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Temperaturen für Co...
 
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Temperaturen für Colisas - im AQ und im Biotop

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sig11
(@sig11)
Estimable Member
Beigetreten: Vor 16 Jahren
Beiträge: 140
Themenstarter  

Hallo,

Irgendwie gilt die Frage ja fuer alle Colisas: Welche Temperaturen sind denn wirklich sinnvoll? Insbesondere, da ja die Klimadaten fuer z.B. Bangladesch doch eher Temperaturen von um die 20Grad oder vielleicht sogar noch darunter, vor allem im Winter, vorgeben. Hat jemand vielleicht sogar Fundortdaten?
Ich hab auch schon hier im Forum zwei posts von Surferbabe gefunden, in denen sie schreibt, dass sie sowohl C. lalias als auch C. chunas bei Zimmertemperatur haelt. Aber praktisch ueberall sonst liest man eher hoehere Temperaturen.

Der Hintergrund ist, dass ich in absehbarer Zeit ein freies 60er habe, und da dann evtl. C.chunas rein sollen. Und da ich ein Fan von Biotopaquarien bin, wuerde ich gerne ne kleine Barbe aus dem Muendungsgebiet des Ganges/Brahmaputras dazu setzen: P. gelius. Fuer diese wird aber i.A. eher Zimmertemperatur empfohlen. Da es sich aber fuer mich so anhoert, als ob P. gelius tendenziell aus den selben Biotopen kommen koennte, wie verschieden Colisas, verwirrt mich das ein wenig. Weiss jemand, ob meine Annahme stimmt? (Hoehenlagen fuer die Herkunft der Barbe scheiden ja wohl fuer das Muendungsdelta eher aus).

Danke!
Andreas

IGL 352


   
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Markus Schulz
(@markus-schulz)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 16 Jahren
Beiträge: 25
 

Hallo,

vor allem mit C.lalia fährtst Du gut, wenn Dus sie kühler hälst, so 20-22 Grad reichen durchaus. Bei höheren Temperaturen verschleissen die Tiere wesentlich schneller und neigen auch eher zu Geschwürbildungen etc.
Ich selber habe auch lange gebraucht um den Zusammenhang zu erfassen, da vor allem zu meiner Vor-Inetzeit die Literatur immer höhere Temperaturen angab. C.chuna habe ich gut bei einer einheitlichen Temp um 24-25 Grad pflegen können, würde aber mittlerweile auch eher niedriger ansetzen.
Zur Zucht die Sache dann hochfahren, was ja dem natürlichen Gang entsprechen würde.
Es gab mal eine gute Inet-Quelle, die die Lebensweise von C.lalia gut beschrieb, habe ich aber schon lange nicht mehr wiedergefunden. Jedenfalls stand dort singemäß drin, das die Tiere vom Jungfisch bis Jungadult in Gruppen unterwegs sind. Erst wenn die temperaturen deutlich steigen werden die Männchen terretorial und die Brutzeit beginnt - also mit deutlichem Saisoncharakter. Ich glaub es stand sogar drin, das die Tiere in ihren habitaten quasi annuell sind, aber dafür lege ich meine Hand nicht is Feuer :wink: .

Lg Markus


   
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sig11
(@sig11)
Estimable Member
Beigetreten: Vor 16 Jahren
Beiträge: 140
Themenstarter  

Hallo,

na das hilft doch schon mal. Und das mit den hoeheren Temperaturen fuer die Zucht haett ich jetzt auch so gesehen.

Falls es dann in der Tat C.chuna werden sollten, werd ich sie wohl eher bei ca. 21 Grad mal versuchen zu halten. Im Sommer wird's dann eh von alleine waermer ;)

Ich hab mal bei Wikipedia die Klimadiagramme fuer Orte entlang des Ganges und Umgebung rausgesucht:
http://commons.wikimedia.org/wiki/Image ... eutsch.png
http://commons.wikimedia.org/wiki/Image ... eutsch.png
http://commons.wikimedia.org/wiki/Image ... Indien.png
http://commons.wikimedia.org/wiki/Image ... Indien.png
http://commons.wikimedia.org/wiki/Image ... Indien.png
Also im Grossen und Ganzen: Nov-Feb eher so um die 20Grad, und der Rest des Jahres 28-29Grad. Inwiefern diese Luftdurchschnittstemperaturen auf Wasser uebertragbar sind, ist wieder was anderes, aber waermer wird's im Wasser, zumindest dauerhaft, wohl eher nicht sein ;-)

Cheers,
Andreas

IGL 352


   
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Charlyroßmann
(@charlyrossmann)
Noble Member
Beigetreten: Vor 17 Jahren
Beiträge: 1828
 

Hallo, Andreas!
Zuerst mal, in einem 60er Becken würde ich C. chuna nicht mit irgendwelchen Barben zusammen halten, am besten Du hältst sie allein. Ansonsten ist Zimmertemperatur das richtige. Die Laichzeit der Colisa ist in Indien und Bangla Desh in unserem Sommer, das paßt also gut. Colisa, zumindest die indischen Arten, d.h. alle außer labiosa, sind überhaupt nicht temperaturempfindlich. Ich habe alle drei schon im Gartenteich gehalten und gezüchtet. Und ich habe noch Mitte Oktober gesunde und gut gefärbte Fische aus dem Teich geholt. Man muß wissen, C. lalia kommt bis nach Nepal hinein vor, einem Gebiet, in dem es auch mal Nachtfröste gibt.
Eins noch, die kleinen Colisa, also chuna und lalia, sind kurzlebig. Im Handel wirst Du wahrscheinlich ausgewachsene Tiere kriegen. Sei also nicht enttäuscht, wenn die es nur noch ein halbes Jahr machen.
Aber wenn Du die Fische allein hältst, kommen auch Jungfische bei den Eltern hoch.
Vie Freude mit den Fischen, Charly

"wir müssen uns Sisyphos als glücklichen Menschen vorstellen" A. Camus
" wir müssen uns Camus als Dummschwätzer vorstellen" Sisyphos


   
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sig11
(@sig11)
Estimable Member
Beigetreten: Vor 16 Jahren
Beiträge: 140
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Hallo,

na dann sollte das mit den Temperaturen geklaert sein. Danke schoen :-) !

@Charly: Mit der Vergesellschaftung: Gilt Dein Bedenken den Barben speziell oder Nachwuchsraeubern im allgemeinen? Letzteres macht bei so kurzlebigen Tieren ja auch Sinn, da ich dann ja besser zumindest extensiv zuechten sollte.
Zu den P. gelius, an die ich gedacht habe: die werden nur so 4cm gross und sollen eher scheu sein - zumindest schwimmen sie in den Haendlerbecken, in denen sie ich gesehen hab, eher im Gebuesch rum, als vorne an der Scheibe nach typischer Barbenmanier zu betteln. Umgekehrt wird aber auch fuer die eher ein Artenbecken empfohlen. Und da waer wieder das Becken zu wenig ;-)

Cheers,
Andreas

IGL 352


   
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Charlyroßmann
(@charlyrossmann)
Noble Member
Beigetreten: Vor 17 Jahren
Beiträge: 1828
 

Hallo, Andreas!
60er-Becken sind als Gesellschaftsbecken einfach zu klein, egal für welche Fische. Im 60er Becken werden grade mal zwei chuna-Männchen ihre Reviere etablieren können, wenn es ihnen gut geht, und dann geht es den B. gelius schlecht. Chunas sind nämlich wunderschöne Giftzwerge, die ihre Revieransprüche durchzusetzen wissen, auch gegen Fische, bei denen Du es ihnen nicht zutrauen würdest. Also,halte sie im 60er Becken in der kleinen Gruppe, aber ohne Gesellschaft, und wenn Du sie unbedingt vergesellschaften willst, dann mindestens im 80er, besser im Meterbecken und pflege sie mit was bodenorientiertem zusammen. Bei mir sitzen sie im Meterbecken mit Badis ruber und Oryzias danacena zusammen. Dort laichen sie auch ab, es werden allerdings keine Jungfische groß. Zur Zucht nehme ich den Männchen die Nester weg und ziehe die Jungfische separat auf.
Viel Erfolg, Charly
P.S.: Barbus gelius hatte ich auch mal, die waren furchtbar farblos und furchtbar langweilig...

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sig11
(@sig11)
Estimable Member
Beigetreten: Vor 16 Jahren
Beiträge: 140
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Hallo Charly,

danke fuer die ausfuehrliche Antwort. Dann werd ich die Kombination wohl besser lassen. Ich find halt Biotopaquarien reizvoll - und die beiden Arten kamen halt als Schnittmenge bei meiner Suche raus (und waers kein 60er wuerd ich auch ueber Badis nachdenken). Aber Deine Beschreibung war ueberzeugend.

Cheers,
Andreas

IGL 352


   
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Charlyroßmann
(@charlyrossmann)
Noble Member
Beigetreten: Vor 17 Jahren
Beiträge: 1828
 

Hallo,Andreas!
Badis wären auch fürs 60er geeignet. Die sind so was von harmlos, vor allem die kleinen Arten, wie B. corycaeus und sp. Buxar. Man darf sich von dem Wort Barsch nicht irre machen lassen.
Nur Mut, Charly

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sig11
(@sig11)
Estimable Member
Beigetreten: Vor 16 Jahren
Beiträge: 140
Themenstarter  

Hallo Charly,

grmpf :P ... jetzt hab ich noch mehr Moeglichkeiten. Hab mal etwas ueber die beiden gegoogelt. Die hoeren sich in der Tat gut an. Nach Deinem Vortrag in Hamburg ist bei mir vor allem "Badis eher gross und noerdlich - Dario eher klein und etwas suedlicher" haengen geblieben, und eben "Lebendfutter" - aber ein Barsch Image hab ich nicht von denen.

Gruss,
Andreas

IGL 352


   
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Charlyroßmann
(@charlyrossmann)
Noble Member
Beigetreten: Vor 17 Jahren
Beiträge: 1828
 

Hallo, Andreas!
Dario würde ich mit Honigguramis nicht vergesellschaften, die sind einfach zu winzig. Was die Temperaturansprüche der Badis-Arten angeht, ist alles dabei vom hochtropischen Südthailand bis zum nördlichen Burma, wo sogar mal Schnee fallen kann. Mit Honigguramis am besten temperaturkompatibel ist wohl B. badis, der kommt nämlich in den selben Gewässern vor.
Gruß, Charly

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sig11
(@sig11)
Estimable Member
Beigetreten: Vor 16 Jahren
Beiträge: 140
Themenstarter  

Hallo Charly,

nein nein, Darios wollte ich nicht mit chunas vergesellschaften. Aber das mit den Biotopinfos zu B. badis ist auch interessant - auch wenn ich's mir schon beinah gedacht habe.

Gruesse,
Andreas

IGL 352


   
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