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Macropodus erythropterus Zucht

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(@fisch-papa)
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Beigetreten: Vor 21 Jahren
Beiträge: 139
 

Hallo Jan,

der Torf, den Du benutzt, steht da tatsächlich drauf, daß er ungedüngt ist oder muß man da das Kleingedruckte studieren? Was kosten denn 50 Liter?
Ich werde gleich morgen mal in den Baumarkt fahren.
Ich bin ständig auf der Suche nach solchen Tips. Die Aquaristikabteilung verkauft vermutlich den gleichen Torf, aber abgepackt in handliche 2-Liter-Päckchen zum Preis des 50-Liter-Pakets. Da wird das Hobby künstlich verteuert.

Wenn man den Torf in Beuteln/Strümpfen ins Wasser hängt oder in den Filterkreislauf einbringt, ist es natürlich egal wie der aussieht. Ich vermute auch, daß faseriger Torf besser ist, weil er schneller Wasser aufnimmt und die Stoffe besser ans Wasser abgibt, als das Torfgranulat. Das Granulat braucht auch ein paar Tage, bis es mit Wasser vollgesogen ist. So lange schwimmt der Beutel an der Wasseroberfläche

Daß sich der Torf erschöpft und dann auch zersetzt, hab ich gelesen.
Selber habe ich auch noch keine schlechten Erfahrungen mit Torf gemacht (zumindest mit dem von amtra nicht). Vor einigen Monaten habe ich damit sogar Glotzaugen bei zwei Moasikfadenfischen kuriert. Die Fische sind inzwischen wieder ganz in Ordnung.
Die Stoffe im Torf schienen das Auge zu beruhigen oder die bakterielle Entzündung zu hemmen. Da die Fische ansonsten gesund waren, haben sie sich nach 3-5 Tagen wieder völlig erholt, an dem Auge war nicht mehr zu erkennen, daß irgendetwas damit nicht gestimmt hatte.
Ich denke, daß Torf den meisten Fischen sehr gut bekommt. Vor allem aber meinen.
Torf alleine kann auch nicht so gravierend auf den pH-Wert einwirken, wenn man ihn dosiert verwendet. Meiner Meinung nach sind es die bakterienhemmenden Stoffe im Torf, die den größten Nutzen bringen.

Wenn man allerdings Osmosewasser verwendet, sollte man die Wasserwerte sehr genau überwachen, da hier wenig Karbonate im Wasser vorhanden sind, die den pH-Wert stabilisieren, der Torf kann dadurch den pH-Wert stärker beeinflussen, da er die Karbonate bindet und so auf den pH-Wert einwirkt.

Jan, kannst Du mir Deinen Torf aus dem Baumarkt benennen, dann kann ich morgen mal nachschauen, ob der dort zu kaufen ist.

Gruß

Hansi

Trichopsis vittata (Koh Samui), Betta raja, Betta unimaculata, Microctenopoma ansorgii, Trichogaster leerii


   
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 Jan
(@jan)
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Beigetreten: Vor 21 Jahren
Beiträge: 278
 

Guten Abend,

ich habe meinen Torf nicht aus dem Baumarkt, sondern von einem Gartenhandel, den es aber nur in Frankfurt gibt. Für Dich, Hansi, wird er also nicht so direkt zu kaufen sein..........
Auf alle Fälle sollte auf der Packung schon stehen, dass er ungedüngt ist (bzw. der Fachhändler sollte dies bestätigen). Torf wird ja ungedüngt abgebaut und nur zusätzlich für den Pflanzenbedarf ggf. gedüngt.

Meine ca. 50 l haben glaub' ca. 8 EURO gekostet.
Und das ist doch merklich billiger als Granulat aus dem Zoohandel. Da zahlt man ähnliches für vielleicht 500-1000 g.

Übrigens bekommt man den pH Wert mit Torf und sehr weichem Wasser ungefähr auf 4. In der Tat ist das nicht für alle Fische toll, für andere dagegen nötig. Gleichzeitig puffert der Torf aber auch, weil er Huminstoffe/-säuren ins Wasser abgibt - d.h. er stabilisiert das Wasser/den pH Wert in diesem Bereich auch. Karbonat/Kohlendioxid ist bei einem solchen pH Wert (so ab pH 5.5) natürlich nicht mehr im Wasser.

Viele Grüsse,
Jan

IGL 159 Bestand: Arnoldichthys spilopterus WF; Ctenopoma acutirostre WF; Fundukopanchax gardneri; Macropodus opercularis "Quan Nam", M. erythroptherus "Dong Hoi"; Microctenopoma fasciolatum F1; Pterophyllum scalare "Belèm Sky Blue“; Trichopodus/Trichogaster leerii WF; Trichopodus/Trichogaster microlepis WF.


   
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(@thomas-p)
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Beigetreten: Vor 20 Jahren
Beiträge: 442
 

Hallo!

Ich habe Eure Korrespondenz gebannt verfolgt, kann aber trotz z.T. negativer Erfahrungen einfach nicht stillhalten und schreibe halt meine Meinung zu diesem Thema.
Ich habe eine zeitlang völlig unreflektiert Torf- und Torfnebenprodukte gekauft und sowohl terraristisch als auch aquaristisch genutzt. Die Erfolge bei Betta coccina, B.rutilans und anderen echten Schwarzwasserfischen waren toll, die Becken mit den kleinen, reichverzweigten Moorkienhölzern sind auch heute noch wunderschön, aber das ganze hatte nach Auseinandersetzung mit dem Thema Torf an sich, einen negativen Beigeschmack.
Einerseits halte und züchte ich gefährdete bzw. seltene Fische und finde es höchst bedauerlich, daß deren Lebensräume sukzessive zerstört werden, andererseits leiste ich meinen Beitrag zur Zerstörung von Torfmooren mitten in Europa. Unter diesem Gesichtspunkt habe ich die Verwendung von Torf und Torfnebenprodukten eingestellt. Genauso wie es für mich folgerichtig ist Bio-Fleisch zu essen, Fair-Trade-Bananen wie -Kaffee zu kaufen, torffreie Gartenerde mit dem Gütesiegel vom WWF zu verwenden usw.
Ich teste derzeit langwierig alle mir zur Verfügung stehenden Alternativen zum Torf aus, wie da etwa sind: Erlenzapfen, Seemandelbaumblätter, Buchen-, Eichenblätter und Eichenextrakt (nebenbei sind die Erlenzapfen und Buchen- bzw. Eichenblätter gratis).
Jedenfalls geben mir Auskünfte anderer Aquarianer Hoffnung bzw. Artikel wie im Süßwassermagazin "Aquarium live" April/Mai 2006 wo über einen bekanntermaßen heiklen Parosphromenus (P.ornaticauda) geschrieben steht, daß kein Schwarzwasser zwingend erforderlich ist bzw. Regenwasser oder verschnittenes destilliertes Wasser mit Laub u./od. Eichenextrakt zur Zucht ausreicht.
In diesem Sinne,

Thomas

Thomas

Flüsse voller Leben Rettet den Regenwald


   
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(@fisch-papa)
Estimable Member
Beigetreten: Vor 21 Jahren
Beiträge: 139
 

Hallo Thomas,

Dein Beitrag hat mich zum Nachdenken gebracht, allerdings denke ich nicht, daß die Torfgewässer unserer Lieblinge wegen Aquarianern zunicht gemacht werden, die Torf verwenden.

Dennoch muß ich Dir in dem Punkt zustimmen, daß in der Verwendung von Torf eine gewisse Doppelmoral stecken könnte.

Ich habe trotz Deines Beitrags im Pflanzenmarkt nach Torf Ausschau gehalten und sah dort einen 70-Liter-Beutel Torf (ungedüngt) für ca. 5 Euro. Damit wäre ich für 4 Jahre mit Torf versorgt, wenn ich regelmäßig alle 3 Wochen einen Liter Torf verwende. Ich werde in den nächsten Tagen solch einen Beutel kaufen. Das Wohlergehen meiner Fische ist mir diese Doppelmoral wert, man kann es ihnen richtig ansehen, allerdings hat Dein Beitrag in mir einen faden Beigeschmack hinterlassen. Ich denke weiter darüber nach.

Ich werde auch nach Buchenblättern und Erlenzapfen suchen, wenn wieder Herbst ist.

Mich würde noch brennend interessieren, welche negativen Erfahrungen Du mit Torf gemacht hast.

Hansi
(demnächst mit Dreck unter den Fingernägeln)

Trichopsis vittata (Koh Samui), Betta raja, Betta unimaculata, Microctenopoma ansorgii, Trichogaster leerii


   
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(@thomas-p)
Reputable Member
Beigetreten: Vor 20 Jahren
Beiträge: 442
 

Hallo!

Ein kleines Mißverständnis: ich meinte nicht, daß die Heimatgewässer unserer Aquarienfische durch den Abbau von Torf gefährdet sind. Nein es ist vielmehr die von Dir angesprochene Doppelmoral die ich meinte. Einerseits möchten wir unsere Fische unversehrt halten und züchten, manch einer macht sich darüber hinaus Gedanken zum Erhalt der Heimatgewässer unserer Aquarienfische, die z.B. durch großflächige Abholzungen von Regen- bzw. Urwäldern stark gefährdet sind. Andererseits tun wir doch mit unserer Heimat nichts anderes! Unsere Torfmoore sind gefährdet und jeder Beitrag zur Ertragserhöhung durch Raubbau, Torfabbau kann nicht nachhaltig sein, fördert dieses System vor unserer eigenen Tür.

Der Preis für 70 ltr. Torf - € 5.- (!!!) ist schockierend. Jede normale Blumenerde kostet mehr. Und weshalb? Torf wird einfach ohne Rücksicht abgebaut. Ausschließliche Nutzung eines Natur-Fertigproduktes. Wenig Aufwand-geringste Kosten-geringer Preis-jeder kauft es-maximaler Gewinn.

Du schreibst das der Torf Deinen Fischen gut tut. Ok, nach welchen Kriterien? Pflanzen sie sich fort, haben sie ihre artspezifische Lebenserwartung usw.? Hast Du es schon einmal anders probiert? Denn nahezu alle Fischarten denen man bisher nachgesagt hat sie könnten nur mit Hilfe von Torf gehalten, geschweige denn gezüchtet werden, können dies auch ohne. Dafür gibt es Belege von Leuten die selbst bei der IGL sind. Also selbst Schwarzwasserfische kommen ohne Torf aus.
Und für, meines Wissens nach, alle Belange von Erkrankungen, pH-Wert-Absenkungen, Keimzahlreduktionen usw. gibt es sehr gute "Alternativen". Ich setze dies deshalb unter " " weil diese alternativen Maßnahmen vielleicht sogar besser sind!? Wer weiß, wir sollten es ausprobieren und nicht nur in bekannten Gewässern fischen!

Kauf die 70 ltr. nicht, investiere lieber € 20.- in Seemandelbaumblätter und Eichenextrakt oder einen UV-C-Entkeimer oder Aktivkohle oder HEXA-ex oder was weiß ich. Torf kann ersetzt werden, denk darüber nach und vielleicht kannst Du uns oder mir (würde mich freuen) darüber berichten wie Du ohne Torf 300 Jungfische aufgezogen hast...

Rein aquaristisch betrachtet habe ich mit Torf nur zwei negative Erfahrungen gemacht: 1.) Schwarztorfgranulat färbt das Wasser sehr stark und dies beeinträchtigt die Beobachtungs- und Fotoqualität. 2.) ich wurde des öfteren angefeindet wenn ich kritisch Torf als Wundermittel hinterfragt habe.

Zur Info: ich halte und züchte (weil sie nicht zum Abhalten sind!) Betta coccina (vielleicht sind es B.sp.aff.coccina) OHNE jeden Torfzusatz und OHNE jede Säure. Reines Osmosewasser, bisschen Leitungswasser und eine schwach eingestellte CO2-Anlage, das war es. Anfangs gab es einen Haufen Probleme, aber nachdem ich gegen Oodinium behandelt habe geht alles gut. Jetzt muß der Vater nur aufpassen, daß die kleinen nicht von den anderen Mitbewohnern gefressen werden...
Ich halte Betta rutilans und jetzt nachdem ich meine Super-Planarien 🙁 losgeworden bin, steht auch hier einer Weiterzucht nichts im Wege. Schaumnester und Gelege gab es zu Hauf, aber wegen der Planarien...na ja.
Auch dort gibt es aber nur Osmosewasser, Seemandelbaumblätter, Buchenblätter, Erlenzapfen und Eichenextrakt.

Liebe Grüße,

Thomas

Thomas

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(@karen_k)
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Beigetreten: Vor 21 Jahren
Beiträge: 201
 

= sorry, ich kann Deutsch gut verstehen, aber nicht gut schreiben. Deshalb schreibe ich auf English =

Dear Thomas,

I have a lot of respect for your intentions to buy products that do not harm the environment. I try to do so as well, just like you. However, I think that there are no easy solutions for very complicated matters.

For example, the use of a UV-C-Entkeimer as an alternative. I'm not sure that this helps to protect our living world. What type of factory is needed to produce such a device? How does the use of energy (for the production, the use, and - in the end - for the destruction of the device) involve the environment? A UV-Entkeimer is known to be able to sterilize a fish, it will no longer be able to breed after a UV-treatment (yes, this does happen on purpose sometimes, in regards to price-winning fish like guppies and koi!). What does this tell us about health risks, in concern to the use of such a device?

Or, Umkehrosmose. Same questions can be asked here about the production (the factory), and the use of energy.
Eichenextract? The name suggests it's a product made out of oaks (Eichen), but commonly it is made out of Salzsäure and/or Phosphorsäure...

I do not know an answer to the questions I've asked in the text above. I wish I knew!

My point is: is it a good thing to try to consume critically, try to contribute to a better (or less worse) environment by doing so? My answer to that question is YES, absolutely!
Is it clear then, what choices we should make? My answer to that question is: NO, in most cases it is very hard or even impossible to make a complete and valid comparison between alternative products. Nevertheless we should keep trying.

One more example to illustrate the complexity of these issues. Being a critical consumer, we wouldn't buy a chair made out of tropical (rainforest) wood, right? I wouldn't, and despite all my doubts and despairs, I still think that is a good thing. Safe the rainforest!

But, many rainforest woods are being destroyed because (among other things) people want to use the soil to cultivate oil palm trees. Because, palm oil is a valuable product. Palm oil is an ingredient in an aweful lot of products, where the label just reads "vegetable oils". For example, palm oil is an ingredient in many potatoe chips, cookies, soaps, cosmetics, chocolate, .... Palm oil is used in some production processes in the leather and metal industry. Oil palm wheat is used in many animal foods...

On the internet you can find shocking information about the use of palm oil, and its destructional influence on the environment (especially on the rainforests in South East Asia). Search for "greasy palms" ...

Kind regards,
Karen


   
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(@fisch-papa)
Estimable Member
Beigetreten: Vor 21 Jahren
Beiträge: 139
 

Hallo Thomas,

ich halte keine Fische, die unbedingt Schwarzwasser benötigen. Was meinen Fischen gut tut und was nicht, erkenne ich an ihren Farben und am Verhalten.

Bei der Torffilterung abe ich eine Verbesserung der Farben bemerkt. Deshalb meine ich, daß Torf meinen Fischen gut tut. Bei meinen Fischen handelt es sich überwiegend um Fadenfische und Makropoden, welche nicht zwingend Torf benötigen. Sie haben sich mehrmals fortgepflanzt, immer ohne Torf.

Wie in einem meiner früheren Beiträge zu lesen, habe ich mit Torf schon 2mal erfolgreich ein Glotzauge bei 2 meiner Fadenfische behandelt. Diese sind immer noch wohlauf und schwimmen in meinem Becken. Von den damaligen Problemen mit den Augen ist nichts mehr zu sehen. Auch aus diesem Grund denke ich positiv über Torf. Den positiven Effekt schreibe ich den im Torf enthalteenen Säuren und Huminstoffen zu.

UV-C-Entkeimer habe ich auch, dieser wirkt nicht so gut wie Torf. Die Seemandelbaumblätter sind im Verhältnis zu Torf um einiges teurer, ob sie wirklich was bringen habe ich bisher nicht ausprobiert, möchte es auch aufgrund der zahlreichen und sehr positiven Erfahrungsberichte nicht anzweifeln.

Wenn wir wirklich konsequent umweltbewußt leben wollen, dann müßten wir auf fast alles verzichten, was wir haben, auch auf Aquarien, denn diese wurden unter hohem Energieaufwand erzeugt (schmelzen von Sand, Transport, etc.). Karens Beitrag hat dies hoffentlich deutlich gemacht.

Wir machen alle irgendwo Kompromisse, was unsere Umwelt/Natur betrifft. Aber zumindest denken einige von uns darüber nach (so wie Du) und bringen andere auch dazu (so wie mich).

Das mit dem Torf werde ich mir weiterhin überlegen, nicht zuletzt auch wegen Deinem Beitrag, aber auch deshalb, weil ich darin ein Risiko sehe, irgendwelchen Torf in mein Aquarium einzubringen.

Bis bald..

Hansi

Trichopsis vittata (Koh Samui), Betta raja, Betta unimaculata, Microctenopoma ansorgii, Trichogaster leerii


   
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 emha
(@emha)
Mitglied
Beigetreten: Vor 21 Jahren
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bezugnehmend auf Thomas` Stellungnahme zum verantwortungsvollen Umgang bzw. Vermeidung von Torf in der Aquaristik möchte ich folgendes (auch im Sinne von Karen`s statement) ergänzen.

Zur Notwendigkeit von Torf in unserem Hobby:
Ich züchte seit vielen Jahren kleine Betta und Paros, die unstrittig als Schwarzwasserfische bekannt sind, im Klarwasser. Wenngleich die Fische in der Natur auf Schwarzwasser als Ökonische spezialisiert sind, schadet das nachweislich nicht. (Ich denke, in der Natur werden/ würden sie von lebensfähigeren Klarwasserarten verdrängt). Ich bearbeite das Wasser sehr wechselnd mit Erlenzapfen, (wenig) Torf, Eichenblättern oder Seemandelbaumblätter. Soweit ich gelesen habe, geben alle fungizide, keimhemmende Gerbstoffe ab, die sich durch verschiedene Anteile von Humin- und Fulvosäuren unterscheiden. Man muss in der Natur auch von jahreszeitlichen Unterschieden bzw. je nach Substrat ausgehen. Paros und kleinen schaumnestbaunden Betta schadet das nicht. B. albimarginata und channoides aber sind absolut empfindlich gegen eine "Überdosis". Makropoden brauchen das m. E. gar nicht. Es ist m. E. die Verwendung von Torf in der Aquaristik nicht zwingend erforderlich.

Andererseits:

Ich habe in meiner Fischerlaufbahn sicherlich in Summe noch keinen Sack Torf verarbeitet, und er ist in Zweitverwendung dem Garten zugute gekommen. Ich meine einfach, dass man die Kirche im Dorf lassen sollte. Es kommt m. M. n. nicht nur auf die Erkenntnis der ökologischen Rücksichtslosigkeit, sondern auf das Ausmaß des Schadens an. Ich finde, wir haben andere Probleme.Ich bin natürlich gegen den rigerosen Abbau von Torfmooren und gegen die umfangreiche/ großflächige Verwendung von Torf als Bodenverbesserer. Aber es gibt dazu gangbare Alternativen. Man muss nur - wie Karen schon andeutet - immer auch die Nachteile der Alternativen sehen.
Man betrachte z. B. Seemandelbaumblätter: Ist es ökologisch (und auch ökonomisch) sinnvoll per Luftfracht solche Blätter im größeren Umfang nach Europa zu transportieren um sich hier mit Schwarzwasserfischen befassen zu können? Ist unser ganzes Hobby nicht per se egoistisch? Werden denn die Fische überwiegend erhalten oder vermehrt? Oder werden sie nicht eher konsumiert? Braucht man das wirklich, oder ist es nicht eher ein Luxus, den sich manche (relativ) Wohlhabende gönnen um ein bisschen Freude und Ablenkung (auch von unseren mittlerweise unlösbaren Umweltproblemen) zu haben. Da macht ein bisschen Torf nichts mehr aus.

Was richten wir an, wenn wir Tropenholz verwenden? Können wir durch Boykott oder eine Verteuerung in den Tropen etwas retten? Ist es erforderlich, dass wir für Fenster (die neuerdings jedes Jahrzehnt aus Modegründen und wegen der Erhöhung der Energieeinsparung erneuert werden) Meranti verwenden? Ein sehr hochwertiges Tropenholz, dass technisch gar nicht erforderlich ist (unsere Fichte, Tanne, Kiefer oder Hemlock täte es auch, ist aber teurer). Nein, aber machen sie den Menschen mal klar, dass sie auf einen vermeintlichen, persönlichen Vorteil auch verzichten könnten! Das Beispiel zeigt, dass der ökologisch Konsequente mehr bezahlen muss (z. B. teurere und "konstruktiv schlechtere" Fenster aus schnellwachsenden europäischem Holz) und auf die vermeintlich bessere Qualität und die Kostenersparnis verzichtet. Das muss er wollen! Der Effekt wäre, dass weniger Abnehmer der umfangreichen industrieellen Produktionen (von tropischen Fensterholz oder Teak-Gartenmöbel von z. B. Ikea) da sind. Die frisst nämlich das Tropenholz, damit könnte man was erreichen. Dass dieser Verzicht notwendig ist, wird immer mehr Leuten klar, aber viele können und wollen ihn sich nicht leisten. Geiz ist geil und man glaubt eben nichts zu verschenken zu haben. Und wenn wir ehrlich sind, ist der Urlaub in Übersee (u. a. zum Fischefangen) auch nicht ok, und schon gar nicht konsequent. Wir neigen in der Praxis also dazu, unsere menschlichen "Bedürfnisse" und Interessen über die von anderen Menschen und schon gar über die anderer Kreaturen zu stellen. Ist eben nicht so wichtig (wie ich selbst)!

In dem Umfang, in dem der Mensch heute die Erde bevölkert, macht er mit seinem Tun allein durch den Umfang des Eingriffes immer auch etwas kaputt. Auch wenn er es nicht will.
Das heißt nicht, dass man nichts gegen okologischen Raubbau tun kann oder sollte. Es heißt auch nicht, dass man den Kopf in den Sand stecken sollte. Aber so leid mirs persönlich täte, wenn unsere Paros z. B. austerben würden, würde das eines der kleinsten Probleme für die Menschheit bedeuten. Wir haben nämlich ganz andere und deutlich größere!

Ich denke wir sind uns im Grundsatz einig, hinzu bringen wollte ich die Bewertung des Schadenumfangs durch den Verzicht auf Torf in der Aquaristik.

Um zu polemisieren:

Der ungehemmte Abbau (Raubbau) und die Verwendung von Torf als billiger Boderverbesserer der Hobbygärtner ist ökologisch ignorant.

Torf in der Aquaristik ist eher unbedeutend und ökologisch nicht problematisch.

Martin Hallmann


   
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 emha
(@emha)
Mitglied
Beigetreten: Vor 21 Jahren
Beiträge: 694
 

Das ist komisch: Irgend ein Programm hat aus dem ehemals "unanständigen" letzten Wort von "Geiz ist g...." das Synonym verliebt gemacht.

Also:

Geiz ist verliebt? oder manchmal einfach nur unangemessen und doof?


   
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(@thomas-p)
Reputable Member
Beigetreten: Vor 20 Jahren
Beiträge: 442
 

Schönen guten Abend!

Ich habe aus dieser Korrespondenz heraus gestern ein Gespräch mit meiner Freundin geführt, in dem wir innerhalb kürzester Zeit beim Sinn des Lebens angelangt waren.
Eine Beschäftigung über die Notwendigkeiten des Lebens hinaus kann man pauschal als Luxus bezeichnen, somit hat auch kein Hobby ein Recht auf Durchführung wenn man die psychische Hygiene eines Jeden außer acht läßt, aber genau dies macht das Leben u.a. lebenswert und rechtfertigt wohl auch unser Hobby. Ich möchte jedoch anmerken, daß ich nicht Torfwasser im Aquarium halte und nebenbei schwimmen dort Fische, nein es ist vielmehr genau umgekehrt. Diese Maßnahme ideale Wässer herzustellen ist Mittel zum Zweck und diese Mittel rechtfertigen sich landläufig über den Zweck, nämlich der Haltung und Zucht z.T. ausgefallener Fische. Nichtsdestotrotz muß dies nicht kategorisch jedes Mittel sein, denn es gibt einerseits die Möglichkeit des Verzichts des Zweckes und andererseits Alternativen zu den Mitteln.
Seid mir nicht böse, aber wenn es nachweislich ohne Torf geht wozu dann überhaupt? Ich glaube nämlich, daß die Wertigkeiten eindeutig anders gelagert sind als bis jetzt dargestellt. Selbst synthetische Kohlenwasserstoffe sind über bakterielle Abbauprozesse in meßbaren und realistischen Zeiträumen abbaubar. Wenn die oben erwähnten technischen und chemischen Hilfsmittel in unseren Landen unter den höchsten geltenden Umweltauflagen hergestellt und anschließend verantwortungsvoll entsorgt werden stellen sie „nur“ eine vorrübergehende Belastung dar.

Frei nach Univ.Prof.Dr.Gert Steiner: Ein Moor ist im Durchschnitt 12.000 bis 5.000 Jahre alt. Alleine dieser zeitliche Horizont erklärt die besondere Bedeutung im Naturschutz. Einmal zerstört ist eine Jahrtausende andauernde Entwicklung bei geeigneten Klimabedingungen notwendig, um gleichwertigen Ersatz zu schaffen. Allen Moortypen gemeinsam ist, daß sie als Kohlenstoff- und Wasserspeicher wesentlich zum Haushalt der Treibhausgase beitragen: Es sind die einzigen Ökosysteme, die langfristig Kohlenstoff und Wasser binden!

So leid es mir tut, die ökologische Bedeutung eines jeden unnötigen Schrittes ist in Summe aller sehr wohl bedeutend.

In jedem Zoofachhandelsgeschäft, in jedem Baumarkt, in jedem Gartenmarkt usw. steht Torf herum. Ich glaube alleine die Summe aller aquaristischen Verpackungen alleine in Wien ergibt einen kleinen Hochmoor und wenn es sich nicht rechnet weil es wirtschaftlich unbedeutend wäre, warum bieten es dann alle an, wer kauft diese Produkte á 10 ltr. für den Gartenteich? Vielleicht die Halter der 85 Millionen Zierfische in Deutschland (Stand 2002)? Oder die Halter der 7 Millionen in der Schweiz? Oder die in Österreich??? Wenn wir den ! vierfachen ! Durchsatz der Fische hochrechnen und vorsichtig mit 5% Zuwachs pro Jahr rechnen kommen wir auf 392 Millionen Zierfische im Jahr 2006 alleine in Deutschland.
Das alles gibt mir zu denken, wenn ich Torfextrakte zu dutzenden in den Regalen sehe... „schafft tropenweiches Wasser für ihre Fischis“ oder so ähnlich...

Liebe Grüße,
Thomas

Thomas

Flüsse voller Leben Rettet den Regenwald


   
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(@hermi)
Active Member
Beigetreten: Vor 21 Jahren
Beiträge: 14
 

Bezugnehment auf Torfproduckte von Thomas P.
ist es nicht schlimm, solche "Lapalien" wie Torfprodukte für die Aquaristik
in Frage zu stellen.Viele Aquarianer ,ich auch ,brauchen doch nur eine
sehr geringe Menge von Torf für ihr hoppy,die Nachzucht von
Zierfischen, insbesondere die von aussterbenden Arten.!!!
Ich gebe mir grosse mühe solche" Spezies" nachzuziehen und
auch zu erhalten.
Wenn ich bedenke wie in Deutschland mit dem Naturprodukt Torf
umgegangen wird, wie zum Beisp. das Moor bei Weißwasser,
30 000m3 sollen umgelagert werden und rund 300 000 werden
abgebaggert u. sind für immer verschwunden .
Ich habe mir ca. 1 m3 davon sichergestellt u. denke ,es reicht mir
und anderen Zuchtfreunden für einige Jahre.
Klar gibt es Seemanndelbaumblätter,Buchenlaub ,Eichenl.Erlenzapfen,
benutze ich auch alles, aber Torf ist "Torf"
gruss hermi


   
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(@peter-finke)
Noble Member
Beigetreten: Vor 22 Jahren
Beiträge: 1349
 

Liebe Mitdiskutanten der Torproblematik, Udo Trummer aus Wien bittet mich soeben, seinen unten angehängten Artikel hier ins Forum einzustellen, weil er im Augenblick wegen noch fehlender Aktivierung seines Forumskontos das nicht selber kann. Ich tue es hiermit.
Ich finde es gut, dass hier so sachbezogen und weitblickend über Torf gestritten wird. Sicher ist auch richtig, dass es Dinge gibt, bei denen die Aquaristik größeren Schaden anrichten kann als bei Torf. Aber meine Meinung ist: Wo wir Torf nun wirklich nicht brauchen, bei der Zucht von Fadenfischen oder Makropoden zum Beispiel, da sollten wir ihn nicht auch noch benutzen. Hermi hat da ganz andere Probleme, das muss man auch anerkennen. Diese Diskussion hat doch einiges bewirkt. Wenn "Fisch-Papa" sich jetzt überlegt, ob er den günstigen Sack Torf wirklich kaufen soll, weil er ihn nämlich wahrscheinlich gar nicht braucht, dann ist das doch etwas. Streiten wir so sachlich weiter, werden viele, die das lesen, nachdenklich. Das ist doch wunderbar!
Peter Finke.

Und jetzt Udo Trummers Beitrag:

Torf

Danke Karen, Hermi, Peter Finke, Martin Hallmann, Hansi, und Thomas!

Ihr helft mir, mein Vorurteil bezüglich Foren etwas abzubauen. Zusätzlich darf ich es erleben, daß ein heikles Thema nicht einfach totgeschwiegen sondern unter Wahrung basaler Umgangsformen diskutiert wird. Das hat Qualität!
Vorweg: Auch ich habe Torf- und Torfprodukte als Wasseraufbereiter und als Laichsubstrat (für Nothobranchiusarten) verwendet, so wie ich als Autodidakt nicht nur am Beginn meiner Aquarianerlaufbahn einfach aus der Palette des Zoofachhandels geschöpft und meine Erfahrungen gesammelt habe.
Wer ernsthaft zu hinterfragen beginnt, so finde ich, sollte alleine im Interesse eines möglichst objektiven Resultats („Wahrheit“) ziemlich diszipliniert vorgehen und auch sich selbst gegenüber korrekt bleiben. Gerade im fortgeschrittenen Stadium der Recherchen bzw. in Diskussionen, in der Hitze des Gefechts sozusagen, ist eine Besinnung auf den selben Maßstab für Pro und Contra gut bis notwendig. Karen, Danke auch für den internen Link vom Parosphromenus-Forum hierher, ohne den ich wohl kaum hier gelandet wäre. Daß Du auch die Alternativen hinterfragt hast, ist diese unerläßliche Besinnung auf den selben Maßstab. Leider ist das Wissen über Vorgänge auf dieser Welt nur sehr lückenhaft vorhanden oder zu gut behütet (bei dubiosen Machenschaften aus gutem Grund). Das erschwert Analysen, Diagnosen und letztendlich Lösungen sowie Diskussionen darüber. Wer weiß denn genau über den Torfabbau und seine Folgen bescheid? Wer hat Kenntnisse über die Abbaugeschwindigkeit umweltbelastender Substanzen und ... und ... und ...? Wie können Vor- und Nachteile aufgewogen werden? Was sind Vor- und Nachteile? Für wen? Wir werden uns wohl mit dem Grundsatz „nach bestem Wissen und Gewissen“ begnügen und für neue Fakten offen bleiben müssen.
Martin Hallmann, Sie haben zwei weitere wichtige Punkte hervorgehoben: das Ausmaß des Schadens (durch Torfabbau) und den Willen der Käufer. Die Gewichtung der Auswirkungen und die Schlussfolgerungen, geschweige denn die Entwicklung von Lösungen sind wirklich alles andere als einfach. Das brachte mich auf Informationen und Wissen. Ist nicht auch der Kenntnisstand dafür verantwortlich, was wir wollen – oder eben nicht wollen? Wenn ich nicht weiß, wie ein bestimmtes Produkt den Weg zu mir gekommen ist, dann werde ich mich nicht verantwortlich fühlen bzw. dieses Manko sehr leicht verdrängen können. Ich kann mich doch wirklich nicht um Alles kümmern, oder? Das meine ich nicht ironisch, denn die Zeit ist nun einmal begrenzt (so war mir z. B. die Palmölproblematik bisher auch nicht bewußt). Wäre das nicht eine denkbare Aufgabe für eine Vereinigung wie die IGL, die ja keine Produkte verkaufen muß, sondern „nur“ ihrem Image und ihren Satzungen entsprechen soll („nur“ in „“, weil ich mir gut vorstellen kann, daß dieses „nur“ nicht weniger Arbeit bedeutet)? Mitteilungen, daß Torf für unsere Fischhaltung gar nicht notwendig ist, sind ja schon ein (mutiger?) Anfang. So hat z. B. Alexander Dorn auf seiner Homepage www.nothobranchius.de seine Entscheidung, aus Umweltschutzgründen (fast?) nur mehr Kokosfasern zu verwenden, veröffentlicht und darüber hinaus jeweils die Vor- und Nachteile von Torf und Kokosfasern als Laichsubstrat aufgelistet. Ich hatte in diversen Diskussionen (in Killifischkreisen) oft den Eindruck, daß Leute emotional um ihre bewährte Methode „kämpfen“, als wollte jemand ihnen diese wegnehmen - mittlerweile steigen immer mehr Killifischzüchter auf Kokosfasern um. Es ist ja auch verständlich, wenn - eventuell nach herben Rückschlägen - an erfolgreichen Methoden so lange wie möglich festgehalten wird. Eine Weiterentwicklung und eine Anpassung an veränderte Umweltbedingungen und Einstellungen brauchen natürlich ihre Zeit.
Bezüglich des Torfabbau-Ausmaßes hatte ich so meine diffusen Erinnerungen an mehrfach verjährte Informationen, doch Genaueres wußte ich nicht mehr. Neugierig geworden habe ich google mit „Moore Flächenverlust“ gespeist und war platt. Gemäß Succow, M. & Joosten, H. (Hrsg.) in „Landschaftsökologische Moorkunde“ (2001) beträgt der Flächenverlust von Moorstandorten Mitteleuropas von 90 bis über 99 % (Belgien, Dänemark, Deutschland, Niederlande, Österreich, Schweiz, Tschechien; Ausnahme Polen: 85 %)! Hinzu kommt, daß der ehemalige Anteil der Moore an der jeweiligen Landesfläche nur zwischen 0,4 und 4,9 % betragen hat - Dänemark und die Niederlande sind mit 23 und 36 % die Ausnahmen. Wer sich nun im Gedankenexperiment die Reduktion einer verfügbaren Wohnfläche von 100 m² auf unter 1 m² vorstellt, kann darauf nicht einmal mehr am Computer sitzen und diese Zeilen lesen.
Ein Effekt von Wissen, der sich auch auf Kaufentscheidungen auswirkt, ist die Wertschätzung. Auch für eine weitere Gewichtung müßte die Anonymität der meist hoch spezialisierten, leidtragenden Arten der Verluste an Moorflächen gelüftet werden (die Rote Liste ist dafür eine schaurig geeignete Lektüre). Fleischfressende Pflanzen faszinieren viele Menschen und sogar in Baumärkten werden diese Pflanzen immer wieder angeboten. Wer weiß schon, daß sich auch in unseren Breiten Pflanzen von Insekten ernähren? Wer hat z. B. den Sonnentau im Hochmoor schon dabei beobachtet? Wen wundert das, wenn bloß auf ungefähr 0,042 % der Landesfläche (z. B. in Deutschland) vielleicht die Möglichkeit dazu besteht?

Einen schönen Tag wünsche ich noch frei nach Winston Churchill: „Das meiste Gute entsteht aus Opposition, nicht aus Einsicht.“ - vielleicht schaffen wir ja eine „Ehe“ ... ,

bis zum nächsten Mal
Udo

Peter Finke, Bielefeld


   
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(@tommi)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 20 Jahren
Beiträge: 30
 

Hi Leute!

Ich bin zwar nicht gerade ein alteingesessener Haase hier im Forum, möchte aber auch meien Meinung hier kundtun!
Ich habe mir ein 40er Becken mit Torf als Bodengrund eingerichtet, worauf ich auf diesen Tread hier verwiesen wurde! Ich war mir einer solch gravierenden Bedeutung nicht bewusst, aber sehen wir uns mein Vorgehen genauer an: Ich bin (aus Faulheit, für nichtmal 5 Liter Torf einen ganzen Sack kaufen zu fahren) zu meinen Nachbarn gegangen, habe um 1/4 Eimerchen Torf gebeten und mir den geholt. Rumliegen hatten die Besagten mindestens 6 Säcke, für den Garten!
Ich will nicht die Schuld von mir schieben, aber in welcher Relation stehen 4-5 Liter zu 300-400 Litern?
Die Aquaristik dürfte wohl das kleinste Problem sein, wenn man nicht gerade seine ganze Zuchtanlage damit ausrüstet!
Und zum Thema Buchenlaub/Erlenzäpfen: Wo bekomme ich sowas um diese Jahreszeit her? Soll jeder Einsteiger der saures Wasser benötigt denn bis Herbst warten?

Finde es erfrischend, dass hier nicht gestritten, sondern diskutiert wird, ist nicht in jedem Forum so...

MfG Tommi.


   
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fischmichi
(@fischmichi)
Reputable Member
Beigetreten: Vor 22 Jahren
Beiträge: 382
 

Hallo,

muss mich auch mal zu dem Thema melden. Ich komme aus einer Gegend (am Stadtrand von Berlin) wo das Leitungswasser sehr hart ist. Es liegt zurzeit bei ca. 17° Gesamthärte, ca. 13° Karbonathärte und hat einen ph-Wert von ca. 7,5.
Als ich vor ca. 20-30 Jahren eine Vielzahl von Labyrinthfischen (Macropdus opercularis, Trichogaster leerii, Trichopsis vittata, Colisa lalia, Colisa chuna, Betta smaragdina und in Mengen Ctenopoma weeksii) nachzog, war unser Leitungswasser noch viel härter (Gesamthärte ca. 25°, Karbonathärte ca. 18°). Ab und zu (sehr selten) habe ich das Wasser etwas mit destilliertem Wasser verschnitten. Damals lebte ich noch in der DDR und der Zoo- und Gartenhandel war nicht so üppig ausgestattet wie heute. Mit Torf habe ich ganz selten gearbeitet. Das Mittel meiner Wahl war Eichenrindeextrakt (hab ich mir selbst aus Eichenrinde-Tee aus der Apotheke hergestellt) und Erlenzäpfchen. Torf verwende ich überhaupt nicht mehr, das ganze Handling ist mir viel zu umständlich. Ich verwende nur noch Erlenzäpfchen (findet man übrigens den ganzen Winter über, sogar unterm Schnee), heute natürlich auch in Verbindung mit Wasser aus der Umkehrosmoseanlage und bin damit sehr zufrieden.

Gruß
Michael

fischmichi
Michael Müller

"Die Frage heißt nicht: Können Tiere denken oder reden? Sondern: Können sie leiden?" (Jeremy Bentham)


   
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(@tommi)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 20 Jahren
Beiträge: 30
 

Hallo Michael!

Wenn man die jetzt findet, kann man die dann immernoch benutzen, oder hat man da überhaupt keine Chance, auf welche zu stoßen? (Erlenzäpfchen sind gemeint)

MfG Tommi.


   
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