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Protopterus dolloi, Kongo-Lungenfisch: Erfahrungsbericht

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(@heike-h)
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Hallo,

vor ca. einem Jahr sah ich bei einem Händler einen ca. 40 cm großen Kongo-Lungenfisch in einem kleinen, ansonsten leeren Becken schwimmen. Er gehörte einem der Fachhändler, der ihn privat verkaufen wollte. Ich hatte noch nie zuvor einen Lungenfisch gesehen und war schockverliebt. Dieser Umstand gepaart mit den Ammenmärchen des Verkäufers ließen mich den Fisch mitnehmen. Er ist inzwischen 60 cm lang und schwimmt in einem 2,60m, 1.100 l-Becken. (Eigentlich ist das viel zu klein, aber dazu später noch mehr.)

Trotz intensiver Recherche konnte ich bisher nicht all zu viel über die Haltung dieser Art im Aquarium herausfinden und das, was zu lesen ist, scheint alles irgendwie von einander abgeschrieben. Da ist übereinstimmend zu lesen:

1. Der Protopterus ist carnivor. Nur während der Paarungszeit scheint er sich größtenteils vegetarisch zu ernähren.

2. Kleinere Fische und Garnelen, auch Zwerggarnelen, werden gefressen, von größeren Fischen kann er Stücke herausbeißen. Daher ist von einer Vergesellschaftung abzusehen. Innerartlich ist er unverträglich.

3. Im Aquarium bewegt er sich hauptsächlich am Bodengrund mit wenig Aktivität.

4. Neben ausreichend Versteckmöglichkeiten und Höhlen sollte das Aquarium mit robusten Pflanzen dicht bepflanzt sein. (Vor einem Jahr war noch bei fast allen Online-Händlern zu lesen, dass Bepflanzung nicht erforderlich sei, wichtiger seien großzügige freie Bodenbereiche. Hat da zwischenzeitlich wieder jemand von irgendwem abgeschrieben, der seinen Text geändert hat?)

5. Für ein ausgewachsenes Tier soll das Aquarien mind. 200 cm Kantenlänge aufweisen.

Zu 1.: Mein Kongo-Lungenfisch (er heißt "Paul" 😆) frisst selbstverständlich gerne Stinte, ungeschälte WhiteTiger-Garnelen, Muschelfleisch, etc., aber komischerweise auch Gemüse (oder er befindet sich in der Fortpflanzungszeit 😎). Das werfe ich manchmal für die Zwerggarnelen hinein, aber leider bekommen die nichts davon ab. Ein großes Stück Gurke oder Zuccini nimmt er ins Maul, rüttelt kräftig daran und reiß so Stück für Stück heraus. Gerne würde ich an dieser Stelle ein Video einfügen, kann den entsprechenden Button aber nicht finden. 

Zu 2.: Paul lebt zusammen mit Endlerguppies und Zwerggarnelen, die ihm beide im wahrten Sinne des Wortes "auf der Nase herumtanzen" dürfen. Es interessiert ihn nicht im Geringsten. Dabei waren die Guppies als Futterfische für ihn gedacht - stattdessen habe ich nun eine Guppyzucht 🤣 .
Ich freue mich dennoch darüber, denn ich hätte keine gezielte Vergesellschaftung gewagt. So ist jetzt doch etwas mehr Leben im Becken!

Zu 3. Paul schwimmt in allen Bereichen des Beckens herum, und das gerne sehr aktiv. Zumindest, wenn es etwas gibt, was er spannend findet. Da er sich wahrlich für alles interessiert, was sich innerhalb oder außerhalb des Aquariums bewegt, ist es ein leichtes, seine Aufmerksamkeit zu erregen. 
Ich habe lange überlegt, ob ich ihn in mein 3 m-Becken setze, welches am Ende des Raumes von Wand zu Wand geht, oder in das 2,60 m-Becken, welches an nur einer Wand mit zwei quasi "offenen" Seiten steht. Aufgrund seiner Neugier habe ich mich für letzteres entschieden. Wenn ich mich einer Scheibe nähere, kommt er angeschwommen. Hantiere ich im Becken, will er sofort zu meiner Hand. 
Um kein Risiko einzugehen, gebissen zu werden, hänge ich eine Art beschwerte Trenn-Gardine ins Becken, wenn ich länger als ein paar Sekunden ins Wasser fassen muss. Er sitzt dann ganz dicht davor und beobachtet mich sehr intensiv. Ob er mich wirklich beißen würde, will ich vorsichtshalber gar nicht erst ausprobieren. 
Jedenfalls ist Paul ein wachsames und neugieriges Tier, das m. E. gerne Beschäftigung sucht. Hat jemand Ideen, was ich ihm dazu so alles anbieten könnte?

Zu 4.: Da sein Becken erst seit drei Monaten steht, ist es noch nicht so dicht bewachsen, wie ich es mir wünsche. Es ist aber deutlich zu erkennen, dass Paul sehr gerne mitten durch die Pflanzen schwimmt und die stärker zugewachsenen Bereiche dabei präferiert. Wenn man bedenkt, dass sein natürliches Habitat die verkrauteten Uferbereiche, Sümpfe und Überschwemmungsgebiete des Kongo-Beckens sind, dann erscheint mir das auch nicht verwunderlich. 
Allerdings ist das mit dem Bepflanzen so eine Sache, Kongo-Lungenfische sind Garten- und Landschaftsbauer (sie graben gerne und gestalten um). Ich habe das so zu lösen versucht, dass ich groben Granitkies als unterste Schicht verwendet habe, in der die Pflanzen Halt finden können, und den Paul (hoffentlich) nicht in seinem Maul davonträgt, und oben drüber eine dicke Schicht leichtes Tongranulat ("Aquaclay"). Als Abschluss wurden noch 50 kg polierte große Kieselsteine um die Pflanzen gelegt. Bis jetzt funktioniert es. Er räumt zwar das feinere Granulat gerne um, aber noch sitzen die Pflanzen fest und wachsen. 

Zu 5.: Nach meinem Gefühl ist das Becken viel zu klein für ihn, dabei ist Paul noch nicht ausgewachsen. Für ein ausreichend großes Becken habe ich keinen Platz, mehr als 2,60 m war nicht umsetzbar. Zur maximalen Schaffung von Bodenfläche habe ich einen 50 cm langen "Tunnel" zwischen die Längsscheiben gebaut, der oben drauf bepflanzt ist und unten als geräumige Wohnröhre dient.
Obwohl ich noch immer völlig "verknallt" bin in diesen Fisch, würde ich ihn gerne in ein geräumigeres Becken abgeben, falls sich die Möglichkeit dazu bietet.

Was habt Ihr für Erfahrungen mit euren Lungenfischen?

Grüße aus dem Bergischen Land (hier regierte einmal der Graf von Berg)

Heike

 


   
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