Der Makropode - 29. Jahrg. - 2/2007

Inhaltsverzeichnis
1 Werner Drescher Gelungene Nachzucht des Flösselhechtes Polypterus ornatipinnis 40
2 Stefan van der Voort Eine neue und unbeschriebene  Badis-Spezies (Badidae) aus Buxar, Indien 43
3 Anonym Artemia als Fischfutter – nur die Dosis macht das Gift 44
4 Martin Hallmann Die erfolgreichste Bekämpfung von Oodinium 46
5 Klaus de Leuw Channa bankanensis: Das Weibchen pflegt das Floß! 48
6 Bernd Degen Kampffischzucht in Thailand 49
7 Jürgen Schmidt Literaturdienst 52
IGL Intern ...
8 Harald Hehl Antrag 1 an die Generalversammlung am 13. Mai 2007 in Rheinfelden 55
9 Harald Hehl Antrag 2 an die Generalversammlung am 13. Mai 2007 in Rheinfelden 55
10 Harald Hehl Begleitschreiben zu meinen beiden Anträgen zur GV am 13. Mai 2007 in Rheinfelden 58
11 Holm Arndt Aquarienausstellung in Hradec Králové 58
12 Holm Arndt Einladung 48. Treffen der Labyrinthfisch-Regionalgruppe Cottbus 60
13 Holm Arndt International Betta Competition 2007 - 11. Kampffischbewertungsschau der Labyrinthfisch-Regionalgruppe Cottbus 61
14 Thomas Seehaus Auswertung der Umfrage zur Fischbestandsliste Herbst 2006 62


Gelungene Nachzucht des Flösselhechtes Polypterus ornatipinnis

Werner Drescher

Seit Dezember 2002 schwimmen die Flösselhechte (7 Stück) in einem 200 x 50 x 60 cm großen Becken. Sie waren anfangs etwa 12-14 cm groß. Das Becken ist mit Versteckmöglichkeiten in Form von Blumenschalen aus Ton und Holzwurzeln eingerichtet. Gefiltert wird über einen eingeklebten Biofilter, der mit blauem Schaumstoff und ca. 6-7 l Keramikröhrchen bestückt ist. Die Umwälzung erfolgt mittels einer PowerHead 201 mit Original Filterbestückung (Korb mit Schaumstoff). Das Wasser kommt direkt aus unserer Leitung und hat etwa 15° dGH; pH-Wert ca. 7,0 bis 7,5. Die Temperatur beträgt zwischen 24 und 26 °C, im Sommer ist sie auch höher. Das Wasser wird, wenn ich es nicht vergesse, alle 14 Tage zu 40 - 50 % direkt aus der Leitung gewechselt. Ebenso werden eine Lage Schaumstoff und die PowerHead gereinigt. Wenn der Wasserstand 2 cm unterhalb des Abdeckrahmens liegt, wird auf jeden Fall gewechselt, denn dann wurde meistens der 14-tägige Turnus vergessen einzuhalten.

Die größten Tiere (4 Stück) sind jetzt bis zu 45 cm groß (Männchen), während die Weibchen ca. 32-35 cm groß sind. Auch sind die Männchen bedeutend dicker.
Gefüttert wird mit allem, was ins Maul passt. Angefangen hat es mit verschiedenem Frostfutter, lebenden weißen Mückenlarven und Fischen (jungen Guppys usw.). Jetzt füttere ich eingefrorene Stinte (aufgetaut), Fischfilet geschnitten, Regenwürmer, Hunde- und Katzenfutter aus der Dose (die Brocken), selbstgefangene „Grashüpfer“ (den Warzenbeißer Dectrius verrucicorus),  Puppen von Mehlwürmern und seit kurzem habe ich erstmals Zophobas-Würmer verfüttert. Nicht zu vergessen sind die vielen Futtertiere (Guppy, Schwertträger, Barsche), die ich von Vereinsmitgliedern aus unserem Aquarienverein bekomme. Was ich noch nie an die Flösselhechte verfüttert habe ist Rinderherz.

Und nun zum wichtigsten Teil:

Mitte/Ende Juni 2006, nach einem großen Wetterumschwung (von Sonne nach Regen), bemerkten meine Ehefrau und ich im Becken eine große Unruhe unter den Fischen. Überwiegend abends, beim Fernsehen, stellten wir fest, dass das Verhalten der Fische untereinander ganz anders war, als an sonstigen Abenden. Die Fische schwammen ganz aufgeregt und doch nicht hektisch im oberen Drittel des Beckens herum. Es sah aus, als ob sie einen Tanz aufführten.
Hier möchte ich einen Satz aus dem Bericht der Zeitschrift DER MAKROPODE vom September/Oktober 2003 „200 Jahre Flösselhechte und Flösselaal“, von Jörg Töpfer anführen: „Und zwei Flösselhechte beim Balz-schwimmen zu beobachten - das ist dann ein ganz besonderes Erlebnis“. Diesen Satz kann ich nur bestätigen und gehe sogar noch weiter: Man könnte direkt neidisch werden! Bemerken möchte ich jedoch hierzu, ich konnte nicht feststellen, ob es immer das gleiche Weibchen war.
Da sich im Becken keine Pflanzen befinden, fertigte ich mit einer PVC-Platte (ca. 30 x 50 cm) und mehreren Kunstgrasplatten (speziell für Aquaristik; ca. 4 - 5 cm hoch) eine künstliche Grasebene und hängte diese in das Becken, mit etwa 15 cm Wasserstand über dem Rasen, ein. Ich konnte mehrmals beobachten, wie ein Männchen mit seiner Afterflosse ein Weibchen „umklammerte“ und rückwärts, etwa in einem 45°-Winkel, in einen Zwischenraum zwischen zwei Grasplatten schwamm. Da dies immer bei Dämmerlicht stattfand, konnte ich eine Eiabgabe jedoch nicht beobachten.
Am 16. Juli, gegen 20 Uhr, stellte ich unter der Platte einen großen glasklaren und durchsichtigen Laichklumpen von ca. 2 cm Durchmesser fest. Ich nahm sofort die komplette Platte aus dem Becken und konnte feststellen, dass es sich um eine Laichschnur handelte. Die Platte wurde in ein 60 cm langes Becken überführt und mit Wasser aus dem Hauptbecken gefüllt. Wasserparameter zu diesem Zeitpunkt (ca): 25 °C, 470 µS/cm, pH 6,60. Weiterhin wurde Wasserpest eingebracht.


Der weitere Verlauf:

17.07.06: Einen ca. 8 mm großer Embryo, aussehend wie eine Kaulquappe im Becken festgestellt.
18.07.06: Gegen 17:00 Uhr, der Laich zeigt eine leichte Trübung, ist  jedoch noch immer durchsichtig. Ich schätzte ca. 30 Eier.
Vom 19. bis 22.07.06:  Ich konnte keine Veränderung feststellen.
23.07.06: Gegen 9:00 Uhr stellte ich fest, dass die Trübung der Eier weniger wurde und ich hatte den Eindruck, dass sie sich teilen wollten. Durchmesser der Eier jetzt ca. 2 mm, Wassertemperatur 27 - 28 °C.
24.07.06: Gegen 16:00 Uhr, vier Junge gesichtet, vermutlich aber schon älter, ca. 6-8 mm groß, Aussehen wie Kaulquappen, die Eier sind wieder glasklar. Gegen 17:00 Uhr stellte ich einen weißen Punkt an der Stelle fest, an denen die Eier an der Wasserpest hingen. Die Eier waren durch die im Becken befindliche Durchlüftung von der Platte losgelöst und in die Pflanzen getrieben worden.  Sieben Junge konnte ich zwischenzeitlich zählen.
25.07.06: Gegen 19:30 Uhr bemerkte ich viele weiße Punkte in den Eiern und bildete mir ein, jeweils 2 Augen zu erkennen. Gegen 21:00 Uhr konnte ich noch etwa zehn Eier feststellen, die aber alle auf dem Boden im Mulm lagen.
26.07.06: Fast alle Eier weg, obwohl sie noch durchsichtig waren. Sollten sich die Eier trotzdem über Nacht entwickelt haben und die Larven ausschlüpft sein? Auf jeden Fall kleine Larven festgestellt. Es wurden Artemia-Nauplien gefüttert, die auf jeden Fall von den älteren Tieren gefressen wurden. Außerdem wurde bereits mit JBL Nobil fluid und flüssigem Artemia-Ersatz gefüttert.
28.07.06: Die Platte mit dem Kunstgras wurde aus dem Becken entfernt und über Kopf stehend in einem anderen Gefäß über Nacht stehen gelassen. Es wurden noch Tiere vorgefunden, die in das Aquarium überführt wurden. Wiederum Artemia gefüttert. Da dies vermutlich die letzten Eier waren, aus denen Larven geschlüpft waren, würde ich die Zeitigungsdauer von bis zu 12 Tagen festlegen.
30.07.06: Fütterung mit Artemien
01.08.06: Soweit ich feststellen kann, ist der Kopf bedeutend dicker als der Körper, solange die „Kiemen“ da sind. Einige Tage später wurde der Kopf wohl etwas schlanker und die Tiere nehmen die Form eines Fisches an.
05.08.06: Die Jungen zeigen sich offener und verstecken sich nicht mehr so viel im Mulm.
07.08.06: Die meisten Tiere haben jetzt schon eine Größe von ca. 10 -  12 mm.
09.08.06: Einzelne Tiere konnte ich mit etwa 15 mm Größe feststellen.
13.08.06: Heute wurden Tiere mit ca. 18 mm Größe gesichtet.
20.08.06: Schwimmen erstmals im freien Wasser und im Pflanzengewirr herum.

Zwischen dem 25. und 30.08. wurden einzelne Tiere zwischen 22 bis 30 mm Größe festgestellt.

02.09.06: Bei Seitenlicht konnte schon die gefleckte Zeichnung festgestellt werden, ansonsten sahen sie dunkelbraun bis schwarz aus.
03.09.06: Sie schwimmen immer mehr im freien Wasser am Tage.
04.09.06: Heute beobachtete ich einen Fisch mit mindestens 40 mm, der auch bedeutend kräftiger/dicker war, als die anderen.
10.09.06: Beim Umsetzen in ein 80x45x30 cm großes Becken (= Becken Nr. 1), wurden 28 Jungfische gezählt.
12.09.06: Nach dem Umsetzen schwimmen sie heute wieder mehr im freien Wasser.
16. bis 18.09.06: Nochmaliges teilweises Umsetzen in ein Becken, 110 x 50 x 40 cm (= Becken Nr. 2), mit vielen Pflanzen (u. a. Hornkraut) und Versteckmöglichkeiten in Form von Plastikröhrchen. Ein Fisch mindestens 45 mm groß.
22.09.06: Im Becken 1 wurden mindestens 2 Fische á 5 cm Größe festgestellt. Der Kopf ist, verglichen mit dem der Alttiere, bedeutend breiter als der Körper.
01.10.06: Im Becken 2 wurde ein toter Fisch vorgefunden, angefressen? Aus Becken 1 wurden zwei kleine Fische in ein anderes Becken umgesetzt, um ein evtl. Gefressenwerden zu verhindern.
03.10.06: Heute wurde erstmals Frostfutter, aufgetaut, wie rote Mückenlarven, Cyclops, und Artemien mit Erfolg angeboten. Lebende Wasserflöhe und Cyclops wurden schon einige Zeit vorher gefressen. Seit der Fütterung mit Frostfutter bilde ich mir ein, dass Cyclops wegen ihrer Größe nicht mehr so gern genommen werden.
In den Becken leben außerdem Garnelen, von denen ebenfalls die Jungen gern gefressen werden. Auch die frisch geschlüpften Jungen von Guppys werden erbeutet. Kleine Wasserasseln werden bereits genommen. Die mit den lebenden Wasserflöhen eingebrachten weißen Mückenlarven werden auch genommen.
Als ich die im Handel gekauften 90 ml-Packungen Tubifex meinen Fischen zeigte, sahen sie beleidigt weg. Erst als die Tubifex sich im Futtertrog bewegten, war ihre Miene wieder aufgehellt. Es schmeckte!
13.10.06: Die am 22. 09. separierten Fische wollte ich heute wieder umsetzten, ich fand jedoch nur noch einen Fisch vor. Wo war der Zweite geblieben ???
Als bisherigen Rückblick bezüglich bei der Fütterung kann ich feststellen, dass die Fische einen respektablen Futterbedarf haben!
Heute wurden erstmals gezielt lebende weiße Mückenlarven verfüttert (gekauft im Handel und aus Russland stammend). Sie schmecken ihnen ebenfalls.
22.10.06: Heute sah ich im Becken 2 einen ca. 5 cm großen Fisch, der mit einer ausgewachsenen Garnele (ca. 2 cm groß) quer im Maul durch das Becken schwamm.
28.10.06: Zum ersten Mal fütterte ich kleingeschnittenes Katzenfutter aus der Dose, es wurde gierig gefressen.
01.11.06: Einige Fische sind inzwischen ca. 9 bis 10 cm groß; mehrere Fische jeder Größe zeigen in der Schwanzflosse Kampfspuren (eingerissen, abgefressen). Die ehemaligen Kiemen sind nur noch bei wenigen Tieren im Ansatz sichtbar.
16.11.06: Aus Becken 1 hat sich in der vergangenen Nacht ein etwa 9 cm großer Fisch in selbstmörderischer Absicht aus dem Becken verabschiedet.
18.11.06: In Becken 1 schwimmt ein etwa 12 cm großer Flösselhecht herum.
23.11.06: Heute wurden 10 Fische an den Zoofachhandel ausgeliefert. Die restlichen 9 Fische wurden ins Becken 1 gesetzt. Bei drei Fischen ist der Verbleib bekannt. Wo die restlichen 6 Stück sind?? Sollten sie herausgesprungen sein; meine Katze kontrolliert den Fischraum!

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Eine neue und unbeschriebene  Badis-Spezies (Badidae) aus Buxar, Indien

Stefan van der Voort

Einführung
Dies ist eine kurze Ankündigung bezüglich einer weiteren neuen Badis-Spezies, die nur zu dem Autor kürzlich importiert wurde. Sie wurde von Andrew Rao aus Malabar Tropicals Inc., Buxar, Indien entdeckt und gefangen.

Warum eine neue Badis Spezies?
Oberflächlich ist sie ähnlich zu Badis corycaeus in Form und Flossenfarbe; B. ruber hat auch rote Punkte auf fast jeder Schuppe. Sie unterscheiden sich von ersteren jedoch dadurch, dass sie feuerrote Punkte auf fast jeder Schuppe anstelle schwarzen Punkten haben; drei schwarze Flossenflecke (Brustflosse, hinterer Teil der Rückenflosse, Afterflosse) anstelle eines Dorsal-Vorderflecks; vorderer Dorsalfleck streifenartig ausgedehnt anstelle eines kleinen Flecks; fast schwarze (dämmrig) Flossen wenn aufgestellt, anstelle orange; Abwesenheit von schwarzem Halbkreis auf Bauchflosse; rote Wangen anstelle von bräunlichen; orangerote Iris anstelle einer hellen Iris.
Die Art unterscheidet sich von B. ruber durch: eine andere Körperform; Punkte auf viel weniger Schuppen und in unterschiedlichen Farben; Abwesenheit des großen Flecks auf dem oberen Teil der Bauchflosse anstelle eines kleineren Flecks in der Mitte der Bauchflosse; orange Flossen anstelle von roten; drei Flecken (siehe oben) anstelle eines Flecks vorn. Der neue Badis gehört eindeutig zu der B. corycaeus-Gruppe (Körperform, Farbe, letzter Streifen auf caudal peduncle leicht nach außen gebogen).

Interessante Beobachtungen
Noch faszinierender und überraschender als ihre Färbung – bis jetzt sind dies die farbenprächtigsten Badis – ist ein bestimmter Aspekt des Verhaltens, was später von einer zweiten Person bestätigt wurde. Sie sind an den Boden gebunden wie Bodenbewohner und die Beobachter sind zu dem Schluss gekommen, dass sie sehr schlechte Schwimmer sind, die nur sehr kurze Zeit im Wasser stehen, bevor sie wieder den Boden, ein Pflanzenblatt oder einen Stein aufsuchen. Dies macht sie zu einer statischen Spezies; daher nicht sehr aktiv. Ihr Körperbau lässt hierauf keine Rückschlüsse zu, sie stehen vielleicht in der Mitte einer Entwicklung – in welche Richtung, weiß niemand... Sie sind die erste und einzige bekannte Badis-Spezies, die ein solch interessantes Verhalten zeigt.

Epilog
Obwohl sich meine Fische aufgrund ihrer Größe (ca. 30 mm, halberwachsen) noch nicht fortgepflanzt haben, sind sie höchstwahrscheinlich Höhlenbrüter, wie die anderen Spezies auch und man kann annehmen, dass ihr Brutverhalten dem der Badis corycaeus ähneln wird. Sie werden wahrscheinlich eine Länge von 60 mm für Männchen und 50 mm für Weibchen (TL) erreichen.
Wie bereits in der kurzen Ankündigung vor einigen Monaten bezüglich einer vorherigen neu entdeckten Badis-Spezies erwähnt wurde, werden mehr und mehr Arten gefunden und das sehr schnell. Dies wird wahrscheinlich für das nächste Jahrzehnt oder noch länger anhalten, da neue Gebiete und Gegenden zum ersten Mal befischt werden. Wir können nur spekulieren, was es dort draußen noch gibt und wie die vorherige und diese neue Art beweisen, werden die Funde auf alle Fälle interessant sein. Weitere Beobachtungen und andere interessante Informationen werden derzeit für eine detaillierte Veröffentlichung, die eine große Anzahl an Arten abdeckt, vorbereitet.


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Die erfolgreichste Bekämpfung von Oodinium

Martin Hallmann

Voller Überzeugung glaubte ich, Oodinium überwunden zu haben. Endgültig, für immer, und restlos! Leider stimmte es doch nicht ganz, wie sich später zeigte. Aber ein riesiger Fortschritt ist bis heute zu erkennen, und wir haben nun ein leicht zu handhabendes und wirkungsvolles Mittel in petto.
Züchter, die viele Weichwasserfische wie Labyrinthfische pflegen und züchten, kennen diese Probleme. Es treten bei enger Haltung (z. B. zur Aufzucht zahlreicher Bruten) von z. B. kleinen roten Kampffischen (Betta coccina-Gruppe) oder auch gedrungenen Kampffischen (Betta splendens-Gruppe) spontan akute und extreme Oodiniumbefälle auf. Man kann es weder voraussehen noch verhindern. Zum Glück töten die Oodinium-Hautparasiten die Fische nicht schnell, führen aber zur Abmagerung und verhindern auch häufig durch latente Befälle eine weitere Vermehrung der Fische und eine Verschleppung. Dann wird man weniger Freude an seinen Fischen haben, selbst wenn gut sichtbare, grassierende Seuchen ausbleiben. Ganze Bruten von Betta imbellis z. B. überleben die ersten Tage nicht, aber man wird den Befall ohne Mikroskop kaum erkennen können. Es ist wichtig, die Verschleppung innerhalb der eigenen Anlage und natürlich auch nach außen zu unterbinden. Deshalb muss man schon rigeros etwas dagegen tun. Aber nun von Anfang an.
Die Ursache meiner überheblichen (und eigentlich wirklich dankbaren) Einschätzung lag in einem überraschend positiven Versuchsergebnis mit dem Medikament Hexa-Ex. Dieses Medikament mit seinem Wirkstoff wirkte restlos und schonend, es waren keinerlei Opfer zu beklagen und die Behandlung war einmalig erfolgreich. Ich hatte dieses teure Medikament probeweise gegen einen vermeintlichen Wurmbefall bei Betta channoides eingesetzt, nachdem meine Jungfische schlecht wuchsen und sich „wanden“, als hätten sie Bauchweh. Die Symptome waren danach weg und die Fische wuchsen. Ob ich sie von Würmern, Darmflagellaten (dagegen soll Hexa-Ex eigentlich wirken), Oodinium oder sonst was befreit hatte, war mir egal. Aber es wirkte dauerhaft. Daher verwendete ich meine Reste beim nächsten Oodiniumbefall. Der Erfolg war durchschlagend und die Fische waren restlos von Oodinium befreit.

Oodinium-Erreger auf der Hautoberfläche

Zunächst hielt ich mich für den „Erfinder“ dieser durch Zufall entdeckten Therapie. Schon bei der nächsten IGL-Tagung klärten mich A. Rähr und andere nebenbei auf, dass Hexa-Ex ein gutes Mittel gegen Oodinium darstelle. (Andere waren eben auch per Zufall darauf gekommen! - Vor kurzem habe ich nun in einem Makropoden von 1993 gelesen, dass eigentlich Stefan Inselmann die Lorbeeren des Entdeckens gebühren.  Er schildert in einem kurzen Artikel die positiven Erfahrung mit diesem „zielfremd“ eingesetzten Medikament.) Nach gewissen Versuchen habe ich heute sozusagen Langzeiterfahrung mit dieser Form der Parasitenbekämpfung und glaube die Leistungsfähigkeit dieses Medikamentes beurteilen zu können.
Zuvor hatten mir damals häufige Oodiniumseuchen, vor allem bei der Aufzucht von Jungfischen, gründlich den Spaß an der Aquaristik verdorben. Ich war kurz davor, die Brocken hinzuschmeißen.
Die Bekämpfung erfolgte damals mit Kupferpräperaten (Kupferchlorid und -sulfat) und Kochsalz. Diese Medikation habe ich in allen Varianten durchgespielt, verschiedene Hersteller, verschiedene Dosierungen, mit und ohne Kochsalzzusatz, mit Abdunkeln und Temperaturerhöhung, etc. Bei dieser Therapie bewegt man sich sozusagen immer am Rande des Abgrundes. Dosiert man zu niedrig, erzielt man keine Wirkung, dosiert man zu hoch, sterben die Fische. Die Spanne ist wohl sehr eng und man braucht gute Nerven und gute Messindikatoren.  Die Schilderung der verschiedenen Versuche erspare ich uns, denn das Ergebnis war zumindest mittelfristig in meinem weichen Wasser immer gleich: Es gelingt mit allen diesen kupferhaltigen Medikamenten und/oder dem Salz nur ein kurzfristiger Erfolg. Die Infektion wird „heruntergedrückt“ und auf wenige (häufig nicht mehr sichtbare) Hautparasiten reduziert. (Man vermutet auch einen latenten Befall im Inneren mit durch das Medikament nicht erreichbare Parasiten, der für ein erneutes Aufflammen der Infektion führt.) Dann herrscht für eine oder einige Wochen scheinbar Ruhe und die Infektion flammt mit Vehemenz nach einem Pflegefehler wieder auf. Hierzu genügt ein vielleicht zu brutaler Wasserwechsel um die Abwehrkräfte der Fische kurzfristig zu schwächen und die Parasiten gewinnen Oberhand. Etwas besser, aber nicht deutlich überzeugend gelang eine Behandlung mit Kombipräperaten (Wirkstoff Chinin und Trypaflavin), wohl wegen der Langzeitwirkung des Trypaflavin.
Hexa-Ex kann mehr! Wie es funktioniert, kann ich allerdings nur anhand der Ergebnisse beschreiben, die zumindest mir den Spaß an der Fischzucht wieder gebracht haben.
Neulich hatte ich die Möglichkeit mir die Wirkung genauer anzuschauen und war natürlich interessiert, ob es eine tatsächliche direkte Wirkung auf Oodinium-Parasiten gibt. Bei der Aufzucht einer zahlreichen Brut von Betta tussyae „Kuantan“ kamen mir die kleinen Jungfische sämtlich irgendwie etwas „krisselich“ gefärbt vor. Die Eltern zeigten bei Kontrollbeleuchtung des Kopfes und Nackens mit Taschenlampe und Durchlichtbetrachtung der Brustflossen (sind diese sprenkelich oder schlierig, liegt ein Befall vor) keinen Befall. Ebenso die auf der anderen Seite des Doppelbeckens (im gleichen Wasser schwimmenden) Parosphromenus quindecim. (Erstaunlicherweise zeigten Paros bei mir niemals einen Befall, währen im gleichen Aquarium schwimmende Betta stark befallen sein konnten.) Ich entschloss mich, einen etwa 1cm langen  Jungfisch abzusaugen und unter dem Mikroskop zu betrachten.  Der junge B. tussyae (und die anderen Jungen auch) zeigte einen massiven Befall von hunderten (!) von Oodiniumparasiten. Diese waren anhand ihres „Stieles“ und der birnenförmigen Gestalt eindeutig zu identifizieren. Die Behandlung erfolgte sofort mit Hexa-Ex, Dosierung gemäß der Herstellerangabe, zusätzlich 1 EL Seesalz/ 10 l Wasser. Mein kleiner B. tussyae sollte als Versuchsobjekt ggf. geopfert werden und wurde in einer Messküvette untergebracht und nun  jeden Tag 2-3 mal mikroskopiert. Das Medikament konnte in der Küvette nur sozusagen „frei Hand“ dosiert werden. Nach der Wasserfärbung zu urteilen, wurde hier weit überdosiert. Gefüttert wurde der Jungfisch, wie seine Kollegen im Aquarium, mit Artemianauplien. Erstaunlicherweise machte er nicht schlapp, sondern nach etwa 12 Stunden waren 80 % der Parasiten weg. Es blieben nur die auf Hautbeulen sitzenden (ich denke, das ist eine Reaktion der gereizten Haut auf schon länger aufsitzende Parasiten) längerfristig  erhalten. Jeden Tag reduzierte sich der Befall deutlich um einige Parasiten. Die letzten 5-10 Parasiten hielten sich zäh. Als der letzte nach ca. 10 Tagen aufgegeben hatte, war der Jungfisch komplett parasitenfrei. Im Leibesinneren sitzende Parasiten konnte ich nicht entdecken, was natürlich nicht bedeutet, dass größere Fische im Leibesinneren nicht befallen werden könnten. Ein Beleg für den inneren Befall ist mein Versuch aber nicht!  In dieser Zeit schien der junge Betta weder sonderlich leidend noch war er im Wachstum aufzuhalten. Die Entwicklung der Geschwister im Aquarium (bei deutlich geringerer Dosierung) war entsprechend, auch war der Befall zeitgleich wie bei meinem kleinen Probanden überwunden.
Aus diesen Beobachtungen und meinen sonstigen Erfahrung mit diesem Medikament lässt sich folgendes ableiten:
1. Hexa-Ex (Tetra) und gleichwertig Spirohexol (JBL) ist ein Medikament, welches  zuverlässig und schnell die außen (auf der Haut) sitzenden Parasiten abtötet. Diese dürften auch bei größeren Fischen innerhalb von 1-2 Wochen abgetötet sein.
2. Darüber hinaus bekämpft es offensichtlich, im Gegensatz zu anderen Mitteln, schwer erreichbare (abgekapselte) oder sich im Inneren befindende (etwa im Darm oder auf Kiemen sitzende) Parasiten. Dies scheint mir der wesentliche Vorteil gegenüber den Kupferpräparaten zu sein.
3. Eine Überdosierung mit fatalen Folgen ist fast ausgeschlossen. (Viele verwenden die doppelte Konzentration, was ich nicht für erforderlich erachte.) Schäden an Fischen, auch langfristige, sind mir nicht bekannt geworden. Es ist eine offensichtlich für die Fische nicht sehr belastende Therapie.
4. Die Wirkung von Hexa-Ex verbessert sich im Zusammenspiel mit Seesalz (Salz allein wirkt nach meinen Erfahrungen ebenfalls nicht dauerhaft, sondern dämpft die Infektion lediglich).
Der einzige Nachteil des Medikamentes liegt in dem recht hohen Anschaffungspreis.
Zum Abschluss noch ein paar Sätze zu dem Thema Salzzusatz und extrem niedrige pH-Werte. Ich bin der Auffassung (natürlich nur eine Wertung von Beobachtungen), dass eine Haltung in extrem sauren Wasserwerten zwar die Keimzahl reduziert und sicher auch Parasiten in ihrer Entwicklung hemmt. Durch eine Unterdrückung kann aber natürlich die Krankheit unbewusst „gepflegt“ und verteilt werden. Nach dem Umsetzen tritt die Krankheit auf. Noch unangenehmer ist es, wenn man solche Fische an andere abgibt. Da ich häufiger Tiere aus anderen Zuchten mit offensichtlich latentem Befall bekam, halte ich ein Ausmerzen des Befalles für unumgänglich.
Seit einigen Jahren verwende ich bei allen Neuzugängen Hexa-Ex als Quarantänebad mit Salzzusatz über zwei Wochen, bevor die Fische in meine Anlage dürfen. Verloren habe ich dabei noch keine Tiere. Auch meine eigenen Wildfänge werden in ein Quarantänebad gesetzt, außer selbstgefangenen Schwarzwasserfischen. Diese bringen zumindest kein Oodinium mit. Danach werden sie ohne prophylaktische Salzzusätze und auch nicht bei extrem niedrigen pH-Werten gehalten. Ansonsten versuche ich meine Fische im Auge zu behalten. Dass man ein Netz pro Becken verwendet, Schläuche und den Futtervorgang steril hält, sollte bei größeren Anlagen selbstverständlich sein. Leider ist Oodinium nicht 100 %ig besiegbar. Ein- oder zweimal im Jahr passiert es, dass in Jungfischbecken ein Befall spontan auftritt. Dieser ist in spätestens 2 Wochen überstanden. In diesem Maß behält man die Situation jedoch immer problemlos im Griff.     



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Literaturdienst

Jürgen Schmidt

Deutschsprachige Labyrinthfischliteratur

November 2006

Greven, H. [Hrsg.] 2006. Verhandlungen der Gesellschaft für Ichthyologie (GfI) e. V. Bd. 5, 288 S:
Für Fischfreunde wieder einmal ein interessanter Tagungsband! Daraus für Labyrintherfreunde speziell relevant:
Moritz, T. M., Lalèye, P., Koba, G. & Linsenmair, K. E. 2006 An annotated list of fishes from the River Niger at Malanville, Benin, with notes on the local fisheries. 95-110.
Aufgezählt sind folgende für uns interessante Arten: Protopterus annectens, Polypterus senegalus und Ctenopoma pethericii. Mit zahlreichen s/w- und Farbfotos, darunter 1, das C. pethericii zeigt (S. 106c).
Ueberschär, B. 2006. . Kritische Zeiten für Fischlarven – Bestimmung der Trypsinaktivität zur Bestimmung des Ernährungszustandes von Fischlarven in Labor- und Felduntersuchungen – ein Überblick. 193-229.
Idei, T. 2006.  Die natürlichen Standorte der Cryptocoryne hudoroi Bogner & Jacobsen. Aqua Planta 31(4), 151-161.
Der Autor, dem ja auch Betta idei von Pulau Laut gewidmet ist, beschreibt Cryptocorynen-Habitate, die für Labyrinthfischfreunde  ebenso interessant sind. Im Text finden wir zahlreiche Namen auch in Sachen Labyrinthfische reisender wieder. Mit zahlreichen Farbfotos (15) vom Verfasser von Wasserkelchen und Biotopen auf Borneo und Pulau Laut.
Janick, K. 2006.  Crown-Tail-Bettas. Eine gelungene Kombination von imposanter Körperform und grandioser Farbenpracht. Aqualognews No. 71, 19.
Übertrieben formuliert wird der Crown-Betta vorgestellt. Der Autor übersieht, dass es schon lange Kammschwanz-Kampffische gab, und schreibt die Erstzucht dieser Form einem Asiaten zu. Mit 2 schönen Farbfotos.
Kocyan, A. 2006. Das Orchideenzentrum von Tenom: faszinierendes Beispiel einer Orchideensammlung in den Tropen. Journal für den Orchideenfreund 13(4), 317-323.
Der Verfasser beschreibt einen interessanten Botanischen Garten auf Borneo, unweit vom Mount Kinabalu gelegen, mit zahlreichen Farbfotos (15) vom Verfasser, die allerdings mehrheitlich Orchideen zeigen. Im Text sind am Rande auch Araceen erwähnt. Die Tenom Agriculture Research Station ist für Sabah-Reisende sicher ein lohnendes Ziel!
Schindler, I. & Schmidt, J. 2006. Review of the mouthbrooding Betta (Teleostei, Osphronemidae) from Thailand, with descriptions of two new species. Zeitschrift für Fischkunde, Solingen, 8(1/2), 47-69.
Beschreibung der neuen Maulbrüter Betta apollon und Betta ferox, sowie Übersicht über die thailändischen maulbrütenden Betta-Arten. Mit einem farbigen Titelbild, das Betta ferox zeigt, von H. Linke und zahlreichen s/w-Abbildungen und Grafiken von den Verfassern und H. Linke (2 x Betta pi, S. 62).

Dezember 2006

Peizmeyer, H. O. & Tobler, M. 2006.  Betrifft: Kahmhaut. Datz 59(12), 54.
Leserbrief zum Thema Kahmhaut mit Antwort zur Beseitigung. Auch manche Labyrinthfische schlürfen übrigens die Kahmhaut als Nahrung ein.
Schäfer, C. 2006.  Das 60-Zentimeter-Aquarium. Teil 9: Anfängerfische 2. Datz Aquarien-Praxis 59(12), 6-8.
Informativer Text zu Fischen, die für Neueinsteiger in die Aquaristik geeignet sind, darunter der Paradiesfisch, Macropodus opercularis. Mit 6 Farbfotos vom Verfasser, darunter 1, das ein Paradiesfischmännchen unterm Schaumnest zeigt.
Schäfer, F. 2006.  Top Ten: Frankreich. Aqualognews No. 72, 4-5.
Immerhin Platz 3 belegen Betta splendens, gezeigt in einer blauen Crown-Variante.
Auf Platz 4: Colisa labiosa Red Rubin. Das Ansehe dieses Fischs habe stark zugenommen – erstaunlich angesichts der Tbc-Probleme mit der Gattung Colisa bei Asienimporten. Mit zahlreichen Farbfotos vom Verfasser, darunter die beiden Labyrinthfische.
Schäfer, F. 2006. Schwarze Tiger im Miniformat. Aqualognews No. 72, 10.
Schon wieder neue Zwerg-Blaubarsche! Dario sp. Black Tiger und Dario sp. Bangladesh sind attraktive neue Formen, die sicherlich bald unsere Aquarien erobern. Mit zwei Farbfotos der beiden Formen vom Verfasser.
Schmidt, J. & Donoso-Büchner, R. 2006. Betrifft: Brutpflegehelfer bei Kampffischen (Datz 4, 5, 8 und 9/2006). Datz 59(12), 52, 54.
Entgegnung, s. u.
Staeck, W. 2006.  Betrifft: Brutpflegehelfer bei Kampffischen (Datz 4, 5, 8 und 9/2006). Datz 59(12), 52.
Der Verfasser des Leserbriefs fühlt sich vom Text in der Einleitung der Artikelserie von R. Donoso-Büchner & dem Chronisten auf den Schlips getreten. Der Leser bilde sich selbst eine Meinung dazu ...
Wickler, W. 2006. Betrifft: Brutpflegehelfer bei Kampffischen (Datz 4, 5, 8 und 9/2006). Datz 59(12), 52.
Kommentar, s. o.


Labyrinthfische international

Chevoleau, P. 2006. Trichogaster leerii. Un touge-gorge dans l’aquarium. Aqua plaisir No. 113, 1, 3, 22-26.
Ein umfassender Artikel zur Pflege und Zucht des Mosaikfadenfischs, mit 10 Farbfotos von M.-P. & C. Piednoir.
Cusimano, E. 2006. L’eau osmosée. Pour les poissons exigeants. Aqua plaisir No. 113, 36-38.
Erläuterungen zur Umkehrosmose und zu vollentsalztem Aquarienwasser, mit 4 Farbfotos von M.-P. & C. Piednoir, darunter ein sehr schönes, das Sphaerichthys vaillanti zeigt (S. 22).
Maurin, M. 2006.  Osphronemides. Aqua plaisir No. 113, 12.
Leserbrief mit Antwort zu Labyrinthern, mit einem Farbfoto von M.-P. & C. Piednoir, das sehr schöne blaue Trichogaster trichopterus zeigt.
Weißenberg, K. 2006. Cichavec Tmavoknedy (Cokoladovy) Sphaerichthys osphromenoides. Hezky, ale tezky? Aquarium zive 6, 30-38.
Bekannter Artikel unseres Mitglieds, hier aber mit 17 Farbfotos vom Chronisten, darunter 2 Spaherichthys selatanensis, sowie 1 Spharichthys acrostoma von O.-M. Nann.



Labyrinthfische international - Labyrinthfisch-Vereine 2006

Osphronemid 8(2), April 2006

Janson, M.. Message from the Board. 2.
Janson, M.. Editor’s Corner. 2.
Prist, A. A. A Most Extreme Leaf Monocirrhus polyacanthus. 3-6.
Armitage, D. M. Recent experiences with mouthbrooding Bettas. 7-9.
Prist, A. A. A Great Dayi! Day’s Paradisefish. 9-11.
Janson, M.  Species Maintenance Program. 11-12. 
Schnieder, M. A.  Colorful Variant of C. stewartii. 12-14.
Voort, S. vd. A New Undescribed Badis Species from Wahumiam River, Shella, Indo Bangladesh. 14-15.


Labyrinth, York, No. 146, December 2006

Schnieder, M.  History and biology of Channa asiatica. 1, 3-5.
Zhou Hang. The Chinese Dario from Yunnan. 6-8.
Voort, S. vd. The fiera red Fighting Fish from Selangor. Part 1. In captivity and breeding. 9-13.
Schäfer, F. On an inport of Bushfish from Nigeria. 14-15.


Le Macropode, Blois, No. 6 Nov./Déc. 2006

Mathieu, S. Portrait No. 84 Betta macrostoma Regan, 1910. Titel, 2-6, U2, U3.
Dumas, D. Quelques élevages faciles de nourriture vivante ... 6-9.
Martin, J. Nouveau site CIL - IBSC appel à la participation des adhérents. 10-11.
Linke, H. Hommage à Heinz Saddey. 11-12.
Maurin, M. Betta splendens Légendes des photos. 12-18.
(Mit 8 Farbfotos im Mittelteil.)
Röhrs, N. Poissons à labyrinthe du Sri Lanka. 19.
Finke, P. Maintenance et élevage des Parosphromenus: mes recettes. 20-27, U3.
Thurner, R. Pseudosphromenus dayi (Köhler, 1909). 28.


Bücher

Engelmann, W. E. [Hrsg.] 2006.  Reptilien und Amphibien. Zootierhaltung. Tiere in menschlicher Obhut. Verlag Harri Deutsch, Frankfurt a. M., 600 S., mit CD-Rom.
Das Werk knüpft, nur etwas weniger umfangreich, nahtlos an die Aquarienhaltung an. Auch hier gingen sehr umfangreiche Recherchen und die Erfahrungen von Fachleuten ein. Bei der Menge der vorgestellten Tiere ist es wohl nicht vermeidbar – oder gewollt, dass die Nomenklatur nicht immer auf dem neuesten Stand ist. Auch muss der private Tierhalter bedenken, dass unter den Bedingungen der Zootierhaltung Voraussetzungen eingehalten werden müssen, die für die Tiere zuhause nicht gelten (müssen). So gesehen kann dieses Buch wertvolle Hilfestellung bei der Tierhaltung über die Amphibien und Reptilien hinaus geben. Die CD beizulegen war eine sehr gute Idee – eine optimale Ergänzung.
Dem Buch kann auch der Aquarianer, vor allem für die Planung eines Paludaruiums, viele nützliche Hinweise entnehmen.
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2 „neue“ Bücher für Aquarianer?
Kürzlich – beim Besuch einer Filiale einer großen Buchladenkette – wurde ich mal wieder fündig. Zwei Bücher zum scheinbaren „Schnäppchenpreis“ von unter zehn Euro, dazu dick und mit zahlreichen Fotos ausgestattet. Zwar handelte es sich um Übersetzungen aus England (warum fragen die großen Verlage nie unsere Autoren?), aber die Namen beim deutschen Lektorat waren bekannt und Vertrauen einflößend. Da musste der Chronist doch gleich zugreifen. Das „Studieren“ geriet dann jedoch zu einer Art Spießrutenlauf. Die vorgestellten Fische waren nach keinen besonderen System ausgewählt – doch, offensichtlich danach, welche Fotos gerade auf dem Schreibtisch herumlagen. Die Hinweise zur Haltung und Zucht waren aus Büchern der 60er Jahre abgeschrieben. Nicht dass die schlecht waren, aber gerade in technischer Hinsicht hat sich zwischenzeitlich doch einiges getan und auch im Hinblick auf die Wasserchemie wissen wir heute viel mehr. Nicht umsonst gelingen heute immer mehr Erstnachzuchten. Die Krönung sind jedoch die Namen der Fische. In einem der Bücher schafft es der Autor tatsächlich, für die fünf Arten der Gattung Colisa – wovon der Verfasser, wie nicht anders zu erwarten, nur vier kennt – drei verschiedene Gattungsnamen zu verwenden! Polyacanthus fasciatus (S. 162), Trichogaster labiosus (S. 163), Colisa lalia (S. 164 – ein blindes Huhn ...) und Trichogaster chuna (S. 165). Die Fotos von Pseudosphromenus dayi und P. cupanus sind vertauscht, so geht es weiter ...
Die Ausgaben für diese Bücher hätten sich sinnvoller investieren lassen, selbst vom „Büchersammler“.
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Dawes, J. A. 2006. 
Achtung! Nicht kaufen:
Aquarienfische. Die beliebtesten tropischen Süsswasserfische. Bath, UK, 256 S.
Sandford, G. 2004. Die farbige Enzyklopädie der Aquarienfische. Das komplette Nachschlagewerk über alle Süßwasser- und Meerwasserarten. Bestimmung - Zucht - Pflege. 2. Aufl,. London, UK, 256 S.

Weber, M. [Hrsg.] 2006.  Web-Adressbuch für Deutschland 2007. Die 6.000 wichtigsten deutschen Internet-Adressen. Special: Die besten Web-Seiten zu Beauty & Wellness. 10. Aufl., Frankfurt a. M., 864 S., 600 Farbabb.
„Internet-Recherche so schnell und zielsicher wie noch nie! Jetzt ist Schluss mit zeitaufwendiger und nervtötender Suche im Internet: Mit dem Web-Adressbuch für Deutschland 2007 können Sie ganz gezielt auf die Internet-Seiten zugreifen, die Sie wirklich brauchen. Aus den über zehn Millionen deutschsprachigen Web-Seiten wurden nur die 6000 besten und wichtigsten ausgewählt und redaktionell beschrieben. So spart man sich das Durcharbeiten von tausenden „meist unbrauchbaren und manipulierten“ Trefferlisten wie bei Google. Außerdem finden sich im Web-Adressbuch Internet-Seiten, die in keiner Suchmaschine verzeichnet sind und  solche, bei denen man gar nicht auf die Idee gekommen wäre, danach zu  suchen. Über 1 700 Themengebiete, mit E-Mail-Adressen.“ Auch die Aquaristik ist, wenn auch mager, vertreten.


Deutschsprachige Labyrinthfischliteratur 2007

Januar

Baulan, S. 2007.  Kurz vorgestellt. Badis khwae. Amazonas 3(1), Nr. 9, 71.
Kurzvorstellung der noch recht unbekannten neuen Art (2002) mit einem Farbfoto des Fischs und einem weiteren des Biotops vom Verfasser.
Schmidt, J. 2007. Betrifft: Kahmhaut (Datz 12/2006). Datz 60(1), 54.
Leserbrief zum Thema, mit 2 s/w-Fotos vom Chronisten, darunter 1, das Trichogaster leerii beim schlürfen der Kahmhaut von der Wasseroberfläche zeigt.
Vogel, T. 2007. Elektrische Leitfähigkeit und pH-Wert – ein und dasselbe? Datz 60(1), 56-59.
Der äußerst interessante Artikel räumt mit vielen alten Fehlern auf! Mit zahlreichen Farbfotos und Grafiken, darunter 2 Fotos von Ingo Koslowski, die Parosphromenus opallios zeigen sollen.
Vuorela, A. 2007. Aquarienfischfang in West-Bengalen. Amazonas 3(1), Nr. 9, 60-69.
Reisebericht mit Fischaufzählung und sehr vielen Farbfotos vom Verfasser, darunter 1, das Badis blosyrus (S. 66), und 1 weiteres von H.-G. Evers, das Dario dario zeigt (S. 67).

Februar

Gonella, H. 2007.  Braucht es Beschäftigungsprogramme für Fische? Aquarium live 11(1), 50-51.
Bemerkungen zur „Langeweile“ im Aquarium, mit 5 Farbfotos verschiedener Fotografen, darunter ein altes vom Chronisten, das Betta macrostoma zeigt.
Pfetzing, L. & Schmidt, J. 2007.  Leserbriefe. Ist die Technik in der Aquaristik immer notwendig? Aquarium live 11(1), 7.
Leserbrief mit Antworten und einem Farbfoto vom Chronisten, das Colisa chuna zeigt.
Schmidt, M. 2007. Raub- und Großfische im Aquarium. Aquarium live 11(1), 56-61.
Vom Verfasser werden verschiedene relativ groß werdende Fische vorgestellt, darunter auch einige, die uns betreffen. Mit zahlreichen Farbfotos, darunter Channa asiatica, Erpetoichthys calabaricus und Polypterus bichir.

Inhaltsverzeichnis