Käufliches Trockenfutter

Alles rund um Futter und Futterzuchten.

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Beitragvon manticora » 18.10.2011 - 08:37

Ey, Klaus de Leuw, sag nix gegen Schokolade!!
Ich hab das Futter von Torsten bekommen, er hat es in Unmengen frisch daheim liegen (er ist Fischwirt). Es ist Aufzuchtfutter! Kein Mastfutter.
Genzel ist ein Futter-Shop (http://www.aquakultur-genzel.de/)
Knut
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Beitragvon Charlyroßmann » 18.10.2011 - 09:05

Hallo, Nico!
Kokzidiostatika sind Mittel gegen Kokzidien, das sind einzellige Darmparasiten der Kaninchen.
Es gibt auch kokzidiostatikafreie Kaninchenpellets.
Ich selbst nehme die stinknormalen Kaninchenpellets aus dem Zoohandel.
Ich kaufe das Zeug sowieso kiloweise für die Kaninchen meiner Tochter und zweige ab und zu ein paar Pellets für die Fische ab. Kaninchenpellets bestehen im wesentlichen aus gemahlener und gepresster Luzerne.
Der Nährstoffgehalt wirkt auf den ersten Blick furchtbar hoch, aber viele Nährstoffe sind in den Zellen eingeschlossen und nur für spezialisierte Grünzeugfresser wie Kaninchen erreichbar. Für den Rest der Welt dienen sie als wertvolle Ballaststoffe. Davon kriegen die Fische sowieso oft zu wenig.
Gruß
Charly
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Beitragvon Fischmann » 18.10.2011 - 11:32

Hallo!
Ich hatte mit Wolfgang, der auch Mitglied der IGL ist, die Diskussion, ob man nicht besser für Zierfische Laichfischfutter verwenden sollte, um sie mit dem hohen Fettgehalt der Mastfutter nicht zu überlasten. Laichfischfutter gibts aber nur in Größen von ca. 6-8mm. Er riet mir, das Brutfutter zu verwenden. Mein Einwand, dass man dann auch Eiweißgehalte von 50-60 % füttert, entkräftete er und riet auch zu sparsamem Füttern. Er sagte noch, dass die Futtermittel für marine Arten in der Aquakultur am besten geeignet seien (auch nicht so hohe Fettanteile).
Ich persönlich finde die Preisdiskussion beim Zierfischfutter jetzt nicht so vorrangig, das größere Problem ist, dass die Futtermittel oft einfach minderwertig sind. Ein guter Bekannter, der auch in dieser Branche (Zierfischfuttermittel) tätig war, sagte einmal "Luft in Tüten". Und dafür ist es dann wirklich zu teuer.
Auf dem Gebiet der Fütterung in der Aquakultur wird eine intensive Forschung getrieben, im Moment hauptsächlich mit dem Ziel des Ersatzes oder Anteilsverringerung von Fischmehl und Fischöl durch pflanzliche Rohstoffe. Ich denke grundsätzlich, besseres (Trocken-)Futter ist nicht zu bekommen, man muss nur das Richtige verwenden.
Gruß Torsten

p.s.: Wer welches braucht, ich kann zu jeder Tagung etwas mitbringen, auch mal probeweise.
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Beitragvon CARNIVORE » 18.10.2011 - 17:40

Grüsst Euch!
Sehr spannend was Ihr da Erzählt!
Ich habe selbst noch nie Forellenpellets ausprobiert, werde es aber noch. Soweit mir bekannt ist, gibt es die auch in kleinen Gebinden in Angelgeschäften.

Nico
Grüße von
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Beitragvon Thomas P. » 18.10.2011 - 19:38

Servus Knut, und alle anderen die es interessiert!

manticora hat geschrieben:Ey, Klaus de Leuw, sag nix gegen Schokolade!!


Aber ich: http://web.ard.de/themenwoche_2010/?p=1567
Einfach auf den Link "Schmutzige Schokolade: Kindersklaven schuften für unseren Genuss" klicken und Video anschauen.

Und was mich an den meisten gängigen Trockenfuttersorten stört, ist der Fischmehlanteil aus Salzwassertierbeständen: http://fair-fish.ch/wissen/zucht/fischfutter.html
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Beitragvon K. de Leuw » 18.10.2011 - 21:59

Hallo Thomas,

Thomas P. hat geschrieben:Und was mich an den meisten gängigen Trockenfuttersorten stört, ist der Fischmehlanteil aus Salzwassertierbeständen: http://fair-fish.ch/wissen/zucht/fischfutter.html


interessante Seite, zwei Schönheitsfehler:
1. Die Seite belegt Deine Aussage nicht, die gängigsten Trockenfutter enthielten Fischmehl aus Salzwassertierbeständen. Das heißt nicht, dass ich Deine Aussage anzweifle, aber auf der Seite geht es um Aquakultur, nicht um Zierfischhaltung. Dass die Aquarienfisch-Futtermittel der großen Hersteller Fischerzeugnisse enthalten, verrät ein Blick auf die Packung, die Quelle (Meer, Süßwasser, Fang, Kultur, ...) leider nicht.
2. Einen auf ökologisch zu machen und dann Tilapia (ausgesetzte und entschwommene Populationen zerstören ganze Biozönosen) und Pangasius (Abwässer aus Masenhaltung vergiften ganze Flussdeltas) zu empfehlen halte ich für extrem fragwürdig. Abgesehen davon bekommt man auf die Frage "Bekam der Fischerzeugnise als Futter?" im Laden ein Achselzucken - wenn der Verkäufer ehrlich ist.

Gruß, Klaus
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Beitragvon Fischmann » 20.10.2011 - 18:02

Hallo Klaus, hallo Thomas und alle anderen natürlich auch!
Als erstes, das meiste Fischmehl, das in Fischfuttern verwendet wird, stammt tatsächlich aus Salzwasserfischbeständen. Ist leider so. Abfälle der Süßwasserfischzucht oder Verarbeitung landen in der Regel entweder in dem allgemeinen Tierentsorgungsbrei, der zu minderwertigen Rohstoffen weiterverarbeitet wird oder aufgrund der BSE- Geschichte verbrannt wird. Das geschieht, weil es leider keine funktionierende separate Verarbeitungssinfrastruktur für diese Rohstoffe gibt.
Das Skurrile und Verwerfliche an der Fischmehlproblematik ist, dass einerseits Fangflotten extra wegen Fischmehl und Fischöl auslaufen und Bestände dezimieren, andererseits die herkömmliche Meeresfischerei ihre Beifänge aufgrund von Schonmaßen und erschöpften Fangquoten wieder über Bord wirft. Dort fressen es entweder die Möven oder die Fische sterben durch die Beschädigungen durch den Netzfang (Druckunterschiede, mechanische Verletzungen). Das bedeutet, was ein Netz der Hochseefischerei anlandet, ist sowieso tot. Dies ist eine tägliche immense Vergeudung und Vernichtung von Rohstoffen und Schädigung der natürlichen Bestände. Ich bin natürlich auch für Mindestmaschenweiten und Fanquoten, aber dann sollen sie doch bitte nicht so oft rausfahren und lieber alles mitnehmen, statt den größten Teil zu töten und über Bord zu werfen.
Und Klaus, du kannst davon ausgehen, dass im Zierfischsektor genauso die billigsten Rohstoffe verwendet werden, die verfügbar sind, das heißt, Fischmehl aus marinen Quellen.
Was die Umweltverträglichkeit von Tilapia- und Pangasiuszucht angeht, gebe ich dir vollkommen Recht und werde mich darüber hier auch nicht auslassen, das verstößt dann mit Sicherheit gegen die Forumsetikette. Ich möchte nur eines anmerken: Dass ein Fisch eigentlich ein Pflanzenfresser ist, bedeutet nicht, dass er in der kommerziellen Zucht und Mast keine tierischen Eiweiße verfüttert bekommt. Ich möchte mich jetzt auch nicht aus dem Fenster lehnen, wie das Nahrungsspektrum von Tilapia und Pangasius aussieht (kann ich aber gerne machen, wenn es jemanden interessiert), aber ich behaupte, wenn maximales Wachstum gewünscht wird, ist ein gewisser Anteil Eiweiß (tierisch oder pflanzlich) unumgänglich. Und bevor ihr die Verfütterung von ausschließlich Pflanzeneiweiß propagiert, schaut erst mal, ob es nicht genmanipuliert ist. Die Futterhersteller (kommerzielle Fischzucht) bedienen fast nur noch den deutschen Markt mit GMO-freien Rohstoffen, dem Rest der Welt ist es egal. Wäre mal interessant, wo unser Zierfisch-Trockenfutter herkommt.
Noch was zum fair-fisch-Link:
In Bezug auf Karpfen haben die Damen und Herren durchaus Recht, der ernährt sich wirklich nachhaltig in der traditionellen Karpfenteichwirtschaft ausschließlich pflanzlich, noch dazu mit überwiegend regional erzeugten Futtermitteln. Leider kommt der in der öffentlichen Meinung immer zu kurz und wird zu wenig beworben.
Das war es erst mal, viele Grüße.
Torsten
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Beitragvon K. de Leuw » 20.10.2011 - 18:23

Hallo Torsten,

Fischmann hat geschrieben:Und Klaus, du kannst davon ausgehen, dass im Zierfischsektor genauso die billigsten Rohstoffe verwendet werden, die verfügbar sind, das heißt, Fischmehl aus marinen Quellen.


Das hatte ich gar nicht angezweifelt, aber darauf hingewiesen, dass Dein Link nicht als Beleg taugt.

Dass ein Fisch eigentlich ein Pflanzenfresser ist, bedeutet nicht, dass er in der kommerziellen Zucht und Mast keine tierischen Eiweiße verfüttert bekommt. Ich möchte mich jetzt auch nicht aus dem Fenster lehnen, wie das Nahrungsspektrum von Tilapia und Pangasius aussieht (kann ich aber gerne machen, wenn es jemanden interessiert), aber ich behaupte, wenn maximales Wachstum gewünscht wird, ist ein gewisser Anteil Eiweiß (tierisch oder pflanzlich) unumgänglich.


Beide Arten sind meines Wissens opportunistische Allesfresser und sie werden ganz sicher auch mit tierischen Eiweißen gefüttert.

Und bevor ihr die Verfütterung von ausschließlich Pflanzeneiweiß propagiert, schaut erst mal, ob es nicht genmanipuliert ist.


Eigentlich reicht es, zu schauen, was in Südamerika mit den Ökosystemen passiert, die für den Sojaanbau gerodet und dann systematisch vergiftet werden.

Gruß, Klaus[/quote]
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Beitragvon CARNIVORE » 20.10.2011 - 19:17

Fakt ist immer ,das ein Tier(Pflanze) sterben muss ,damit ein anderes seine Energie
übernehmen kann! Dass lässt sich nicht ändern. Selber fressen oder sterben.

Wir wollen unsere schützlinge gesund Ernähren und hierführ brauchen wir auch Trockenfutter, aber welches ist dafür am besten geeignet und ökologisch unbedenklich.
Grüße von
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Beitragvon Thomas P. » 20.10.2011 - 19:21

Servus Klaus!

K. de Leuw hat geschrieben:Hallo Torsten,

Fischmann hat geschrieben:Und Klaus, du kannst davon ausgehen, dass im Zierfischsektor genauso die billigsten Rohstoffe verwendet werden, die verfügbar sind, das heißt, Fischmehl aus marinen Quellen.


Das hatte ich gar nicht angezweifelt, aber darauf hingewiesen, dass Dein Link nicht als Beleg taugt.


Vorab: Ich bin nicht Torsten vice versa ;-)
Aber Du hast natürlich recht, auch wenn ich gar nicht unbedingt Zierfischfutter gemeint habe...
Bezüglich Zierfischfutter habe ich nur ein Gespräch mit einem Herren einer namhaften Firma in Erinnerung, der bestätigt hat, dass überwiegend Fischmehl aus Fischen aus Aquakultur verarbeitet wird, die wiederum mit Fischmehl aus Salzwassertierbeständen gefüttert wurden...

ad Pangasius: Es gab mal eine tolle Doku online, jetzt nur noch als Rückschau: http://www.daserste.de/wwiewissen/beitr ... 6sc~cm.asp

P.S.: Ich liebe Fisch im Aquarium, aber auch auf dem Teller. Wir sind mittlerweile auf Biofisch aus heimischen Beständen von unserem Biobaueren umgestiegen und da mein Vater selbst hobbymäßig Fischen geht, hatten wir jetzt einige male Hecht auf dem Speiseplan.
Aber womit die Besatztiere ursprünglich gefüttert wurden bzw. wo die herkommen etc., tja, das entzieht sich meinem Wissen.
Wenn man zu tief gräbt und zu akribisch nachforscht, macht das Leben irgendwie deutlich weniger Spaß und man überlegt sich zweimal, dreimal ob man Kinder kriegen soll.
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Beitragvon manticora » 21.10.2011 - 07:48

Thomas P. hat geschrieben:Wenn man zu tief gräbt und zu akribisch nachforscht, macht das Leben irgendwie deutlich weniger Spaß und man überlegt sich zweimal, dreimal ob man Kinder kriegen soll.

..aber wer soll dann den Kakao für meine Schokolade ernten? :???:
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Beitragvon Charlyroßmann » 21.10.2011 - 09:16

Hallo!
Wo bleibt eigentlich Bettina mit ihrer Signatur "Meeresfrüchte kommen bei mir nur ins Aquarium und nicht auf nicht auf den Tisch" oder so?
Sie kommen eben doch auf den Tisch, wenn auch auf den der Fische.
Und wer war das noch mal, der in seiner Signatur die Leute zum Tümpeln auffordert?
Er hat ja soo recht!
Gruß
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Beitragvon CARNIVORE » 21.11.2011 - 14:34

Hi! Ich füttere nun eine gewisse Zeit dieses billig Futter von Lidl und kann nichts negatives berichten. Im moment ist bei mir die Kombination : Tümpelfutter, SeraVipan, Pepito(Lidl), JBL-Stick M, W.Mülas, angesagt. Die einzigen die Pepito(Lidl) nicht mögen sind meine Kaudis.
Gruss Nico
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