Der Makropode - 29. Jahrg. - 3/2007

Inhaltsverzeichnis
1 Peter Finke Editorial 76
2 Jürgen Schmidt Betta tussyae Schaller, 1985 – Der vergessene Rote 77
3 Wolfgang Noack Vom Aussterben bedroht – Labyrinthfische vom Schwarzen Kontinent:
Sandelia bainsii und Sandelia capensis
82
4 Jürgen Schmidt Literaturdienst 83
IGL Intern ...
5 Peter Finke Ehrenmitgliedschaft für Prof. Dr. Rolf Geisler 87
6 Peter Finke Laudatio für Prof. Dr. rer. nat. Rolf Geisler 89
7 Bernd Bussler Protokoll der außerordentlichen Generalversammlung am 13. 05. 2007 in Rheinfelden 91
8 Bernd Bussler Protokoll der Generalversammlung am 13. 05. 2007 in Rheinfelden 92
9 Guido Kox Leserbrief an den Makropoden 94
10 Uwe Konrad IGL-Frühjahrstagung vom 11. 05.–13. 05. 2007 in Beuggen 94
11 Hans-Jürgen Ende     20 Jahre Labyrinthfisch-Regionalgruppe Cottbus (RGC) 99
12 Jürgen Schmidt Arbeitskreis Wasserpflanzen im VDA (AKW) & Internationale Gemeinschaft für Labyrinthfische (IGL)     101
13 B. Bussler & T. Lichtner     Einladung zur IGL-Herbsttagung in Hamburg vom 12. bis 14. Oktober 2007 102
14 Impressum 106


Vom Aussterben bedroht – Labyrinthfische vom Schwarzen Kontinent:
Sandelia bainsii und Sandelia capensis

Wolfgang Noack

Eigentlich sollte es ein Kurzbericht zum Thema Nostalgisches von der IGL werden. Nun wurde aber doch etwas mehr daraus! Ich möchte an Labyrinthfische erinnern, die wohl noch niemand von uns im Aquarium gepflegt oder gar nachgezüchtet hat. Da es in unserer Gemeinschaft um die afrikanischen Labyrinthfische (Ctenopoma- und Microctenopoma-Arten, sowie Sandelia) ziemlich ruhig wurde, möchte ich zumindest an eine Gattung erinnern.
Die Gattung Sandelia kommt in Südafrika in der Kapregion in einem relativ eng begrenzten Gebiet vor.

Sandelia bainsii

Das Vorkommen erstreckt sich vom Kowie River bis zu dem Buffalo River. Die Art lebt nur in den Mittelläufen der Flüsse. Die Wassertemperaturen schwanken dort zwischen 15 °C und 20 °C. Die Nahrung dieser Tiere besteht hauptsächlich aus Insektenlarven und Fischen. Die Fische werden relativ groß, es wurden schon Exemplare von über 25 cm Länge beobachtet. Farblich gesehen sind sie keine Augenweide. Als besonderes Merkmal gilt, dass sie ein relativ stark zurückgebildetes Labyrinthorgan besitzen, das für das Überleben in ihren Habitaten keine große Bedeutung besitzt. Eine große Bedrohung von S. bainsii stellen eingeschleppte bzw. ausgesetzte Tilapien-Arten, nordamerikanische Sonnenbarsche und andere dar. Die größte Bedrohung geht aber von dem ebenfalls eingeschleppten Schwimmfarn Azolla filiculoides aus, der sich im Kowie River-System stark ausgebreitet hat und vor allem während der Trockenzeit ein sehr dichtes Schwimmpflanzenpolster bildet, das hauptsächlich Jungfischen zum Verhängnis wird. Die Jungfische springen auf der Jagd nach Futtertieren aus dem Wasser und landen dann auf der sehr dichten Schwimmpflanzendecke. Da sie keine Möglichkeit haben, durch die Schwimmpflanzen ins Wasser zurück zu finden, verenden sie qualvoll und vertrocknen.

Sandelia capensis

Diese Art kommt südlich des Olifants River, im Norden von Kapstadt, in den zum Kap entwässernden Flüssen bis nach Port Elizabeth vor. Als Ironie mutet es an, dass S. capensis in den Olifants River selbst erst eingeschleppt wurde und dort eine Bedrohung für die endemisch vorkommende Rotflossenbarbe  Barbus erubescens darstellt. Das größte bekannte Exemplar von S. capensis wurde mit 22 cm gemessen. Diese Art wird aber bereits bei einer Größe von 5 cm geschlechtsreif.

Sandelia capensis
Sandelia capensis   (Foto: J. Schmidt)
Auch S. capensis ernährt sich im Uferbereich von Insekten und Fischen, aber auch von Pflanzen. Bedroht wird diese Art ebenfalls von eingeschleppten Barschen.
Da die Sandelia-Arten keine direkte Brutpflege betreiben, wie etwa Betta, Trichogaster usw., sind besonders der Laich und die geschlüpften Jungfische stark gefährdet.
Es gab bereits in den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts  einige Leute, die sich intensiv für die Erhaltung dieser Fische einsetzten. So wurde unter der Leitung von Jim Cambray, der auch Mitglied der IGL ist, und seiner Familie gemeinsam mit Schulkindern und anderen freiwilligen Helfern die Wasseroberfläche mit Schaufeln, Tennisschlägern und anderen Geräten an verschiedenen Wochenenden freigelegt. Mit Unterstützung  des WWF Südafrika entstand nun das Blaauwkratz-River-Nature-Reserve. Dr. Jim Cambray gründete vor einigen Jahrzehnten einen Verein zum Schutz von Sandelia bainsii. Ziel ist es, die Öffentlichkeit für das Aussterben der bedrohten Fischart zu sensibilisieren. Für die Unterstützung eines Hilfsprogramms war man sehr rührig und so konnten von bekannten Aquaristikfirmen Sachspenden, wie Leitfähigkeitsmesser, Sauerstoffanalytika, Analysekoffer usw. nach Afrika gebracht werden. Auch Geldspenden von Privatpersonen, unter anderem von der IGL, gingen ein. Es wäre heute sicher für uns interessant zu erfahren, welche Erfolge dieses Hilfsprojekt brachte und ob sich die Überlebenschancen für Sandelia dadurch verbesserten.
Sollte jemand an weiteren Informationen über das damalige Hilfsprojekt und den weiterführenden Arbeiten, sowie Problemen und Erfolgen interessiert sein, wird Jim Cambray sicher gern Auskünfte geben.
Weitere Informationen finden Sie dazu über: www.ru.ac.za/affiliates/am/wwf./wwf.htm
Damit sich aber nicht nur unsere „Internet“-IGL-Mitglieder informieren können, sondern alle Mitglieder habe ich diesen kleinen Bericht für den Makropoden verfasst.
Anschrift von Dr. Jim Cambray: Albany Museeum, Somerset Street, Grahamstown, 6140 RSA (Republik Süd-Afrika)



Inhaltsverzeichnis




Literaturdienst

Jürgen Schmidt

Deutschsprachige Labyrinthfischliteratur

Dezember 2006

Armitage, D. 2006. Buschfische. Die Labyrinthfische Afrikas – 1. Teil. Aquaristik Fachmagazin & Aquarium heute 38(6), Nr. 192, 34–41.
Im umfassenden ersten Teil stellt der Autor die echten Buschfische der Gattung Ctenopoma vor. 20 Fotos von sehr unterschiedlicher Qualität und von verschiedenen Fotografen statten den Artikel opulent aus. Hier sind etliche Formen erstmals in Farbbildern abgebildet, über die zugeordneten Namen ließe sich in einigen Fällen allerdings trefflich streiten. Interessant ist vor allem, dass Ctenopoma gabonense jener Fisch ist, den wir früher C. nigropannosum nannten. Der echte C. nigropannosum soll einen dunklen Schwanzwurzelfleck und transparente Brustflossen tragen. Die zugehörigen Fotos sind leider nicht zur Diagnose geeignet. Schafft der Verfasser hier Aufklärung, so hat er die Parallelen bei C. acutirostre und C. ocellatum immer noch nicht begriffen. Es geht nicht um die ähnliche braune Erwachsenenfärbung, sondern – im Gegenteil – um die nahezu identische gefleckte Jugendfärbung (s. KOKOSCHA 1989, Der Makropode 11(5), 68–74)! Erstmals sind wiederum die Größenunterschiede bei C. maculatum und C. weeksii dargestellt.
Herrmann, H.-J. 2006. Liebe LeserInnen. Stars und ihr Hobby. Aquaristik Fachmagazin & Aquarium heute 38(6), Nr. 192, Titel, 1, 112–113.
Titelbild vom Verfasser mit blauem Schleierkampffisch in so genanntem „Mini-Aquarium“. 4 Farbfotos von der Redaktion, die Jessy Rameik mit dem „Mini-Aquarium“ zeigen.
Herrmann, H.-J. 2006.. Hans-Joachim Richter wird 70. Aquaristik Fachmagazin & Aquarium heute 38(6), Nr. 192, 123–124.
Würdigung des ausgezeichneten Fotografen und Fischbeobachters, mit 3 Farbfotos, darunter ein besonders tolles von H.-J. Richter, das laichende Trichopsis vittata im Moment der Eiabgabe zeigt (S. 124 u. r.).
Linke, H. 2006. Aquaria 2006 in China. Aquaristik Fachmagazin & Aquarium heute 38(6), Nr. 192, 122–123.
Messebericht mit 2 Farbfotos vom Verfasser, 1 zeigt Betta splendens-Bewertungsaquarien.
Staeck, W. & Arendt, K. 2006. Auf Humboldts Route. Die historische Reise durch Venezuela – unter aquaristischen Gesichtspunkten aufgearbeitet. 7. Teil.  Aquaristik Fachmagazin & Aquarium heute 38(6), Nr. 192, 72–77.
Kompetent und bildreich werden zahlreiche Fische Venezuelas vorgestellt. Mit zahlreichen Bildern von den Verfassern und weiteren Fotografen, darunter auch ein Monocirrhus polyacanthus (S. 77 o. r.).

Februar 2007

Armitage, D., Norris, S. & Cambray, J. 2007. Buschfische. Die Labyrinthfische Afrikas – 2. Teil. Aquaristik Fachmagazin & Aquarium heute 39(1), Nr. 193, 34–39.
Der Artikel gliedert sich in zwei Teile. Zunächst werden die Schaumnester bauenden Arten der Gattung Microctenompoma vorgestellt, dann folgen die Sandelia-Arten. Auch fotografisch ist der Artikel entsprechend zweigeteilt, die Buschfische wurden mit Richter-Bildern ergänzt, die allerdings etwas jämmerlich wirken. Die Kap-Buschfischfotos sind naturgemäß von Cambray. Die Aquaristik kommt ein wenig zu kurz, insbesondere fehlt ein Hinweis auf die erforderlichen niedrigen Wassertemperaturen bei C. nanum von 18 bis 22 °C. Das Laichen der Buschfische haben die Verfasser scheinbar nie richtig beobachtet – oder liegen hier nicht Beschreibungs- sondern Übersetzungsfehler vor? Der Schwerpunkt des Artikels liegt leider bei den Biotopbeschreibungen. Die Kenntnislücken zur Fortpflanzungsbiologie der Sandelien sind offensichtlich immer noch nicht geschlossen. Wie deckt sich die angebliche mehrfache Vermehrung von S. capensis mit dem offensichtlichen Mangel an solchen Fischen in unseren Gesellschaften? Mit 14, meist enttäuschenden, Farbbildern verschiedener Fotografen. Die Buschfischfreunde werden auf die beiden Artikel nicht verzichten können, insgesamt bleiben zum Schluss aber mehr offene Fragen als Antworten gegeben werden – ungewöhnlich bei diesem Autoren-Trio.
Im gleichen Heft eine Anzeige von Aqua-Global mit Farbfotos von Channa bleheri und Betta cf. taeniata, hier Betta „edithae“ genannt (S. 27).

Assenmacher, F. 2007.  Weiterbildung: Ernährung der Aquarienfische. Datz 60(2), 64–65.
Interessanter Einblick zur Fischernäherung, hier ein lesenswertes Zitat: „Ein typische Kunstfutter enthält pro 100 Gramm etwa 1300 Kilojoule Energie, dieselbe Menge Mückenlarven aber nur 325 Kilojoule. Dabei beträgt der Erhaltungbedarf eines Fisches, der einen großen Teil des Gesamtbedarfs ausmacht, lediglich fünf Kilojoule pro Tag und 100 Gramm Lebendgewicht. Wie man sich leicht ausrechnet, bedeutet dies: Ein Neonsalmler aus Kunstfutter könnte demzufolge 260 richtige Neonsalmler einen Tag lang mit dem Nötigsten versorgen.“ Ein auch für unsere Labyrinther und anderen Fische bedenkenswerter Aspekt!
Dreymann, K. 2007. Bei mir sterben Fische. Datz Aquarien-Praxis 60(2), 13.
Aquarienphilosophische Betrachtung zum Hinzulernen beim Aquarianer, mit 2 Farbfotos vom Verfasser, darunter eines, das einen verhungernden Blattfisch, Monocirrhus polyacanthus, zeigt.
Fürwitt, M. 2007. Tiffany für Aquarianer. Aquaristik Fachmagazin & Aquarium heute 39(1), Nr. 193, 108–109.
Viele Glasmalereien, darunter einmal Betta splendens.

März 2007

Hieronimus, H. 2007. Zur Ethik der Aquaristik. BNA-aktuell (1), 53–56.
Zusammenfassung eines Referats zum Thema Qualzuchten, mit 5 Farbfotos, meist von Goldfischen – zum Glück keine Labyrinther. Weitere für uns z. T. relevante Artikel im Heft sind:
GLATZEL, H. Neuere Entwicklung im Artenschutz. 11–16. HAUT, L. Tierbörsen werden nur teilweise umgesetzt. 27–29 (bezieht sich vor allem auf Vogelbörsen). WESTHÄUSER, C. Zur Rechtslage des Tümpelns. 23–26.

Kaden, J. 2007. Mein Tropenteich-Aquarium. Datz 60(3), 18–22.
Weitere Erlebnisse des Auswanderers nach Thailand mit seinem Teich mit Glasscheibe zum Wohnhaus. Im Teich leben auch Trichogaster trichopterus. Mit 11 Farbfotos vom Verfasser, darunter 1, das den Gepunkteten Fadenfisch zeigt. Der Autor vermittelt auch Tipps für Auswanderer!
Pipkom, F. 2007. Ein alter Bekannter – Betta imbellis von Ko Samui. Amazonas 3(2), Nr. 10, 78.
Dass Labyrinthfische nicht gerade ihr Lieblingsgebiet sind, beweist die Amazonas-Redaktion einmal mehr: „Die Art (B. imbellis, Anm. d. Chron.) lässt sich eindeutig durch ihre beiden klar voneinander getrennten, grünlich bis bläulich schimmernden Glanzschuppenstreifen auf den Kiemendeckeln von den anderen Vertretern des Formenkreises abgrenzen.“ Wie der Verfasser auf diese Weise „eindeutig“ B. imbellis, B. smaragdina und B. stiktos trennen will, bleibt sein Geheimnis, zur Abgrenzung von B. splendens wäre das Merkmal allerdings tauglich. Was auch immer der Autor auf Ko Samui gefangen hat, der Chronist meint auf dem Farbfoto des Verfassers einen „eindeutigen“ B. splendens zu erkennen – doch im Lichte so viel geballter Fachkompetenz in dieser Redaktion verkriecht sich der ahnungslose Chronist wieder unter seinen Scheffel ...
Thurner, R. 2007. Der Blaubarsch, Badis badis. at info 25(3), 43.
Kurztext mit einem s/w-Foto von O. Böhm. Beschrieben wurde der Fisch allerdings von Hamilton, die Botaniker zitieren ihn als Doppelnamen Hamilton-Buchanan, richtig wäre, Hamilton, zuvor Buchanan; Hamilton und Buchanan ist in jedem Fall falsch, da es sich um eine Person handelt. In der Synonymliste sind einige Namen enthalten, die zu anderen Arten, nicht zu Badis badis gehören. Das Foto zeigt Badis ruber (Syn.: B. burmanicus), sofern das anhand der s/w-Abbildung identifizierbar ist, keinesfalls jedoch B. badis. Die Verbreitungsangaben beziehen sich auf die Gattung, nicht auf die Art, ebenso die Körpergröße, B. badis wir kaum 7 cm Länge erreichen, wohl aber beispielsweise B. ruber. Nicht zuletzt fehlt dem Chronisten der wichtige Hinweis, dass diese Fische nur bei Lebendfuttergaben dauerhaft im Aquarium haltbar sind!

April 2007

Ghiasvand, C. 2007. Wie atmen Fische? at info 25(4), 67–68.
Übersichtsartikel zur Fischatmung, mit 4 s/w-Fotos verschiedener Fotografen, darunter 1 von K. Williamsson, das Ctenopoma acutirostre zeigt, und 1 von A. Hilse, das Colisa lalia zeigt. Der Bildtext „Kletterfisch“ beim Leopardbuschfisch ist leider irreführend, denn er gehört zwar zur Gruppe der Kletterfische, ist aber im engeren Sinne keiner.
Rogner, M. 2007. Schwarze Makropoden. Datz Aquarien-Praxis 60(4), 1, 4–6.
Eine recht gute Grunddarstellung zu Macropodus spechti, mit einem sehr schönen Titelbild von A. v. d. Nieuwenhuizen und 5 weiteren Farbfotos vom Verfasser sowie 2 Grafiken von O. Gehring. Die Fotos sind informativ, wären aber sicher schöner, wenn ein anderer Hintergrund im Aquarium gewählt worden wäre.
Schmidt, J. 2007. Betrifft: Der Blaubarsch, Badis badis (Thuner, R. 2007, at info 25(3), 43). at info 25(4), 68.
Kurztext zum genannten Artikel und zum Namen Badis badis, mit einer Wiederholung des s/w-Fotos von O. Böhm, das Badis ruber zeigt.


Labyrinthfische international

Anonym. 2007. Labyrinth Fish Corner. Betta splendens Group. Aquaz00 (1), No. 68, Titel, 82–87.
9 sehr schöne Farbfotos. Betta sp. „Mahachai“ ist auch vertreten, ebenso wie die 3 gängigen Arten, Infos zu B. rubra uns B. stiktos fehlen leider auch hier; allerdings erschließt sich dem Chronisten nur der englische Textteil, das Meiste ist leider chinesisch.
Cusimano, E. 2007. Courrier des Lecteurs. Crevettes au Menu? Aqua plaisir No. 116, 7–8.
Leserbrief zu Trichogaster trichopterus, die im Aquarium Garnelen als Futter betrachten, mit einem sehr schönen Farbfotos von M.-P. & C. Piednoir, das 3 Marmor-T. trichopterus zeigt.
Filleul, A. 2006.  Liens de parenté: la troque des similitudes. Aqua plaisir No. 114, 32–35.
Bemerkungen zur Evolution der Fische, mit einigen Farbfotos von M.-P. & C. Piednoir, darunter 1, das einen Lungenfisch zeigt (S. 35 u.).
Maurin, M. 2007. Courrier des Lecteurs. Osphronemidés. Aqua plaisir No. 116, 12.
Bemerkungen zu Trichopsis schalleri, mit 2 besonders schönen Farbfotos von M.-P. & C. Piednoir.
Piednoir, M.-P. & C. 2007. Sphaerichthys vaillanti, eau douce, Osphronemidae (ex Belontiidae). Aqua plaisir No. 115, 23.
Kurzbericht zum Neuimport, mit 2 erstklassigen Fotos von den Verfassern, welche die Geschlechtsunterschiede schön dokumentieren.
Piednoir, M.-P. & C. 2007. – Aqua plaisir No. 117, 9, 14, 22, 41.
Es werden in Frankreich scheinbar nur noch Übersichtartikel zu Themen wie Weichwasserfische, Laichpflanzen für die Fische oder Paludarium gedruckt, Arten oder Gruppen werden nicht mehr vorgestellt. Folglich sind auch die Labyrinthfischfotos weit über unterschiedliche Artikel und Lesebriefe gestreut: Sphaerichthys vaillanti S. 9, Colisa labiosa S. 14, Colisa chuna S. 22 und Colisa lalia S. 41.
Schidt, J. 2007. Dychání vzduchu a podobmá prizpusobení. Akvárium zive (1), 31–36.
Der Makropode-Leser kennen den Artikel des Chronisten als: „Luftatmung bei Fischen“, hier jedoch mit zahlreichen Farbfotos, darunter auch Lungenfische und Flösselhechte.
Angekündigt ist ein Artikel zu Betta tussyae, mit 2 Farbfotos (S. 66).
Schidt, J. 2007. Betta tussyae SCHALLER, 1985 Zapomenuta cervena. Akvárium zive (2), Titel, 5, 6–15.
Artikel, der auch im Makropoden erscheint, mit sehr vielen Farbfotos vom Chronisten.



Labyrinthfische international - Labyrinthfisch-Vereine 2006

Le Macropode, Blois, No. 1 Janv./Fév. 2007

Dantec, M. Portrait no 85 Badis corycaeus KULLANDER & BRITZ, 2002. U1, U2, 2–6.
Dantec, M. 2007, une nouvelle année! 6.
Denis, F. Stand CIL - IBSC à la bourse de Montauban le 05 novembre 2006. 7–8.
Linke, H. Chez les Linke(i), c’est la femelle qui fait le boulot: observations sur le comportment reproducteur de Parosphromenus linkei. 9–10.
Maurin, M. Betta splendens. Légendes des photos. 11–17.
Hehl, H. Une visite chez la perle des forêts. 17–19.
Paepke, H.-J.  CLe Docteur Martin Kreyenberg et les Macropodes chinois. 20–23.
Panitvong, N. Le biotop de Betta simplex. 24–27.
Lo, M. Une longue marche vers Kalimantan. 27–28.
Farbfotos: Betta simplex, Malpulutta kretseri, Macropodus opercularis. U3.


Labyrinth, York, No. 147, Februar 2007

Voort, S. vd.  The Fiery Red Fighting Fish From Selangor. Part 2. Habitats, Conservation and Identity. 3–7.
Armitage, D. M. Take Me Round The Volta, Walter. 8–11.



Bücher

Gutjahr, A. 2007. Das Aquarium. München, 64 S., ISBN 3-8338-0528-4
Neuauflage vom neuen Autor des Klassikers im GU-Verlag. Der Werbetext zum Buch verspricht viel, das Buch hält wenig. Ausgezeichnete Fotos, die leider von schwachem Text, der einen aquaristischen Wissensstand von vor 20 Jahren wiedergibt, begleitet werden. Die auf dem Umschlag angekündigten Erläuterungen zum Verhalten der Fische fehlen im Buch leider. Wasserwechsel werden weiterhin in viel zu geringem Umfang empfohlen, die Berechnung zu möglichem Fischbesatz weist zu wenig auf die zahlreich möglichen Ausnahmen hin, volle Futterdose über dem Aquarium und und und ...
Gute Farbfotos von Labyrinthern finden sich: Colisa lalia, S. 37, Trichogaster trichopterus, S. 37 und U4; mehrfach sind beispielsweise Keilfleckbärblinge abgebildet, wichtige Fischfotos wie von Betta splendens und Macropodus fehlen hingegen. Eine unnötige Neuausgabe, die aufgrund des massenhaften Angebots sicher trotzdem seine Abnehmer finden wird. Aber leider keine Werbung für unser schönes Hobby.
Frahm, J.-P. 2006.  Moose. Eine Einführung. 237 Seiten, 266 Abbildungen, Jena.
Bezug: Weissdorn-Verlag Jena, Dr. Gerald Hirsch, Wöllnitzer Str. 53, 07749 Jena, www.weissdorn-verlag.de, weissdorn-verlag@t-online.de, Tel.: +49-(0)-3541-396584.
Aquatische Moose sind für Aquarianer von großer Bedeutung. Vor allem die Fischzüchter wissen die Moose als Laichsubstrate ihrer Fische, als „Nahrungsdepot“ für die Jungtiere und vor allem als wertvolles Gestaltungselement bei der Aquarieneinrichtung zu schätzen. Die Bedeutung der aquatischen Moose nimmt mit der steigenden Bedeutung der Garnelen weiterhin zu. Das hat zur Folge, dass zahlreiche neue Arten in den Handel gelangen, die leider nicht alle gleich gut geeignet sind. Das Buch ist zwar nicht speziell für Aquarianer geschrieben, aber es bietet einen hervorragenden Überblick zur Biologie der Moose. Die aquatischen Moose werden vor allem im Kapitel der Ufervegetation der Gewässer gewürdigt. ausgerechnet das Foto von Riccia fluitans (S. 150) zählt zu den wenigen schwachen Bildern im Buch, aber dieses Moos ist ja ohnehin jedem Aquarianer bekannt. Als Kuriosum sind im letzten Teil sogar noch die so genannten „Moosbälle“ kurz erwähnt. Der Chronist vermisst allerdings eine angemessene Würdigung der Quellvegetation, die meist von Moosen dominiert ist und die zu Recht zu den schutzwürdigen Lebensräumen per se gehört.

Krause, H.-J. 2007. Handbuch Aquarienwasser. 6. Aufl. Ruhmannsfelden. 151 S., zahlreiche Farbabbildungen, Grafiken und Tabellen.
Dieser Klassiker der Aquaristikliteratur wurde erneut überarbeitet, erweitert und aktualisiert. Ein Anlass für diejenigen, die es noch nicht oder eine sehr alte Version besitzen, endlich zuzugreifen.

Fricke, Hans 2007. Die Jagd nach dem Quastenflosser. Der Fisch, der aus der Urzeit kam. Verlag C.H. Beck München. 302 S. ISBN 978 3 406 556357.
 Titelseite des neuen Buches über den Quastenflosser
Titelseite des neuen Buches über den Quastenflosser.
Nun liegt ein weiteres Buch über den Quastenflosser Latimeria chalumnae vor. Aber dieses Buch ist schon etwas Besonderes: Hier dokumentiert der 1941 in Schönebeck bei Magdeburg geborene deutsche Wissenschaftler Hans Fricke in autobiografischer Form seine Jagd nach dem Quastenflosser in den Tiefen des Indischen Ozeans. Keine Angst, es werden nicht die anatomischen Besonderheiten des Quastenflossers und dessen Bedeutung für die Evolution der Wirbeltiere behandelt. Hier geht es um die Probleme einer Unterwasserjagd mit zwei Tauchbooten, die bis in Tiefen von 200 oder 400 Meter tauchen können. Hans Fricke muss, im positivsten Sinn, ein Verrückter sein. Zwei Tauchboote zu bauen und dies mit Geldern aus privaten Mitteln zu finanzieren, ist schon verrückt. Es war ein ständiger Kampf um Sponsoren. Aber ihm gelang, gemeinsam mit seinem Team, was die Welt zuvor noch nicht gesehen hatte – erste Aufnahmen lebender Quastenflosser in ihrer natürlichen Umgebung. Vielleicht war das das letzte große Abenteuer, was einem Biologen geboten werden konnte. Wir erfahren, dass Quastenflosser eben nicht, wie J.L.B. Smith behauptete, die „Old Fourlegs“ sind und ihr natürliches Verbreitungsgebiet sich nicht nur auf die Inselgruppe der Komoren beschränkt. Und doch bleiben immer noch einige Geheimnisse: Wie pflanzen sie sich fort und vor allem, wo kommen sie her? Ein Buch, welches ich nicht wieder aus der Hand legen konnte, aber lesen Sie selbst.




Inhaltsverzeichnis



Laudatio für Prof. Dr. rer. nat. Rolf Geisler



Prof. Dr. Peter Finke


Herr Vorsitzender, meine Damen und Herren,


warum zeichnen wir heute Herrn Prof. Dr. Rolf Geisler mit der Ernennung zum Ehrenmitglied aus?

Die Antwort lautet: Weil die IGL sich glücklich schätzen kann, dass einer der bekanntesten, national und international angesehensten und allseits am meisten respektierten Limnologen und Aquaristikwissenschaftler Deutschlands seit vielen Jahren Mitglied bei uns ist. Es ist für eine Liebhabervereinigung wie die IGL selber eine große Ehre, dass Herr Prof. Geisler uns durch diese Mitgliedschaft aufwertet und durch sein fortdauerndes Interesse an unserer Arbeit den Rücken stärkt. Er hat sich, wenn wir es gewünscht haben, gern für unsere Belange eingesetzt, und er hat durch seine Grundlagenforschung, seine weltweiten Verbindungen und seinen Rat maßgeblich dazu beigetragen, dass auch die Pflege und Zucht schwierig zu haltender Labyrinthfische heute durchsichtiger und einfacher geworden ist, als sie es früher war. Wir Heutigen profitieren von der wissenschaftlichen Akkuratesse und vom Pioniergeist der bedeutenden Aquarianer der letzten Jahrzehnte, und unter ihnen ragt unser neues Ehrenmitglied weit heraus.  
Prof. Dr. Rolf Geisler
Prof. Dr. rer. nat. Rolf Geisler
 

Lieber Rolf Geisler, ich habe das Glück, Sie jetzt fast dreieinhalb Jahrzehnte zu kennen. Noch heute höre ich den fröhlichen Klang Ihrer Stimme, wenn Sie in Sennestadt mit Herbert Bader, Walther Foersch, Kaspar Horst oder Edith Korthaus neue Reisepläne nach Sri Lanka oder Thailand ausheckten oder, falls Dietrich Schaller mal gerade nicht zu sehen war, laut „Schalleri!“ riefen, bis der Gurami schließlich knurrte. Als wir vor einigen Wochen wegen eines Interviews für den „Makropoden“ lange miteinander sprachen, war er wieder da, dieser fröhliche Klang, denn kaum hatte ich jene Namen der alten Freunde erwähnt, kaum hatten Sie von den wunderschönen Trichogaster leeri auf Sumatra gesprochen, da wäre jedem, der uns zugehört hätte, diese Begeisterung in Ihrer Stimme aufgefallen. Sie sind ja nicht nur im offiziellen Auftrage der Bundesrepublik, gleichsam ohne persönliche Interessen, als fischereiwirtschaftlicher Berater nach Asien gegangen und haben dort erkundet, wie man den großen Gurami, Osphronemus goramy, für die Ernährung der heimischen Bevölkerung besser nutzen könnte, sondern Sie haben sich zum Beispiel von Dietrich Schaller in einem crash-Kurs ein bisschen Thai beibringen lassen, um dann jede Gelegenheit zu dem nutzen zu können, was Ihnen selbst die größte Freude bereitet hat: die Gewässer und die Fische Südostasiens selber kennen zu lernen. 
Meine Damen und Herren, der Name Rolf Geislers ist sicherlich in erster Linie mit Südamerika verbunden, vor allem mit der Erforschung der Limnologie und Fischfauna des Amazonas-Systems, mit unserer Kenntnis der Neonfische und der Diskusarten. Aber er ist auch mit dem umfassenden Thema Wasser verbunden, mit den Formen, in denen es in den Tropen auftritt, dem Schwarzwasser vor allem, und das ist auch in Südostasien der Fall. Seine „Wasserkunde für die aquaristische Praxis“ steht oder stand – da bin ich sicher – auch bei den meisten Labyrinthfischfreunden seit langem im Bücherregal; ein Pionierwerk, heute schreibt es sich darüber einfacher, weil Rolf Geisler vorangegangen ist. Und selber erinnere ich mich daran, wie er uns damals vor Augen führte, dass unsere Pfleglinge fast nichts von der Nahrung, die wir ihnen hierzulande im Aquarium anbieten, in ihren Heimatbiotopen vorfinden, dass also manche unserer Schwierigkeiten auch mit der Ernährungsfrage zusammenhängen dürften.
Professor Geisler hat das Gesicht der Aquaristik in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts maßgeblich mitgeprägt, und zwar nicht nur in unseren Ländern, sondern weit darüber hinaus. Sein Name hat überall einen guten Klang. Mehrere Fischarten heißen deshalb auch zu Recht mit Artnamen „geisleri“, darunter auch eine von Kottelat benannte südostasiatische Schmerle. Wissen Sie eigentlich, liebe Vereinsfreunde, dass Rolf Geisler nach dem zweiten Weltkrieg einer der ersten war, die Schokoladenguramis erfolgreich gepflegt haben? Ich habe es auch erst vor kurzem erfahren. Dass er fast alle Größen der Aquaristik und Limnologie seit seiner Schulzeit im Hamburg-Altona der dreißiger Jahren persönlich gekannt hat – Arthur Rachow, Johann Paul Arnold, Werner Ladiges, Harald Sioli, Rodney Jongklaas, Jacques Géry und viele weitere – und dass er noch heute in regem fachlichen Austausch mit den Überlebenden dieser sehr bewegten Zeit steht, aber auch mit vielen neu hinzugekommenen, jüngeren Fachleuten? Dass er immer noch, jetzt mit 82 Jahren, seine Aufgabe als Redaktionsmitglied der DATZ ernst nimmt und Monat für Monat gewissenhaft ausfüllt?
Und was denken Sie, warum ist Herr Geisler wohl heute hier? Weil ihm irgendjemand einen Hinweis gegeben hätte, dass wir etwas Besonderes mit ihm vorhaben? O nein, ich weiß es besser: Ich weiß, dass er sich seit der ersten Bekanntmachung, dass diese Tagung hier wieder einmal nicht allzu weit entfernt von seinem Wohnort stattfindet, fest vorgenommen hatte, einfach teilzunehmen und dafür nach einer Mitfahrgelegenheit zu suchen und dass er erfreut darüber war, als sich ihm diese bei Prof. Peter Beyer von seiner alten Universität in Freiburg bot. Peter Beyer habe ich dann später ins Vertrauen gezogen, aber der hat natürlich nichts verraten. Erst gestern, bei der Eröffnung dieser Tagung, hat Auke de Jong die Katze aus dem Sack gelassen bzw. den Makropoden aus dem Beutel. Gewöhnen wir uns doch einfach an den Gedanken, dass Rolf Geisler hier ist, weil er sich wie wir alle für Labyrinthfische interessiert, aus keinem anderen Grunde.
Als vor einigen Monaten im „Makropoden“ mein „Paro-Rezept“ erschienen war, war er es, der Herbert Bader darauf aufmerksam machte, der mich dann um eine Kopie bat. Aber mit anderen Artikeln von anderen Autoren, zu anderen Fischen und zu anderen Themen ging es ähnlich. Rolf Geisler erhält den „Makropoden“ nicht nur, er liest ihn auch, und zwar genau. Doch auch nicht nur den „Makropoden“. Sein Interesse an der Aquaristik und ihren Möglichkeiten, an den Fischen aller tropischen Kontinente ist ein ungeteiltes, ein umfassendes, kein einseitiges. Damit ist er trotz seiner Spezialisierungen, von denen wir alle gelernt haben, auch wenn es uns vielleicht nicht bewusst ist, einer der wenigen verbliebenen Generalisten unter den Aquarianern: ein umfassend gebildeter und interessierter Forscher und Universitätslehrer, der maßgeblich dazu beigetragen hat, dass die Aquaristik nicht nur eine lehrreiche Zimmerzierde geblieben ist, sondern auch wissenschaftlich ernst genommen werden konnte. Leider wird in mancher Hinsicht heute jener Ruf, den er mitaufgebaut hat, durch Moden und Vermarktungszwänge teilweise wieder aufs Spiel gesetzt.

Prof. Dr. Finke während der Laudatio
Prof. Dr. Finke während der Laudatio                          (Foto: U. Konrad)
Ich erspare mir hier die Aufzählung auch nur der wichtigsten seiner vielen Schriften. Die meisten von ihnen waren Pionierwerke wie jenes erwähnte Buch. Viele haben dann nachgemacht, was er vorgemacht hat. Geisler hat nie bei anderen abgeschrieben, wie das nach meinem Eindruck bei aquaristischen Veröffentlichungen heute leider gang und gäbe geworden ist (oft sogar ohne ordentlich zu zitieren). Andere haben bei ihm abgeschrieben; das sagt alles. Der Limnologe, Ökologe, Ichthyologe und Hydrologe Rolf Geisler war und ist ein Vordenker, eine Art Pfadfinder, einer der im durchwachsenen Dschungel unseres Nichtwissens voraus gegangen ist, als viele Wege, die wir heute kennen und wie selbstverständlich beschreiten, noch gar nicht gebahnt waren. Er hat viele andere auf diesen Wegen gerne begleitet, aber er war nie ein bequemer Begleiter der aquaristischen Entwicklung in den letzten Jahrzehnten. Das erwähnte Interview enthält auch ein paar hanseatisch-zurückhaltend-kritische Bemerkungen von ihm hierzu. Auch die IGL, deren Ehrenmitglied er nun wird und die er schätzt, kommt dabei nicht ganz ungeschoren davon. Er wünscht sich nämlich, unser Verein möge ein bisschen mitgliederfreundlicher werden; ich kann das gut nachempfinden
Man kann es also auch so ausdrücken: Die Ehrung, die wir heute vornehmen, ist überfällig; wir haben etwas lange mit ihr gewartet. Umso mehr können wir uns darüber freuen, dass sie nun heute geschieht. Und freuen können wir uns vor allem darüber, dass Sie, lieber Rolf Geisler, auch wenn die Augen leider nachgelassen haben, doch weitgehend gesund und heiter wie früher unter uns sind, um sich anzuhören, was heute so auf der Labyrinthfischagenda steht, um alte Freunde wiederzusehen, um mit uns über Labyrinthfische zu reden und ein bisschen von den Ihnen wohlbekannten, aber heute immer mehr bedrohten Urwaldsümpfen und Gewässerökosystemen Asiens mit uns gemeinsam zu träumen.
Ich bin deshalb sehr zuversichtlich, dass die Mitgliederversammlung bei der Abstimmung, die nun gleich stattfinden wird, dem Vorschlag des Präsidiums folgen und Sie zum Ehrenmitglied der IGL ernennen wird. Es wird eine Ehrenmitgliedschaft sein, die auch  der IGL zur Ehre gereicht.




20 Jahre Labyrinthfisch-Regionalgruppe Cottbus (RGC)

Hans-Jürgen Ende

Aufkleber aus der Anfangszeit der Regionalgruppe Cottbus
Aufkleber aus der Anfangszeit der Regionalgruppe Cottbus
Am 14. Juni 1986 wurde in Cottbus im „Klub der Volkssolidarität“ von 8 Mitgliedern der Zentralen Arbeitsgruppe „Labyrinthfische“ eine Regionalgruppe, die RGC, gegründet. Das war nach Erfurt und Thale die dritte Regionalgruppe innerhalb der ZAG. Die RGC war und ist heute noch eine organisierte, aber lose Gruppe von Labyrinthfischfreunden auf privater Basis. Sie setzt sich aus Mitgliedern verschiedener Aquarienvereine zusammen und stand immer bzw. steht noch immer allen an Labyrinthfischen interessierten Aquarianern offen. Zusammenkünfte (heute das 47. Treffen) und Kampffischbewertungsschauen (5 regionale und 5 internationale) wurden durchgeführt. Da die ZAG Labyrinthfische 1991 der Internationalen Gemeinschaft für Labyrinthfische (IGL) beitrat, vollzog die RGC diesen Schritt mit. 1992, gleich nach Gründung des Arbeitskreises „Labyrinthfische“ im VDA, trat die RGC auch diesem Arbeitskreis bei. Die Basis der RGC änderte sich mit der Zeit. Gestandene Mitglieder der ZAG trafen sich nun im Rahmen der Gruppe, neue Mitglieder konnten aber auch aufgenommen werden. Das Einzugsgebiet der RGC erstreckt sich jetzt über Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt bis Thüringen. Dadurch änderte sich natürlich auch der Versammlungsort. Heute reisen wir nicht nur nach Cottbus – Berlin, Halle, Riesa, Dresden, Eibau, Meißen, Eichicht, Zittau, Rychnov nad Knĕžnou (ČZ), Hoyerswerda, Hradec Králové (ČZ), Potsdam und Oschersleben und St. Avold (F) waren schon unsere Ziele. In den beiden oben genannten Organisationen wird aktiv mitgearbeitet. 1991 organisierten wir die erste IGL-Tagung in den neuen Bundesländern in Cottbus, eine weitere im Jahre 2004 in Riesa wurde mitgestaltet. Auch eine Tagung des VDA-Arbeitskreises „Labyrinthfische“ wurde 2006 in Halle organisiert. Bereits 1988 wurde die erste Kampffischbewertungsschau durchgeführt. Den ehemaligen ZAG-Standard entwickelte die RG unter Einbeziehung des IBC-Standards weiter. Dieser Standard hat sich bewährt und auf dieser Basis werden heute zusammen mit tschechischen Betta-Züchtern gemeinsam Internationale Meisterschaften durchgeführt. Inzwischen waren es 10 Betta-Bewertungen, die die RGC organisierte und die 11. Schau ist in Vorbereitung. Mehrere Einzel- und Jahressiege sowie gute Platzierungen konnten dabei durch RGC-Mitglieder bei diesen, aber auch weiteren Bewertungsschauen in Tschechien, Polen, Frankreich und anderen deutschen Städten errungen werden. Mit einer Labyrinthfischausstellung machte bereits 1988 die RGC in Cottbus auf sich aufmerksam.
20 Jahre RGC im Jahr 2007 klingt nach einem Rechenfehler, dem ist aber nicht so. Ursprünglich sollte die 47. Tagung der RGC im September 2006 termingerecht in Cottbus stattfinden. Leider schlug aber MAHA KOLA, der Gott der Krankheiten, vorher zu und unser Regionalgruppenleiter Holm Arndt musste für längere Zeit ins Krankenhaus. Also konnten wir diese Veranstaltung erst jetzt, ein halbes Jahr später, durchführen.
Eingeladen wurde vom 23. bis 25. März nach Cottbus-Gallinchen in das Hotel „Jahrmarkthof“ und fast alle kamen. Am Freitagabend wurde nach längerer Pause Wiedersehen gefeiert, an welchem auch drei Vertreter der Cottbuser Fachgruppe teilnahmen. Es war eine gemütliche Runde. Aber selbst an solch einem Abend blieb uns ein Arbeitseinsatz nicht erspart. Ein Fachgruppenmitglied kam vor der Heimfahrt beim Wenden vor dem Hotel auf tiefen losen Sand und sank mit dem Auto bis auf das Bodenblech ein. Fünf Helfer, eine Schaufel und ein vorgespannter Kombi machten ihn wieder flott. Mit diesem Erfolgserlebnis konnten wir dem nächsten Tag ruhig entgegen schlafen.
Dieser begann dann auch ohne Aufregungen. Wir fuhren zur „Firma Interfisch – weltweiter Zierfisch & Wasserpflanzen Import-Export“ www.zierfischhandel24.de nach Senftenberg  OT Brieske. In Brieske trafen wir uns mit sechs tschechischen Freunden. Diese Firma hat bereits eine zwanzigjährige Tradition. Dort werden in 80.000 Liter Wasser über 200 Zierfischarten angeboten. Leider waren bei unserem Besuch die Aquarien nicht alle besetzt, man wartete auf eine neue Lieferung. Außerdem läuft gegenwärtig die Gartenteichsaison an, was auch bei der Besetzung der Aquarien zu sehen war. Angeboten werden laut Internet viele Fischarten für das Aquarium, Kois in einer großen Anlage, Aquarien- und Teichpflanzen, dazugehöriger Dünger, Aquarienmöbel, Technik, Zubehör,  Futtermittel und ähnliches. Beim Wasserpflanzendünger kam es gleich zu einer kleinen Diskussion. Unter anderem wurde auch Dünger der Wasserpflanzengärtnerei Rataj aus Šumperk, Tschechische Republik, angeboten. Als ich das Martin Boudný, einem der tschechischen Freunde, zeigte, fiel der bald um. Der Preis betrug etwa das Vierfache des tschechischen Preises (umgerechnet in Euro). Leider war auf unserem Gebiet, den Labyrinthfischen, das Angebot nicht all zu groß. Ich persönlich stand längere Zeit vor einem Aquarium mit Acanthocobitis botia, Augenfleckschmerlen, nahm aber dann doch keine mit. Zum einen war ich noch gut anderthalb Tag unterwegs und dann hätte ich mir den Platz blockiert, der für Schistura yerseni vorgesehen ist. Von dort fuhren wir wieder zurück nach Cottbus. Bei der Zoohandlung Bangel, welche von „Zoo & Co“ zur Kette „ Fressnapf“ gewechselt hat, machten wir noch Station. Danach ging es zum Mittagessen zum Hotel zurück.
Nach einem ausgiebigen Mittagessen begann die Veranstaltung etwas verspätet (gegen 14.15 Uhr) mit 22 Teilnehmern. Holm Arndt, der Regionalgruppenleiter, berichtete über „20 Jahre Labyrinthfisch-Regionalgruppe Cottbus“. Darüber habe ich oben bereits ausführlich berichtet.            
Holm Arndt Jörg Töpfer
Holm Arndt (links) und Jörg Töpfer (rechts) während ihrer Vorträge                    (beide Fotos: H.-J. Ende)

Danach sprach Jörg Töpfer aus Riesa über „Schwarze Makropoden in Zentralvietnam“. Er gab erst eine Information, wie es zum Namenswechsel des Schwarzen Makropoden von Macropodus concolor zu Macropodus spechti kam. Ahl hatte die Tiere 1937 als M. opercularis concolor beschrieben, Schreitmüller diese allerdings schon 1936 als M. opercularis var. spechti. Die Nomenklaturkommission entschied dann, dass dieser Fisch aus Prioritätsgründen M. spechti zu heißen hat.
Danach berichtete er über seine Reise 2005 nach Vietnam und die Suche nach dem Schwarzen Makropoden. Die wurden bisher nur in den Teichen um die Kaisergräber der Stadt Hue gefunden. Diese liegen im Einzugsgebiet des Sông Huong, des Parfümflusses, welcher aus dem Bach-Ma-Gebirge kommt. Das Typusexemplar von Schreitmüller im Berliner Naturkundemuseum hat einen deutlich sichtbaren Opercularfleck, welcher weder bei den Aquarientieren noch bei den Wildfängen von Hue zu finden ist. Gibt es nun zwei unterschiedliche Populationen? Jörg zeigte uns erst beeindruckende Bilder aus der Stadt und dem Palast. Dann führte die Reise nach Süden in den Bach-Ma-Nationalpark und weiter nach Hoi An, einem alten Handelszentrum. Von dort fuhren sie westlich fast bis zur Laotischen Grenze, nach Than My. Dort hatten Freyhof und Herder einen Fundort angegeben. Gibt es südlich des Wolkenpasses diese Tiere mit dem Opercularfleck? Da im Oktober dort Regenzeit ist, war der Fang von Fischen natürlich nicht leicht. Es gelang aber, 4 Tiere zu erbeuten, leider nur Weibchen. Alle hatten den Opercularfleck und auch zwei dunkele Streifen, einen vom Auge zum Opercularfleck und den anderen vom Auge schräg nach oben (> förmig).
Roland Risto
Roland Risto aus Erfurt hielt den dritten Vortrag
(Foto: H.-J. Ende)
Roland Risto aus Erfurt sprach allgemein über „Nostalgie in der Aquaristik und Labyrinthfische“. Er zeigte erst drei Dias 6 x 6 aus den 1920er Jahren, welche er aus dem Bestand der Fachgruppe Erfurt gerettet hat. Weiterhin berichtete er im Bild über Heimschauen aus den 1970er Jahren sowie über den Bestand an Labyrinthfischen der 1980er Jahre, Colisa, Trichogaster, Betta, Macropodus und Osphronemus.
Ctenopoma und Microctenopoma“ sind die Fische, welche Jürgen Schmidt aus Weißwasser pflegt. Zurzeit werden 13 Ctenopoma sowie  neun Microctenopoma in der IGL geführt. Der Photo Index von Mergus zählt 12 Ctenopoma und 8 Microctenopoma. Ctenopoma werden bis 20 cm lang, sind Freilaicher bei einer Lebenszeit von ca. 30 Jahren (zumindest im Aquarium), Microctenopoma sind Schaumnestbauer, werden bis max. 10 cm lang und 3 Jahre alt. Da die letzteren mehr Bodenbewohner sind, reicht eine Aquarienhöhe von etwa 20 cm. Jürgen pflegt allein 11 Buschfischarten in einer Anlage von etwa 2.000 Liter Wasser. Er betreibt diese mit Regenwasser und einer Osmoseanlage. Weiterhin hat er eine umfangreiche Futterzucht. Die Wasserhärte ist zumindest bei der Hälterung nicht so wichtig, der pH-Wert sollte bei max. 7 sein, eher tiefer. Zur Einstellung dieses Wertes benutzt er Erlenzäpfchen. Entweder zermahlt er diese grob in einer Kaffeemühle und setzt dieses Mehl dem Wasser zu oder er kocht die Zäpfchen eine dreiviertel Stunde und füllt den Sud heiß in Flaschen und kocht ihn quasi ein. Die Zapfen können bis drei Mal gekocht werden. Ein Salzzusatz soll auch sehr nützlich sein. Nach seiner Erfahrung soll nur eine minimale Filterung eingesetzt werden. Dann berichtete er über die Hälterung und Zucht der einzelnen Arten. Ctenopoma braucht mehrere Jahre bis zur Geschlechtsreife und laicht nur in Gruppen ab vier Tieren bei einer Wassertemperatur von etwa 24 °C (aber auch tiefer). Dann berichtete er noch über die Haltung und Nachzucht von Ctenops nobilis. Obwohl er genügend Nachzuchten hat, ist er leider nicht bereit, innerhalb der Regionalgruppe Tiere abzugeben. Diese Haltung brachte eine kleine Missstimmung. Dieser Vortrag war, obwohl sehr informativ, für unseren Rahmen etwas zu lang.
Ctenopoma und Microctenopoma“ sind die Fische, welche Jürgen Schmidt aus Weißwasser pflegt. Zurzeit werden 13 Ctenopoma sowie  neun Microctenopoma in der IGL geführt. Der Photo Index von Mergus zählt 12 Ctenopoma und 8 Microctenopoma. Ctenopoma werden bis 20 cm lang, sind Freilaicher bei einer Lebenszeit von ca. 30 Jahren (zumindest im Aquarium), Microctenopoma sind Schaumnestbauer, werden bis max. 10 cm lang und 3 Jahre alt. Da die letzteren mehr Bodenbewohner sind, reicht eine Aquarienhöhe von etwa 20 cm. Jürgen pflegt allein 11 Buschfischarten in einer Anlage von etwa 2.000 Liter Wasser. Er betreibt diese mit Regenwasser und einer Osmoseanlage. Weiterhin hat er eine umfangreiche Futterzucht. Die Wasserhärte ist zumindest bei der Hälterung nicht so wichtig, der pH-Wert sollte bei max. 7 sein, eher tiefer. Zur Einstellung dieses Wertes benutzt er Erlenzäpfchen. Entweder zermahlt er diese grob in einer Kaffeemühle und setzt dieses Mehl dem Wasser zu oder er kocht die Zäpfchen eine dreiviertel Stunde und füllt den Sud heiß in Flaschen und kocht ihn quasi ein. Die Zapfen können bis drei Mal gekocht werden. Ein Salzzusatz soll auch sehr nützlich sein. Nach seiner Erfahrung soll nur eine minimale Filterung eingesetzt werden. Dann berichtete er über die Hälterung und Zucht der einzelnen Arten. Ctenopoma braucht mehrere Jahre bis zur Geschlechtsreife und laicht nur in Gruppen ab vier Tieren bei einer Wassertemperatur von etwa 24 °C (aber auch tiefer). Dann berichtete er noch über die Haltung und Nachzucht von Ctenops nobilis. Obwohl er genügend Nachzuchten hat, ist er leider nicht bereit, innerhalb der Regionalgruppe Tiere abzugeben. Diese Haltung brachte eine kleine Missstimmung. Dieser Vortrag war, obwohl sehr informativ, für unseren Rahmen etwas zu lang. Jürgen Schmidt aus Weißwasser (links)
Jürgen Schmidt aus Weißwasser (links) berichtete über seine Erfahrungen mit Ctenopoma und Microctenopoma
(Foto: H.-J. Ende)
Es war bereits fast 19.00 Uhr geworden und die Tschechen wollten nach Hause. Sie hatten immerhin noch etwa drei Stunden Fahrt vor sich. So musste ich (Hans-Jürgen Ende aus Halle) mich sehr kurz fassen, um überhaupt noch über „Die letzten Bewertungsschauen für Betta splendens“ zu sprechen. Ich stellte die dritte Bewertung 2006 in Plzeň (ČZ) und die erste Bewertung 2007 in Hradec Králové (ČZ) der Internationalen Meisterschaft vor. Fast alle tschechischen Freunde konnten sich im Bild sehen, was bei manchem Schnappschuss Heiterkeit auslöste. Danach verabschiedeten sich unsere tschechischen Gäste und begaben sich auf den Heimweg. Ein gemütlicher Abend beschloss den Tag.
Am Sonntagmorgen, nach einer durch die Zeitumstellung gestohlenen Stunde Nachtruhe, fanden sich noch neun RGC-Mitglieder zu einem Besuch des Cottbuser Tierparks und einem Rundgang im Branitzer Park ein. Nach gut einem Tag sitzen tat die Bewegung doch gut und auch die restliche Müdigkeit verflog. Da wir an diesem Wochenende nur über asiatische und afrikanische Fische gesprochen haben, gingen wir noch angemessen essen, in eine indische Gaststätte. Fisch hatte keiner auf dem Teller, aber allen hat es gemundet.
Wir sehen uns bald wieder, denn die Zeit, bis zu unserem nächsten Treffen, ist nicht sehr lang. Dieses, das 48. Treffen der RGC findet wieder zusammen mit der Tagung des VDA-Arbeitskreises „Labyrinthfische“ vom 29. Juni bis 01. Juli 2007 in Naila in Nord-Bayern statt. Auch dort wird es einen Wettbewerb zur Internationalen Meisterschaft in der Kampffischzucht geben. Alle sind aufgerufen, sich zu beteiligen. Nähere Informationen dazu sind über mich oder den Leiter der RGC zu bekommen.



Inhaltsverzeichnis


Einladung zur IGL-Herbsttagung in Hamburg vom 12. bis 14. Oktober 2007

Erste IGL-„Wellness“-Tagung im einzigen Berg-Tagungs-Hotel mit Blick auf Hamburg!

B. Bussler & T. Lichtner

Veranstaltung als Powerpoint Multimedia Folien (13MB)

Anmeldeformular für Rahmenprogramm: Zoo Hagenbeck (ZIP-File)

Die Ursprünge Hamburgs liegen nicht an der Elbe, sondern an ihrem Nebenfluss, der Alster. An ihrem Ufer (altsächsisch: ‚ham‘) entstand im 8. Jahrhundert die erste Siedlung nicht weit von der Mündung des Flüsschens in die Elbe. Um 830 wurde hier die Hammaburg errichtet.
Im 12. Jahrhundert bekam die Elbe größere Bedeutung. Der Handel im nordeuropäischen Raum entwickelte sich rasch. Hamburg erhielt von Kaiser Barbarossa 1189 das Privileg, Zoll auf der Elbe zu erheben, und wurde dann Freie Reichsstadt.
Ein mittelalterlicher Städtebund in Nordeuropa entstand: die Hanse. Hamburg wurde wichtigster Nordseehafen der Hanse und diente als Umschlagplatz für Getreide, Tuche, Pelze, Heringe, Gewürze, Holz und Metalle. Hamburg selbst wurde berühmt wegen seines wichtigsten Exportartikels: Bier.
Nach der Entdeckung Amerikas und des Seewegs nach Asien wurde Hamburg ab 1550 zu einem der bedeutendsten Einfuhrhäfen Europas. Mit der Zunahme der Seeschifffahrt und des Welthandels in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts musste Hamburg seine Hafen- und Lagerkapazitäten weiter ausbauen. Der Bau der Speicherstadt (1881–1888) war der erste Schritt. In den folgenden Jahrzehnten wurde der Hafen auf die gegenüberliegende Elbseite ausgeweitet.
Die Schaffung des Freihafens (1888) machte Hamburg zu einem der weltgrößten Lager für Kaffee, Kakao, Gewürze und Teppiche. Der Bau des Nordostseekanals (1895) erhöhte die Attraktivität des Hafens noch mehr, da jetzt eine direkte schnelle Verbindung zum Ostseeraum garantiert war.
Hamburg wurde erst um 1900 Großstadt.
Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts wuchs Hamburg nicht über seine mittelalterlichen Stadtgrenzen hinaus. Die heutigen Stadtteile St. Pauli, Altona und St. Georg lagen lange vor den Toren der Stadt. Um 1850 betrug die Bevölkerung nur 50.000 Menschen.
Erst ab 1860, mit der einsetzenden Industrialisierung, wurden immer mehr umliegende Ortschaften eingemeindet. Um 1900 betrug die Stadtbevölkerung eine Million. Mit dem Groß-Hamburg-Gesetz von 1937 erhielt Hamburg dann die bis heute gültigen Grenzen.

Unser Tagungshotel befindet sich im Süden Hamburgs, in Hausbruch!

Wir haben lange nach einem geeigneten Tagungsort gesucht der uns genügend Platz bietet und uns deshalb für das Hotel „BERGHOTEL HAMBURG BLICK“ entschieden, es ist zwar etwas teurer, dafür ist die Nutzung der Tagungsräume kostenfrei. Wir haben alle Hotels im näheren Umkreis besucht um euch eventuell eine günstigere Unterkunft anzubieten, doch bei 5,00 € Unterschied zu unserem Hotel haben wir uns entschieden, nur dieses anzubieten. Wer trotzdem eine andere Unterkunft suchen möchte sollte mit uns Kontakt aufnehmen oder wenn möglich im Internet stöbern.
Das Hotel verfügt über zahlreiche modern ausgestattete Konferenz- und Schulungsräume, sowie über ein reichhaltiges gastronomisches Angebot. Vom Restaurant aus, haben wir einen wunderschönen Ausblick über die Skyline Hamburgs. Neben einer hauseigenen Kegelbahn und einem Schwimmbad sind auch einige Fitnessräume vorhanden.
Alle Zimmer sind ausgestattet mit Radio, Satelliten-Fernsehen, Telefon, Schreibtisch, Dusche/WC, Fön etc.
Da wir eine Menge Gäste erwarten, wird unsere Börse im riesigen Wintergarten des Hotels stattfinden, wir denken, ihr solltet zu dieser Tagung ein paar Fische mehr mitbringen ..., da wir in den örtlichen Vereinen, dem Zoofachhandel usw. für unsere Veranstaltung werben werden. Es muss mit einem „größeren“ Andrang gerechnet werden. Außerdem werden wir noch den einen oder anderen Händler im Börsenraum unterbringen, die einige „Kuriositäten“, wie z. B. verschiedene Laichhöhlen oder Einhängeaquarien mit eigener Filterung zur Jungfischaufzucht anbieten werden.

Anfahrt zum Hotel

Anfahrt Autobahn  aus Richtung Bremen:
A1 bis Buchholzer Dreieck. Abbiegen auf die A 261 Richtung A7 Flensburg/Kiel (Elbtunnel).
Abfahrt HH-Heimfeld. Links auf die B73 Richtung Cuxhaven. Erste Möglichkeit links (Ehestorfer Heuweg). Nach ca. 2 Kilometern in die Str. Wulmsberg.

Anfahrt Autobahn aus Richtung Hannover:
Am Horster Dreieck auf der A7 Richtung Flensburg/Kiel (Elbtunnel). Abfahrt HH-Heimfeld, links auf die B73 Richtung Cuxhaven. Erste Möglichkeit links (Ehestorfer Heuweg). Nach ca. 2 Kilometern in die Str. Wulmsberg.

Anfahrt Autobahn aus Richtung Flensburg/Kiel
Auf der A7 durch den Elbtunnel, Abfahrt HH-Heimfeld, links auf die B73 Richtung Cuxhaven. Erste Möglichkeit links (Ehestorfer Heuweg). Nach ca. 2 Kilometern in die Str. Wulmsberg.
Die Auffahrt zum Hotel ist kaum zu übersehen ...!

Die Tagungsteilnehmer, die per Bahn oder Flugzeug anreisen, bitten wir, sich unter den unten genannten E-Mailadressen anzumelden und uns die genaue Ankunftszeit anzugeben. Wir werden einen Fahrservice einrichten, um euch vom Bahnhof oder Flughafen abzuholen und auch zurückzubringen. Für Bahnreisende wäre es günstig, bis zum Bahnhof Harburg zu fahren, fast alle Züge halten auch in Harburg, der Bahnhof nur 10 min. (mit PKW) vom Tagungsort entfernt.

Thorsten Lichtner
t.lichtner@gmx.de

Bernd Bussler
Bernd.Bussler@t-online.de


Unser vorläufiges Programm für die Tagung

Freitag, 12. 10. 2007
Anreise der Teilnehmer
ab 21:00 Uhr Präsidiumssitzung
Samstag, 13. 10. 2007
Von ca. 8:30 Uhr bis 12:00 Uhr: Besuch bei Hagenbeck – Troparium und Aquarien mit Führung hinter den Kulissen
10:00 Uhr bis 12:00 Uhr: Channa AG: Multimedia-Vortrag zu Channa bleheri von Jörg Vierke
12:00 – 13:00 Uhr Mittagessen
13:15 Uhr Eröffnung der Tagung und Begrüßung
13:20 – 14:20 Uhr Vortrag von Karl-Heinz Rossmann: "Man nannte sie Badis badis"
14:30 – 15:30 Uhr Vortrag von Dominik Niemeier: "Allgemeines über Schlangenkopffische"
15:30 – 16:30 Uhr Kaffeepause
16:30 – 17:30 Uhr Vortrag von Gerhard Ott: "Labyrinthfische zwischen Sri Lanka, Taiwan und Bali – über und unter Wasser fotografiert von Gerhard Ott"
17:30 Uhr Züchter-Börse (IGL-intern)
18:00 – 19:30 Uhr Börse
19:30 – 20:30 Uhr Abendessen
20:30 Uhr Treffen der AG´s Cotrips, Parosphromenus, Channa (Teil 2: mit Überraschungsvortrag!!).
Um pünktliches Erscheinen zu den Treffen wird gebeten
Sonntag, 14. 10. 2007
10:00 – 10:15 Uhr Bekanntgabe der IGL-Frühjahrstagung 2008
10:15 – 11:15 Uhr Vortrag von Peter Finke: "Die Chance der Prachtguramis"
11:15 Uhr Verabschiedung der Gäste


Das Veranstaltungslokal

Preise inkl. Frühstück:    
Einzelzimmer 60 €,
Doppelzimmer 90 € pro Zimmer!

Es sind zur Zeit 10 Doppel- und 10 Einzelzimmer reserviert, von je 40 Zimmer!  Da die Reservierung nur bis max. Ende Juni gilt, bitten Bernd Bussler und Thomas Lichtner sich rechtzeitig anzumelden, da das Hotel auch für Tagungen der gr. Firmen genutzt wird (z. B. Airbus, Mercedes, Telekom, Iduna-Versicherung und….) .
Wenn das Hotel von uns komplett „eingenommen“ wird, könnte der Preis etwas herabgesetzt werden!

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