Polypterus Buch enttäuschend

Erpetoichthys, Polypterus und die Lungenfischgattungen aus Afrika, Australien und Südamerika

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Beitragvon chk » 31.08.2004 - 15:41

Die Herren Wiener
Frank Schäfer ist Mitglied in der IGL.

MfG, chk
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Beitragvon Thomas.O » 01.09.2004 - 13:33

Hallo chk

@(Die Herren Wiener
Frank Schäfer ist Mitglied in der IGL.)

Und was heißt das bzw. hat es zu bedeuten??
Das das Buch gut sein muss oder die 70€ gerechtfertigt sind?

Gruß
Thomas

Ps. mein Vater ist Mitglied bei Schalke und kann trotzdem kein Fußball spielen.
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Beitragvon Bettina » 01.09.2004 - 14:57

Thomas.O hat geschrieben:Ps. mein Vater ist Mitglied bei Schalke und kann trotzdem kein Fußball spielen.


:lol: :lol: :lol: :lol: :lol:
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Beitragvon chk » 01.09.2004 - 22:08

Manche Teilnehmer des IGL-Forums merken nicht, dass Diskussionen im hauseigenen Forum erlaubt ist.
:P

chk
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Beitragvon frank schäfer » 18.01.2005 - 01:06

Hi,

ich muss zugeben, dass ich normalerweise nicht in Internetforen bin, ich habe daher die Debatte um mein Buch erst jetzt mitgekriegt - tschullischung.
Schade, wenn das Buch gerade Polypterus-Fans nicht gefällt. Dabei ist es doch das Einzige, das (soweit das überhaupt möglich ist) korrekte Namen zu den Polypteridae liefert und ich war seit Poll in den 1930er Jahren wohl auch der erste, der je alle Typen nachuntersucht hat, um eben genau zu den Namensfindungen zu kommen, die man dort nachliest. Und dann gelang es mir auch noch, herauszuarbeiten, dass es noch unbeschriebene Arten in der Gattung gibt und sie auch abzubilden. Ich muss zugeben, da bin ich schon etwas stolz drauf. Eine der Arten wurde zwischenzeitlich von Ralf Britz als Polypterus teugelsi beschrieben, die Beschreibung einer weiteren nehme ich grade gemeinsam mit Uli Schliewen vor. Ist das denn für Polypterus-Fans nichts?
Der Zweck des Buches ist, wie bei allen AQUALOGs, die Bestimmung eigener Fische anhand von möglichst vielen Bildern zu ermöglichen. Der einleitende Text hat dabei die Aufgabe, zu erläutern, wie und warum ich zu den jeweiligen Entscheidungen gelangte, sowie Besonderheiten zu schildern, die so ohne weiteres aus Fotos nicht ersichtlich sind. Die kurze Einweisung zur Pflege und Zucht wendet sich an den interessierten Laien, der noch nie Polypteriden gehalten hat, nicht an den Spezialisten; da ist der Klappentext vielleicht etwas arg blumig, aber was solls - klappern gehört zum Geschäft. Man kann natürlich höchst unterschiedlicher Auffassung bezüglich Beckengrößen sein. Was die Krankheiten angeht: ich habe Importerfahrungen mit mehreren tausend Polypteriden der unterschiedlichsten Arten. Außer den (im Buch angerissenen) Problemen bei frisch importierten Flösselaalen kenne ich von diesen Fischen als ernsthafte Erkrankungen nur Bakteriosen. Das Problem mit Hautwürmern ist mir unbekannt und sollte, wenn es denn auftritt, doch bereits beim Importeur von einem Tierarzt behandelt werden. Solche Spezialbeobachtungen gehören aber auch eher in Fachzeitschriften und nicht in ein Bestimmungs-Buch.
Ob jemandem mein Schreibstil gefällt oder nicht - nun ja, das ist Geschmacksache. Was mir nicht gefällt ist, wenn mir "keine Ahnung" unterstellt wird, wenn ich schreibe, dass ich diese oder jene Art nie größer als sowieso gesehen habe. Was soll das? Das ist doch eine simple Aussage; was ich mir alles angeguckt habe, ist bei der Aufzählung der Arten penibel aufgeführt. Immer nur abschreiben von anderen Autoren, deren Quellen oft genug nicht nachvollziehbar sind, halte ich für unseriöser. Für den aquaristischen Aspekt der Flössler ist doch auch viel wichtiger, wann die sexuelle Reife einsetzt, und nicht, wo der Angelrekord liegt. In dem Zusammenhang finde ich den Hinweis auf den Wels im Forum sehr richtig. Klar, die können theoretisch 3 m lang werden, nur werden sie das kaum jemals. Schließlich sollten wir nie vergessen, dass Fische zeitlebens wachsen und gerade unsere gemästen Aquarienbewohner werden oft genug erheblich größer, als ihre wildlebenden Vettern.
Was die Verlagswerbung angeht, so muss ich sagen, dass die stimmt. Mein Buch ist das einzige weltweit, das alle derzeit bekannten Arten der Polypteridae abbildet, inkl. der Fotos der Typen, die es ermöglichen, sich selbst eine Meinung zu bilden, ohne nach Paris, London, Wien und Tervueren zu fahren. Was, bitteschön, stimmt daran nicht? Der Preis ist mit rund 70 Eus für ein Aquarienbuch hoch, aber aufgrund der niedrigen Auflage, die ein solches Buch aus kommerzieller Sicht nur hat, eher billig. Wann hat einer von Euch zuletzt ein wissenschaftliches Buch gekauft, alles schön in sw, mit Strichzeichnungen statt Fotos? Die kosten richtig Asche.
Mein Lebenslauf: wen interessiert der? Was hat der mit dem Inhalt des Buches zu tun? IGLer kennen mich in der Regel, ich habe die Mitgliedsnummer 161, bin seit 1983 oder 84 (oder noch früher? Scheiß Vergesslichkeit) dabei. Ich bin Jahrgang 1964, habe den akademischen Grad eines Diplom-Biologen und arbeite als Chefredakteur beim AQUALOG Verlag. Bei einer der weltweit größten Zierfisch Import/Export-Firmen, Aquarium Glaser, bin ich darüber hinaus für die Bestimmung der Importe zuständig. Daraus entstanden übrigens die AQUALOGs, denn in der herkömmliche Aquarienliteratur kann von Vollständigkeit in der Darstellung der Arten kaum eine Rede sein, in der wissenschaftlichen in der Regel ebensowenig, jedenfalls nicht in dem notwendig breiten Rahmen.
Übrigens: auf Eberts Kugelfisch-Buch lasse ich nichts kommen. Der einzige wirkliche Fehler darin ist auf meinem Mist gewachsen (eine Bildunterschrift, verfasst zu später Nachtstunde, bei der aus den Hautkämmen von Carinotetraodon Knochenkämme wurden - mea culpa, mea maxima culpa). Ob Laie oder Fachmann ist ja wohl mal völlig egal, es gibt wohl wenige Menschen auf diesem Planeten, die sich so intensiv mit der Pflege von Süßwasserkugelfischen befasst haben, wie Klaus Ebert. Und die Artbestimmungen wurden erstmals in der aquaristischen Literatur exakt vorgenommen, sind auf dem neuesten Stand der wissenschaftlichen Forschung und eine Menge der Arten wurde überhaupt erstmals in der aquaristischen Literatur vorgestellt.
So, und jetzt noch eine Bitte: Was sind das für riesenhafte "meridionalis", die Du da hast, Martin? Wo sind die her? Da will ich was drüber wissen! Die meridionalis in Tervueren sind ganz stinknormale senegalus (ich beherrsche die Groß- und Kleinschreibung im Prinzip, bitte nicht aufgrund falsch geschriebener Textzitate (im Original ist alles korrekt) auf meine Doofheit schließen und da ich ja Unterarten bei P. senegalus für unangebracht halte, muss der Name auch nicht als Trinomen in der Nominatform geschrieben werden). Und ich wüsste gerne mal was über schleierflossige Zuchtformen. Wo gibts die, wo ist darüber publiziert? Wie kommts, dass ich weder auf der Interzoo, noch auf der Aquarama, noch bei den größten Züchtereien in Singapur, Thailand, Sri Lanka, Indonesien , Hongkong und China noch in den japanischen Hochglanzmagazinen je von sowas Wind bekommen habe? Ich gebe ja zu, dass mich die Wildformen mehr interessieren, aber so allgemeines Wissensgut scheinen mir diese Zuchtformen nicht zu sein.

Viele Grüße

Frank
frank schäfer
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Beitragvon Bettina » 18.01.2005 - 07:58

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Beitragvon frank schäfer » 18.01.2005 - 08:32

Danke!

Wahnsinn, gibt mir jemand Bescheid, wenn sowas mal irgendwo angeboten wird oder hat jemand ein brauchbares, druckfähiges Foto? Man muss ja nicht alles selbst haben und um die Identität (senegalus) gibts ja keinerlei Zweifel.

Frank
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Beitragvon Bettina » 18.01.2005 - 08:40

Hallo!

Von Österreich weiß ich nichts, dass die schonmal angeboten wurden - zum Glück, von Deutschland kann ich nichts sagen.
Mir reichen schon diese Short Body Abinos, die sie jetzt bei uns zu verkaufen beginnen :evil:

LG
Betti
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Beitragvon matsl » 18.01.2005 - 11:17

Hallo Frank,

ich habe mich ja mittlerweile ein wenig mit Deinem Buch angefreundet und habe dass auch mittels einer Editierung gleich bei meinem ersten Posting vermerkt. Einige meiner Kritikpunkte halte ich jedoch aufrecht.

Dass Dir das Problem mit den Hautwürmern immer noch unbekannt ist, erstaunt mich sehr. Bei uns in Österreich sind regelmäßig ganze Lieferungen von Polypteriden betroffen, in Deutschland ist es ähnlich - wie ich aus diversen Foren weis. Die Parasiten heißen "Macrogyrodactylus Polypteri, MALMBERG, 1957 (Monogenea: Gyrodactylidae)", es gibt Literatur darüber (kann dir gerne was mailen). Natürlich sollten die befallenen Tiere theoretisch schon beim Importeur behandelt werden. Da dieser Parasit aber dort offensichtlich unbekannt ist (Du arbeitest ja selbst bei Aquarium Glaser) und die Tiere nicht auf Befall untersucht werden, kommen sie so in den Handel. Die Behandlung ist - wenn man weis wie - nicht besonders schwer. Die falsche Behandlung mit herkömmlichen Parasitenmitteln führt zu einem 100% Verlust der Tiere.
Ich hatte Glück und konnte meine durch einen Neubesatz angesteckten Tiere retten, da die Vererinärmedizinische Uni hier in Wien den Parasiten sowie die Behandlungsmethode kannte.
Ich habe binnen einem Jahr 5x das Medikament an diverse verzweifelte Forenmitglieder in Deutschland geschickt (da Flubenol 5% nur in großen Gebinden abgegeben wird, habe ich sehr viel davon), also denke ich, dass diese Krankheit wirklich ein erwähnenswert großes Problem darstellt.

Die zu erwartende Endgröße eines Fisches ist eines der wichtigsten Themen für einen Aquarianer. Daran hängt die Frage, ob ich den ausgesuchten Pflegling über viele Jahre eine artgerechte Lebensweise in einem entsprechend großen Becken zur Verfügung stellen kann.
Es geht dabei keineswegs um einen "Anglerrekord" wie du das nennst.
Deine Größenangaben haben mich teilweise erstaunt, da sich meine Erfahrungen da ziemlich unterscheiden. Und eine artgerechte Beckengröße ist auch keine persönliche Ansichtssache, sondern lässt sich mit Erfahrung schon genau definieren. Schwimmfreudige und groß werdende Fische wie etwa Erpetoichthys calabaricus brauchen langfristig ein Becken mit mindestens 150cm länge, um sich noch einigermaßen rühren zu können.

Bezüglich der P.s.meridionalis: ich habe zwei Tiere bei einem Händler erworben (Herkunftsgebiet war ihm unbekannt), die sich durch Körperform und -größe deutlich von meinen anderen P.senegalus unterscheiden.
Ich bin davon ausgegangen, dass es sich dabei nur um P.s.meridionalis handeln kann. Mittlerwiele war ein befreundeter Ichthyologe bei mir. Der meinte, es kann sich bei den Tieren auch um eine Standortvariation handeln. Bilder vom Weibchen habe ich hier einmal gepostet: http://www.igl-home.de/forum/phpBB2/viewtopic.php?t=890.
Gerne schicke ich Dir auch bessere Aufnahmen der Tiere.

Deine Frage zun den Schleierschwanzformen hat Dir ja Betti schon beantwortet, danke ;-).

Noch eine Frage - warum hast Du in dem Buch kein Bild von dem ungewöhnlichen Atmungsorganen der Fische aufgenommen? Das ist ja einer der interessantesten Phänomene bei Polypteriden, wodurch sie sich auch ganz deutlich von anderen Fischen unterscheiden!?

Ich habe mich sehr gefreut, dass Du auf mein doch sehr kritisches Posting geantwortet hast. Grundsätzlich bin ich dir sehr dankbar, dass du dich dieses für mich so spannenden Themas angenommen hast und wie bereits erwähnt hat mir dein Buch auch schon gute Dienste bei der Bestimmung meiner Neuerwerbungen geleistet.

Viele Grüße
Martin
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Beitragvon chk » 18.01.2005 - 13:55

Die Dame und Herren,
ich freue mich als Webmaster, dass das Forum mit solchen, wenn auch teils scharfkantigen Diskussionsbeiträgen, der "virtuellen Unterwassserwelt" doch einiges zu bieten hat.

Danke Euch: :bier:

@Frank
Der Herr, man munkelt, Du seist an einem Channa Aqualog, stimmt das? O- O-

LG, chk
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Beitragvon frank schäfer » 18.01.2005 - 14:44

Hallo Martin,

schön, dass Du Dich meldest. Also: das Problem mit den Saugwürmern ist mir wirklich unbekannt, ich habe immerhin 16 Arten selbst über längere Zeiträume (mehr als drei Jahre) gepflegt, ohne dass es Probleme damit gab. Ich will aber natürlich nicht ausschließen, dass dieses Problem bei Aquarium Glaser deshalb nicht auftritt, weil sich Aq. Glaser den Luxus leistet, einen eigenen Tierarzt zu beschäftigen (Markus Biffar) und der das Problem vielleicht kennt und bereits im Vorfeld, also während der Quarantäne nach dem Import und bevor ich die Tiere mit nach Hause nahm, löst. Ich frag ihn die Tage mal.
Eine solche Geschichte ist doch unbedingt was für den Makropoden, oder ein beliebiges anderes Magazin. Warum wird das nicht publiziert? Foren und weiteres Internet sind ja ganz schön und gut, aber es steht halt auch eine unglaubliche Menge hahnebüchenen Unsinns drin (vorliegendes Forum ausgenommen, gelle?). Ich gestehe frei und offen, dass jemand wie ich, der berufsbedingt rund 50 Stunden in der Woche mit texten und redigieren am PC verbringt, in seiner Freitzeit den Teufel tut, auch noch im Netz zu surfen, wo ein großer Teil der Informationen, die man findet, entweder unbelegt und damit unzitierbar oder einfach falsch sind. Da pflege ich lieber Fische und guck denen zu und der Wasserwechsel macht sich bei einem wie mir, der über 30 Aquarien und 10 Terrarien im Dauerbetrieb hat, auch nicht von allein.
Nochmal zur Endgröße: ich habe ja die in der Literatur angegebenen Endgrößen der Fische durchaus vermerkt, so auch bei senegalus mit 70 cm. Dass ich meine Zweifel habe, ob die so groß werden, darf ich doch äußern, oder? Ich habe ausdrücklich gesagt, dass die Formen aus dem endlicherii/bichir-Artenkreis über 70 cm groß werden. Welche Aquariengröße dann notwendig ist, wenn man die Tiere bis zum Tod an Altersschwäche pflegen will, kann doch jeder Aquarianer selbst abschätzen, oder (empfohlene Beckengröße in den Bildunterschriften: XL, ab 200 bis 400 cm Kantenlänge bei 400-3000 Litern Inhalt)? Nichtsdestotrotz kann man auch diese Arten bei vorübergehendem Interesse in einem 2-m-Becken züchten, denn die sexuelle Reife setzt bereits bei rund 40 cm Länge ein und dann langt bei diesen sehr ruhigen Fischen m.E. ein derartiges Aquarium.
Andere Endgrößen: wo soll man die denn hernehmen? Auch, wenn man publiziert? Es gibt immer zwei Möglichkeiten: die Literatur zitieren (habe ich gemacht) und darstellen, was man selbst gesehen hat (habe ich auch gemacht). Wo ist Möglichkeit drei? Und schon sind wir beim nächsten Aufsatz, den Du für den Makropoden schreiben kannst: Deine persönlichen Erfahrungen bezüglich des Größenwachstums und Platzbedarfs bei Polypteriden. Was nicht publiziert ist, existiert nicht für die wissenschaftliche Welt, denk dran; und Dinge im Internet gelten (aus guten Gründen!) als nicht publiziert! Jörg würde sich sicher alle Finger nach Deinen Aufsätzen lecken. Wo sind Deine Zuchterfahrungen publiziert? Wie stellt sich bei den von Dir gezüchteten Fischen die Außenkiemenreduktion dar? Wie ist die Dauer der Eientwicklung? Hast Du Serien der von Dir gezüchten Fische für weitergehende Untersuchungen in verschiedenen Entwicklungsstadien konserviert?

Zur konkreten Frage wegen fehlender Darstellung des Atmungsapparates (oder auch anderer anatomischer/morphologischer Besonderheiten): An diesen Themen arbeiten berufenere Menschen als ich, konkret Ralf Britz und Peter Bartsch; ich bin halt doch primär Taxonom und meine Beiträge zu diesen Themen wären im Wesentlichen abgeschriebene Zusammenfassungen des bislang dazu publizierten. Da warten wir doch lieber noch ein bischen ab, bis originäres mit echten Forschungsergebnissen publiziert wird, oder?

Das Thema meridionalis soll auch nochmal kurz aufgegriffen werden: Die Typen geben wirklich keine Unterscheidungskriterien zu den hinlänglich bekannten senegalus aus Nigeria und Guinea her. Es gibt ganz sicher Unterschiede bei einzelnen Populationen bezüglich des Größenwachstums und auch bei Details in der Farbe. Ich habe die mit der Population aus dem Ogun-Staat belegt. Meine zwei Männchen leben immer noch und sind derzeit (nach 2,5 Jahren) nicht über 15 cm hinausgewachsen, dafür aber vergleichsweise aggressiv (klein und giftig, wie man so sagt). Im gleichen Becken (140 x 60 cm Bodenfläche) sind sp. aff. bichir innerhalb von 8 Monaten von ca. 15 auf über 35 cm herangewachsen, nicht dass Du wieder ins spekulieren über meine verschrobenen Ansichten über notwendige Beckengrößen kommst ;-)). Ich mache mit Uli Schliewen zusammen eine DNA-Analyse aller Polypteriden, vielleicht könntest Du ein paar Flossenstückchen Deiner "Riesenviecher" opfern, damit wir die mitangucken? Wächst ja wieder nach. Alk kann ich Dir schicken. Dann wüsste man vielleicht mehr, obwohl sich Deine Fische ohne Fundort für taxonomische Zwecke leider kaum eignen. An guten Fotos bin ich sehr interessiert, bringe ich auch gerne ggf. als Ergänzungsbilder zum Aqualog (ginge allerdings frühestens 2006). Wenn Du ein Pärchen hast: züchte die doch mal parallel zu "normalen" senegalus (auf Deinem Bild bemühen sich ja Zwerge um ein Goliathweib), mache eine vergleichende Aufzucht und dann ab mit dem Bericht zu Jörg! Ein paar Jungtiere tät ich auch nehmen........

Viele Grüße

Frank
frank schäfer
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Beitragvon frank schäfer » 18.01.2005 - 14:52

Eieiei,

da kommt ja mit Antworten gar nicht nach:

Lieber Christian,

leider ist ja der Aqualog all Labyrinths bezüglich der Channoidea hoffnungslos veraltet (wenngleich zum Zeitpunkt des Druckes natürlich nicht). Leider haben wir noch zuviel davon liegen, um eine Neuauflage machen zu können. Tatsächlich plane ich deshalb ein sogenanntes Extra als Update, die Serie kostet End-VK um 10 Eus. Noch muss ich aber meinen Boss und Geldgeber davon überzeugen, dass das nicht eine kommerzielle Katastrophe gibt und kann deswegen und auch, weil ich auf jeden Fall die Publikation der Phylogenie durch Ralf, Lukas und meine Wenigkeit abwarten will, noch keinen Drucktermin angeben. Aber: Fotografiert alle fleissig, Bildmaterial aller Arten in verschiedenen Alters- und Stimmungsstadien braucht die Welt!


Viele Grüße

Frank
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Beitragvon Richi » 18.01.2005 - 15:19

Hallo!

Da muss ich mich jetzt kurz einschalten, denn da juckt mich etwas ganz gewaltig.
Ohne auf den eigentlichen Inhalt dieser Diskussion eingehen zu wollen (weil ich mich mit Polypteren eigentlich nur sehr wenig auskenne und mich auch so gut wie nicht damit beschäftige) muss ich doch ganz deutlich dagegen protestieren, dass das Internet als Informationsquelle hier so runterputzt wird.
Ich beschäftige mich lange genug mit vielen zoologischen und veterinärmedizinischen Dingen um guten Gewissens behaupten zu können, dass man im Internet zu 90% mehr und BESSERE, AKTUELLERE Informationen zu diversen Sektoren dieser Thematik findet, als in einem Großteil der Fachliteratur, die meist schon überaltet ist, bevor sie überhaupt gedruckt wird.
Ganz abgesehen davon, dass sich über das Internet sehr viele Kontakte zu wirklichen Assen ihrer Gebiete ergeben, die einem weitaus mehr helfen können als jedes Buch (was nicht bedeuten soll, dass ich keinen Wert auf Literatur lege, ganz im Gegenteil).

Und wenn ich höflichst darauf hinweisen darf - etwas Internetrecherche hätte diesen Thread hier durchaus überflüssig machen können ;) - denn das Parasitenproblem und das Vorhandensein von Senegalus-Mutanten sind nicht einmal mir, der ich wahrlich kein Polypterus-As bin, verborgen geblieben. :D

LG,
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Beitragvon chk » 18.01.2005 - 15:37

Und wenn ich höflichst darauf hinweisen darf - etwas Internetrecherche hätte diesen Thread hier durchaus überflüssig machen können - denn das Parasitenproblem und das Vorhandensein von Senegalus-Mutanten sind nicht einmal mir, der ich wahrlich kein Polypterus-As bin, verborgen geblieben.


Hä?!
:-? :-?

Richi, Du bist doch sonst nicht so verklausuliert :roll:
Bitte um Klarstellung.
Danke, chk
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Beitragvon Richi » 18.01.2005 - 15:47

Hi Christian - gar kein Problem, ich bin sowieso nicht begabt was das "durch-die-Blume"-Gehabe angeht *lol*.

Ganz einfach und ohne es böse zu meinen: Hätte sich der werte Herr Schäfer dazu durchringen können, VOR der Publikation seines Buches etwas im Internet zu recherchieren (was ich übrigens in der heutigen Zeit für selbstverständlich annehme), hätten sich viele Kritikpunkte an dem Buch, die ja nun u.a. in diesem Thread zur Sprache kommen erübrigen können.

Der gerade laufende Informationsaustausch zwischen Frank und Martin wäre ja par exempel durchaus etwas, was sich in dem Polypteren-Aqualog sehr gut machen würde, oder?

Und genau deshalb stößt mir die Kritik am Medium Internet gerade in diesem Bezug doch sehr sauer auf :wink: .

LG,
Ric
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