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Fragen zu Anabas testudineus

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michelchen
(@michelchen)
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Hallo Labyrintherfreunde,

ich war schon eine ganz Weile nicht mehr hier, da es an den entsprechenden Fischen mangelte. Nun habe ich die Möglichkeit 4 juvenile (ca. 5 cm) A. t. zu einem echten Spottpreis zu erwerben, habe aber noch ein paar Fragen:

Wie groß sollte das Becken mindstens sein?
Wie wichtig sind die Wasserparameter?
Wäre die Gesellschaft mit Schläfergrundeln (Gattung Dormitator) machbar?

Gruß & schöne Ostern

Michael


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K. de Leuw
(@k-de-leuw)
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Hallo Michael,

A. testudineus können wohl sehr unterschiedlich groß werden und haben sehr unterschiedliche Charaktere. Linke gibt 90er Becken als Mindestgröße an, die Mindestanforderungen wohl deutlich mehr. Meine A. t. erreichen max. 15 cm, so dass 80er Becken reichen. Sie sind auch ausgesprochen friedlich zu Artgenossen (friedlicher als Betta pugnax) und anderen Fischen, wenn diese zu groß zum Fressen sind. Ich habe die Vergesellschaftung mit großen Buschfischen, Channa gachaua und bleheri, großen maulbrütenden Betta, Trichogaster leeri, Polypterus delhezi und ornatipinnis und mit Schwimmwühlen (aalförmige Amphibien) schon problemlos praktiziert. Die Wasserwerte sind meinen ziemlich egal.

Gruß, Klaus


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michelchen
(@michelchen)
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Hallo Klaus,

Du beschreibst die Tiere als ausgesprochen friedlich zu Artgenossen . Ich war heute noch einmal bei dem Händler, der die Tiere anbietet. Was ich da beobachtet habe geht aber in eine ganz andere Richtigung. Zugegeben, die Becken dort sind ehr klein (60er & 80er unterteilt). In einem Becken schwammen drei Tiere, von denen eines sehr aggressiv gegenüber den Artgenossen vorging. Ein Exemplar lag bereits tot im Becken und die beiden übrigen versuchten sich so gut es ging zu verbergen. Ein weiteres Tier ist wohl in das Nachbarbecken gesprungen und dieses sowie das dominate Exemplar standen sich drohend an der Trennscheibe gegenüber. Das hat mich doch etwas abgeschreckt! Ob das nun an der geringen Beckengröße liegt, kann ich nicht genau sagen, vermute es aber.

Bei mir würden die Fische wesentlich mehr Platz bekommen. Es handelt sich um ein 130*60*60 cm Becken mit gut 400 Liter effektivem Wasserinhalt. Ich würde die Fische dann mit 4 Dormitator maculatus vergesellschaften wollen. Dazu noch vier Schwielenwelse. Ich denke, dass sich Kontrahenten da einigermaßen aus dem Weg gehen können. Was meinst Du?

Gruß

Michael


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K. de Leuw
(@k-de-leuw)
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Hallo,

schwer zu sagen. Meine zur Zeit vier, zwischenzeitlich 11 (vier vor 10 Jahren erwachsen gekauft, 7 Nachwuchstiere nach einem Drittel Jahr, von denen jetzt noch vier leben) lagen gerne in einer Gruppe nebeneinander am Boden, teilweise mit Körperkontakt. Es gab mal ein bischen Gedrohe, Geplänkel, Gejage oder Weibchentreiben durch die Männchen, aber ohne Beschädigung. Aber meine lassen ja auch die Pflanzen in Ruhe.

Gruß, Klaus


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igeltanrek
(@igeltanrek)
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Beigetreten: Vor 17 Jahren
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Hallo!

Ich kann die Angaben von Klaus zum Verhalten der A. testudineus nur in vollem Umfang bestätigen. Meine 11 Sri Lanka- Tiere sind genauso friedlich zueinander und auch zu anderen Fischen, selbst zu deutlich kleineren.

Auch ein einzelnes Thailand- Exemplar, das ich ca. 10 Jahre hielt, war überaus friedlich zu anderen Fischen. Nur frisch aus der väterlichen Bruthöhle ausgeschwommene Antennenwelse hatte er zum Fressen gern......

Meine Tiere lassen übrigens auch die Pflanzen völlig in Ruhe. Nur wenn sie mal eine Woche kein Futter bekommen, vergreifen sie sich am Wasserfreund.

Alles in allem denke ich, dass über das Verhalten der Art eine Menge Fehlinformationen in der wenigen verfügbaren Literatur stehen. Offenbar wurde hier in eigener Unkenntnis viel unreflektiert abgeschrieben.........

Viele Grüße,
igeltanrek


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michelchen
(@michelchen)
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Hallo,

na dann werde ich es wohl doch mit der Art versuchen. Sollte es Probleme geben, lass ich es Euch wissen.

Gruß

Michael


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K. de Leuw
(@k-de-leuw)
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Hallo!

Alles in allem denke ich, dass über das Verhalten der Art eine Menge Fehlinformationen in der wenigen verfügbaren Literatur stehen. Offenbar wurde hier in eigener Unkenntnis viel unreflektiert abgeschrieben.........

Viele Grüße,
igeltanrek

Hallo zusammen,

denkbar ist auch, dass die vielen Populationen von A.t. unterschiedliches Verhalten und unterschiedliche Endgrößen zeigen. Die Literaturangaben mögen also nicht unbedingt falsch sein, sondern sich auf verschiedenen Varianten beziehen. Vielleicht handelt es sich ja sogar um mehrere Arten.

Gruß, Klaus


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K. de Leuw
(@k-de-leuw)
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Hallo,

na dann werde ich es wohl doch mit der Art versuchen. Sollte es Probleme geben, lass ich es Euch wissen.

Gruß

Michael

Hallo Michael, wie läuft es?

Gruß, Klaus


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michelchen
(@michelchen)
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Hallo Klaus,

ich hatte mir die Fische zunächst doch nicht gekauft. Erst Monate später (Anfang August) sind dann dieselben Tiere, die ich hier anfangs ansprach zu viert bei mir eingezogen. Die waren immernoch in dem winzigen Verkaufsbecken und keiner wollte sie. Einer wächst nun mächtig voraus (ca. 6-7 cm), einer ist etwas kleiner und zwei sind mit knapp 4,5 cm die Nesthäkchen. Sie leben in einem 130*60*60 cm Becken zusammen mit vier Grundeln (1/3 Dormitator maculatus). Das klappt ganz gut. Der Platz reicht aus. Zwar wird hin und wieder gestritten und gejagt, wobei besonders einer der beiden Kleinen besonders leiden muss, aber ansonsten klappt es. Sind halt mordsmäßig verfressen! :P

Gruß

Michael


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K. de Leuw
(@k-de-leuw)
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Einer wächst nun mächtig voraus (ca. 6-7 cm), einer ist etwas kleiner und zwei sind mit knapp 4,5 cm die Nesthäkchen.

Ich tippe darauf, dass die beiden größeren die Weibchen sind und die beiden kleineren Männchen.

Männchen oben, Weibchen unten.
Die Verfressenheit ist normal.
Meine haben sich gerade vermehrt:
http://www.klausdeleuw.de/Fische/Anabas.html

Gruß, Klaus


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michelchen
(@michelchen)
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Hallo Klaus,

herzlichen Glückwunsch zum Nachwuchs! Hälst Du die Jungfische zusammen mit den Eltern, oder hast Du sie abgefischt? Wie groß sind die Alttiere?

Hier mal ein Bild von einem meiner Tiere:

Gruß

Michael


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K. de Leuw
(@k-de-leuw)
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Hallo Michael,

mein größtes Tier, das Weibchen, misst so um die 15 cm. Ich habe die Eier abgefischt, aus zwei Gründen:
1. Die Eltern pflegen die Brut nicht, sondern betrachten sie als Nahrung, zumindest verschwanden zurückgebliebenen Jungtiere innerhalb weniger Tage.
2. Die Versorgung der Brut im 200-l-Aquarium ist nicht wirklich leicht. Ich habe daher ein paar Hundert Eier bzw. Larven auf drei kleine Aquarien verteilt, darunter ein alteingerichtetes 50-cm-Becken.

Ein paar Larven sind in den Mattenfilter gelangt, wurden da aber von den erst vorgestern entdeckten jungen Channa gachua verzehrt. Vor einigen Wochn teilten die Anabas ihr Becken noch mit 6 Channa, aus denen sich (Glück muss man haben) drei Paare bildeten, von denen sich eins hinter den Mattenfilter zurückzog (frag mich nicht, wo das Schlupfloch ist, wahrscheinlich sind sie gesprungen). Dass der erste Brutversuch erfolgreich war, hatte ich in der Enge des Filters übersehen und ist auch ungewöhnlich. Daher hatte ich versehentlich die Eltern von ihrer Brut getrennt, sie haben sich mit neuer Brut getröstet (siehe im Forum unter Channa).

Deine Anabas sehen ja deutlich anders aus als meine, da bin ich mal gespannt auf weitere Beobachtungen von Dir.

Gruß, Klaus


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michelchen
(@michelchen)
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Beigetreten: Vor 19 Jahren
Beiträge: 84
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Hallo Klaus,

Deine Anabas sehen ja deutlich anders aus als meine, da bin ich mal gespannt auf weitere Beobachtungen von Dir.

Anfangs und im Verkaufsbecken waren meine Tiere auch sehr hell, fast beige/blassgelb. Zwischenzeitlich haben sie sich in ehr dunkle Töne verändert. Eine Mischung aus dunkelgrün und verschiedenen Grautönen.

Hast Du eine Ahnung, wo meine Tiere ursprünglich herstammen könnten?

Gruß

Michael


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K. de Leuw
(@k-de-leuw)
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Hallo Klaus,

Hast Du eine Ahnung, wo meine Tiere ursprünglich herstammen könnten?

Gruß

Michael

Nö, leider nicht.

Bezüglich des Aussehens meinte ich mehr Form und Punktierung, die Tönung ist umgebungsabhängig, wie auf meinen Bildern auch zu sehen. Die silbernen fische auf den ersten Bildern sind dieselben wie die auf den späteren Bildern, nur in einem anderen Aquarium. Offenbar dient das Auge dazu, die Umgebungshelligkeit wahrzunehmen, um die Körperfarbe anzupassen. Mein sehbehindertes Männchen ist nämlich sehr dunkel seit dem Beginn der Augenprobleme.

Gruß, Klaus


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