Belontia signata (GÜNTHER, 1861)

Deutscher Name: Ceylon Makropode

Englischer Name: Combtail

Belontia signata wird mit deutschem Namen als Ceylon-Makropode bezeichnet, obwohl er mit den Makropoden der Gattung Macropodus nur sehr entfernt verwandt ist. Der englische Name Combtail bezieht sich auf die kammförmig ausgezogenen Flossenstrahlen der Schwanzflosse.

Der wissenschaftliche Gattungsname geht auf eine sumatranische Bezeichnung für den Gattungsgenossen Belontia hasselti zurück, der Artname bedeutet gezeichnet und bezieht sich auf den dunklen Fleck am Brustflossenansatz

Von Belontia signata ist eine Unterart unter dem Namen Belontia signata jonklaasi TEROFAL & BENL beschrieben.

Vorkommen & Verbreitung

Belontia signata lebt endemisch auf der Insel Ceylon und dort nur im Südwesten in den Flußgebieten von Kalu Ganga, Kelani Ganga, Kalutara Ganga und Mahaweli Ganga. Dort bewohnt er die Randbereiche der Flüsse, wo er vor allem in der überhängenden Ufervegetation lebt. Die Flachgewässer der Schwemmlandebenen und die kleinen Regenwaldbäche werden in der Regel nicht besiedelt.

Belontia signata WeibchenBelontia signata adultes Weibchen

Belontia signata MännchenBelontia signata Männchen adult

Belontia signata WeibchenBelontia signata Weibchen adult

Belontia signataBelontia signata, in das Maul passt schon was rein! Belontia brauchen abwechslungsreiches und kräftiges Futter

Beschreibung und Geschlechtsunterschiede

Belontia signata erreicht bis fünfzehn Zentimeter Gesamtlänge, der Körper ist mäßig gestreckt und vor allem bei adulten Tieren hochrückig. Der ursprünglich spitze Kopf wird mit zunehmendem Alter runder, vor allem ältere Männchen können einen Stirnbuckel ausbilden, so das die Rückenlinie stärker gekrümmt erscheint als die Bauchlinie. Rücken- und Afterflosse sind gleich geformt, d.h. mit langgestrecktem Ansatz und zugespitzt. Die Schwanzflosse ist rund mit einzelnen überstehenden Flossenstrahlen. Die Bauchflossen haben immer zwei lang ausgezogene Flossenstrahlen.

Die Färbung der Fische ist leuchtend rotbraun. Jede Schuppe hat ein türkis glänzendes Zentrum. Diese Zeichnung setzt sich in den Flossen so fort, dass die Flossenstrahlen rotbraun und die Zwischenräume türkis sind, so das alle unpaaren Flossen einen unscharf begrenzten türkisfarbenen Saum zeigen. Der Brustflossenansatz zeigt einen dunklen Fleck, die Augen sind leuchtend türkisblau. In Erregungszuständen(Balz, Kampf) kann die Färbung von einem kastanienbraunen Gittermuster überlagert sein. Jungfische zeigen gewöhnlich einen dunklen Fleck im weichstrahligen teil der Rückenflosse. Die Geschlechtsunterschiede sind fast nicht feststellbar. Bei den Männchen kann der Blauanteil geringfügig größer sein.

Belontia signata JungfischeBelontia signata Jungfische,
eine Woche alt

Belontia signata JungfischeBelontia signata Jungfische,
eine Woche alt

Haltungsbedingungen, Ansprüche und Ernährung

Obwohl Belontia signata in der Natur im weichen Wasser lebt, sind die Wasserwerte für die Pflege im Aquarium ohne große Bedeutung. Die Temperatur sollte zwischen 23 und 37 Grad liegen. Wegen der Größe der Fische sollten Aquarien unter 100cm Kantenlänge für ein Paar das Minimum sein, Gruppen brauchen wegen der Aggressivität mehr Platz, obwohl Ceylon Makropoden eher ruhige und wenig bewegungsaktive fische sind. Sie gehören zu den Fischen, bei denen der Beobachter den Eindruck hat, dass sie nichts ohne Grund tun. Belontia signata sind problemlose Fresser, die Brocken müssen nur groß sein. Am liebsten wird kräftige Anflugnahrung gefressen, also Schmeißfliegen, Grashüpfer, Heimchen etc. Auch grobes Granulatfutter wird gern genommen.

Verhalten

Über das Verhalten von Belontia signata in der Natur wissen wir wenig, im Aquarium sind sie einerseits scheu und können andererseits hochaggressiv zu Artgenossen und artfremden Fischen sein. Im Brutverhalten sind Belontia wohl die am stärksten paarorientierte Labyrinthfischgattung. Die Balz läßt auch im fortgeschrittenen Stadium keine Geschlechterdifferenzierung zu, manchmal zeigt das Männchen die karierte Erregungsfärbung öfter. Die Paarbindung erfolgt bei Belontia signata wohl schon lange im Vorfeld der Revierbildung. Treffen für das Ablaichen geeignete Bedingungen ein, erfolgt das Ablaichen ohne weiter erkennbare Vorbereitungen. Ein Schaumnest wird nicht nennenswert gebaut, die Eier werden unter Schwimmpflanzen abgelegt und mit ein paar Luftblasen zusammengehalten. Die Betreuung des Geleges erledigt das Männchen, während sich das Weibchen sehr nachdrücklich um die Revierverteidigung kümmert. Ein Rollentausch ist möglich und wird auch immer wieder beobachtet. Bei Störungen ist das Männchen in der Lage, das gesamte Gelege für einige Zeit ins Maul zu nehmen, es entweder dort zu behalten, bis die Störung vorbei ist oder mit dem Gelege im Maul einen neuen Platz für das Nest zu suchen. Die freischwimmenden Jungfische werden von beiden Partnern sehr nachdrücklich verteidigt, da wo ein Jungfisch ist, ist auch das Revier.

Belontia signata Jungfische Belontia signata Jungfische,
ca. 4 cm groß.

Belontia signata Männchen Belontia signata Männchen,
die Schwanzflosse im Detail.

Vermehrung

Bei der Zucht von Belontia signata kommt es stark auf passende Paare an. Willkürlicher Ansatz von „Paaren“ führt wegen der Aggressivität der Fische leicht zur Katastrophe. Am besten ist es, die Fische in der Gruppe einige Zeit gut zu beobachten und Paare anzusetzen, die sich schon zusammengefunden haben. Solche Paare können dann auch in relativ kleinen Aquarien angesetzt werden, weil die Paarbindung das Umsetzen übersteht und beide Partner extrem friedlich miteinander umgehen. Das Ablaichen erfolgt in großer Ruhe, oft unbemerkt vom Züchter, erst die karierte Brutpflegezeichnung des Männchens verrät, was geschehen ist. Die Verteidigung der Brut, vor allem durch das Weibchen, ist sehr intensiv, der hantierende Aquarianer wird ohne Federlesen in die Hand gebissen. Belontien haben kräftige Gebisse und können spürbar beißen. Es sollte klar sein, dass Fremdfische bei einem brutpflegenden Belontia signata Paar keine Überlebenschance haben. Die Jungfische haben nach dem Freischwimmen noch ein paar Tage, in denen sie zu klein sind, um Artemianauplien zu fressen, die weitere Aufzucht ist einfach und kann unter der Obhut der Eltern erfolgen. Die Jungfische werden für Labyrithfischverhältnisse sehr lange betreut, erst wenn sie ca. zwei Zentimeter lang sind, werden sie von den Eltern aus dem Revier vertrieben und auch nur dann, wenn diese wieder mit einer neuen Brut beginnen wollen.

Literatur

Ott, Gerhard: Ein "Belontia"-Bach bei Warapitiya, Sri Lanka. In: Der Makropode 1-2/2004 S. 30

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Belontia signata JungfischeBelontia signata Jungfische kurz nach dem schlüpfen. Sie werden von Männchen noch zusammen gehalten.

Belontia signata JungfischeBelontia signata Jungfisch nach zwei Wochen. Da wo Jungfische sind, ist auch das Revier der Eltern!