Der Makropode - 29. Jahrg. - 4/2007

Inhaltsverzeichnis
1 Auke de Jong Editorial 112
2 Stefan van der Voort Eine Einführung zum schwer erkennbaren Badis ferrarisi aus Myanmar (Burma) 113
3 Eddy Chandra Betta splendens von Siam Rep – Kambodscha 115
4 Hans-Joachim Paepke Zum 300. Geburtstag von Carolus Linnaeus (1707–1778) 117
5 Norbert Neugebauer Die erste Adresse für Labyrinthfische ist in Horka! 123
6 Norbert Neugebauer Fisch-TBC ist nach wie vor eine Gefahr für Aquarianer 125
7 Hugues van Besien Le Bail, P.Y., Planquette, P. & Petit, J. 1985. Présence du Dipneuste Lepidosiren paradoxa Fitzinger dans les marais de Kaw en Guyane. Revue française d’aquariologie 12(1), 5–8 126
8 Jürgen Schmidt Literaturdienst 127
IGL Intern ...
9 Peter Finke Das IGL-Interview mit: Prof. Dr. rer. nat. Rolf Geisler 131
10 Auke de Jong IGL-Mitglieder-Informationsbrief Nr. 01/2007 134
11 Frederik Pipkorn Außerordentliches Treffen der Channa-AG in Berlin vom 9. bis zum 11. März 2007 136
12 H.-J. Ende & H. Arndt 48. Treffen der Labyrinthfisch-Regionalgruppe Cottbus 138
13 Impressum 142



Eine Einführung zum schwer erfassbaren Badis ferrarisi aus Myanmar (Burma)

Von Stefan van der Voort (Übersetzt von Ellen Töpfer)

Einleitung

Wahrscheinlich besitzt jede Gattung schwer erfassbare Arten. Für mich als Liebhaber der Badis ist die schwer erfassbare Art dieser speziellen Gattung der B. ferrarisi. Da es bisher niemanden gab, der sich um diesen Badis bemüht hatte, gab es nur die Hoffnung auf eine zukünftige Sammlung und zwei Fotos, die zwei Exemplare in einem armseligen Zustand zeigten, worauf man starren konnte.

Doch da Träume in Erfüllung gehen können, blieb die Hoffnung zwei Jahre lang stark. Und tatsächlich erwies sich die Geduld Anfang des Jahres 2007 als Tugend. Eine stattliche Anzahl von diesen bis heute niemals importierten Badis wurde für mich als Geschenk von einer kleinen Gruppe von Leuten gesammelt, denen meine ewige Dankbarkeit gilt.

Der vorliegende Text ist eine kurze Veröffentlichung mit einigen vorläufigen Erkenntnissen, die auf persönlichen Beobachtungen beruhen, und zeigt die ersten offiziell veröffentlichten Fotos lebender Exemplare. Ein wesentlich detaillierter Bericht, der viele Arten der Gattung abdeckt, wird folgen.

Unerwartet Färbung

Uns war Badis ferrarisi bisher ausschließlich als blassgrauer (präservierter) Fisch ohne jegliche Farbe bekannt, wohl hauptsächlich aufgrund dessen, dass er von lokalen Märkten stammte, wo er in der Sonne stundenlang trocknete, ehe er präserviert wurde. So kann man sicher die Verblüffung nachvollziehen, die sich beim Anblick eines Fotos eines lebenden Exemplars einstellte, das man gerade frisch gefangen hatte. Der Körper zeigte eine schöne rote Farbe mit leuchtend blauem Schimmern entlang der Flankenbalken. Die Flossen offenbarten eine schöne dunkle Farbe von orange bis rot, mit schwarzen Anteilen und leuchtend weißen Rändern auf den meisten Flossen. Der Unterschied zwischen präservierten und lebenden Exemplaren ist Aufsehen erregend und erstaunlich, vor allem angesichts der Erwartung einer wahrscheinlich mehr oder weniger farblosen Art.

Bei den oben beschriebenen Fischen handelt es sich um erwachsene Exemplare, wohingegen meine Exemplare noch Jungfische sind und augenscheinlich weniger Farbe zeigen. Dennoch ist es atemberaubend zu sehen, wie sie ihre Farben entwickeln, während die Wochen ins Land gehen, und sie an Größe zunehmen. Was als eher weißlicher bis gelblicher Fisch mit schwarzen Balken auf den Flanken seinen Anfang nahm, wird nun zu einer Zurschaustellung sich entwickelnder Farben und Schatten. Das blaue Schimmern begann sich auf ihren Seiten auszubreiten; die Flossen sind bestimmt durch eine schöne dunkelorangene Farbe; fast jede Schuppe hat einen neonorangenen Schatten, der sich wahrscheinlich mit der Zeit in rot verwandeln wird. Die Zahl der Flecken auf der Rückenflosse könnte sich zu einem einzigen dicken, schwarzen Streifen vereinen, der den unteren Teil der Rückenflosse und den oberen Teil des Rückens bedeckt.

Verhalten in Gefangenschaft

Obwohl dieses Kapitel auf jugendlichen Exemplaren basiert, liefert es meiner Ansicht nach dennoch gute Anhaltspunkte dafür, wie sich erwachsene Tiere verhalten. 17 Exemplare (mit einem vergessenen 18. Fisch auf dem Weg) sind in einem 112-Liter-Aquarium untergebracht, welches schön dekoriert ist mit Pflanzen, Kokosnussschalen und Steinen. Solch eine Gruppe bietet eine gute Basis für sachgerechte Beobachtungen. Bis jetzt konnte beobachtet werden, dass sich eine soziale Hierarchie herausgebildet hat, obwohl zwei offensichtlich tonangebende Männchen es bevorzugen, die anderen und sich gegenseitig zu terrorisieren. Wenn ein Männchen allein die anderen angriff, war es kurioserweise immer das Exemplar mit dem größten Flossenschaden, im Gegensatz zu jenem, welches von ihm attackiert wurde. Es sind diese zwei Männchen, die die meiste Farbe zeigen und die erstmals ein solches Verhalten zeigten, während sich die anderen langsamer entwickeln.

Angesichts der starken Aggression bei den kleinen Exemplaren ist davon auszugehen, dass es bei voll ausgewachsenen Fischen wenigsten auf dem gleichen Niveau, wahrscheinlich aber noch stärker ausgeprägt sein wird. Daher wird es das Beste sein, sie als Paar oder zwei Paare in einem wie oben beschriebenen Aquarium zu halten.

Badis ferrarisi zeigt ein sehr interessantes Kampf- bzw. aufbrausendes Verhalten, das von mir bisher nur bei B. kyar beobachtet wurde. Während eines Kampfes pressen sie all ihre Flossen gegen ihren Körper, klemmen ihre Schwanzflossen zusammen, und einer der beiden (niemals beide) legen sich auf die Seite, so dass die Flanke nach oben zeigt, während beide schnell zum Boden herabschnellen. Der Grund für diese Seitenlage ist mir bisher unbekannt, doch bin ich begierig, es herauszufinden.

Wie man sie in Gefangenschaft hält

Wie bereits erwähnt, befinden sich alle Fische in einem 112-Liter- Aquarium, das 80 cm lang ist. Es ist gefüllt mit großen Pflanzen, Steinen und Kokosnussschalen, die viel Schutz bieten, von dem die Fische bisher jedoch keinen Gebrauch machen. Stattdessen schwimmen sie im offenen Wasser und suchen den Schutz der Pflanzen nur für wenige Momente auf. Das Wasser ist normales Leitungswasser mit einem ph-Wert von 7.6 und einer Wassertemperatur zwischen 21 und 23 Grad Celsius, die natürlich bei warmem Wetter bis auf 25–26 Grad Celsius steigt.

In der Wildnis leben sie in Wasser mit einem etwas geringeren ph-Wert (um 7) und einer Wasserhärte, die wahrscheinlich ebenfalls etwas niedriger ist als die meine. Aber sie scheinen sich in meinem Wasser sehr wohl zu fühlen.
Meines Erachtens sind sie wählerische Esser; beispielsweise nehmen sie von gefrorenem Futter nur Weiße Mückenlarven, Rote Mückenlarven und kleine Mysis an, verweigern jedoch die Aufnahme ausgewachsener Artemia. Lebendes Futter ist leichter zu füttern; Weiße Mückenlarven und ausgewachsene Artemia werden bereitwillig gefressen, ebenso Rote Mückenlarven und Daphnia. Es ist interessant zu sehen, wie sich ihr Unterleib nach dem Fressen in ein sanftes Kirschrot verwandelt, unabhängig von dem Futter. Das habe ich bisher bei keiner anderen Art entdeckt.

Das erste Laichen

Die Eier des weltweit ersten Laichens dieser Fische in Gefangenschaft wurden am 26.06.2007 gefunden (Wasserbedingungen wie oben beschrieben). Leider wurde das Laichen selbst nicht beobachtet und die Eier nur zufällig entdeckt. Die Eier werden von dem noch kleinen Männchen (40 mm TL) bewacht und kleben in der Kokosnussschale an den Wänden und an der Decke. Sie verteilen sich in kleinen Gruppen. Die Eier selbst sind klein mit ungefähr 1 mm im Durchmesser und haben eine weißlich-undurchsichtige Farbe. Bisher konnte noch keine Aggression festgestellt werden, aber anderen Fischen ist es sicherlich nicht erlaubt, sich dem Nest zu nähern. Obwohl sie normalerweise während der Brutpflege das Nest nicht zum Fressen verlassen, scheint dieses Badis ferrarisi - Männchen kein Problem damit zu haben. Falls der Rest positiv verlaufen wird, kann ich zu gegebener Zeit mehr berichten.

Nachwort

Selbst diese vorläufigen Beobachtungen werden für all jene interessant sein, die sich mit dieser Art befassen. Weitere detaillierte Beobachtungen sind in Planung und können noch mehr faszinierende Dinge zu Tage fördern. Aber diese sind späteren Publikationen vorbehalten.

Inhaltsverzeichnis

Zum 300. Geburtstag von Carolus Linnaeus (1707–1778)

Von Hans-Joachim Paepke
Carl von Linné im Jahre 1775 nach einem Gemälde von A. Roslin
Carl von Linné im Jahre 1775 nach einem Gemälde von A. Roslin - (Foto: Verfasser)
Am 23. Mai 1707 wurde der große Naturforscher und Taxonom Carl Nilsson Linnaeus geboren. Auch wenn von den vielen Labyrinthfischen, Schlangenköpfen, Lungenfischen, Blau- und Nanderbarschen, für die sich die IGL-Mitglieder interessieren, nur der gewöhnliche Makropode seinen gültigen wissenschaftlichen Artnamen von Linnaeus erhielt, so sind sie mit dem Lebenswerk des bedeutenden schwedischen Systematikers doch ständig konfrontiert, wenn es um die wissenschaftliche Benennung von Arten geht. Denn Carl von Linné (wie er sich nach seiner Erhebung in den Adelsstand ab 1762 nennen durfte) hat jene taxonomischen Grundprinzipien entwickelt, nach denen alle Organismen unverwechselbar benannt werden. Danach erhält jede Art einen Gattungs- und einen Artnamen, ein so genanntes Binomen. Der Gattungsname darf im Tierreich nur einmal vergeben werden, z. B. Pterophyllum (für einen südamerikanischen Buntbarsch). Er kann aber auch noch einmal im Pflanzenreich vorkommen, z. B. Pterophyllum (für einen fossilen Palmenfarn) (Paepke 2002). Der Artname darf innerhalb einer Gattung nur einmal vertreten sein, in anderen Gattungen jedoch ebenfalls benutzt werden. So gibt es neben dem Schlangenkopffisch Channa striata noch 83 weitere Fischarten, deren Artname (je nach Geschlecht des betreffenden Gattungsnamens) striata, striatum bzw. striatus (= gestreift) lautet.

Für die Gliederung innerhalb seines Systems der damals bekannten Organismen benutzte Linné die fünf Kategorien Reich, Klasse, Ordnung, Gattung und Art. Später kamen weitere Kategorien hinzu, z.B. die wichtige Familie (zwischen Ordnung und Gattung). Linné war sich durchaus dessen bewusst, dass weder er noch seine Enkel in der Lage sein würden, ein natürliches System schaffen zu können, das die realen Verwandtschaftsbeziehungen der Arten und höheren Einheiten widerspiegelt. Sein System war notgedrungen ein nach willkürlichen Regeln erstelltes künstliches System, das aber besser als viele andere war. Es war einfacher als ältere Klassifikationsversuche und offener für die Hinzufügung neuer Taxa. Dabei ging er als gläubiger Christ von der Konstanz der Arten aus, so wie Gott sie geschaffen hat.

Bis zu diesen bedeutenden Fortschritten in der Nomenklatur und Klassifikation, auf denen die gesamte zoologische und botanische Namensgebung aufbaut, war es ein weiter und langwieriger Weg. Linné wurde gerade in eine Zeit hineingeboren, in der es mit den bis dahin üblichen Beschreibungen und Benennungen der Organismen nicht mehr so wie bisher weiter gehen konnte. Nach vielen Jahrhunderten der Stagnation während des Mittelalters erlebten die Naturwissenschaften zu Beginn der Neuzeit einen gewaltigen Aufschwung. Die in den mittelalterlichen Klöstern kopierten und allenfalls kommentierten Naturbeschreibungen der Bibel und des klassischen Altertums reichten längst nicht mehr aus, um die Fülle neu entdeckter Pflanzen und Tiere zu identifizieren und zu ordnen. Bereits vor Linné hatten Naturwissenschaftler – wie die Botaniker Bachmann, Tournefort, Ray und andere – versucht, die sich ihnen darbietende Artenfülle mit neuen Methoden zu erfassen. Bachmann erkannte die Notwendigkeit einer binären Nomenklatur, ohne sie jedoch anzuwenden. Tournefort benutzte vier systematische Kategorien (Klasse, Sektion, Gattung und Art) und versah die Gattungen bereits mit eingehenden Diagnosen. J. Ray hatte darüber hinaus die allgemeinen Methoden und praktischen Grundlagen für die Entwicklung der gesamten Systematik spürbar verbessert und dabei die Ergebnisse moderner Forschungsrichtungen, wie z.B. die der Mikroskopie, berücksichtigt. Insofern fand der junge Linnaeus bereits einiges vor, auf dem er aufbauen und es konsequent weiter entwickeln konnte. Titelseite von Linn&eacutes Systema Naturae
Titelseite von Linné´s Systema Naturae - (Foto: Verfasser)
Allerdings ging das nicht von heute auf morgen. Als 1758 die zehnte Auflage seines Systema Naturae herauskam, die ja bekanntlich als Geburtsstunde der allgemein verbindlichen wissenschaftlichen Artbeschreibung in der Zoologie gilt, war er bereits 51 Jahre alt.
Zuvor hatte er sein System immer wieder zu verbessern gesucht und dabei auch Veränderungen vorgenommen, wofür uns der Makropode als Beispiel dienen soll. Dieser Labyrinthfisch veranschaulicht zugleich, wie Linné Kenntnis von neuen exotischen Arten bekam. So war Konsul Magnus Lagerström, einer der Direktoren der (schwedischen) Ostindien-Kompanie, naturwissenschaftlich sehr interessiert und wahrscheinlich deshalb mit Linné gut bekannt. Er ließ dessen mit Sammelaufträgen versehene Studenten auf den Schiffen der Kompanie unentgeltlich mitreisen. Und er hielt seine Kapitäne – ebenso wie bereits die holländischen Schiffseigner die ihren – dazu an, in fernen Ländern Naturalien zu sammeln und nach Göteborg, dem Geschäftssitz der Kompanie, mitzubringen.
Auf diese Weise war Lagerström in Besitz einer großen Naturaliensammlung gekommen, von der er 1748 und 1750 Teile an Linné verschenkte. Linné verfasste darüber eine wissenschaftliche Arbeit „Donatio Magni Lagerström“ und ließ diese im Jahre 1754 von seinem Doktoranden Johannes Laurentius Odhelius verteidigen. Noch im selben Jahre wurde die Dissertation unter dem Titel „Chinesia Lagerströmiana“ publiziert. In dieser Schrift wird der Makropode erstmalig als Sciaena fasciata erwähnt.
Geburtshaus von Linnaeus
Geburtshaus von Linnaeus - (Quelle: Internet)
Linnaeus als Bräutigam im Jahre 1739 nach einem Gemälde von J.H. Scheffel
Linnaeus als Bräutigam im Jahre 1739 nach einem Gemälde von J.H. Scheffel - (Quelle: Internet)
Als vier Jahre später die 10. Auflage vom „Systema naturae“ erschien, ist die Art erneut darin zu finden. Diesmal unter dem Namen Labrus opercularis. Dass sich beide Namen auf ein und dieselbe Art beziehen, hat Rendahl (1958) herausgefunden. In diesem Falle ist Sciaena fasciata zwar da ältere Synonym zu Labrus opercularis, unterliegt aber nicht der Prioritätsregel, denn der frühere Name wurde vor 1758 veröffentlicht.
Der Name Labrus opercularis basiert auf einer Kurzdiagnose, wie sie Linné an Stelle früherer Aneinanderreihungen wesentlicher und unwesentlicher Merkmale eingeführt hat. In solchen Kurzdiagnosen wurden nur essentielle Merkmale betont.
Im Falle des Makropoden lautet die Diagnose: Cauda bifida, corpore fasciis 10, maculaque operculum fuscis. Es folgt die Flossenformel in der damals üblichen Schreibweise: D. 13/20; P. 11; V. I/6; A. 15/28; C. 16. Übersetzt heißt das in etwa: Schwanzflosse gespalten (zweiteilig), auf dem Körper zehn Binden, auf dem Kiemendeckel ein dunkler Fleck. Namensgebendes Merkmal war der durch einen dunklen Fleck gekennzeichnete Kiemendeckel (das Operculum). Labyrinthfischfreunde werden zugeben, dass man nach dieser kurzen Merkmalskombination den Makropoden gut erkennen kann.

Trotzdem wurde die Art mehrfach wieder beschrieben. Auch der später entdeckte und ebenfalls durch einen auffallenden Kiemendeckelfleck gekennzeichnete Rundschwanzmakropode wurde zeitweilig unter dem Artnamen opercularis geführt, obwohl er keine gegabelte Schwanzflosse und auch keine auffallenden Querbinden hat. In diesen Fällen haben die dafür verantwortlichen Ichthyologen die Linnésche Beschreibung offenbar nicht gelesen.

Linnés Wohn- und Sterbehaus in Uppsala
Linnés Wohn- und Sterbehaus in Uppsala - (Quelle: Der Verfasser)
Werfen wir noch einen Blick auf den so erfolgreichen Lebensweg des großen Forschers und auf seine vielfältigen Leistungen. Carl von Linné wurde, wie bereits eingangs gesagt, am 23. Mai 1707 in Råshult (Småland, Schweden) als Sohn des protestantischen Pfarrers Nils Ingemarsson geboren. Als Linné 18 Monate alt war, zog die Familie nach Stenbrohult um, wo der Vater die Nachfolge seines Schwiegervaters als Gemeindepfarrer antrat. Nils Ingemarsson war ein großer Pflanzenliebhaber, und da er wie viele Schweden keinen eigentlichen Familiennamen hatte, legte er sich den Namen Linnaeus zu. Abgeleitet von dem småländischen Wort linn für die Linde und bezogen auf eine dreistämmige Linde, die vor seinem Vaterhause stand. Carl war ebenfalls für die theologische Laufbahn bestimmt, interessierte sich aber mehr für die Naturwissenschaften. Nach Fürsprache des Amtsarztes Johann Rothman, der gleichzeitig am Gymnasium den naturwissenschaftlichen Unterricht erteilte, durfte er ab 1727 an der Universität Lund Medizin studieren. Es war das einzige Hochschulfach, in dem damals Botanik und Zoologie betrieben werden konnte. Ein Jahr später setzte er mit großem Eifer seine Studien an der Universität Uppsala fort und erhielt schon bald einen Lehrauftrag. 1732 unternahm er, inzwischen fünfundzwanzigjährig, eine fünfmonatige Forschungsreise durch das damals wenig bekannte Lappland. Nach einem kurzen Interim in Uppsala bereiste er 1733–1734 die Bergbauprovinz Dalarna. Seine Berichte über die erbärmlichen Lebensumstände der Bergleute sind heute noch von soziologischem und medizinhistorischem Interesse. In Dalarna lernte er auch seine künftige Frau kennen: Sara Lisa Moraeus, die älteste Tochter des Stadtarztes von Falun. Beide hatten fünf Kinder. Der älteste Sohn Carl trat später die Nachfolge seines Vaters als Professor für Praktische Medizin an der Universität Uppsala an.

Im Zusammenhang mit seinen Heiratsabsichten beschloss Linné sein Medizinstudium mit der Promotion abzuschließen, was damals in Schweden nicht möglich war. So reiste er über Helsingborg, Travemünde und (dem damals dänischen Hafen) Altona nach Amsterdam, wo er am 23. Juni 1735 (Gregorianischer Zeitrechnung) eintraf. Nach kurzem Aufenthalt segelte er weiter in die Universitätsstadt Harderwijk, wo der wissenschaftlich bereits ausgewiesene junge Schwede in knapp acht Tagen sein Ziel erreichte (das heißt: das medizinische Kandidatenexamen ablegte, die Druckerlaubnis für die bereits in Schweden verfassten Doktorthesen erhielt, diese wenige Tage später öffentlich verteidigte und unmittelbar darauf das Doktordiplom empfing). Neun Tage nach seiner Abreise war er schon wieder in Amsterdam! In Holland traf Linné auf zahlreiche berühmte Gelehrte, wie den Apotheker Albert Seba (1665–1736), den Botaniker und Senator J. Fr. Gronovius (1690–1762) aber auch auf seinen alten Studienfreund Peter Artedi (1705–1735) der jedoch kurze Zeit nach dem freudigen Wiedersehen auf dem abendlichen Heimweg von Seba kommend in einer Gracht ertrank. 

Obwohl selbst kein besonderer Freund der Fische, bemühte sich Linne um die Drucklegung der von Artedi fast fertig hinterlassenen „Ichthyologia...“, die zur einer wichtigen Grundlage nachfolgender ichthyologischer Arbeiten werden sollte. Eine Zeit lang diente Linné dem Bankier Clifford in Hartekamp als Hausarzt und Gartenkustos, bevor er nach kürzeren Besuchen in England und Frankreich 1738 wieder nach Schweden zurückkehrte.
1739 wurde Linné Admiralitätsarzt in Stockholm und erhielt einen Lehrauftrag am Bergkollegium. Außerdem wurde er Mitbegründer der Schwedischen Akademie der Wissenschaften und deren erster Präsident. 1741 zog die Familie Linné nach Uppsala um; Linné wurde Professor für Theoretische Medizin und Direktor des dortigen Botanischen Gartens, der ihm besonders am Herzen lag. Dieser Garten ist heute noch größtenteils so erhalten, wie Linné ihn in seiner 1748 erschienenen Arbeit Hortus Upsaliensis beschrieben hatte. 1747 wurde er zum Königlichen Leibarzt ernannt und 1752 zum „Ritter des Nordstern-Ordens“. 1758 kaufte Linné das Landgut Hammarby, wo die Familie vor allem die Sommermonate verbrachte und wohin er auch seine umfangreichen Sammlungen verlagerte. 1762 wurde er in den Adelsstand erhoben und 1763 von seinen Lehraufgaben entpflichtet. 1774 erlitt Linné einen ersten Schlaganfall, 1776 einen zweiten schwereren. Am 10. Januar 1778 starb der große Gelehrte in seinem Hause in Uppsala. Linné wurde im Dom zu Uppsala beigesetzt, große Teile seiner Sammlungen befinden sich heute in der Linnean Society of London.

Standbild des jungen Linnaeus im Botanischen Garten in Uppsala
Standbild des jungen Linnaeus im Botanischen Garten in Uppsala - (Quelle: Der Verfasser)

Von den etwa 180 wissenschaftlichen Schriften, die Linné im Laufe der Zeit verfasst hat, können hier nur die wichtigsten erwähnt werden: Systema naturae, 1. Aufl. 1735 in Amsterdam (die Schrift überzeugte durch ihre wohldurchdachte und logische Ordnungsmethode holländische Gelehrte, die die Drucklegung ermöglichten), 10. Aufl. 1758 in Stockholm (in diese Auflage wurde erstmalig die binominale Benennung der Tiere durchgängig angewandt):

Linnés Lebenswerk hat nicht nur Zustimmung und Beifall erfahren. Vor allem in späterer Zeit gab es darüber auch viele abwertende, zumindest kritische Bemerkungen. Man warf ihm vor, dass die binäre Nomenklatur nicht vom ihm stamme. Sein System wäre wenig fortschrittlich und hinter der Großeinteilung der Tiere (insbesondere der Wirbellosen) von Aristoteles weit zurückgeblieben. Er hätte mit seiner schablonenhaften Form der Benennung, der Kurzdiagnosen und der Eingliederung von Arten eine „Mode“ geistloser Speziesbeschreibungen eingeleitet, eine Lawine zoologischer Amateurtätigkeit in Gang gesetzt, dadurch die Betonung einer „wissenschaftlichen Zoologie“ nötig gemacht und die Entwicklung anderer biologischer Disziplinen langfristig behindert. Schließlich sei er ein von maßloser Selbstüberschätzung durchdrungener Mann gewesen, was einige Fragwürdigkeiten seines Gesamtwerkes erkläre.

Orangerie im Botanischen Garten von Uppsala
Orangerie im Botanischen Garten von Uppsala (Foto: H.-J. Paepke)
Was ist dem zu entgegnen? Nun, sein ausgeprägtes Selbstwertgefühl und sein dadurch bedingtes Durchsetzungsvermögen waren wichtige Voraussetzungen für Linnés Erfolg in der Überwindung überlebter wissenschaftlicher Arbeitsmethoden. Die Bedeutung eines Lebenswerkes wird auch an dessen Resonanz gemessen, und die war vorhanden. Linnés bleibende Verdienste um die Systematik liegen in seinem konsequent eingehaltenen Klassifikationsprinzip (mit Reich, Klasse Ordnung, Gattung und Art), in der binären Nomenklatur (ab 1753 durchgängig für das Pflanzenreich, ab 1758 für das Tierreich) und in der Ergänzung der Binomina durch Kurzdiagnosen.
Damit wurde ein historisch notwendiger Entwicklungsschritt in der einheitlichen Erfassung der Artenmannigfaltigkeit vollzogen. „Wenn ich sage Auge, Birke, Barsch oder Birkhuhn, und der Leser nicht versteht, was mit diesen Namen gemeint ist, kommt er mit dem Text nicht fort“, heißt es im Vorwort zu Linnés Westgotlandreise. Er hatte intuitiv erkannt: Der Name ist der Schlüssel, der einzig verlässliche Zugang zu einer Art und zu allen international verfügbaren Daten über ihre Verbreitung, Ökologie und Lebensweise, über ihre Verwandtschaft, Physiologie, Chromosomenzahl und über alle sonstigen Merkmale. So manche zunächst als bedeutend eingestufte Arbeit fiel schon wie ein Kartenhaus in sich zusammen, als sich herausstellte, dass das Ausgangsmaterial falsch bestimmt war. Und noch etwas: Mit Linnés Prinzipien der Namensgebung und Systematisierung zog Ordnung in die im 16. und 17. Jahrhundert entstandenen Naturalienkabinette und Raritätenkammern ein, in denen bis dahin Verwirrung in der Bezeichnung der Objekte und Ratlosigkeit hinsichtlich ihrer Klassifizierung herrschten. Die Monster und Fabelwesen, mit denen geschickte Präparatoren vermögende Sammler geprellt hatten, verschwanden aus den Naturaliensammlungen. Viele solcher privaten Sammlungen wurden darauf zu Grundstöcken seriöser Naturkundemuseen. Es gibt also gute Gründe, anlässlich des 300. Geburtstages Carl von Linnés an die bleibenden Verdienste des großen Gelehrten zu erinnern. Das geschieht gegenwärtig vielerorts, besonders natürlich in seinem Heimatland Schweden. Und der Jubilar selbst? Er hätte sich darüber nicht gewundert sondern all die späten Ehrungen für selbstverständlich gehalten. Als eine Reverenz, die die Nachwelt ihm schuldet, zumal er davon überzeugt war, im direkten Auftrage des Schöpfers gehandelt zu haben.

Literatur

Jahn, I & Senglaub, K. 1978. Carl v. Linné. Bibliographien hervorragender Naturwissenschaftler, Techniker und Mediziner Band 35, BSB. B. G. Teubner Verlagsgesellschaft Leipzig.
Loci, W. A. 1908. Biology and its Makers. 3 Aufl., Henry Holt and Company.
Paepke, H.-J. 2002. Pterophyllum – die Geschichte eines alten Namens. Aquaristik Fachmagazin und Aquarium heute 34(1):4–5.
Rendahl, H. 1958. The original despription of the Chinese Paradise Fish, Macropodus opercularis L. Copeia 145–146.
Schmidt, S. & S. hackethal in I. Jahn (Hrsg.) 1998. Geschichte der Biologie – Theorien, Methoden, Institutionen,Kurzbiographien. Gustav Fischer Jena, Stuttgart, Lübeck, Ulm.

Und für diejenigen, die ihr Wissen lieber vom Bildschirm abrufen, die folgende Quelle: Wikipedia, die freie Enzyklopädie: Carl von Linné (5 Seiten), Carl von Linné.

Inhaltsverzeichnis



Literaturdienst

Jürgen Schmidt

Deutschsprachige Labyrinthfischliteratur

März

Bela, H. 2007. Das Pantoffeltierchen Paramecium caudatum – das einzellige Wunder. Der Hüpferling, Riesaer Aquarien-Stammtisch  Nr. 35, 1, 3–14.
Der aus dem Makropoden bekannte Artikel mit einem Farbfoto (Titel) und 11 s/w-Fotos vom Verfasser.
Bydzovsky, v. & Schmidt, J. 2007. Die Speerblätter der Gattung Anubias. Der Hüpferling, Riesaer Aquarien-Stammtisch, Nr. 35, 2, 15-16, 19–26.
Artikel zu Aquarienpflanzen mit 5 Farb- und 3 s/w-Fotos von den Verfassern, darunter 2 Fotos vom Chronisten, die Ctenopoma acutirostre und Microctenopoma ansorgii zeigen (S. 16).
Teichmann, T. 2007. Betta unimaculata – ein etwas anderer Kampffisch. Fishlight, Aquarienclub Braunschweig, Nr. 26, 31–32.
Kurzbericht mit einem Farbfoto.

April

Armitage, D. 2007. Buschfische. Pflege und Zucht im Aquarium. 3. Teil. Aquaristik Fachmagazin & Aquarium heute 39(2), Nr. 194, 34–38.
Hier nun endlich die in den beiden vorangegangenen Teilen vermissten Informationen. So wird die Artikelreihe ein runde Sache. Mit 22 Farbfotos, meist von H.-J. Richter sowie 4 von F. Schäfer, leider von unterschiedlicher Qualität.
Herrmann, H.-J. 2007. Schauaquarienschau. Aquarienhaus des Tiergartens Wien und Haus des Meeres Wien. Aquaristik Fachmagazin & Aquarium heute 39(2), Nr. 194, 70–77.
Beschreibung der öffentlichen Schauaquarien in Wien, mit zahlreichen Farbfotos, darunter eines, das Osphronemus goramy in einer Draufsicht zeigt (S.74 M.).
Hieronimus, H. [Hrsg.] 2007. Schleyer, A. ca. 1900. Fische, Reptilien und Lurche. Fürth i. B.; Beilage zur Zeitschrift für aquaristische Literatur 9(1), o. S. (zw. 30–31).
Etwas verkleinerte Farbrepro, darauf u. a.: Anabas testudineus (als Anabas „scandens“), Betta imbellis (als Betta „pugnax“), Channa gachua (als „Ophiocephalus punctatus“), Macropodus opercularis (als Macropodus „viridiauratus“) und Trichogaster trichopterus (als „Osphromenus“ trichopterus). Bemerkenswerterweise wird keiner der Namen heute, nach gerade einmal gut 100 Jahren, noch in dieser Weise akzeptiert.

Mai

Anonym. & Esterbauer, H. 2007. Betrifft Wie atmen Fische? (Ghiasvand, C. 2007. ATInfo 25(4): 67–68). at info 25(5), 79.
Kurze Anmerkung zum Kletterfisch mit 2 s/w-Fotos vom Chronisten, die Anabas testudineus und Ctenopoma acutirostre zeigen.
Grimm, M. 2007. Afrikanisches Tagebuch. Amazonas 3(3), Nr. 11, 58–63.
Reisebericht mit zahlreichen halbwegs akzeptablen Farbfotos, darunter eines vom Verfasser, das Ctenopoma muriei zeigt (S: 60 u.).
Kokoscha, M. 2007. Der Schokoladengurami (Sphaerichthys osphromenoides). Amazonas 3(3), Nr. 11, 47–50.
Übersichtsartikel zum Thema mit erfreulich kritischen Anmerkungen zur Artbestimmung und zur Frage des Geschlechts des brutpflegenden Elternteils. (Farne mit Wurzeln sind allerdings ein botanisches Novum, wahrscheinlich sind die Unterwasserblätter gemeint.) Mit 5 sehr guten Farbfotos vom Verfasser, darunter eines, das Sphaerichthys selatanensis zeigt. Angekündigt ist ein Artikel zu Betta sp. „Mahachai“, mit einem Farbfoto (S. 94).
Lamboj, A. 2007. Kennen Sie eigentlich die Rote Liste der IUCN? aqua-terra austria 2(3), 1.
Kurzbericht zur Roten Liste, in der auch etliche Labyrinthfische enthalten sind. Mit 2 Farbfotos vom Verfasser, darunter eines, das Betta simplex zeigt.
Ott, G. 2007. Nach 20 Jahren alles neu. Datz 60(5), 62-67.
Bericht zum Bau einer Zuchtanlage mit zahlreichen Farbfotos vom Verfasser, darunter eines, das Macropodus opercularis zeigt (S. 67).
Schäfer, F. 2007. Fantastische Importfische aus Katanga. Aqualognews No. 76, 7–12.
Umfassende Aufzählung der Fische mit zahlreichen Farbfotos vom Verfasser, im Teil 4 (S. 10) ist Microctenopoma ansorgii genannt sowie in einem sehr schöne und einem weiteren Farbfoto abgebildet.

Juni

Bydzovsky, V. & Schmidt, J. 2007. Pflanzen für das Buschfischaquarium. Die Speerblätter der Gattung Anubias. aqua-terra austria 2(6): 16–20.
Pflanzenartikel mit zahlreichen Fotos von den Verfassern.
Dieke, H. 2007. Ein Traum wurde wahr – Fische selber fangen. Aquarium live 11(3), 14–19.
Reisebericht zu Thailand, mit 10 Farbfotos vom Verfasser, darunter 1, das Betta splendens von Khao Yai zeigt (S. 19 M.).
Hieronimus, H. 2007. Ethik in der Aquaristik? VDA-aktuell 13(3): 12, 14.
Bemerkungen zu so genannten Qualzuchten, mit 4 Farbfotos, darunter ein von G. Ott fotografiertes Osphronemus goramy-Portrait.
Letsch, S. 2007. Leserbriefe. Neue maulbrütende Kampffische – Betta pallifina. Aquarium live 11(3), 10.
Leserbrief und Anmerkung mit 3 Farbfotos, 2 von S. Letsch, die Betta pallifina-Männchen und -Weibchen zeigen, sowie 1 vom Chronisten, das eine Betta cf. unimaculata-Farbvariante zeigt, im Text irrtümlich als B. cf. ideii bezeichnet. Auch dieser Fisch ist am Ende korrekt mit zwei I zu schreiben.
Naumann, A. & Schmidt, J. 2007. Leserbriefe. Zu viele Kampffische? Aquarium live 11(3), 6.
Leserbrief mit Antwort und 2 Farbfotos vom Chronisten: Betta splendens-Männchen, Halbmond,weiß/hellblau, und Betta macrostoma-Männchen.
Schäfer, F. 2007. Zwei neue Kampffischarten aus Thailand beschrieben. Aquaristik Fachmagazin & Aquarium heute 39(3), Heft 195, 112–114.
Erläuterungen zu den beiden neuen Arten Betta apollon und B. ferox, mit einer Grafik zur Arterkennung sowie je einem Farbfoto von D. Bork und H. Linke.
Im gleichen Heft finden sich in einer Firmenwerbung (S. 25) 2 Farbfotos von F. Schäfer, die Polypterus teugelsi und Malpulutta kretseri zeigen. Zudem ist ein sehr schöner Schleierkampffisch von H. Linke abgebildet (S. 128).
Schmidt, J. 2007. Editorial. Kontroversen. Räuber, Goldfische und die anspruchsvollen Inhalte ... Aquarium live 11(3), 4–5.
Stellungnahme des Chronisten mit 4 Farbfotos, darunter 1 von N. Chiang, das ein Betta splendens-Männchen, Halbmond, rot, zeigt.

Juli

Baulan, S. 2007. Betta sp. „Mahachai“. Amazonas 3(4), Nr. 12: 56–59.
Ein umfassender Bericht zum Fang, mit einigen oberflächlichen Informationen zur Zucht dieser Betta cf. smaragdina-Variante. Mit 10 informativen Farbfotos vom Verfasser sowie je einem von N. Panitvon und M. Lo. Angekündigt (S. 86–87) ist ein Bericht über Thailand, mit einem Betta splendens-Portrait.
Bork, D. & Ehe, T. 2007. Betta. Kampffische aus Südthailand. Datz 60(7): 30–31.
Ein „schöner“ Kurzartikel – für Leser, die nicht wirklich wissen wollen, wo und wie die Fische leben ..., mit 8 sehr guten Farbfotos von D. Bork. Abgebildet sind: Betta apollon?, B. falx?, B. imbellis und ein B. cf. pugnax?.
Hallmann, M. & Schmidt, J. 2007. Parosphromenus. Prachtguramis: Kaum bekannt, aber vom Aussterben bedroht. Teil 1. Datz 60(7): 32–35.
Übersichtsartikel als erster Teil einer dreiteiligen Serie, mit 12 Farbfotos und einer Reproduktion von den Verfassern sowie je einem Foto von J. Geck und G. Kopic. Abgebildet sind unter anderem: Parosphromenus alfredi, P. cf. alfredi, P. allani, P. linkei und P. paludicola.
Leuw, K. d. 2007. Ein Bangka-Schlangenkopf-Weibchen treibt Brutpflege. Datz 60(7): 58–61.
Ein umfassender Übersichtsartikel zur Pflege und Erstnachzucht von Channa bankanensis, mit 7 Farbfotos vom Verfasser.
Schaefer, C. 2007. Kleiner geht’s kaum: Miniaturaquarien. Datz-Aquarien-Praxis 60(7): 10–12.
Der Verfasser beschreibt Einrichtung und Pflege kleiner Aquarien, mit 4 Farbfotos von A. Falk. Zu Recht wird vom Einsetzen von Fischen in Kleinstaquarien abgeraten. Der erfahrene Aquarianer könnte sich dennoch ein Betta splendens-Männchen oder ein Prachtguramipärchen in solch einem Aquarium vorstellen ...

August

Brodmann, T. 2007. Ganz schön aufgetakelt. Die Haltung von Kampffischen. Ein Herz für Tiere (8): 36–37.
Nicht ganz korrekt, aber immerhin eine schöne Werbung für SchleierBetta, mit 5 schönen Farbfotos von verschiedenen Fotografen.
Brodmann, T. 2007. Von wegen lautlos. Fische können knirschen und schnurren. Ein Herz für Tiere (8): 37.
„Jetzt“ hat doch tatsächlich ein Wissenschaftler festgestellt, dass Fische „schnurren“ – und dann noch an der Uni Wien, wo Prof. Kratochvil viele Jahre tätig war! Oder ob der Verfasser des Kurztests nicht ganz auf dem Laufenden ist ...?
Finke, P. 2007. Die Gattung Parosphromenus. Datz 60(8): 59.
Info zur Paro-AG in der IGL.
Hallmann, M. & Schmidt, J. 2007. Parosphromenus. Kaum bekannt, aber vom Aussterben bedroht. Teil 2. Datz 60(8): 56–59.
Erläuterungen zum Fortpflanzungsverhalten der Parosphromenus-Arten, mit 10 Farbfotos von den Verfassern sowie einem weiteren von P. Dickmann. Abgebildet sind: P. cf. alfredi, P. nagyi in 2 Varianten, P. ornticauda, P. linkei, P. pahuensis und P. harveyi. Teil 3, zugleich Schluss, folgt voraussichtlich im Oktober.
Linke, H. 2007. Betta splendens in neuem Glanz. Aquaristik Fachmagazin & Aquarium heute 39(4), Nr. 196: 34–37.
Vorstellung prächtiger Zuchtformen in teilweise neuen Farbkombinationen, mit 7 tollen Farbfotos vom Verfasser. Angekündigt ist ein Artikel zu Betta stiktos, mit einem Farbfoto, ebenfalls von H. Linke (S. 128).
Schäfer, F. 2007. Zwei Schlangenkopffische aus dem Formenkreis um Channa gachua neu importiert. Aquaristik Fachmagazin & Aquarium heute 39(4), Nr. 196: 31–32.
Kurzvorstellung mit 3 Farbfotos vom Verfasser.


Labyrinthfische international

Buisson, O. 2007. Les ctenopomas, les gros et les micros. Aqua plaisir No. 120: 28–32.
Übersichtsartikel, der lediglich Basisinformationen liefert. Mit 8 Farbfotos vom Verfasser sowie von M.-P. & C. Piednoir, wobei von diesen Fotografen schon bessere Bilder zu sehen waren. Abgebildet sind: Ctenopoma acutirostre, Microctenopoma ansorgii, M. fasciolatum, M. nanum, M. damasi, C. ocellatum sowie ein Biotop.
Chevoleau, P. 2007. Trichopsis vittata. Un grogneur plutôt cool. Aqua plaisir No. 118, 20–24.
Ein sehr schöner, umfassender Übersichtsartikel, mit 7 sehr guten Farbfotos von M. Maurin sowie M.-P. & C. Piednoir, die sich zum Teil allerdings leider zum x-ten Male wiederholen.
Cusimano, E. 2007. Protéger l’aquarium durant l’été. Aqua plaisir No. 120: 38–41.
Allgemeiner Artikel zum Betrieb eines Aquariums mit zahlreichen Farbfotos von M.-P. & C. Piednoir, darunter ein roter Schleier-Betta splendens (S. 39) und ein Colisa lalia (S. 41).
Kamihata, Y. 2007. Hunt After Betta macrostoma. The Sixth Collecting Trip to Borneo. Part 1. Aquazoo (3), No. 70, 1, 48–53.
Tatsächlich waren die reisenden Japaner am Baram River und in der Nähe des Mulu Cave National Park fündig. Ein Farbfoto eines Betta macrostoma auf einem Blatt ist der Beleg. Mit zahlreichen Landschaftsfotos vom Verfasser (Text in Chinesisch).
Linke, H. 2007. Nuovo: dalla Cambogia Betta stiktos il combattente verde a pois. Aquarium oggi, Bologna (2), 1: 61–62.
Zucht- und Fangbericht mit 4 Super-Farbfotos vom Verfasser.
Lucanus, O. 2007. Recréer un habitat d’Afrique occidentale. Aqua plaisir No. 118, 49.
Kurze Bemerkung zu Ctenopoma ocellatum, mit einem Farbfoto vom Verfasser.
Maurin, M. 2007. Un aquarium pour gouramis nains. Aqua plaisir No. 119, 8–9.
Leserbrief mit Antwort zum Colisa lalia-Aquarium, mit einem Farbfoto von M.-P. & C. Piednoir, das zwei sehr schöne C. lalia-Wildformmännchen zeigt.
Suttner, R. 2007. Macropodus erythropterus. Il Macropode „dal dorso rosso“: cura ed allevamento. Aquarium oggi, Bologna (2): 14–19.
Ein ausführlicher Zuchtbericht mit 16 erstklassigen Farbfotos vom Verfasser. Außerdem ist ein Foto von Trichogaster trichopterus enthalten (S. 27 u. l.).



Labyrinthfische international - Labyrinthfisch-Vereine 2007

Le Macropode, Blois, No. 2 Mars/Avril 2007

Voort, S. v. d. Portrait no 86 Betta pinguis Tan & Kottelat, 1998. Titel, U2, 2–7, U3.
Hang, Z. Un voyage à Terengganu, Malaisie et un nouveau Betta. 8–10.
Maurin, M. Betta splendens. Légendes des photos. 10–16.
Besien, H. v. Observations sur Microctenopoma fasciolatum. 17–21.
Schindler, I. Réflexion sur les Macropodes du Vietnam central. 22–28.

Le Macropode, Blois, No. 3 Mai/Juin 2007

Chevoleau, P. & Dantec, M. Portrait no 87 Parosphromenus quindecim Kottelat & Ng, 2005. U1, U2, 2–3.
Linke, H. Le gourami à étoile éclatée. 3–5.
Dantec, M. Rencontre IGL à Beuggen. 6–8.
Voort, S. v. d. Six nouvelles espèces du genre Betta. 9–12.
Maurin, M. Betta splendens. Légendes des photos. 12-18.
Said, C. B. Etes-vous prêt à relever le défi? 18–19.
Platon, S., Camerlyck, P., Said, C. B.
& Maurin, M.
Dijon 2007, Présentation d’espéces naturelles. Dijon 2007 ou sur la route des grand crus. Résultats du concours Betta splendens Dijon 2007. 19. 20. 21.
Brede, N. & Steinke, D. La projet „Barcoding of life“ a besoin d’échantillons d’Anabantoides. 22–23.
Hoek, G. v. Microctenopoma congicum, un joli poisson facile à maintenir. 24–25.
Anonym. Mary Kingsley et son Ctenopoma. 26–27.
Dantec, M. Dijon en quelques photos! 27.
Anonym. Rencontre Aquariophile Internationale C.I.L. / I.B.S.C. 2007 (F).41 Blois du 14 au 16 septembre 2007. 28.

Le Macropode, Blois, No. 4 Juil./Août 2007

Bésien, H. v. Portrait no 88 Ctenopoma acutirostre Pellegrin, 1899. 3–6.
Voort, S. v. d. Introduction à l’insaisisable Badis ferrarisi de Myanmar. 7–9.
Chevoleau, P. Hommage au Dr Jacques Géry. 10–11.
Maurin, M. Betta splendens Légendes des photos. 11–17.
Bésien, H. v. L’artemia comme nourriture vivante: c’est la dose qui fait le poison. 17–19.
Töpfer, J. Sir John Graham Kerr et le dipneuste sud-américain . 1ère partie. U2, 20–28.

Labyrinth, York, No. 147, Februar 2007

Voort, S. vd.  Betta uberis Tan & Ng – a newly described species of ferocious, small red fighting fish. 3–7.
Bills, R. Collections of anabantids in the congo river system. 7–13.
Voort, S. vd.  Betta apollon and B. ferox: Two new species of paternal oral brooding fighting fish from Thailand. 13–15. (Im Mittelteil Farbtafel mit Farbfotos zu allen Artikeln.)



Bücher

Gernhard, K. & Schmidt, J. 2007. Ihr Hobby Prachtschmerlen. 3. Aufl. Ruhmannsfelden, 80 S.
Die vor wenigen Jahren erschienen Revisionen zur ehemaligen Gattung Botia hatten viele Umbenennungen zur Folge, die auch eine komplette Überarbeitung des Buchs erforderten. Die Neuauflage trägt dem Rechnung und das Lektorat von G. Ott tat ein übriges für ein lesenswertes Resultat. Mit über 100 Farbabbildungen, in der Mehrzahl von den Verfassern, darunter auch Schmerlen in Gesellschaft von Labyrinthfischen (z. B. S. 21 – Colisa lalia, Helostoma temminckii).

Benton, Michael J. 2007.

Paläontologie der Wirbeltiere (übersetzt von H.-U. Pfretzschner). Verlag Dr. Friedrich Pfeil München. ISBN 978-3-89937-072-0. 472 Seiten.
Endlich steht auch ein deutschsprachiges umfassendes und aktuelles Lehrbuch zur Paläontologie der Wirbeltiere zur Verfügung. Vom Auftreten der ersten Fische bis hin zum Menschen wird die Evolution der Wirbeltiere verständlich erklärt. Die verwandtschaftlichen Beziehungen der Gruppen untereinander werden mit Kladogrammen in separaten Kästen dargestellt und diskutiert. Die Merkmale der Tiere werden mit hervorragenden Zeichnungen veranschaulicht. Das Buch richtet sich nicht nur an Lehrende und Lernende der Bio- und Geowissenschaften, sondern auch an Sammler von Fossilien und alle an der Stammesgeschichte der Wirbeltiere Interessierten.
Verlag/Red.




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