Internationale Gemeinschaft für Labyrinthfische e.V.

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Die Paro-Gruppe, ihre Medien und Instrumente

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(@peter-finke)
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Gelegentlich ist in diesem Forum von der "Paro-Gruppe" die Rede. Ab und zu bekomme ich dann Anfragen wie: Was ist die Paro-Gruppe und kann man ihr beitreten? Deshalb hier eine zusammenfassende Information:

1. Die Paro-Gruppe: Im Mai 2005 habe ich innerhalb der IGL eine "Parosphromenus-Arbeitsgruppe" gegründet mit dem Hauptziel, die bei uns vorhandenen Aquarienstämme mittel- und langfristig zu erhalten und es nicht dem Zufall zu überlassen, wer was hält und züchtet. Dies hatte in der Vergangenheit dazu geführt, dass alle im 20. Jahrhundert importierten Prachtguramis trotz teilweiser erheblicher Nachzuchten (Günter Kopic hat z.B. von vielen Arten oft erhebliche Mengen verteilt) nach meist kurzer Zeit wieder ausgestorben waren. Der damalige Präsident der IGL, Norbert Neugebauer, selber ein guter Parokenner und -mitentdecker, hat mich dabei beraten. Martin Hallmann hat mir bei der Gründung der Gruppe geholfen und tut das bis heute, wofür ich ihm sehr dankbar bin. - Heute gehören fast 100 Personen aus vielen Ländern der Paro-Gruppe an, darunter auch einige aus Malaysia, Japan, Finnland, Russland und anderen Ländern. Die mittel- und westeuropäischen Länder, besonders Deutschland, sind am stärksten vertreten. Noch fehlen Adressen aus Südeuropa; Osteuropa ist noch unterrepräsentiert.
Die Paro-Gruppe ist vor allem eine virtuelle Gruppe, die durch elektronische Kommunikation untereinander zusammengehalten wird, natürlich auch individuell durch Telefonate und Besuche, weniger durch reale Gruppentreffen. Aber bei jeder der halbjährlichen IGL-Tagungen treffen sich auch diejenigen, die an dieser Tagung teilnehmen, zu einer Sitzung der Paro-Arbeitsgruppe. Dort werden auch Fische ausgetauscht (s.u.).
Jeder kann der Gruppe beitreten, man muss kein IGL-Mitglied sein. Es kostet nichts. Der Gruppe gehören inzwischen fast alle bekannten Paro-Züchter an, aber auch manche, die uns nur ideell unterstützen wollen, durch Mundpropaganda, Weiterleitung von Nachrichten, Reisetätigkeit, eigene Fänge, Publikationen und anderes. Über meine Mailadresse kann man die Gruppe erreichen (private Mail schicken!). Auch Paro-Anfänger sollten sich melden, auch Aquarianer, die einstweilen nur interessiert sind, aber noch keine Paros selber halten oder züchten.
2. Die Paro-Infos: Die "Paro-Infos" sind das Haupt-Kommunikationsinstrument der Paro-Gruppe. Ich versende in unregelmäßigen Abständen (meist zwischen vier und sechs Wochen) Zusammenstellungen einiger Nachrichten zu Paros per Mausklick an den Verteiler der Paro-Gruppe. Postversand von Papier gibt es nicht.
Die Paro-Infos (inzwischen sind 47 Ausgaben erschienen) enthalten eine bunte Mischung aus aktuellen Informationen (neue Mitglieder der Gruppe, neue Importe, Paros im Handel, herausragende Zuchterfolge, Tauschwünsche, sonstige Nachrichten). Sie sind Ausgangspunkt für manche Kommunikation der Gruppenmitglieder untereinander. Eine sehr wichtige Funktion haben sie auch bei der Organisation der alljährlich zwei Bestandsaufnahmen.
3. Die Paro-Bestandsaufnahmen: Jährlich zweimal vor den IGL-Tagungen im Frühjahr und im Herbst führt die Paro-Gruppe eine möglichst umfassende und sehr differenzierte Bestandsaufnahme der in unseren Aquarien vorhandenen Fische durch, wobei wir aus pragmatischen Gründen (= die Ansprüche sind ähnlich) auf Bitten der CoTriPs-Gruppe auch Malpulutta mit erfassen.
Martin Hallmann aktualisiert zu diesem Zweck das Erfassungsformular jedesmal; es gibt immer Kleinigkeiten zu ändern, z.B. neu importierte Formen aufzunehmen. Die bevorstehende neue Erfassung wird rechtzeitig vorher in einem Paro-Info angekündigt. Das Formular wird dann meist beim nächsten Info als Anhang mitversandt. Wir haben gute Erfahrungen mit kurzen Rückgabefristen (zwei Wochen) gemacht. Der Beteiligungsgrad ist meist recht gut; unser Überblick über den vorhandenen Bestand und seinen Wandel seitdem ziemlich gut. Seitdem wir dies so machen, ist keine Art im Bestand wieder ausgestorben, denn wir versuchen auch, sog. "Patenschaften" zu organisieren, d.h. dass jede Art/Form mindestens einen, besser mehrere "Betreuer" erhält, die sie nachzüchten sollen. Tatsächlich züchten natürlich oft weitere Personen ebenfalls diese Formen. Die Auswertung der Umfrage wird dann von Martin oder mir vorgenommen und wieder an alle verschickt. So haben alle binnen weniger Wochen und in jedem Falle vor der IGL-Tagung einen Überblick über den tatsächlichen Bestand.
4. Die Paro-Veröffentlichungen: Jürgen Schmidt hat uns eine Zusammenstellung aller bisherigen Veröffentlichungen über Prachtguramis zur Verfügung gestellt, die über die Paro-Infos an die Mitglieder der Gruppe weitergegeben wurde (bís ca. 2006). Einzelne Gruppenmitglieder veröffentlichen Einzelbeiträge in den Fachzeitschriften, u.a. in der DATZ oder im MAKROPODEN.
5. Die Paro-Treffen: Ich erwähnte bereits die Treffen vieler Mitglieder auf den IGL-Tagungen. Wir diskutieren dabei in lockerer Form aktuelle Paro-Fragen, z.B. die Probleme der Systematik der bintan-Gruppe, bevorstehende oder beendete Reisen, aktuelle Importe, Krankheiten, Ernährungsprobleme u.v.a.m. Für den Fischaustausch innerhalb der Gruppe sind diese Treffen sehr wichtig. Auf den parallel stattfindenden IGL-Börsen werden immer von Gruppenmitgliedern Nachzuchten mehrerer Paro-Arten zu moderaten Preisen angeboten; nirgends kann man so viele verschiedene Paros direkt erwerben wie hier.
Daneben gibt es individuell organisierte regionale Treffen und auch manche Zweierbesuche untereinander, bei denen ebenfalls Fische getauscht werden.
6. Das Paro-Forum: Zuletzt muss dieses Prachtgurami-Forum auf der IGL-Homepage erwähnt werden, denn es ist auch ein Instrument der Paro-Gruppe. Mit ihm versuchen wir, nach außen zu wirken und neue Interessenten für die Sache der Paros zu gewinnen.
Die Hauptkommunikation der Paro-Gruppe (über die Paro-Infos, s.o.) erfolgt unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Warum? Weil Paros keine überall verfügbaren Zierfische sind, die sich sicherlich viele Leute gern mal in ihr Gesellschaftsaquarium setzen möchten, "weil sie so schön aussehen". Dafür aber sind diese Aquarien nicht geeignet und die Paros zu kostbar und zu anspruchsvoll, um auf diese Weise verheizt zu werden. Aber: Wir brauchen auch ein modernes Medium offener Information, denn es ist ja vor allem die fehlende gute Information über Paros, die es bislang noch verhindert, dass mehr Aquarianer diese anspruchsvollere Form der Aquaristik, die sich in manchem von den üblichen Modetrends verabschiedet, kennen lernen und praktizieren. Hierfür nutzen wir dieses Paro-Forum. An ihm beteiligen sich immer wieder auch gute Paro-Kenner, aber vor allem erschließt es uns immer wieder neue, oft jüngere, besonders interessierte Menschen, die unsere Gruppe im Laufe der Zeit verstärken und dazu beitragen, dass wir mehr werden. Denn dies ist notwendig, wenn wir unser Ziel, den Erhalt der Bestände, wirklich langfristig erreichen wollen. Wir können noch jede Menge "Paten" gebrauchen und freuen uns über jeden, der es versuchen möchte.

Peter Finke, Bielefeld


   
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