Grindalkultur

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Grindalkultur

Beitragvon chidrup » 11.02.2013 - 16:22

Hallo,

seit drei Wochen habe ich von Thorsten einen Grindalansatz auf Keramikgranulat. Seine Methode ist Füttern mit Haferflocken, zum entnehmen die Würmer mit Wasser herausspülen. Standplatz eher warm.
Ob das jetzt normal ist kann ich nicht sagen, aber von der Vermehrungsgeschwindigkeit bin ich etwas enttäuscht. Bin ich zu ungeduldig?
Das herausspülen der Würmchen habe ich auch einfacher gedacht. Es kommt eine Menge roter Schlamm mit heraus und die Würmchen verklumpen.
Zuerst habe ich alles durch ein feines Artemiasieb geschüttet, aber die Würmchen verfangen sich im Sieb.
Früher hatte ich Enchitreenkulturen auf Blumenerde, abgedeckt mit einer Glasscheibe. Standplatz im kühlen Keller.

Meine Fragen: Wie macht Ihr das?
Wie warm, nass oder trockener?

Liebe Grüße

Chidrup
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Re: Grindalkultur

Beitragvon ThomasG » 11.02.2013 - 18:02

Hallo Chidrup,

ich handhabe das ähnlich.
Meine Grindal sind auf Seramis und gefüttert wird mit Haferflocken. Zur Entnahme habe ich kleine PVC-Stücke (besser wäre Glas) auf dem Ansatz. Die nehme ich dann heraus und spüle die Würmchen ab.
Meine Ansätze sind im unteren Bereich des Regals, also so ungefähr bei 20°C. Ab und an sprühe ich etwas Wasser drüber, wenn ich den Eindruck habe, das die Kultur zu trocken ist.
Bisher funktioniert das.
Bei neuen Ansätzen braucht es etwas Geduld bis genügend Würmchen da sind.
Grüßle aus Stuttgart
Thomas G

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Re: Grindalkultur

Beitragvon betta_fan » 12.02.2013 - 14:35

Hallo Chidrup,

meine Erfahrungen bei der Kultur der Grindal habe ich hier zusammengefasst:

http://www.fishpoint.info/futter/anleit/grindal.html

Ich füttere Instant-Haferflocken, weil diese sich gut anfeuchten lassen und offensichtlich zügig von den Grindal aufgenommen werden können. Vom Schaumstoff ernte ich die Würmer mit dem Fingernagel.

Gruß
Dieter
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Re: Grindalkultur

Beitragvon chidrup » 13.02.2013 - 07:47

Lieber Thomas, lieber Dieter,

vielen Dank für die ausführlichen Antworten!
Zusammenfassung: Also ich muss Geduld haben bis genügend Würmchen, entweder an einer Abdeckung, oder im Gefäss leicht zu entnehmen sind. Schmelzflocken werden am leichtesten gefressen. Aufmerksamkeit und Kontrolle sind wichtig (Überhitzungsgefahr); nicht mehr füttern als an einem Tag gefressen wird.

Jetzt fehlt noch jemand, der/die Grindal auf einem natürlichen Substrat hält.

Auf jeden Fall werde ich noch mit Kompost, Kokos und anderem experimentieren.
Ich bevorzuge natürliche Materialien (Müllvermeidung) und eine Vernetzung mit meinem Garten und der Natur.

Liebe Grüße

Chidrup
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Re: Grindalkultur

Beitragvon R.Brode » 15.02.2013 - 01:49

Hallo,
Was ist denn an seramis nicht natürlich? Bei Grindal wirst du mit erdigem Substrat keinen großen Erfolg haben.
viele Grüße , Richard Fischer, geb. Brode

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Re: Grindalkultur

Beitragvon chidrup » 15.02.2013 - 07:15

Lieber Richard,

zunächst einmal dies ist keine Kritik an der Seramiskultur!
Es ist mir wichtig Haushalt, Aquaristik, Garten und Natur zu vernetzen (Stoffkreisläufe). Das Granulat muss ich zukaufen und es bleibt beim kompostieren lange unverändert erhalten.
Außerdem liegt mir das erforschen. Einfach nur Rezepte befolgen finde ich totlangweilig.

Zitat:"Was ist denn an seramis nicht natürlich?"

Das Keramikgranulat kommt so in der Natur nicht vor.

Zitat:"Bei Grindal wirst du mit erdigem Substrat keinen großen Erfolg haben."

Das hast Du vermutlich noch nicht ausprobiert. Grindal gehört zu den Kompostwürmern.
Auf Youtube ist ein Beitrag von einem Amerikaner der züchtet grindalworms umfangreich auf potting soil also Blumenerde.
Die Grindalklumpen waren doch ganz beachtlich.

Gruß
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Re: Grindalkultur

Beitragvon betta_fan » 15.02.2013 - 12:21

Hallo,

Grindal wurden in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts zunächst nur auf humosen Substraten vermehrt. Es bedeutet einen höheren Aufwand und nach dem ersten "Verschlammen" einen ständigen Kampf gegen Milben und Schlupfwespen usw.

Ich habe allerdings auch sehr individuen-starke Kulturen gesehen, den Aufwand dahinter aber nicht. Du kannst ja mal berichten.

Gruß
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Re: Grindalkultur

Beitragvon chidrup » 15.02.2013 - 17:53

Hallo Dieter,
sobald meine Kulturen richtig laufen, kann ich anfangen zu experimentieren.
Ich denke mit das so: sobald der Ansatz anfängt zu verschlämmen, schütte ich alles auf den Kompost.
Neue Ansätze werden rechtzeitig vorbereitet. So entfallen etwaige Reinigungsarbeiten und mein Kompost wird belebt.
Über Erfolg oder nicht werde ich dann gerne berichten.
Das dauert aber noch.

Gruß
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Re: Grindalkultur

Beitragvon Matthias H. » 15.02.2013 - 19:43

Hallo,

chidrup hat geschrieben:
Ich denke mit das so: sobald der Ansatz anfängt zu verschlämmen, schütte ich alles auf den Kompost.

normalerweise würde ich sagen, nehme doch gleich Seramis oder Schaumstoff.
Da aber diese Materialien aber nicht zu Deinem Kreislauf passen, musst Du eben den schlammigen Weg gehen und das Rad neu erfinden.
Liebe Grüße,
Matthias
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Re: Grindalkultur

Beitragvon chidrup » 15.02.2013 - 20:38

Hallo Matthias,
Off Topic
hast Du mich jetzt auf dem Kieker?


Nachtrag: Mir gehts nicht darum das Rad neu zu erfinden, sondern stets um Optimierung!

Gruß
Chidrup
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Re: Grindalkultur

Beitragvon Matthias H. » 16.02.2013 - 15:47

Hallo,
Mir gehts nicht darum das Rad neu zu erfinden, sondern stets um Optimierung!

Eben.
Seit langer Zeit schon setzen Leute mit Erfahrung nicht mehr auf Torf oder Erden, sondern auf andere, effizientere Substrate. Die noch dazu sauberer und einfacher zu händeln sind.
Ich bin selbst von Torf ganz schnell zu Seramis und dann zu Schaumstoff gewechselt.
Leider sind meine Kulturen kürzlich zusammengebrochen, da ich ein paar Wochen nicht zu hause war und meine Frau kein Händchen dafür hat.
Liebe Grüße,
Matthias
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Re: Grindalkultur

Beitragvon freaky_fish » 17.02.2013 - 22:15

Ich habe meine Kulturen auf Seramis, nebenbei aber auch sehr gut funktionierende, unfreiwillige Kulturen auf einem Erde-Torf-Gemisch, auf dem ich meine Springschwänze ziehe und eine ganze Weile hatte ich Grindal auch nur auf einem Erde-/Torf-Gemisch (ohen Springschwänze). Was die Haltung auf Erde/Torf angeht habe ich bei mir festgestellt, dass die Ansätze äußerst ergiebig sind und kaum auszurotten. Selbst wenn sie wegen Übersäuerung zusammenbrechen, lassen sie sich nach längerer Zeit dann wieder reaktivieren. Der einzige Grund, warum ich Seramis bevorzuge, ist die Sauberkeit bzw. einfache Entnahme. Da hänge Würmchen am Glas, die ich direkt ins Becken geben kann, bei Erde habe ich eine verschlammte Abdeckscheibe, wo ich mühsam Würmchen von Erde trennen muss und das ist mir ehrlich gesagt als berufstätiger Mensch zu umständlich und zeitraubend... Ansonsten spricht aus meiner Erfahrung aber nichts gegen Ansätze auf Erde.

Liebe Grüße
Verena
Der wahrhaft Ethische nimmt sich die Zeit, einem Insekt, das in einen Tümpel gefallen ist, ein Blatt oder einen Halm zur Rettung hinzuhalten. Und er fürchtet sich nicht, als sentimental belächelt zu werden.

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Re: Grindalkultur

Beitragvon chidrup » 18.02.2013 - 07:43

Liebe Verena,

Verena schreibt:
Was die Haltung auf Erde/Torf angeht habe ich bei mir festgestellt, dass die Ansätze äußerst ergiebig sind und kaum auszurotten.

Danke! Genau, das ist eigentlich logisch, schliesslich ist die Erde ja ihr Urmillieu! Das Problem mit der Sauberkeit findet sicher auch eine Lösung.
Du erwähnst Springschwänze. Verstreut im Forum taucht das Thema auf; wäre es nicht daher eine gute Idee die Springschwanzkultur als eigenes Thema näher zu beleuchten?

Liebe Grüße
Chidrup
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Re: Grindalkultur

Beitragvon chidrup » 20.02.2013 - 19:04

Hallo,
nochmal nachhaken zu Seramiskultur.
Was genau muss man sich unter regelmässig spülen vorstellen?
Schwimmen dann nicht die ganzen Würmchen weg?

Liebe Grüße
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Re: Grindalkultur

Beitragvon Charlyroßmann » 22.02.2013 - 14:51

Hallo!
Mal ganz davon abgesehen, daß die Grindal selber sich ihr Substrat nicht nach ideologischen, sondern nach rein praktischen Gründen aussuchen würden, ist Seramis gar nicht so dauerhaft.
Ich habe es vor Zeiten mal für eine gute Idee gehalten, einen Eheim mit Seramis zu beschicken. Nach einem halben Jahr zog das Ding nicht mehr. Das Seramis war größtenteils zu einem braunen Schlamm zerfallen.
Gebrauchtes und nicht mehr zu reinigendes Seramis wandert seitdem bei mir ungewaschen in den Garten und wird untergegraben. Das düngt und lockert den Boden auf.
Gruß
Charly
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