Der Makropode 9/10 2004

  1. Betta edithae - ein maulbrütender Kampffisch
    1. Beschreibung
    2. Haltung
    3. Fortpflanzung
    4. Aufzucht
  2. Betta aurigans TAN & Lim, 2004 - eine neu beschriebene Art der maulbrütenden Kampffische
    1. Etymologie
    2. Grösse
    3. Vorkommen

Betta edithae - ein maulbrütender Kampffisch

Hansjürgen Dieke

Anlässlich der Herbsttagung des EAC 1994 erhielt ich von meinem Freund Kevin Webb aus England zwei Paare des maulbrütenden Kampffischs Betta editae als Geschenk.

Bei Betta editae handelt es sich um einen erst 1978 eingeführten und von VIERKE 1984 beschriebenen Kampffisch. Seinen Namen erhielt er zu Ehren der leider viel zu früh verstorbenen Edith Korthaus, die maßgeblich an seiner Entdeckung beteiligt war. Neben Betta taeniata und Betta picta zählt er zu den kleineren Maulbrütern.

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Beschreibung

Mit etwa 8 cm Länge ist er ausgewachsen, wobei es zwischen beiden Geschlechtern kaum Größenunterschiede gibt. Die Geschlechter sind nur bei der Balz gut zu erkennen. Laichwillige Weibchen sind dann sehr gut an ihrem fülligen Bauch erkennbar. Ältere Männchen sind an ihrem bulligeren Kopf auszumachen. Farblich sind sie nicht sehr attraktiv. Die Grundfarbe ihres Körpers, der von acht bläulich irisierenden Schupenreihen geziert ist, ist in der Normalfärbung sandfarben. Quer durch das Auge läuft bei beiden Geschlechtern ein brauner Streifen, der bis an die Kiemendeckel reicht. Während der Balz färben sich die Tiere dunkelbraun. Die Schuppenreihen treten glänzend hervor. Die Afterflosse bekommt ein neonfarbenes leuchtendes Band und die Flossenhäute in der After-, Schwanz- und Rückenflosse treten grünlich leuchtend hervor, wobei die Flossenstrahlen diese mit einem dunklen Braun abgrenzen.

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Haltung

Zur Haltung und somit zum Wohlbefinden der Fische ist ein Aquarium von mindestens 60l Inhalt einzurichten, welches gut bepflanzt ist und auch reichlich Versteckplätze bietet.

Die Wassertemperatur sollte in einem Bereich von 24 bis 27 °C liegen, die Wasserhärte 20° dGH nicht überschreiten und der pHWert im neutralen Bereich bei 7 liegen. Eine gute Wasserqualität versteht sich von selbst und ist durch eine effektive Filterung sowie regelmäßigen Wasserwechsel zu erreichen. Im Futter sind die Fische nicht sehr wählerisch, jedoch sollte Lebendfutter immer den Vorrang haben, um die Beute-Fang-Motivation zu erhalten.

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Fortpflanzung

Gut gepflegte Fische werden auch bald zur Fortpflanzung schreiten. Zu seinem Erstaunen wird der Pfleger feststellen, dass das Weibchen die aktivere Rolle übernimmt und das Männchen zur Fortpflanzung animiert.

Zuerst kommt es zu Scheinpaarungen, die sich über mehrere Stunden hinziehen können. Dabei umschlingt das Männchen das Weibchen, aber es kommt zu keiner Abgabe von Geschlechtsprodukten. Die Paarungen finden meistens in den Abendstunden in Bodennähe und am liebsten unter einer größeren Pflanze statt.

Sehr gut konnte ich bei meinen Fischen das Ablaichen über einer größeren Moorkienholzwurzel beobachten. Hat das Männchen seinen Umschlingungsrhythmus mit dem Weibchen gefunden, so kommt es zur eigentlichen Paarung. Das Paar sinkt bei der Umschlingung langsam zu Boden, wobei der gekrümmte Hinterleib des Männchens auf dem Boden zu liegen kommt. In diese Krümmung fallen nach dem Laichakt die Laichkörner, die etwas größer als 1 mm im Durchmesser und von weißer Farbe sind.

Während das Männchen noch in der Laichstarre verharrt, beginnt das Weibchen mit dem Maul die Eier aufzusammeln. Nachdem das Männchen aus seiner Laichstarre erwacht, stellt sich das Weibchen vor das Männchen und spuckt die Eier dem Männchen vor das Maul. Das Männchen beginnt die Eier mit dem Maul aufzunehmen.

Ich konnte beobachten, dass das Weibchen die Eier, die das Männchen nicht im Maul unterbringen kann, erneut aufnimmt und ihm wieder vor das Maul spuckt. Solche Spielereien können sich mehrfach wiederholen. Wenn die Fische mit dem Laichen fertig sind, zieht sich das Männchen mit einer durch den Laich stark aufgewölbten Kehle in ein sicheres Versteck zurück. Es wird nun vom Weibchen bewacht und Eindringlinge werden verjagt.

Sehr oft konnte ich beobachten, wie das Männchen durch Kaubewegungen den Laich im Maul umschichtete. Nach etwa zehn Tagen entlässt das Männchen seine inzwischen etwa 5 mm großen Jungen, die erst einmal hilflos zu Boden sinken und später an die Wasseroberfläche schwimmen.

Um Jungfische zu erhalten, ist ein separater Zuchtansatz anzuraten oder man sollte das Männchen nach dem Ablaichen aus dem Gesellschaftsaquarium vorsichtig herausfangen und in ein Zuchtaquarium mit gleichen Wasserwerten umsetzen. Dem Männchen sollte man nach den Strapazen des Maulbrütens und somit zehn Hungertagen erst einmal Ruhe vor dem Weibchen gönnen, da dieses sofort wieder mit dem Männchen zu balzen beginnt und das Männchen, seinem inneren Antrieb folgend, eine erneute Brutpflege beginnt.

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Aufzucht

Die Aufzucht der Jungfische ist aufgrund ihrer Größe problemlos, denn sie können sofort mit Salinenkrebschen, Mikrowürmchen oder Essigälchen angefüttert werden. Die Aufzucht sollte in einem extra Aquarium erfolgen, um die Jungen gezielt füttern zu können. Das Aufzuchtaquarium sollte täglich durch Absaugen von Futterresten gereinigt werden. Der Wasserverlust ist durch Frischwasser zu ersetzen. Ein kleiner Filter im Zuchtaquarium ist ein Muss, denn dadurch werden die Wasserwerte stabil gehalten und Unannehmlichkeiten wird vorgebeugt. Die Jungfische sind sehr schnellwüchsig, ihr Hunger ist fast nicht zu stillen.

Aufgrund seines interessanten Brutverhaltens und seiner Friedfertigkeit kann Betta edithae dem interessierten Aquarianer sehr empfohlen werden.

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Betta aurigans TAN & Lim, 2004 - eine neu beschriebene Art der maulbrütenden Kampffische

Stefan van der Voort

Betta aurigans, kommt in den fließenden Gewässern des Tieflandsumpfes bei Pulau Natuna Besar vor. Diese Art gehört zur Artengruppe Betta akarensis mit den Arten Betta akarensis, Betta balunga, Betta chini und Betta pinguis und unterscheidet sich von diesen Arten durch grüngoldene Kiemendeckel und goldene Schuppen am Bauch. Große Männchen besitzen oberhalb des Auges eine kleine Erhebung (Geschwulst) am hinteren Kopf, die allen anderen Arten fehlt. Weiterhin unterscheidet sich die neue Art von den anderen durch die Anzahl der Anal-Flossenstrahlen und die Schuppenzahl in der Seitenlinie. (s. Abb.)

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Etymologie

Der Name aurigans kommt aus dem Lateinischen und bedeutet goldschillernd, was sich auf die goldenen Schuppen am Bauch bezieht.

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Grösse

Das grösste Exemplar, das bis jetzt gefangen wurde, war 73,5 mm lang (SL).

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Vorkommen

Betta aurigans scheint bei Pulau Natuna Besar auf der Natuna-Inselgruppe, zwischen der Malaiischen Halbinsel und Kalimantan, endemisch vorzukommen. Diese Art lebt in den torfigen Sumpfwäldern mit Schwarzwasser. Sie kommen in stehenden oder fließenden Gewässern unter eingetauchten Blättern oder Wurzeln vor. Die einzige Art, die man syntop fand, war Luciocephalus pulcher.

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Literatur

TAN, H.H. & Lim, K.K.P. 2004. Inland fishes from the Anambas and Natuna islands, South China Sea, with description of a new species of Betta (Teleostei: Osphronemidae). The Raffles Bulletin of Zoology, supplement No. 11: 107-115.

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