Was für eine Krankheit ?

Formenkreise Betta coccina, Betta splendens und Betta bellica

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Was für eine Krankheit ?

Beitragvon Surferbabe » 22.08.2006 - 23:59

Hallöchen,

mein B. persephone Männchen ist krank :( und da ich eigentlich nie Krankheiten habe, bin ich jetzt sehr überfragt, was der kleine hat.

Vielleicht kann mir hier ja jemand helfen...

Verhalten scheint normal, allerdings hat der kleine Juckreiz.
Ich habe zuerst Oodinium vermutet, aber das scheint es nicht zu sein,
wenn ich mir jetzt so seine Wange ansehe.

Armer kleiner Kerl ..

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Beitragvon Surferbabe » 23.08.2006 - 03:38

Habe nochmal 2 Bilder machen können:

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Beitragvon fischmichi » 23.08.2006 - 08:49

Hallo Anja,

für mich sieht es aus wie Weißpünktchenkrankheit (Ichthyophthirius). Es gibt bei dieser Krankheit auch einige sehr hartnäckige Formen (habe einige Jahre im Zoofachhandel gearbeitet und damit einige Erfahrung). Mit der Behandlung sollte man so schnell wie möglich beginnen. Näheres unter anderem hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Ichthyophthiriose. Ich hatte die besten Ergebnisse bei folgender Behandlung: Temperatur auf 28° - 32° C erhöhen, auf 50 Liter Wasser ein schwach gehäuften Esslöffel jodfreies Kochsalz aufgelöst ins Aquarium geben und ein Mittel, auf Basis Malachitgrünoxalat (zinkfrei), aus dem Handel entsprechend Dosierungsanleitung benutzen. Um sicher zu gehen die Behandlung nach ca. 10 Tagen wiederholen. Vorher jedoch die Hälfte Wasserwechsel.

Gruß Michael
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Beitragvon Thomas P. » 23.08.2006 - 11:15

Hallo Anja!
Ich hatte exakt gleich aussehende Fälle bei Betta rutilans. Ich kann Dir leider nicht sagen was es ist, habe jedoch für mich einige Zusammenhänge erkannt:
.) die "Erkrankung" verläuft nicht unbedingt tödlich!
.) sie ist nicht offensichtlich ansteckend. Vielleicht sind alle Tiere Träger, aber nur bei einzelnen Individuen kommt es zum Ausbruch.
.) sie zeigt sich nicht bei jungen Tieren. Bei kleinen Bettas meine ich jünger als ein Jahr.
.) sie zeigt sich bei z.B. durch Alter, Umsiedlungsstreß geschwächten Tieren.
.) sie zeigt sich bei Tieren die "zu gut" gehalten werden: reichlich energiereiches einseitiges Futter, zu hohe Haltungstemperaturen, keine Temperaturschwankungen, keine Veränderungen des Wasserchemismus.
.) sie zeigt sich bei ungenügenden hygienischen Verhältnissen: zu seltener Wasserwechsel (d.h. Anstieg der Keimzahl), zu hohem pH-Wert, hoher organischer Belastungen von sich z.B. zersetzendem Schwarztorfgranulat (als Bodengrund), Fasertorf und Laub. Sollte Dein Tier übrigens auch Flecken in den Flossen zeigen ist es sicher die organische Belastung im Wasser!

Geholfen hat bei mir eine erhöhte Aufmerksamkeit bei der Hygiene und eine weniger verzärtelnde Haltung. Starke Tiere sind bei mir nach der Umstellung im obigen Sinne "von selbst" gesund geworden. Ich habe aber fallweise auch mit Meersalz (ein Eßllöffel auf 10 ltr. Aquarienwasser für 10 Tage) und Hexa-ex entsprechend der Dosier-Anleitung unterstützend eingewirkt. Dies bewirkt vor allem ein Abklingen der sekundären Auswirkungen von Bakterien und Pilzen und diese Behandlung wirkt sich nicht negativ auf die Fruchtbarkeit und die Lebenserwartung aus.
Bitte vermeide so lange Du kannst kupferhältige Präparate! Die Auswirkungen von Metallen im Weichwasser sind meiner Meinung nach nicht einzuschätzen. Ich hege hier stark die Vermutung, daß einige nicht züchten wollende Tiere durch Schwermetalle geschädigt sind.

Ich wünsche Dir :wink: und Deinem B.persephone gute Besserung!

Thomas

P.S.: gab es in jüngster Vergangenheit erfolgreich Nachzucht? Also ohne nennenswertem Ausfall bei Eiern und Jungfischen?
Thomas P.
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Beitragvon Surferbabe » 23.08.2006 - 13:53

Also laichen tun die B. persephone regelmäßig.
Allerdings kommen da keine Jungen durch, da ich dort zur Zeit kleine Bärblinge mit im Aquarium habe.
Auf Grund der Vermutung einer Krankheit habe ich diese auch nicht aus dem Aquarium rausgenommen und umgesetzt.
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Beitragvon Thomas P. » 23.08.2006 - 15:02

Bist Du Dir sicher, daß sich die Eier normal entwickeln, Jungfische über das Stadium des "hängens" hinauskommen und tatsächlich freischwimmen bevor sie dann gefressen werden? Warum ich so überspitzt frage beruht auf der Tatsache, daß Eier und Larven erfahrungsgemäß die ersten sind an denen Krankheiten und ungenügende Wasserqualität festgestellt werden können. Interessanterweise ist es bei meinen B.persephone manchmal so, daß sich zwar die Eier normal entwickeln, sich dann aber die gerade freischwimmenden Larven als nicht lebensfähig erweisen. Kaum wechsle ich das Wasser geht die "Erfolgsquote" wieder hinauf!
Ich habe nocheinmal ein wenig recherchiert und dabei gefunden, daß sich bei Arten aus dem B.coccina-Formenkreis die Schuppen im Kopfbereich spreizen, wenn organische Belastungen im Wasser vorhanden sind. Sogenannte Schuppensträube. Wenn ein Wasserwechsel keine Besserung bringt, sollen alle organischen Dekorationselemente getauscht werden (Donoso-Büchner, Schmidt).
Thomas P.
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Beitragvon Surferbabe » 23.08.2006 - 15:06

Ich hatte sowieso vor heute nochmal das komplette Aquarium zu reinigen.
Hoffentlich hilft es ...
Dazu kommen dann neue Erlenzapfen, die ja etwas antiseptisch wirken.
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Anja

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Beitragvon fischmichi » 23.08.2006 - 20:09

Hallo,

muss mich doch noch mal melden, nicht das alle denken, was hat der denn für ein Kommentar losgelassen. Muss mich also entschuldigen, habe denn Text und die Bilder von Anja nur überflogen und die Schuppensträube an der Wange nicht beachtet. Die weißen Pünktchen sehen mir aber trotzdem sehr nach Ichthyophthirius aus.
Ansonsten kann ich das bestätigen was Thomas sagt, kupferhaltige Präparate sind im Weichwasser oft tödlich, hatte jedenfalls mal mit Sphaerichthys osphromenoides sehr schlechte Erfahrungen diesbezüglich gemacht. Bei Verschlechterung der Wasserqualität habe ich bei meinen Fischen (haupsächlichst Ctenopoma- und Microctenopoma-Arten und Hechtlinge der Gattung Epiplatys) immer auch Probleme mit leichter Glotzaugenbildung.
Also Anja, hoffentlich bekommst du deine Tiere wieder in Griff.

Gruß Michael
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Beitragvon Surferbabe » 23.08.2006 - 22:23

Ist ja merkwürdigerweise nur das eine Betta Persephone Männchen.
Sonst sind alle Fische ok.
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Beitragvon Thomas P. » 25.08.2006 - 21:17

Mir erscheint das durchaus logisch: gemeinsam mit Eiern und Larven ist wohl der brutpflegende Elter in einer vergleichsweise geschwächten Kondition. Wenn dieser z.B. während einer Laichperiode mehrere Gelege hintereinander betreut, und gerade jüngere Betta nehmen ihre Rolle sehr ernst, wird das einiges an Substanz kosten. Dementsprechend wird bei diesem Individuum als erstes eine Faktorenerkrankung auftreten.
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Typische Schwächekrankheit der kleinen roten Betta

Beitragvon emha » 26.08.2006 - 08:49

Hallo Anja, ich denke mit Ichtio hat es nichts zu tun. Ich stimme Thomas`Anmerkungen in seinen Vorschlägen zur Behandlung ausdrücklich zu. Diese Art der Schuppensträube hat nichts mit Bauchwassersucht zu tun, die Aufwölbung liegt an einer Gewebeschwellung/ Geschwulst, die als "Pickel" zutage treten kann. Ich würde prophylaktisch das Becken mit Hexa Ex und Salz gegen Oodinium behandeln. Latentes Oodinium spielt m. E. bei dir (eigentlich bei kleinen roten B. immer) möglicherweise mit eine Rolle. Und die Finger weg von Wasseraufbereitern und anderern "Medikamentenzerstörern" wie Easy-live. Ich würde es -wie Thomas auch schreibt- mit der Oodiniumbehandlung und eine sterilere/ saubere Haltung versuchen. Sauberes, saures Schwarzwasser oder Klarwasser, alle alten Torf- und Wurzelbrocken raus (die gammeln auch irgendwann) und dann hoffen. Viel Glück.

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Genesung?

Beitragvon Thomas P. » 27.09.2006 - 20:17

Surferbabe hat geschrieben:Ist ja merkwürdigerweise nur das eine Betta Persephone Männchen. Sonst sind alle Fische ok.


Hallo Anja,

nur zu Dokumentationszwecken: wie geht es Deinem B.persephone-Männchen?

Liebe Grüße,
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Beitragvon Surferbabe » 27.09.2006 - 21:02

Huhu,

also momentan habe ich in dem Aquarium wieder mal mit Oodinium zu kämpfen.
Das B. persephone Männchen lebt noch und balzt gerade sein Weibchen an.
Schwellung ist soweit wieder verschwunden und ihm geht es gut.
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