Küchenabfälle zu Fischfutter

Alles rund um Futter und Futterzuchten.

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Küchenabfälle zu Fischfutter

Beitragvon K. de Leuw » 17.02.2012 - 16:22

Hallo zusammen,

ich halte nicht nur Fische, sondern auch Reptilien und Amphibien, und betreibe deshalb die eine oder andere Futterinsektenzucht. Vor einigen Monaten habe ich mir Waffenfliegen (Hermetia illucens) zugelegt, die zu meinen Lieblingsfuttertieren geworden sind. Ihre Vorteile:

- Zucht extrem einfach.
- Zucht extrem billig.
- wird von einfach allen Tieren passender Größe gerne gefressen, sowohl von meinen kleinen Zwerggeckos, deren Kopf kleiner ist als die Fliege, als auch von Geckos, Skinken und Agamen mit gut 10 cm Kopfrumpflänge, und selbstverständlich auch von meinen Schlangenkopffischen und großen Kampffischen.
- Kein Pestpotential: Andere Futtertiere stören bisweilen den häuslihen Frieden, weil sie Geräusche (Grillen) oder Gerüche (andere Fliegen) machen, Staub produzieren (Wachsmotten) oder zu den unmöglichsten Zeiten an den unmöglichsten Orten den Mitmenschen über die Füße laufen. Die Waffenfliege macht das alles nicht, bei der Handhabung entflogene Fliegen lassen sich problemlos und zeitnah an hellen Orten wieder einsammeln (ja, eher sammeln als fangen).

Zur Zucht reicht ein kauflicher Waschmittelbehälter aus Kunststoff, in den man großzügig Gaze zur Lüftung klebt. Schwitzwasser vertragen die Fliegen nämlich gar nicht, sie verkleben mit den Flügeln an den nassen Flächen und verenden.
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Dort gibt man etwas Erde und einige Larven hinein. Dann stellt man die Box hell und nicht zu kühl (bei mir steht sie auf einer Aquarienleuchte, deren Oberfläche geschätzt 30 bis 40°C warm wird, 30 cm vom Westfenster entfernt). Nun gibt man immer mal wieder je nach Bedarf Küchenabfälle hinein. Darüber muss immer eine gute Handbreit Flugraum sein.

Geeignetes Futter sind alle Gemüseputzabfälle wie Kartoffelschalen, Kohlblätter und -strünke, aber auch z.B. gekochte Nudeln oder Reis oder eingeweichte Haferflocken. Im Prinzip gehen auch Fleischabfälle, doch dann ist es aus mit der Geruchslosigkeit.

Die Fliegen führen bei Helligkeit wilde Tänze auf, die dabei entstehenden Fluggeräusche sind jedoch leise und kaum störend, auch das Tok-Tok, wenn sie an die Wände stoßen, stört nur empfindliche Zeitgenossen. Zu den Ruhezeiten der Fliegen insbesondere abends kann man sie problemlos ergreifen, um sie zu verfüttern. Dabei sollte man den Deckel nur etwas öffnen, damit keine entweichen.

Wirft man die Fliegen auf die Wasseroberfläche, sind sie eine leichte Beute für die Fische und kaum eine kriecht heraus. Gelingt es dennoch einer, so fängt sie früher oder später - wenn der Platz reicht - an zu fliegen und provoziert wilde Jagdszenen bei Kampffischen und Schlangenköpfen.

Optimal und bei mir in Planung wäre ein Zuchtbehälter mit Glasfallschiebetüre und Schublade unten.

Und nun die Hübschen: Eine weibliche Fliege sowie eine verpuppungsreife und eine junge Larve.
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Wenn Bedarf besteht, kann ich Ansätze nach Frechen mitbringen.

Gruß, Klaus
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Re: Küchenabfälle zu Fischfutter

Beitragvon CPS » 08.03.2012 - 17:44

Hallo Klaus,

wie wäre es denn, wenn Du darüber mal einen knackigen Artikel für den Makropoden schreiben würdest? Tollde Idee? Ja? Siehste!
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Beitragvon termite » 08.03.2012 - 17:52

sehr sehr interessante methode der futterproduktion...ich glaub das muss ich mir noch ein zwei mal durchlesen, wär ja auch was für hier....
liebe grüße von laura mit den fischies und dem wullewaukie
termite
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Re: Küchenabfälle zu Fischfutter

Beitragvon K. de Leuw » 08.03.2012 - 18:47

Hallo Christian,

ich denke mal darüber nach. Wenn, dann würde ich aber noch weitere Futterinsekten einbeziehen, nämlich Wachsmotten und Ofenfischchen, wobei die Soldatenfliege mit Abstand die angenehmste und billigste Art ist.

Gruß, Klaus
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Re: Küchenabfälle zu Fischfutter

Beitragvon CPS » 08.03.2012 - 18:53

Es freut mich, dass Du in diesem Rahmen darüber nachdenkst, Klaus.
Und ich bin mal guter Hoffnung :bier:
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Beitragvon Anke » 08.03.2012 - 19:02

Und wenn Du nicht spurst Klaus..dann hetzt Christian Dir mich auf den Hals :P

Liebe Grüse

Anke...
....die beim Betrachten der Bilder einen leichten Juckreiz verspürt...
Nicht braun oder beige..das heisst champagnerfarben
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Beitragvon CPS » 08.03.2012 - 19:04

... ach Anke,
wie ich Deinen dezent nachdrücklichen Charme liebe.
Klaus wird ihm sicher auch völlig erliegen :D
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Beitragvon K. de Leuw » 08.03.2012 - 19:14

Hallo,

danke, Anke, aber bei solchen Drohungen gehe ich direkt zum Beamtenmikado über!
:jump:

Der Name verludert total, die beiden Ankes, mit denen ich in Kindergarten und Grundschule befreundet war, waren viel netter. :bier:

So, nun gehe ich mal schauen, ob die Nacktschnecken schon aus dem Winterschlaf erwacht sind.

Gruß, Klaus
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Re: Küchenabfälle zu Fischfutter

Beitragvon K. de Leuw » 27.10.2013 - 17:32

Hallo zusammen,

die Puppen können verdammt mobil sein und, wenn die Wände feucht genug sind, um daran hoch zu klettern, auch ausbrechen. Stellt man die Zuchtbehälter in eine größer Kunststoffbox, endet die Flucht dort.
Die Puppen werden übrigens von ekelgesteuerten Personen als große Asseln angesprochen ...

Gruß, Klaus
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Re: Küchenabfälle zu Fischfutter

Beitragvon Felix Stadtfeld » 19.12.2013 - 21:31

Hallo Klaus,

hier ein unglaublicher Link dazu: http://inhabitat.com/katharina-ungers-farm-432-breeds-edible-bugs-at-home/ mit Risotto-Serviervorschlag...
Grüße

Felix
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Re: Küchenabfälle zu Fischfutter

Beitragvon K. de Leuw » 19.12.2013 - 22:57

Hallo Felix,

dann doch lieber indirekt:
Spektrum der Wissenschaft

Gruß, Klaus
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Re: Küchenabfälle zu Fischfutter

Beitragvon KlausW » 19.12.2013 - 22:57

xf
Zuletzt geändert von KlausW am 02.05.2014 - 02:31, insgesamt 1-mal geändert.
Grüße
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Re: Küchenabfälle zu Fischfutter

Beitragvon KlausW » 19.12.2013 - 23:04

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Re: Küchenabfälle zu Fischfutter

Beitragvon Felix Stadtfeld » 19.12.2013 - 23:11

Hallo,

dein Treffer ist besser! Ja, Insekten sind gut. Ich habe früher als ich im Osten Freiburgs gewohnt habe und keine stehenden Gewässer in der Nähe waren, ohne Nachteile ständig sehr viel selbstgezüchtete Drosophila an Fische gefüttert. Aber die hauen leider über die Schwimmpflanzen ab. Das ist mir heute zu stressig, vor allem wenn Daphnien und/oder Cyclops das ganze Jahr verfügbar sind. Insekten verfüttere ich schon viel: Mückenlarven; wobei du da ja auf Schäden hingewisen hattest (die ich noch nicht erlebt habe).

Christian Westhäuser gibt Tips zum Verfüttern von Drosophila: http://www.tuempeln.de/futter/drosos_verfuettern.html

Wachsmaden habe ich meinen Phelsumen wegen des hohen Nährwerts nur "zur Not" verfüttert.
Grüße

Felix
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Re: Küchenabfälle zu Fischfutter

Beitragvon K. de Leuw » 20.12.2013 - 00:02

Hallo,

KlausW hat geschrieben:Bei den Reptilienmenschen werden gerne Puppenstadien verfüttert, das Argument war immer, dass die Puppe einen erhöhten Anteil an allem Wichtigen enthält, um die Transformation erreichen zu können. Ich verfüttere immer schon gerne die Puppen von Mehlkäferlarven usw an Fische und Reptilien.


Puppen halte ich für weniger wertvoll: Während die Laren (abhängig vom Futter) einen mit vitaminreichen Pflanzen etc. gefüllten Darm haben, zehren die Puppen von ihren Fettvorräten. Bei der Waffenfliege kommt hinzu, dass die Puppen (die sich bewegen wie aussehen wie die Maden, nur dunkelbraun) eine ziemlich derbe Haut haben (die sie beim Auswandern aus dem Substrat schützt) und wenig beliebt sind. Am beliebtesten sind nach meinen Erfahrungen die Fliegen bei Fischen und Echsen.

Wachsmotten sind für viele Reptilien ein absolut attraktives Futter, allerdings haben sie hohe Protein- und Fettanteile.


Darin unterscheiden sie sich von den Waffenfliegen nur wenig. Wenn man allerdings die Vollinsekten verfüttert, wohlmöglich nach dem Eierlegen (Wachsmotten haben mit zunehmendem Alter zerschlissene Flügel und sind so leicht als alt zu erkennen), ist der Nährstoffgehalt schon geringer und der Ballaststoffanteil höher. Bei den Raupen habe ich die Erfahrung gemacht: Eine Echse, die keine maulgerechte Wachsmottenraupe frisst, ist nicht mehr zu retten.

Ich habe sie immer als last resort benutzt, wenn Reptilien krank und schon sehr schwach waren. Dann habe ich teilweise Zwangsfütterung mit Erfolg angewandt und die Tiere "zurückgeholt". Viele der kranken Reptilien reagierten auf diesen Futterreiz wieder mit Nahrungsaufnahme. Als ständiges Futter halte ich sie vor allem für Reptilien, die Nahrung in der Natur unregelmässig und eher karg erhalten, für zu gewichtig.


Genau so mache ich es mit den Larven, wobei ich sie nach der Winterruhe, Eiablage, Trächtigkeit, Nähreiproduktion, Maulbrutpflege oder bei der Jungenaufzucht zusätzlich einsetze und allen ab und zu mal eine Larve oder auch mal wöchentlich die eine oder andere ältere Motte gönne.

Gruß, Klaus
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