Das ist mein 240l Becken

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Das ist mein 240l Becken

Beitragvon OmaWetterwachs » 09.11.2011 - 19:49

Hallo,

so, weil ich das nicht alles in meinen Vorstellungsthread rein packen wollte, hier also mein 'neues' (gebrauchtes) Becken beim Einlaufen :)

Maße: B.120cm., H. 50cm. T 40cm

Gerade eingeräumt und befüllt
Bild

Blöderweise haben wir einen Wassertestkoffer vonTetra gekauft ... nächstes Mal besser JBL weiß ich jetzt schon :evil:
Nach dem Befüllen: GH:17, KH:7, PH:7.5

Nach 2 Tagen war der KH auf 19, also habe ich das Lochgestein wieder entfernt und durch eine Wurzel mit Javafarn drauf gebunden ersetzt. Zusätzlich sind noch geschickte Pflanzenableger von Pflanzenfreunden dazu gekommen.

Heute nach dem 2. Teil- WW und Beimischen von Regenwasser sind die Werte: GH:13, KH:6 und PH zwischen 7,5 und 8.
Eine weitere schöne und größere Wurzel, die noch hochkannt auf die rechte Seite hinein soll, liegt noch draußen in der Regentonne. Pflanzen für die Wasseroberfläche sind auch schon geordert.

So sieht das Becken also bisher aus, die Folie ist nur dahinter gestellt, ist auch noch nicht die Endlösung.
Bild

In den Vordergrund hätte ich gerne auch noch evtl. Pflanzen, was dann später vielleicht rasenähnlich aussieht oder auf jeden Fall eher klein bleibt. Die restlichen Pflanzen müssen noch etwas wachsen, aber das tun sie auch bisher, recht zügüg sogar.

Juuut, nehme natürlich Anregungen und Vorschläge gerne entgegen :D

Nun zur Besatzfrage, die mich über Google nach hier geführt hat.....
Eigentlich steht die Auswahl von Trichopodus leerii als 'Hauptakteure' schon so gut wie fest., obwohl mir andere Trichopodus auch durchaus gut gefallen.
Ebenso möchte ich sehr gerne Trichopsis dabei haben, wobei mir da T. pumila oder T.schalleri bisher am meisten zusagen.
Nur für den Boden da bin ich mit meiner Suche noch absolut nicht zufriedenstellend weiter gekommen... ein wenig liebäugele ich mit Yasuhikotakia sidthimunki, aber sie mag wohl eher bewegtes Wasser ....mit den gut 'passenden' Dornaugen (Pangio) kann ich mich bisher leider nicht wirklich anfreunden.

Soweit also bisher meine Überlegungen mit folgenden (noch) offenen Fragen.
Wie viele Fische am Besten von jeder Art, damit es im Becken auch etwas zu beobachten gibt und die Tiere sich möglichst wohl fühlen?
T. pumila und T.schalleri sollten sich doch ebengut mit T.leerii verstehen? Bisher tendiere ich mehr zu T. pumila, habe beide Arten aber noch nicht bewußt life gesehen.
Was könnte ich noch für passende Bodenbewohner hinzusetzen?
Wie sieht das mit meinen Wasserten aus? .... sollte ich vielleicht beim nächsten WW torfgefiltertes Wasser nachfüllen oder wieder Regenwasser?
Dass der Bewuchs noch längst nicht ausreicht, das weiß ich, aber es wächst ja noch und dieser Tage kommen auch die Schwimmpflanzen noch.

Mehr fällt mir gerade nicht ein, freue mich auf Feedback mit Anregungen von Euch.

Liebe Grüße
Kerstin
Zuletzt geändert von OmaWetterwachs am 16.11.2011 - 12:18, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Das ist mein 240l Becken

Beitragvon K. de Leuw » 09.11.2011 - 22:37

Hallo Kerstin,

ich schon wieder. :D

T. leeri sind eine gute Wahl, ich würde aber nur ein Paar oder ein Männchen mit zwei Weibchen wählen. Ob bei anderer Strukturierung (Sichtbarriere als Reviergrenze in der Beckenmitte) auch zwei Männchen möglich wären, müssen die sagen, die das schon probiert haben. Ich hatte bisher immer nur ein adultes Männchen pro Aquarium. Kauf Dir auch eine Packung edelsüßes Paprikapulver aus dem Gewürzregal des Supermarktes, die Fadenfische stehen darauf und schlürfen es von der Wasseroberfläche. Vor allem die Männchen bekommen von den Farbstoffen darin herrlich rote Bäuche für ganz kleines Geld.

Andere Trichopodus würde ich nicht hinzusetzen, zumindest T. trichopterus kann ziemlich ungemütlich werden.

Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht, maulbrütende Kampffische (bei mir waren es welche aus der Betta pugnax-Gruppe sowie B. picta) mit T. leeri zu vergesellschaften, d.h., ich hatte mehrfach je ein brutpflegendes Paar in demselben Aquarium. Außerdem schwamm ein Trupp Kaisersalmer im Becken (bzw. stand flossenzuckend in kleinen Revieren).

Mit Trichopsis als Gesellschaft erwarte ich auch keine Probleme, auch Pseudosphromenus sind geeignet und daheim viel schöner als beim Händler.

Gruß, Klaus
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Beitragvon CARNIVORE » 09.11.2011 - 23:23

Hallo!
Die T.leerii sind tolle Fische, ich habe eine Gruppe von 2,2 mit T.microlepis 2,4 vergesellschaftet u. es gibt keine Auseinandersetzungen. Dein Aquarium ist dafür gut geeignet nur möchten es diese Fadenfische recht warm haben um 26°C. Die grossen Fadenfische fühlen sich in Gruppen wohler u. suchen den Kontakt zu einander, sie sind keine Einzelgänger.
Gruss Nico
Grüße von
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Beitragvon Charlyroßmann » 10.11.2011 - 10:13

Hallo, Kerstin!
Von den T. leerii würde ich zwei Paare reinsetzen oder einen Trupp Jungfische zusammen groß werden lassen. Die werden nämlich schöner, wenn man sie selbst großzieht. Und zwei Männchen halten sich gegenseitig davon ab, die Weibchen zu jagen.
T. pumila würde ich nicht nehmen, die sind zu klein, die "gehen unter".
Schalleri gehen da eher, sind aber schwer zu kriegen. Was ich für die unteren Regionen empfehlen kann, sind Pseudosphromenus dayi, P. cupanus oder Betta smaragdina. Die sind eher bodenorientiert und bauen unter solchen Bedingungen wie bei dir ihre Schaumnester gern in Höhlen.
Honigguramis sind auch schön und kommen mit den leerii sehr gut klar. Vor allem kriegst du die in jedem Zooladen in anständiger Qualität.
Von der Einrichtung her ist das Aquarium okay, du solltest aber Strömung an der Oberfläche vermeiden. Das bestrafen die leerii mit Farbentzug.
Viel Erfolg
Charly
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Beitragvon OmaWetterwachs » 10.11.2011 - 18:45

Hoi Ihr :D

... ihr macht mich echt ganz wuschig :bounce:
Ganz lieben Dank für Eure bisherigen Anregungen und Rückmeldung, freut mich sehr.

Meine Gedanken gerade:
T. leerii werde ich auf jeden Fall so einsetzen, entweder ein Jungtrupp oder wenn ich finde 2/2 adulte Tiere, denke 2,3 würde sicherlich auch gehen, je nachdem was ich noch dazu einsetze.

Hat vielleicht jemand rein zufällig T. leerii Nachwuchs ? :D

@Nico, wie groß ist denn Dein Becken? ... ich meine 4 Fadenfisch Männers, die an der Oberfläche bauen, bzw. Reviere bilden... oder kommen die bei Dir nicht in Laichstimmung? Hast Du auch noch was anderes mit den Fadenfischen im Becken schwimmen?

Honigguaramies finde ich auch hübsch, die werden wohl auch von den T. leerii eher nicht als Konkurenz fürs Revier gesehen, denke ich.

Pseudosphromenus, P. cupanus und Betta smaragdina werde ich mir mal genauer anschauen.

Am Samstag fahren wir ja wahrscheinlich nach Köln in den Laden, vielleicht haben die ja Anschauungsmaterial dort.
@Klaus, war dort auch noch nie, aber die werben u.a. damit dass sie 200 Verkaufs-Becken haben.... das mit dem Paprikapulver habe ich schon mehrfach irgendwo gelesen 8)

@Charly, Betta smaragdina? als Päärchen, oder wie jetzt?... über Betta weiß ich noch so gut wie gar nix .... außer dem bekannten Splendens halt, den ich dann direkt in so winzigen spartanisch eingerichteten Einzelbecken vor meinem geistigen Auge sehe :???:

Bei Euren Besatzvorschlägen, da wäre doch der Boden noch frei... für z.B. nen kleinen Trupp Schachbrettschmerlen, oder wird das dann zuviel für das Becken?

Liebe Grüße
Kerstin
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Ich genieße sie, keine Frage!
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Beitragvon K. de Leuw » 10.11.2011 - 19:48

Hallo zusammen,

OmaWetterwachs hat geschrieben:Honigguaramies finde ich auch hübsch, die werden wohl auch von den T. leerii eher nicht als Konkurenz fürs Revier gesehen, denke ich.


Um Konkurrenz geht es ja eher nicht, sondern um die Ausdehnung des Reviers nach dem Ablaichen, in dem sie keinen anderen Fisch, gleich welcher Art dulden. Und in der Beziehung kenne ich Trichogaster chuna als erheblich aggressiver als T. leeri. Letzterer pflegte bei mir mehrfach in einem 140-l-Fünfeckbecken seine Brut und tolerierte dabei nicht nur sein Weibchen (außer in direktem Nestumfeld) sonder auch ein gleichzeitig brutpflegendes Paar eines maulbrütenden Kampffisches in der gegenüberliegenden Ecke jenseits einer Sichtbarriere sowie fünf Kaisersalmler im Bodenbereich, die nicht einmal direkt unter dem Nest attackiert wurden. Dagegen scheiterte ich als Schüler daran, je ein Paar T. chuna und T. lalia in einem 80er Standardbecken zu vergesellschaften, trotz von Moorkienwurzeln durchsetztem Vallisneriendschungel in der Beckenmitte. Dabei war wohlgemerkt der kleine T. chuna das Problem, dem das halbe Becken eben nicht genügte.

@Klaus, war dort auch noch nie, aber die werben u.a. damit dass sie 200 Verkaufs-Becken haben


Erwarte bitte keine optischen Highlights, der Laden macht absolut nichts her, aber die Fische sind von sehr guter Qualität und riesiger Auswahl, vor allem, wenn Du Gelegenheit hast, die Importstation (enge Gänge mit ganz vielen nur durch die Raumbeleuchtung erhellten Aquarium fast ohne Einrichtung) zu durchforschen.
Vor Jahren habe ich im vorderen Bereich mit den eingerichteten Aquarien mal ein mit dem Ablaichen beschäftigtes Paar von B. pugnax entdeckt. Da das beteiligte Weibchen das einzig verfügbare war, habe ich es riskiert, das Paar zu erwerben. Es vollendete das Ablaichen bei mir daheim und das Männchen trug die Brut brav aus.

.... das mit dem Paprikapulver habe ich schon mehrfach irgendwo gelesen


Das wiederhole ich auch bei jeder sich bietenden Gelegenheit, nachdem ich es selbst in den 80ern gelesen und ausprobiert hatte und später als bebilderten Leserbrief in der DATZ unterbrachte.


Betta smaragdina? als Päärchen, oder wie jetzt?


Ja.

außer dem bekannten Splendens halt, den ich dann direkt in so winzigen spartanisch eingerichteten Einzelbecken vor meinem geistigen Auge sehe


Gurkenglasaquaristik.

Bei Euren Besatzvorschlägen, da wäre doch der Boden noch frei... für z.B. nen kleinen Trupp Schachbrettschmerlen, oder wird das dann zuviel für das Becken?


Bei Besatz mit T. chuna hätte ich die Befürchtung, dass sie Stress bekämen in der Brutzeit. Zu T. leeri und P. dayi oder P. cupanus würden sie passen.

Gruß, Klaus[/quote]
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Beitragvon Bettina76 » 10.11.2011 - 21:46

Hi,

gut, wenn alle Anderen was zum Besatz sagen, sag ich mal was zum Becken. :P

Beim ersten Bild dachte ich noch "hm...örgs"...aber das zweite gefällt schon deutlich besser!! Ist auf nem guten Weg wie ich finde.

Hast Du die verschiedenen Bodensubstrate irgendwie getrennt? Ich fürchte sonst wirst Du irgendwann einen Einheitsbrei haben...

Ach, und ich finde gut, daß Dir die Pangios nicht zusagen. Denn ich persönlich denke, daß ihnen Dein Becken auch nicht zusagen würde.

Dafür finde ich es zu wenig strukturiert. Für Pangios würden Steine, Kiesel, Holzaufhäufungen und ähnliches fehlen...

Ansonsten fällt mir kein gescheiter Besatz ein, das überlasse ich den Anderen. Ach...höchstens eins: Schnecken!!!

Viel Erfolg

Bettina

ach ps: Ich hatte auch Tests von Tetra, und ich finde die sind wenn man nicht ins Eingemachte gehen will, völlig ausreichend. Am Anfang sollte man die Werte natürlich messen, gerade wenn man erst anfängt oder wieder anfängt. Ansonsten ist für mich ganz persönlich Wasserwertemessen überbewertet...ich verlasse mich lieber auf meine Erfahrungen und das Verhalten meiner Tiere und Pflanzen.
Man hat immer ein Becken mehr, als man wollte, und doch immer eins zuwenig.
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Beitragvon K. de Leuw » 10.11.2011 - 23:29

Hallo zusammen,

stimmt, dazu wollte ich ja auch noch etwas sagen.

Bettina76 hat geschrieben:Ich hatte auch Tests von Tetra, und ich finde die sind wenn man nicht ins Eingemachte gehen will, völlig ausreichend. Am Anfang sollte man die Werte natürlich messen, gerade wenn man erst anfängt oder wieder anfängt. Ansonsten ist für mich ganz persönlich Wasserwertemessen überbewertet..


Volle Zustimmung!

ich verlasse mich lieber auf meine Erfahrungen und das Verhalten meiner Tiere und Pflanzen.


Und das gelingt sogar feinfühligen Anfängern, zumal es ja auch Befindlichkeitsstörungen gibt, deren Ursache sich nicht messen lässt.

Meiner Meinung nach benötigt man als Anfänger zunächst nur ein Thermometer und einen Nitrittest, mehr nicht. Nitrat-Nitritstäbchen sind auch gut geeignet, ist einfach und geht schnell. Und rosa (Nitrit!) von weiß (Nitritkonzentration unterhalb der Nachweisgrenze) kann man ja auch leicht unterscheiden.
Wenn man vergisst, sein Gestein mittels Säure (Essigessenz z.B. oder für Marmor ungeeignete Haushaltsreiniger) auf Kalk zu testen, kann man mittels Härtetest den Fehler korrigieren.
Ansonsten benötigt man weitere Tests eigentlich nur, wenn man Mischwasser zubereitet oder den pH-Wert verändern will (inklusive Kohlendioxiddüngung). Oft reichen auch dann noch Teststäbchen (KH, GH, pH). Bei Extrembesatz kann ein Nitratest sinnvoll sein. Wenn es richtiges Schwarzwasser werden soll (nicht mittelhartes Leitungswasser mit Torfzusatz gebräunt), sollte der pH-Wert genau gemessen werden, dafür verwende ich einen Tropftest (Achtung, auf den Messbereich achten, viele Marken wie Sera und Tetra funktionieren nur bis pH 5 oder 4, JBL geht bis 3 und man läuft nicht Gefahr, versehentlich einen pH-Wert von 3 einzustellen, weil der Indikator 4 anzeigt) und parallel ein pH-Meter (nur wenn beide Messmethoden übereinstimmen, verwende ich das Wasser).

Gruß, Klaus
Solange man mit Leitungswasser arbeitet und wöchentlich oder 14tägig bis zu 30% Wasser wechselt, bringt die ganze Messerei keinen Nutzen. Man kann sie natürlich auch zum Hobby machen und ein Labor einrichten, dann würde ich aber gleich professionell arbeiten und nicht mit Chemikalien aus dem Zoohandel.

Gruß, Klaus
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Beitragvon Charlyroßmann » 11.11.2011 - 10:44

Hallo!
Irgendwie habe ich die Vorstellung, alle Welt rennt ständig mit irgendwelchen Meßreagenzien um die Aquarien, nur ich nicht.
Krieg so langsam ein schlechtes Gewissen.
Ich mach seit vierzig Jahren Aquaristik und habe nur im ersten Jahr Wasserhärte und pH bestimmt, Nitrat und Nitrit noch nie. Die Wasserwerte bestimme ich per Anruf beim Wasserwerk und bei gutem Aquarienmanagement sind Nitrat- und Nitritgehalt eh kein Thema.
Nur wenn man Wasser selbst zubereitet, z. B. für Schwarzwasseraquaristik, muß man messen.
Den Fischen, die Kerstin sich ausgeguckt hat, sind die Wasserwerte herzlich egal, so lange es nicht in den Extrembereich geht, aber darüber kann man sich locker auf der Homepage des Wasserwerks informieren.
Für mich ist Labyrinthfischaquaristik Lowtech und Hightouch, also wenig Technik und viel Fingerspitzengefühl.
Gruß
Charly
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Beitragvon K. de Leuw » 11.11.2011 - 17:35

Hallo Charly,

grundsätzlich schreibst Du ja dasselbe wie ich, in einem Punkt gehe ich aber davon aus, dass Du etwas vergessen hast: Wenn man sein erstes Aquarium einrichtet, kann man sich eine Menge Lehrgeld mit der Überwachung des Nitritwertes sparen, denn komplett neu eingerichtete Aquarien machen ja den sogenannten Nitritpeak durch.
Erst bei dem zweiten Aquarium kann man diesen zuverlässig vermeiden, indem man eine große Portion Bodengrund und Filtermaterial aus dem ersten verwendet.

Gruß, Klaus
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Beitragvon Bettina76 » 11.11.2011 - 17:48

K. de Leuw hat geschrieben: kann man sich eine Menge Lehrgeld mit der Überwachung des Nitritwertes sparen,


...nicht nur das, sondern auch viele unschuldige Leben retten.

(vorausgesetzt man ist nicht so blöd wie ich am Anfang. Hab mir extra einen Nitrit-tröpfchen-test gekauft am Anfang. Habe mich gewundert, was nicht stimmt, denn mein Erstbesatz, Amanogarnelen, verstarb ständig. Und der Nitrittest ergab immer KEIN Nitrit.

Tja...zu früh gefreut: Es waren ja auch nicht zwei GLEICHE Flaschen beim Nitrittest, also kein Vorrat...sondern zwei VERSCHIEDENE, die man gleichzeitig benutzen muß.... :oops: )

Bettina
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Beitragvon Charlyroßmann » 11.11.2011 - 17:49

Hallo, Klaus!
Jaja, der gute alte Nitritpeak.
Warum habe ich ihn noch nie erlebt?
Weil ich nicht messe?
Meine Fische haben auch noch nie vom Nitritpeak gehört.
Und Zuchtbecken lasse ich grundsätzlich nicht "einlaufen", um den Schnecken keinen Vorsprung zum Vermehren zu geben.
Das sollen die machen, wenn die Jungfische geschlüpft sind.
Aquarium, Wasser, ein paar Pflanzen, einige Einrichtungsgegenstände, wenige Fische, wenig Futter, wo soll da das Nitrit herkommen?
Gruß
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Beitragvon K. de Leuw » 11.11.2011 - 18:05

Hallo Charly,

Charlyroßmann hat geschrieben:Jaja, der gute alte Nitritpeak.
Warum habe ich ihn noch nie erlebt?


Weil Du das Glück hattest, von Anfang an ein besonnener Könner gewesen zu sein?

Weil ich nicht messe?


Das Messen ist nicht erforderlich, um ihn zu erleben, nur, um sicher zu sein, dass er es war, der die Fische japsend an der Oberfläche hängen ließ.

Meine Fische haben auch noch nie vom Nitritpeak gehört.


Meine auch nicht, nicht nur, weil man als Fisch eben nicht von ihm hört, sondern ihn als Atemnot wahrnimmt, zum anderen, weil es nicht meine Fische waren, an denen ich seine Wirkung kennenlernte. :oops:

[img]Aquarium,%20Wasser,%20ein%20paar%20Pflanzen,%20einige%20Einrichtungsgegenstände,%20wenige%20Fische,%20wenig%20Futter,%20wo%20soll%20da%20das%20Nitrit%20herkommen?[/img]

Nimm Pflanzen aus dem Handel, am besten solche, die letzte Woche noch submers im Gewächshaus standen. Dann klappt es auch mit dem Nitrit. :jump:

Charly, ich schrieb oben ganz bewusst etwas von "zuverlässig". Sicher gibt es elfundneunzig Möglichkeiten, ein neues Aquarium aufzustellen und zu besetzen, ohne dass einem die Fische an Nitritvergiftung sterben. Aber die zuverlässigste insbesondere für Anfänger erfordert meiner Meinung nach die Beobachtung des Nitritwertes.

Gruß, Klaus[/quote]
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Beitragvon Charlyroßmann » 14.11.2011 - 12:07

Hallo, Klaus!
Danke für die Blumen!
Wie wir alle wissen, behalten die Besonnen die Oberhand.
Doch, einen Nitritpeak habe ich erlebt. Als Anfänger. Da war der Blubberaußenfilter stehen geblieben wegen Pumpenausfall und ich habe ihn einfach wieder angeworfen. Die Limia melanogaster, aber nur die, haben das mit dem Leben bezahlt, die Schwerträger im selben Becken haben mit keiner Wimper gezuckt.
Was mich an der Testerei immer stört, ist die leere Diagnostik, die damit betrieben wird. Die Leute kennen zwar sehr genau ihren Nitrit-, Nitrat- und sonstwas-Wert, aber was dagegen zu tun ist und wie ein zu hoher Wert zu vermeiden ist, wissen sie oft nicht.
Erfahrung aus der Tierarztpraxis: der Zoohändler verkauft den Leuten außer den überdüngten Pflanzen nicht nur den teuren Testkit, sondern auch gleich den chemischen Nitritsenker. Und zwei Wochen später neue Fische, weil es der Erstbesatz nicht gepackt hat. Und mit den neuen Fischen neue Pflanzen, weil die alten beim Stickstofffreisetzen zerfallen sind. Und schon ist das aquaristische Perpetuum mobile erfunden. Daß die dritte Runde dann bei einem anderen Zooladen eingeläutet wird, ist auch kein Trost.
Es wird den Anfängern(interessanterweise wird sogar das schöne Wort Anfänger krampfhaft vermieden) suggeriert, mit dem entsprechenden Mittelchen und dem entsprechenden Apparätchen habe man alles im Griff.
Ich kenne einen erfahrenen Aquarianer, dessen "Technik" aus einer Luftpumpe und zu Blubberfiltern umgebauten und mit Kies gefüllten
Tetra Min-Dosen besteht. Es gibt immer wieder Jungspunde in unserem Verein, die sich darüber lustig machen. Spätestens, wenn der "alte Hase" dann seine Nachzuchten auf die Börse bringt, halten sie die Klappe.
Ich habe das große Privileg, Aquaristik in einer Zeit "gelernt" zu haben, wo gerade mal der erste Eheim auf den Markt kam und niemand an
CO 2- Anlagen oder Nitrit-Tests überhaupt nur dachte.
Wie bei der Marine. die schicken ihre Kadetten auch erst mal aufs Segelschiff, bevor sie sie ins High-Tech-U-Boot lassen.
Gruß
Charly
PS: und jetzt wollt ihr sicher wissen, was ich gegen das Nitrit in neu eingerichteten Becken mache. Herzlich wenig!
Erst mal, nur saubere Zutaten, also keine Pflanzen aus dem Handel
(wg. Nitratbelastung), keine obskuren organischen Einrichtungsgegenstände (die Wurzeln und das Buchenlaub kommen rein, wenn das Becken eingefahren ist), als Boden, wenn überhaupt, gewaschener Spielplatzsand, keine Düngezusätze(mit dem Nitrit- und Nitrat-Test rumzumachen, nachdem man das Nitrat vorher selbst reingekippt hat, ist leicht schizophren). Und der Geheimtipp: wenn ich wegen eines "dringenden" Zuchtansatzes das Becken nicht einlaufen lassen kann, filtere ich über ein paar Hände voll Zeolith.
Fazit: simplify your life!
Und wenn jetzt jemand wissen will, was der Unterschied zwischen Nitrit und Nitrat ist, bitte ich Klaus, das zu erklären. Der kann das besser als ich.
Klaus, übernimmst du bitte?
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Beitragvon K. de Leuw » 14.11.2011 - 18:22

Hallo Charly,

danke für die wahren Worte. Nun hast Du meine volle Zustimmung.
Es soll übrigens ganz moderne Aquarianer geben, bei denen besteht die Technik aus einer Schaumstoffmatte und einem Luftheber, solche Filter laufen auch nach einem Ausfall ohne Reinigung wieder an, ohne das Becken zu vergiften. Und es gibt sogar welche, die haben Aquarien, die werden nur beleuchtet (und dann noch mit einer Lampe aus dem Baumarkt!) und haben gar keinen Filter. Pfui, wie kann man nur so böse sein zu der Zubehörindustrie.

Aus irgendeinem Aquaristikforum wurde ich schon mal herausgemobbt, weil ich zu entlarvend gegenüber den Meßreagenzfetischisten war. :jump:

Nun zum Nitrat und Nitrit: Alles was man als Aquarianer dazu wissen sollte:
- aus Abfällen (von Pflanzen, von Tieren, ...) entsteht u.a. zunächst Ammoniak, daraus dann Ammonium, Nitrit und zuletzt Nitrat. Ammoniak und Nitrit sind Gifte, deren übermäßiges Vorhandensein man an andauernder Atemnot der Fische erkennt, die ansonsten in der aquaristischen Praxis nur durch Hitze, Krankheiten oder Kohlendioxidüberdüngung entsteht. Ammonium und Nitrat werden von allen Fischen in höheren Konzentrationen vertragen, allerdings ist die Höhe art- und altersabhängig. In nicht zu arg überbesetzten Aquarien mit zügigem Pflanzenwuchs werden beide von Pflanzen relativ zügig aufgenommen und verwertet, so dass die Konzentrationen weit unterhalb der problematischen Grenze bleiben.
- Da beim Umbau von Nitrit zu Nitrat Sauerstoff benötigt wird, spucken ausgefallene Filter beim Wiederanlaufen bisweilen Nitrit ins Becken, weil im stehenden Filter Sauerstoffmangel herrschte.
- Unkundige sollten die Finger von irgendwelche Abkürzungen lassen, das geht oft in die Hose. NO3 und NO2 werden gerne für Nitrat und Nitrit genommen, sind aber falsch.
- Maßnahme gegen Nitrat: Weniger füttern, Tierbestand auf ein vernünftiges Maß senken, Wasserwechsel mit nitratarmem Wasser (Vorsicht in Gegenden mit industrieller Tierhaltung, das Leitungs- und Pumpenwasser dort ist oft nitratreich und somit eher als Flüssigdünger als als Aquarienwasser geeignet.)
- Maßnahme gegen Nitrit: Noch mehr Wasserwechsel, Durchlüftung und soweit möglich Temperatursenkung gegen die Atemnot.

Reicht das, Charly?

Gruß, Klaus
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