Überflüssiges

Fragen und Anregungen zum Thema Technik

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Beitragvon Phillip » 01.03.2010 - 13:56

Hi!

Achtung Offtopic:
Brock - Biology of Microorganisms
Teuer, aber nicht überflüssig!

Mikroorganismen unterscheiden nicht zwischen Nahrungsquellen, sie können nicht denken.
Sie verbreiten sich, wo sie es können und verwerten, was sie können. :bounce:
Daher eine nette Theorie mit den Blättern und dem Laich, aber leider auch nicht mehr.

Ohne mich mit der speziellen Thematik auseinander gesetzt zu haben, frage ich mich,
warum sollen Buchenblätter nicht auch eine gewisse "Hemmwirkung" haben?
Ohne zu wissen, wie Herr Lothar Herrmann seine Studien durchgeführt hat, werden wir da wohl auf keinen grünen Zweig kommen.
Wenn er nur von dumpfen Bauchgefühlen berichten sollte, dann ist das seine Sache.

Und ja, Seemandelbaumblätter sind auch meiner Meinung nach überteuert.

Gruß,
Phillip
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Beitragvon K. de Leuw » 01.03.2010 - 16:52

Hallo!

moskal hat geschrieben:Buche ist das europäische Holz, das sich am schnellsten durch Mikroben abbaut


Wirklich? Schneller als die Weichhölzer? Abgesehen davon ist es nicht relevant, denn Holz und Blätter sind nicht dasselbe, und bei Fraßversuchen in meiner Studienzeit mit Blättern verschiedener Laubbaumarten wurden Buchenblätter deutlich langsamer abgebaut als die der meisten Baumarten.

da die Blätter schneller verotten als z. B. die vom Seemandelbaum, sind da auch weniger antimikrobielle Stoffe enthalten.


Denkfehler:
Buchenblätter haben im Verhältnis zur Oberfläche ein kleineres Volumen, also eine größere Angriffsfläche, sie geben daher ihre Inhaltsstoffe schneller ab als Seemandelbaumblätter.

Ich vermute, daß die Bucheblätter einfach dem Natürlichem Biotop der Barsche näher kommen oder daß sich die Mikroben lieber auf die leicht zu zersetzenden Bucheblätter stürzen, als auf den Laich.


Neben dem Fehler, den Phillip schon benannte, noch weitere:
- Laich ist grundsätzlich leichter anzugreifen als Herbstlaub
- die Mikrobenfauna im Aquarium entspricht nicht der im Habitat (Biotop ist hier der falsche Begriff) der Buntbarsche.

Gruß, Klaus
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Beitragvon Phillip » 01.03.2010 - 20:46

K. de Leuw hat geschrieben:...bei Fraßversuchen in meiner Studienzeit mit Blättern verschiedener Laubbaumarten...


Du musstest bei deinem Studium echt Blätter essen? :P
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Beitragvon K. de Leuw » 01.03.2010 - 22:20

Hallo Phillip,

Phillip hat geschrieben:
K. de Leuw hat geschrieben:...bei Fraßversuchen in meiner Studienzeit mit Blättern verschiedener Laubbaumarten...


Du musstest bei deinem Studium echt Blätter essen? :P


Ich esse heute noch regelmäßig Blätter, nur nenne ich sie Gemüse und Salat. Das damals waren Fraßversuche, und schon damals bemühte ich mich, meine Nahrungsaufnahme nicht als Fressen erscheinen zu lassen.

Gute Nacht
Klaus
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Beitragvon moskal » 02.03.2010 - 08:44

Hallo Klaus,

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moskal hat Folgendes geschrieben:
Buche ist das europäische Holz, das sich am schnellsten durch Mikroben abbaut



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Wirklich? Schneller als die Weichhölzer?


Deutlich schneller, so ist z.B. Fichte ein gängiges Bauholz, während Buche dafür keine Zulassung hat. Erle ist auch weicher als Buche, und damit werden Unterwasserverschalungen gebaut. Die Zapfen dieses Baumes haben auch einen gewissen Ruf in der Aquaristik.

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Abgesehen davon ist es nicht relevant, denn Holz und Blätter sind nicht dasselbe, und bei Fraßversuchen in meiner Studienzeit mit Blättern verschiedener Laubbaumarten wurden Buchenblätter deutlich langsamer abgebaut als die der meisten Baumarten.


Immerhin werden Bucheblätter schneller abgebaut als Seemandelbaumblätter. Wie verhält sich das mit Eiche-, Robinie- und Nußbaumblättern?

Ich kann mir vorstellen, daß Bucheblätter aus Kostengründen üppiger zu Einsatz kommen als Seemandelbaumblätter und daß daher der bessere Nutzen rührt.
Gruß, Helmut
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Beitragvon moskal » 02.03.2010 - 16:29

Hallo,

dafür hats heute früh nicht mehr gereicht:

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Denkfehler:
Buchenblätter haben im Verhältnis zur Oberfläche ein kleineres Volumen, also eine größere Angriffsfläche, sie geben daher ihre Inhaltsstoffe schneller ab als Seemandelbaumblätter.


Ich verwende Seemandelbaumblätter nicht unbedingt am Stück. Bucheblätter schon (allerdings nicht wegen antimikrobieller Wirkung). Wenn beide in etwa gleich groß sind ist trotzdem das Seemandelbaumblatt beständiger. Sicher ein Wahrnehmungsfehler meinerseits, der einen Denkfehler hervorgerufen hat.

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Neben dem Fehler, den Phillip schon benannte, noch weitere:
- Laich ist grundsätzlich leichter anzugreifen als Herbstlaub
- die Mikrobenfauna im Aquarium entspricht nicht der im Habitat (Biotop ist hier der falsche Begriff) der Buntbarsche.


Gemeint war: Den Fischen hat das Drumrum durch die Blätte besser gefallen, daher weniger anfällige Gelege produziert und stressfreier gebrütet. Seit bei meinen Uarus keine Heros mehr im Aquarium sind, verpilzt deren Laich nicht mehr. Weder Heros Noch Uarus sind schimmlig. Also woher kommts?
Gruß, Helmut
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Beitragvon K. de Leuw » 02.03.2010 - 17:10

Hallo!

moskal hat geschrieben:Ich verwende Seemandelbaumblätter nicht unbedingt am Stück. Bucheblätter schon (allerdings nicht wegen antimikrobieller Wirkung). Wenn beide in etwa gleich groß sind ist trotzdem das Seemandelbaumblatt beständiger. Sicher ein Wahrnehmungsfehler meinerseits, der einen Denkfehler hervorgerufen hat.


Es geht nicht um die Größe, sondern um das Verhältnis von Oberfläche zu Volumen. Die Seemandelbaumblätter sind dicker als Buchenblätter, haben also bei gleicher Blattflächengröße mehr Volumen.

Gemeint war: Den Fischen hat das Drumrum durch die Blätte besser gefallen,


Du meinst also, sie hätten die Seemandelbaumblätter von den Buchenblättern unterschieden? Na ja.

daher weniger anfällige Gelege produziert und stressfreier gebrütet. Seit bei meinen Uarus keine Heros mehr im Aquarium sind, verpilzt deren Laich nicht mehr. Weder Heros Noch Uarus sind schimmlig. Also woher kommts?


These 1: Saubereres Wasser, weil weniger Fische.
These 2: Mehr Zeit für die Reinigung des Geleges, weil weniger Revierverteidigung.
Oder beides.

Gruß, Klaus
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Beitragvon Charlyroßmann » 03.03.2010 - 18:27

Hallo, Helmut!
Und wieso liegen dann im Herbst vor dem neuen Laubfall noch die Buchenblätter vom Vorjahr im Wald rum? Und die vom Jahr davor auch?
Verwechselst du das vielleicht mit den Hainbuchen?
Deren Blätter verrotten tatsächlich sehr schnell.
Die Laubschicht ist im Buchenwald oft so dick, daß die Forstwirtschaft Probleme mit der Naturverjüngung hat.
Mit Buchenblättern habe ich in der Aquaristik sehr gute Erfahrungen gemacht. Sie sehen vor allem nicht so kitschig aus wie Eichenblätter.
Und die teuren Seemandelblätter verrotten auch nicht langsamer.
Bei den Buchenblättern weiß ich, daß sie ausgereift sind, wenn ich sie im Herbst sammele und deshalb geben sie kaum noch Nitrat ab.
Wer garantiert mir das bei den Seemandelblättern?
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Beitragvon moskal » 03.03.2010 - 19:34

Hallo Charly,

ich ziehe momentan nicht für Seemandelbaumblätter zu Felde. Ich sag auch nicht, daß Rotbucheblätter nichts im Aquarium zu suchen haben, ich tu ja selber welche rein. Ich bezweifle nur, daß Bucheblätter mehr antimikrobielle Inhaltsstoffe als Seemandelbaumblätter haben. Die Seemandelbaumblätter die ich verwende, hab ich selbst gesammelt, da kann ich mir garantieren, daß sie in ordnung sind, das reicht mir. Kaufen tu ich keine, da ich sie für zu teuer halte.
Gruß, Helmut
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Beitragvon K. de Leuw » 03.03.2010 - 19:43

Hallo!

moskal hat geschrieben: Die Seemandelbaumblätter die ich verwende, hab ich selbst gesammelt, da kann ich mir garantieren, daß sie in ordnung sind, das reicht mir.


Bist Du der HErr über den Grund und Boden, auf dem die Seemandelbäume gedeihen? Oder wie willst Du es garantieren?

Gruß, Klaus
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Überflüssiges...

Beitragvon Thomas P. » 03.03.2010 - 21:18

Unabhängig davon, dass die individuelle Beschaffenheit eines jeden Blattes, ich bevorzuge solche von Rotbuchen saurer Standorte mit Südexposition, eine unterschätzte Rolle spielt, sind auch die Haltungsbedingungen signifikant. Ich halte manche Rotbuchenblätter bereits seit über zwei Jahren, während all meine Seemandelbaumblätter unter identen Bedingungen kaum älter als drei Monate wurden. Niedriger Leitwert, geringe Temperaturen und vor allem niedrige pH-Werte erhöhen die Lebenserwartung dramatisch.

:P
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Beitragvon moskal » 04.03.2010 - 21:54

Hallo Thomas,

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Ich halte manche Rotbuchenblätter bereits seit über zwei Jahren, während all meine Seemandelbaumblätter unter identen Bedingungen kaum älter als drei Monate wurden. Niedriger Leitwert, geringe Temperaturen und vor allem niedrige pH-Werte erhöhen die Lebenserwartung dramatisch.


das ist abgefahren! Dann sind Seemandelbaumblätter möglicherweis säureanfällig und Buche nicht. Dann gibt das Seemandelbaunblatt seine Wirkstoffe in saurer Umgebung natürlich schneller ans Wasser ab. Viele Diskushalter schwören ja auf die Blätter. Das könnte der Grund sein.

Hallo Klaus,

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Bist Du der HErr über den Grund und Boden, auf dem die Seemandelbäume gedeihen? Oder wie willst Du es garantieren?


bei Garantien mir selbst gegenüber bin ich sehr genügsam. Besitzt Du einen Rotbuchenhain? Ist der eingezäunt und überdacht?
Gruß, Helmut
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Beitragvon K. de Leuw » 04.03.2010 - 22:44

Hallo!

moskal hat geschrieben:Hallo Klaus,

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Bist Du der HErr über den Grund und Boden, auf dem die Seemandelbäume gedeihen? Oder wie willst Du es garantieren?


bei Garantien mir selbst gegenüber bin ich sehr genügsam. Besitzt Du einen Rotbuchenhain? Ist der eingezäunt und überdacht?


Habe ich irgendwelche Garantien abgegeben? Habe ich irgendwo behauptet, Rotbuchenblätter einzusetzen?

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Beitragvon Charlyroßmann » 06.03.2010 - 12:34

"Rotbuchenblätter von Bäumen saurer Standorte mit Südexposition"
Wunderbar, Thomas!
Wie bei der Weinprobe!
Mir sind Rotbuchenblätter mit etwas mineralischer Note lieber.
Haben weniger Tannin und sind weicher im Abgang.
Aber mal unter uns Pfarrerstöchtern: Ich nehme normalerweise Platanenblätter. Die verrotten am langsamsten und ob sie was ins Wassrer abgeben, ist mir egal. Ich benutze sie rein aus dekorativen Gründen. Mir gefallen Blätter im Aquarium und den Fischen, glaube ich, auch. Über die Abgabe antimikrobieller Stoffe durch die Blätter können wir sowieso nur spekulieren.
Und noch was: Warum ist hier immerzu von Buchenholz die Rede?
Beheizt da jemand seine Aquarien mit Buchenholzpellets und hat Angst, daß die ihm zu schnell verrotten?
Gut Holz!
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Beitragvon Charlyroßmann » 14.03.2010 - 16:37

Hallo, alle zusammen!
Daß wir alle furchtbar gern Blätter in unsere Aquarien schmeißen, und das keiner so recht weiß, was das überhaupt bringt, außer daß die Fische gern drin rum schwimmen, wäre ja wohl jetzt geklärt.
Als nächstes wären dann unter dem Stichwort "überflüssig" die CO2-Anlagen dran.
"NUR STÜMPER BRAUCHEN CO2-ANLAGEN"
Der Spruch ist nicht von mir, ich habe ihn mal von einem alten Hasen in der Pflanzen-Aquaristik gehört.
Ich könnte ihn aber unterschreiben.
Ich habe seit vierzig Jahren Aquarien, wer schon mal bei mir im Keller oder im Wartezimmer war, wird bestätigen, mit gutem Pflanzenwuchs.
Noch nicht mal die Barclaya fragt nach CO2.
Natürlich habe ich noch nie eine CO2-Anlage auch nur aus der Nähe gesehen.
Oder kennt ihr die wunderschöne Aquarienpflanzenanlage im Berliner botanischen Garten?
Auch alles ohne CO2.
Also:
Wozu braucht man CO2-Anlagen?
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