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Horror im Aquarium....
 
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Horror im Aquarium...

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Fisch-Papa
(@fisch-papa)
Estimable Member
Beigetreten: Vor 17 Jahren
Beiträge: 139
Themenstarter  

Hallo Fisch-Freunde,

gestern lief in einem meiner Aquarien einen Horrorfilm ab.

Als ich meinen Fischen beim Fressen zugesehen hatte, griff ein Makropodenmännchen (M. erythropterus) mein vorbeischwimmendes Fadenfischweibchen an und biß ihm ein Auge aus. Die Augenhöhle war leer. Es war nur ein Sache von Sekunden.

Ich war total geschockt. Ich habe so etwas noch nie von Makropoden gehört oder gelesen. Von Barschen schon, aber noch nie von Makropoden.

Die Fadenfische (1m, 1w) sind seit 2 Jahren in dem Aquarium, dieses Makropodenmännchen seit Mai 2006. Bisher wurden andere Fische von den Makropoden nur kurz verscheucht und nie so heftig attackiert.

Aber das gestrige Ereignis läßt mich meine Makropoden in einem anderen Licht sehen, auch wenn sie nach wie vor verhältnismäßig friedlich sind.

Da das Auge blutete und das Fadenfischweibchen total verstört in einem Versteck hing, habe ich es rausgefangen und getötet. Das hat mir echt wehgetan, das Weibchen war kerngesund und fit, und dann das.

Ich bin immer noch nicht darüber hinweg. :cry:
Habt Ihr schon mal was ähnliches bei Labyrinthern erlebt?

Gruß

Hansi

Trichopsis vittata (Koh Samui), Betta raja, Betta unimaculata, Microctenopoma ansorgii, Trichogaster leerii


   
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fischmichi
(@fischmichi)
Reputable Member
Beigetreten: Vor 19 Jahren
Beiträge: 382
 

Hallo Hansi,

ich kann dich beruhigen oder trösten, du bist nicht der Einzige dem schon mal aggressive Makropoden untergekommen sind. Vor Jahren habe ich öfters Makropoden gepflegt und auch nachgezogen. Selbst Männchen die nicht in Brutstimmung waren haben sich manchmal extern aggressiv gezeigt. Im Aquarium waren unter anderem auch große Everetsbarben, denen wurden im Vorbeischwimmen heftige Bisswunden zugefügt. Ich habe oft die Erfahrung gemacht, dass Makropoden extrem aggressiv werden können, besonders Macropodus opercularis.

Gruß Michael

fischmichi
Michael Müller

"Die Frage heißt nicht: Können Tiere denken oder reden? Sondern: Können sie leiden?" (Jeremy Bentham)


   
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Andreas Hilse
(@andreas-hilse)
Estimable Member
Beigetreten: Vor 19 Jahren
Beiträge: 205
 

Hallo Hansi

was von deiner übereilten Handlung zu halten ist, hast Du ja an anderer Stelle schon erfahren. Das Du deine Makropoden allerdings als bisher friedlich beschreibst ist auch für mich eher unverständlich. Nach eigenen Erfahrungen mit bisher 3 verschiedenen Arten ( opercularis, ocellatus und eritropterus ) kann ich nur bestätigen das sie bezüglich Aggressionen Cichliden in nichts nachstehen. Einzig innerartlich halten sich meiner Erfahrung nach Aggressionen im Rahmen. In meinem Meterbecken bauen und pflegen 2 Männchen jeweils parallel ihre Nester und Bruten. Aber selbst Ancristrus und Apfelschnecken werden gnadenlos attackiert und vertrieben bis zur letzten Konsequenz.

Gruß
Andreas

Viele Grüße aus Menden
Andreas


   
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Manta
(@manta)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 17 Jahren
Beiträge: 48
 

Hi Hansi,

was deinem Fadenfisch passiert ist finde ich schrecklich, aber warum hast du ihn gleich getötet?
Es gibt viele Fische die nur mit einem Auge sehen können und das wär bei deinem Fadenfisch bestimmt auch der Fall gewesen.
Ich finde es furchtbar, wenn man nicht mal versucht dem Fisch zu helfen z.B. mit Erlenzapfensud.
Wenn du eine Auge verlierst, soll man dich dann auch töten?

liebe Grüße Sabine


   
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Fisch-Papa
(@fisch-papa)
Estimable Member
Beigetreten: Vor 17 Jahren
Beiträge: 139
Themenstarter  

Hallo Sabine,

nein, ich will nicht getötet werden, wenn ich ein Auge verliere.

Solltest Du mir mal ein Auge ausbeißen, dann lasse ich mich im Krankenhaus behandeln. So läßt sich eine Entzündung meines restlichen Körpers verhindern. Meine Überlebenschancen mit nur einem Auge werden kaum geschmälert.

Wenn aber ein Fisch ein Auge verliert, sind seine Chancen auf Heilung meiner Ansicht nach weit schlechter, da im Wasser eine weit höhere Keimbelastung vorliegt, als an der Luft.

Abgesehen davon hat ein Fisch mit nur einem Auge einen weit größeren Anteil seines Sichtfeldes verloren, als ein einäugiger Mensch. Gleichwohl verliert er weit mehr von seiner Lebensqualität, als der Mensch. Er kann z.B. Futter nicht mehr so gut ausmachen, wie ein gesunder Fisch mit 2 Augen – trotz seiner besseren Geruchssinne. Er sieht auch angreifende Fische evtl. gar nicht oder zu spät und muß so mehr Prügel einstecken. Auch seine Seitenlinie kann das fehlende Auge nicht ganz kompensieren.

Ich habe den Fisch getötet, weil ich der Ansicht war, sein Leiden auf diese Weise zu verkürzen bzw. zu beenden. Ich wollte nicht abwarten, bis sich die Verletzung entzündet und der Fisch mir langsam bei lebendigem Leibe wegfault. Vielleicht hättest Du Recht behalten, und der Fisch wäre durchgekommen. Die Verletzung des Auges war so schrecklich, daß ich dem Fisch keine Überlebenschance mehr eingeräumt habe.

Ich habe in der Vergangenheit Fische mit weniger starken Verletzungen am Leben gelassen, in der Hoffnung, daß sie sich wieder erholen. Es ist leider nie gutgegangen. Erst im nachhinein habe ich erkannt, daß es für die betroffenen Fische besser gewesen wäre, ich hätte sie gleich getötet.

Da es mir aber schwer fällt, einen Fisch zu töten, werde ich vermutlich auch zukünftig wieder zu lange warten, wenn ich noch die Hoffnung hege, daß der Fisch wieder gesund wird. Bei diesem Fadenfischweibchen aber hatte ich keine Aussicht auf Genesung gesehen.

@Andreas
Ich habe die Makropoden als „verhältnismäßig friedlich“ bezeichnet, weil es bisher nie zu ernsthaften Verletzungen gekommen ist. Ab und zu verliert der eine oder andere Fisch eine Schuppe, jedoch ist noch nie etwas so Schreckliches passiert, wie oben beschrieben.
Die innerartlichen Aggressionen meiner Makropoden sind weit stärker, als gegenüber den anderen Arten. Meine 2 Welse (Sturisoma) werden überhaupt nicht als Feinde (oder als Fische?) erkannt und bleiben „absolut“ unbehelligt. Die anderen Arten (Puntius Pentazona, T. leerii) werden von den Makropoden manchmal vom Futterplatz verjagt oder durch einen Stubser vertrieben. Die Makropoden untereinander bedrohen sich gegenseitig öfter durch Flossenspreizen. Auch kurze Beißereien (eher selten) oder eine Jagd durch einen Teil des Aquariums sind nicht ganz ausgeschlossen. Die Weibchen (3 Stck.) sind etwas weniger aggressiv als die Männchen, der Unterschied ist jedoch gering. Die 2 Männchen sind zur Zeit untereinander überwiegend friedlich, da sie scheinbar die Rangordnung geklärt haben, das unterlegene Männchen läßt es nicht mehr zu einem Kampf kommen und verdrückt sich lieber, bevor es zum Kampf kommen kann. Dennoch sind die Makropoden, verglichen mit meinen anderen Fischen, die aggressiveren Fische.
Das Aquarium ist groß genug (150X50X50=375 Liter) und die Bepflanzung und Dekoration bietet ausreichend Versteckmöglichkeiten. Die Fische (alle Arten) in diesem Aquarium verstecken sich jedoch selten bis nie.

Gruß

Hansi

Trichopsis vittata (Koh Samui), Betta raja, Betta unimaculata, Microctenopoma ansorgii, Trichogaster leerii


   
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fischmichi
(@fischmichi)
Reputable Member
Beigetreten: Vor 19 Jahren
Beiträge: 382
 

Hallo Hansi

ich muss hier nochmals aus eigener Erfahrung erwähnen, Makropoden können extrem aggressiv sein. Sie stehen den aggressiven Cichliden-Arten in nichts nach. Selbst bei dem als verhältnismäßig friedlich beschriebenem Macropodus concolor habe ich schon Übelstes erlebt.
Was verletzte Fische angeht, da muss man die Sache beobachten. Wenn zu große Fleischwunden vorhanden sind und eine extreme Verpilzung die Folge ist, dann sollte man den Fisch vielleicht doch von seinen Leiden erlösen. Wenn aber infolge eines fehlenden Auges der Fisch nur zur Hälfte blind wird, ist meiner Meinung nach das Weiterleben für ihn absolut kein Problem. Zurzeit pflege ich eine Gruppe Anabas testudineus, wobei ein Tier vollkommen blind ist und ein weiteres Tier auf nur einem Auge erblindet ist. Wenn man das Verhalten dieser Fische genau beobachtet, dann kann man feststellen, dass sich das erblindete Tier doch anders orientiert als seine Artgenossen (z.B. mit der Seitenlinie). Das tut aber seinem sonstigen Verhalten überhaupt keinen Abbruch. Er streitet sich mit anderen Fischen, er imponiert bei seinen Artgenossen und er findet genau soviel Futter wie die anderen Fische. Ich beschäftige mich schon seit mehreren Jahrzehnten mit der Haltung und Zucht von Zierfischen und da kam es immer mal wieder vor, dass dem Einen oder Anderem mal ein Auge gefehlt hatte. Diese Fische hatten nie Probleme, es sah nur etwas unschön aus.
Wenn bei mir ein Fisch stark verletzt ist, wird er erst einmal in Quarantäne gesetzt und behandelt. Hat er sich dann erholt, wird er im Allgemeinen wieder zurückgesetzt.

Gruß Michael

fischmichi
Michael Müller

"Die Frage heißt nicht: Können Tiere denken oder reden? Sondern: Können sie leiden?" (Jeremy Bentham)


   
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