Internationale Gemeinschaft für Labyrinthfische e.V.

Telefon: +49 152 28868116 | E-Mail: gf@igl-home.de

Benachrichtigungen
Alles löschen

Blaualgen

23 Beiträge
12 Benutzer
0 Likes
13.3 K Ansichten
Charlyroßmann
(@charlyrossmann)
Noble Member
Beigetreten: Vor 18 Jahren
Beiträge: 1828
Themenstarter  

Hallo!
Ja, all ihr Klugsch..., ich weiß, das sind keine Algen, sondern so eine Art Bakterien, aber weil sie wie Algen funktionieren, werde ich sie weiter Blaualgen nennen.
Bisher gibt es zwei relativ zuverlässige Bekämpfungsmethoden.
ie erste ist mit H2O2, also Erhöhung des Redoxpotentials(Klaus d.L., was ist das Redoxpotentia?). ie zweite ist mit Antibiotika. Weil Blaualgen Bakterien sind, sprechen sie gut auf Antibiotika an. Mein Favorit ist Gentamycin. Enrofloxazin und Chloramphenicol gehen auch, greifen aber möglicherweise die Pflanzen an.
Und die dritte Methode klingt so fantastisch, daß ich sie hier mal zur Diskussion stellen will. Man kann möglicherweise Blaualgen mit Nitrat bekämpfen. Nein, das ist jetzt keine Trollerei. Blaualgen brauchen im Gegensatz zu richtigen Pflanzen kein Nitrat im Wasser, weil sie ihren Stickstoffbedarf mit Luftstickstoff decken können.
Sie binden dabei natürlich Stickstoff und tragen damit zu einem erhöhten Nitratgehalt im Wasser bei, wenn sie absterben.
Wenn also der Nitratgehalt im Wasser so niedrig ist, daß die Pflanzen Mangel leiden, haben die Blaualgen einen Wettbewerbsvorteil um die anderen knappen Ressourcen, also Eisen, Kalium, Phosphor und CO2.
Der Ausweg: man versorgt die Pflanzen so gut mit Nitrat, daß ihre
Phosphor-, Eisen-, Kalium- und CO2-Aufnahme so groß wird, daß die Blaualgen absterben. Dazu passen folgende Befunde: Blaualgen wachsen bei mir am besten in den am schwächsten besetzten und am besten gefilterten Becken und sie wachsen gar nicht in stark besetzten und intensiv befütterten Aufzuchtbecken. Dort wächst dafür das Javamoos am besten. Wenn Blaualgen nicht so häßlich wären, würde ich sie ja einfach lassen, denn sie scheinen ein Anzeiger dafür zu sein, daß die Wasserbedingungen für die Fische günstig sind. Nicht für die Pflanzen natürlich, aber das ist ja auch nicht das selbe.
Die ganze Sache hat in einem Gespräch zu der Information geführt, daß Pflanzenaquarianer die Blaualgen mit Blaukorn bekämpfen. Das trau ich mich dann doch nicht.
Also: wer hat Infos zu dem Thema, wer hat Theorien, wer hat Erfahrungen, wer hat Meßwerte?
Gruß
Charly

"wir müssen uns Sisyphos als glücklichen Menschen vorstellen" A. Camus
" wir müssen uns Camus als Dummschwätzer vorstellen" Sisyphos


   
Zitat
(@sig11)
Estimable Member
Beigetreten: Vor 17 Jahren
Beiträge: 140
 

Hi,

ich hab jetzt nicht viele Becken, aber meine sind stark bepflanzt und mäßig besetzt. Der NO3 Gehalt im Leitungswasser ist vernachlässigbar. Und ich hatte in allen früher oder später Blaualgen. Ich hab dann angefangen zu düngen. Auch den Nitrat Dünger von DRAK (Zusammensetzung: http://www.drak.de/de/produkte/duenger/eudrakon-n.html ), aber auch den Eisen- und Spurenelementedünger und den Phosphatdünger. Ich hab jetzt nur noch gelegentlich Grünalgen.

Meine Theorie war auch: ich sorg für optimalen Pflanzenwuchs, und nicht gezielt für suboptimale Blaualgenbedingungen.

Gruß,
Andreas

IGL 352


   
AntwortZitat
Bettina76
(@bettina76)
Estimable Member
Beigetreten: Vor 14 Jahren
Beiträge: 117
 

Hi,

in meinen letzten Jahren habe ich, wenn ich die Becken ganz normal gestaltet habe, d. h. mit Mix-Pflanzen und sehr gut bepflanzt, noch nie Blaualgen gehabt.

Lediglich bei 3 Versuchen kamen welche. Und das immer dann, wenn ich mal ein Becken "stylisch" einrichten wollte, so a la Amano. :P

Also wenn ich nur 2-3 Pflanzenarten genommen habe, und die auch überwiegend sehr lichtbedürftig und langsam wachsend waren. Als da z. B. waren Pogostemon helferi, glossostigma und hemianthus cuba.

Bei allen drei Versuchen wo ich auf diese Art bepflanzt habe, kamen Blaualgen.

Logik dahinter? Schlussfolgerung???

KEINE AHNUNG!!!

Bettina

Bettina

Man hat immer ein Becken mehr, als man wollte, und doch immer eins zuwenig.


   
AntwortZitat
chk
 chk
(@chk)
Noble Member
Beigetreten: Vor 22 Jahren
Beiträge: 1803
 

Blaualgen zu Aquarienpflanzen umtaufen :P

Charly, Du als Kurpfu... klar, dass Du mit Antibiotika nur so um Dich schmeissen kannst.
:wink:
Schreib mir mal ein Rezept, dann will ich Deine Theorie ausprobieren.

Bis dahin bleibt mir nicht viel mehr übrig als diese Blaubakterien als Aquarienbepflanzung schön finden zu müssen oder einfach 2 Wochen lang kein Licht im Becken zu haben.
Gruss, chk

>===:{ } >=:]
IGL 103


   
AntwortZitat
Bettina76
(@bettina76)
Estimable Member
Beigetreten: Vor 14 Jahren
Beiträge: 117
 

denn sie scheinen ein Anzeiger dafür zu sein, daß die Wasserbedingungen für die Fische günstig sind.

Hi,

über den Satz bin ich erst beim zweiten Lesen gestolpert.

Ist das tatsächlich so? Ich bin immer davon ausgegangen, daß das Wasser sozusagen "kippt" und die Bakterien die Fische eher vergiften /schädigen könnten auf Dauer.

Hm...sehr merkwürdig. Kannst Du mir das erklären, warum das so sein soll? (mein ich ganz ehrlich die Frage)

Bettina

Man hat immer ein Becken mehr, als man wollte, und doch immer eins zuwenig.


   
AntwortZitat
chk
 chk
(@chk)
Noble Member
Beigetreten: Vor 22 Jahren
Beiträge: 1803
 

Ciao zusammen
bevor ich auch noch Fadenalgen zu Aquarienpflanzen erhebe: kann mir jmd. etwas sagen, was gegen diese hilft?
(ausser: noch mehr Pflanzen ins Becken).
Gruss, chk

>===:{ } >=:]
IGL 103


   
AntwortZitat
Steffen.P(defekt)
(@steffen-pdefekt)
Estimable Member
Beigetreten: Vor 14 Jahren
Beiträge: 241
 

Hallo

7 Tage Becken gut abdecken und weg sind die Blaualgen....... Wasserwerte hin oder her..... ist lediglich ein Faktor zum auslösen der Blaualge...... Blaualge kann sich nur am Rand des Blaualgenbefall vermehren im Inneren sind die Bakterien nicht mehr Vermehrungsfähig....... habe da mal lang was rum getestet.

gruss Steffen

IGL 081


   
AntwortZitat
Steffen.P(defekt)
(@steffen-pdefekt)
Estimable Member
Beigetreten: Vor 14 Jahren
Beiträge: 241
 

Hallo Christian. Fadenalgen sind doch echt eine schönheit und nützlich im gegensatz zu den Blaualgen. Wir können mal Wassertest bei dir machen.....hab da noch so ein Koffer ich denke dein Po4 ist im Himmel.

Gruss Steffen

IGL 081


   
AntwortZitat
 Jan
(@jan)
Reputable Member
Beigetreten: Vor 19 Jahren
Beiträge: 278
 

Hallo Christian,

Fadenalgen - nicht einfach mehr an irgendwelchen Pflanzen, sondern Ceratopteris thalictroides. Das hilft innerhalb von 1-2 Wochen schon, insbesondere zusammen mit etwas weniger Licht (was bei zunehmender Oberflächenabdeckung aber auch von alleine geschieht).

Grüsse,
Jan.

IGL 159 Bestand: Arnoldichthys spilopterus WF; Ctenopoma acutirostre WF; Fundukopanchax gardneri; Macropodus opercularis "Quan Nam", M. erythroptherus "Dong Hoi"; Microctenopoma fasciolatum F1; Pterophyllum scalare "Belèm Sky Blue“; Trichopodus/Trichogaster leerii WF; Trichopodus/Trichogaster microlepis WF.


   
AntwortZitat
Charlyroßmann
(@charlyrossmann)
Noble Member
Beigetreten: Vor 18 Jahren
Beiträge: 1828
Themenstarter  

Hallo, Bettina!
Es ist ein ganz alter Trugschluß, daß Fische und Pflanzen die gleichen Ansprüche ans Wasser stellen. Den Pflanzen kann gar nicht genug Nitrat und CO2 drin sein, bei den Fischen ist das, wie wir alle wissen, nicht so.
Das Wasser, in dem die Pflanzenzüchtereien ihre Pflanzen aufziehen, würde einen halbwegs empfindlichen Fisch ruckzuck umlegen. Und die Blaukornnummer, mit denen die Cryptocorynenfreaks ihre Pflanzen düngen, ist für die Fische auch nicht so der Hit.
Blaualgen sind zwar biologisch-systematisch Bakterien, ökologisch aber Pflanzen. Wenn sie nicht so sch... aussehen und vor allem riechen würden, hätte ich gar nix dagegen. Meine Fische haben jedenfalls keine Probleme damit, die Pflanzen schon.
@Christian: ich habe eine wunderbare Fadenalge, ideal als Laichsubstrat, wächst zuverlässig unter allen möglichen Bedingungen. du kannst einen Ansatz haben. Und bevor du mit Antibiotike rummachst, Wasserstoffperoxid(H2O2) 3% 20 ml auf 100l Wasser. Bringt die Blaualgen um, läßt die Pflanzen leben bis auf Monosolenium, und den Fischen isses völlig egal.
Wo du das Zeug herkriegst? Söchting Oxidatorlösung, ca sieben Euro pro Liter im Zoohandel. das ist nix anderes als H2o2, gibt es in Konzentrationen von 3 und 6 %
Gruß
Charly

"wir müssen uns Sisyphos als glücklichen Menschen vorstellen" A. Camus
" wir müssen uns Camus als Dummschwätzer vorstellen" Sisyphos


   
AntwortZitat
(@anonymous)
Noble Member
Beigetreten: Vor 12 Jahren
Beiträge: 1413
 

Hi,

Ich bin geschockt, Antibiotika ins Aquarium gegen Algen?
War das nicht mal für kranke Tiere und Menschen entwickelt worden?

Und wir sind doch hier alle fortgeschrittene Aquarianer die wissen wie man mit Algen umgeht......meine beiden Varinaten......

Beispiel 1, Algenbecken:

Hier hängt soviel Licht drüber, dass die Algen wuchern und dann lass ich sie wuchern. Können sie ja auch ohne andere Pflanzen, ohne Konkurrenz. Ergibt wunderschöne Becken.....ich liebe die Fäden, Büschel und die hübschen Blaualgen die mit ihrer Farbe schöne Kontraste setzen.

Wenn ich als an einen Fluss oder See komme werden Algen mitgenommen und sofort ins Becken geschmissen. Wachsen sie weiter? Verändern sie ihr Wuchsart, Form oder Farbe? Ist einfach interessant.

Bilder:

Auch hier wachsen Algen.......sechs Stunden Beleuchtungszeit - 18 Watt auf 420l, wäre immernoch zuviel für Varinate 2.

Drin sind Stichlinge, echte Killer die sich in den 420l von 11 auf 6 dezimiert haben. 4-5 hätten gereicht, hätte nicht gedacht, dass die so aggressiv sind. Aber unglaublich interessant, da ist immer Action. Empfehl ich jedem mal, ein Becken für heimische Fische.....

Beispiel 2,

Was noch einfacher ist, einfach so wenig Licht drüber, dass die Algen gar nicht wachsen können und man hat seine Ruhe. Auch keine Blaualgen.

Gerade z.B. bei Channabecken, da sind die Algenbecken zu hell für und die Fische würden gestresst werden.

Wasserwechsel muss man in keinem Becken mehr machen, nur noch verdunstetes Wasser auffüllen alle 1-2 Monate und einmal die Woche füttern. Als Pflanzenbesatz reichen in allen meinen Becken Wasserlinsen.
Ist einfach super nur noch füttern zu müssen.....deswegen hab ich ja Aquarien für interessante Fische und nicht um mir um Algen, deren Bekämpfung, Wasserpflanzen oder Dünger nen Kopp zu machen.

Spart Geld, Nerven und bringt mehr Zeit. Ist nur schlecht für den Handel :P


   
AntwortZitat
CARNIVORE
(@carnivore)
Reputable Member
Beigetreten: Vor 14 Jahren
Beiträge: 317
 

Hi!
Absolut genial!!!!!!!!

Nico :wink:

Grüße von
IGL 057


   
AntwortZitat
K. de Leuw
(@k-de-leuw)
Noble Member
Beigetreten: Vor 18 Jahren
Beiträge: 2034
 

Hallo zusammen,

nein, Charly, ich werde Redoxpotential nicht erklären. Sagen wir einfach mal: Wir erhöhen die Menge gelösten Sauerstoffs, und zwar Sauerstoff in einer seiner aggressivsten Formen.
Nein, Charly, Cyanobakterien funktionieren überhaupt nicht wie Algen, denn die meisten Bekämpfungsmethoden beruhen doch gerade auf ihrem bakterienartigen Stoffwechsel. Dazu kommt die Stickstofffixierung sowie die Eigenart, organisches Material für eigenen Zwecke auszuschlachten.
Die direkte Gabe von 3%iger Wasserstoffperoxidlösung würde ich nur bei ziemlich scheuen Fischen versuchen. Schwimmen die nämlich aus Neugierde ode Fressucht dort hinein, bekommt das ihren Kiemen ggf. nicht gut. Die Söchting-Oxidatoren hingegen lassen sich risikofrei auch mit 10%iger betreiben. Die Lösung gibt es übrigens in der Apotheke billiger als im Aquarienladen, wenn man die beim ersten Kauf erhaltene Flasche nachfüllen lässt, ist es noch einmal billiger. Ich kaufe auch schon mal die Literpackung 30%ige, da mein Bedarf für andere Zwecke größer ist, bin deswegen auch schon mal im Bombenbauerbuch der Apotheke gelandet. Bitte das Zeug im Kühlschrank aufbewahren, dort hält es bedeutend länger. Und passt auf Eure Augen auf! Die handelüblichen Lösungen sind übrigens mit Phosphorsäure stabilisiert, es wäre interessant zu wissen, ob der Phosphatgehalt durch die Therapie messbar steigt.
Will man es unbedingt medikamentös versuchen, benötigt man nicht unbedingt eine Tierarztpraxis, sondern kann aus dem Zooladen jedes Medikament nehmen, das gegen Bakterien gerichtet ist.
Das mit dem Dünger klappt auch, egal ob Flüssigdünger für die Aquaristik oder der für die Zimmerpflanzen. Fragt mich bei letzterem aber nicht nach der Dosierung, ich habe etwa ein 20stel von dm verwendet, was man für Gießwasser nimmt, aber ohne Garantie. Die Düngermethode wurde übrigens von einer greisen Männerbande Paros ohne Anzeichen von Unwohlsein vertragen.

Gegen grüne Fadenalgen in Pflanzenbecken helfen vermutlich nur zwei Methoden: Befallene Sachen wegwerfen oder Garnelen, am besten Amanogarnelen. Für Schlangenkopfhalter ist es übrigens egal, ob sie Tiefkühlgarnelen oder Amanos nehmen, das Ergebnis unterscheidet sich nur im finanziellen Aufwand. Bei befallenen Pflanzen, die nicht im Boden verwurzelt sind, oder (bemoosten) Einrichtungsgegenständen kann man dieses / diese auch aus dem Aquarium nehmen und in ein Extrabecken mit Garnelen legen, da reichen bisweilen wenige Tage. Wenn die Bande hungrig ist, kann man den Erfolg im Halbstundentakt verfolgen.

Gruß, Klaus


   
AntwortZitat
Charlyroßmann
(@charlyrossmann)
Noble Member
Beigetreten: Vor 18 Jahren
Beiträge: 1828
Themenstarter  

Hallo!
Noch mal was zur Klärung:
Natürlich sind Blaualgen keine Algen, sondern Bakterien. deshalb sprechen sie ja auch auf Antibiotika an.
Aber ökologisch funktionieren sie wie Algen oder andere Pflanzen, d.h. sie betreiben Photosynthese und machen aus CO2 und Wasser mit Hilfe des Lichtes als Energielieferant Zucker. Aus dem Zucker machen sie dann all das, was sie sonst noch so brauchen. Aber im Gegensatz zu Pflanzen haben sie noch ein paar Tricks drauf. Sie können den zum Proteinaufbau benötigten Stickstoff direkt aus der Luft aufnehmen. Richtige Pflanzen brauchen dafür Nitrat oder Ammonium. Außerdem gibt es Hinweise dafür, daß bestimmte Blaualgen ihren Kohlenstoffbedarf nicht wie Pflanzen aus dem CO2 decken müssen, sondern im Wasser gelöste organische Stoffe benutzen können.
@Annach: habe ich richtig gelesen? Kein Wasserwechsel? Nur nachfüllen?
Du kannst dir ausrechnen und ich meine tatsächlich rechnen, was dann in relativ kurzer Zeit härte- und nitratmäßig in deinen Aquarien los sein wird. Gruselig! Beispiel: als Jungspund war ich auch der Meinung, ich müßte keinen Wasserwechsel machen, nur nachfüllen. Ergebnis: von den 3KH des Ausgangswassers hatte ich das Aquarienwasser damit innerhalb eines halben Jahres auf 10KH aufgehärtet. Ganz einfach, die Härte verdunstet nicht mit, wird aber bei jedem Nachfüllen "ergänzt". Was mit dem Nitrat war, weiß ich nicht, die Relationen dürften ähnlich gewesen sein.
Und ansonsten: Algenbecken können sehr schön sein. Ich hatte eine Zeit lang Aquarien, die mit Wurzeln und Steinen eingerichtet waren. alles war mit einem Rasen aus wunderschön grünen Pelzalgen überzogen, sogar die gröberen Steine des Bodens waren grün bepelzt. Die Cryptocorynen, die da auch drin waren, bleiben seltsamerweise algenfrei.
Ja, aber Blaualgen, besser bekannt als Schmieralgen, sind häßlich, stinken, wachsen extrem schnell und machen die Pflanzen nieder. Zu so schönen Agenaquarien wie du sie da hast, sind sie nicht zu brauchen. Und, vor allem, sie binden Luftstickstoff und setzen den als Ammoniak frei, wenn sie absterben, erhöhen also langfristig die Ntratbelastung im Auarium.
Und@Klaus: wegen der Fischkiemen benutze ich nur 3%iges H2O2. Das ist harmlos, das kann man sich ohne Probleme über die Hände kippen. Ich benutze es in der Praxis zur Wundbehandlung, zur Zahnfleisch- und Zahnreinigung und zum Abszeßspülen. Das Zeug kann in so einer geringen Konzentration sogar auf Schleimhäute gebracht werden. Brennt nicht annähernd so wie Jod.
Gruß
Charly

"wir müssen uns Sisyphos als glücklichen Menschen vorstellen" A. Camus
" wir müssen uns Camus als Dummschwätzer vorstellen" Sisyphos


   
AntwortZitat
(@thomasg)
Reputable Member
Beigetreten: Vor 16 Jahren
Beiträge: 325
 

Sehr interessantes Thema, welches ich mit sehr großem Interesse mitverfolge.

@Annach: habe ich richtig gelesen? Kein Wasserwechsel? Nur nachfüllen?
Du kannst dir ausrechnen und ich meine tatsächlich rechnen, was dann in relativ kurzer Zeit härte- und nitratmäßig in deinen Aquarien los sein wird.

Wenn nun aber reines Regenwasser mit ohne Härte nachgefüllt wird, müßte es eigentlich funktionieren. Das Nitrat wird ja evtl. auch durch die vorhandenen Algen "verkonsumiert"?

Und, vor allem, sie binden Luftstickstoff und setzen den als Ammoniak frei, wenn sie absterben, erhöhen also langfristig die Ntratbelastung im Auarium.

Wenn aber das Nitrat sich erhöht und Blaualgen keine erhöhten Nitratwerte mögen, dann müsste sich das Blaualgenproblem mit der Zeit von alleine lösen, bis wieder weniger Nitrat vorhanden ist und die Population sich wieder "erholt".

Nun noch ein paar Worte zu meinen Erfahrungen mit diesen, ja unerfreulichen, Tierchen.

Ich habe schon die Dunkelkur probiert (75% Wasserwechsel, alles was geht mechanisch entfernen und 3 Tage absolute Dunkelheit); funktioniert bedingt und manchmal nur sehr kurzfristig, d.h. wenn man Pech hat, sind nach einer Woche die Blaualgen wieder da.
Habe es auch schon mal mit H2O2 probiert. Das Ergebnis ist auch ernüchternd. Teilweise haben die Pflanzen Schäden (Chryptocorinen und Lotus schmelzen, Hornkraut schmeisst alle Blätter ab ...), die Ruhe hält etwas länger, als bei der Dunkelkur. Bei zu hoher Dosierung haben nicht nur die Pflanzen Schäden, sondern es erwischt auch die Fische - also mit Vorsicht zu geniessen!
Dann habe ich noch die Methode mit altem Filterschlamm ausprobiert und diese funktioniert zwar auch nicht zu 100%, aber immer noch besser und ohne Chemie. Wasserwechsel, alles absaugen, dann Frischwasser und zusätzlich Schlamm aus einem Becken in dem kein Blaualgenproblem ist zufügen. Soll nach dem Prinzip funktionieren, dass andere Bakterien die Cyanos "verdrängen".
Antibiotika würde ich für solche Peanuts eher nicht verwenden wollen.

Gruessle aus Stuttgart
Thomas G

IGL 259


   
AntwortZitat
Seite 1 / 2
Teilen: