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P. cupanus - wilde ...
 
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P. cupanus - wilde Eiablage ohne Nestbau

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Scampi
(@scampi)
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Beigetreten: Vor 15 Jahren
Beiträge: 62
Themenstarter  

Am Wochenende habe ich einige Tiere vom schwarzen Spitzschwanzmakropoden - Pseudosphromenus cupanus (WF) - bekommen.

Die Tiere sind in ein alteingesessenes zugewuchertes Pflanzenbecken eingezogen, in dem ich sonst nur mein Najas ziehe.

Montag früh hatte ich an der Oberfläche eine größere Menge vereinzelter kleiner Luftblasen entdeckt und mich gefreut,
daß die so früh schon mit dem Nestbau loslegen. Ich hatte noch nicht mal Gelegenheit, mich richtig in die Tiere einzulesen.

Beim genaueren Hinsehen konnte ich die Luftblasen aber dann als herrenlose und verstreut an der Oberfläche treibende Eier erkennen.

Weit und breit war von einem Nest oder gar einem Elterntier nichts zu sehen.

Die Tiere haben sich wieder in´s Dickicht verzogen und auch nach längerem Beobachten konnte ich nicht feststellen,
daß sich eines der Tiere um die Eier kümmert.

Also habe ich beschlossen, diese zur weiteren Beobachtung abzuschöpfen und in eine durchsichtige Plastikschale überführt.
Da das alles recht spontan passiert ist, steht die nun ohne jegliche Technik einfach auf dem Aquarium.
Darin befindet sich rund ein Liter Wasser bei einer Wasserhöhe von ca.2 cm.

Da treiben die nun.
Fast alle an der Oberfläche, ein paar wenige liegen auf dem Boden.
Bis heute ist nur ein einziges verpilztes Ei am Boden zu finden gewesen.
Die übrigen sind schneeweiß.

Kommen solche "wilden" Eiablagen häufiger vor?
Warum passiert so etwas?

Grüße
Rolf

IGL-Nr. 128


   
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Scampi
(@scampi)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 15 Jahren
Beiträge: 62
Themenstarter  

:bounce:

Gestern beim Licht ausmachen konnte ich ein paar einzelne Larven an der
Wand des Behälters feststellen.

Heute morgen sind das noch deutlich mehr!
Ich schätze mindestens 50 Larven zappeln nun an der Oberfläche herum.

Offenbar gab es also eine Paarung, und nicht nur einen Alleingang eines verwirrten Weibchens.

Die Voraussetzungen für eine Aufzucht sind natürlich alles andere als optimal.
Ich versuche das aber natürlich trotzdem.

Hat jemand eine Idee, warum die Tiere so etwas tun?

Gruß
Rolf

IGL-Nr. 128


   
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Charlyroßmann
(@charlyrossmann)
Noble Member
Beigetreten: Vor 17 Jahren
Beiträge: 1828
 

Hallo, Rolf!
Cupanus können nicht lesen. Deshalb halten sie sich nicht immer an das, was so über ihr Laichverhalten geschrieben wird.
Sie laichen oft in Bodennähe, unter einem Blatt oder in einer Höhle, setzen dann manchmal die Brutpflege an der Oberfläche fort, "ziehen" also um.
Manchmal laicht das Männchen mit einem zweiten Weibchen ab und das erste Weibchen macht sich mit "seinem" Gelege selbsständig. Manchmal wird mit dem ursprünglichen Weibchen ein zweites Mal gelaicht und das Weibchen übernimmt die Pflege des ersten Geleges. Wie auch immer, die Fische sind ein bißchen unberechenbar und deshalb so interessant.
In deinem Fall war es wohl so, daß sie unter einem Blatt gelaicht haben, und ein Teil des Nestes ist zur Oberfläche getrieben. Normalerweise holen die Tiere die Eier dann wieder zurück, oft macht das Weibchen das, aber so ganz klappt das auch nicht immer.
Also, freu dich drüber, daß du mit deinen Fischen eine gute Wahl getroffen hast, sie gehören zum Interessantesten, was es an Fischverhalten so gibt, das Problem ist, man muß genau hingucken, sonst kriegt man's nicht mit.
Und noch eine Frage, interessehalber: haben deine Fische irgend eine Herkunftsangabe?
Viel Freude mit den Fischen und halt uns auf dem Laufenden!
Charly

"wir müssen uns Sisyphos als glücklichen Menschen vorstellen" A. Camus
" wir müssen uns Camus als Dummschwätzer vorstellen" Sisyphos


   
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Scampi
(@scampi)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 15 Jahren
Beiträge: 62
Themenstarter  

Hallo Charly,

vielen Dank für deine Erläuterungen
So wie du das schilderst, macht das Sinn.

Da ich ausser Najas/Nixkraut keine weiteren Pflanzen im Becken habe,
war da nicht viel mit Laichen unter einem Blatt.
Auch andere Einrichtungsgegenstände gibt es nicht.

Da ist das schon gut möglich, daß die in diesem Kraut abgelaicht haben,
die Eier aber dort keine Halt gefunden haben und nach oben getrieben sind.

Da ich mich erst seit letztem Herbst so intensiv mit den Labyrintern überhaupt beschäftige,
sind das alles völlig neue Vorgänge für mich.

Ich habe mich ja wie an anderer Stelle schon geschrieben, jahrelang nur mit Cichliden beschäftigt.
Die Kleben ihre Eier halt irgendwo hin und fertig. :lol:
Daher sind mir solche Dinge unbekannt.

Die asiatische Welt wird da sicher noch viele solcher neuen interessanten Erlebnisse für mich parat haben.

Die cupanus - und auch P. dayi -- sind für mich hoch interessant,
da die im Vergleich zu meinem früheren Gebiet ja doch eher "filigran" sind.
Das ist in vielen Dingen eine völlig andere Welt.

Zu deiner Frage wegen der Herkunft:
Die Tiere stammen laut Aquarium Glaser aus Kerala - Indien.

Beste Grüße
Rolf

IGL-Nr. 128


   
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Charlyroßmann
(@charlyrossmann)
Noble Member
Beigetreten: Vor 17 Jahren
Beiträge: 1828
 

Okay!
Gleiche Herkunft wie meine.
Auch von Glaser, auch aus Kerala.
Aber vor drei Jahren.
Gruß
Charly

"wir müssen uns Sisyphos als glücklichen Menschen vorstellen" A. Camus
" wir müssen uns Camus als Dummschwätzer vorstellen" Sisyphos


   
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