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AKTUELLE ZUCHTERFOLGE UND ZUCHTPROBLEME

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(@peter-finke)
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Beigetreten: Vor 21 Jahren
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Ich habe mich noch nicht zu einer Generalrevision des Paro-Forums entschließen können, da die Voraussetzungen dafür (vorübergehende Auslagerungspostkästen) noch fehlen. Aber ich möchte einen neuen Kasten aufmachen: Zuchterfolge und -probleme.

Wir sollten hier von dem berichten, was sich aktuell in unseren Paro-Becken tut. Und ich fange gleich mal an:
- P. anjunganensis (Import Aquafisch 2006, erhalten über Lothar Hermann) mit einer Brut nach der anderen. Hier tritt bald das Problem auf, dass zu viele Jungfische im Becken herumschwimmen. Aber die Fließbandproduktion läuft.
- P. aff. rubrimontis (Import Galser 2006, erhalten über Martin Hallmann) laichen zum dritten oder vierten Mal. Die Eier entwickeln sich auch. Bisher habe ich aber keine freischwimmenden Jungfische gesehen; womöglich verbergen sie sich nich im Javamoos.
- P. paludicola (ohne Fundort, Stammtiere erhalten 2003 über Bernd Bussler) laichen wieder, nachdem es etwa ein halbes Jahr ruhig war! Es ist eine sehr schöne Form mit sehr langem Schwanzflossenfilament. Die Jungfische entwickeln sich auch.
- P. deissneri (Stammtiere Fundort Bangka 7, Armitage et al. 2001, erhalten 2006 über Allan Brown) haben heute zum dritten Mal gelaicht. Leider haben sich die Eier die beiden ersten Male nicht entwickelt. So etwas kommt anfangs gelegentlich vor; die Tiere sind noch jung.
Bei meinen anderen Paroarten ist es zur Zeit eher ruhig. Ich werde noch nicht ganz schlau aus diesen Rhythmen. Während ich z.B. die deissneri durch Frischwassergaben und Artemiafütterung sichtlich stimulieren kann, hat das gleiche bei den filamentosus oder den blue line zumindest zur Zeit keine solche Wirkung. Da sind geheimnisvolle Faktoren am Werke, die ich noch nicht durchschaue.
Wie sieht es bei anderen aus?

Peter Finke, Bielefeld


   
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chrisne84
(@chrisne84)
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Beigetreten: Vor 19 Jahren
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Hallo Peter,

das hört sich doch gesamt gesehen sehr gut an. Das die deissneri schon das 3. mal gelaicht haben ist erfreulich. Und das mit der Entwicklung wird hoffentlich auch bald im Griff sein und die ersten Jungen kommen dann auch hoch. Das die anjunganensis und rubrimontis so gut produzieren ist wirklich sehr schön. Anjunganensis ist ja auch noch nicht so verbreitet.

Hier mal meine aktuellen Geschehnisse:

- Mein altes Paar P. linkei was ich schon 2 Jahre habe und nicht genau weiss, woher es stammt, scheint sich nach so langer Zeit doch etwas besser zu verstehen. Das Männchen hat ein Schaumnest in seiner Fotodose gebaut und ist mit dem Weibchen in einer sehr Farbenfrohen Interaktion.
Ich hoffe, dass sich da bald mal ein Gelege entwickelt. Das hätte ich nämlich nicht mehr gedacht. Sie scheinen wirklich alt zu sein.
- P. quindecim von Karen hat schon mehrere Gelege gehabt, aber leider haben sie sich nicht entwickelt. Ich hoffe, das sich dies bald ändern wird.
- P. ornaticauda hat zur Zeit wieder ein kleines Gelege von ca. 15 Eiern, mal sehen was sich daraus entwickelt. Die letzten Gelege sind immer verschwunden!
- P. paludicola- meine juvenile Gruppe von Karen konnte ich in erste Paare aufteilen, mal sehen was das wird. Nochmal besten Dank an KAren!
- P. filamentosus- hier das selbe wie bei P. paludicola! Das erste Paar ist schon an einen erfahreren, jungen Aquarianerkollegen hier in Berlin weitergegeben. Majo's Paar muss sich erst noch rauskristalisieren!
- P. sumatranus von Karen sehen alle nach Weibchen aus und wirken eigenartig langgezogen. Ich weiss nicht recht, ob sie sich richtig entwickelt haben. Oder ist das normal bei den sumatranus?

Peter, wenn du nach Berlin kommen solltest, wäre ich gerne ein Abnehmer für deine nagyi aber unbedingt auch für die anjunganensis und die rubrimontis!
Ich wäre auch gerne bereit eine Patenschaft für eine der Arten hier in Berlin zu übernehmen. Ich habe gerade leider kein Überblick, welche Arten schon genug Patenschaften haben!

Ein parofreundlichen Gruss aus Berlin

Chris

IGL 115


   
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(@peter-finke)
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Beigetreten: Vor 21 Jahren
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Themenstarter  

Mein altes Paar P. linkei was ich schon 2 Jahre habe und nicht genau weiss, woher es stammt, scheint sich nach so langer Zeit doch etwas besser zu verstehen. Das Männchen hat ein Schaumnest in seiner Fotodose gebaut und ist mit dem Weibchen in einer sehr Farbenfrohen Interaktion. Ich hoffe, dass sich da bald mal ein Gelege entwickelt. Das hätte ich nämlich nicht mehr gedacht. Sie scheinen wirklich alt zu sein.

Man sollte sich immer an das Extrembeispiel erinnern: Günter Kopic hat deissneri, die sechs oder sieben Jahre alt sind und nach Jahren des Nichtstuns doch noch mal gelaicht haben.

P. quindecim von Karen hat schon mehrere Gelege gehabt, aber leider haben sie sich nicht entwickelt. Ich hoffe, das sich dies bald ändern wird.

Hier muss man abwarten. Manche jungen Fische brauchen mehrere Gelege, bis es klappt. Manchmal aber scheinen die Eier permanent unbefruchtet zu sein, Ich habe zurzeit ein solches junges deissneri-Paar.

P. ornaticauda hat zur Zeit wieder ein kleines Gelege von ca. 15 Eiern, mal sehen was sich daraus entwickelt. Die letzten Gelege sind immer verschwunden!

Manchmal hilft es, die Beleuchtung abends nicht abzuschalten, sondern eine Nacht durch brennen zu lassen, ev. auch in abgedimmter Form.

paludicola - meine juvenile Gruppe von Karen konnte ich in erste Paare aufteilen, mal sehen was das wird. Nochmal besten Dank an KAren!
- P. filamentosus- hier das selbe wie bei P. paludicola! Das erste Paar ist schon an einen erfahreren, jungen Aquarianerkollegen hier in Berlin weitergegeben. Majo's Paar muss sich erst noch rauskristalisieren!

Chris, das ist ein ganz wichtiger Punkt: Wir müssen versuchen, zumindest in den größeren Städten, kleine regionale Parozellen aufzubauen. Es kann nie darum gehen, die Paros zu Zoohandelsfischen zu machen; dafür eignen sie sich nicht. Aber sie haben alle guten Eigenschaften, um einige ernsthafte Aquarianer an sich zu binden. Und dies brauchen wir mittel- und langfristig, wenn wir es diesmal mit Forum und Gruppe schaffen sollen, sie nicht wieder aussterben zu lassen wie früher. Ich trage mich mit dem Gedanken, ein Paro-Buch zu schreiben.

P. sumatranus von Karen sehen alle nach Weibchen aus und wirken eigenartig langgezogen. Ich weiss nicht recht, ob sie sich richtig entwickelt haben. Oder ist das normal bei den sumatranus?

Es ist normal bei denen, dass sie langgezogen aussehen; sie erinnern in der Körperform ein bisschen an ornaticauda[/]. Aber: auch meine sumatranus waren sehr klein und "langgezogen", und die dritte Generation jetzt bleibt dünn und klein. Vielleicht ist dies eine Degenerationserscheinung. Gegenwärtig gibt es bei Uta Hanel http://www.rasbora.de sehr gute, große, farbige sumatranus! Sie versendet auch.

Peter, wenn du nach Berlin kommen solltest, wäre ich gerne ein Abnehmer für deine nagyi aber unbedingt auch für die anjunganensis und die rubrimontis!
Ich wäre auch gerne bereit eine Patenschaft für eine der Arten hier in Berlin zu übernehmen. Ich habe gerade leider kein Überblick, welche Arten schon genug Patenschaften haben!

Chris, für alle diese Arten ist es noch zu früh. Bei den anjunganensis sehe ich kein Problem, es gibt genügend Jungfische. Bei den aff. rubrimontismuss man abwarten, dass sich mal schwimmende Jungfische zeigen. Aber es ist wohl nur eine Frage der Zeit. - Spätestens irgendwann Anfang nächsten Jahres bin ich in Berlin. Dann sollte man mal die regionaler Paroianer für ein paar Schwatzstunden zusammenrufen und beraten, wie man eine kleine, aber feine regionale Parogruppe aufbauen könnte. Ich würde mit Vorträgen helfen.

Peter Finke, Bielefeld


   
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chrisne84
(@chrisne84)
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Hallo liebe Parofreunde,

also es ist wirklich passiert, die linkei haben seit den 2 Jahren die ich sie jetzt habe, das erste Gelege produziert. Es sind zwar nicht viele Eier, aber mal abwarten, wie sich das ganze entwickelt.

Deinen Gedanken ein Parobuch zu schreiben, finde ich sehr gut. Ich bin ja nun kein "alter Hase" wie viele alte Parokenner in dieser Gemeinschaft, aber, dass es in Sachen Paros so viele wichtige und neue Dinge zu berichten und auch zu komprimieren gibt in einem Parobuch steht auch für mich fest. Du hattest mir, glaube ich, mal geschrieben, das evtl. im Tetra-Verlag ein Parobuch von Jürgen Schmidt und anderen geplant war. Ist dieses Projekt jetzt völlig vom Tisch?

Wegen deinem Paronachwuchs musst du ja sehen und entscheiden, was abgegeben werden kann. Aber wenn du Anfang nächsten Jahres abgabefähige Arten, die ich oben nannte hast, dann empfange ich sie mit offenen Armen.

Ein schönes und erholsames Wochenende wünscht der gestresste Architekturstudent aus Berlin!

Chris

IGL 115


   
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(@peter-finke)
Noble Member
Beigetreten: Vor 21 Jahren
Beiträge: 1349
Themenstarter  

Zunächst Gratulation zum linkei-Gelege! Man soll die Hoffnung nie aufgeben.
Das tue ich auch bei meinen deissneri nicht, obwohl jetzt das dritte Gelege nicht befruchtet war. Ich habe ja noch ein zweites Männchen im Becken, aber das ist unterlegen und traut sich nichts. Vielleicht muss ich den dominanten Herrn einmal herausfangen.
Heute habe ich den ersten freischwimmenden Jungfisch der aff. rubrimontis gesehen, und weitere Larven hängen im Filmdöschen.
Dafür ist aus der Brut der paludicola offenbar nichts geworden. Es sind keine freischwimmenden Jungfische zu sehen. Aber auch hier ist die nächste Brut schon in Vorbereitung.
Zu den Büchern schreibe ich Dir eine private Mail; das Thema eignet sich nicht für das Forum. Hier nur soviel: Das Buch, das Du ansprichst, ist nicht von J. Schmidt, sondern von G.Kopic und J. Geck. Aber leider ist es noch nicht erschienen. Man kann nur hoffen, dass es noch erscheint.

Peter Finke, Bielefeld


   
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(@thomas-p)
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.) Parosphromenus quindecim (Kal. Barat: Manismata/Nangah Tayap Glaser 2002; erh.v.Dieke) mittlerweile mit dem neunten Gelege. Die erhöhte Futtermenge konnte den Kannibalismus nicht einschränken, dementsprechend schwimmen weniger Jungfische im Becken als angenommen, dafür habe ich jetzt schlagartig Unmengen an Planarien.
.) Parosphromenus ornaticauda (Yap 2005; erh.v.Brown) dürften ebenfalls Jungtiere haben.

Thomas

Flüsse voller Leben Rettet den Regenwald


   
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chrisne84
(@chrisne84)
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Beigetreten: Vor 19 Jahren
Beiträge: 114
 

Hallo Thomas,

sehr schön zu hören, dass deine ornaticauda gelaicht haben. Wie groß waren denn die Gelege/das Gelege. Wieviele Jungfische zählst du?
Ich hatte vor kurzem 2 Gelege von ca 15 Eiern, aber sie sind leider pro Tag immer weniger geworden. Vielleicht muss ich denn pH-Wert noch mehr runterschrauben. Er liegt ~ bei 5. Aber vielleicht sollte ich mal dem Rat von Martin folgen und eher auf 4- 4,5 runtergehen.
Bei den quindecim hatte ich jetzt schon ca. 4 Gelege, doch leider verschwinden die Gelege auch immer. Es werden von Tag zu Tag weniger Eier und nach ca. 3 Tagen sind sie ganz weg. Keine Ahnung woran es liegt.
LW~ 80 mS, pH: ~5- 5,5.

Bei den filamentosus und paludicola von Karen haben sich jetzt schöne Paare herauskristalisiert und bewohnen jetzt Einzelbecken. Ein paar fragliche/kleine Nachzügler gibt es, die sitzen jetzt einzeln und müssen noch wachsen.
Achja ein Paludicola Paar bewohnt ein 12L zusammen mit einem Paar Indostomus crocodilus. Das klappt sehr gut! Beides sehr ruhige Gesellen.

Das jahrelang erwartete LInkei-Gelege löste sich wie bei ornaticauda und quindecim nach ca 3 Tagen in LUft auf! Leider erstmal kein neuen Nest zu sehen.

Gruss aus Berlin

Chris

IGL 115


   
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(@thomas-p)
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Beigetreten: Vor 18 Jahren
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Parosphromenus ornaticauda (Yap 2005; erh.v.Brown) dürften ebenfalls Jungtiere haben.

Ich bin mir nicht 100%ig sicher. Meine Tiere schwimmen umständehalber immer noch in der "Quarantänestation", in die ich nur von oben Einsicht habe. Dementsprechend kann ich Dir keine Auskunft über Gelegegrößen geben, aber ich bin mir ziemlich sicher einen Jungfisch gesehen zu haben.

Bezüglich der auflösenden Gelege: Ich habe in Erinnerung, daß in deinen Becken kein Torf ist; Probier´s mal.

Thomas

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chrisne84
(@chrisne84)
Estimable Member
Beigetreten: Vor 19 Jahren
Beiträge: 114
 

Hallo Thomas,

ja du hast recht zur Zeit setze ich blos Osmosewasser und Erlenzäpfchen ein und verzichte auf Torf und Seemandelbaumblätter. Wie gesagt, das Wasser ist von den Parametern ok. Eigentlich optimal.
Aber evtl. hast du mit deiner Vermutung recht, dass einfach die HUminstoffe aus dem Torf fehlen. Ich dachte, dass durch Moorkienholz und Erlenzäpfchen ausreicht, aber scheinbar nicht.

Mich würde interessieren, ob das Andere ebenfalls bestätigen können, dass ohne Torf die Fortpflanzungswiligkeit bzw. das Entwickeln der Eier einfach nicht gegeben ist. Anfangs als ich ornaticauda bekam, habe ich noch Torf und SMBB verwendet, da kam ja wenigstens ein Jungfisch durch.
Vielleicht habe ich es mit dem Torf auf die leichte Schulter genommen.

BEste Wünsche

Chris

IGL 115


   
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(@kellerkind)
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Hallo Chris,
nach meinen Beobachtungen ist die Fortpflanzungsrate bei der Verwendung von Torf eindeutig besser.
Ich persönlich verwende Torfgranult zum Ansäuern von Osmosewasser, dies geschiet in einer extra Regentonne mit ca. 150Liter Fassungsvermögen.
In den Parobecke ist kein Torf aber Buchenlaub und Erlenzapfen kommen direkt in die Becken.
Besonders hohe Laubschichten sind bestens für ornaticauda geeignet, hier kommen immer wieder Jungtiere hoch, allerding findet man nie ein Gelege.
Uwe

Was wir wissen ist ein Tropfen, was wir nicht wissen ist ein ganzer Ozean...Der Beginn einer Beziehung ist der Anfang einer Krise.


   
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(@thomas-p)
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Beigetreten: Vor 18 Jahren
Beiträge: 442
 

Ich habe heute das Becken mit den P.quindecim geräumt, einerseits um das Planarienproblem in den Griff zu bekommen, andererseits um die tatsächliche Jungfischzahl feststellen zu können.
Ich hatte seit Anfang September aus 5 Gelegen 118 freischwimmende Larven, per dem Tag bevor sie die Laichröhre verlassen haben, gezählt. Daraus haben sich 4 Jungfische zwischen 5 und 10 mm entwickelt. Außerdem habe ich derzeit noch 3 gerade freischwimmende Larven separiert.

Aus den ersten 4 Gelegen ist kein Jungfisch hervorgegangen. Erst seitdem ich Schwarztorfgranulat einsetze gibt es Überlebende. Ich werde jetzt wieder ohne Torfgranulat weiterzüchten und durch regelmäßige, große Wasserwechsel versuchen die Torfinhaltsstoffe herauszubekommen. Sinn und Zweck der ganzen Sache war ja von Anfang an, herauszubekommen ob ich P.quindecim auch ohne Torfinhaltsstoffe züchten kann, oder eben nicht.

Thomas

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chrisne84
(@chrisne84)
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Beigetreten: Vor 19 Jahren
Beiträge: 114
 

Hallo Uwe und Thomas,

ich habe jetzt doch mal wieder mein Weißtorfsack angerührt und in jedes Becken einen kleinen Damenstrumpf mit Torf gehangen. Ich bin mal gespannt, ob es wirklich Auswirkungen auf die Gelege hat. Aber wenn die erfahrenen Leute das sagen, wird es ja sicher so sein. Das gibt mir neue Hoffnung in Sachen Nachwuchs!

Mein erstes noch recht junges Paludicola-Paar hat ihr erstes Schaumnest und die erste Eier. Und das gute sie sehen sehr gut aus und sind jetzt schon 3 Tage da und scheinbar sind es noch nciht weniger geworden.
Vielleicht sind das schon die ersten Auswirkungen des Torfs?

Bei den 4 Sumatranus erkenne ich schon 2 Männchen, eins schon ziemlich stark gefärbt. Bei den anderen Beidne ist es nicht sicher. Aber der/die eine von Beiden ist auf jeden Fall verkrüppelt. Es sieht sehr nach Wirbelsäulenverkrümmung aus. Sollte es evtl. zu Fortpflanzungsaktivitäten kommen, ist das ganze in gewisser Weise vererbbar?

Ergänzung: Das erste filamentosus Paar hat auch zum ersten mal abgelaicht. Das es mit den kleinen doch schon so schnell geht, hätte ich nicht gedacht, sie sind ja doch noch relativ klein.

Gruss Chris

Naja mal sehen, bin jedenfalls sehr gespannt!

IGL 115


   
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(@thomas-p)
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...wenn die erfahrenen Leute das sagen, wird es ja sicher so sein.

Ich bin in Sachen Parosphromenus nicht "erfahren". Ich stütze mich auf Beiträge aus diesem Forum, Aussagen von erfolgreichen Paro-Züchtern etc.. Nebenbei versuche ich allerdings, so gut es geht, über eine empirische Herangehensweise herauszufinden, ob das alles auch so stimmt...

Aber der/die eine von Beiden ist auf jeden Fall verkrüppelt. Es sieht sehr nach Wirbelsäulenverkrümmung aus. Sollte es evtl. zu Fortpflanzungsaktivitäten kommen, ist das ganze in gewisser Weise vererbbar?

Das ist so nicht sicher feststellbar, zu viele Faktoren könnten hier Einfluß genommen haben. Sicherheitshalber würde ich mit dem Phänotyp nicht entsprechenden Tieren nicht züchten. Vor allem wenn Du vor hast Nachzuchten im Sinne und zum Zweck der Erhaltungszucht weiterzugeben.

Meine 2 Paare P.ornaticauda haben keinen Nachwuchs. Ich habe allerdings im Zuge der Übersiedlung ca. 40 Eier zwischen Buchenblättern gefunden.

Thomas

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 emha
(@emha)
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Ich denke auch, dass Torf bei der Zucht oder Aufzucht von Paros hilft. Wie und warum, ist mir aber noch immer nicht eindeutig klar. Ich habe jahrelang und über viele Generationen P. sp. alfredi "Mimbon" in Klarwasser (pH 5 - 5,5) gezogen und keine besseren oder schlechteren Ergebnisse erzielt als in der heutigen Situation mit Osmosewasser + Torf/ Laub/ Erlenzapfen/ Seemandelbaumblättern. Es war sozusagen eine sehr sterile Art der Zucht, bewusst auf Sauberkeit (mit mehr Engagement als heute, da dieses auf weniger Arten bezogen war und die Erfahrung neu war) ausgelegt.

Dass Torf das Wasser puffert und keimreduzierend wirkt, ist klar. Es geht m. E. aber schon ohne. Thomas, ist es möglich, dass die Zugabe von Torffasern oder -brocken bei dir bessere Versteckmöglichkeiten schaffen? D. h. es hier einfach um eine zusätzliche Versteckstruktur handelt.

Ich hatte den Eindruck, dass speziell P. quindecim-Eltern oder Mütter gute Jungfischjäger sind. Das gleiche habe ich auch schon bei P. ornaticauda festgestellt. Interessanterweise muss scheinbar ein Durchbruch geschafft werden, die ersten Jungfische müssen sichtbar (ab 1cm Größe) sein, dann folgen weitere nach. Ob es eine Täuschung ist weiß ich nicht, aber es scheint mir so, als würden manche Paare ihr Aquarium sauber jungfischfrei halten, andere die Jungen offensichtlich nicht oder kaum fressen. Haben sie eine gewisse Größe, dann lassen die Alten sie in Ruhe und hören dann auch auf, kleineren nachzustellen. Das könnte die wohl vielschichtigen Probleme bei P. ornaticauda erklären.

Nachzuchterfolge (im Sinne von mehr als einzelnen Jungfische) wurden bisher erzielt:

- Bei großer Keimarmut, nach wiederholtem Wasserwechsel und/ oder bei sehr niedrigen pH-Werten

- Bei vergleichsweise vollgestopften Aquarien (extrem versteckreich) und/ oder einem "jungfischsicheren" Bodensubstrat. Bei mir Torfbrocken.

Ich denke, wir haben es vielleicht mit einen grundlegenden Paro-Problem zu tun, das nur bei P. ornaticauda durch zusätzliche Schwierigkeiten wie die geringe Eizahl verstärkt wird.

Zum Vergleich erweisen sich krz vor dem Freischwimmen abgesaugte Jungfische als sehr lebensfähig und man bekommt sie in der Regel alle hoch. Sie sind keinesfalls (außer evtl. P. ornaticauda Junge, kann aber auch an der Nervosität liegen) sehr empfindlich und ich würde daraus schließen, dass die Eltern es doch ganz gut schaffen, die Jungfischschar zu dezimieren. Vor allem wenn man sehr wenig füttert (Thomas).

Warum bei P. o. (und ja auch vielen abderen häufig) die Gelege immer verschwinden, kann ich jedoch nicht erklären, zumal ich ein P. o. Paar hatte, das bei pH 6 (allerdings offensichtlich sehr keimarmen Wasser) am Fließband produzierte und regelmäßig (bis ich den Ansatz abrach) 20er Gelege schaffte und diese auch schlüpften.

Ich werde bei Zeit nochmal versuchen!

Thomas, ein zusätzlicher Hemmfaktor bei dir könnten auch suboptimale (niedrige) Temperaturen sein. Ich meine du hättest so was erwähnt. Diese wirken sich ggf. für die Brut fatal aus, aber schaden den alten nichts.

Viel Glück beim züchten, Martin Hallmann


   
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(@thomas-p)
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Thomas, ist es möglich, dass die Zugabe von Torffasern oder -brocken bei dir bessere Versteckmöglichkeiten schaffen? D. h. es hier einfach um eine zusätzliche Versteckstruktur handelt.

Das von mir eingebrachte Torfgranulat als Bodengrund ist als Struktur sicher von anderer Qualität, als eine Laubschicht am Boden und ist somit auch eine zusätzliche. Die Ansätze ohne Torfgranulat waren in einem deutlich größeren und reicher strukturiertem Becken. Da ich hier zuviele Faktoren sehe, und vor allem kann ich die Qualität sehr schlecht objektiv beurteilen (ich bin kein Fisch...), schiebe ich diesen Punkt einmal auf die lange Bank und fahre nach dem Ausschlußverfahren fort. Im jetztigen Ansatz ist kein Torfgranult am Boden, sondern wieder eine Laubschicht - das Wasser stelle ich wieder auf "ohne Torf" um.

Ich hatte den Eindruck, dass speziell P. quindecim-Eltern oder Mütter gute Jungfischjäger sind. () Interessanterweise muss scheinbar ein Durchbruch geschafft werden, die ersten Jungfische müssen sichtbar (ab 1cm Größe) sein, dann folgen weitere nach. () Das könnte die wohl vielschichtigen Probleme bei P. ornaticauda erklären.

Das entkräftet meine Überlegungen, daß ältere Jungfische selbst die Kannibalen sind. Ich hatte anfänglich vor allem das Muttertier im Verdacht ihre eigene Brut zu fressen - unter dem Fortpflanzungsdruck bei geringem Futterangebot völlig logisch.

...die Eltern es doch ganz gut schaffen, die Jungfischschar zu dezimieren. Vor allem wenn man sehr wenig füttert.

Bei mir hat sich aber die Situation trotz reicher Futtergaben und großer Akzeptanz nicht unmittelbar verändert und das stellt mich vor ein Rätsel: Kannibalismus aus Neigung? Futterqualität? Crowding und Populationskontrolle?

Thomas, ein zusätzlicher Hemmfaktor bei dir könnten auch suboptimale (niedrige) Temperaturen sein. () Diese wirken sich ggf. für die Brut fatal aus, aber schaden den alten nichts.

Ich hielt die Tiere vergleichsweise kühl und die Entwicklungsdauer war beträchtlich - das sich dies auf die Lebensfähigkeit durch fehlende Reservestoffe auswirken kann ist logisch. Jedoch änderte sich die Situation nicht nach Anhebung der Temperatur. Derzeit benötigen die Larven exakt 8 Tage bis zum Freischwimmen statt früher bis zu 16.

Abschließend möchte ich sagen, daß es sicher ohne Torf geht (wie Martin mehrfach bewiesen hat), aber 1.) möchte ich es für mich auch schaffen 2.) geht es ja um die Inhaltsstoffe und welche/r ist es? 3.) ist das ganze multifaktoriell und deshalb eine undankbare Fragestellung.

Martin, stammte dein Klarwasser aus einem bewaldeten Quellgebiet?

Thomas

Flüsse voller Leben Rettet den Regenwald


   
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