Internationale Gemeinschaft für Labyrinthfische e.V.

Telefon: +49 152 295 479 00 | E-Mail: gf@igl-home.de

Fischverbreitung du...
 
Benachrichtigungen
Alles löschen

Fischverbreitung durch Wasservögel

45 Beiträge
8 Benutzer
0 Likes
24 K Ansichten
K. de Leuw
(@k-de-leuw)
Noble Member
Beigetreten: Vor 20 Jahren
Beiträge: 2037
 

Hallo Charly,

also ein paar stattliche Channa argus einsetzen? :fisch:

Gruß, Klaus


   
AntwortZitat
Charlyroßmann
(@charlyrossmann)
Noble Member
Beigetreten: Vor 20 Jahren
Beiträge: 1828
Themenstarter  

Hallo!
Ein Bekannter von mir hat Hechte ausgesetzt. Ist nicht so der Bringer.
Gruß
Charly

"wir müssen uns Sisyphos als glücklichen Menschen vorstellen" A. Camus
" wir müssen uns Camus als Dummschwätzer vorstellen" Sisyphos


   
AntwortZitat
 CPS
(@cps)
Reputable Member
Beigetreten: Vor 15 Jahren
Beiträge: 475
 

Hallo.
Blöde Idee, Hechte auszusetzen. Und die verhungern am Ende der Aktion?

Zurück zum Thema. Wenn NICHT Vogelfedern, wie findet die Verbreitung
denn dann nach Eurer Meinung statt? Immer auch vor dem Hintergrund, dass
die Verbreitung plus Zeit auch Einfluss auf die Artenbildung hat.


   
AntwortZitat
Charlyroßmann
(@charlyrossmann)
Noble Member
Beigetreten: Vor 20 Jahren
Beiträge: 1828
Themenstarter  

Hallo!
Nein, die Hechte fressen sich gegenseitig und den Letzten holt dann der Graureiher.
Macht euch keine Sorgen um die Hechte, die Pseudorasboren vermehren sich schneller als die Hechte sie fressen können.
Nach meiner Meinung findet eine Verbreitung von Fischlaich durch Vögel überhaupt nicht statt.
Das ist nichts anderes als eine nette Geschichte, die sich jemand ausgedacht hat und die dann einer vom anderen abschreibt.
Die Fische wandern in die Gewässer auf dem Wasserweg ein.
Jedes große Gewässer hat bei unseren Niederschlagsverhältnissen einen Ablauf, zumindest zeitweise, und der führt letzten Endes in irgend ein Flußsystem. So kommen die Barsche und die Plötzen und die Stichlinge usw. in die Gewässer, auch wenn sie nicht eingesetzt wurden.
Gruß
Charly

"wir müssen uns Sisyphos als glücklichen Menschen vorstellen" A. Camus
" wir müssen uns Camus als Dummschwätzer vorstellen" Sisyphos


   
AntwortZitat
 CPS
(@cps)
Reputable Member
Beigetreten: Vor 15 Jahren
Beiträge: 475
 

... auch bergauf?
Und das auch auf tropische Verhältnisse betrachtet.


   
AntwortZitat
Charlyroßmann
(@charlyrossmann)
Noble Member
Beigetreten: Vor 20 Jahren
Beiträge: 1828
Themenstarter  

Hallo!
Bergauf nicht. Deswegen unterscheidet sich die Fischfauna des Bodensees von der des Hochrheins.
Gruß
Charly

"wir müssen uns Sisyphos als glücklichen Menschen vorstellen" A. Camus
" wir müssen uns Camus als Dummschwätzer vorstellen" Sisyphos


   
AntwortZitat
 CPS
(@cps)
Reputable Member
Beigetreten: Vor 15 Jahren
Beiträge: 475
 

Hallo,

soweit es Bodensee und Hochrhein angeht und mit dem Wissen, dass Maraenen nicht in Flüsse "überschwappen", soweit so gut.

Und jetzt nimm mal den erdgeschichtlich blutjungen Betta imbellis (oder das, was wir gerade dafür ansehen), wie hat sich der über Sumatra, Singapur, die malaiische Halbinsel, Borneo, Laos, die vietnamesische Insel Phú Quốc sowie in Teilen Nord- und Süd-Thailands verbreitet, von knapp unter Meereshöhe bis auf 950 m darüber im Danau Toba?
Die Trennung der Festlands- und Inselfaunen muss sich vor 500.000 - 300.000 Jahren abgespielt haben.
Es ist nicht anzunehmen, dass zu diesem Zeitpunkt bereits derart großflächig Betta imbellis verbreitet war, dass damit jedes Inselchen versorgt werden konnte.

Ja ja, das ist mit Vogeltransport nicht erklärbar, aber ohne eben auch kaum transparent.


   
AntwortZitat
Charlyroßmann
(@charlyrossmann)
Noble Member
Beigetreten: Vor 20 Jahren
Beiträge: 1828
Themenstarter  

Stop!
Betta imbellis kommt auf Borneo nicht vor, da gibt es überhaupt keinen Vertreter der B. splendens-Artengruppe und auch nicht in Laos. Nicht in Nordthailand und nicht in Südvietnam. Das engt den Teilnehmerkreis schon erheblich ein. Übrig bleiben die malaiische Halbinsel und der Nordwesten von Sumatra, Gebiete also, die in der letzten Eiszeit Landverbindung hatten und von einem gemeinsamen Flußsystem entwässert wurden.
Und jetzt zur Höhenverbreitung: außer den Eiszeiten gab es ja auch Warmzeiten, in denen der Meeresspiegel höher lag als jetzt. Und da wurden Bewohner der Küsteneben, und als solchen müssen wir B. imbellis ansehen, die Berge hinauf geschoben.
Bei den Badis- und Dario-Arten wundert sich niemand darüber, daß die auch noch mehrere hundert Meter über dem Meer vorkommen. Der burmesische Inle-See liegt über 600 m hoch(der Toba-Tee 800) und es gibt dort Fadenfische(die gibt es in zwei Arten auch im Toba-See) und Badis ruber. Zur Verbreitung der Fische im Toba-See gibt es eine interessante Theorie: der Toba-See, der ja als größter See des tropischen Asiens den einen oder anderen Endemiten beherbergen müßte, hat keine(es gibt im Toba-See überhaupt sehr wenige Fischarten), während es im wesentlich kleineren Inle-See deren mehrere gibt. Erklärung: der Toba-See war als Vulkansee nach seiner Entstehung Jahrtausende lang fischfrei und die Fische wurden bei der Besiedlung des fruchtbaren See-Umlands von den Menschen eingeführt. Incl. Betta imbellis.
Gruß
Charly

"wir müssen uns Sisyphos als glücklichen Menschen vorstellen" A. Camus
" wir müssen uns Camus als Dummschwätzer vorstellen" Sisyphos


   
AntwortZitat
K. de Leuw
(@k-de-leuw)
Noble Member
Beigetreten: Vor 20 Jahren
Beiträge: 2037
 

Hallo zusammen,

Warum sollten Fische nicht bergauf wandern? Aale, Forellen, Lachse und Co. machen das jährlich, der Betta-unimaculata-Formenkreis besiedelt in der Trockenzeit während der Regenzeit leergeschwemmte Bachgebiete bergauf springend neu, usw.

Gruß, Klaus


   
AntwortZitat
Charlyroßmann
(@charlyrossmann)
Noble Member
Beigetreten: Vor 20 Jahren
Beiträge: 1828
Themenstarter  

Hallo!
Dazu noch ein Beobachtung mit Betta imbellis.
In Nordwest-Sumatra bei Bohorok/Bukit Lawang, da wo der Bohorok-Fluß aus den Gunung Leuser-Bergen in die Ebene tritt, besiedeln die Fische die ruhigen Schwemmlandstreifen in den Innenkurven der schnellfließenden Flüsse. Und der Bohorok fließt schnell genug, daß die Touristen darauf mit zusammengebundenen Reifenschläuchen "raften"können.
Gruß
Charly

"wir müssen uns Sisyphos als glücklichen Menschen vorstellen" A. Camus
" wir müssen uns Camus als Dummschwätzer vorstellen" Sisyphos


   
AntwortZitat
 CPS
(@cps)
Reputable Member
Beigetreten: Vor 15 Jahren
Beiträge: 475
 

Hallo,

das mag ja zwar alles so sein ... aber ist doch nur ansatzweise und sehr unbefriedigend erforscht.

Es ist ziemlich unwissenschaftlich, sich mit so einfachen Antworten abzufinden. Warum sollten welche (?) Menschen ausgerechnet den für die Ernährung und alle anderen anthropomorphen Bedürfnisse ebenfalls unnützen Betta imbellis zum Gipfel eines Kratersees transportieren? Dass der dort vorkommt, ist ja völlig anders zu erklären als beispielsweise Jurameerrelikte wie Salaria fluviatilis oder die zu Nahrungszwecken überall hin verschleppten großen Fadenfische und Helostoma.
Wieso sprechen wir in tropischen Starkregen- und Überschwemmungszonen überhaupt von "Verbreitungsgrenzen" und "lokalen Vorkommen"?
Dass maulbrütende Kampffische Steigungen überwinden ist wahrscheinlich, aber Schaumnestbauer?
Nochamal: zu einfach. Es muss zu der Verbreitung über permanente und temporäre Wasserwege weitere Möglichkeiten geben ... eben weil die Kampffische entwicklungsgeschichtlich so jung sind.


   
AntwortZitat
Charlyroßmann
(@charlyrossmann)
Noble Member
Beigetreten: Vor 20 Jahren
Beiträge: 1828
Themenstarter  

Hallo!
Warum sollten die Betta imbellis nicht unabsichtlich verschleppt worden sein? Das ist hier mit Pseudorasbora parva ja auch passiert.
Und wenn Badis ruber und Trichogaster labiosa den Aufstieg in den Inle-See geschafft haben, warum sollte das Betta imbellis mit dem Toba-See nicht auch gelungen sein?
Der Abfluß des Toba-Sees ist kein reißender Fluß, er hat viel Zeit, um vom Toba-See in die Straße von Malakka zu fließen. Und dort, im Küstentiefland Nordwestsumatras, lebt B. imbellis in guten Beständen.
Nur die Guppies und die Tilapien sind sicher nicht aus eigener Kraft in den Toba-See gelangt.
Gruß
Charly

"wir müssen uns Sisyphos als glücklichen Menschen vorstellen" A. Camus
" wir müssen uns Camus als Dummschwätzer vorstellen" Sisyphos


   
AntwortZitat
 CPS
(@cps)
Reputable Member
Beigetreten: Vor 15 Jahren
Beiträge: 475
 

Hallo,

kann es nicht umgekehrt sein? Also Badis ruber breitet sich aus dem Salween + Irrawaddy-Becken in Richtung Mekong aus? Und Colisa labiosa ist das Relikt einer nach Indien ausgebreiteten Gattung? Was spricht dagegen?
Ich weiß, die Logik, aber sollte man darüber nicht auch nachdenken?


   
AntwortZitat
Charlyroßmann
(@charlyrossmann)
Noble Member
Beigetreten: Vor 20 Jahren
Beiträge: 1828
Themenstarter  

Hallo!
Natürlich gehört der Inle-See zum Irrawaddy-Einzug. Aber das erklärt nicht, wie die Fische da raufgekommen sind. Dort erschaffen worden? "Samt den Löchern in den Socken"?(Bertrand Russell)
Gruß
Charly

"wir müssen uns Sisyphos als glücklichen Menschen vorstellen" A. Camus
" wir müssen uns Camus als Dummschwätzer vorstellen" Sisyphos


   
AntwortZitat
 CPS
(@cps)
Reputable Member
Beigetreten: Vor 15 Jahren
Beiträge: 475
 

Hallo ...

... was macht man aus Löchern in Socken, Scheuklappen?

Natur ist prinzipiell einfach. Also warum flussaufwärts,
wenn es bergab viel einfacher geht? Wir reden ja von
kleinen Süsswasserfischchen, nicht von anadromen Arten.

Es ist doch nachvollziehbar, dass sich eine Art durch
Ausbreitung "nach unten" verschieden einnischt und
dort weiter entwickelt/verändert .... dass ein kleiner
Fadenfisch oder Blaubarsch uphill Burma klettert
um dort rot zu werden oder dicke Lippen zu bekommen
ist nicht wahrscheinlicher.


   
AntwortZitat
Seite 3 / 3
Teilen: