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Jungfischaufzucht bei Arten ohne Brutpflege?

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michelchen
(@michelchen)
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Hallo Buschfisch-Freunde,

ich habe mir mal verschiedene Bücher über Labyrinther "zur Brust" genommen und mich über Buschfische informiert. Nun wird davon berichtet, dass einige größere Arten ihre Eier wahllos abgeben und auch nicht verteidigen. Wie seht es denn nun aus, wenn die Tiere ihre Eier abgelegt haben und diese an der Wasseroberfläche treiben? Werden die Eier von den Eltern als Futter angesehen, oder kann man sie im Becken lassen? Was ist wenn die Jungfische frei schwimmen; besteht da die Gefahr, dass die Altfische sich darüber her machen?

Gruß

Michael


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fischmichi
(@fischmichi)
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Hallo Michael,

habe sehr oft Ctenopoma weeksii nachgezogen und kann Dir dazu einiges sagen.
Die Tiere haben erst am Abend abgelaicht, manchmal zog es sich bis nach Mitternacht hin. Danach oder morgens habe ich das Pärchen dann rausgefangen. Manchmal, aber nicht immer, fingen sie an die Eier zu fressen. Freischwimmende Jungtiere wurden auch als Futter betrachtet.
Die Pfauenaugenbuschfische haben ein wenig Ähnlichkeit mit Blattfischen. Sie treiben durchs Wasser und fressen alles was ins Maul passt (und da gehen ganz schöne Brocken rein). Die Jungfische sollten also in einem separaten Becken aufgezogen werden.
Es wurden ca. 1000 bis 1500 Eier abgelegt, wobei nur ca. ein Drittel befruchtet war. Dies kann aber an unserem harten Leitungswasser in Berlin und Umland (20 bis 25 Grad Gesamthärte, 10 bis 15 Grad Karbonathärte) gelegen haben. Ich habe darum immer ein Mittel gegen Laichverpilzung ins Wasser gegeben.
Die Jungfische sind in den ersten Wochen nur an feinstes Lebendfutter gegangen (Artemia war am Anfang noch zu groß).
Wie gesagt, hier handelt es sich nur um Erfahrungen bei Ctenopoma weeksii, es dürfte aber bei den anderen freilaichenden Buschfischarten (Gattung Ctenopoma) nicht viel anders ablaufen.

Beste Grüße

fischmichi
Michael Müller

"Die Frage heißt nicht: Können Tiere denken oder reden? Sondern: Können sie leiden?" (Jeremy Bentham)


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michelchen
(@michelchen)
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Hallo Namensvetter,

erst mal vielen Dank für Deinen Beitrag. Bislang habe ich das "Problem" der Nachzucht noch nicht, da ich nru über ein Einzeltier verfüge, aber noch 2-3 Exemplare dazu kommen sollen.

Meine Wasserwerte sind den Deinen sehr ähnlich und deshalb werde ich (vermutlich) dieselben Ausfallraten haben werden, so es denn mal soweit sein sollte.

Es wurden ca. 1000 bis 1500 Eier abgelegt, wobei nur ca. ein Drittel befruchtet war. Dies kann aber an unserem harten Leitungswasser in Berlin und Umland (20 bis 25 Grad Gesamthärte, 10 bis 15 Grad Karbonathärte) gelegen haben. Ich habe darum immer ein Mittel gegen Laichverpilzung ins Wasser gegeben.

Welches Mittel hast Du denn benutzt? Diesen Hinweis liest man ja in den verschiedensten Zuchtberichten (nich nur bei Labyrinthern), aber konkret über Preparat und Dosierung wird da niemand. :(

Gruß

Michael


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fischmichi
(@fischmichi)
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Hallo Michael,

ich habe immer das Mittel "Cilex" der Firma Brustmann genommen. Habe damit eigentlich gute Erfahrung. Dosierung usw. steht in der Bedienungsanleitung.
Auch ein Mittel aus der Medecinal-Reihe von Tetra ist laut Beschreibung als Mittel gegen Laichverpilzung geeignet. Ich weis nur nicht auf Anhieb welches. Du müsstest Dir mal im Zoohandel die Gebrauchsanweisungen durchlesen. Ich glaube es handelt sich um das Mittel FungiStop.

Beste Grüße

fischmichi
Michael Müller

"Die Frage heißt nicht: Können Tiere denken oder reden? Sondern: Können sie leiden?" (Jeremy Bentham)


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michelchen
(@michelchen)
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Beiträge: 84
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Hallo Michael,

danke, das hat mir schon geholfen! Im Endeffekt bedeutet das aber, dass man die Fische am besten in einem separaten Becken zur Zucht ansetzt und nach erfolgter Einabgabe entfernt.
Eine (hoffentlich) letzte Frage zum eigentlich Laichakt sei gestattet:

Über welchen Zeitraum zieht sich die Laichabgabe hin? Sollte es nämlich über mehrere Tage dauern, würde das Entfernen ja eigentlich keinen Sinn machen!

Gruß

michael


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fischmichi
(@fischmichi)
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Hallo Michael,

der Ablaichvorgang zieht sich einige Stunden hin. Es kann am zeitigen Abend beginnen und dann ist bis ca. 22 Uhr alles erledigt. Ich habe aber auch schon erlebt, dass die Tiere erst gegen 22 Uhr angefangen haben und die Sache sich bis weit nach Mitternacht hinzog. Ich bin dann immer solange aufgeblieben, damit ich das Pärchen wegen des Eierfressens nach dem Ablaichen rausfangen konnte. Der Laichvorgang ist an einem Abend erledigt, er zieht sich nicht über mehrere Tage hin.

Gruß

fischmichi
Michael Müller

"Die Frage heißt nicht: Können Tiere denken oder reden? Sondern: Können sie leiden?" (Jeremy Bentham)


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michelchen
(@michelchen)
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Hi Michael,

davin ausgehen, dass das Ablaichverhalten bei C. acutirostre nach den gleichen Abläufen funtioniert, hat mir das mal weiter geholfen. Nun muss ich nur noch die zusätzlichen Tiere bekommen.

Nochmals vielen Dank für Deine Hilfe. :bier:

Viele Grüße

Michael


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