Überflüssiges

Fragen und Anregungen zum Thema Technik

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Überflüssiges

Beitragvon Charlyroßmann » 24.02.2010 - 19:19

Hallo!
Ich will hier mal wieder einen neuen Thread aufmachen.
Die Idee ist mir bei meinem letzten Besuch bei Kölle-Zoo gekommen, wo mir mal wieder aufgefallen ist, wie groß doch eigentlich die Zubehör-Abteilung ist und was für einen großen Bogen ich darum mache.
Um es mal mit Diogenes zu sagen: Wie schön ist doch diese Welt, so viele Dinge, die ich nicht brauche!
Interessehalber habe ich mich mal mit Wasseraufbereitern beschäftigt, das heißt, ich habe die Packungsbeilage gelesen unter besonderer Berücksichtigung der Inhaltsstoffe.
Und was da alles drin ist, jede Menge belang- und wirkungsloses Zeug, Zeug das einfach nur mit "Schleimhautschutz" bezeichnet wird, was immer sich dahinter verbirgt, und die Krönung: Aloe vera, das Placebo des Jahrzehnts!
Nachdem das Zeug ja nun überall drin ist, war es abzusehen, daß es auch in Wasseraufbereitern auftaucht.
Was mich nur wundert, ist, daß es Leute gibt, die den Kram kaufen.
Ich muß zugeben, daß ich in dreißig Jahren Aquaristik noch nie einen Wasseraufbereiter benutzt habe, obwohl mein Leitungswasser manchmal ordentlich nach Chlor stinkt. Ich lasse es einfach durch die Spardüse am Wasserhahn laufen. Dann ist das Chlor weg.
Und überhaupt wird ja belastetes Aquarienwasser nicht besser, indem man noch mehr Zeug reinkippt.
Man sieht das gelegentlich bei der Blätterfraktion, egal ob Seemandel, Eiche, Buche, Platane, wo die Fische vor lauter gelöstem organischem Material braune Flecken kriegen.
Und gelöstes organisches Material verbraucht Sauerstoff, egal ob es sich um Zucker, gelöste Proteine, Huminstoffe oder Aloe vera handelt.
Ich unterstelle also den meisten Wasseraufbereitern, daß sie das Wasser unterm Strich "verschlimmbessern".
Ich mache also in der Zubehörabteilung der Zooläden einen besonders großen Bogen um die Wasseraufbereiter.
Ich bin nämlich der Meinung, daß die nur einem was bringen, nämlich dem Hersteller.
So, und jetzt wüßte ich gerne, wer noch welche Dinge im aquaristischen Markt für überflüssig bis zur Abzocke hält.
Charly
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Beitragvon Cartman » 24.02.2010 - 19:59

Hallo

Nano Cubes...für mich wird es immer ein Rätsel bleiben wie man für 20-30l Cube von bestimmten Herstellern teilweise hohe dreistellige Beträge ausgeben kann...außerdem das ganze Sinnlose Zubehör was dem Trend folgt..Nano Filter,Nano Heizstäbe,Nano Bücher (Erschreckend anscheinend kann Heutzutage jeder ein Buch schreiben),Nano Fische,Nano Dünger,Nano Sand ....

Außerdem die ganzen Aqua Soils die man ja unbedingt braucht da ja ohne nix mehr wächst...

Und vor allem das :

http://www.coralsands.de/index.php?cat= ... asser.html

Anscheind gibt es genug Leute die das Kaufen...

Gruss Tom
Cartman
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Beitragvon Thomas P. » 24.02.2010 - 21:15

Ein Wasseraufbereiter, sofern man HS 1500 als solchen bezeichnen darf, scheint tatsächlich etwas zu bringen:

HEIDRICH, S. (2005): Prophylaktischer und therapeutischer Einsatz von Braunkohle-Huminstoffen in der Nutz- und Zierfischzucht. Inaugural-Dissertation an der Veterinärmedizinische Fakultät, Universität Leipzig. (http://deposit.d-nb.de/cgi-bin/dokserv?idn=976008106&dok_var=d1&dok_ext=pdf&filename=976008106.pdf)
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Beitragvon marcus aus B. » 25.02.2010 - 15:13

Hallo,

erst dacht ich, ganz schön überflüssig so ein Thema. Lasst die Leute doch Wasseraufbereiter und teuren Sand kaufen.

Aber Heute habe ich was gesehen, was ja wohl den Vogel abschießt. Die Firma ZooMxx verkauft schwimmende Spiegel für Kampffische als "floating betta exercise mirror" und dazu gibt es noch das "Floating Betta Log" "im Naturlook" für den Betta zum Schlafen und wenn der Betta sich am Mirror ausgepauert hat kann er sich auf dem "Betta Bed leaf Hammock" ausruhen.

Wer kauft so ein Schei...?
Ich würde mal sagen, dass ist ordentliche Ressourcen Verschwendung.

Wer kann das noch toppen?

Schöne Grüße
Marcus
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Wasseraufbereiter

Beitragvon feli » 26.02.2010 - 06:42

Ich habe auch nie Wasseraufbereiter benutzt - bis ich umgezogen bin und mir beim ersten Wasserwechsel eine Menge Fische gestorben sind. Scheinbar haben wir hier mehr Kupfer in den Leitungen. Seitdem ich das Wasser vorher länger laufen lassen lasse und dann Wasseraufbereiter benutze, habe ich diese Problem nicht mehr.

So unnütz ist das Zeug also nicht.

Aber über die Werbung auf der Rückseite der neuesten Amazonas für Betta Produkte habe ich auch nicht schlecht gestaunt... :o
feli
 

Re: Überflüssiges

Beitragvon K. de Leuw » 26.02.2010 - 18:02

Hallo zusammen!

Charlyroßmann hat geschrieben:Ich unterstelle also den meisten Wasseraufbereitern, daß sie das Wasser unterm Strich "verschlimmbessern".
Ich mache also in der Zubehörabteilung der Zooläden einen besonders großen Bogen um die Wasseraufbereiter.
Ich bin nämlich der Meinung, daß die nur einem was bringen, nämlich dem Hersteller.


Da die Wasseraufbereiter zudem in der Regen Chelatoren (z.B. EDTA) enthalten, können sie sogar schaden, wenn diese Chelatoren Spurenelemente binden und so unseren Fischen vorenthalten. In Weichwasser kann das möglicherweise sogar Calcium- und Magnesiumionen betreffen und zu Misserfolgen bei der Aufzucht führen. Chelatoren sind übrigens auch in vielen Flüssigdüngern, um die Eisenionen länger pflanzenverfügbar zu machen.
Damit sind wir beim Thema: Flüssigdünger sind für viele, vielleicht die meisten Becken überflüssig, ich verwende seit Jahren nur Tonkugeln oder Düngetabletten, wenn meine Wasserkelche und Schwertpflanzen Problemchen bekommen, ansonsten nur "Fischkot" und Leitungswasser (20 mg/l Nitrat).
Oftmals wird ja auch eine Kohlendioxiddüngung als unverzichtbar dargestellt, hier geben die Leute oft auch vile mehr Geld aus, als sie müssten, um ihr Ziel zu erreichen.

Als Bodengrund verwende ich seit Jahrzehnten nur Spielkastensand, der ist preiswert und da ist der Düngelehm schon drin.

Thomas, was ist denn HS 1500? Die Suchmaschine spuckt Haarschneidemaschinen aus, aber das kann es ja wohl nicht sein. Dass Huminstoffe bakteriostatisch oder sogar antibakteriell sind, wissen wir ja nicht erst seit des Booms von Seemandelbuamblättern. Übrigens habe ich für offenbar rückenversteifte Aquarianer schon Schwarzerlenzapfen und Blätter heimischer Laubbäume in Handel gesehen, anstatt die Erlenzapfen zu kaufen, habe ich dann direkt neben dem Zooladen welche aufgesammelt.

Feli, die allermeisten Fische vertragen Kupferionen in deutlich höheren Konzentrationen als sie beim Durchfließen durch neue (nicht verkalkte) Wasserleitungen entstehen können. Insofern glaube ich nicht, dass Kupferionen die Todesursache waren (ich glaube eher an einen Tod durch opportunistische Erreger in Folge des Umzugsstresses), es sei denn, das Leitungswasser hat wochenlang in neuen Kupferrohren gestanden. Das Wasser vorher so lange laufen zu lassen, bis in allen neuen Rohren frisches Wasser enthalten ist, reicht normalerweise. Nach ein paar Monaten ist auch das nicht mehr nötig. Chlor wird bei uns kaum noch zugesetzt, nicht einmal die früher manchmal erfolgende Stoßchlorung zur Desinfektion der Leitungen habe ich in den letzten Jahren mehr erlebt. Da das aber natürlich werktags erfolgte, war Wasserwechsel am Wochenende kein Problem.

Überflüssig finde ich auch Motorinnenfilter mit niedlichen 1,25 l Volumen und vier verschiedenen Filtermedien: Vorfilter, Aktivkohle, bakterielle Nitratentfernung, Biologische Filterstufe. Kennt jemand von Euch Bakterien, die in sauerstoffreichem Milieu nennenswert Nitrat entfernen oder solche, die unter Abwesenheit von Sauerstoff Fischausscheidungen umbauen? In der Gebrauchsanweisung steht übrigens genau, nach wie vielen Wochen die Medien auszuwaschen oder wegzuwerfen sind. Wenn ich da an meine fast pflegefreien Mattenfilter denke...

Geradezu gefährlich sind Komplettsets von gut 100 l Bruttoinhalt mit Regelheizern von 100 W Leistung, wenn die dann in normalen Wohnräumen und nicht im Iglu stehen. Meine Heizer sind bisher entweder an Glasbruch oder an Reglerdefekt gestorben, passiert letzteres bei 100 W in 90 l oder weniger Wasser, kann man gleich Brühwürfel kaufen, um der Fischsuppe Geschmack zu geben.

Überflüssig sind auch die vielen umetikettierten Leuchtmittel, die es in gleicher Qualität im Elektromarkt für oft einen Bruchteil des Preises gibt. Mit Umetikettieren meine ich, dass z.B. Leuchtstoffröhren handelsüblicher Lichtfarben großer Hersteller mit den Namen von Aquaristikfirmen bedruckt werden.

Und am schlimmsten finde ich die vielen Plastikteile mit oder ohne Luftpumpenanschluss, die aus dem Aquarium ein Kinderzimmer machen und die ich schon als Kind nicht mochte. Ganz nahe dran sind auch die Spielzeuge auf der Rückseite der Amazonas: Der Spiegel wird den Aquarianer schnell enttäuschen, weil auch Fische schnell merken, dass es nicht lohnt sein Spiegelbild anzudrohen, die meisten Arten (auch der Schleierkampffisch, den ich als Teenager hatte) reagiere in der Regel gar nicht oder kaum darauf. Das schwimmende Stämmchen ist ganz nützlich, gerade in der Schlangenkopffhaltung, es wird aber in hübscherer Form bereits seit Jahrzehnten aus Spanien importiert und stammt von der Korkeiche. Zu der Hängematte äußere ich mich jetzt nicht.

Gruß, Klaus
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Re: Überflüssiges

Beitragvon Thomas P. » 26.02.2010 - 22:38

Servus Klaus!

K. de Leuw hat geschrieben:Thomas, was ist denn HS 1500?

Ein niedermolekularer biosynthetischer Huminstoff, der als Dupla Cur im Handel erhältlich ist.
Details findest Du eben dort:

Ich kann jedoch bei meinen Fischen keinen signifikanten Unterschied zu Blättern&Co. feststellen, wobei auch reines Osmosewasser keinen Unterschied macht ...
Ich habe diesbezüglich undankbare Arten.

Liebe Grüße,
Thomas P.
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Beitragvon freaky_fish » 27.02.2010 - 14:18

In den USA gibt es richtig überflüssige Sachen für betta...einfach mal googeln. Daher kommt bestimmt auch dieser Klasse Trainingsspiegel und das ganze Gedöns...davon hab ich ebenfalls schon eine Werbung in Deutschland gesehen.
Unter anderem kann man auch betta-Wasser in Kanistern kaufen. :P Damit die Verblödung weiter zunimmt und man sich ja nicht mit dem Element Wasser beschäftigen musss... :???:

Erlenzäpfchen und einheimische Blätter find ich ebenfalls sehr schräg...aber bitte, wer dafür so viel Geld ausgeben möchte, soll das tun.

Viele Grüße
Verena
Der wahrhaft Ethische nimmt sich die Zeit, einem Insekt, das in einen Tümpel gefallen ist, ein Blatt oder einen Halm zur Rettung hinzuhalten. Und er fürchtet sich nicht, als sentimental belächelt zu werden.

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Beitragvon K. de Leuw » 27.02.2010 - 17:36

Hallo zusammen,

in der aktuellen Amazonas erzählt der Berufszüchter Lothar Herrmann, dass er Rotbuchenblätter für antibakteriell wirksamer als Seemandelbaumblätter hält. Seit er seine Schmetterlingsbuntbarsche auf Buchenblättern laichen lässt, ist Laichverpilzung Geschichte. Somit zählen die Seemandelbaumblätter wohl tendenziell auch zu den unnützen Produkten (überteuert sind sie oft sowieso), einziger Vorteil könnte sein, dass sie langsamer verrotten als Buche.

Wasserpflanzen werden seit einigen Monaten auch in Kunststoffdosen mit Agar-Nährboden verkauft. Die erste, die ich so entdeckte, war ein flamingofarbener Wasserkelch, bei dem ich meine Zweifel habe, dass er überhaupt ordentlich Photosynthese betreiben kann. Inzwischen gibt es auch "normale" Pflanzen, die so angeboten werden. Möglicherweise spart sich da eine bekannte Gärtnerei das Umsetzen von Meristemkultur (Vereinfacht: Vermehrung von Pflanzen durch Zerteilen und Aufziehen der winzigen Teilstücke auf sterilem Agar-Nährboden im Brutschrank) und greift dem Kunden nochmal extra in die Tasche (der Preis ist etwa 1,5 x so hoch wie für vergleichbare Pflanzen in Steinwolle).

Gruß, Klaus
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Beitragvon fischmichi » 28.02.2010 - 10:42

Hallo,

da ich im Handel "geringfügig" tätig bin, kann ich vieles hier nur bestätigen. Es gib zu viel "Schund" zu kaufen. Aber, es wird gekauft, und nicht wenig. Ich versuche immer den Kunden klar zu machen, das Aquarium sollte ein Abbild der Natur sein und keine "Märchenunterwasserwelt". Muss nur aufpassen, dass ich nicht in Konflikt mit meinem Vorgesetzten komme, schließlich lebt der Laden vom Umsatz.

Was die Wasseraufbereiter angeht, sollte man diese nicht grundsätzlich verteufeln. Auf der vor Kurzem stattgefundenen "Heim-Tier-Pflanze" im Rahmen der "Grünen Woche" in Berlin
(unsere Regionalgruppe Berlin war auch mit 2 Aquarien vertreten und für diese Möglichkeit möchten wir uns bei den "Aquarienfreunde Berlin-Tegel 1912 e.V." unter Leitung von Uwe Konrad recht herzlich bedanken)
wäre eine erfolgreich Präsentation der vielen Zierfische ohne kupferbindenden Wasseraufbereiter kaum möglich. Die uns dort auf dem Messegelände zur Verfügung stehende Wasserqualität (unter Anderem extrem hohe Kupferbelastung) ist für eine Vielzahl unserer Fische einfach nicht tragbar. Man möchte ja schließlich seine Pfleglinge in guter Verfassung zeigen.

Gruß Michael
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Beitragvon K. de Leuw » 28.02.2010 - 12:18

Hallo Michael,

fischmichi hat geschrieben: das Aquarium sollte ein Abbild der Natur sein


Ungefähr so?
Bild

Oder doch lieber so?
Bild

Dann doch lieber etwas aufgehübscht als netter Unterwassergarten, oder?

Und Dein Erlebnis auf der Messe ist nun wirklich ein Sonderfall. Der gesetzliche Grenzwert für Kupfer in Trinkwasser beträgt 2 mg/l, Überschreitungen liegen praktisch immer an neuen Kupferleitungen, in denen Wasser länger stand. Oder hat jemand saures Leitungswasser (pH-Wert unter 7)?

Gruß, Klaus
Zuletzt geändert von K. de Leuw am 01.03.2010 - 16:42, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon fischmichi » 28.02.2010 - 13:05

K. de Leuw hat geschrieben:Hallo Michael,

fischmichi hat geschrieben: das Aquarium sollte ein Abbild der Natur sein


....
Gruß, Klaus


Hallo Klaus,

bitte keine Wortklauberei. Ich glaube, die meisten Leser hier wissen was ich meine.
Im Übrigen haben wir in Brandenburg und auch in Mecklenburg/Vorpommern Waldseen mit super klarem Wasser und üppiger Unterwasserpflanzenwelt, das würde sich manch ein Aquarianer auch gern in seinem Aquarium wünschen.
Man muss sich ja nun nicht unbedingt trübe Futtertümpel nach der Schneeschmelze als Vorbild nehmen.



K. de Leuw hat geschrieben:
...
Und Dein Erlebnis auf der Messe ist nun wirklich ein Sonderfall.
...

Gruß, Klaus


Da hast Du recht, hierbei handelte es sich nicht um Trinkwasser.



K. de Leuw hat geschrieben:
...

Der gesetzliche Grenzwert für Kupfer in Trinkwasser beträgt 2 mg/l, Überschreitungen liegen praktisch immer an neuen Kupferleitungen, in denen Wasser länger stand. Oder hat jemand saures Leitungswasser (pH-Wert unter 7)?

Gruß, Klaus


Auch hier gibt es Sonderfälle. Es gibt immer noch, wenn auch auf Null tendierend, Haushalte mit eigener Wasserversorgung. Dort kommt es auch mal vor, dass gesetzliche Grenzwerte weit überschritten werden. Diesen Fall hatten wir vor ein paar Jahren in einem kleinen Ortsteil im Süden Berlins.
Wie gesagt, dies sind Ausnahmefälle.

Gruß Michael
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Beitragvon K. de Leuw » 28.02.2010 - 13:30

Hallo Michael!

ich glaube nicht, dass "die meisten" Leser hier eine Vorstellung davon haben, wie die Heimathabitate unserer Fische aussehen. Für die IGL-Mitglieder mag es stimmen. Und die pflanzenreichen Tümpel unterscheidet eines von unseren Aquarien: Wenn Unterwasserpflanzen vorkommen, so zählt man auf der Fläche eines Meterbeckens eine oder maximal zwei Pflanzenarten. Auch das ist nicht, was der Durchschnittsaquarianer anstrebt, selbst für Nanoaquarien werden ja fünf oder mehr Arten verwendet. Und wer von uns gestaltet bei der Pflanzenauswahl sein Labyrintherbecken schon als Reisfeld?
Mein Anabas-Meterbecken mit nur einer Pflanzenart (Schwimmender Hornfarn), das einem Habitataquarium mit seiner dicken Mulmschicht, etwas Laub und ein paar Wurzeln relativ nahe kommt, würde auf keine Ausstellung einen Blumentopf gewinnen.
Unter den Labyrintherpflegern haben doch am ehesten die Liebhaber von Laubschlupfkampffischen und Zwergprachtguramis (viel Laub, braunes, saures Wasser, fast keine oder keine Pflanzen, da sich sowieso kaum welche halten) habitatähnliche Aquarien, aber eher nicht aus ästhetischem Empfinden, sondern weil es anders nicht geht.

Gruß, Klaus
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Beitragvon fischmichi » 28.02.2010 - 14:05

Hallo Klaus,

Du hast ja vollkommen recht, aber vielleicht haben wir uns missverstanden. Ich meinte mit diesem Vergleich, dass in ein Aquarium nun nicht unbedingt Schlösser, Schatztruhen, Totenköpfe, sprudelnde Muscheln, rot-blau karierter Kies usw. gehören, sondern Flusskies, natürliche Dekoration, passende Wasserpflanzen usw..
Dies kann ich im Handel und auch überall, wo es Not tut, nicht oft genug erklären.

Gruß Michael
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Beitragvon moskal » 01.03.2010 - 07:45

Hallo,

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in der aktuellen Amazonas erzählt der Berufszüchter Lothar Herrmann, dass er Rotbuchenblätter für antibakteriell wirksamer als Seemandelbaumblätter hält. Seit er seine Schmetterlingsbuntbarsche auf Buchenblättern laichen lässt, ist Laichverpilzung Geschichte. Somit zählen die Seemandelbaumblätter wohl tendenziell auch zu den unnützen Produkten (überteuert sind sie oft sowieso), einziger Vorteil könnte sein, dass sie langsamer verrotten als Buche.


das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Buche ist das europäische Holz, das sich am schnellsten durch Mikroben abbaut und ist für Anwendungen draußen und am oder im Wasser völlig ungeeignet. Zellulose verottet eh nur durch den Stoffwechsel von Mikroben und da die Blätter schneller verotten als z. B. die vom Seemandelbaum, sind da auch weniger antimikrobielle Stoffe enthalten. Ich vermute, daß die Bucheblätter einfach dem Natürlichem Biotop der Barsche näher kommen oder daß sich die Mikroben lieber auf die leicht zu zersetzenden Bucheblätter stürzen, als auf den Laich.
Überteuert sind Seemandelbaumblätter aber auf jeden Fall.
Gruß, Helmut
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