Microwürmchen verfüttern - wie????

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Microwürmchen verfüttern - wie????

Beitragvon RobertB » 12.05.2011 - 10:36

Moin Leute,

ich habe mal eine Frage zu Microwürmchen.
Dank Verena habe ich Microwürmchen erhalten und erfolgreich auf 3 große Joghurt Gläser verteilt.

Über dem Haferbrei sind nun auch immer kleine Würmchen zu sehen.

Ich habe zwei verschiedene Pinsel probiert, einmal ein Borstenpinsel und einmal
einen mit Haarrpinsel (weiche schwarze Borsten).

Frage:
Muß ich die Würmchen bis oben ziehen, damit sie am Pinsel bleiben?
Was mache ich mit dem Haferbrei, der sehr fein mit am Pinsel klebt?

Ist eine flache Schale vielleicht besser, weil die Strecke bis zum Rand kürzer ist?

Oder bin ich einfach nur zu ... ? :o

Gruß
Robert
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Beitragvon GaNjA » 12.05.2011 - 11:30

Hi Robert!
Eigentlich sollten die Mikro die Glaswand hochklettern und von dort aus sollst du Sie mit einem Pinsel (oder einfach Finger) abnehmen und dann direkt verfüttern...
nicht den Brei mit ins Becken machen!
Wenn Sie die Wand nicht hochkrabbeln vielleicht die Gläser ein wenig schwencken und wieder hinstellen, irgendwann krabbeln Sie schon hoch.
Man kann das Glas auch für kurze Zeit auf die Abdeckung stellen wo es warm ist, dann krabbeln Sie meist besser hoch...
Viel Gück!
MfG
Marco Graumann
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Verbesserungsvorschläge

Beitragvon emha » 12.05.2011 - 11:40

1. Kunststoffgefäße (Tupper) krabbeln sie noch besser.
2. Auf die Leuchte oder oben auf die Aquarien warm stellen.
3. Ab und an etwas Hefe und/oder Milch dazu, dann rennen sie die Wände hoch.

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Beitragvon freaky_fish » 12.05.2011 - 12:01

Hallo Robert,

ich entnehme die Würmchen mit dem Finger, wenn sie die Glaswände hochsteigen. Da sind die Würmer dann auch schön sauber, denn der Brei darf nicht mit ins Becken, wie Marco schon sagt. Wenn sie gut hochsteigen gehen sie gut bis zur Hälfte des Glases oder bis zum Deckel rauf (bei meinen Gurkengläsern), da kann man den unteren Bereich mit Haferbrei dran gut vermeiden.

Wenn sie nicht richtig hochsteigen wollen sondern nur knapp über dem Haferbrei sind dann wie Marco schreibt entweder auf die Abdeckung stellen (Wärme) oder das Glas fester zudrehen, dann wird die Luft knapp und sie gehen auch hoch. Das muss dann aber schon täglich einmal aufgemacht werden, sonst ersticken sie.

Liebe Grüße
Verena
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Beitragvon Arbeitszimmer » 12.05.2011 - 14:48

HI,

Als ich noch welche hatte, unter Diagläsern gefüttert kriechen auf der Scheibe rum, ab ins Wasserglas dann ins Becken......
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Beitragvon GaNjA » 12.05.2011 - 18:02

Daniel, ich glaube du verwechselst grad grindal mit mikrowürmern ;)
MfG
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Beitragvon Arbeitszimmer » 12.05.2011 - 21:52

:oops: Recht haste....
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Beitragvon RobertB » 13.05.2011 - 08:17

Hallo Leute,

danke für die Tipps,
ich habe heute morgen meine Panzuerwelsjung gut füttern können.

LG
Robert
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Micro-Würmchen, wie entnehmen?

Beitragvon framiro » 05.12.2011 - 22:06

Hallo,

ich benutze, wenn die Würmchen gestiegen sind, ein Wattestäbchen um sie von der Wand des Behälters abzustreifen. Dieses spülen ich dann im Aquarium aus. Wichtig ist, dass das Wattestäbchen niemals ein 2tes mal benutzt wird. Die Folge wäre sehr schnell Schimmel in der Microwürmchenzucht. Deshalb nutze ich auch niemals die Finger.

Sind die Würmchen nicht gestiegen, so kauf dir eine Spritze in der Apotheke (10ml), zieh etwas sauberes (!) Wasser auf und auf träufel dieses auf die wimmelnden Würmchen. Die Dose schräg halten und die Flüssigkeit mit den abgeschwemmten Würmchen in die Spritze aufziehen und verfüttern. Damit habe ich die besten Erfahrungen gemacht.

Gruß aus Bonn

Michael
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Beitragvon Bettina76 » 05.12.2011 - 22:42

Hi,

ich nehme am liebsten 4-eckige Plastikschüsselchen von KIK. Da kosten 3 Stück zusammen 1-, Euro!!! Die sind auch nicht zu flach und nicht zu hoch und haben eine große Fläche, scheint der Vermehrung sehr dienlich zu sein.

Oben 1-2 kleine Löcher mit nem Korkenzieher rein, daß etwas Sauerstoff ran kommt. Als Futter leicht zerbröselte Haferflocken und wenn ich hab etwas Trockenhefe draufstreuen.

Die Mischung muß sehr sauber in den Behälter gefüllt werden, damit eben kein Breirest an den Rändern hängt. Eine Weile dauert es schon (ca. 1 Woche) bis sich ein Ansatz so weit etabliert hat, daß auch Würmchen hochkriechen. Sobald ich den Deckel zum Füttern öffne, kriechen alle wieder runter.

Am besten finde ich auch Wattestäbchen, saubere und billige Methode.


Ab und zu mal nachstreuen mit Hefe, Semmelbrösel oder Haferflocken...und...wenns anfängt komisch zu stinken...dann rechtzeitig einen neuen Ansatz machen. :wink:

Bettina
Man hat immer ein Becken mehr, als man wollte, und doch immer eins zuwenig.
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Beitragvon framiro » 05.12.2011 - 23:16

Wen es interessiert...

Dies ist die komplette Anleitung, die ich geschrieben habe und meinen Zuchtansätzen der "Walter Mikrowürmchen" beilege.


Anleitung zur Futterbrei Herstellung für Walter Mikrowürmchen


Ich rühre den Brei aus, in der Kaffeemühle gemahlenen Haferflocken, abgekochtem KALTEM Wasser und etwas Trockenhefe (Messerspitze!) an. Quellen lassen! Nach dem Quellen gebe ich, um die Konsistenz des Breies einzustellen (er sollte so flüssig sein, dass er so gerade nicht mehr aus dem Becher tropft), noch Möhrensaft vom Discounter hinzu. Die Würmchen werde nach dem Anrühren des Breies steigen und lassen sich dann mit einem Q-Tip abstreifen und ins Wasser zu den Jungfischen geben. Immer einen neuen Q-Tip benutzen, da sonst mit dem Aquarienwasser Keime in die Dose eingetragen werden und sich Schimmel bilden kann. Steigen sie nicht, kann man noch ein paar Krümel Trockenhefe aufstreuen (sehr wenig!) und warten, dass sie wegen dem CO², das durch die Hefegärung entsteht (Sauerstoffmangel treibt sie nach oben), aufsteigen. Oder eine Spritze (10ml) in der Apotheke kaufen, etwas sauberes (!) Wasser aufziehen und auf dieses auf die wimmelnden Würmchen träufeln. Die Dose schräg halten und die Flüssigkeit mit den abgeschwemmten Würmchen in die Spritze aufziehen und verfüttern. Damit habe ich die besten Erfahrungen gemacht. Ist keine Kaffeemühle vorhanden, kann man auch sehr gut Schmelzflocken für Babynahrung nehmen. Diese zerfallen schon, sobald sie nur Wasser sehen. Aus Erfahrung... diese Flocken lassen sich in der Regel bei der Nahrung für Babys, nicht bei den normalen Haferflocken finden. Als Behälter nehme ich z.B. die Dosen des Eiersalat vom A**I und mache nach dem Säubern mit einer heißen Nadel kleine Löcher in den Deckel. Sobald die Zucht läuft, noch ein oder zwei weitere Dosen zeitversetzt ansetzen. So hat man immer eine Dose, die, weil die Zucht evtl. zusammen gebrochen (mir noch nicht passiert), oder erschöpft ist, als Impfdose für einen neuen Ansatz, oder zur Entnahme des Futters genutzt werden kanb. Ich habe meinen Ansatz damals sofort geteilt und ihn auf 2 Dosen aufgeteilt.

Den Walter-Mikrowürmchen-Ansatz erst in den Brei einrühren, wenn die Konsistenz stimmt. Ich besprühe mit einem alten Deo-Pumpsprüher meinen Ansatz, sobald er "trocken" an der Oberfläche erscheint. Alle 10 bis 14 Tage rühre ich ihn um und stelle die Konsistenz mit Möhrensaft neu ein. Sollte man mal vergessen haben nach den Würmchen zu schauen und der Brei scheint tot zu sein, nicht wegschmeißen, sondern neuen Brei anrühren, einen Löffel des "toten" Ansatzes einrühren und warten. Nach spätestens 8 Tagen wimmelt es nur so an der Oberfläches von Würmchen. Die Würmchen sind sehr robust. Nach spätestens 2 Monaten, wenn der Brei dunkel wird (oder auch früher), sollte der Doseninhalt bis auf einen Löffel entsorgt und komplett neu mit Brei befüllt werden. Den vorher abgenommenen Löffel unterrühren.

Ich habe im Inet gelesen, dass man Spirulinapulver auch unter den Brei mischen kann und das dieser die Würmchen gehaltvoller macht. Ich habe es ausprobiert und die Würmchen scheinen das Spirulina aufzunehmen, da sie grünlich erscheinen.
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Beitragvon fischmichi » 06.12.2011 - 10:17

Hallo alle,

wenn ich mir die letzten Bericht anschaue, kann eine Mikro-Zucht ja richtig aufwendig werden.

Hier mal meine, Jahrzehnte lang bestens funktionierende, Zuchtanleitung.

Kleine Plastikdose, den Deckel leicht durchlöchert.

Eine halbe Scheibe Schwarzbrot ohne Kruste wie ein Schwamm mit Wasser aufsaugen lassen, in die Dose legen und oben auf den Mikroansatz.
Nach ein paar Tagen "explodieren" die Mikro förmlich.
Dies ging, solange wir noch DDR waren, ohne Probleme. Es gab nämlich beim Bäcker eigentlich nur unser Einheitsbrot, genannt "Mischbrot". Damit hat es immer bestens funktioniert.

Nach der Wiedervereinigung wurden wir auf einmal mit diversen Brotsorten erschlagen. Das hast meinen Mikrowürmchen überhaupt nicht gefallen. Durch viel probieren habe ich raus gefunden, kein Körnerbrot, hoher Roggenanteil. Ich hatte die besten Erfolge mit "Doppelbackbrot" oder "Roggensaftbrot", aber auch nur von bestimmten Bäckern. Man muss halt ausprobieren. Wenn es dann klappt, ist es die einfachste Sache der Welt, Mikro in Massen zu züchten. Wahrscheinlich muss es ein gut gebackenes Sauerteigbrot ohne Konservierungsstoffe sein. Wichtig ist, Brotsorte und Bäcker merken.

Hier noch ein paar Bilder:


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Gruß Michael
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Beitragvon Charlyroßmann » 06.12.2011 - 16:11

Hallo!
Ich bin immer wieder erstaunt, was für eine Wissenschaft man aus der Mikrozucht machen kann.
Mein Rezept:
Schmelzflocken und Milch in breiiger Konsistenz halbzentimeterhoch in ein Schraubglas, das nicht tiefer sein darf als mein Mittelfinger lang ist. Hefe und Mikrowürmer drauf, Deckel nicht festschrauben. Warm stellen und nach vier Tagen kann man anfangen zu füttern. Und die Würmer entnehme ich mit, genau, dem ausgestreckten Mittelfinger, womit denn sonst?
Gruß
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Beitragvon Jan » 06.12.2011 - 16:19

Hallo Robert,

wie Du vermutlich jetzt schon geschlossen hast, ist es wichtig, dass im Gefäss langsam der Kohlendioxidgehalt steigt (Kohlendioxid sammelt sich am Boden). Dann gehen die Würmchen nach oben - sonst gibt es keinen Grund.
Deshalb ist es wichtig, dass ein Deckel auf dem Gefäss ist und man Hefe drin hat.
Und nur wenn sie hochkriechen sind sie auch sauber zu entnehmen.
Kleine Löcher braucht das Gefäss, damit die Würmchen dennoch etwas Sauerstoff bekommen.
Ich vermute Du hattest das Gefäss zu offen.

Grüsse,
Jan
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Beitragvon Charlyroßmann » 06.12.2011 - 16:54

Hey, das ist interessant.
Es ist also das CO2, das die Mikro nach oben treibt.
Deshalb sind sie nach Öffnen der Gläser ruckzuck verschwunden.
Bei meinen Ansätzen in alten Nutellagläsern drehe ich den Deckel fest und dann eine halbe Umdrehung wieder zurück. So kommt Sauerstoff rein, aber das Substrat trocknet nicht aus. Und wenn die Ansätze "müde" werden, gebe ich einen gestrichenen Teelöffel Hefe drauf. Schon am nächsten Tag kriechen die Würmer wieder am Glas hoch. Und wenn das auch nicht hilft, mit Schmelzflocken und Milch nachfüttern.
Gruß
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