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P. dayi aus dem Handel - Krankheitsanfällig

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Michael Köhler
(@michael-koehler)
Active Member
Beigetreten: Vor 17 Jahren
Beiträge: 12
Themenstarter  

Hallo zusammen,

ich habe seit ein paar Monaten Pseudosphromenus dayi. Ursprünglich sechs Tiere, die ein 112 l -Becken für sich hatten. Gut bepflanzt, abwechslungsreich ernährt, haben sie sehr bald abgelaicht. Bald darauf ging es aber los: Ein Männchen bekam einen sehr aufgetriebenenen Bauch, fraß nicht mehr und musste irgendwann getötet werden. Ein Weibchen hat seit geraumer Zeit ein merkwürdiges Geschwür am Mund, frisst aber noch gut und zeigt zumindest gelegentlich Laichfärbung. Ein weiteres Männchen wird zunehmend Teilnahmsloser und sondert sich dauerhaft ab, hat darüber hinaus ein Geschwür an der Afterflosse...

Was ist da los? Sind die so anfällig gegen Fisch-TBC (dafür halte ich diesen Symptomkomplex), wie etwa Colisa lalia oder Trichopsis pumila?

Wasserwechsel geschieht alle zwei Wochen, beheizt wird nicht, aber dank Sommer und Obergeschosswohnung hat das Wasser trotzdem um 28°.

Ansonsten habe ich die als sehr unproblematisch erlebt, wäre schade, wenn die mir mit der Zeit wegsterben.

Danke und bis demnächst,

Michael


   
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marcus aus B.
(@marcus-aus-b)
Estimable Member
Beigetreten: Vor 17 Jahren
Beiträge: 105
 

Hallo Michael,

habe P. dayi schon öfter gepflegt und vermehrt. Hatte noch nie Probleme mit den Fischen.
Teilweise kamen diese auch aus dem Handel, das andere waren IGl-Nachzuchten.

28°C Wassertemeratur, Dachgeschosswohnung?! Eieiei... das kühlt bestimmt im Moment nich so schnell ab.
Aus meinen Erfahrungen, würd ich sagen, die Tiere mögen es lieber kühler.
Evtl. haben sie Temperaturstress und daher kommen die geschwüre, bzw. bricht das TBC aus.

Vieleicht hilft es schon den Tieren abkühlung zu verschaffen.

Schöne Grüße
Marcus

IGL 060
RG-Leiter BERLIN

"Wir sind uns selbst noch immer ein Rätsel und entfernen uns immer weiter vom Paradies, wenn wir vergessen, welche Bedeutung die Natur für uns hat." E.O.Wilson


   
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emha
 emha
(@emha)
Honorable Member
Beigetreten: Vor 18 Jahren
Beiträge: 693
 

Ich habe selbst auch Probleme mit dayi gehabt. Bei guter Pflege, gleichmäßig hohen Temperaturen und zu guter Fütterung sind sie anfällig. Folgendes meine ich erkannt zu haben:

1. Keine hohen, zumindest keine permanent hohen Temperaturen. Sie kommen daher, wo die Schwankungen extrem sein können. Charly Rossmann sollte was dazu sagen.

2. Ernährung eher knapp und mit ballaststoffreichem Futter (Wasserflöhe, Cyclops), Trockenfutter ist auch ok. (sie fressen nicht soviel davon).

Zu 2. habe ich eigene konkrete Ermittlungen. Junge dayis sterben irgendwann bei 2-3cm Größe, wenn sie ausschließlich mit Artemia ernährt werden. Noch eklatanter: Dayis kann man in kurzer Zeit totfüttern, wenn man extrem eiweißreiches Futter über längere Zeit gibt. Mein Versuch war: Lobstereier - die werden wie wild (gerne und viel) gefressen - nach einigen Wochen gibts die ersten dicken Bäuche (Leberverfettung) und die Tiere wachsen nicht mehr. Danach kommen die bakteriellen Infektionen und TBC-Symptome dazu.

So ist es leider. Fange neu an und füttere anders. Das sollte helfen.

Martin Hallmann


   
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Michael Köhler
(@michael-koehler)
Active Member
Beigetreten: Vor 17 Jahren
Beiträge: 12
Themenstarter  

Hallo Martin, danke für die Ausführungen. Mein Fütterungsregime sieht, seit ich sie habe, so aus:

Ich füttere immer abwechselnd gefrorene Cyclops, gefrorene große Artemia, versetzt mit Algen, gefrorene weisse Mückenlarven, lebende Springschwänze aus eigener Zucht, wenig Flockenfutter (das sie aber gerne fressen), das alles immer abwechselnd und in annähernd gleicher Menge. Möglicherweise aber tatsächlich zuviel, auch wenn sie keinen gemästeten Eindruck machen. Gelegentlich Lebendfutter aus dem Handel, vor allem Wasserflöhe und weisse Mückenlarven Ich muss endlich mal einen Tümpel zum Futterfangen finden...

Mir ist auch aufgefallen, dass sie bei kühleren Temperaturen gut stehen und auch laichen. Ungeheizt in der kühleren Jahreszeit habe ich ca. 23° im Becken, das schien mir völlig ausreichend. Vöölig gegenteilig zu den Angaben in der Literatur, aber das ist ja nicht ungewöhnlich...

Michael Köhler


   
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Charlyroßmann
(@charlyrossmann)
Noble Member
Beigetreten: Vor 17 Jahren
Beiträge: 1828
 

Hallo, Michael!
Marin hat in allen Punkten recht.
Dayi müssen knapp gefüttert werden. Am besten mit ballaststoffreichem Futter(Wasserflöhe, Cyclops). Und keine Proteinbomben! Vor allem mit Artemia legst du sie zuverlässig um.
P. dayi war früher ein Anfängerfisch und ist ein"Wohlstandsproblemfisch" geworden, weil er oft von allem zu viel und zu gleichmäßig geboten bekommt.
Charly

"wir müssen uns Sisyphos als glücklichen Menschen vorstellen" A. Camus
" wir müssen uns Camus als Dummschwätzer vorstellen" Sisyphos


   
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Pico378
(@pico378)
Active Member
Beigetreten: Vor 13 Jahren
Beiträge: 12
 

Hallo,

ich halte seit ca. 3 Monaten 6 P. dayi. Habe sie im Hande gekauft.
Sie leben in 450L (Gesellschaftsbecken) bei 25°C. 2x die Woche gibts "Teichfutter" (denke das sind zum Großteil Wasserflöhe), 2x die Woche gibts TK-Futter (rote oder weiße Mückenarven, Cyclops oder Bosmiden) und 1x die Woche Flockenfutter. Also 2 Fastentage die Woche.
Trot das es Tiere aus dem Hande sind, die noch recht jung waren als ich sie bekam, und sich erst in den letzten 2 Wochen so richtig ausfärben, sind sie mittlerweile fleißig am balzen und bauen auch schon das 1. Schaumnest.
Warscheinlich wird im Gesellschaftsbecken nicht viel Nachwuchs durchkommen, aber den Erwachsenen scheint es prächtig zu gehen!!!
Händlertiere können also auch "gut" sein.
Sobald ich meinen ganzen anderen Fischnachwuchs los bin und wieder ein kleines Becken frei habe, werde ich ein P. dayi-Pärchen zur Zucht ansetzen, um mal ein paar Junge durchzubekommen.
Finde die P. dayi einfach klasse!

Gruß
Niki

1x 1000L Gesellschaftsbecken
5x 54L Becken
1x 450L Gesellschaftsbecken
2x 112L Becken
1x 30L Becken


   
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K. de Leuw
(@k-de-leuw)
Noble Member
Beigetreten: Vor 17 Jahren
Beiträge: 2034
 

Hallo zusammen,

ich kenne sie auch nur als sehr robust. Ich hatte mal welche aus dem Handel, die sich auch erfolgreich vermehrten. Da sich meine Prioritäten änderten, züchtete ich sie nicht mehr weiter. Die letzten beiden Exemplare, die ich wegen ihrer Beflossung beide für Männchen hielt, zeigten dann irgendwann starke Vergreisungserscheinungen. Da ich mit dem Aquarium anderes vorhatte, setzte ich sie zu einer Gruppe Flösselhechte, die mal über Nacht mehrere Paare doppelt so langer Schwertträger (die eigentlich Lebendfutter produzieren sollten) verputzt hatten. Die beiden Spitzschwanzmakropoden leben noch mehrere Monate in Gesellschaft der Flösselhechte und hatten mehrmals Larven im Schaumnest, ohne dass ich spezielles Futter für sie gereicht hätte!

Und ein Tipp für Dich, Michael: Ein 10-l-Eimer mit Wasser und einigen trockenen Grashalmen an einer schattigen Stelle im Garten oder Balkon besetzt mit einer halben Tüte Wasserflöhe aus dem Handel kann bis zum Frost eine recht ergiebige Wasserflohquelle sein. Eine vorsichtige Zufütterung mit Algenpulver oder so kann das Ergebnis noch verbessern. Besser ist natürlich eine Moina-Zucht in der Wohnung.

Gruß, Klaus


   
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Michael Köhler
(@michael-koehler)
Active Member
Beigetreten: Vor 17 Jahren
Beiträge: 12
Themenstarter  

Und ein Tipp für Dich, Michael: Ein 10-l-Eimer mit Wasser und einigen trockenen Grashalmen an einer schattigen Stelle im Garten oder Balkon besetzt mit einer halben Tüte Wasserflöhe aus dem Handel kann bis zum Frost eine recht ergiebige Wasserflohquelle sein. Eine vorsichtige Zufütterung mit Algenpulver oder so kann das Ergebnis noch verbessern. Besser ist natürlich eine Moina-Zucht in der Wohnung.

Gruß, Klaus

Hallo Klaus, geht das auch im Keller, oder muss etwas Sonneneinstrahlung sein? Garten und Balkon sind bei mir leider Mangelware. Moina hatte ich auch ins Auge gefasst, den Gedanken wegen der zu erwartenden Geruchsentwicklung aber wieder verworfen.

Danke an alle für die Tips, ich werde die Ernährung der Tiere umstellen und reduzieren, dabei Mückenlarven und Flocken nur noch ein- bis zweimal in der Woche geben. Die Temperatur wird jetzt ja wieder zurückgehen und sich wohl bei 22-24° einpendeln, wie im Frühsommer auch. Zwei Paare habe ich noch, die beide auch gut aussehen. Vor allem die Männchen sind eine echte Augenweide.

Alles in allem ein gutes Beispiel dafür, dass in der Literatur oft nicht alles steht, was wichtig sein könnte.

Gruß, Michael


   
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Michael Köhler
(@michael-koehler)
Active Member
Beigetreten: Vor 17 Jahren
Beiträge: 12
Themenstarter  

Allerdings habe ich eben einen Jungfisch von ca. 1 cm Länge im Hornkrautdschungel entdeckt - der erste. Hoffentlich sind es noch ein paar mehr.


   
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