Schwarzwasserbecken Asien

Hier könnt ihr eure Aquarien vorstellen und Fragen zu Aquarien stellen.

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Schwarzwasserbecken Asien

Beitragvon chidrup » 12.02.2013 - 11:37

Schwarzwasserbecken Asien

Hallo,

gerne stelle ich Euch mein biologisch orientiertes „Ökoquarium“ vor.
Es handelt sich hierbei um ein Projekt, um Entwicklungspotentiale zu studieren und natürliche Abläufe zu beobachten. Dabei geht es mir nicht darum mit wissenschaftlichen Instrumenten zu erfassen, sondern im direkten Kontakt zu sein.
Abmessungen 60 x 30 x 30 cm. (Meine Traumgröße wäre 1,80 x 60 x 60 cm)
Beleuchtung aus dem Baumarkt: mit etwa 30 cm Abstand über dem Becken wurde eine zweistrahlige Wandleuchte bestückt mit 4,5 Watt LED-Strahlern befestigt.
Direkt vorne auf der Glasabdeckung liegt eine LED Leuchtstofflampe 13 W.
Beleuchtungsdauer je 12 Std eine halbe Stunde versetzt. Dadurch entsteht eine Art Morgen- bzw. Abenddämmerung.

DSC05219.jpg


Bodengrund hauptsächlich Rheinsand mit teilweise feinem Kies (leider zu hell) abgestreut.
Für guten Pflanzenwuchs und zur Aktivierung des Stoffumsatzes, habe ich dem Bodengrund eine Schicht mit effektiven Mikroorganismen (EM) fermentierten Bestandteilen wie Biokohle, Steinmehl, Zeolith, Keramikpulver und fermentiertem Ton unterlegt. Auch ein wenig Düngeferment aus Weizenkleie und Leinschrot ist dabei. Mit diesen Stoffen habe ich reichlich Erfahrung unter anderem bei der Topfpflanzenkultur, aber fürs Aquarium ist es in dieser Form ein Experiment.
Für Jemand der „EM“ nicht kennt, kann ich hiermit wahrscheinlich einiges Kopfschütteln ernten. Jedenfalls bin ich mit dem Ergebnis bisher sehr zufrieden.
Das Wasser wurde zur Erstbefüllung aus diversen Regentonnen und Teichen genommen um möglichst verschiedene Mikroben einzubringen.
Bei der Pflege nehme ich jedoch wöchentlich nur frisches Regenwasser aus der Tonne mit nicht nachweisbarer Härte (Tropftest).
Wasserwerte im Becken: pH 6,4, KH 6 mit sinkender Tendenz. Temperatur 23°C. Mit einigen wenigen Erlenzäpfchen und einzelnem Laub (Buche, Eiche), erhält das Wasser Huminsäuren und bekommt den typischen Schwarzwasserteint.
Dekoriert wurde mit örlichem Granitgestein und einer Roteichenwurzel.
Pflanzen: Hygrophila corymbosa ‚Stricta‘, Cryptocoryne becketti, Rotala rotundifolia, Microsurium pteropus, Pogostemon helferi, Eleocharis parvulus, Versicularia montagnei, Pogostemon helferi und Cryptocoryne affinis.
Eine kosmopolitische Wasserpest, diente am Anfang zum Einfahren. Jetzt mag ich sie nicht einfach herauswerfen.
Bisher wurden keine Düngungen vorgenommen um die Leistungsfähigkeit meines Bodengrunds unter den vorhandenen Bedingungen zu ermitteln.
Algen: Mit einem etwas überhälterten Javafarn wurden einige Blau- und Bartalgen eingeschleppt. Das löst bei mir allerdings keine Panik aus, sondern dienen als Studienobjekte.

Fischbesatz: 20 Boraras maculata, 5St Parospromenus cf. rubrimontis Mimbon 2008.
Die Fütterung ist etwas schwierig, weil die Bärblinge wesentlich schneller reagieren als die Paros. Man muss schon etwas tricksen, damit die einen nicht zuviel und die anderen zuwenig bekommen.
Ansonsten kommen die Fische mit den vorgefundenen Bedingungen sehr gut klar. Wenn sich demnächst Nachwuchs einstellt werde ich mir möglicherweise noch etwas einfallen lassen müssen, um den Bestand zu verjüngen.
Wirbellose: auf einmal war eine kleine Schnecke da mit spitz auslaufendem Häuschen und bronzefarbenen Punkten. Diese hat sich natürlich durch Gelege vermehrt.
Diese Schnecken sind reine Schwebekünstler. Sie können an einer Strömungsstelle in freien Wasser auf der Stelle schweben wie ein Drachen an der Schnur. So etwas wie ein Faden ist aber nicht zu erkennen.
Technik: Aussenfilter Eheim eXperience 150. Ich weiß das gefällt Euch nicht, aber das ist für mich ein Muss.
Die Temperatur ist durch die Raumheizung geregelt und etwas durch die Abwärme des Filtermotors bzw. Beleuchtung beeinflusst.

Vielen Dank für Eure Aufmerksamkeit und über Rückmeldung freut sich mit

Lieben Grüßen

Chidrup

P.S. Wenn es mir jetzt noch gelingt Fotos einzustellen bin ich erstmal zufrieden.

DSC05308.jpg
DSC05312.jpg
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Re: Schwarzwasserbecken Asien

Beitragvon chidrup » 20.11.2013 - 13:22

Hallo,
neben dem Sozialverhalten der Bewohner, ist für mich die sukzessive Veränderung des Lebensraumes, mit der interessanteste Aspekt der Aquaristik.
Im vorliegenden Beispiel hat sich der KH-Wert, wie geplant, langsam auf < 2 gesenkt, während sich der pH-Wert bei 6,4 stabilisierte. Bei den Pflanzen konnte man sehen, dass der Wert KH2 eine Grenze markiert. Sie wachsen zwar für die Verhältnisse (braunes Wasser, keine Düngung), immer noch erstaunlich gut, aber Rotala rotundifolia und Pogostemon helferi, sind doch deutlich beeinträchtigt. Auch die Blasenschnecken sind mittlerweile verschwunden.
Im Bestand der Algen gab es zuerst eine Bartalgeninvasion, von der hauptsächlich Hygrophila betroffen war, dann kamen Blaualgen (Cyanophyceen) dazu.
Die Algen habe ich mit dem überhälterten Microsurium eingekauft und ein Rest Steinwolle im Boden war ein weiterer Ausgangsherd. Meine These, dass Algen sich unterordnen, wenn man kontinuierlich die rechte Pflege betreibt, erfordert jedoch Geduld. Der Wasserwechsel von ein Drittel/Wo erfolgt jeweils mit Regenwasser, mit eingehängtem Torfstrumpf behandelt. Auf dem Granitstein habe sich mittlerweile dunkle braune Algenpolster gebildet, die sehr langsam wachsen. Die Bartalgen waren bald verschwunden, nachdem die stark befallenen Blätter entfernt wurden. Auch scheinen Blaualgen keine Bartalgen zu dulden. Der Blaualgenbefall war in diesem Becken allerdings nie besonders ausgeprägt und zeigt sich immer noch als dünne Schleier auf manchen Oberflächen.
Die beiden Arten P. rubrimontis und B. maculata haben sich gut auf die Verhältnisse eingestellt, jedoch innerhalb des Beckens nicht vermehrt, obwohl oft Fortpflanzungsaktivitäten zu beobachten sind.
Manchmal wünsche ich etwas mehr Aktion im Becken.
Das Becken steht jetzt beinah ein Jahr und mit beginnender Zunahme der langsam wüchsigen Pflanzen geht für mich die Einlauffase bald zu ende.
Jetzt bin ich gespannt wie es weitergeht.
DSC06338.jpg


Gruß
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Re: Schwarzwasserbecken Asien

Beitragvon CARNIVORE » 20.11.2013 - 14:26

Hallo Rolf,

die C.affinis hat sich wohl nicht gut entwickelt, oder hast du sie irgendwie beschränkt ?

Gruss Nico
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Re: Schwarzwasserbecken Asien

Beitragvon chidrup » 20.11.2013 - 18:06

Hallo Nico,
danke der Nachfrage:
die C. affinis habe ich zwischen die Hygrophila als Kontrast plaziert. Dort besteht im Wurzelraum eine starke Konkurenz. Ein großer Stein setzt eine Barriere. Trotzdem wächst diese besser als die kleine C. becketti. Nach meiner Erfahrung brauchen Cryptos eine Weile ehe sie gasgeben.
DSC06214.jpg


Gruß
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Re: Schwarzwasserbecken Asien

Beitragvon CARNIVORE » 21.11.2013 - 17:18

Hallo Rolf,

ich muss noch unbedingt was loswerden zur C.affinis (Härtels Wasserkelch)!
Behüte sie gut, denn im Handel gibt es sie so gut wie nie, weil sie sich nicht emers ziehen lässt.
Die affinis wird unter Hobbyleuten weitergegeben für manchmal recht hohe Beträge. Sie braucht/möchte weniger Licht als Anubias..., Microsorium & Co. und kommt ab 18°C zurecht, dabei ist sie noch wunderschön mit ihren Blatt-oberseitigen Äderchen und lila Unterseiten.
Eine seltene Cryptocoryne die schon ewig in der Aquaristik ist !

Gruss Nico
Grüße von
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Re: Schwarzwasserbecken Asien

Beitragvon chidrup » 21.11.2013 - 20:53

Hallo Nico,

Pflanzen sind mir sehr wichtig und diesen Wasserkelch finde ich auch wegen seiner Farbigkeit besonders schön. Immer wenn genügend Vermehrung stattfindet, besiedle ich weitere Aquarien damit. Hast Du sie auch? Leider fällt er gerne, ohne erkennbaren Grund der Cryptocorynenfäule zum Opfer. Bei mir zum Glück sind es bisher nur einzelne Blätter.

Gruß
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Re: Schwarzwasserbecken Asien

Beitragvon CARNIVORE » 21.11.2013 - 21:17

Hallo Rolf,

ich habe sie vor einem halben Jahr wieder geschenkt bekommen, nach dem mein erster Bestand von einem halben Quadratmeter einem nimmersatten Osphronemus gorami zum Opfer gefallen ist :oops: !
Die neue affinis hat mittlerweile immerhin schon vier Ableger produziert so das ich sie bald auf andere Becken verteilen kann. Zur Cryotocorynenfäule kann ich nichts sagen die ist bei mir noch nie vorgekommen.

Nico
Grüße von
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Re: Schwarzwasserbecken Asien

Beitragvon JürgenE » 21.11.2013 - 22:21

Cryptecorynenfäule hatte/habe ich in einem Aquarium bei C. ponteterifolia, welche noch nie befallen waren. Die C. willisii im gleichen Becken stört das eigenartiger Weise überhaupt nicht. Ich war viele Jahre davon verschont. Die zerfallenen Pflanzen treiben aber wieder aus.
Gruß, Jürgen
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Re: Schwarzwasserbecken Asien

Beitragvon fildertaucher » 08.04.2015 - 19:04

Hallo Rolf,

ist zwar ein ganz alter Thread, aber ich bin ja ganz neu hier :grin:

Das Aquarium gefällt mir außerordentlich gut, super strukturiert und bepflanzt und ein toller Besatz!
So was hätte ich auch gerne, wenn ich meins mal umstrukturiere, lediglich das Schwarzwasserpanschen ist nicht mehr so meins.

Zum Thema Cryptocoryne affinis- die gefällt mir auch sehr gut, jetzt weiß ich auch, warum ich sie nicht mehr finde :-(

Cryptocorynenfäule habe ich kürzlich erst erlebt nach einem wohl zu ausgiebigen Wasserwechsel von gut 50% ist mir der Bestand innerhalb von Stunden zusammen gebrochen, das war schockierend. Die reagieren wohl sehr heftig auf plötzliche Veränderungen des Milieus wie Lichtveränderungen, Wasser usw.

viele Grüße

Tino
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Re: Schwarzwasserbecken Asien

Beitragvon chidrup » 08.04.2015 - 19:58

Hallo Tino,

danke für die Rückmeldung.
ist zwar ein ganz alter Thread, aber ich bin ja ganz neu hier.

Das besondere am IGL-Forum, die Threads altern nicht!
Zum Thema Cryptocoryne affinis- die gefällt mir auch sehr gut, jetzt weiß ich auch, warum ich sie nicht mehr finde

Unter Liebhabern ist sie gut verbreitet.
Über plötzlichen Blattverfall der Cryptocorynenbestände im Aquarium wird viel gerätselt. Ein 50%iger Wasserwechsel tut denen nichts. Es scheint ganze Bestände, die schon länger gut wachsen, werden häufig betroffen. Einzelne neugesetzte Exemplare eigentlich nie. Viele suchen nach der Möglichkeit es zu verhindern, aber es gibt keine eindeutige Erkenntnis über die Ursachen.
Schöne Grüße
Chidrup Rolf Welsch IGL 288
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