ich würde mich freuen, wenn du einpaar Links nennen könntest, da ich auf der Suche im Netz noch nicht wirklich fündig geworden bin.

LG
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Beitragvon matsl » 04.08.2004 - 13:30

Hi Betti!

Diese Parasiten hatte ich mir selbst einmal ins Becken geholt, durch einen neu erworbenen P.senegalus. Binnen einer Woche waren alle meine 15 Flösselhechte- und aale befallen. Alle anderen Fische im Becken sind gesund geblieben.
Die Rettung kam dann von der Veterinärmedizin in Wien, die wussten eine Behandlung. Ich habe mittlerweile noch öfters befallene Tiere in den Zoofachgeschäften gesehen, aus diversen Internetforen weis ich, dass dieser Befall auch in Deutschland sehr häufig vorkommt und falsch behandelt immer zum Totalverlust der Tiere führt.

Also hier nochmal die Behandlung, falls einem von Euch das auch passiert:

Befallene Flösselhechte und Flösselaale werden im Becken gelassen und dort behandelt - nicht in ein Quaratänebecken setzen, sie werden wieder befallen, wenn sie ins verseuchte Becken zurückgesetzt werden! Schnecken raus!
Das Medikament heisst Flubenol 5%, ist ein Pulver welches gegen Schweine- und Hühnerbandwurm eingesetzt wird.
Pulver in der Apotheke abwiegen lassen: 200mg auf 100 Liter.
Einfach mit etwas Aquarienwasser anrühren und ab ins Becken.
Das Pulver wird 5 Tage im Becken gelassen, bis dahin sind alle Parasiten erledigt und fallen von den Tieren ab.
Danach großer Wasserwechsel und evtl. über Kohle filtern.
Das wars.
Parasiten und Medikament sind für alle anderen Fische ungefährlich.

Falls jemand so ein Medikament braucht, schickt mir ein Mail, ich habe eine Kilodose (gab es nicht kleiner...).

Cu
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Re: Polypterus Buch enttäuschend

Beitragvon Claus » 05.08.2004 - 11:34

Hallo Martin,

danke für deinen ausführlichen Bericht über das Buch.
Ich kenne weder das Buch, noch habe ich eine Ahnung von
diesen Fischen, aber du solltest Frank Schäfer nicht einen
Laien nennen. Er mag nicht der absolute Spezialist auf diesem
Gebiet sein, aber er ist sicher (sogar ganz sicher !) ein
sehr erfahrener Aquarianer, der sehr sehr viel Zeit mit
sehr sehr vielen Fischen verbringt.

Und ehrlich gesagt sollte man den Namen auch kennen.
Er ist sicherlich so bekannt wie Dr. Jürgen Schmidt oder
Hans-Georg Evers, um nur noch mal zwei andere zu nennen.

Gruß,

Claus
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Beitragvon matsl » 05.08.2004 - 20:39

Hallo Claus!
Ob Frank Schäfer ein Laie ist oder nicht kann ich nicht sagen, da sich - wie ich ja geschrieben habe - in dem Buch kein Curriculum befindet (was ehrlich gesagt etwas ungewöhnlich ist).
Die anderen von ihm verfassten Aqualog-Bände kenne ich nicht.
Sei mir nicht böse, aber ein erfahrener Aquarianer zu sein und viel Zeit mit seinen Fischen zu verbringen qualifiziert niemanden, ein ichthyologisches Standardwerk zu schreiben.
Ich hatte das gleiche Problem auch mir dem "Kugelfische"-Band, ebenfalls aus dem Aqualog Verlag. Das Buch wurde von einem Arzt (Klaus Ebert), der als Hobby Kugelfische hält, geschrieben. Und so liest es sich dann auch.
Ich akzeptiere einen engagierten Hobbyautor bei einem Buch wie "Mein Zergkrallenfrosch" (auch von Frank Schäfer) um 7,95 Euro, jedoch nicht bei einem 30 oder gar 70 Euro Band, der mit einem zehnsprachigen (!) Index und großem Tamtam auf den Markt geworfen wird. Da darf man sich schon etwas mehr erwarten.
Aqualog hat ja den großen Vorteil, mit seinen Büchern eine Marktlücke zu bedienen und mit den doch sehr speziellen Themen kaum eine Konkurrenz zu haben. Doch gelingt dem Verlag die Gratwanderung zwischen einem wissenschaftlich korrektem Standardwerk und einem für den Hobbyaquaristen interessanten Informationsband in diesen Beiden Fällen leider nicht.

Nix für ungut
Martin
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Beitragvon FReD » 06.08.2004 - 02:22

hi,

ich habe mal einen vortrag von frank schäfer gesehen, bei dem er wie ich meine auch gesagt hat, dass er biologie studiert hat, fachgebiet ichthyologie. er arbeitet, glaube ich, im moment bei einem großhändler und hat in den letzten 3 jahren fast seine gesammten aquarien der haltung von Polypterus verschrieben. ich kann mich noch an den satz erinnern: "ich hatte mir in den kopfge setzt die tiere im aquarium nachzuziehen" (oder so ähnlich :bounce: :bounce: ).

hoffe du bist jetzt schlauer :)
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Beitragvon matsl » 06.08.2004 - 06:57

Hi Fred,
die (wissenschaftliche) Kompetenz des Autors sei hiermit geklärt (wenn auch nur gerüchteweise), das macht das Buch nur leider auch nicht besser.
Der Autor scheint ja hier im Forum eine große Anhängerschaft zu haben.
Aber lasst uns lieber über Inhalte als über Sympathien diskutieren.
Ich betone noch einmal, die Crux liegt wahrscheinlich beim Verlag, der einerseits ein seriöses taxonomisches Werk mit einem für die breite Masse verkaufbaren Hobbyratgber verbinden will. Und das klappt bei diesem Buch nicht, ebenso wie bei dem "Kugelfische"-Band. Nicht Fisch und nicht Fleisch kommt da raus, wie man so sagt....
Wenn sich also jemand, der sich mit Flösselhechten auskennt (ich halte 7 verschiedene Arten seit über 10 Jahren und sie laichen regelmäßig ab) das Buch angesehen hat, haben wir eine Diskussionsbasis, der ich mich gerne stelle.

Cu
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Beitragvon Bettina » 06.08.2004 - 07:13

Hallo!

Auch ich kenne das Buch nicht, aber ich bin mir sicher, dass Martin Frank Schäfer nicht persönlich angreifen wollte.

Er hat uns hier eine gut argumentierte Einschätzung dieses Buches geliefert, die man nicht in den Schmutz ziehen sollte nur weil man vom Autor sehr viel hält.
Fakt ist - und das ist sehr glaubhaft dargestellt worden - dass das Buch bei weitem nicht das ist was es zu sein verspricht und es das Geld, dass es kostet und das ist nicht wenig, nicht wert ist.

Ich konnte Martin bereits persönlich kennenlernen und mich von seiner Kompetenz auf diesem Gebiet überzeugen - er ist sicher kein Mensch, der sich nur in den Vordergrund drängen will oder jemand anderen schlecht machen will!

Wie gesagt, es geht hier nicht um die persönliche Einschätzung und Beurteilung des Autors, sondern um dieses spezielle Werk, dass - wie hier scheint, eindeuting nicht gelungen ist.
Wie seine anderen Bücher sind, oder ob man ihn persönlich mag steht hier nicht zur Debatte.
Man sollte nur eines im Hinterkopf behalten, eine Erfahrung die ich in vielen Verschiedenen Gebieten gemacht habe, ist, dass nur weil jemand Bücher schreibt(das ist jetzt allgemein und nicht auch Frank Schäfer bezogen!) es noch lange nicht heißt, dass er sich auch wirklich gut mit dem auskennt worüber er schreibt.

LG
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Re: Polypterus Buch enttäuschend

Beitragvon Klaus de Leuw » 15.08.2004 - 14:43

[quote="matsl"]Er beschreibt den P.senegalus meridionalis nicht als eigene Art sondern als eine nicht belegte Standortvarietät. Da ich selbst P.senegalus sowie P.senegalus meridionalis halte, kann ich aber nur die bislang gültigen Angaben (fishbase.org) bestätigen, dass es sich um eine eigene Art handelt. Die Tiere unterscheiden sich deutlich so deutlich in Farbe, Größe und Wachstum, dass da eigentlich kein Zweifel bestehen sollte.[/quote]

Hallo Martin,

P. senegalus meridionalis ist dem Namen nach auch keine eigene Art, sondern eine Unterart von P. senegalus. Wäre sie eine Art, müsste sie P. meridionalis heißen. Um zwei Arten handelt es sich, wenn sie zusammen keine in beiden Geschlechtern fruchtbaren Nachkommen hervorbringen können. Da Du ja Laichabgaben beobachtest, liegt der Schlüssel zur Lösung der Frage in deiner Hand...
Übrigens müsten Deine kleineren Tiere dann auch korrekterweise einen dreiteiligen Namen besitzen, z. B. P. s. senegalensis, wenn es sich um die Nominatform handelt. Der erste, groß geschriebene Name benennt die Gattung, der zweite, klein geschriebene die Art und der dritte, ebenfalls klein geschriebene die Unterart.

Gruß, Klaus
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Beitragvon matsl » 15.08.2004 - 19:29

Hallo Klaus,

jaja, ich weis, ich bin mit meiner Kritik etwas über das Ziel hinaus geschossen und dabei auch nicht ganz Korrekt geblieben. Sorry!
Ich bin als Ethnologe ein Nicht-biologe und damit auch nur ein interessierter Laie, was diese Fische angeht. Ich weis jedoch, wie man ein wissenschaftlich korrektes Werk schreibt und kenne einen Großteil der zu den Polypteridaen verfassten Literatur.

Schäfer schreibt: "Es gibt also eine innerartliche Varianz bei Polypterus Senegalus, ob dies aber zur Aufstellung von Unterarten ausreicht, halte ich für sehr zweifelhaft. ..... Persönlich habe ich noch nie Exemplare beider Formen gesehen (P.s. und P.s.m.), die größer als 30cm gewesen wären, weder lebend, noch in Museen"
Meine persönliche Erfahrung widerspricht diesen beiden Aussagen(siehe Fotos meiner Tiere in meinem anderen Thread).

Zur Größe der Tiere: es ist noch nicht geklärt, wie alt Polypteridae werden. Aus diversen Schauaquarien weis man, dass sie offensichtlich über 30 Jahre alt werden können - nach oben offen. Nur ein Bruchteil aller Tiere erlebt in freier Wildbahn das biologisch mögliche Alter. Unsere heimischen Waller werden bis zu 3m lang, die sibirischen bis zu 4m. Doch wieviele Personen haben solche Exemplare wirklich gesehen, noch dazu in der heutigen Zeit?
Im einem berühmten österreichischen Kochbuch vom Ende des 19.Jhdts. ist noch von solchen Brummern sowie von 8m langen Hausen (Stör) in der Donau die Rede. Heute undenkbar, oder?
Ich habe mich also auch über die Größenangaben geärgert. Zu Erpetoichthys Calabaricus schreibt Schäffer: "Aquarienexemplare wachsen nie über 25-30cm hinaus." Ich habe 5 Flösselaale mit zwischen 40- und 50cm länge. Selbst großgezogen. Vielleicht kommt der Kümmerwuchs durch falsche Ernährung oder zu kleine Becken? Schäfer empfiehlt ein 120cm-Becken.

Ich habe mir von dem Buch wahrscheinlich zu viel erwartet, und war daher ziemlich enttäuscht.
Für mich hat sich einfach die Frage gestellt, für wen dieses Buch nun eigentlich gemacht sein soll. Für das Fachpublikum (Biologen) ist es eindeutig zu dürftig. Für den Hobby-Aquarianer, der sich über seine Pfleglinge eingehend informieren will, ist es auch nicht geeignet. Dazu ist der Allgemeine Haltungsteil zu kurz und unvollständig, die Unmengen an Bildern von getrockneten Präparaten sind für den Laien auch ohne jegliches Interesse.
Ich bin also der Meinung, dass das Fachpublikum ebenso wie der interessierte Laie mit einer umfassenden Internetrecherche mehr über Polypteridae erfahren kann, als aus diesem Buch.
Ich will hier auch niemanden von dem Kauf abraten. Man sollte das Buch nur durchblättern, bevor man es kauft. Das ist ein wohlgemeinter Rat. Ich als alter Internet-Buchbesteller habe das leider nicht gemacht.

Grüße
Martin
matsl
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Buchbesprechung in Fachzeitschrift

Beitragvon JOTTO » 15.08.2004 - 21:07

Hallo,

in der Zeitschrift "Aquaristik Fachmagazin & Aquarium heute" Nr.178 aus dem Tetra-Verlag vom August/September 2004 (die neueste Ausgabe) befindet sich eine Buchbesprechung vom Chefredakteur der Zeitung Dr.Hans-Joachim Herrmann.
Hier wird ein positives Urteil über das Buch abgegeben.

Ich gebe diese Information zur weiteren Diskussion an alle Fachkundigen weiter, selber kenne ich mich mit den Polypterus leider nicht aus.

Jürgen
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Beitragvon Klaus de Leuw » 15.08.2004 - 22:18

[quote="matsl"]
Schäfer schreibt: "[i]Es gibt also eine innerartliche Varianz bei Polypterus Senegalus, ob dies aber zur Aufstellung von Unterarten ausreicht, halte ich für sehr zweifelhaft. ..... Persönlich habe ich noch nie Exemplare beider Formen gesehen (P.s. und P.s.m.), die größer als 30cm gewesen wären, weder lebend, noch in Museen"[/i]
[/quote]

Hallo zusammen,

wenn Schäfer das so schreibt, outet er sich und seinen Lektor als blutigsten Laien:
1. senegalus groß: Offenbar haben sie keine Ahnung von biologischer Nomenklatur.
2. P.s. und P.s.m. sind nicht zwei Formen. Das eine ist der Überbegriff, nämlich die Art P.s., das andere eine von mindestens zwei Unterarten, nämlich P. s. m.
Ich vermutete ja bereits, dass mit P.s. eigentlich die Unterart P.s.s. gemeint ist.

Und zu der Aquarienzeitung aus dem Tetra-Verlag: Ich hbe mir sie sporadisch gekauft und war enttäuscht und erstaunt, wie wenig Inhalt (den man zudem schon Jahre vorher woanders las) in der bunten Aufmachung steckte.

Gruß, Klaus
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Beitragvon Walter » 31.08.2004 - 13:03

Hallo,
ich finde die Kritik an Frank Schäfer hier mehr als unangebracht.

Alleine schon die Aussage Unterscheidung der einzelnen Arten innerhalb der Gattung "Polypteridae" sagt genug über die fachliche Qualifikation des Posters aus. Wenn man nicht mal Gattung und Familie unterscheiden kann, soll man einen Diplombiologen vielleicht nicht kritisieren.

Lustigerweise ist dieser "Polypterus" Band aus dem Hause Aqualog nicht nur im "Aquaristik Fachmagazin", sondern sogar in anderen Fachzeitschriften äußerst positiv kritisiert worden (z.B. "Das Aquarium"). Wenn man weiß, wie gerne Bücher aus fremden Verlagen in derartigen Zeitschriften verrissen werden, hat das schon Einiges an Aussagekraft.

Und Frank Schäfer?
Diplombiologe, Fanat ;)
Arbeitet seit Jahren bei "Aquarium Glaser" als Chefbiologe, sieht wahrscheinlich täglich mehr exotische und seltene Fische, als wir in unserem ganzen Leben.
Er zeichnet für mehrere Aqualog Bände verantwortlich, man soll nicht immer alles nur auf den ersten "All L Numbers" Aqualog aus dem Jahre 95 reduzieren. Ich denke da an den neuen "Alle L Welse" oder den brandneuen "Alle C-Nummern".
Frank Schäfer hält viele viele Vorträge, ist auch Labyrinther Spezialist. Ich habe ihn persönlich kennen lernen dürfen (auf mehreren Datz Foren in Stuttgart), äußerst nett und unglaublich kompetent.
Auch seine Vorträge sind allererste Sahne.

Die Kritik hier in diesem Thread fällt wohl leider wieder mal unter die Rubrik "Sowas kann nur im Internet passieren..." :(
Gruß,
Walter
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Beitragvon matsl » 31.08.2004 - 14:35

Hallo Walter (allerneuest im Forum)

Ich habe nicht Schäfer kritisiert (den kenne ich nicht) sondern sein Buch "Flösselhechte". Ob er nett ist oder nicht steht hier nicht zur Diskussion und es ist mir ehrlich gesagt auch völlig egal.

Frage 1: Hast Du das Buch gelesen?
Frage 2: Hast Du Erfahrung mit Polypteridaen?
Frage 3: Hast Du den ganzen Thread gelesen oder nur mein erstes Posting?

Ich kenne weder Schäfer persönlich noch seine anderen Bücher. Ich nehme mir daher nicht heraus, irgendetwas über seine Vorträge oder seine anderen Publikationen zu schreiben.
Ich habe nur dieses eine Buch (Flösselhechte) gelesen und finde es persönlich als "Hobbyflösselhechthalter- und züchter" unbrauchbar.
Als Akademiker (wie bereits erwähnt, einer völlig anderen Studienrichtung) habe ich festgestellt, dass es nicht nur für mich als "Hobbyhalter" uninteressant ist, sondern dass es auch wissenschaftlich nicht korrekt geschrieben ist (kein curriculum, mangelhafte Literaturliste, nicht belegte und fehlerhafte Pauschalaussagen, usw.).

Ich habe auch niemanden abgeraten, das Buch zu kaufen. Nur ansehen sollte man es sich vorher, um festzustellen, on man z.B. im Internet nicht umfangreichere Informationen und besseres Bildmaterial finden kann.

Ich vertrete hier meine Meinung und stelle mich gerne einer konstruktiven Diskussion. Ich habe die Weisheit auch nicht mit dem Löffel gefressen.
Also nochmal: wenn Du das Buch gelesen hast und Dich mit Flösselhechten zumindest ein bisserl auskennst, lass uns über die Inhalte dieses Buches diskutieren.
Pauschalaussagen- und verteidigungen ohne inhaltliche, themenbezogene Argumente interessieren niemanden.

Gruß aus Wien
Martin
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Beitragvon Walter » 31.08.2004 - 15:34

Hallo Martin,
vergiß es, entschuldige...
War nur grad etwas auf "180", weil eben Deine Beurteilung des Buches in einem anderen Forum als (anscheinend unantastbares) Gegenargument gegen eben jenes Buch gelinkt worden ist. Auf die anderen, durchwegs positiven Beurteilungen, wurde nicht eingegangen...

Hab mich auch nur deshalb registriert und werde sonst nicht allzuviel hier im Forum posten, da Labyrinthfische nicht gerade mein Spezialgebiet sind.
Gruß,
Walter
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