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B. channoides Säure...
 
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B. channoides Säureintoleranz

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PatrickG
(@patrickg)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 9 Jahren
Beiträge: 80
Themenstarter  

Hallo Forengemeinde,

vor einigen Tagen fiel in einem meiner beiden Becken mit B. channoides der pH Wert auf ca. 4,7 ab. Die Tiere wurden apathisch, lagen auf dem Boden und pumpten schwer. Einige hatten Linsentrübungen und stark abstehende Kiemendeckel. Nach der Zugabe von Leitungswasser haben sich alle Exemplare innerhalb von wenigen Tagen wieder vollständig erholt.

Gruß
Patrick


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Charlyroßmann
(@charlyrossmann)
Noble Member
Beigetreten: Vor 17 Jahren
Beiträge: 1828
 

Hmm!
Hat sich immer noch nicht rumgesprochen, daß Betta channoides kein Schwarzwasserfisch ist?
Gruß
Charly

"wir müssen uns Sisyphos als glücklichen Menschen vorstellen" A. Camus
" wir müssen uns Camus als Dummschwätzer vorstellen" Sisyphos


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PatrickG
(@patrickg)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 9 Jahren
Beiträge: 80
Themenstarter  

@charly: War mir schon bekannt, nur selbst "ausprobiert" hatte ich es bis dahin nicht...zum Glück haben sie es gut überstanden.


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Charlyroßmann
(@charlyrossmann)
Noble Member
Beigetreten: Vor 17 Jahren
Beiträge: 1828
 

Hallo, Patrick!
Muß man so was ausprobieren? Und muß man es dann auch noch posten? Und muß man sich dann wundern, wenn die Aquaristik in puncto "nicht artgerechte Haltung" mal wieder die A...karte hat?
Gruß
Charly

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PatrickG
(@patrickg)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 9 Jahren
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Themenstarter  

das war kein geplanter Versuch, daher auch ausprobiert in Anführungszeichen. Den pH habe ich ja nicht absichtlich nach unten gedrückt, er fiel eben wegen der verbrauchten Härte ab. Warum sowas posten, naja um diese Erfahrung anderen mitzuteilen, vielleicht ist der ein oder andere ja froh um die Info und passt besser auf sein Wasser auf als ich.


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Charlyroßmann
(@charlyrossmann)
Noble Member
Beigetreten: Vor 17 Jahren
Beiträge: 1828
 

Hallo, Patrick!
Auch wenn das kein geplanter Versuch war, denk dran, hier kann jeder mitlesen.
Und der Schluß: "die wollen Exoten pflegen und haben ihr Aquarienwasser nicht im Griff" wird sehr schnell gezogen. Von den falschen Leuten.
Mal davon abgesehen, daß die Säureintoleranz von Betta channoides wirklich nix Neues ist.
Gruß
Charly

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PatrickG
(@patrickg)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 9 Jahren
Beiträge: 80
Themenstarter  

Wo kommen wir den hin, wenn wir - nur wegen einiger Leute - über unsere Fehlschläge nur noch hinter verschlossener Tür im stillen Kämmerlein oder einer dunklen Ecke im Hinterhof berichten können.

Ja, theoretisch war die Säureintoleranz nichts neues für mich, dennoch waren es meine ersten persönlichen Erfahrungen damit. Und wenn es auch nur einem weiteren Aquarianer/und Fisch weiter hilft, hat sich unsere Unterhaltung schon gelohnt. Was sich nebenbei irgendein "Tierrechtler" zusammen reimt, ist mir egal.

Was habe ich denn davon, wenn ich hier nur poste, was ich alles kann und wie gut ich mich auskenne? Mir geht es hier um Informationsaustausch zwecks Erkenntnisgewinn zum Wohle meiner Tiere. Dazu gehören auch Fehler und deren kritische Betrachtung.

Wenn wir uns nicht mehr offen zu unserem Hobby bekennen können bzw. uns permanent für unser Handeln rechtfertigen müssen, haben unsere (selbsterklärten) Gegner schon fast gewonnen - das möchte ich nicht!

Gruß
Patrick


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chidrup
(@chidrup)
Prominent Member
Beigetreten: Vor 10 Jahren
Beiträge: 764
 

Hallo Patrik,

mich interessiert die Ursache für den Säuresturz. Soviel ich weiss ist bei fehlenden Puffern die Nitrifikation dafür verantwortlich, weil im Aquarium das anaerobe Millieu zu schwach vertreten ist. Nach meinem Verständnis gleicht ein guter Pflanzenwuchs die Säurebildung der Bakterien aus.
Was meinst Du?

Gruß

Chidrup Rolf Welsch IGL 288
"Die Wahrheit ist ein pfadloses Land" Jiddu Krishnamurti


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KlausW
(@klausw)
Estimable Member
Beigetreten: Vor 20 Jahren
Beiträge: 223
 

Hallo!

Ich gebe PatrickG vollkommen recht, natürlich muss er über Rückschläge berichten können, damit andere gewarnt sind.

Betta channoides hat keine Säureintoleranz, wo kommt denn das Märchen her? Sie kommen aus butterweichem Wasser und der natürliche pH Wert in solchen Gewässern ist bei pH 5,5.
Bei mir haben die immer solch niedrigen Werte gehabt und vertragen es gut, ein pH Wert von 4,7 halte ich für diese Fischart für problemlos aushaltbar. So wie es klingt, war das eher tatsächlich ein dramatischer Säuresturz über einen größeren pH Wertbereich, so wie die Symptome beschrieben sind.

Rolf fragt ja richtigerweise nach den Ursachen dafür, da fängt es an, spannend zu werden mit der Ursachenforschung.

Ein anderes Beispiel ist Betta macrostoma: Eigentlich kein Schwarzwasserfisch, bei mir verdichtet sich es, dass erfolgreiche Zucht bei einigen Züchtern oft einen niedrigen pH Wert (ca. im Bereich pH 5-6) zur Voraussetzung hatte. Ich denke mal, dass dadurch die Gefahr des bakteriellen Drucks auf die Eientwicklung gemindert wird. Auch ich habe solche pH Werte gehabt, bis mir Wolfgang Kopp erklärte, dass macrostoma das eigentlich nicht voraussetzt. Aber er hatte einen Bypass an Osomosefrischwasser im Einsatz, wie es sonst kaum jemand machen kann. Bei reinem Osmosewasser muss zwinglich die Keimentwicklung stärker beachtet werden (permanenter Wasserwechsel, keine Bakterienreaktoren im Becken durch faulendes Futter etc.)

Grüße
Klaus Weissenberg

“Willst du den Charakter eines Menschen erkennen, so gib ihm Macht.” (Abraham Lincoln)


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Frank246
(@frank246)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 15 Jahren
Beiträge: 80
 

Hallo Patrick,
alles richtig gemacht.

Hallo Klaus,
verstehe ich im Moment nicht so ganz mit dem Bypass. Sei so freundlich und erkläre mir das genauer.

Gruß
Frank

Bestand aktualisiert 14.09.2011
Betta albimaginata & B.antoni & channoidea & dimidata & enisae & ferox & krataios & macrostoma & 2 Fo. pallifina & schalleri & stikmosa
3 Fo. patoti & pinguis & .pugnax "Bintan" und Langkawi &
3 Fo.unimaculata & spez."Pham & spez."Sematan" & B.waseri &raja & renata


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KlausW
(@klausw)
Estimable Member
Beigetreten: Vor 20 Jahren
Beiträge: 223
 

Hallo Klaus,
verstehe ich im Moment nicht so ganz mit dem Bypass. Sei so freundlich und erkläre mir das genauer.

Gruß
Frank

Na ja, er ließ einfach ständig frisches Osmosewasser dazu laufen. Wie genau, weiß ich auch nicht, aber es war quasi wirklich immer ein permanenter Frischwasserzulauf vorhanden. Warum ich "bypass" abgespeichert habe, weiß ich nicht mehr, er hatte mir das mündlich erklärt.
Der Trick ist einfach, dass das ein normaler Sterblicher nicht machen kann aus Kostengründen. In einer norwegischen Lachszuchtanstalt geht das leichter! ;-)

Grüße
Klaus Weissenberg

“Willst du den Charakter eines Menschen erkennen, so gib ihm Macht.” (Abraham Lincoln)


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Henning Zellmer
(@henning-zellmer)
Estimable Member
Beigetreten: Vor 14 Jahren
Beiträge: 130
 

Hallo zusammen,
Betta channoides hat nach den Erfahrungen der letzten Jahre immer wieder Probleme bereitet, auch bei sehr erfahrenen Aquarianern. Sie kommen aus Weich-, aber nicht aus Schwarzwasser und sind (eigentlich) zwischen pH 4 und 7 zufrieden, wenn das Wasser wirklich keimarm ist. Sie können aber offensichtlich Schwankungen der Wasserwerte - auch innerhalb ph 4 - 7 - überhaupt nicht gut vertragen. 50-%ige-Wasserwechsel mit Frischwasser (die z.B. die größeren Maulbrüter lieben) sind nicht zu empfehlen. Ich habe weniger Probleme, seit ich das Wasser vor dem notwendigen regelmäßigen Wechsel einige Tage im Eimer abstehen lasse und wirklich immer das gleiche Wasser verwende (bei mir ist das Regenwasser, etwa pH 6,5), an das ich sie gewöhnt habe. Es ist also m. E. nicht nur der pH-Wert an sich, der Probleme macht, sondern auch ein starker Wechsel in kurzer Zeit. Vielleicht gibt es deshalb osmotische Probleme, die schwerwiegender sind als bei anderen Fischen?
Zudem ist schwierig, dass sie nach meinen Erfahrungen Strömung gar nicht mögen. Eine Filterung sollte also möglichst keine starke Strömung erzeugen. Gleichzeitig sind sie faule und verwöhnte Fresser, lassen gerne Futter übrig, das man dann unbedingt absaugen muss (gerade Artemien!!).
Starker Pflanzenwuchs ist zwar gut, aber erstens geht da manchmal die Sichtkontrolle verloren (man muss seine Fische sehen, um zu bewerten, wie es ihnen geht) und zweitens muss man sehr aufpassen, dass abgestorbene Pflanzenteile nicht das Wasser belasten.
Wenn man die Beckengröße zu klein wählt, ist die Gefahr schneller pH-Wert-Veränderungen größer: also lieber größere Becken nehmen!
Unter dem Strich lohnt es sich, dass wir noch etwas genauer hinschauen, die Wasserwerte nachmessen und unsere Beobachtungen mitteilen, sammeln, auswerten...
Viele Grüße
Henning


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chidrup
(@chidrup)
Prominent Member
Beigetreten: Vor 10 Jahren
Beiträge: 764
 

Hallo,
zwar habe ich bislang keine Betta Erfahrung, trotzdem möchte ich hier auf Widersprüche aufmerksam machen.

Henning schreibt: Sie kommen aus Weich-, aber nicht aus Schwarzwasser

Charly schreibt charmant: Hat sich immer noch nicht rumgesprochen, daß Betta channoides kein Schwarzwasserfisch ist?

im LabyrintherWiki steht unter Vorkommen unbenannter Schwarzwasserbach!
Bei Horst Linke wird unter Terra typica ein Schwarzwasserfluss angegeben und als Biotop ein Schwarzwasserbach beschrieben.
Ich bitte um Erklärung!
Gruß

Chidrup Rolf Welsch IGL 288
"Die Wahrheit ist ein pfadloses Land" Jiddu Krishnamurti


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Henning Zellmer
(@henning-zellmer)
Estimable Member
Beigetreten: Vor 14 Jahren
Beiträge: 130
 

Ich habe meine Info von meinen Exporteuren, die mir u.a. auch Tiere von Pampang geliefert haben. Das ist allerdings eine Info um mindestens eine Ecke, weil die Exporteure ihre Fänger fragen mussten. Ich habe die Biotope nördlich Samarinda nicht selbst besucht.
Wir haben allerdings auch keinen Anlass, der Beschreibung von Vierke auf unserer website nicht zu glauben, der "teebraunes" Wasser angibt. Vielleicht können vielleicht eine Klärung von IGL'ern erhalten, die selbst schon mal dort waren?
Ich erinnere mich momentan nicht, wer mir gesagt hat, ich solle channoides besser nicht in Schwarzwasser halten. Daraufhin hatte ich ja bei den Exporteuren nachgefragt...
Meine Erfahrungen sind jedenfalls in saurem Klarwasser (wobei ich auch da immer 2-3 Erlenzapfen in den Eimer werfe, während das Regenwasser absteht) gut.


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KlausW
(@klausw)
Estimable Member
Beigetreten: Vor 20 Jahren
Beiträge: 223
 

Henning,

das ist auch so richtig! Als der Phil Dickmann und der Frank Grams die zwei Arten Betta albimarginata und Betta channoides mitgebracht hatten, waren die Wasserwerte wie die eines "Rasborenbachs": niedriger Leitwert (um die 50-100 µS), pH Wert zwischen knapp unter 6 und knapp über 6, die albis kamen aus einem relativ großen Fluss und hatten stabilere Wasserwerte, so meine Erinnerung. "Rasborenbäche" haben generell einen braunen Farbstich, da immer Blätter mit im Spiel sind, aber sie haben wohl keinen Torfeinfluß wie oft bei den richtigen Schwarzwasserbiotopen. Im albimarginata Fluß gab es eine riesige Ansammlung treibender Blätter an der Wasseroberfläche und dort in dieser dicken Schicht fingen sie maulbrütende Tiere. Sauerstoffreich, wie es für einen Maulbrüter gut ist, Versteckplätze für einen scheuen "zarten" Fisch wie den albimarginata gerade recht.

Wenn ich WW mache mit 90% und mehr, dann ganz sicher nicht mit Fischen, die das nicht gewöhnt sind. So wie beim Eisbaden in Sankt Petersburg oder anderswo sollte der Organismus das doch ein bisschen gewöhnt sein. :cool:

Wenn ich bei denselben Tieren lange keinen WW gemacht habe, fange ich wieder mit höchstens 30-50% an und dann auch nur mit wirklich dem gleichen Wasser wie gehabt, keine Veränderung nach Möglichkeit bei pH und Osmosität. So nach und nach gewöhne ich sie dann wieder an die Dramatik und dann machen den Fischen meiner Erfahrung nach solche Veränderungen nichts aus. Bei albimarginata und channoides habe ich regelmässige (wöchentliche!) WW gemacht mit 50-90% => no problem!

(War der Knut nicht auch mal dort, hallo Knut?)

Grüße
Klaus Weissenberg

“Willst du den Charakter eines Menschen erkennen, so gib ihm Macht.” (Abraham Lincoln)


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