Micro nichts geht einfacher

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Micro nichts geht einfacher

Beitragvon chidrup » 26.12.2014 - 11:13

Hallo,

nach einigen Experimenten mit diversen Behältern und Futterrezepten hat sich folgendes ergeben.
Man braucht eine leere Eisbox am besten mit ovaler Form. Darin kommt ein Anfangs/Endstück vom selbstgebackenen Brot (bei uns kein Vollkorn). Darüber ein Löffelchen pürierte Banane/Apfelgemisch (vom Frühstück abgezweigt), einige fingervoll Schmelzflocken, Vollmilch und ein Schuß Karottensaft. Dazu dann ein Löffel Micro, fertig. Es geht mit ein wenig Bäckerhefe und auch ohne. Die ersten beiden Tage fermentiert das Ganze und riecht streng käsig. Dann verschwindet der Geruch und man sieht die ersten Nematoden am Rand aufsteigen. Die Würmchen sind bei diesem Rezept relativ groß, und werden auch von Adulten Fischen gefressen. Man nimmt einfach die Micro vom Behälterrand mit einen nassen Malpinsel ab.
DSC08783.jpg

Der Behälter nicht zu hell gestellt, läuft Wochen und Monatelang ohne Pflege. Der Deckel ist natürlich nur zur Hälfte eingerastet damit genügend Luft hereinkommt. Pflege ist kaum erforderlich. Die Würmchen, die sich zu weit nach oben wagen vertrocknen leider. Wenn man hier nicht säubert, z.B. durch heruntersprühen, setzt sich irgendwann hier Schimmel an. Nachfüttern ist weniger ergiebig als neuansetzen. Eine einzige Box bringt mehrmals täglich eine ergiebige Futtermenge und ist eine gute Alternative oder Ergänzung für Artemia.
Einen friedvollen 2. Weihnachtstag
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Re: Micro nichts geht einfacher

Beitragvon nichtdoch » 26.12.2014 - 12:11

Hallo Rolf,

ich mache das noch einfacher: Schmelzflocken, Wasser und nichts, außer den Mikros und den Hefen die sie mitbringen selbstverständlich.
Aber ich versuche da mit Mikros momentan was Anderes: Drosophila vor Schimmel bewahren. Wenn ich die auf Substrat ziehe beginnt das immer irgendwann zu schimmeln, Mikros direkt am Substrat eigentlich nur, wenn der Ansatz eh über den Jordan geht. Ich denke, Mikro und Drosophila kommen erstklassig im selben Substrat nebeneinander klar und die Hefen, von denen sich auch die Drosophilamaden ernähren sind ja dann auch schon da, bevor Schimmel die Überhand gewinnen kann. Versuch macht kluch, mal sehen wie es wird.

Gruß, helmut
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Re: Micro nichts geht einfacher

Beitragvon chidrup » 26.12.2014 - 15:00

Hallo Helmut,

interessanter Ansatz, ich sehe schon wir arbeiten auf dem selben Feld. :zwinker:
Bemerkenswert an den Micros ist, dass sie irgendwie Wasser produzieren. Auch wenn sie anfangs in ziemlich trockenem Substrat leben, entsteht an der Oberfläche stetig mehr Flüssigkeit. Zusammen mit Grindal auf Seramis, (durch einschleppen) ist das sehr unangenehm, weil die Ansätze immer mehr verschmieren und die Poren verschlämmen. Dadurch verschiebt sich der Ansatz in Richtung Nematoden, und wird unergiebig. Fruchtfliegen hab ich schon ewig nicht mehr, weil der entsprechende Fischbestand fehlt.
Verschimmelt sind bei mir meist die Eierkartons oder die Holzwolle etc. jedenfalls das Material, dass die Fliegen vor dem ersaufen rettete. Der Fliegenproduktion hatte der Schimmel jedoch keinen sichtbaren Abbruch getan.

Schöne Grüße
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Re: Micro nichts geht einfacher

Beitragvon K. de Leuw » 26.12.2014 - 16:58

Hallo,

ich vermehre Drosophila mit einem Substrat aus etwa gleichen Anteilen Apfelmus und Obstessig mit etwas Trockenhefe (einen bis zwei Tage vor dem Besetzen gären lassen, sonst ersticken die Fliegen) angedickt mit Haferflocken. Obenauf kommt etwas Filterwatte statt Holzwolle oder Eierkarton, denn Kunststoff schimmelt nicht und nässt nicht durch. Vermutlich ist das grobere Geflecht, dass bisweilen in Transporttüten mit Garnelen verwendet wird, noch besser geeigent, zumal es sich leicht ausspülen lässt.
Einige Händler bieten Fruchtfliegen nicht in Heimchendosen, sondern in hochformatigen Bechern von 0,3 bis 0,4 l Inhalt und im Deckel eingeschweißter Gaze an. Die verwende ich seit vielen Monaten und hatte noch nie Schimmel. Man muss allerdings damit rechnen, dass der Ansatz von wilden Fruchtfliegen geentert wird, weil die Paarung durch die Gaze erfolgen kann.

Gruß, Klaus
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Re: Micro nichts geht einfacher

Beitragvon Merlins » 26.12.2014 - 22:57

Hallo,

doch, es geht sogar noch einfacher als mit Mikrowürmchen (die habe ich inzwischen nur noch als Mixkultur mit Grindals): Essigälchen!
1 Glas Apfelessig, 1 Glas Wasser, 1 guter Schuss naturtrüben Apfelsaft, Essigälchenansatz und gut ist.
Wenn man so eine eine Kultur 1/2 Jahr lang vollkommen vergisst, passiert gar nichts, die Essigälchen überleben es. Wenn man täglich daraus füttern will, geht´s auch.
Essigälchen haben noch einen großen Vorteil: bei PH +/- 7 überleben und schwimmen sie im Becken um die 12 Stunden rum, bei PH deutlich unter 7 sogar noch länger.

MfG
Dana
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Re: Micro nichts geht einfacher

Beitragvon nichtdoch » 27.12.2014 - 01:09

Hallo,

Einige Händler bieten Fruchtfliegen nicht in Heimchendosen, sondern in hochformatigen Bechern von 0,3 bis 0,4 l Inhalt und im Deckel eingeschweißter Gaze an. Die verwende ich seit vielen Monaten und hatte noch nie Schimmel. Man muss allerdings damit rechnen, dass der Ansatz von wilden Fruchtfliegen geentert wird, weil die Paarung durch die Gaze erfolgen kann.

Dann werde ich mal diese Behälter auprobieren. Fremdpaarungen lassen sich durch eine Zusätliche Lage Haushaltsrolle zwischen Deckel und Strumpf/Gaze vermeiden.

Es gibt noch eine Drosophilamethode, mit der man einfach an die Maden als Futter kommt:
Einen halbe Würfel Hefe mit zwei Esslöffel Zucker auflösen und 50ml O-Saft dazu. Das in einen geeigneten Behälter und ein paar Blatt Küchenrolle drauf. Diese saugt die Flüssigkeit auf und dient als Substrat, von dem sich die Maden einfach und ohne Sauerei im Artemiasieb runterspülen lassen. Wichtig ist, daß die Sache nicht austrocknet.

Gruß,helmut
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Re: Micro nichts geht einfacher

Beitragvon Windsbraut » 27.12.2014 - 08:06

Merlins hat geschrieben:Hallo,

doch, es geht sogar noch einfacher als mit Mikrowürmchen (die habe ich inzwischen nur noch als Mixkultur mit Grindals): Essigälchen!...............
...........................
Essigälchen haben noch einen großen Vorteil: bei PH +/- 7 überleben und schwimmen sie im Becken um die 12 Stunden rum, bei PH deutlich unter 7 sogar noch länger.

MfG
Dana



Absolute Zustimmung! Wenn's um Mini-Futter geht, sind Essigälchen sowohl wegen der einfachen Kultur, der einfachen Ernteweise als auch der geringen Wasserbelastung bei der Fütterung mein Favorit.
Herzlichst,
Stefanie


Wenn ein Fiss zuende geschwommen hat und so daliegt und schon tot ist -
dann kann man ihn essen.

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Re: Micro nichts geht einfacher

Beitragvon nichtdoch » 27.12.2014 - 09:48

Hallo Rolf,

danke, daß du die Problematik mit Grindal und Mikros erwähnst, ich werde in Zukunft aufpassen, das nicht durcheinander zu bekommen.
Schimmel beeinträchtigt gefühlt bei mir die Drosophila auch nicht, aber mir wäre es trotzdem lieber wenn er weg wäre.

Gruß, helmut
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Re: Micro nichts geht einfacher

Beitragvon K. de Leuw » 27.12.2014 - 10:01

Hallo,

nichtdoch hat geschrieben:Fremdpaarungen lassen sich durch eine Zusätliche Lage Haushaltsrolle zwischen Deckel und Strumpf/Gaze vermeiden.


Damit erhöht man aber die Schimmelgefahr. :cool:

Meine Methode: Ich nehme die größere Art, die scheint hier wild nicht vorzukommen. Die kleinere habe ich auch bisweilen in Kultur, wenn sie geentert wurde, lasse ich sie aussterben und kaufe nach er Fliegensaison neue.

Gruß, Klaus
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Re: Micro nichts geht einfacher

Beitragvon chidrup » 27.12.2014 - 10:30

Hallo,

die Wilden schmecken genausogut! :razz:
Nachdem ich mir einmal einen Stummelflügelansatz geleistet hatte, und dann gesehen hab, die springen wie die Flöhe, und lassen sich genauso wenig unter Kontrolle halten, hab ich wilde angelockt und vermehrt. Vor der Fütterung hab ich sie dann im Eisfach unter Narkose gesetzt.
@ Klaus hier im Odenwald (Streuobstwiesen) gibt es kleine- große- und ganz große Essigfliegen.

Schöne Grüße
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Re: Micro nichts geht einfacher

Beitragvon K. de Leuw » 27.12.2014 - 11:18

Hallo Rolf,

chidrup hat geschrieben:Nachdem ich mir einmal einen Stummelflügelansatz geleistet hatte, und dann gesehen hab, die springen wie die Flöhe,


Was habt Ihr denn für lahme Flöhe bei euch?

und lassen sich genauso wenig unter Kontrolle halten


Na ja, wenn ich das Gefäß mit der Wildform aufstoße und öffne, sind 80% der Fleigen draußen. Wenn ich das mit eine flugunfähigen Form mache, kann ich sogar mit der offenen Dose spazieren gehe, wenn ich sie oft genug in die offene Hand stoße.

Vor der Fütterung hab ich sie dann im Eisfach unter Narkose gesetzt.


Da brauchst Du ein verdammt gutes Zeitgefühl oder sie gehen nicht mehr als Lebendfutter durch (und Du schadest dem Ansatz). Wenn man keine Schwimmpflanzen hat und lebende flugunfähige (am besten keine stummelflügligen, weil die Flügel so schön an der Wasseroberfläche haften) auf die Wasseroberflache schüttet, springen sie kaum. Zur Sicherheit kann man sie vorher in einer Dose mit Wasser schütteln. Oder man verfütterst sie eben als Frostfutter.


Klaus hier im Odenwald (Streuobstwiesen) gibt es kleine- große- und ganz große Essigfliegen.


Hier gibt es auch mehrere Arten verschiedener Größen, aber entweder keine D. hydei (was bei der fast weltweiten Verbreitung als Kulturfolger unwahrscheinlich ist) oder sie können sich nicht oder nicht so einfach durch die Gaze paaren.

Gruß, Klaus
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Re: Micro nichts geht einfacher

Beitragvon fischmichi » 27.12.2014 - 11:33

Hallo,
hier nochmal mein Beitrag zum Thema Mikro. Hatte ich vor Jahren schon einmal gepostet.

________________________________________________________________

Hier mal meine, Jahrzehnte lang bestens funktionierende, Zuchtanleitung.

Kleine Plastikdose, den Deckel leicht durchlöchert.

Eine halbe Scheibe Schwarzbrot ohne Kruste wie ein Schwamm mit Wasser aufsaugen lassen, in die Dose legen und oben auf den Mikroansatz.
Nach ein paar Tagen "explodieren" die Mikro förmlich.
Dies ging, solange wir noch DDR waren, ohne Probleme. Es gab nämlich beim Bäcker eigentlich nur unser Einheitsbrot, genannt "Mischbrot". Damit hat es immer bestens funktioniert.

Nach der Wiedervereinigung wurden wir auf einmal mit diversen Brotsorten erschlagen. Das hast meinen Mikrowürmchen überhaupt nicht gefallen. Durch viel probieren habe ich raus gefunden, kein Körnerbrot, hoher Roggenanteil. Ich hatte die besten Erfolge mit "Doppelbackbrot" oder "Roggensaftbrot", aber auch nur von bestimmten Bäckern. Man muss halt ausprobieren. Wenn es dann klappt, ist es die einfachste Sache der Welt, Mikro in Massen zu züchten. Wahrscheinlich muss es ein gut gebackenes Sauerteigbrot ohne Konservierungsstoffe sein. Wichtig ist, Brotsorte und Bäcker merken.

Hier noch ein paar Bilder:


Bild



Bild

Gruß Michael
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Re: Micro nichts geht einfacher

Beitragvon chidrup » 27.12.2014 - 12:39

Hallo Klaus,

Na ja, wenn ich das Gefäß mit der Wildform aufstoße und öffne, sind 80% der Fleigen draußen.

nach draußen gehen, kurz runter klopfen, zügig in ein bereitstehendes Glasgefäß schütten schnell wieder zu.
Dieses Gefäß, nicht den Ansatz, mind. 10 min aufs Eisfach. Die Fliegen werden im Aquarium sofort wieder munter, also nicht zuviel auf einmal, sonst fliegen sie wieder ab.
Da brauchst Du ein verdammt gutes Zeitgefühl oder sie gehen nicht mehr als Lebendfutter durch (und Du schadest dem Ansatz).

Die Tiere sind absolut Winterfest.
@Alle
Schön das Ihr alle so aktiv seid!

Schöne Grüße
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Re: Micro nichts geht einfacher

Beitragvon chidrup » 27.12.2014 - 12:42

Hallo Michael,

Dein Rezept hat mich darauf gebracht, die trockenen Brotenden so zu verwerten. Sie halten den Ansatz lange in Gang und verschwinden schließlich ganz.

Schöne Grüße
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Re: Micro nichts geht einfacher

Beitragvon K. de Leuw » 27.12.2014 - 14:22

Hallo Rolf,

ich kann Dir momentan nicht folgen.

chidrup hat geschrieben:nach draußen gehen, kurz runter klopfen, zügig in ein bereitstehendes Glasgefäß schütten schnell wieder zu.


Das verhindert nur, dass di Fliegen durch die Bude fliegen. Ansonsten hätte ich bei der Methode 80 % der Fliegen in die Natur entlassen. Ausnahme: Deutliche Minusgrade. Ich bekomme flugfähige Fleigen definitv nicht geschüttet. Allenfalls gelingt das Umsehten, indem man eine klare Tüte drüberstülpt, darin den Deckel öffnet, so dass die zum Licht strebenden Fliegen in die Tüte fliegen. Deckel drauf, Tüte abziehen, veschließen und ins Eisfach.

Die Tiere sind absolut Winterfest.


Definitiv nicht, wenn Du sie aus 20°C innerhalb weniger Minuten unter auf -10°C kühlst. Ode rhast Du einen Kühlschrank der im Eisfach eine Temperatur nur knapp unter dem Gefrierpunkt hat?
Wenn Du den Ansatz im Herbrst nach draußen stellst, könnte er im Frühling noch leben, weil die Fliegen bzw. Maden / Puppen sich für den Winter rüsten können.

Gruß, Klaus
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