Ortung/Erkennung von Futtertieren

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Ortung/Erkennung von Futtertieren

Beitragvon freaky_fish » 27.11.2009 - 10:00

Hallo zusammen,
wie aus dem Titel zu erkennen, geht es mir um die Fragestellung, wie unsere betta eigentlich ihr Futter orten. Erfolgt dies eher auf visuellem Wege, riechen die Tiere ihre Futtertiere oder wie finden sie sie?

Folgende Beobachtung hat mir mir zu dieser Frage geführt: Ich habe mir vor einiger Zeit auf einer Fischbörse ein paar Futtergarnelen gekauft. Die Krabbler haben sich im Sommer auf dem Balkon reichlich vermehrt, so dass ich jetzt dazu übergegangen bin, meinen betta smaragdina eine Erweiterung des Futterplans zu gönnen. Im ersten Versuch setzte ich ca. 50 Garnelen unterschiedlicher Größe zu den betta (Garnelen wurden vorher eingewöhnt). Die betta haben sie sich gut schmecken lassen und sind lauernd durch das ganze Becken geschlichen, um die Garnelen aufzuspüren. Es wurden kleine und große Garnelen gefressen. Allerdings nicht alle, am nächsten Tag konnte ich noch ca. 10 Garnelen entdecken (es waren mehr, aber das wußte ich da noch nicht). Die Garnelen, welche in ihrem Zuchtbehälter farblos waren, färbten sich in dem Becken (dunkler Bodengrund) dunkel ein und waren gut getarnt. Wieder einen Tag später konnte ich beobachten, dass betta an den Garnelen vorbeischwammen, ohne sie zu beachten, obwohl die Garnelen die ideale Größe zum fressen hatten. Aber sie wurden in Ruhe gelassen. Ich konnte keine Garnelenjagden mehr beobachten. Das hat mich etwas verwundert. Also kescherte ich wiederum 50 garnelen aus meinem Zuchtbecken, gewöhnte sie ein und setzte sie zu den betta smaragdina. Die neuen Tiere wurden gejagt und gefressen, die "alten" jedoch nicht. Wieder einen Tag später konnte ich beobachten, dass auch die neuen Garnelen, die noch übrig waren, nicht mehr gejagt wurden. Auch diesmal hatten sich die Garnelen dunkel gefärbt.
Wie kommt das, dass die Garnelen, welche die ersten 24 Stunden im Becken überleben, anschließend unbehelligt bleiben? Sind sie durch die Tarnfarbe für die betta nicht mehr zu sehen? Oder riechen sie dann wie das gewohnte Becken und sind nicht mehr über Geruchssinne aufzuspüren? Oder liegt es daran, dass die Garnelen das Becken kennen und nicht mehr panisch und desorientiert rumschwimmen, sobald ein Fisch kommt? Ich konnte betta Schnauze an Schnauze mit Garnelen sehen, ohne dass die Garnele als Futter endete.

Würde mich sehr interessieren, ob jemand eine Antwort auf meine Fragen hat.

Viele Grüße
Verena
Der wahrhaft Ethische nimmt sich die Zeit, einem Insekt, das in einen Tümpel gefallen ist, ein Blatt oder einen Halm zur Rettung hinzuhalten. Und er fürchtet sich nicht, als sentimental belächelt zu werden.

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Beitragvon christian spindler » 27.11.2009 - 14:06

Hi,

Ja das würde mich auch interessieren!
Ich hatte vor einiger Zeit Garnelen und Betta imbellis gemeinsam in einem 60er Becken.
Die Garnelen waren eigentlich nicht als Futter gedacht, jedoch wurden sie alle gefressen,...es waren aber auch Garnelen, die weiß gefärbt waren, und sich also nicht tarnen konnten.
Daher vermute ich mal, dass es schon auf die Färbung der Futtertiere ankommt!

Das Folgende passt zwar nicht zur Frage, jedoch würde es mich trotzdem interessieren:
Und zwar bekomme ich bald Betta rubra, und habe seit einiger Zeit einen kleinen Marmorkrebs, den ich dann gerne gemeinsam mit den rubras in einem Becken halten würde.
Der Krebs ist zwar gut getarnt, jedoch weiß ich nicht, ob die Fische den Krebs anrühren, oder umgekehrt.
Weiß hierzu jemand etwas?
Würde das denn grundsätzlich gehen, oder muss der Krebs in ein anderes Becken?
Für Experimente, dei denen entweder die Fische oder der Krebs zu Schaden kommen, sind mir die Tiere zu schade!

Ich bin gespannt auf eure Antworten!
Liebe Grüße, Christian
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Beitragvon chris78 » 27.11.2009 - 15:02

Hallo,

ich denke, dass der Jagdtriebvor allem optisch, durch die Bewegung der Garnelen ausgelöst wird:
Frisch eingesetzt (wie Futter: von oben) zucken und schwimmen sie erst mal herum.
Am nächsten Tag krabbeln sie langsam und unauffällig im Becken, sind also nicht mehr so interessant. Dass die Farbe nicht mehr so auffällt, tut ein übriges.

Bei mir leben ebenfalls smaragdina mit Garnelen, Red Fire. Die vermehren sich noch, werden auch nicht gezielt gejagt. Die Garnelen waren zuerst im Becken, erschienen den Fischen also nie als Lebendfutterprtion. Allerdings schwimmen sie praktisch nicht mehr frei, seit die Bettas da sind.

Gruß chris
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Beitragvon moskal » 27.11.2009 - 15:18

Hallo,

sowas konnte ich zwar nicht mit Bettas beobachten, aber mit Axolotln. In deren Aquarium vermehren sich Red Fires ungehemmt. Am ersten Tag waren sie noch als Futter interessant, danach nicht mehr. Mittlerweile laufen sie direkt vor der Axolotlnase rum und es passiert nichts, obwohl Axolotl eigentlich nicht satt zu bekommen sind. Eine Farbveränderung habe ich auch festgestellt, in ein knalliges dunkles Rot. Der gleicher Stamm ohne Feind im Aquarium ist für die Art üblich gefärbt. Das könnte auch an der Ernärung liegen, bei den Axolotlln füttere ich die Garnelen nicht. Aber möglicherweise reagieren sie ja tatsächlich mit Ausschüttung von irgendwelchen Substanzen auf Feinde? An Tarnung glaub ich aufjedenfall nicht, bei mir sind sie sehr auffällig knallebunt.
In anderen Aquarien sind die Fische (Channa pulchra, Monotrete palembangensis, Erpetoichthys calabaricus, Uaru amphiacanthoides und Heros efasciatus) nach wie vor ganz wild auf die Garnelen, dort haben sie aber auch keine Chance sich zu verstecken, sie werden sofort gefressen . Ich denk ich werde die Tage mal ein Feldversuch mit einem Ablaichkasten, Garnelen und einem Aquarium voller Räuber starten. Ich bin gespannt, was rauskommt.
Gruß, Helmut
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Beitragvon JürgenE » 27.11.2009 - 19:46

Hallo,
ich habe Ceylon-Glasgarnelen in einem Aufzuchtbecken. Im allgemeinen sind dort Barben ab einem Zentimeter aufwärts drin. Dort vermehren sie sich auch, lediglich bei dichtem Fischbesatzt gab es Probleme, die jungen Garnelen wurden warscheinlich gefressen. Nach Verkauf eines Teiles der Fische erholte sich die Garnelepopulation wieder.
Gruß, Jürgen
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Garnelen

Beitragvon Michael » 28.11.2009 - 09:12

Hallo zusammen,
ich habe auch gute Erfahrungen mit Garnelen und Betta gemacht. Meine Betta smaragdina und Betta channoides leben schon seit zwei Jahren mit Ceylon Garnelen zusammen. Bei den großen maulbrütenen Kampffischen mache ich gerade erste Versuche. Sie vermehren sich zwar nicht so schnell, aber in diesen Aquarien habe ich nie Odinium. Wichtig sind aber genug Verstecke für die Garnelen. Buchen und Eichenblätter werden gerne von den Garnelen aufgesucht. Leider habe ich nie Beobachten können, das Süßwassergarnelen die Fische "putzen". Aber so was gibt es bestimmt auch im Süßwasser! Warum sollte sich sowas nur im Meerwasser entwickelt haben?
Gruß, Michael
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