| 1 | Otto Tempel | Editorial | 150 |
| 2 | Hansjürgen Dieke | Ein Traum wird wahr - Kampffische einmal selber gefangen | 151 |
| 3 | Martin Hallmann | Fische zu verschenken, ... oder besser nicht? Über Sinn und Zweck einer "Schutzgebühr! | 156 |
| 4 | Jürgen Schnmidt | Neue Namen für Unterfamilien der Anabantoidei | 157 |
| 5 | Anja Stoffer | Geschlechtsunterschiede bei Trichogasterarten am Beispiel Trichogaster trichopterus | 161 |
| 6 | Jürgen Schmidt | Literaturdienst | 162 |
| 7 | Hans-Jürgen Ende | Ein Betta-Handbuch und ein Buch über thailändische Fische | 166 |
| IGL Intern ... | |||
| 8 | Horst Linke | Heinz Saddey ist tot | 167 |
| 9 | Christian Kanele | Channa-News - Bericht des Treffens der Channa-AG auf der IGL-Frühjahrstagung in Belzig 2006 | 168 |
| 10 | Christoph Bärecke & Hans-Jürgen Ende | Akvarista Pilsen 2006 vom 18. - 20.08.2006 | 170 |
| 11 | Achim Held | IGL-Herbsttagung in Iserlohn | 173 |
| 11 | Uwe Konrad | IGL-Herbsttagung in Iserlohn | 175 |
| 12 | Karl-Heinz Rossmann | Cotrips-Fischbestandsliste 2/2006 | 176 |
| 13 | Bernd Bussler | Protokoll der außerordentlichen Generalversammlung in Iserlohn | 177 |
| 14 | Thomas Seehaus | Informationen zum Stand der Fischbestandsliste/Mitgliederseiten der IGL-Homepage | 178 |
Angesichts der ungeheuerlichen Naturkatastrophe, die sich in Südostasien abspielte, fällt es mir schwer, mit allen Emotionen über meinen tollen Abenteuerurlaub in Thailand zu berichten.
Zutiefst bestürzt bin ich von dem Leid der Menschen, die zu Opfern wurden, den Überlebenden, die das Trauma verarbeiten mussten, und traure mit den Betroffenen.
Dass mir das einmal passieren würde, daran glaubte ich nicht einmal im Traum.
Es war im Februar 2004, als ich wieder mal ein Infor-ma-tionsgespräch mit Frank Schäfer führte. Zum einen, um Neues aus der Labyrintherszene zu erfahren und Probleme zu klären und zum anderen, was für interessante Labyrinthfische neu bei Aquarium Glaser eingetroffen sind.
Unter anderem teilte er mir mit, dass er im Oktober zum Fischfang nach Indien fliegt und sich in Thailand mit Mitgliedern seines Aquarienvereins, der Darmstädter „Hottonia" trifft, die im Khao Sok Nationalpark einen Erlebnisurlaub machen und in der Umgebung Fische fangen wollten.
"Du bist zu beneiden", waren meine Worte, worauf er mir anbot, bei Interesse an der Expedition, mit der Hottonia Kontakt aufzunehmen. Aber darüber musste erst einmal der Familienrat tagen, zumal meiner Frau eine Knieoperation bevorstand. Es gab schließlich keinerlei Bedenken und ich nahm Kontakt mit dem Vereinsvorsitzenden der Hottonia auf und auch da gab es grünes Licht. Auch mit dem Flugticket gab es keine Probleme, zumal noch viel Zeit bis zum Reisebeginn war. Bei einem Treffen zu Pfingsten im Vereinsheim der Hottonia in Darmstadt lernte ich meine Mitreisenden kennen.
Apropos Hottonia. Der Besuch der Vereinsanlage mit den zahlreichen Schaubecken in Darmstadt am Judenteich ist sehr empfehlenswert.
Zeit zur Reisevorbereitung war genug, um die notwendigen Ausrüstungsgegenstände, wie Kleidung und Kescher zu besorgen und sich impfen zu lassen. Da sich die politische Lage im Süden Thailands verschärfte, riet Frank Schäfer, nicht in den im Süden gelegenen Khao Sok Nationalpark zu reisen, sondern in den Khao Yai Nationalpark nördlich von Bangkok.
Am 17. 10. 2004 um 15:30 Uhr hob die Boeing 767 der Royal Brunei in Frankfurt gen Bangkok ab.
Nach einem ca. 11-stündigen Flug landeten wir gegen 6:40 Uhr in Bangkok. Nach dem Gepäckempfang und etwas warten auf Frank Schäfer, der uns abholen wollte, ging es mit zwei Kleinbussen in Richtung Khao Yai Garden Lodge. Er war schon eine Woche in Khao Yai und wollte Klaus Derwanz bei Zuarbeiten für dessen Buch über den Khao Yai Nationalpark behilflich sein. Einzelne Gewässer sollten gezielt befischt werden, um die darin befindlichen Lebewesen zu bestimmen, wobei die Tiere konsequent wieder zurückgesetzt wurden.
Nach einer etwa zweieinhalbstündigen Fahrt, vorbei an Ortschaften, Märkten, Buddhastatuen und Palmenhainen hatten wir die Lodge erreicht, die für neun Tage unser zu Hause werden sollte. Der Besitzer, Klaus Derwanz, ein Berliner, der die Lodge seit 1986 mit seiner Familie betrieb, war ein exzellenter Kenner von Flora und Fauna des ältesten thailändischen Nationalparks und ein Aquarianer mit Leib und Seele.
Wir wurden sehr freundlich empfangen und nach einem stärkenden Frühstück erhielten wir unsere Unterkünfte.
![]() Frank Schäfer war immer am Netz - (Foto: Verfasser) |
Frank riet uns allen, nicht schlafen zu gehen, sonst würde uns der Jetlag ewig zu schaffen machen. Nach dem Mittagessen ging es dann gleich mit einem Pickup zum ersten Fischfang in der näheren Umgebung. Es handelte sich hier um eine Quelle, die auch als Badestelle der Einheimischen diente und auch von uns zum Abkühlen genutzt wurde. Hier hatte ich jedoch mit meinen herkömmlichen Aquarienkeschern keine Chance. Frank mit seinem Wurfnetz hatte dabei mehr Glück. Die Fische, die hier gefangen wurden, waren Barbus aurotaeniatus. Die Wasserwerte des Gewässers: 600 ns; Temperatur 26° C; pH 7; KH 24. |
Auf der Rückfahrt konnten wir die ersten Elefanten sehen, die in einem Fluss von ihren Besitzern gebadet wurden. So ging der erste Fangtag für mich als Labyrinthfischfreund glücklos zu Ende.
Am nächsten Tag machten wir unsere erste Safari in den Nationalpark. Er ist mit 2168 Quadratkilometern der größte, älteste und interessanteste Nationalpark Thailands und liegt am Rand des Khorat-Plateaus. Seine große Vielzahl an wildlebenden Tieren z. B. Tigern, Elefanten und Reptilien macht ihn zum meist besuchten Nationalpark. Hier konnte ich zum ersten Mal einen Bindenwaran Varanus salvator und einen Trupp Makaken beobachten, die sich an den Küchenabfällen der dort betriebenen Freiluftgaststätte gütlich taten. Während unserer mehreren Safaris im Khao Yai gab es noch viele Naturerlebnisse, wie die bunten Schmetterlinge und exotischen Blüten, die mein Herz als Naturfreund höher schlagen ließen.
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Im Park hat man ein Gewässer als Evolutionsbiotop sich selbst überlassen. Es war ein Schwarzwasserbiotop mit dichten Beständen von Sumatrafarn Ceratopteris thalictroides und einer unserer Krebsschere ähnlichen Pflanze. Bei der Bestandsaufnahme gingen beim Fang Rasbora paviei, Barbus aurotaeniatus und eine Krabbe Sayamia bangkokensis ins Netz. Auch sie wurden nach dem Fotografieren und Bestimmen zurückgesetzt. Die Wasserwerte des Biotops: 30ns; KH-0; pH 6.
Nicht vergessen werde ich während einer Fahrt im Nationalpark den Ruf unseres Guides "Snake". Alles stürzte vom Fahrzeug und da lag er, ein etwa 3 m langer Netzpython Python reticulatus beim Sonnenbad auf der Straße. Das er jetzt unfreiwillig zum Fotostar wurde, schien ihm nicht zu behagen und schlängelte sich Richtung Urwald davon. |
![]() Der Netzpython auf der Strasse - (Foto: Verfasser) |
Am fünften Tag unserer Reise sollte ich auf meine Kosten kommen. Frank hatte von Klaus Derwanz den Tipp für ein Kampffischbiotop bekommen. Auf dem Weg dorthin besuchten wir noch einen buddhistischen Tempel und unser Guide Jepp erklärte uns die verschiedenen Buddhastatuen.
![]() Betta-Fundort - (Foto: Verfasser) |
Das Gewässer bot beim Eintreffen den Eindruck eines typischen deutschen Dorftümpels. Es war völlig mit Wasserhyazinthen Eichhornia crassipes zugewachsen und nur am Rand mit Wathosen begehbar. Nach nur einem kleinen Schritt zur Mitte hin fiel es steil ab. Also war Vorsicht geboten. Frank gab mir den Ratschlag, mit dem Kescher unter die Schwimmpflanzen zu fahren und ihn dann hoch zu heben. Und der Tipp war goldrichtig, da zappelten sie, meine ersten selbst gefangenen pla kat. Nach etwa 20-minütigem Keschern hatte ich über 20 Kampffische gefangen. Diese Anzahl dürfte für die Auswahl einer Zuchtgruppe reichen. Die Größe der Fische schwankte von 15 mm bis 30 mm. |
| Von diesem Fangplatz machten wir noch eine Fahrt zu einem anderen Fundort. Er befand sich hinter der Stadt Pak Chong unmittelbar vor einem Kloster. Es waren zwei etwas größere Teiche, die sich an einer unbefestigten Zufahrt zum Kloster gegenüberlagen. Hier konnte ich im linken Tümpel Trichopsis schalleri, Rasbora rubrodorsalis und den Zwergreisfisch Oryzias minutillus erbeuten. Die Zwergreisfische waren sehr empfindlich bei der Hälterung. Im rechten Teich hatte ich keinen Erfolg beim Fang. |
![]() Männliche Betta sp. Khao Yai - (Foto: Verfasser) |
Am nächsten Tag fuhren wir Richtung Nordosten, nahe der kambodschanischen Grenze nach Phanom Rung, wo wir die Ruinen einer großen Tempelanlage der Khmer besichtigten. Dieses Denkmal aus der Khmer-Epoche in Thailand wurde zwischen dem 10. und 13. Jahrhundert erbaut.
![]() Betta sp. Khao Yai - (Foto: Verfasser) |
Auf der Rückfahrt wurde auch wieder an einem fischträchtigen Gewässer Halt gemacht. Hier gingen uns Trichopsis schalleri und Trichogaster trichopterus ins Netz.
So vergingen die schönen Tage in Thailand und es fiel mir schwer, alle Eindrücke zu verarbeiten, welche ich hier in so kurzer Zeit vor Augen hatte. Noch einmal besuchten wir den Khao Yai-Nationalpark und machten in den Abendstunden eine Nachtsafari, allerdings ohne Wildelefanten zu sehen. Nun hieß es Abschied nehmen von der herrlichen Anlage mit ihren duftenden Pflanzen, netten Menschen und interessanten Untermietern, wie Geckos und den quakenden Fröschen und Kröten. |
Auf der Rückfahrt zum Flughafen hielten wir noch bei einem Zierfischexporteur, den Klaus Derwanz noch aus seiner Tätigkeit als Kaufmann und Züchter kannte, damit Frank seine vielen Tiere wohlbehalten nach Deutschland versenden konnte.
Wir sahen uns in Bangkok noch den sagenhaften Königspalast an, den Wat Phra Keo und den sich in unmittelbarer Nähe befindlichen Wat Pho, mit dem vergoldeten 45 m langen und 15 m hohen ruhenden Buddha.
Damit ging ein unvergesslicher Urlaub zu Ende. Die Bilder und die in meinen Aquarien schwimmenden Fische erinnern mich stets an das schöne Siam.
Nicht vergessen möchte ich, mich bei Frank Schäfer zu bedanken, der mir während der Expedition sachlich und fachlich zur Seite stand, sowie bei den Mitgliedern der Darmstädter Hottonia, die mir eine Teilnahme an der Expedition ermöglichten.
InhaltsverzeichnisAus der neuen Arbeit von Rüber et al.(2006) resultieren einige Konsequenzen für die Systematik unserer Labyrinthfische. Da ich bereits mehrfach dazu befragt wurde (Kox, schr. Mitteil., u. a.) fasse ich das Wesentliche hier zusammen und erlaube mir ein paar Kommentare dazu. Auch wenn diese teilweise sehr kritisch wirken mögen, sollen sie keines Falls den Wert dieser richtungsweisenden Arbeit schmälern, sondern lediglich zu weiteren Untersuchungen anregen.
Nach Britz (2005) benutzten wir folgende Systematik, wobei noch einige Punkte offen blieben, sodass der nicht alle Wissenschaftler und Aquarianer folgten (s. z. B. Kommentar v. Schindler (2005):
Nun ergibt sich nach Rüber et al.(2006) folgende neue Systematik, die einen sehr durchdachten sowie gut belegten Eindruck macht und der wir unbedingt folgen sollten:
Mag die Trennung von Anabas und den afrikanischen Kletterfischen in geografischer Hinsicht sinnvoll erscheinen, so ist sie in systematischer Hinsicht unbefriedigend. Das Problem bereitet die Sammelgattung Ctenopoma. Um diese sinnvoll zu unterteilen, möchte ich die Begriffe: Kletter-Buschfische und Blatt-Buschfische einführen, die zum einen die ökologische Anpassung charakterisieren und zum anderen im ersten Fall auf die Verwandtschaft hinweist. Die Kletter-Buschfische stehen den eigentlichen Anabas nämlich sehr nahe, sodass die Gattungen sogar schon verwechselt wurden, was jedem, der die Dornenfelder nicht genau betrachtet, sehr leicht passieren kann. Die Aufteilung in zwei Unterfamilien dürfte demnach bald wieder hinfällig werden oder vielmehr ist eine weitere Trennung der Gattung Ctenopoma zu erwarten und eine Einordnung der Kletter-Buschfische zu den Anabantinae.
Ob Belontia unbedingt allein stehen muss, möchte ich zunächst offen lassen. Auffällig ist zudem, dass die einander nahe verwandten Trichopsis auf der einen Seite und Ctenops und Luciocephalus auf den anderen ebenfalls in verschiedene Unterfamilien gestellt wurden. Auch dies ist zunächst noch unbefriedigend, zeigt aber, dass unsere Einteilung selbst bei Berücksichtigung solch vieler Faktoren, wie es die Autoren taten, ein künstliches System bleiben muss.
Wir trennen uns also von dem alten Namen: Unterfamilie: Trichogasterinae, mit den Gattungen: Colisa, Ctenops, Luciocephalus, Parasphaerichthys, Sphaerichthys und Trichogaster.
Und lernen dafür neu: Unterfamilie: Luciocephalinae, mit den gleichen Gattungen (s. o.) sowie Ctenopominae mit den Gattungen: Ctenopoma, Microctenopoma und Sandelia.
Das Namensproblem Colisa/Trichogaster/Trichopus/Trichopodus bleibt weiterhin ausgespart. Colisa und Trichogaster bei den "Schokoladenguramis" (s. l.) zu finden, ist sicherlich auch noch nicht zu Ende gedacht - kommt hier eine weitere Unterfamilie? Analog haben wir das gleiche Problem mit Macropodus (Schwimmeierproduzent), die entfernt von den anderen Macropodusinae (Sinkeierproduzenten) stehen.
Auffällig ist, dass viele ethologische Erkenntnisse unberücksichtigt bleiben (z. B.: Vierke). Aber - was wäre die Wissenschaft, wenn nicht die Lösung eines Problems zahlreiche neue Fragen aufwerfen würde?
| Britz, R. 1992. | Untersuchungen zur Ontogenese des Cranium von Ctenopoma damasi (Poll 1939), mit einer Diskussion der Entwicklung der Orbitonasalregion bei Teleostei. Dipl.-Arb., Tübingen. 1-92. |
| Britz, R. 1995. | Zur phylogenetischen Systematik der Anabantoidei (Teleostei, Percomorpha) unter besonderer Berücksichtigung der Stellung des Genus Luciocephalus. Morphologische und ethologische Untersuchungen. Diss. Tübingen, 1-125. |
| Britz, R. 1995. | The genus Betta - monophyly and intrarelationship, with remarks on the subfamily Macropodinae and Luciocephalinae (Teleostei: Osphronemidae). Ichthyological Explorations of Freshwaters 12: 305-318. |
| Rüber, L., Britz, R., Tan, H. H., Ng, P. K. L. & Zardoya, R. 2004. | Evolution of mouthbrooding ans life-history correlates in the fighting fish genus Betta. Evolution 58(4): 799-813. |
| Rüber, L., Britz, R. & Zardoya, R. 2006. | Molecular Phylogenetics and Evolutionary Diversification of Labyrinth Fishes (Perciformes: Anabantoidei). Systematic Biology, London, 55(3): 374-397. |
| Schindler, I. 2005. | Betta pallida, ein neuer Kampffisch aus Süd-Thailand. Der Makropode 27(7/8): 128-129. |
| Vierke, J. 1973. | Das Wasserspucken der Arten der Gattung Colisa (Pisces: Anabantidae). Bonner zoologische Beiträge 24(1/2): 62-104. |
| Vierke, J. 1975. | Beiträge zur Ethologie und Phylogenie der Familie Belontiidae (Anabantoidei, Pisces). Zeitschrift für Tierpsychologie 38: 163-199. |
| Vierke, J. 1991. | Brutpflegestrategien bei Belontiiden (Pisces, Anabantoidei). Bonner zoologische Beiträge 42(3-4): 299-324. |
| Vierke, J. 1992a. | Fakten zum Fortpflanzungsverhalten bei Labyrinthfischen. das Aquarium 26(5), Heft 275: 10-15. |
| Vierke, J. 1992b. | Die zehn bedeutendsten Brutpflegestrategien bei Labyrinthfischen. das Aquarium 26(8), Heft 278: 4-9. |
| Vierke, J. 1992c. | Wie Maulbrüten entsteht. Maulbrütende Kampffische. das Aquarium 26(11), Heft 281: 10-14. |
Häufig gibt es Aquarienanfänger, die Probleme damit haben, die Geschlechter ihrer Fadenfische zu unterscheiden. Aufgrund dieser Tatsache entstand dieser Bericht, der dabei helfen soll, die Geschlechter leichter festzustellen.
Fadenfische der Gattung Trichogaster haben einen klaren Geschlechtsdimorphismus und sind somit nach ein wenig Übung leicht zu unterscheiden. An diesem Beispiel möchte ich den Unterschied anhand von Trichogaster trichopterus, dem blauen Fadenfisch, erläutern.
Trichogaster trichopterus werden ca. 12 cm lang und sind dann sehr leicht zu unterscheiden. Auch vorher schon klappt es sehr gut, wenn man sich die Tiere genauer ansieht. Bereits als Jungfische ab 6 cm Länge kann man die Geschlechter schon sehr gut erkennen, da die spezifischen Merkmale dann bereits anfangen, sich auszuprägen.
![]() T. trichopterus: links männlich - rechts ein weibliches Tier - (Zeichnung: Verfasser) |
Männliche Tiere dieser Fadenfische haben eine deutlich erkennbare ausgezogene Rückenflosse. Sie erscheint ein wenig sichelförmig. Bei weiblichen Tieren ist die Rückenflosse stark abgerundet und auch deutlich kürzer. Desweiteren sind die weiblichen Tiere im geschlechtsreifen Alter meist fülliger, da sie sehr schnell Laich ansetzen und dies leicht am runden Bauch erkennbar ist. Männchen allgemein sind immer etwas schlanker, auch wenn sie zu stark gefüttert wurden.
Wenn man diese beiden Kriterien mit seinen eigenen Tieren vergleicht, wird man schnell sehen können, welche Geschlechter man erworben hat.
Ich hoffe, ich konnte mit diesem Bericht einigen Mitgliedern helfen und wünsche viel Erfolg.
Inhaltsverzeichnis| Haut, L. 2006. |
Bundesverbraucherminister Seehofer verabschiedet Tierbörsenrichtlinien - BNA-Forderung führte zum Erfolg. BNA-Aktuell (1+2), 59-71. Positiv: Beutelbörsen bleiben erlaubt - aber: " (...) Eine Beutelbörse darf nur als Einzelveranstaltung und nicht als Teil einer anderen, länger dauernden Tierbörse oder sonstigen Veranstaltungen durchgeführt werden. Nur so kann eine möglichst kurze Verweildauer der Fische in den Beuteln sichergestellt werden." Somit dürften Probleme auf die bisherige Form unserer Tagungen zukommen ... |
| Rozmann, H. 2006. |
Gedanken zur Qualzucht. Hybriden, Hochzucht usw. aqua-terra austria 1(4): 3-5. Das Thema wird immer wieder aufgegriffen, aber selten bis zur letzten Konsequenz diskutiert. Mit 5 Farbfotos, glücklicherweise keine Labyrinther. Das Thema Hybriden wird in der Botanik und vor allem von Gärtnern allerdings völlig anders betrachtet. |
| VDA, BNA et al.. |
Forderungen des BNA einer Anerkennung bestimmter Zuchtformen von Aquarienfischen als Qualzuchten im Sinne von § 11b des Tierschutzgesetzes. BNA-Aktuell (1+2), 73-78. Cichlidenlastiger Schmähtext zu Zuchtformen, bei Durchsicht der Autorenliste wird der DCG-Schwerpunkt deutlich. |
| Bleher, H. 2006. |
Boulevard Bleher. Auf Salmlersuche in Äthiopien. Aquaristik Fachmagazin & Aquarium heute 38(2) Nr. 188: 82-86. Reisebericht mit zahlreichen Farbfotos, darunter eines, das "Polypterus sp., erinnert an Polypterus senegalus" zeigt (S. 84 M.). |
| Böhm, J. 2006. |
Krankheiten der Aquarienbewohner. at info 24(4): 69-71. Die häufigsten Krankheiten, dokumentiert in 7 s/w-Fotos, darunter eines, das einen von Columnaris befallenen Betta splendens zeigt (S: 20 o.). |
| Donoso-Büchner, R. & Schmidt, J. 2006. |
Brutpflegehelfer bei Kampffischen. Datz 59(4): 15-17; (5): 26-29; (8): 38-42; (9): 38-42. In dieser sehr ausführlichen Artikelserie stellen die Autoren Brutpflegestrategien bei Betta persepone und B. brownorum vor und geben Tipps zur erfolgreichen Haltung und Zucht. Mit 33 guten bis hervorragenden Farbfotos von Jürgen Schmidt (32) und M. Hallmann (1) von B. bellica, B. coccina, B. burdigala, B. rutilans, B. livida, B. tussyae, der Maulbrütervariante von B. brownorum sowie vom Brutpflege- und Ablaichverhalten von B. persepone und B. brownorum. Mit umfangreicher Literaturliste. |
| Linke, H. 2006. |
Der Sternfleck-Prachtgurami aus Kalimantan: Parosphromenus quindecim Kottelat & Ng, 2005. Aquaristik Fachmagazin & Aquarium heute 38(2) Nr. 188: 34-36. Ein informativer Artikel zur Verbreitung und zum Fortpflanzungsverhalten der neuen Art, die aquaristisch bisher unter dem Namen Manis Mata bekannt war. Mit 8 vom Verfasser erstellten sehr schönen Farbfotos sowie einer Verbreitungskarte. Die Farbkontraste der Prachtguramis auf den Fotos wirken sehr hart und das Rot in der Schwanzflosse etwas dunkel; möglicherweise ist dies auf die moderne Digitalfotografie oder auf den Druck zurückzuführen. Verblüffend ist die große Zahl der im Foto (S. 36 o. l.) dokumentierten Eier! Angesichts der vielen neuen Namen bei Labyrinthfischen bleiben kleine Fehler nicht aus. Der im Text erwähnte Parosphromenus opallios wird mit i geschrieben (auch der Chronist schrieb diesen Namen schon falsch). Angekündigt (S. 128) ist ein Artikel über Channa burmanica. Das Foto erinnert stark an Fische aus dem Channa gachua-Formenkreis - um so interessanter wird der Artikel. |
| Maleck, W. 2006. |
Zwei merkwürdige Aquarienbücher. Zeitschrift für aquaristische Literatur 8(1): 7-9. Zwei Bücher mit dem Titel: Aquarium, Terrarium und Vogelbauer werden vorgestellt, mit 10 Abbildungen, darunter 4 Tafeln, auf denen verschiedene Labyrinther enthalten sind. |
| Schlüter, M. 2006. |
Kurz vorgestellt. Betta raja. Amazonas 2(3): 74. Kurztext zur neuen Art, mit zwei ausgezeichneten Farbfotos vom Verfasser. |
| Stawikowski, R. 2006. |
Polypterus mokolembembe. Flösselhecht aus dem Kongo-Fluss. Datz 59(5): 30-31. Kurzbericht zur neuen Art, mit 3 guten Farbfotos von A. Werner. |
| Anonym. 2006. |
Der Schwarze Makropode heißt: Macropodus spechti. Der Hüpferling 32, 12. Kommentar zum Bulletin der Nomenklaturkommission. |
| Degen, B. 2006. |
Die Straße der Fische in Hongkong. Aquarium live 10(3): 46-51. Bericht zu Aquariengeschäften in Hongkong, mit 13 Farbfotos vom Verfasser, darunter 3, die Aquarien oder Verpackungen mit Schleier-Betta splendens zeigen, sowie 1 weiteres eines roten Kammschwanzmännchens vom Chronisten. |
| Kemmling, J.& H.-J. 2006. |
Lebensräume von Aplocheilus panchax in Myanmar. DKG-Journal 38(3): 67-70. 3 Biotopbeschreibungen, darunter 2, in denen auch Labyrinther vorkommen: Anabas sp., Badis rubra, Channa sp., Colisa sp. und Trichogaster microlepis, mit zahlreichen Farbfotos der Biotope. |
| Koslowski, I. 2006. |
Berichtigung. Betta burdigala (Datz 2/2006). Datz 59(6): 54. Betta burdigala ist ein Nestbauer und kein Maulbrüter. |
| Paepke, H.-J. 2006. |
Dr. Martin Kreyenberg und die chinesischen Makropoden. Der Hüpferling 32, 13-25. Bekannter Artikel, mit 5 s/w-Abbildungen verschiedener Urheber sowie 8 Farbfotos im Mittelteil, die Makropoden und andere Labyrinther zeigen. |
| Schmidt, J. 2006. |
Der Dunkelrote Betta livida. Aquarium live 10(3): Titel, 12-19. IGLern bereits bekannter Artikel des Chronisten, hier allerdings mit 24 Farbfotos. Angekündigt ist ein Artikel zu Betta foerschi, mit einem tollen Farbfoto von H. Linke (S. 74). |
| Stawikowski, R. 2006. |
Macropodus spechti. Nomenklaturkommission hat entschieden. Datz 59(6): 5. Bemerkung zum Beschluss der "Abschaffung" des Namens M. concolor, mit einem Farbfoto von F. Herder. |
| Stawikowski, R. 2006. |
Geburtstag. Arend van den Nieuwenhuizen 80 Jahre alt! Datz 59(2): 70. Würdigung mit einem Farbfoto von M. Kokoscha. |
| Töpfer, J. 2006. |
Vietnam, Wolkenpass und Schwarze Makropoden. Der Hüpferling 32, 8-12. Der Makropode-Lesern bekannter Artikel mit 5 s/w-Fotos vom Verfasser. |
| Compagnoni, A. 2006. |
Die Schnauze gestrichen voll - maulbrütende Kampffische. Amazonas 2(4) Nr. 6: 48-53. Ein hervorragender Übersichtsartikel zur Pflege und zur Fortpflanzungsbiologie maulbrütender Betta. Einige kleine Unstimmigkeiten sind von geringer Bedeutung. Auffällig die 5 sehr guten Farbfotos verschiedener Maulbrüter von der Verfasserin, hinzu kommen 1 Biotopfoto von M. Lo sowie 2 Grafiken zu Maulbrüterbiotopen von P. Dickmann. Erfreulicherweise ist eine Fortsetzung angekündigt. |
| Senger, A. 2006. |
Pa Bon, Krabi, Thailand. VDA-aktuell 12(3): 16-18, 20. Umfassende Biotop-Beschreibung, mit 14 Farbfotos des Verfassers, darunter 5, die Schlangenkopffische zeigen: Channa lucia mit zahlreichen Jungfischen (S. 18) und 4 weiteren C. lucia-Farbfotos (S. 20). |
| Donoso-Büchner, R. & Schmidt, J. 2006. |
Betta brownorum. Brutpflegehelfer bei Kampffischen (Teil 3). Datz 59(8): 38-42. Die Fortpflanzungsbiologie von Betta brownorum wird umfassend dargestellt, wovon IGLern aller-dings schon einiges bekannt ist, mit 18 Farbfotos vom Chronisten und 1 Farbfoto von M. Hallmann (S. 42), s. o. |
| Heuer, S. 2006. |
Meine Schokoladenguramis. datz-Aquarien-Praxis 59(8): 12. Kurzbericht zur Pflege von Sphae-richthys osphromenoides, mit einem schönen Farbfoto vom Verfasser. |
| Hofer-Englmair, I. & Schmidt, J. 2006. |
Smaragd-Kampffische. Aquarium live 10(4): 7. Leserbrief mit Antwort und 2 bekannten Farbfotos zu Betta smaragdina vom Chronisten. |
| Linke, H. & Schmidt, J. 2006. |
Grün-blaue Fische mit goldenen und roten Wangen. Foerschs Kampffisch Betta foerschi. Aqua-rium live 10(4): 36-45. Umfassender, IGLern aber sicherlich bereits bekannter Artikel mit 31 teilweise ebenfalls bekannten Farbfotos von den Verfassern. |
| Richter, H.-J. 2006. |
Monocirrhus polyacanthus. Aquaristik Fachmagazin & Aquarium heute 38(4) Nr. 190: 62-63. "Foto-Verhaltensstudien der Fortpflanzung von Aquarienfischen" ohne weiteren Text, mit 5 hervorragenden, allerdings schon bekannten Farbfotos. |
| Schäfer, F.. |
Top Ten: England. Aqualognews No. 69, 4-5. Kurze Mitteilungen zu den zehn in England am besten verkauften Arten, auf Platz 1: Channa aurantimaculata, mit dem zugehörigen Foto vom Verfasser. |
| Stawikowski, R. 2006. |
Neues unter www.datz.de. Datz 59(8): 4. Erläuterungen zu Internetseiten, mit der Farbwidergabe einer datz-Seite zum "Laubschlupf ..." einschließlich eines Farbfotos von Betta persephone von W. Foersch. |
| Panitvong, N.. |
The Home of Betta simplex. 1-4. |
| Riley, P. . |
Trying to be natural with B. albimarginata. 5-7. |
| Armitage, D.. |
Recent experiences with mouthbrooding Bettas. 7-9. |
| Zhou Hang.. |
The elusive Muar habitat of Betta coccina. 3-5. |
| Linke, H. . |
Betta pallida from southern Thailand. 6-9. |
| Cottle, P.. |
Adventures in northern India. 10-13. |
| Voort, S. vd.. |
An undescribed Badis species from Wahumiam River, Shella, Indo Bangladesh. 14-15. |
| Linke, H.. |
The Starburst Liqorice Gourami. 3-5.. |
| Voort, S. vd.. |
Betta pinguis Tan & Kottelat, 1998 - a stout mouth brooder from the middle Kapuas basin. 6-10. |
| Armitage, D. A. . |
Spring Members' day May 2006. 11. |
| Kanele, C.. |
Portrait No. 80 Channa stewartii (Playfair, 1867). 2-5. (Mit 3 Farbfotos auf U1-U2.) |
| Dumas, D. . |
Le Betta géant de Borneo Betta unimaculata. 6-9. |
| Julien, F.. |
Le paradis du macropode. 9-11. |
| Red. . |
Dijon 2006 Du 19 au 21 mai. 11 |
| Maurin, M.. |
Betta splendens Légendes des photos. 12-18. (Mit 8 Farbfotos im Mittelteil.) |
| Conrad, M.. |
Le combattand en République Dominicaine. 19-21, U3. |
| Besien, H.v.. |
L'histoire naturelle des poissons: une brève présentation. 22-26. |
| Esteves, J.. |
Rudiments de génétique. 26-28. |
| Chevoleau, P., Dantec, M., & Dumas, D.. |
Portrait No. 81 Trichogaster trichopterus (Pallas, 1777). Titel, 2-11. |
| Dantec, M.. |
Salon de l'ARA 2006. 11-12. |
| Maurin, M.. |
Betta splendens Légendes des photos. 12-18. (Mit 8 Farbfotos im Mittelteil.) |
| Kanele, C. & Schnieder, M.. |
Un petit channa au comportement intéressant: Channa sp „five stripes". U2, 19-23, U3. |
| Chevoleau, P.. |
Lu dans „Aqualog News" no 69. 23. |
| Besien, H.v. . |
Lu dans „DATZ". 23. |
| Dantec, M. & Maurin, M.. |
Dijon 2006. 24-25. |
| Maurin, M.. |
Résultats du concours du Dijon 2006. 26-28. |
| Chevoleau, P., Dantec, M.. |
Portrait No. 82 Microctenopoma nanum Guenther, 1896. Titel, U1, 2-6. |
| Red.. |
Infos Macropode. 6. |
| Dumas, D.. |
Patingkang, Betta macrostoma. 7-10, U3. |
| Maurin, M.. |
Betta splendens Légendes des photos. 10-16. (Mit 8 Farbfotos im Mittelteil.) |
| Bela, H.. |
Artemia salina. 17-20. |
| Red. . |
L'eau, c'est la vie! 21-28. |
| Schäfer, F.. 2006 |
Kampffische. Informativ Spannend Aktuell. Rodgau, 68 S. Ein weiteres Buch zu Kampffischen, das zumindest in Bezug auf Betta splendens viel Wesentliches enthält. Mit zahlreichen Farbfotos unterschiedlicher Qualität. |
| Bechthold, D. & Hieronimus, H. 2006. |
Seerosen - Blütenzauber im Gartenteich. Ettlingen, 216 S. Seerosen für den heimischen Gartenteich sind leider nur zum sehr kleinen Teil für Aquarien geeignet. Dennoch macht dieses Buch auch dem spezialisierten Aquarianer viel Freude! Nach einer guten Einleitung zur Biologie der Seerosen und ihrer Verwandten folgt das Hauptkapitel zu den Arten und zahlreichen Züchtungen. Hier liegt der Schwerpunkt bei der Vorstellung sehr vieler Formen in sehr guten Bildern. Dieses an Farbfotos umfangreiche Werk ist nicht nur dem Seerosenspezialisten, sondern allen Naturfreunden zu empfehlen. |
| Degen, B. 2006. |
Mein erster Diskus zu Hause. Ruhmannsfelden, 64 S. Viel Bekanntes, wenig Neues, für Anfänger nachvollziehbar aufbereitet. Mit zahlreichen Farbfotos, darunter eines, das Trichogaster leerii (Foto: H.-J. Richter) zeigt, der als Gesellschaftsfisch zum Diskus empfohlen wird. |
| Untergasser, D. 2006. |
Krankheiten der Aquarienfische. Diagnose und Behandlung, Extra: Krankheiten der Gartenteichfische. 2. Aufl. Stuttgart, 240 S. 240 wichtige Seiten für alle Aquarianer! Ist eine Krankheit unserer Fische behandelbar, so ist hier der richtige Weg zu finden. Mit zahlreichen Farbfotos, darunter ein Eingangs-Porträt, das Macropodus opercularis zeigt. Colisa lalia (S. 125) und Helostoma temminckii (S. 141) sind kaum noch als solche erkennbar. Wünschenswert wären mehr Fotos von Anfangsstadien der Krankheiten, denn vor allem dann bestehen noch Chancen für die Fische, doch ist es nachvollziehbar, dass solche Fische nur selten zur Behandlung und somit zum Fotografen, nämlich dem Verfasser des Werks, gelangen. Das Buch ist sinnvoll in verschiedene Kapitel gegliedert, die mit Diagnosetafeln beginnen, dann zum Erkennen der Krankheiten kommen, die Anatomie der Fische und schließlich die Hauptgruppen der Parasiten und die Behandlung der Befallenen erläutern. Abschließend sind weitere Krankheiten erfasst, wird die mikroskopische Praxis erklärt und es sind - ganz wichtig - wesentliche Anschriften wiedergegeben. |
Im dritten Jahr der Channa-AG der IGL tagte sie das erste Mal in Belzig. Nach wie vor stößt die AG auf reges Interesse. Besonders starke Symptomatik des "Channaholismus" ist in den Niederlanden zu verzeichnen, natürlich ganz zu unserer Freude, das "I" der IGL auch in unserer AG betonen zu dürfen.
In den letzten Channa-News berichtete ich vom Erstimport von Channa diplogramma nach England - und wie ich später erfuhr - auch Deutschland (Aquarium Glaser). Vom letztjährigen Träger des Titels Coolest Channa Shop in the Universe Tom Halvorsen erhielt ich ein Foto eines subadulten bzw. adulten Channna diplogramma, das ihm einer seiner Kunden überließ. Das Foto wird wahrscheinlich von leider zu schlechter Qualität sein, um aussagekräftig hier abgebildet zu werden und auch die Genehmigung für die Abbildung gestaltet sich als schwierig.
![]() C. diplogramma - aus Francis Day's Fishes of India - (Foto: Verfasser) |
Doch es ist ganz klar, dass Channa diplogramma kein Channa micropeltes sein kann, obschon eine sehr große Ähnlichkeit dieses sehr leicht nahe legen würde; es muss vielmehr von einer engen Verwandtschaft ausgegangen werden - das ist natürlich eine Behauptung eines Dilletanten und nicht ein wissenschaftliches Faktum. Die wissenschaftliche Bearbeitung steht noch aus, aber nach meinen Informationen hat Musikasinthorn im April diesen Jahres die zwei Habitate von Channa diplogramma in Südwest-Indien aufgesucht, um wissenschaftliche Sicherheit in dieser Frage zu erzielen.
In einem Vortrag der Regionalgruppe Regio Basiliensis über Labyrinthfische Indiens hatte Frank Schäfer im Mai 2006 ein Dia mit juvenilen Tieren von C. diplogrammas gezeigt. Und wirklich, selbst ich vernahm (noch) beim Betrachten ein inneres Murmeln Channa micropeltes in mir. Aber als adultes Tier erkennt man augenscheinlich einen Unterschied: das Körpermuster. Mit zunehmenden Alter verliert C. diplogramma die dunklen Längstreifen gänzlich. Übrig bleiben vielen kleine dunkle Punkte auf goldsilbriger Körperfärbung. Man kann einwenden, dass C. micropeltes eine hochvariable Körperfärbung hat - das ist unbestritten. Doch verliert C. micropeltes so gut wie nie die längs angeordnete Bänderung, die im Alter flächig und auch unterbrochen wird und die Spezies entwickelt auch kein Punktmuster. Aufgrund der fehlenden Genehmigung, das Bild des Englischen C. diplogramma veröffentlichen zu können, muss ich hier auf die Originalabbildung Days verweisen: betrachtet man es eingehender, zeigt schon dieses Bild den farblichen Umstand, bzw. den eindeutigen Unterschied der fehlenden Längsstreifen und der vielen kleinen Punkte. Weshalb die ichthyologische Welt diesen Umstand nicht erkannt hat, ist eine Frage, die keiner beantworten kann. Es haben sich die Ichthyologen Musikasinthorn, Britz und Rüber dieser Sache angekommen. Frank Schäfer z. B. hat Ralf Britz und Lukas Rüber Gewebeproben seiner C. diplogramma zukommen lassen, auf dessen Ergebnisse ich jetzt schon gespannt bin. Ich hoffe weitere Neuigkeiten zu diesem Thema in (hoffentlich naher) Zukunft hier beisteuern zu können.
Als Channa-AG-Leiter hatte ich das besondere Vergnügen, Nora Brede, Doktorantin an der Zoologischen Fakultät der Uni Frankfurt begrüßen zu dürfen. Sie bestritt die restliche Zeit der Channa-AG bis wir den Raum zwecks Fertigstellung für die beginnende Tagung freigeben mussten.
Sie berichtete über Ihre Freude mit einem Paar Channa obscura, das sie regelmäßig zum Ablaichen bringen konnte. Es gibt einige wenige in der IGL, aber auch außerhalb, denen es gelungen ist, Channa obscura nachzuziehen, und seit der Entdeckung, dass verschiedene kleinere asiatische Channa-Arten maulbrütendes Verhalten besitzen und dass sie "leichter" nachzuzüchten sind, blieb das Wissen über die nestbrütenden Arten weiterhin gering. Nun saßen Züchter, die die einen oder die anderen oder sogar beides schon einmal gezüchtet haben, an einem Tisch.
| Ich will hier nur kurz den Inhalt als Leckerli auf einen kommenden Artikel geben: Das Paar laichte nach 1,5 Jahren das erste Mal in einem Becken von 120 cm Gesamtlänge ab. Pfauenaugenbuntbarsche und Schilderwelse waren Beckengenossen. Dass die Channa in Laichstimmung gewesen sind, habe sie am Zustand der Flossen der Buntbarsche (!) erkannt. Das Männchen ließ sich in dieser Zeit rein äußerlich leicht erkennen. Das Ablaichen fand in den Morgenstunden in einer sehr dicht bepflanzten Ecke des Beckens statt. In ca. drei Wochen verdreifachte sie die Größe der frischgeschlüpften Tiere. Eine Zählung der Tiere in einem separatem Becken ergab nach zwei Monaten eine Anzahl von 270 Tieren. |
![]() Vortrag beim Treffen der Channa-AG - (Foto: Geert van Hoek) |
Mit sehr viel schönem Bildmaterial hat Frau Brede die Entwicklung der juvenilen Tiere dokumentiert. Entsprechend positiv war die Reaktion des Publikums.
Nach eingehender Würdigung der Vortragenden, sowie dem fachlichen Austausch machte sie uns allen eine große Freude mit ihrer mitgebrachten frischgeschlüpften Brut Channa obscura. Pascal Antler wurde als "Pflegepapa" für die Tiere auserkoren, da er die besten Voraussetzungen hat, die Tiere mit Futter entsprechender Qualität und Menge aufzuziehen. Danach werden die Tiere an Interessierte weitergegeben.
Mit einem weiteren Vortrag über das wohl momentan größte akademische Projekt in der Systematik "Barcoding of Life" wandte sich Frau Brede an die Channa-AG und verbunden mit der Bitte um Unterstützung.Barcoding of life hat zum Ziel, alle Lebensformen dieser Erde zu erfassen, anhand von genetischen Untersuchungen zu systematisieren und die Ergebnisse in einer Datenbank im Internet zugänglich zu machen. Nora Brede ist in das Subprojekt für Fische (FishBOL) involviert - insbesondere mit Labyrinthfischen. In unserem spezifischen Fall könne die Unterstützung der Channa-AG darin bestehen, Gewebeproben von (frischtoten) Fischen mit sicheren Fundortangaben in Alkohol zu sammeln und beim Channa-AG-Leiter oder bei ihr direkt (sie ist neuerdings auch IGL-Mitglied) abzugeben. Nora Brede meldet sich in Der Makropode separat nochmals in dieser Sache zu Wort, daher habe ich mich hier in meinen Ausführungen beschränkt.
Ich bin mit Frau Brede weiterhin in Kontakt und ich werde über das weitere Geschehen berichten. Ich würde mich freuen, unterstützten auch Sie dieses Projekt, um Fortschritte im systematischen Channa-WirrWarr mit voranzubringen.
InhaltsverzeichnisDa die Tagungs- und Ausstellungstermine immer mehr werden, haben wir in der Labyrinthfischregionalgruppe Cottbus (RGC) beschlossen, die Teilnahme an dieser Tagung auf mehrere Schultern zu verlagern. 2005 wurde die zweite Station der Internationalen Betta-Bewertung von Ostrava nach Pilsen vergeben. Der Regionalgruppenleiter fuhr im vorigen Jahr dort hin und bahnte die Beziehungen an und in diesem Jahr waren wir an der Reihe. Da Christoph im vorigen Jahr die Ausstellung mit Labyrinthfischbewertung in Ostrava besuchte und als Richter schon an verschiedenen Bewertungen teil nahm, wurde er in diesem Jahr nach Pilsen delegiert. Um die vier Tage dort nicht allein zu verbringen, er war schließlich zum ersten Mal dort und kannte keinen, bat er mich, mitzufahren. Da ich wieder einmal nichts anderes zu tun hatte, fuhr ich mit, denn dort war auch ich noch nicht. (J.E.)
| Der Verein wurde 1899 mit 80 Mitgliedern gegründet und hat seitdem alle Wirren überstanden. Es wurden wohl auch einige Ausstellungen in dieser langen Zeit durchgeführt. Die Ausstellung in diesem Jahr war die fünfte in Folge.
Da in Pilsen schon am Donnerstagnachmittag bewertet wird, also die Fische bis etwa 14:00 Uhr eingesetzt werden müssen, fuhren wir in Halle kurz nach 8:00 Uhr ab. Eingeplant waren laut Internet bzw. Navigationsgerät 3 3/4 Stunden. Bis zum Hermsdorfer Kreuz ging auch alles gut. Dann aber kam ein größerer Stau. Diesen wollten wir umfahren, kamen dann aber nicht mehr zur A9. Kurzerhand schwenkten wir zur A4 und fuhren Richtung Oberwiesenthal. Durch mehrere Straßensperrungen und Umleitungen landeten wir, ohne dort hin zu wollen, dann in Johanngeorgenstadt. Freundliche Einheimische wiesen uns dann Schleichwege durch den Wald, teilweise Forstwege. Das Navigationsgerät war bei den Sperrungen und Umleitungen überfordert. Erst im Wald wusste "Elfriede" wieder, wo wir waren. Nach etwa sechs Stunden und drei Ehrenrunden in Pilsen waren wir dann endlich am Ziel. Die Fische konnten sich sogar nach dem Einsetzen noch eingewöhnen. Pünktlich 16:00 Uhr begann die Bewertung mit zwei tschechischen und einem deutschen Richter. Angeliefert waren 57 Fische der verschiedenen Farb- und Flossenformen, wovon 13 Tiere aus Deutschland kamen. Die Bewerter arbeiteten zügig, so dass noch vor 19:00 Uhr alles erledigt war. Sieger war diesmal ein tschechischer Cognacfarbener Fahnenschwanz vor einem Blauen von Holm Arndt. Den dritten Platz belegte ebenfalls ein tschechischer Züchter. Damit war für uns das Nachmittagsprogramm beendet. Die Freunde von der Le-bendgebärenden-Fraktion waren immer noch fleißig bei der Arbeit, obwohl sie viel früher angefangen hatten. Sie hatten aber auch 240 Aquarien mit Guppys, Platys, Mollys und Schwertträgern einzustufen. |
![]() Die Jury bei der Arbeit - (Foto: Verfasser) |
Die Unterbringung war in einem Internat ohne Verpflegung. Praktischerweise war die Ausstellung dort im Foyer. Das Abendessen war aber kein Problem, etwa 100 Meter entfernt war eine gute Gaststätte. Dort verbrachten wir den restlichen Abend.
![]() Der Vorsitzende bei der Preisverleihung - (Foto: Verfasser) |
Am Freitag um 9:00 Uhr wurde die Ausstellung eröffnet. Inzwischen waren etwa 70 Aquarien von Hobbyaquarianern und Händlern besetzt. Wie in Tschechien üblich, wurde auch Futter, Technik, Literatur und ähnliches angeboten. Der Aquarienverein "Iris" hatte eine gut bestückte Börse aufgebaut und auch Züchter aus der näheren oder weiteren Umgebung boten ihre Tiere an. An Ausstellungsfischen war eigentlich alles vertreten, Cichliden, Labyrinthfische, Salmler, Barben, Welse und Lebendgebärende. Terrarientiere fehlten völlig. Einige der Tiere fühlten sich in ihren Schaubecken so wohl, dass sie gleich mit Nachwuchs-Vorbereitungen begannen. Nach dem Rundgang und der unvermeidlichen Begrüßung von Bekannten, wie dem Verbandsvorsitzenden, Dr. Bydzovsky und seinem Vertreter Ing. Dvorák, Händlern und Züchtern fuhren wir in die Innenstadt um diese zu besichtigen und auch die Brauerei zu besuchen. Wir hatten Glück und brauchten nicht all zu lange auf eine Führung zu warten. Die gut 90 Minuten lange Führung war sehr interessant. Am Abend war dann ein freundschaftliches Treffen der Aquarianer von Pilsen mit ihren Gästen. Dort wurden auch die Sieger und Platzierten der Bewertungsschauen geehrt. Spät ging es ins Bett und früh wurde wieder aufgestanden. Da es im Haus auch kein Frühstück gab, gingen wir in ein nahe gelegenes Hotel. Von dort liefen wir zurück zur Ausstellung und drehten noch einige Runden, wobei wir auch für uns selbst bzw. für unsere Fische einkauften. |
Dann stand der Zoo auf dem Programm. Der war nicht all zu weit entfernt, so dass wir uns die Tatra-Straßenbahn ersparen konnten. Allerdings merkten wir auf dem Weg dorthin, dass es ein warmer Tag werden wird. Der „Zoo und Botanische Garten" besteht aus zwei Teilen, einem Dino-Park, welchen wir uns ersparten und dem eigentlichen Zoo. Dieser liegt an einem Hang und so ging es dann in der Wärme bergauf und bergab, „Balsam" für meine (J.E.) Bandscheiben. Botanischer Garten ist etwas übertrieben. Es existiert ein Arboretum und ein Kakteen- und Sukkulentenhaus, in welchem auch einige Reptilien untergebracht sind. Ein Aquarium, um das gleich zu sagen, gibt es dort nicht. Untergliedert ist der Zoo in die Regionen Australien, Afrika, Zentralasien und Indien, Eurasien sowie Süd- und Nordamerika. Zum Abschluss konnte noch ein altes Bauerngehöft betrachtet werden, als einziges Tier leider nur eine Katze. Mit den Tieren im Zoo war allgemein ein gutes Auskommen, lediglich einige frei laufende Halbaffen wurden etwas frech. Unmöglich benahmen sich allerdings einige gelb-schwarz geringelte Flugobjekte, welche unbedingt von unserem Essen und Getränken etwas abhaben wollten. Besonders beeindruckend waren für uns die an einigen Stellen angebrachten Elektrozäune, deren Sinn uns eigentlich verborgen blieb, (eventuell als Freiraumbegrenzung für die Halbaffen) da diese z. T. besucherseitig angebracht waren. Das Durchschlagen der Spannung auf ein Metallteil an einer Brücke zeigte uns, dass diese Zäune nicht nur als Attrappe dienen. Ebenfalls erwähnenswert ist das sehr naturnah gestaltete Pinguingehege. Zum Rückweg benutzten wir dann doch die Straßenbahn und kamen geschafft wieder in der Unterkunft an. Der Abend verlief dann wieder in der nahe gelegenen Gaststätte.
Nach dem Frühstück am Sonntagmorgen im Hotel verabschiedeten wir uns von unseren Gastgebern und Freunden und traten unsere Heimreise an, welche diesmal ohne Störungen geschafft wurde. "Elfriede" war mit unserer Fahrt voll zufrieden.
Kurze Ergänzung von Jörg Leine: Die geschilderten Elektrozäune dienen tatsächlich dazu frei laufende Äffchen im Zoo bzw. in einem bestimmten Teil des Zoos zu halten. Das wird auch in anderen Zoos praktiziert und hat sich gut bewährt. In den Laufbelag von Brücken werden dabei, ebenfalls unter Strom stehende, Metallschienen eingelassen, auf deren "Gefahr" die Affen von ihren Pflegern trainiert werden - schließlich muss der Strom während der Besuchszeiten abgestellt werden -! Aber Affen sind gelehrig und so klappt das recht schnell. Das Training muss nur immer mal wiederholt werden, denn bricht ein Tier aus, ist die ganze Gruppe gleich hinterher! Die Tiere lernen dabei auch, dass man den "elektrischen Brückenbelag" nicht einfach dadurch vermeiden kann, dass man die Brücke von der Seite her entert, auf die Idee kommen die schlauen Kerlchen nämlich ganz ganz schnell.
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