Macropodus ocellatus

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Inhaltsverzeichnis

 

Artbeschreibung

Cantor, 1842

Weitere Namen

  • Rundschwanzmakropode, Chinamakropode, Chinesischer Makropode

 

Nicht gültige wissenschaftliche Namen (evtl. in alter Literaur zu finden):

  • Polyacanthus paludosus RICHARDSON, 1846
  • Polyacanthus opercularis GÜNTHER, 1861
  • Macropodus ctenopsoides BRIND, 1915
  • Macropodus opercularis MYERS, 1922
  • Macropodus chinensis MYERS, 1932

Vorkommen & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Rundschwanzmakropode erstreckt sich von Nordost-China über Korea und Japan(angesiedelt) zwischen dem Heilong-Jiang- (Amur-)Entwässerungssystem im Norden und den südlichen Zuflüssen Chung-Jiang (Jangtse), sogar bis hinunter zu den Flüssen des  Zhu-Jiang (Guangzhou nördich von Hong-Kong) im Süden soll es Vorkommen geben. Er besiedelt damit ein riesiges Gebiet, welches sich klimatisch von den Subtropen (Guangzhou) bis ins gemäßigte Klima des Sungari-Entwässerungssystems (südlicher Nebenfluss des Amur) erstreckt. Sein Kerngebiet liegt dabei in den Flusslandschaften mit Überschwemmungs- und Feuchtgebieten der Regionen des gemäßgten Klimas. Das südliche Verbreitungsgebiet überschneidet sich mit dem nördlichen Verbreitungsgebiet des Macropodus opercularis. Die ungefähre Grenze zwischen beiden Arten ist die Grenze zwischen dem subtropischen und dem gemäßigten China - markiert durch den Chung-Jiang (Jangtse). In seinem Verbreitungsgebiet nutzt der Rundschwanzmakropode als allgemein verbreitete und häufige Art unterschiedlichste Gewässertypen, von ausgespülten beruhigten Buchten in fließenden Gewässern über kleinste Entwässerungskanäle, Reisfelder und stehende Kleingewässer, wobei die Gewässer in den Niederungen denen in höheren Lagen vorgezogen werden.

Der Rundschwanzmakropode ist die einzige Art der Gattung, die nicht im subtropische bis tropischen, sondern im gemäßigten bis subtropischen Klima zu Hause ist. Entsprechend ist er die am weitesten nördlich vorkommende Art nicht nur in seiner Gattung, sondern unter allen Labyrinthfischen. Über diese Herkunft bietet er noch weitere Extreme wie die Fähigkeit, lange Winter unter geschlossener Eisdecke zu verbringen und bei geeigneten Lichtverhältnissen bei Temperaturen von 4°C und darunter sogar teilweise aktiv zu sein. Kurz: Macropodus ocellatus ist ein absolut bemerkenswerter und interessanter Vertreter, eine echte Ausnahmeerscheinung seiner Gattung. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich von den südlichen Zuflüssen des Amur (Heilóng Jiang) in Nordostchina südwärts über die beidseitigen Anrainerländer des Gelben Meeres bis hinunter in das Einzugsgebiet des Yangtse (Cháng Jiang). Damit folgt seine Verbreitung dem eiszeitlichen Einzugsgebiet des Paläo-Huáng Hé (Gelber Fluss), welcher, von der Mandschurei aus durch die damals weitgehend trocken liegenden Gebiete des Golf von Bohai und des Gelben Meeres fließend und im Süden noch die Wasser des Yangtse aufnehmend, bis zu seiner Mündung ins Ostchinesische Meer ein riesiges Gebiet entwässerte. Außer in diesem klimatisch gemäßigten Kernbereich soll seine aktuelle Verbreitung im Norden bis zum Amur selbst vorgedrungen sein und südlich des Yangtse-Einzugsbereiches bis nördlich von Guangzhou in den subtropischen Klimabereich. Das südliche Verbreitungsgebiet überschneidet sich mit dem nördlichen des Macropodus opercularis (Gabelschwanzmakropode). Die ungefähre nördliche Grenze dieser Art ist der Grenzbereich zwischen dem subtropischen und dem gemäßigten China - markiert durch den Yangtse (Cháng Jiang). Gemeinsame Vorkommen beider Arten im gleichen Flussabschnitt sind bisher nicht bekannt. Kommen beide im gleichen Fluss vor, so finden sich die Gabelschwanzmakropoden eher in höher gelegenen Abschnitten, während der Rundschwanzmakropode die Niederungen zu bevorzugen scheint. In seinem Verbreitungsgebiet nutzt M. ocellatus als allgemein verbreitete und häufige Art unterschiedlichste Gewässertypen, von ausgespülten beruhigten Buchten in fließenden Gewässern über kleinste Entwässerungskanäle, Reisfelder und stehende Kleingewässer.

Beschreibung und Geschlechtsunterschiede

Macropodus ocellatus erreicht im männlichen Geschlecht eine Standardlänge zwischen 5cm und 6cm. Die Weibchen bleiben mit 4cm bis 5cm etwas kleiner. Die Körperproportionen schwanken zwischen hochrückig kompakt und länglich schlank.

Als einzige Art in der Gattung der Makropoden zeigen sie die bei den Labyrinthfischen eher typische gerundete Schwanzflosse und sind damit leicht von den restlichen Arten der Gattung, die immer eine gabelartige Schwanzform besitzen, zu unterscheiden. Die Rücken- und Afterflossen sind vor allem bei den Männchen zu spitzen Zipfeln lang ausgezogen.

Die normale Körperfärbung dieser Fische ist ein fahler Farbton zwischen grau, gelblichbraun und braun.  Die unpaaren Flossen zeigen einen zwischen braun und rot variierenden Grundton mit leuchtend blauen Punkten oder Flecken.

In Brutstimmung dunkeln beide Geschlechter stark ins schokoladenbraune bis schwarze ab und zeigen eine markante kontrastreiche Kopfmaske. Jetzt heben sich auch die blauen Punkt- und Fleckenzeichnungen besonders leuchtend hervor. Diese Zeichnung, vor allem die Kopfmaske wird aber auch außerhalb direkter Brutstimmung bei aggressiven Begegnungen kurzfristig gezeigt.

Normalerweise ab dem Moment der Eiabgabe wechselt die Körperfärbung des Weibchens in einen leuchtend weißen bis gelben Ton.

Ruhen Rundschwanzmakropoden am Boden oder verstecken sie sich dort, so ändern sie häufig ihre Körperfärbung zu einem Laubbraun und überziehen den gesamten Körper mit einer barschartigen, wie Fischgräten wirkenden Streifenzeichung. In dieser Färbung sind sie auf entsprechendem Bodengrund nur sehr schwer auszumachen.

 

 

Der Rundschwanzmakropode ist die kleinste und zierlichste Art der Gattung. Männchen erreichen eine Standardlänge zwischen 5 und 6 cm bei einer Gesamtlänge bis 8 cm, während Weibchen mit 4 bis 5 cm Standardlänge etwas kleiner bleiben. Die Körperproportionen schwanken zwischen hochrückig kompakt und länglich schlank. Insgesamt wirken sie verglichen mit den gabelschwänzigen Makropoden immer länglich schlank und spitzköpfig, geschmeidiger. Als einzige Art in der Gattung der Makropoden zeigen sie die bei den Labyrinthfischen eher typische gerundete Schwanzflosse und sind damit leicht von den restlichen Arten der Gattung, die immer eine gabelartige Schwanzform besitzen, zu unterscheiden. Die Rücken- und Afterflossen sind vor allem bei den Männchen zu spitzen Zipfeln lang ausgezogen und können zu Imponierzwecken stark vom Körper abgewinkelt werden. Mit dem Alter nimmt die Länge der unpaaren Flossen zu und die Schwanzflosse wandelt sich von einer runden Form immer mehr ein eine oval-lanzettlich spitzige. Bei älteren Männchen können die verlängerten Zipfel der After- und Rückenflosse über die Schwanzflosse hinausragen. Auch saisonal ändert sich die Länge der zipfeligen Auswüchse der unpaaren Flossen, indem sie zur Sommersaison individuell unterschiedlich weiter auswachsen und sich zur Wintersaison wieder etwas einziehen können. Der deutliche Unterschied zu den Weibchen bleibt dabei aber bei älteren Männchen in Außenhaltung selbst im Winter deutlich erkennbar. Die Zeichnung der Flossen und des Körpers sind von der Situation abhängig sehr variabel und schnell wechselbar, dabei sind die M.ocellatus in der Lage spontan Farben, Tönungen und Strukturzeichnungen ziemlich frei zu kombinieren und auszuprägen. Ein konstant ausgeprägtes Zeichnungsmerkmal ist der gattungsdefinierende Opercular-Fleck. Dieser besitzt auf dunkelblauem bis hellgrünem Untergrund einen kräftig roten bis orange-gelben Hinterrand und wirkt zu jeder Jahreszeit aus der Nähe betrachtet leuchtend. Die Grundfarbe zeigt eine Spannweite von Tönen aus grau, lehmbraun bis kupferbraun und variiert in der Sättigung situationsabhängig von hell leuchtend über fahl/blass bis kräftig samtig dunkel bis ins schwärzliche. Die unpaaren Flossen besitzen auf dieser Grundfarbe (die oft aber stärker rötliche getönt ist) leuchtend irisierend blaue bis gelbblaue Strukturelemente, die sich auf der Rücken- und Afterflosse als längliche Streifen zwischen den Flossenstrahlen befinden und in der Schwanzflosse als runde Tupfer. Diese blauen Markierungselemente können unterschiedlich ausgedehnt gezeigt werden, wodurch die Flossen einen eher blau-irisierenden oder eher braun/roten Eindruck machen. Weiters sind diese Flossen noch von einem weißlich-bläulichen Randstreifen eingefasst auch gelbe Tönungen können vorkommen. Über den gesamten Körper, also vom Kopf bis zur Schwanzwurzel verfügen sie über eine barschartige, wie Fischgräten wirkende Streifenzeichung als variable Strukturzeichnung des Körpers. Die Breite der Steifen sowie ihre Sättigung kann je nach Situation stärker ausgeprägt oder bis zur Unsichtbarkeit abgeschwächt werden. Adulte Rundschwanzmakropoden sind in der Lage manche dieser Streifen zu verstärken und andere verblassen zu lassen, so dass das Streifenmuster vollständig verschwinden, nur in manchen Körperregionen oder nur auf die Kopfmaskenregion beschränkt erscheinen kann. Am wahrscheinlichsten zeigen sie alle Streifen vollständig in Schlaf und Tarnsituationen. Alle diese Zeichnungs- bzw. Farbmerkmale können individuell recht unterschiedlich sein und hängen in ihrer Ausprägung teilweise auch von der Herkunftspopulation ab. Die Extremen und in der Aquarienhaltung am häufigsten zu sehenden Zeichnungsausprägungen sind - eine gleichmäßig fahl blasse Körperfarbe (die Alltagszeichnung, wenn nichts besonders los ist), - eine schokoladen-dunkelbraunschwarze Färbung des Körpers mit einer markanten kontrastreichen Kopfmaske aus schwarzen Streifen auf hellem bis fast weiß-silbrigem Grund. Unter Aquarienbedingungen ohne natürliches Sonnenlicht ist die Tönung eher schwärzlich, während sie in direktem Sonnenlicht (Gartenteich) eher dunkelbraun ausfällt. - und dann noch eine gleichmäßig leuchtend weiße oder gelbe Färbung des Körpers ohne Strukturzeichnungen (nur Weibchen). Auch mit ihrer situationsabhängigen deutlichen Flexibilität in der Zeichnung heben sich die M. ocellatus von ihren Verwandten, den gabelschwänzigen Makropoden auffällig ab. Damit nun zu den optischen Geschlechtsunterschieden. <h2> 4.2 Optische Geschlechtsunterschiede </h2> Die Geschlechter lassen sich als adulte recht gut unterscheiden: <u> In den Körperproportionen: </u> Sind die Männchen bei gleichalten Tieren deutlich größer als Weibchen. Der Körper der Weibchen ist zu jeder Zeit von oben betrachtet rundlicher, gefüllter über die Körperlänge, der des Männchens nimmt hinter dem Vorderkörper schnell schmalwerdend ab. Männchen besitzen wulstigere Lippen, wodurch der Kopf eines Weibchens vor allem von oben gesehen spitzer und der des Männchens stumpfer wirkt. Besonders in der Sommersaison aber nicht nur dann sind die Zipfel der unpaaren Flossen bei den Männchen deutlich länger und spritziger ausgezogen als bei den Weibchen. <u> In den Körperzeichnung: </u> Laichende Weibchen zeigen eine zeichnungslose leuchtend helle Farbe. Das tun Männchen nie. In Aquarienhaltung gilt dann meistens noch, dass bei brutstimmigen Tieren die Männchen sich kräftig dunkel mit kontrastreicher Kopfmaske und leuchtenden Flossentupfen präsentieren, während die Weibchen meist blass erscheinen. Außerhalb enger Aquarien ist dies aber kein Merkmal an dem man die Geschlechter unterscheiden kann, da dann die Weibchen genauso kräftig dunkel mit kontrastreicher Kopfmaske auftreten können wie die Männchen.

Verhalten

Wetter- bzw. witterungsbezogenes Verhalten: Rundschwanzmakropoden als Fische der klimatisch gemäßigten Flusslandschaften unterscheiden sich von ihren Gattungsverwandten durch ein an das Leben in (jahreszeitlich) kaltem Wasser angepasstes Verhalten. Dazu konnte ich bei meinen Tieren, die in ganzjähriger Gartenteichhaltung leben, z.B. folgende Komponenten beobachten: - ein aufweckbarer Ruhezustand, - normale Aktivitätsphasen auch unter geschlossener Eisdecke mindestens an sonnigen Wintertagen - Sonnenbäder nicht unähnlich den Wasserfröschen dicht unter aber auch den Wasserspiegel durchbrechend Der Ruhezustand: Diesen konnte ich z.B. zwischen 10°C und 15°C Wassertemperatur und diesigem Wetter beobachten. Die Individuen fand ich dabei immer innerhalb weicher Algen- bzw- Krautpolster verankert. Sie konnten in diesem Zustand mit der Hand herausgenommen werden, ohne dass sie sich rührten. Sie wurden aber durch die Belästigung auch ohne ganz aus dem Wasser genommen zu werden nach einiger Zeit immer aufgeweckt und schnellten dann sehr behende und orientiert aus der Hand weg. Schwimmaktivität unter geschlossener Eisdecke: Wenn die Eisdecke klar ist und die Sonne erlaubt, durch die Eisdecke zu strahlen, sind immer wieder umherschwimmende Rundschwanzmakropoden beobachtbar. Dies gilt sowohl für adulte wie auch juvenile Tiere. Sonnenbäder: Vor allem im Frühjahr bis in den frühen Sommer beschäftigen sich Rundschwanzmakropoden ausgiebig mit Sonnenbädern. Dazu halten sie sich je nach Möglichkeiten dicht unter der Wasseroberfläche stehend auf und drehen ihre Breitseite immer der Sonne folgend dieser zu. Oder sie suchen extreme Flachwasserbereiche (mit dunklem Untergrund) auf, um dort in der direkten Sonne zu verweilen. Dabei sind sowohl juvenile wie adulte Tiere beobachtbar. Finden adulte und ältere juvenile Rundschwanzmakropoden tragfähige flutende weiche Strukturen aus Pflanzen oder Algen, so schieben sie sich auf diese hinauf aus dem Wasser und setzen sich dort über lange Zeit unbewegt der direkten Sonnenbestrahlung aus. Sind solche begehrten Plätze großflächig genug, so sammeln sich dort, die Wasserfläche durchbrechend ganze Gruppen der Rundschwanzmakropoden. An einem offenbar sehr günstigen Platz, welcher auch von Teichfröschen genutzt wurde, konnte ich schon Gruppen um 5 adulte neben den Teichfröschen (Rana kl. esculenta) auf den flutenden Pflanzen für mindestens eine halbe Stunde unbewegt in der Sonne liegend beobachten. Sowohl die Sonnenbäder wie auch winterliche Aktivitäten unter der Eisdecke konnte ich in Fotos festhalten.

Verhalten in der Brutzeit: Wie alle Interaktionen, so ist auch das in der Brutzeit gezeigte Verhalten vom Raumangebot und der Raumstrukturierung abhängig. Je enger und weniger strukturiert das Raumangebot ist, je eher sind die Verhaltensweisen zur Brutzeit von aggressiven Verhaltenskomponenten geprägt. In kleineren Aquarien (60cm bis 100cm) erscheint in einem Brutpaar tendenziell das Männchen als der aggressivste Partner auch gegen sein Weibchen. In größeren Gartenteichen gehen die aggressiveren Verhaltensweisen häufiger vom Weibchen aus und sind nach außen gerichtet, während innerhalb des Paares aggressive Handlungen sehr selten sind und das Männchen außer der Brutpflege nicht viel zu tun hat. Die beobachtbare Bandbreite ist in Teichen bei den Weibchen allerdings sehr groß zwischen den Extremem: Keinerlei erkennbare Brutrevierverteidigung und "Schrecken" aller Rundschwanzmakropoden in einem Gebiet von bis zu 2m Entfernung vom Nest. Wenn die Weibchen die Außenrevierverteidigung aktiv übernehmen, so beginnen sie damit immer mit dem Moment der ersten Eiablage, damit synchron färben sie sich flächenhaft leuchtend gelblich über den ganzen Körper. Diese leuchtende helle Färbung halten sie dann meist - langsam abnehmend - mehrere Stunden nach der Ablage der letzten Eier bei. Synchron mit der Leuchtkraft/Helligkeit dieser Färbung reduziert sich auch ihre anfänglich explosive Aggressivität bei der Revierverteidigung. Bei einer Eiablage am Vormittag ist die Aggressivität des Weibchens meist bis zum Abend auf das Grundniveau abgesunken und damit auch die leuchtende Körperfärbung abgeklungen, welches sie in den folgenden Zeit der Brutpflege beibehält. Das Männchen ist in größeren Gartenteichen mit Beginn der Eiablage normalerweise der unauffälligste Partner. <u>Beispielhafter Ablauf(Teiche):</u> Längere Zeit (Tage) bevor das eigentliche Brutgeschäft beginnt, dunkeln sowohl Männchen als auch Weibchen den Körper ins Dunkelschokoladenbraune ab. Jetzt ziehen beide Geschlechter weiträumig umher und versuchen Laichpartner zu finden. Die Männchen müssen zu dieser Zeit noch keine erkennbaren Reviere bezogen haben, werden aber raumbezogener bis sie irgendwann erkennbar ein Revier angenommen haben mit einem klar erkennbaren Zentrum, z.B. einem Seerosenblatt. Sobald ein Männchen beim Umherziehen und Werben ein sich dunkel gefärbt zeigendes Weibchen gefunden hat, welches positiv auf die Werbung eingeht, bildet sich aus diesen ein Brutpaar und das Männchen nimmt das Weibchen oft über mehrere Meter mit zu seinem geplanten Ablaichplatz. Ist die Paarbildung dauerhaft, so ziehen nun beide meist in dunkelbraun gefärbt gemeinsam zur Futtersuche und anderen Aktivitäten umher, bleiben dabei aber jetzt auf den größeren Revierbereich beschränkt, der nun auch gegen andere abgegrenzt wird. Mit der Zeit halten sie sich immer häufiger für längere Zeit gemeinsam unter z.B dem Seerosenblatt (Ablaichplatz, Revierzentrum) auf. Wenn man sich begegnet wird "gegrüßt" in dem beide mit gespreizten unpaaren Flossen schaukelnden Bewegungen ausführen. Irgendwann halten sie sich fast nur noch zusammen unter dem Ablaichplatz auf, weiterhin beide sehr dunkel gefärbt. Dann ist das Ablaichen nicht mehr weit. Das Ablaichen selbst findet in den beobachteten Teichen meist vormittags statt. Es wird immer vom Weibchen eingeleitet, indem es das Männchen durch Schubsen in die Flanke auffordert. Ab jetzt zeigt das Weibchen auch die intensivst leuchtende hell gelbliche Färbung und ist unter dem Ablaichplatz wie ein Signallicht weithin zu sehen. Damit beginnt auch die aggressivste Zeit des Weibchens. Das Laichen geschieht in mehreren Ablaichvorgängen: Das Weibchen schwimmt auf das Männchen zu, fordert es zum Klammern auf, Männchen umklammert Weibchen, Weibchen gibt Eier ab, Männchen Sperma. Klammerung löst sich, Das Männchen sammelt eifrig die Eier ein und sortiert sie am Ablaichplatz, Das Weibchen wendet sich mit Ende der Ablaichstarre sofort nach außen aber ohne den Ablaichplatz zu verlassen. Bei einem Seerosenblatt schaut es dann mit dem Vorderkörper radial nach außen unter dem Blatt vor, oder so gerade mit dem ganzen Körper vor dem Seerosenblatt. Sieht es in dieser Zeit Reviereindringlinge, exploriert es geradezu wie ein "leuchtender Blitz" auf diese zu und jagt sie großräumig aus dem Revier. Kommt es von der Jagd zurück, sucht sie den Ablaichplatz auf, wo sich beide "begrüßen" durch leichtes Flossenspreizen und schaukelnde Bewegungen und stellt sich dann wieder unter dem Ablaichplatz nach außen "sichernd" auf. Das Männchen ist die ganze Zeit mit Eiersammeln bzw. -Sortieren beschäftigt und scheint an anderes nicht viel Interesse aufzubringen. Irgendwann fordert das Weibchen das Männchen dann zur nächsten Eiablage auf, und das Spiel wiederholt sich. Während der gesamten Zeit darf sich das Weibchen beliebig unter dem Laichplatz aufhalten, ob nun zur Eiablage, zur Sicherung, nach außen gewendet, oder mit anderem beschäftigt. Nach der letzten Eiablage dann bleibt das Weibchen aber nicht mehr zur Sicherung unter bzw. am Ablaichplatz stehen, sondern bewegt sich etwa 30cm bis 50cm radial von Zentrum weg, bevor es stehen bleibt und wieder seine Sicherungsaufgabe übernimmt. Ab jetzt ändert sich die Arbeitsteilung in der Form, dass das Weibchen diesen Zentralbereich von 30cm bis 50cm Radius nicht mehr aufsucht. Kommt es ab und an wie zum Antesten des Männchens mal wieder in die Nähe , so spreizt das Männchen kurz unaufgeregt die Kiemendeckel - der Aufwand für's Flossenspreizen wird meist eingespart - und das Weibchen bleibt sofort stehen, wendet sich wieder nach außen zum Sichern. Es gibt Situationen, in denen das Weibchen bis zum Ablaichplatz vordringt: Ab und zu kann es vorkommen, dass dem über die nächsten Zeit abnehmend aufmerksamen Weibchen ein Eindringling durchgeht und dieser auf seiner Wanderung den 30cm Radiusbereich um die Eier erreicht. Nach Ende der Eiablage ist dieses der Bereich, in dem nun das Männchen extrem aggressiv reagiert und den Eindringling vertreibt. Je nachdem wie zäh der Eindringling ausweichend reagiert kann sich das Männchen dabei über eine größere Strecke vom Laich entfernen. Bemerkt das Weibchen dies, so dringt es nun selbst in diesen engen Bereich ein und platziert sich unter dem Laich. Oft bemerkt das Männchen dies gleich und lässt dann sofort von der Verfolgung des fremden Eindringlings ab und eilt zum Nest zurück, wobei das Weibchen in gleicher Weise wieder in den Außenbereich zieht. Nicht selten verwendet das Männchen zwei bis 3 unterschiedliche Brutpflegeplätze für die selbe Brut: Zum Ablaichen wird oft ein Platz wie ein Seerosenblatt gewählt, um welches das Wasser relativ frei und überschaubar ist. Kurz nachdem alle Eier abgelegt, gesammelt und "sortiert" sind werden diese dann vom Männchen an einen anderen Platz umgezogen, der sich meist durch unüberschaubar krautig flutenden Wasserpflanzen auszeichnet. Beginnen die Larven zu schlüpfen (Eier quellen, Schwänzchen trennen sich raus) scheint das Männchen diese Eier individuell in der Kleinrevierumgebung zu verteilen. Erreichen die Larven das Freischwimmstadium, werden sie vom Männchen immer wieder eingesammelt und an dicht-krautige Stellen wie Moose, Algenwatten auch in tieferen Zonen getragen und dort ausgespuckt.

Haltungsbedingungen, Ansprüche und Ernährung

(...) wird fortgesetzt

Vermehrung

(...)

Besonderes

(...)

Bilder

 

 

Macropodus ocellatus

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