Der Makropode - 28. Jahrg. - 5/6 2006

Inhaltsverzeichnis
1 Otto Tempel Editorial 78
2 Stefan van der Voort Betta pi, Tan 1998 - eine sehr interessante und farbenfrohere Art der großen Kampffische, die bisher so nicht bekannt war 79
3 Hans-Joachim Paepke Dr. Martin Kreyenberg und die chinesischen Makropoden 85
4 Horst Ebert Makropoden 90
5 Jörg Töpfer Vietnam, Wolkenpass und Schwarze Makropoden 96
6 Harald Hehl Zu Besuch bei den Waldbachblüten 99
7 Jürgen Schmidt Literaturdienst 101
8 Uwe Konrad Die IGL-Tagung in Ruhmannsfelden vom 30. 09. - 03. 10. 2005 106
8 Peter Wellner Einladung zur Herbsttagung der Internationalen Gemeinschaft für Labyrinthfische 2006 107

Betta pi, Tan 1998 - eine sehr interessante und farbenfrohere Art der großen Kampffische, die bisher so nicht bekannt war

Von Stefan van der Voort (Übersetzung Thomas Seehaus)

Makropoden

Horst Ebert

Die Zierfischgattungen, die unter diesem Sammelbegriff zusammengefasst werden, gehören der Familie Osphronemidae und dort der Unterfamilie Macropodusinae an. Die Gattungen dieser Unterfamilie sind ausschließlich im süd- bis ostasiatischen Raum beheimatet, hauptsächlich im tropischen Sektor vorkommend. Einige Arten dringen in die gemäßigten Klimazonen vor.

Die den Aquarianern bekannteste Art der Makropoden ist der Paradiesfisch Macropodus opercularis, welcher 1869 als erster exotischer Fisch nach Europa kam. Auf ihn wird im weiteren noch näher eingegangen. Seitdem hat er die Aquaristik zu keiner Zeit verlassen, obwohl erst nach dem II. Weltkrieg Neuimporte stattfanden und so eine Blutauffrischung erfolgte.

Es ist überliefert, dass der in China von 1868-1869 amtierende französische Konsul Simon dem Offizier Gerault des Schiffes Imperatrice ca. 100 Tiere dieser Art übergab, um sie nach Frankreich zu bringen. Davon kamen 22 Tiere lebend an. Von diesen wurden 17 Exemplare, 12 Männchen und 5 Weibchen, dem damals bekannten Züchter Cabonnier übergeben. Ihm gelang es nicht nur die Tiere am Leben zu erhalten, sondern von ihnen reichlich Nachzuchten zu erzielen. Im Jahre 1871 sollen bei ihm, einem Museumsmitarbeiter, bereits 600 Paare gelebt haben. Die Fa. Sasse stellte ein Paar der Art 1874 als erste in einer Ausstellung des Vereins "Aegintha" in Berlin dem Publikum vor. Doch damit wurde in Deutschland der Siegeszug dieser Fische noch nicht eingeleitet. Denn für ein Paar wollte man 50,00 Mark haben, eine Schiffsreise von Hamburg nach New York kostete im Vergleich 105,00 Mark. Für einen guten Facharbeiter waren 50,00 Mark die Hälfte des Monatsverdienstes.

Der Geschichte sei nun genug getan. Denn bei den Makropoden hat sich in den Jahren doch viel getan. Neue Arten, die mitunter noch viel interessanter für die Aquaristik sind, wurden entdeckt. Doch leider ist im Zoohandel kaum eine Art zu finden. Mitunter, und das ist auch schon eine Seltenheit, findet man M. opercularis. In den so genannten Aquarien, die in Wirklichkeit nur Hälterungsbecken sind und dem Verkauf von Fischen dienen, zeigen selbst relativ große Exemplare keine Farbe und werden vom Käufer nicht beachtet und bringen somit für den Händler auch keinen Gewinn.

In der Unterfamilie Macropodinae werden heute die Gattungen Macropodus Lacépède, 1802, die Paradiesfische oder Makropoden, MalpulattaDeraniyagala, 1937 und Pseudosphromenus Bleeker , 1879, vereinigt. Es sei gesagt, dass alle Tiere dieser Gattungen Schaumnester bauen.

Die Gattung Macropodus Lacépède, 1802 - die Gabelschwanzmakropoden

Es ist die Gattung dieser Unterfamilie, die als einzige so genannte Schwimmeier produziert, also deren Eier leichter als das Wasser sind. Der wissenschaftliche Name setzt sich aus dem griechischen "makos" = groß und "produ"s = Fuß zusammen. Die Silbe produs ist auf die Flossen der Tiere bezogen und könnte mit Großfuß oder Großflosser übersetzt werden.

Macropodus erythropterus Freyhof & Herder, 2002 - der Rotrückenmakropode

Der Artname setzt sich aus "erythro" = rot und "pteron" = Flügel oder Flossen zusammen. Diese Art stammt aus der vietnamesischen Provinz Quang Tri. Sie lebt dort in klaren Bergbächen um Dong Hoi.

Der Körperbau ist wie bei allen Arten der Gattung walzenförmig und länglich. Die Tiere dieser Art können im männlichen Geschlecht 13 cm und im weiblichen 10 cm Länge erreichen. Beide Geschlechter haben eine blaugrüne Körperfarbe und eine rote bis rotbraune Rückenpartie. Die unpaaren Flossen zeigen membranenförmige blaue Zeichnungen auf denen rote Punkte oder kleine Striche vorhanden sind. Der erste Strahl der Bauchflossen ist kräftig rot gefärbt.

Zur Pflege und Zucht eignet sich Wasser von maximal 15° dGH, 22-26° C und einem pH-Wert von 6,5-7. Zur Zucht sollte die Temperatur um 1-2° C angehoben werden. Die Aquarien dürfen nicht zu klein bemessen und müssen gut bepflanzt sein sowie genügend Versteckmöglichkeiten haben. Eine Vergesellschaftung ist schwer möglich, weil die Tiere recht aggressiv sind, was sich während der Brutpflege beim Männchen sehr unangenehm steigern kann. Deshalb ist das Weibchen nach Beendigung des Laichgeschäftes schnellstens aus dem Aquarium zu entfernen.

Macropodus hongkongensis Freyhof & Herder, 2002 - der Hongkong-Makropode

Eine ebenfalls noch recht unbekannte Art, deren Artname sich auf seinen Fundort bezieht. Er wurde auf dem Festlandteil von Hongkong im Gebiet Tai Po in ruhigen Bereichen von Gebirgsbächen gefunden. Auch im Tiefland konnte die Art nachgewiesen werden.

Die Männchen werden bis zu 10 cm und die Weibchen bis 8 cm groß. Auf dem Körper sind sie lehmfarben bis grau. Alle Schuppen zeigen einen dunklen Fleck, wodurch auf dem Körper Linien entstehen. Die Bauchflossen sind gelblich.

Die Pflege muss in einem Wasser von unter 15° dGH, bei 20-24° C und einem pH-Wert von 6,5-7 erfolgen.

Wie auch die vorgenannte Art ist diese sehr aggressiv, weshalb in zu kleinen Aquarien Todesfälle keine Seltenheit sind.

Macropodus ocellatus Cantor, 1842 - der Rundschwanz-Makropode

Der Artname bedeutet: Mit einem Augenfleck. Die in der Aquaristik kaum verbreitete Art hat ihre Heimat im östlichen China bis Korea und bewohnt Gewässer unterschiedlichster Art. In fließenden Gewässern werden ausgespülte Buchten bewohnt, aber auch Reisfelder und Kleinstgewässer sind Biotope, in der Tiere dieser Art gefunden wurden.

Die Tiere werden maximal 6,5 cm groß. Ihr Körperbau ist nur mäßig gestreckt, seitlich abgeflacht, aber der Rücken recht hoch. Das oberständige Maul ist sehr klein und hat wulstige Lippen. Die Tiere zeigen eine gelblich braune Farbe und auf dem Körper sind dunkle, unregelmäßig angeordnete Querbinden zu sehen. Ein dunkler Fleck befindet sich auf dem Kiemendeckel. Die Flossen zeigen eine bläuliche Farbe mit einer dunklen Tüpfelung. Die After- und Rückenflosse sind ausgezogen, die Schwanzflosse abgerundet. Interessant ist, dass die Weibchen in Laichstimmung sich hellgelb einfärben.

Die Pflege sollte bei 18-22° C erfolgen. Zur Zucht sind 20-24° C erforderlich. Die Art ist gegenüber Temperaturabkühlungen äußerst widerstandsfähig. Bei allmählicher Abkühlung können die Tiere bei 1° C problemlos überleben. Deshalb stellen sie auch an den Pfleger einige ungewöhnliche Ansprüche. So sollte ab Oktober die Überwinterung eingleitet werden. In dieser Zeit sollte das Wasser nur 10-15° C betragen und das Aquarium nur Dämmerlicht bekommen. Doch ist den Tieren in dieser Zeit Lebendfutter anzubieten. Auch sollte in Abständen von ca. drei Wochen ein Teilwasserwechsel erfolgen. Ab März kann die Temperatur wieder ansteigen und bei Fütterung mit Lebendfutter sind sie in ca. vier Wochen in Laichstimmung. Achtung! Bei längerer Haltung von über 25° C aufwärts tritt Tbc auf.

Macropodus opercularis (Linnaeus, 1758) - Großflosser, Paradiesfisch, Gabelschwanz-Makropode

Der Artnahme bedeutet: Deckel und bezieht sich auf den markanten Opercularfleck auf dem Kiemendeckel.

Die Art hat ein riesiges Verbreitungsgebiet. Sie wird in flachen, stehenden und langsam fließenden Gewässern in Korea, China, Vietnam und Taiwan gefunden. Die nördlichsten Fundorte sollen nahe des Amur bekannt sein. Durch Menschenhand wurden Tiere dieser Art in Gegenden ausgesetzt, wo diese von Natur aus nicht verbreitet sind und so eine Faunenverfälschung eintrat. Denn heute werden Tiere auf der japanischen Insel Okinawa ebenso gefunden wie in Singapur, Sumatra, Madagaskar, Kolumbien und Florida.

Die männlichen Tiere werden 12 cm groß, die weiblichen bleiben etwas kleiner. Sie haben einen gestreckten kräftigen Körper, sind hochrückig und seitlich deutlich abgeflacht. In Aquarien erreichen sie meist nur eine Größe von 8 cm oder bleiben noch etwas kleiner. Mit 5-6 cm sind sie bereits zuchtfähig. M. opercularis zählt zu den schönsten und anspruchslosesten Zierfischen.

Macropodus opercularis - (Foto: Dr. J. Schmidt)
Macropodus opercularis - (Foto: Dr. J. Schmidt)

Die Körpergrundfarbe kann bräunlich, grünlich grau oder grau sein. Oft stimmungsabhängig. Auf dem Kiemendeckel ist ein länglicher dunkelbrauner bis schwärzlicher Fleck vorhanden, der bei auffallendem Licht grünlich schimmert. Der Fleck ist orangefarben bis ziegelrot eingefasst. Blaugrüne und leuchtend kaminrote Querbinden schmücken den Körper. Während der Balz schimmert der Körper blaugrün, die Kehle und die Bauchregion färbt sich blau bis samtschwarz ein und die Querstreifen werden deutlich rot. Im Jahre 1959 zeigte der Zoo Dresden eine albinotische Form. Statt der roten Farben hatten diese Tiere gelbe Farben. Seit 1987 soll es eine blaue Zuchtform geben.

In der Originalform sind die Flossen der Tiere eine Pracht. Die unpaaren Flossen der Männchen sind lang ausgezogen und enden in Fäden. Diese der Rücken- und Afterflosse können bis zur Mitte der Schwanzflosse reichen. Die oberen und unteren Strahlen der Schwanzflosse sind ebenfalls stark verlängert. Alle Flossen haben eine rote oder rotbraune Farbe und sind mit dunklen und hellen Tüpfeln versehen. Rücken- und Afterflosse sind weiß gesäumt. Die lebhaft roten Bauchflossen zeigen weiße Spitzen. Beide Geschlechter sind gleich gefärbt. Nur sind die Flossen der Weibchen nicht so lang ausgezogen und die Farben nicht so intensiv.

Die Pflege der Fische ist problemlos. Es sind gierige Fresser. Sie nehmen Lebend- und Trockenfutter an. Nicht zuviel Futter geben, da sonst leicht Leberverfettung eintritt. Sie fühlen sich bei 15-20° C noch recht wohl, bei 30° C zeigen sie erst die volle Farbenpracht. Für die Zucht sollten 25-26° C und einem pH-Wert von 7 angeboten werden. Die Aquarien sollten eine gute Bepflanzung haben und Schwimmpflanzen sind eine Voraussetzung, dass die Männchen ein Schaumnest bauen können. Eine Bewegung der Wasseroberfläche wollen die Fische nicht haben. Nach dem Laichakt ist das Weibchen aus dem Zuchtaquarium zu entfernen, da es vom Männchen in der Nähe des Nestes nicht mehr geduldet wird und das Aquarium wird nicht so groß sein, dass die Fluchtdistanz groß genug ist. Hierfür müsste schon eine Kantenlänge von 3 m und mehr zur Verfügung stehen. Wenn die Jungfische nach 30 bis 40 Stunden geschlüpft sind, ist auch das Männchen herauszufangen. Sobald die Jungen frei schwimmen, sind sie mit Infusorien anzufüttern.

Macropodus spechti Schreitmüller, 1936 - der Schwarze Makropode

Der Artname nach dem Kölner Aquarianer Specht, der die Tiere erstmalig nach Deutschland brachte. Viele Jahre war diese Art unter der Bezeichnung M. concolor bekannt.
Macropodus spechti - (Foto: H.-J. Richter)
Macropodus spechti - (Foto: H.-J. Richter)

Die Heimat der Art ist das zentrale Vietnam und ist dort hauptsächlich in den Bächen der Bergregionen zu finden. Die im männlichen Geschlecht bis 13 cm und im weiblichen ca. 9 cm groß werdenden Tiere. Beide Geschlechter werden in der Balzzeit fast schwarz und sind ohne jegliche Zeichnung. Auch haben beide Geschlechter lang ausgezogene After- und Rückenflossen und auch die Schwanzflosse ist oben und unten verlängert. Beim Männchen sind die Flossenverlängerungen größer als beim Weibchen. Die Bauchflossen sind orangerot und haben einen weißlichen Saum.

Die Aquarien sollten gut bepflanzt sein, damit die Tiere ihre Scheu ablegen und die Wassertemperatur soll um die 28° C betragen.

Zu bemerken ist, dass die Art nicht mit M. opercularis vergesellschaftet werden darf, denn beide Arten kreuzen sich und die Nachkommen sind nicht steril. So könnten sind Mischlinge in der Aquaristik verbreiten, und das macht keinen Sinn.

Die Spitzschwanzmakropoden

Neben der schon beschriebenen Gattung Macropodus gehören zu dieser Unterfamilie auch noch zwei weitere Gattungen, die als Spitzschwanzmakropoden in der Aquaristik bekannt wurden. Doch bevor ich die Gattung mit ihren Arten vorstelle, möchte ich deren Gemeinsamkeiten nennen.

So sind diese Arten im Zoohandel noch seltener zu sehen, als ihre größeren Verwandten. Im Verkaufsbecken beim Händler sind sie so genannte graue Mäuse und kein Interessent kauft ein Tier. Doch wer sich in der Literatur schlau gemacht hat, weiss, wie farbenprächtig die Tiere sind, wenn sie sich wohl fühlen.

Zur Pflege eines Paares reicht ein Aquarium mit 50 l Fassungsvermögen. Dieses sollte mit Pflanzen reich bestückt sein und genügend Versteckplätze haben. Das Wasser sollte den dGH-Wert von 7° nicht überschreiten und 24 -26° C haben. Der pH-Wert sollte um 7 liegen. Die Tiere lieben abwechslungsreiches Futter, insbesondere schwarze und weiße Mückenlarven, aber auch Trockenfutter wird nicht verschmäht. Das Aquarium muss gut abgedeckt werden, denn alle Arten sind exzellente Springer.

Da auch sie Schaumnester bauen, ist in dem Aquarium, in dem sie laichen sollen, auf Schwimmpflanzen nicht zu verzichten. Ein Bodengrund ist aber dort überflüssig. Trotzdem müssen Versteckmöglichkeiten vorhanden sein, denn während des Baus des Nestes duldet das Männchen das Weibchen nicht in der Nähe der Baustelle. Da die Eier schwerer als Wasser sind, müssen sie nach jedem Laichakt, der stets unter dem Nest erfolgt, eingesammelt und ins Nest gespuckt werden. Dabei hilft das Weibchen meist mit.

Die Jungen schlüpfen nach ca. 24 Stunden und nach zwei bis drei Tagen ist deren Dottersack aufgebraucht und sie müssen mit Infusorien oder feinst zerriebenen Trockenfutter angefüttert werden. Die Elterntiere sind, wenn die Jungen geschlüpft sind, aus dem Zuchtaquarium zu entfernen.

Gattung Pseudosphromenus Bleeker, 1879

Der Gattungsname setzt sich aus "pseudo" = falsch und "osphrainomai" = riechen oder wittern zusammen. Die Gattung besteht aus zwei Arten. Diese leben in stehenden und langsam fließenden Gewässern mit stets niedrigem Wasserstand. Sie haben eine sehr versteckte Lebensweise.

Pseudosphromenus cupanus (Cuvierin Cuvier & Valenciennes, 1831) - Der Schwarze Spitzschwanzmakropode

Der Artname wurde nach einem Küstenfluss südlich von Madras gewählt. Die Heimat der Tiere ist das südliche Indien bis Sri Lanka. Sie leben vorwiegend in verkrauteten Gewässern. Die Art ist auf das ihnen zur Verfügung stehende Milieu sehr anpassungsfähig. So sollen Tiere schon im Brackwasser gefunden worden sein. Hauptsächlich leben sie in kleinen Gewässern, in stehenden oder langsam fließenden. Die 6 bis 6,5 cm groß werdenden Tiere, die Weibchen bleiben kleiner, sind recht schwimmfreudig und sind für Gesellschaftsaquarien geeignet.

Pseudosphromenus cupanus (c): H. Linke
Pseudosphromenus cupanus (Cuvierin Cuvier & Valenciennes, 1831)- (Foto: H. Linke)

Ihr walzenförmiger Körper ist gestreckt und seitlich etwas abgeflacht. Die Grundfarbe beider Geschlechter ist hellbraun. Ein grüner Glanz überzieht den Körper. Die Flossen sind hellgrau. After- und Schwanzflossen haben einen roten Saum, der hellbraun eingefasst ist. Die Schwanzflosse der Männchen ist pinselartig verlängert und deren Bauchflossen sind rot mit weißen Spitzen. Die Geschlechter sind nicht leicht zu unterscheiden. Die Männchen zeigen mehr rot und die Schwanzflosse ist spitzer ausgezogen. Die Weibchen werden bei Erregung fast schwarz. Beide Geschlechter haben auf dem Schwanzstiel einen dunklen Fleck.

Auch wenn sich die Art für eine Vergesellschaftung eignet, werden ihre Verhaltensweisen im Artaquarium erst richtig ausgeprägt.

In jedem Falle sollte das Aquarium gut bepflanzt sein und Versteckmöglichkeiten, am liebsten haben die Tiere Höhlen, bieten. Für ein Paar reichen 30-40 Liter völlig aus. An die Wasserqualität werden keine großen Ansprüche gestellt. Für die Pflege reichen 18-20° C völlig aus. Will man sie zum Laichen anregen, muss die Temperatur auf 25-28° C erhöht werden. Die Männchen bauen kleine, liederliche Schaumnester, oft in einer Höhle. Da die Eier schwerer als Wasser sind, fallen sie zu Boden und werden von beiden Elterntieren aufgesammelt und ins Nest gespuckt. Es kommt auch vor, dass ein zweites Nest angelegt und der Laich in dieses umgebettet wird. Beide Elterntiere betreiben Brutpflege und sind darin recht gut und zuverlässig. Nach zwei bis drei Tagen schlüpfen die Jungfische und sobald sie den Nestraum verlassen und frei schwimmen, müssen die Alttiere entfernt werden. Denn dann erlischt ihr Pflegeinstinkt und die Brut wird für sie Futter. Angefüttert müssen die Jungen mit Infusorien werden. Bei einem guten Zuchterfolg kann man ca. 300 Jungtiere haben.

Pseudosphromenus dayi (Köhler, 1908) - der Rote oder Gestreifte Spitzschwanzmakropode

Der Artname wurde zu Ehren des englischen Ichthyologen F. Day vergeben.

Leider galt die Art 1969 in Deutschland schon als nicht mehr im Hobby existent. Es ist zu hoffen, dass durch Neuimporte die Art wieder vorhanden ist, denn sie ist in ihrem Aussehen sehr attraktiv.

Der Körper ist gestreckt und relativ schlank. Die Bewegungen sind äußerst geschmeidig. Ihre Heimatbiotope befinden sich im südlichen Indien, Sri Lanka, im Süden Vietnams (?) und auf der Insel Way. Diese Gebiete haben ein warmes Klima, so sind auch die Fische wärmeliebend.

Für die Pflege und Zucht müssen 22-30° C angeboten werden. Die Einrichtung des Aquariums ist so zu gestalten, wie bei der vorgenannten Art beschrieben. Auch das Zucht- und Brutverhalten ist analog.

Pseudosphromenus dayi (c): H. Linke
Pseudosphromenus dayi (Köhler, 1908) - (Foto: H. Linke)

Die Tiere werden 7 cm groß. Die Grundfarbe ist braun, zum Rücken dunkler werdend. Auf dem Kopf sind zarte bläuliche Punkte verteilt. Die Kehle, Brust und die Bauchregion können rotbraun bis kräftig rot gefärbt sein. Die Flossen sind populationsbedingt unterschiedlich gefärbt. So können die unpaaren Flossen bläulich oder rot, die Flossensäume bläulich weiß oder leuchtend grün sein. Die mittleren Strahlen der Schwanzflosse sind stark verlängert und blauschwarz oder völlig schwarz. An der Basis und die Mitte dieser Flosse ist leuchtend rot. After- und Rückenflosse sind lang ausgezogen. Auch die Bauchflossen haben verlängerte weißliche Strahlen. Die Weibchen sind farblich schlichter und die Rücken- und Afterflosse sind abgerundet.

Gattung Malpulutta Deraniyagala, 1937

Die Gattung bedeutet auf singhalesisch Blume.

Vom Gattungsbeschreiber wurden die Tiere als Spitzschwanzguramis bezeichnet, doch später zu den Spitzschwanzmakropoden gestellt.

Malpulutta kretseri Deraniyagala, 1937 - Marmor-Spitzschwanzmakropode

Diese einzige Art der Gattung lebt endemisch in Sri Lanka. Der Artname wurde zu Ehren des Entdeckers de Kretser vergeben. In der Heimat lebt die Art in Tümpeln, Bächen und Bewässerungsgräben. Stets ist sie selten anzutreffen.

Malpulutta kretseri (c): J. Schmidt
Pseudosphromenus dayi Deraniyagala, 1937 - (Foto: J. Schmidt)

Die Männchen erreichen eine Länge von 9 cm, davon sind 3,5 cm Schwanzflosse. Die Weibchen erreichen eine Größe von 5 cm. Die Körperfarbe ist rotbraun und beim Männchen sind unregelmäßig verteilte Flecken darauf. Die unpaaren Flossen sind rot mit hellblauen Flecken versehen, die Bauchflossen zeigen eine leuchtend weiße Farbe. Bei den Männchen sind die beiden mittleren Schwanzflossenstrahlen sowie die letzten Strahlen der Rückenflosse stark verlängert.

Die Tiere benötigen keine großen Aquarien, doch müssen sie gut bepflanzt und abgedeckt sein. Ein Wasserwechsel sollte zwei mal wöchentlich erfolgen. Das Wasser sollte folgende Werte haben: 26-28° C, 6,1-6,6 pH und höchstens 4° dGH.

Für die Vergesellschaftung mit anderen Arten eignen sich die Fische nicht. Die Tiere bauen ihre Schaumnester gern in Höhlen. Darauf muss bei der Einrichtung des Aquariums geachtet werden. Die Art ist nicht sehr produktiv. Bei 27° C schlüpfen die Jungfische nach zwei bis drei Tagen, sie wachsen sehr schnell, doch Verluste von 50% der Aufzucht sind die Regel. Ansonsten gelten die gleichen Zuchtregeln wie bei der Gattung Macropodus

Literatur

Dieke, M. 2004. Spitzschwanz-Makropoden. Das Aquarium, 38(10): 22-24.
Frey, H. 1976. Lexikon der Aquaristik. Leipzig/Radebeul.
Paepke, H.-J. 1969. Ein Zierfisch mit hundertjähriger Geschichte. Aquarien-Terrarien, 16: 150-153.
Paepke, H.-J. 1987. Mattes Paradiesfisch - eine entschleierte Legende. Aquarien-Terrarien, 34: 264-268.
Paepke, H.-J. 1994. Die Paradiesfische. NBB Bd. 616, Magdeburg.
Paetzel, T. 1987. Baut ein Schaumnest gern in Höhlen - der Rote Spitzschwanzmakropode. Aquarien-Terrarien, 34: 229-230.
Richter, H.-J. 1969. Der Rote Spitzschwanz-Makropode. Aquarien-Terrarien, 16: 81-83.
Richter, H.-J. 1982. Der Spitzschwanzmakropode Pseudosphromenus cupanus Aquarien-Terrarien, 29: 56-57.
Schaefer, C. & Schröder, T. (Hrsg.) 2004. Das große Lexikon der Aquaristik. Stuttgart.
Seehaus, T.2000. Paradiesfische - bunte Farben, prächtige Flossen. Aquarium live, 4(5): 20-28.
Stallknecht, H. 1966. Macropodus cupanus cupanus (Cuvier & Valenciennes, 1831). Aquarien-Terrarien, 13: 222-225.
Sterba, G. 1987. Süßwasserfische der Welt. Leipzig/Jena/Berlin.
Teichfischer, B. 1965. Albino-Makropoden. Aquarien-Terrarien, 12: 6-7.
Inhaltsverzeichnis

Literaturdienst

Jürgen Schmidt

Deutschsprachige Labyrinthfischliteratur

Januar 2006

Bela, H. 2006. Der Paradiesfisch - Macropodus opercularis. at info 24(1): Titel, 13-15.
Wiederholung des umfassend illustrierten und dem einmal etwas anderen Artikels aus Der Makropode 7/8-2003; immer wieder lesens- und vor allem betrachtenswert, mit 13 s/w- und einem Farbfoto (U1).
Dieke, H. 2006. Betta simplex. VDA aktuell 12(1).
Ein tolles Farbfoto im in der Mitte eingehefteten Kalenderteil.
Donoso-Büchner, R. 2006. Siamesische Kampffische pflegen. Amazonas 2(1): Nr. 3, 28-34.
Pflege und Zucht von Betta splendens werden anschaulich erläutert. Der gute Text ist leider mit Fotos von "Normal-Kampffischen" ausgestattet, obwohl die anderen Artikel im Heft zeigen, dass auch Fotos der interessanten neuen Formen vorhanden sind, einige Fotos von Wildformen sind recht interessant; mit einem Biotopfoto vom Verfasser und 11 weiteren Farbfotos von H.-G. Evers (7), B. Kahl (1) und M. Kokoscha (3).
Evers, H.-G. 2006. Liebe Leser. Amazonas 2(1): Nr. 3, Titel, 2.
Im Editorial erfährt der Leser, dass es das Kampffisch-Titelthema gibt - mehr nicht. Etwas skurril mutet der Betta vom Titelbild (ein schöner Betta vom Verfasser) neben dem Namen der Zeitschrift an; Hauptsache, es gefällt.
Kokoscha, M. 2006. 1st Singapore international Betta competition - Aquarama 2006. Amazonas 2(1): Nr. 3, 40-42.
Keine Zeitschrift lässt dieses Thema aus, auch wenn es hier ein wenig verspätet auftaucht, entschädigen die 16 Farbfotos von I. Seidel, die teilweise ausgezeichnete Fische zeigen, für den mageren Text. Schade nur, dass kaum einer der Fische komplett abgebildet ist.
Lamboij, A. 2006. Liebe Leserin, lieber Leser. aqua-terra austria, Wien 1(1): 1.
Editorial zu einer neuen "Monatsschrift des Österreichischen Verbandes für Vivaristik und Ökologie" als Zusammenschluss zweier Vorgänger. Das erste Heft leider ohne Labyrinther und "Allierte" - wir dürfen uns auf weitere Hefte freuen.
Mahnert, V. 2006. Die Gläsernen. Weiße Mückenlarven. Aquaristik 14(1): 60-62.
Artikel zu Futtertieren mit zahlreichen Farbfotos, darunter ein schönes, das einen Betta splendens-Jungfisch zeigt (S. 62). Der Bildtext: "Vor allem auf die heiklen Fresser unter den Fischen, wirkt Lebendfutter unwiderstehlich" bedarf beim im Bild dokumentierten dicken Bauch des Fisches keines weiteren Kommentars.
Leider wird uns mit der kommentarlosen Namensänderung der Zeitschrift fortan wohl auch die Jahrgangsnummer vorenthalten werden. Ob große Buchstaben und weite Zeilenabstände wirklich sinnvoll zur Füllung des Hefts beitragen?
Seehaus, T. 2006. Makropoden. Teil 2: Die Haltung im Freiland. Aquaristik 14(1): 54-58.
Fortführung des Artikel, mit 8 sehr guten Farbfotos vom Verfasser, nun auch mit den im ersten Teil vermissten Bildern von M. concolor und M. erythropterus. M. ocellatus hat beim Verfasser sogar im Teich überwintert. Auch die IGL-Internetadresse ist beim Artikel genannt.
Seidel, I. 2006. Thailändische Schleierkampffische maschinell am Fließband verpackt. Amazonas 2(1): Nr. 3, 35-37.
Auch mal ein interessantes Thema; mit 7 Farbfotos vom Verfasser.
Seidel, I. 2006. Extensive Kampffischzucht in Vietnam. Amazonas 2(1): Nr. 3, 38-39.
Interessant sind vor allem gelochte Plastikbecher in großen Aquarien, in denen die Betta splendens heran wachsen müssen; mit 6 Farbfotos vom Verfasser.
Siebold, U. & Red. [F. Bitter] 2006. Leserbriefe. Informationen über Betta unimaculata. Aquaristik 14(1): 78.
Der Leserbrief mit der Frage zur Vergesellschaftung mit kleinen Lebendgebärenden wird angemessen kritisch beantwortet. Mit einem interessanten, "imponierenden" Farbfoto von F. Bitter, das Betta unimaculata zeigt.

Februar 2006

Beyer, P. 2006. Das Calcium und die "Weichwasserfische". Datz 59(2): 63-67.
Eine interessante und endlich mal nachvollziehbare Darstellung der chemischen Zusammenhänge - auch für viele unserer Labyrinther und "assoziierten" Fische relevant! Der umfassende Text ist mit 10 Farbfotos sowie Grafiken und Tabellen illustriert, darunter je ein sehr schönes Foto von Betta burdigala und Parosphromenus sumatranus, erstellt von Ingo Koslowski. In Text und Tabelle sind weitere Labyrinther beispielhaft vertreten.
Hieronimus,H. 2006. Aqua News. Ausgesetzte Riesenguramis gefährden die Fischwelt in entlegensten Bereichen. Aquarium live 10(1): 60-61.
Kommentar zum Aussetzen von Osphronemus goramy in anderen Habitaten; mit einem Farbfoto vom Verfasser und einem weiteren Portrait des Fischs vom Chronisten (Foto u. l., beim Bild nicht erwähnt).
Kucharkowski, S. & Schmidt, J. 2006. Leserbriefe. Paradiesfische auf dem Balkon. Aquarium live 10(1): 7.
Frage und Antwort, mit einem Farbfoto, das Macropodus opercularis unter dem Schaumnest zeigt, vom Chronisten.
Linke, H. 2006. Betta pallida. Ein neuer Kampffisch aus Süd-Thailand. Aquarium live 10(1): 3, 12-19.
Bildgewaltiger Artikel mit Biotopbeschreibungen zum Vorkommen der neuen Art auf Ko Samui; mit 15 Farbfotos vom Verfasser, ergänzt durch je ein Foto von I. Schindler und vom Chronisten.
Red. [Hieronimus, H.] 2006. Lebe Wohl, "Das Aquarium". Zeitschrift für aquaristische Literatur 7(2): 26.
"Nachruf" zur Zeitschrift mit Farb-Repros des ersten und des letzten Titelbildes, ersteres zeigt einen Schleier-Betta (S. 26, Wiederholung auf der Titelseite, S. 25).
Red. [Hieronimus, H.] 2006. Bücherschau. Zeitschrift für aquaristische Literatur 7(2), 41, 45-46.
Besprechung von: Alderton, D. 2005. Fische für Aquarium und Teich. Starnberg. Ein schlechtes Buch, aber ein (schlechter) Schleier-Betta auf dem Titel (S. 41).
Besprechung von: Schmidt, J. 2005. Faszination Betta - Schleierkampffische. Ruhmannsfelden. Kommentar s. o. (S. 45-46).
Red. [Schmidt, J.] 2006. Editorial. Aquarienfische des Jahres. Kampffischausstellung. Aquarium live 10(1): 4-5.
Der Jahresschwerpunkt der Zeitschrift werden 2006 die Kampffische sein, im Editorial mit Betta splendens-Zuchtformen gewürdigt, mit 6 Farbfotos moderner Zuchtformen vom Chronisten.
Stawikowski, R. 2006. Geburtstag. Arend van den Nieuwenhuizen 80 Jahre alt! Datz 59(2): 70.
Würdigung mit einem Farbfoto von M. Kokoscha.
VDA [Hrsg.] 2006. 72. Bundeskongress. 5.-7. Mai 2006 in Bonn-Bad Godesberg. Wuppertal, Solingen, 64 S.
Tagungsband, davon für uns relevant: Scharfenberg, M. Als Aquarianer im Land des Lächelns, 10-11. Schäfer, F. Luftatmer aus Afrika, 12-13. Vorträge am 06.05.06 (s. S. 32, hier ein Foto, das M. ansorgii zeigt).
Voigt, W. 2006. Ein Ausnahme-Buch in der aquaristischen Literatur des B.G. Teubner-Verlags von 1911. Zeitschrift für aquaristische Literatur 7(2): 28-30.
Mitteilungen zur 3. Auflage von Das Aquarium von C. Heller, mit mehreren Farb-Repros (aber bei s/w-Vorlage), darunter eine, die Polyacanthus cupanus, also Pseudosphromenus cupanus zeigt.

März 2006

Red. [Schmidt, J.] 2006. Editorial. Die Pflege unserer Lieblinge - wie lange noch? Aquarium live 10(2): 4-5.
Kommentar zum "Artenschutz", mit 4 Farbfotos vom Chronisten, darunter Betta stigmosa und Betta macrostoma.
Dickmann, P. & Hallmann, M. 2006. Der Rubin-Prachtgurami. Parosphromenus ornaticauda. Aquarium live 10(2): 22-31.
Umfassender Text mit nützlichen Tipps und Beobachtungen, mit 21 Farbfotos (!) vom Zweitautor, von G. Kopic und vom Chronisten.
Finke, P. 2006. Die Gattung Parosphromenus. Aquarium live 10(2): 23.
Info zur Paro-AG.
Masillamoni, R & Schmidt, J. 2006. Schleierkampffische. Aquarium live 10(2): 12-17.
Bekannter, überarbeiteter Text mit 14 Farbfotos, ein Biotopbild von R. Donoso-Büchner und 13 vom Chronisten, darunter einige neue von Betta splendens-Zuchtformen. In der Vorschau (S. 74) ist ein Artikel zu Betta livida angekündigt, mit Titelbild und einem Farbfoto, zudem ist ein Farbbild enthalten, das die Helostoma temminckii-Wildform zeigt.

Labyrinthfische international Nachträge

Yamazaki, K. 2004. Betta splendens. Aqua Collection Vol 1. Bangkok, 48 p.
Ein Prachtband mit zahlreichen erstklassigen Farbfotos, die für die - für uns - unverständlichen Schriftzeichen entschädigen. Besonders angenehm fallen die zahlreichen kurzflossigen Formen (S. 2-11 u. a.) auf, die in anderen Büchern sonst leider kaum Berücksichtigung finden. Als Wildformen sind nur Betta imbellis und Betta smaragdina (S. 30-31) genannt. Leider ist auch viel Werbung enthalten, aber das ist heute wohl unvermeidlich. Trotz thailändischer Sprache für den Betta splendens-Freund sehr empfehlenswert. (Siam Pet Fish Trading Co. Ltd., Aqua Library Division, 104 Soi 62 Yaek 1 Sukhumvit Road, Bangkok 1026o Thailand, Fax 0-2331-8283)
Takagi, K. 2005. Water Plants. Aqua Collection Vol 3. Bangkok, 48 p.
Sehr gute Fotos von Aquarienpflanzen, darunter einzelne, die bei uns noch unbekannt sind. (Anschrift s. o.)
Red. 2005. Mouthbrooding Bettas? TFH. 54(4): Heft 597, 22.
Leserbrief-Frage und -Antwort zu Betta simplex mit einem Farbfoto von J. Kadlec.

Labyrinthfische international - Labyrinthfisch-Vereine

2005

Osphronemid, IAA, 7(4), October 2005

Janson, M. . Message from the IAA Board. Editor's Corner. 2.
Voort, S. vd.. A Bucketful of Betta and a New Luciocephalus Species. 3-10.
Fenner, R. . Anabantoids/Gouramis & Relatives. 11-20.
Harrigan B. . Three Stripes and it Croaks. The Three Stripe Gourami. 21-22.
Chodes, J. . The Social Behavior and Breeding Requirements of Ctenopoma ansorgii. 23.
Britz, R. . Why Colisa has Become Trichogaster And Trichogaster is now Trichopodus. 23-24.
Janson, M. . Species Maintenance Program. 24

2006

Le Macropode, Blois, No. 1, Janv./Fév. 2006

Chevoleau, P. & Dantec, M.. Portrait No 79 Sphaerichthys osphromenoides span style="font-variant:small-caps;">Canestrini, 1860. Titel, 2-5.
Dumas, D. . Notes sur la maintenance et la reproduction du gourami chocolat. 5-9.
Chevoleau, P.. Colisa labiosa (Day, 1878). Le Gourami lippu. 10-12, 17-19.
Maurin, M. . Betta splendens. Légendes des photos. 13-16, 19-21.
Burel, P. . Couleur Terminalia catappa. 21-23.
Lo, M.. A la recherche du gourami liquoreux. 24-25.
Pinto, T. . Betta brownorum. 26-28.
(Mit Betta splendens-Farbbildern im Mittelteil sowie weiteren von Biotopen und B. brownorum auf den Umschlagseiten.)

Labyrinth, York, No. 142, February 2006

Panitvong, N.. The Home of Betta simplex. 1-4.
Riley, P. . Trying to be natural with B. albimarginata. 5-7.
Armitage, D.. Recent experiences with mouthbrooding Bettas. 7-9.
AAGB. Anabantoid Association of Great Britain. Annual General Meeting. 24. September 2005. 10-13.

Osphronemid, IAA, 8(1), January 2006

Janson, M. . Message from the IAA Board. Editor's Corner. 2.
Voort, S. vd. Betta livida Ng & Kottelat, 1992 - A Detailed Description Covering Several Known and Lesser Known Facts. 3-16.
Janson, M.. Species Maintenance Program. 16.
Priest, A.A.. An Endangered Licorice Parosphromenus harveyi. 17-18.
Voort, S. vd & Dickmann, P.. The Betta akarensis species group: Additional information and more species. 19-28.

Labyrinthfische - international

Red. 2006. Vriesdrogen. aquarium wereld 59(1): Mitte.
Infotext zu gefriergetrocknetem Futter, mit einem Farbfoto von Futtersorten und einem, das Colisa chuna zeigt, leider ein wenig zu dunkel.
Red. 2006. Male Bettas? TFH. 54(6): Heft 599, 14.
Frage und Antwort zu Betta splendens, ohne Foto.
Red. 2006. Bichirs. TFH. 54(6): Heft 599, 22.
Frage und Antwort zu Flösselhechten, mit einem Farbfoto von O. Lucanus, das Polypterus ornatipinnis zeigt.
Amano, T. 2006. Shoku Jyu. Aqua Journal No. 124, 30-37.
In Amanos Prachtaquarien findet auch mal ein Dario dario Platz (S. 34).
Kamihata, S. 2006. Searching for Betta macrostoma in Borneo. TFH. 54(5): Titel, 93, 106-108, 110-112.
Ein interessanter Reisebericht mit zahlreichen Biotopfotos und Farbbildern konservierter Fische, alle Fotos vom Verfasser. Vor allem die beiden Lebendfotos (Titel = S. 93) von Betta macrostoma sind sehenswert, ohne die "typische" rote Farbe, aber dennoch oder gerade deshalb sehenswert. (siehe 4. Umschlagseite dieses Heftes)
Sung, S. 2006. A Journey Through Exotic Malaysia. TFH. 54(6): Heft 599, 96-99, 101-104.
. 2006.
Ein nicht ganz uninteressanter Reisebericht mit zahlreichen Farbfotos vom Verfasser. Die schönen Biotopfotos sind durch Küvettenfotos der gefangenen und scheinbar so gerade noch lebenden Fische ergänzt, darunter Luciocephalus pulcher (S. 101 o.), Betta imbellis (S. 101 u.), Anabas testudineus (S: 102), Trichogaster trichopterus (S. 103 u.) und Sphaerichthys osphromenoides (S. 104 o.).

Labyrinthfische - international

Hieronimus, H. 2006. Katalog Fische auf Briefmarken Teil I. Europa - Gesamt A-Z. 3. Aufl., Solingen, 169 S.
Das Hobby Aquaristik hat viele Facetten. Ein ungewöhnliches, aber für den Interessierten besonders faszinierendes "Randthema" sind die Fische auf Briefmarken. Nun liegt erstmals ein kompletter Katalog mit nahezu allen Europäischen Marken in Farbe und in Originalgröße vor. Leider wirken einige der Abbildungen aufgrund des verwendeten rauen Papiers etwas matt. Schöne und interessante Fische wie der Colisa chuna aus einer Serie der DDR (1966) entschädigen aber reichlich. Der Chronist erwartet mit Spannung den "Weltkatalog".
Kwet, A. 2005. Reptilien und Amphibien Europas. Kosmos Naturführer. Stuttgart, 252 S. ISBN 978-3-440-10237-4
Dem für unsere Fische unverdrossen Tümpelfutter fangenden Aquarianer sind hoffentlich unsere Amphibien und Reptilien nicht völlig fremd. Erfolgen die Bildbestimmungswerke meist auf zeichnerischer Basis, so liegt hier ein Fotoband vor. Ob es sinnvoll ist, die beiden Tiergruppen in einen Band zu zwängen sei dahin gestellt, jedenfalls schafft des Buch einen guten ersten Überblick und kann aufgrund des handlichen Formats tatsächlich leicht auf Exkursionen mitgenommen werden. Die verlagseigene Aussage: "Naturschützer, Biologen und Terrarianer werden auf dieses Buch sicherlich nicht mehr verzichten wollen" ist vermutlich stark übertrieben, doch stellt das Buch eine sinnvolle Ergänzung der Bibliothek des Naturfreundes dar.
Engelmann W. 2005. Zootierhaltung Tiere in menschlicher Obhut Fische. Wissenschaftlicher Verlag Harri Deutsch Frankfurt/Main. 1. Auflage, 890 Seiten.
. 2006.
"Die Arbeit in einem Schauaquarium erfordert von den Tierpflegern sowohl allgemeine Kenntnisse der Aquarienhaltung als auch spezielle Kenntnisse über die einzelnen Arten.
Dementsprechend ist dieser Band in zwei Teile gegliedert. Er beginnt mit einem umfangreichen Allgemeinteil, der die Grundlagen der Schauaquaristik ebenso wie tierpflegerische Routinearbeiten bis hin zu Fragen des Arbeitsschutzes, Fang und Transport von Fischen, Erkennung und Therapiemöglichkeiten von Krankheiten sowie zur Fütterungskunde vermittelt.
Der spezielle Teil behandelt alle Ordnungen, aus deren Familien Fische in Aquarien gehalten werden, in der Reihenfolge der zoologischen Systematik. Dabei werden zunächst ausgewählte Arten vorgestellt, gefolgt von Hinweisen zur Pflege der Tiere in Aquarien.
Die Artbeschreibungen enthalten Größe und Verbreitung der Fische, außerdem weitere Informationen zu Lebensraum, Lebensweise, markanten Merkmalen oder Färbungen und Zeichnungen.
In den Haltungsabschnitten werden die Ansprüche der Tiere an die Beckengröße und -strukturierung sowie an die Wasserqualität genannt wie auch Möglichkeiten der Vergesellschaftung und Fütterung angegeben. Wo bekannt, werden Angaben zu Zuchtbedingungen und zur Ei- und Jugendentwicklung gemacht. Es folgen Daten zum Höchstalter der Fische.
Etwa 600 Fotos illustrieren das umfangreiche Werk, das mit einem Verzeichnis weiterführender Literatur abschließt." (Engelmann 2005)
Ein Buch über die allgemeine Haltung von Fischen zu schreiben, ist ein gewagtes Unterfangen, auch wenn es hauptsächlich für Zootierpfleger gedacht ist. Nach rund 140 Seiten Einleitung und Grundlagen, wie Geschichte und Entwicklung der Schauaquarien, Aquarium als Lebensraum mit Aquarienbau und -gestaltung, Aquarienbepflanzung und Themenbecken, Aquarientechnik, allgemeine Pflege-, Zucht- und Sicherheitsmaßnahmen, Fütterungskunde, Krankheiten und Quarantäne, Fang und Transport kommt der Hauptteil Systematik und Haltung. Im wesentlichen bleibt es bei allgemeinen Hinweisen, die bei Gruppen mit wenigen Arten, wie Dipnoi und Cladistia durchaus hinreichend sind. Aber schon bei den Channa ergeben sich Fragezeichen und erst recht bei den Anabantoidei. Die Channa werden als eigene Ordnung betrachtet, die Familie Belontiidae ist noch eigenständig aufgeführt, die Unterfamilie Macropodusinae wird noch veraltet als Macropodinae bezeichnet.
Diese allgemeinen Aussagen zur Haltung und Zucht lassen für viele Arten kaum auf einen Erfolg hoffen. Nur robuste Arten können an Hand der Ausführungen erfolgreich über einen längeren Zeitraum gepflegt werden. Detaillierte Hinweise würden aber den Rahmen des Buches sprengen. Als eine allgemeine Übersicht der Haltung von Fischen gedacht, die die bereits erschienenen Bände über Zootierhaltung ergänzt, erfüllt dieses Buch sicher seine Aufgabe und dem Autor muss man für die umfangreichen Ausführungen Respekt zollen.

JT
Güllner, Gert;Pfeifer, Matthias; Zarske, Axel 2005. Atlas der Fische Sachsens, Rundmäuler - Fische - Krebse. Herausgeber: Sächsische Landesanstalt für Landwirtschaft und Staatliche Naturhistorische Sammlungen Dresden, Lausitzer Druck- und Verlagshaus GmbH, Bautzen, 30,0 x 21,5 cm, 351 Seiten
Mit dem vorliegenden Atlas der Fische Sachsens wird die von der Sächsischen Landesanstalt für Landwirtschaft, Fachbereich Tierische Erzeugung und den Naturhistorischen Sammlungen Dresden, Museum für Tierkunde 1996 herausgegebene Broschüre "Die Fischfauna Sachsens" zu einem Standardwerk erweitert, das sich durch Inhalt und Ausstattung den besten einschlägigen Publikationen zuordnen lässt. Die Grundlagen lieferten vor allem die Datenbank der Landesanstalt mit fast 3000 historischen und seit 1990 vermehrten Fundorten (etwa 500.000 Einzelfische), die Untersuchungen des Museums für Tierkunde, Beobachtungen der sächsischen Fischwirtschaftsbetriebe, Angler und Naturfreunde. Die einzelnen Kapitel sind in der Regel Gemeinschaftsarbeiten der drei Autoren, wobei - soweit erkennbar - G. Füllner und M. Pfeifer vorwiegend die Gegebenheiten und Probleme der Fischwirtschaft, der Gewässerkunde und des Artenschutzes darlegen, A. Zarske die Allgemeine und Spezielle Ichthyologie vertritt. In der etwa 50seitigen Einleitung werden neben der Geschichte der Ichthyofaunistik Sachsens vor allem die Gewässertypen des Landes, die regionale Gefährdung der Fischfauna durch Wasserbaumaßnahmen, Wasserverschmutzung, fischereiliche Bewirtschaftung, aber auch Erholungsnutzung behandelt. Die dabei berücksichtigte Einschätzung der Erfolge seit 1990 und der perspektivischen Aufgaben ist nüchtern und überzeugend. Zu den besonders interessanten Informationen der Einleitung gehören folgende Angaben: Die Gesamtwasserfläche Sachsens beträgt 2,46 % der Landesfläche; Sachsen stellt 25 % der Teichflächen der gesamten Bundesrepublik; die Erholung der Fischfauna ist eingeleitet aber noch ungenügend; von den 44 historisch in Sachsen beheimateten Fisch- und 2 Rundmäulerarten sind sechs nicht mehr nachweisbar, neun vom Aussterben bedroht, 18 mehr oder weniger gefährdet oder äußerst selten, nur für 11 Arten kann der Bestand als gesichert gelten (hier unberücksichtigt 16 eingebürgerte Arten); besonders kritisch ist die Situation bei den Wanderfischen, wobei das Flussneunauge und der Lachs die besten Aussichten bieten, die ehemalige Verbreitung in Sachsen zumindest in stark reduzierter Form wieder zu erreichen; Querverbauungen, Stauregulierungen und die saueren Braunkohletagebauseen südlich von Leipzig und im Lausitzer Bergbaurevier erfordern auch in Zukunft hinsichtlich des Fischbestandes besondere Maßnahmen.
Das Kapitel Grundlagen der Fischkunde (Allgemeine Ichthyologie) enthält einen gut durchdachten Bestimmungsschlüssel, der Atlas selbst (Einzelbeschreibungen der Arten) umfasst etwa 300 Seiten. Für jede Art behandelt der Text die Erkennungsmerkmale, die Biologie, das historische Vorkommen, die Verbreitung und die fischereiwirtschaftliche Bedeutung. Gute Fotos, oft auch zusätzliche Abbildungen, sowie je eine aufwendige Verbreitungskarte vertiefen die Beschreibungen. Mit der früher gelegentlich als Irrgast in der Elbe bis Sachsen aufsteigenden Flunder wechselt der eigentliche Fischatlas zum Krebsatlas, der mit Edelkrebs beginnend und der Wollhandkrabbe endend in Text und Illustration die gleiche Sorgfalt erkennen lässt. Dem ausführlichen Literaturverzeichnis schließen sich ein Glossar, eine aktualisierte Rote Liste und ein alphabetischer Artenindex an.
Für die wahrscheinliche Neuauflage könnte man sich wünschen, dass die im Text der Verbreitungskarte ausgewiesene Zahl der Fundstellen immer mit der Zahl der Fundstellen in der einschlägigen Karte übereinstimmt, dass das gelbgrüne Dreieck, Symbol für die historischen Fundpunkte, auffälliger ausfällt und damit das an ein Rebus erinnernde Suchen des Fundortes leichter wird (z.B. S. 119 und 325). Auch die kleinen Verweisungsquadrate für die Fototexte sind keine gute Erfindung.
Abschließend sollte Jens Geisler nicht vergessen werden, der die von Stefan Sieg begonnene landesweite Kartierung maßgeblich unterstützte. Auch Ingrid Säuberlich und Jürgen Scholz sind zu nennen. Erstere fertigte die vorzüglichen Strichzeichnungen, von Scholz stammen die auffallend exakten Farbzeichnungen im Abschnitt Bestimmungsschlüssel. Viele der Fotos lassen erkennen, dass es sich um Freilandaufnahmen handelt. Wer die Schwierigkeiten der Fischfotografie in unseren Gewässern kennt, wird die meisterhafte Qualität der Fotos nicht übersehen.
Insgesamt ein hochinteressantes Werk, das der Allgemeinheit und vielen Fachkreisen mit gutem Gewissen empfohlen werden kann.

Von G.H.W. Sterba
Krause, H.-J. 2006. Aquarienpflanzen in Sri Lanka. Fundortkartei mit GPS-Koordinaten. Darmstadt, 45 S. Selbstverlag: Hanns-J. Krause, Bartningstr. 15, 64289 Darmstadt.
Nicht gerade preisgünstig ("nur" 45 Seiten, aber viele Jahre Arbeit!), aber eine enorme Datensammlung zu 112 Biotopen auf der Insel. Mit Verbreitungskarten und auf Anforderung einer Diskette sowie 12 Farbfotos (in 3 Tafeln) interessanter Biotope im Anhang. Geografische Lage, gefundene Wasserpflanzenarten sowie die akribisch über viele Jahre zusammengetragenen Wasserwerte sind exakt erfasst. Nicht alle Pflanzennamen sind nomenklatorisch richtig geschrieben, doch lassen sich alle Arten eindeutig zuordnen. Für nach Sri Lanka reisende Aquarianer, für Cryptocorynen -Freunde und für Interessenten genauer Wasseranalysen ein kaum verzichtbares Werk.