Belontia hasseltii (CUVIER, 1831)

von Nico Röhrs

Deutscher Name: Wabenschwanz Gurami, Vielstachel des Hasselt

Englischer Name: Java combtail

Belontia ist aus einheimischer Bezeichnung Belontja in Palembang abgeleitet, hasseltii nach van Hasselt

Der wissenschaftliche Gattungsname geht auf eine sumatranische Bezeichnung für den Gattungsgenossen Belontia hasseltii zurück, der Artname bedeutet gezeichnet und bezieht sich auf den dunklen Fleck am Brustflossenansatz

Flossenformel:

  • D XVI-XX/10-13
  • A XV-XVII/11-13
  • P 11-13
  • V 1/5
  • C 1-16-1
  • Brachiostegalstrahlen: 6

Schuppen:

  • mlR 30-32
  • Ltr 5-6-1-12-15

Belontia hasseltiiBelontia hasseltii
Foto IGL Archiv

Belontia hasseltii gefangen bei PagohBelontia hasseltii gefangen bei Pagoh, Westmalaysia 2017

Erstbeschreibung durch Georges de Cuvier 1831 in Histoire naturelle des poissons, 7.Paris als Polyacanthus hasselti

Ersteinfuhr nach Deutschland 1968. Im Sommer 1968 erwarb der Saarländer H. Verfürth zwei Jungfische von einem Groß- Gerauer Zierfischhändler der sie als afrikanische Buschfische anbot. Zur gleichen Zeit entdeckte D. Schaller zwei Tiere im Kölner “Natura Tropica” und zwei in einem Karlsruher Geschäft. Der Besitzer des Karlsruher Geschäftes Herr Kuppler erhielt sie aus Singapur.

Deutsche Erstnachzucht im Jahr 1970 durch H. Verführt.

Weitere Namen:

  • Polyacanthus hasselti Cuvier,1831
  • Polyacanthus kuhlii Bleeker,1845
  • Polyacanthus einthovenii Bleeker,1851
  • Polyacanthus helfrichii Bleeker,1855
  • Polyacanthus hasselti var. einthoveni Vaillant,1893
  • Polyacanthus olivaceus

Vorkommen & Verbreitung

Auf der Malaiischen Halbinsel, Borneo, Sumatra und Java werden vorzugsweise langsam fließende Flüsse und Sümpfe besiedelt.

Belontia hasseltii Biotop Sri Bunian JohoreBelontia hasseltii Biotop Sri Bunian Johore, Foto Norbert Neugebauer

Beschreibung und Geschlechtsunterschiede

Belontia hasseltii Männchen können eine Größe von 19cm erreichen, die Weibchen bleiben etwa 2cm kleiner. Geschlechtsreife und Unterscheidung ab etwa 8cm. Wie der deutsche Name es andeutet haben sie ein wabenähnliches Körpermuster auf gelblichem Grund das je nach Stimmung noch von dunklen Querbändern übertönt wird. Bei den Männchen ist dieses Muster etwas kräftiger ausgeprägt mit rötlichbraunem Kern und auch die unpaaren Flossen sind etwas größer als bei den Weibchen.

Haltungsbedingungen, Ansprüche und Ernährung

Für die Haltung sind dicht bepflanzte Aquarien ab 250 Liter gut geeignet. Temperaturen von 22 bis 28°C, die anderen Wasserwerte sind von untergeordneter Bedeutung. Eine Vergesellschaftung ist mit größeren Fischen ab 5cm leicht möglich. Zur Fütterung eignen sich alle üblichen Lebend und Trockenfuttermittel wie Regenwürmer, Mückenlarven, Mehlkäferlarven, Jungfische, Haferflocken, Wasserlinsen, Löwenzahn und Koisticks.

Verhalten

Belontia hasseltii ist eine ruhige friedliche Art.

Vermehrung

Die Nachzucht dieses größeren Labyrinthfisches ist im Paar oder Gruppenansatz bei niedrigem Wasserstand und ab 28°C möglich. Leider sind aufgrund seiner Endgröße und seiner schlichten Färbung bisher nur wenige Zuchtversuche erfolgt. Es wird sowohl an der Wasseroberfläche als auch am Boden in typischer Labyrinther- Umschlingung gelaicht ohne ein erkennbares Schaumnest. Dabei entfärbt sich das Weibchen so das es nur noch cremefarben ist. Die mehr als 1000 gelblichen Eier steigen zur Oberfläche und werden vom Männchen bewacht. Die Larven schlüpfen bei einer Temperatur von 30°C nach ca. 24 Stunden.

Besonderes

Seine je nach Stimmungslage unterschiedliche Färbung, übt einen gewissen Reiz aus. Auch ist sein ungewöhnliches Ruheverhalten sehr interessant, dazu legt er sich manchmal auf die Seite so das man denkt er sei Tot. Die zwei Brustflossen die je zwei Spitzen haben nutzt er um sich damit auf Wurzelholz o.ä. abzustützen.

Literaturnachweise

  • MEINKEN H. 1970, Belontia hasselti, der Wabenschwanz-Makropode, eine hübsche Neueinführung aus dem indomalaiischen Gebiet, DATZ 23, S.135-136
  • PINTER H. 1984, Labyrinthfische Hechtköpfe und Schlangenkopffische, S.73-74
  • PFEIFFER P. 1973, Haltung und Zucht von Belontia hasselti, Aquarien Terrarien, Heft 3/73, S.102
  • RICHTER H.J. 1979, Das Buch der Labyrinthfische, S.55-56
  • STALLKNECHT H. 1973, AT-Zierfischlexikon, Aquarien Terrarien, Heft 2/73, S.71
  • VERFÜRTH H. 1970, Zur Haltung, Pflege und Zucht von Belontia hasselti, DATZ 23, S.137-138
  • VIERKE J. 1978, Labyrinthfische und verwandte Arten, S. 69-70

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