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FEHLER UND KRANKHEI...
 
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FEHLER UND KRANKHEITEN

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emha
 emha
(@emha)
Honorable Member
Beigetreten: Vor 17 Jahren
Beiträge: 693
 

Thomas`Beobachtung bzw. Deutung der Topdesursache des verstorbenen P. ornaticauda Männchen kann ich bestätigen.

Zuchttiere im Daueransatz werden generell über einen (unnatürlich) langen Zeitraum sehr (meist zu) gut gefüttert. Manchmal laichen die Fische dann wöchentlich ab und die Männchen fressen den Laich immer. Warum auch immer sie es tun (häufig latente Parasiten, ungefruchtet, etc. oder auch Eierfresser/Rabenväter), nach mehreren Laichabgaben sind sie dann gemästet und sterben an dem dem offenbar zu eiweißhaltigen Super-Mastfutter. Die Symptome treten häufig innerhalb 2 Tagen vor dem Tod auf und man deutet sie oft als Tuberkulose/ Bauchwassersucht bzw. bakterielle Erreger. Möglicherweise spielt eine bakterielle Anfälligkeit oder ein organischer Schaden (Fettleber), Vermehrungsstress oder eine Kombination eine Rolle dabei.

Man sollte den Daueransatz nach etwa 5 vergeblichen Versuchen (Laichfressen) unterbrechen indem man die Fische trennt oder das Ablaichen anderweitig unterbindet. Ich lasse die Tiere zusammen und einfach ein paar Wochen hungern bzw. füttere sehr sparsam. Das ist sicher gut für die "Entschlackung" und die schlanke Linie und die neue Motivation eine Brut hochzubringen. In Vergangenheit sind mir gerade rare Zuchttiere, die ich unbedingt zur Nachzucht bringen wollte oder möglichst viele Jungfische erzielen wollte, wie tweediei oder nagyi "Kuantan" daran verstorben. (Wenn es zu spät ist, erkennt man den Fehler).

Man kann das übrigens provozieren bei (fast) allen Labyrinthfischen:

Es gab früher ein Tiefkühl-Futter, welches als "Lobstereier" verkauft wurde. Selbst mäkelige Lebendfutterfresser, wie sogar Paros fressen gerne Laich (der sich ja nicht bewegt). Auch sie gingen da dran. Ich denke, diese "Krebseier" waren wohl von Geschmack und Eiweißgehalt Fischeiern ähnlich.

Ausschließlich mit diesenm Futter gefütterte Jungfische können den zu hohen Eiweißgehalt in Größenwachstum umsetzen. Ab einer gewissen Größe schaffen sie dan nicht mehr und entwickeln das, was wir als "Tuberkulose" deuten. Dicke Bäuche, Löcher in den Flossen, Geschwüre etc. . Halbwüchsige oder Erwachsene schaumnestbauende Betta, Pseudosphromenus und Paros kann man innerehalb weniger Wochen totfüttern. Ich habe das mit Betta und Pseudosphromenus in größerer Stückzahl in unabhängigen Versuchen ausprobiert und denke, das Ergebnis ist eindeutig. Es ist natürlich auch eine bakterielle Kontaminierung der Lobstereier und in Übertragung auf den konkreten Fall der z. B. abgestorbenen Eier möglich. Ich halte aber die "Eiweißthese" für die wahrscheinlichere.

Bei dem Tod des Männchens von Thomas liegt anzunehmender Weise die gleiche Ursache vor. Ungewollte "Totmästung"!

Neben den praktischen Erkenntnissen mit der Unterbrechung des Daueransatzes / der Mast und der generellen Gefährdung durch Überfütterung mit zu eiweißhaltiger Kost, gibt es eine wesentliche Erkenntnis, die beim Füttern zu beachten ist:

Paros (sicher übertragbar auf andere Fische) wissen leider generell nicht, welches Futter in welcher Menge auf Dauer für sie geeignet ist. Es wäre so schön einfach, wenn es so wäre. Sie bevorzugen stark eiweißhaltiges, wohl geschmackvolles Futter. Können sie wählen, ziehen sie solches Futter (Laich/ Lobstereier, weiße Mückenlarven, Enchiträen) dem ausgleichenden, ballaststoffreicheren Futter (wie Cyclops, Moina) vor. Artemianauplien sind in meinen Augen "Grenzgänger" zwischen beiden Gruppen. Bei einer Dauermast kann man den gleichen Schaden provozieren. In der Regel "scheitert" es aber daran, dass die Fische nicht solch große Mengen aufnehmen können um Schaden zu nehmen. Das erklärt auch, dass weiße (oder auch schwarze) ML. das beste Laichansatzfutter sind. Maximale, aufnehmbare Größe und großer Eiweißgehalt.

Die Übertragung auf den Menschen ist durchaus gestattet.

Wir müssen eben auf unserer Kinderchen aufpassen, dass sie das Richtige in der angemessenen Menge essen (ausgewogen).

Martin Hallmann


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Auke
 Auke
(@auke)
Estimable Member
Beigetreten: Vor 18 Jahren
Beiträge: 213
 

Ab einer gewissen Größe schaffen sie dan nicht mehr und entwickeln das, was wir als "Tuberkulose" deuten. Dicke Bäuche, Löcher in den Flossen, Geschwüre etc. . Halbwüchsige oder Erwachsene schaumnestbauende Betta, Pseudosphromenus und Paros kann man innerehalb weniger Wochen totfüttern. Martin Hallmann

Ich habe ähnliche symptome erfahren bei meine Channa "Lal Cheng". Ich habe da aber andere gedanken zu was die Ursache gewesen sein kann. Von zwei Paarchen habe ich eins auf etwa 26 - 30 (letzten Sommer gab es sehr hohe temperaturen) grad Celsius gehalten und das andere auf etwa 19-25 grad. Bei das wärmer gehaltene Paarchen haben sich die oben genannte symptome entwickelt. Bei das kälter gehaltene Paarchen nicht. Beide habe das gleiche futter bekommen und auch die andere umstände waren soweit ich mir bedenken kann gleich. Ich bin der Meinung das eine dauerhafte zu warme Haltung die Ursache gewesen ist von die erkrankung. O.K. natürlich sind die umstände in Assam wohl nicht vergleichbar mit die in Maleisien oder Borneo wo es dauerhaft wärmer ist, aber könnte es sein das bestimmte Paro-arten in die natürliche habitat doch mit groSere temperaturschwankungen zu tun haben?
gruss,
Auke


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emha
 emha
(@emha)
Honorable Member
Beigetreten: Vor 17 Jahren
Beiträge: 693
 

Hi Auke und andere,

das eine schließt das andere nicht aus! Die Geschichte mit der Dampfzucht ist eine alte und bei vielen Massenfischen zeigt sich eine große Anfälligkeit gegen bakterielle Erreger (Zwergfadenfische, Lebendgebärende). Auke, die Temperatur ist ein Faktor, das Futter ein weiterer.

Die unter dem häufig beschriebenen Überbegriff "Fischtuberkulose" beschriebenen oft unklaren Symptome wie

- aufgeblähter, geröteter Bauch
- Bauchwassersucht, Schuppensträube
- Löcher in Flossen
- Hautgeschwüre
- Neigung zur Verpilzung
- etc.

zeigen eine Empfindlichkeit der Fische gegenüber (wahrscheinlich sekundären) bakteriellen Infektionen an. Die Ursachen sind meist ungünstige Rahmenbedingungen wie

- enge Haltung
- schlechte Wasserhygiene, Keimzahl hoch
- verseuchtes Futter
- falsches Futter
- zu gute Fütterung
- zu einseitiges (oft zu nährstoffreiches) Futter
- selbstverständlich auch hohe und zu konstante Temperaturen.

Mir ging es darum, dass wir aber mit vermeintlich optimalen Bedingungen z. B. bei Aufzucht und Daueransatz, bei gutem Vorsatz beträchtlichen Schaden anrichten.

1 .Wir füttern zu oft und zu viel.
2. Wir füttern das Futter was die Fische offenbar am liebsten annehmen
3. Wir füttern das Futter von dem am meisten aufgenommen wird.
4. Wir füttern über einen zu langen Zeitraum zu gut.

5. Wir halten zu lange bei "optimalen", zu hohen Temperaturen.

Das heisst, wir schaffen über (unnatürlich) lange Zeit optimale Voraussetzungen für die Vermehrung der Fische. Sie zeigen uns dies auch durch Prachtfärbung, Balz und ggf. Vermehrung an. Über einen gewissen Zeitraum. Dann sind sie "verglüht" oder fallen einer Schwächekrankheit zum Opfer. Diese dauerhaft "optimale" Situation ist offenbar schädlich für die Widerstandskraft der Fische und parallel "vernachlässigt" gehaltene Fische leben eben länger (Sie erreichen aber auch weniger).

Das alles wird in dem konkreten Falle des Paro-Männchens (mit dem Umweg des Eierfressens) zu einer Überanspruchung des Stoffwechsels führen. Dauerlaichstimmung, Mastfütter und "optimale" Temperaturen führen zu Stress über längere Zeit. Dies entspricht nicht den wechselhaften Bedingungen in der Natur und darauf ist der Fischkörper nicht eingerichtet.

Ich bin übrigens davon überzeugt, dass manche Individuen eine erhöhte Widerstandskraft haben und den Sekundärkrankheiten weitgehend trotzen.- Es werden die sein, die mäkelige Fresser sind und nicht das Überangebot uneingeschränkt nutzen.

Wichtig ist für uns die Erkenntnis, dass nicht alles uneingeschrängt steigerungsfähig ist und dass man den Bogen durchaus überspannen kann. Man sollte auch demn Paros (Betta auch, wahrscheinlich viele Fische) zwischendurch mal Ruhe gönnen. Der einfachste Weg das als "treusorgender" Pfleger auch aushalten zu können (da der Reflex ja der ist, zur Futterdose zu greifen) ist seltener ins Aquarium zu schauen und sie zeitweise etwas nachlässig zu behandeln.

Ich habe z. B. festgestellt, dass die Fütterung von halbwüchsigen und erwachsenen Tieren besser alle 2 Tage erfolgen sollte.

Martin Hallmann


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Thomas P.
(@thomas-p)
Reputable Member
Beigetreten: Vor 16 Jahren
Beiträge: 442
 

Bei meinen kleinen Betta habe ich bereits die Toleranzen herausgefunden, möchte aber bei meinen Parosphromenus keine allzu gewagten Experimente tätigen, wenn schon die Erfahrungen gemacht wurden:

In welchem Bereich spielen sich die Höchst- und Tiefsttemperaturen ab und wie groß darf die tägliche Schwankung (Tag/Nacht-Differenz) sein?

Thomas

Flüsse voller Leben Rettet den Regenwald


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chrisne84
(@chrisne84)
Estimable Member
Beigetreten: Vor 17 Jahren
Beiträge: 114
 

Hallo Thomas,

was die Temperatur betrifft, kann ich aus meiner Erfahrung sagen, dass die Paros sehr tolerant sind. Ich heize meine Aquarienregal in meinem Zimmer nicht extra. In meinem Zimmer herschen manchmal nur 20° C. Tagsüber dienen die T4 Leuchten als Heizung, in der Nacht kann die Temeperatur in den Becken auch mal auf 21° abfallen. Am nächsten Morgen erwärmt sich das ganze dann wieder bis zu 27° durch das Licht.

Vielleicht kommt ihnen ein so starker Wechsel von Tag und Nachttemeperaturen zugute?! Ich nehme an, dass es der Fall ist.

Zu dem Thema des "Vernachlässigen" muss ich Martin zustimmen.
Manchmal kann ich 2,3 oder gar 4 Tage nicht füttern, da ich keinerlei Zeit habe. Aber es schadet den Paros keineswegs. Sie bekommen halt dann ihr Futter und scheinen genauso zufrieden. In der Natur wird auch nicht jeden Tag der Tisch gut gedeckt sein. Ich nehme an, dass auch erwachsene Paros im wirklichen Notfall in der Microflora rumpicken und so wenigstens etwas zu sich nehmen. Jedenfalls kann ich bestätigen, dass es keinesfalls schlimm ist, wenn man mal nicht jeden Tag oder alle 2 füttern kann. Ein Ergebnis des täglichen Fütterns habe ich durch einen Freund gesehen, der filamentosus von mir bekommen hat. Nach kurzer Zeit habe ich die Paros nicht wieder erkannt. Sie waren kugelrund und schwerfällig. Das war sehr ungewöhnlich,solche Paros zu sehen. Er meinte es wohl gut!

Gruss Chris

IGL 115


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Peter Finke
(@peter-finke)
Noble Member
Beigetreten: Vor 19 Jahren
Beiträge: 1349
Themenstarter  

Ich halte meine Paros eher zu kühl als zu warm. Bei hohen Temperaturen (ab 28 Grad) zeigen sie eher Anzeichen des Unwohlseins als bei niedrigen (bis 21 Grad). Man muss sich immer klar machen, dass Paros in schattigen, fließenden Urwaldsümpfen leben. Insofern sind sie mit Labyrinthern, die sonnige, warme Teiche bevorzugen, nicht zu vergleichen.

Auch bei mir befinden sich keine Heizungen in den meisten Becken. Wenn die Umgebungstemperatur nicht unter 21 Grad (was ich als untere Grenze vermute; ich habe das aber nicht durch Experimente zu unterschreiten versucht) fällt, sondern Lampen oder Raumheizung diesen Wert tagsüber etwas anheben (bei mir durchschnittlich auf bis zu 24 Grad), fühlen sich alle Arten wohl und vermehren sich auch.

Wenn Paros verschickt oder auf Reisen transportiert werden, fällt die Temperatur vorübergehend noch deutlich unter diese Werte; ich habe da schon Beutel ausgepackt, die 15 Grad hatten. Dies halten Paros normalerweise problemlos aus, nur als Dauertemperatur dürfte es zu wenig sein.

Auch ich füttere nicht regelmäßig immer gleich viel, sondern je nach sonstiger Beanspruchung mal mehr, mal weniger, auch mal gar nichts. Da ich öfters für drei bis fünf Tage verreisen muss, wird das Experiment "Kein Futter für diese Zeit" oft wiederholt. Nie ist mir hierdurch ein Prachtgurami gestorben oder erkrankt. Dies gilt übrigens auch für Jungfische. Doch während ich glaube, dass gesunde Alttiere in einem nicht kahlen, sondern pflanzenreichen, alteingerichteten Becken auch noch länger, auch für einen normalen Urlaub von zwei Wochen problemlos ohne Futter bleiben können, traue ich mich nicht, dies Experiment mit Jungfischen zu machen. Dann muss ein Helfer sie zwischenzeitlich versorgen, aber auch hier reicht es, wenn er das alle zwei bis drei Tage tut.

Ich muss aber gestehen, dass es auch bei mir Phasen gibt, wo ich Zeit habe und dann die Fische sogar zwei oder dreimal am Tage füttere. Wenn man damit sehr Maß halten kann, ist das sicher kein Problem. Aber manchmal kann auch ich das nicht. Einige Todesfälle der beschriebenen Art könnten hierauf zurückzuführen sein. Ich stimme also allen zu, die uns das mäßige, ja sogar lückige Füttern anraten und versuche selber, daraus Konsequenzen zu ziehen..

Peter Finke, Bielefeld


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karen_k
(@karen_k)
Estimable Member
Beigetreten: Vor 18 Jahren
Beiträge: 201
 

I've been wondering... could the disease(s) as described by Martin on Feb. 22 also have to do with feeding yeast (Hefe) to the daphnia/moina, that we feed to our Paros?

I lost quite some Paros, and Mapuluttas as well, between October and December last year. I have thought a lot about possible causes, but found no clue. I could think of nothing that was different in their care, compared with other months/years.

But recently I realised that there WAS a difference, I just didn't think about it before. My fish are used to eat daphnia and cyclops, but in other years they got these between April and September only. In the winter, there are hardly any to catch in the ditches and pools that I frequently visit in the spring and summer.

Last year (2006) I decided to set up a daphnia culture indoors, so that my fish could have some daphnia during the winter, too. I've started this culture by the end of August, or maybe early September. I've been feeding the daphnia yeast, and the culture did great until a sudden collapse mid-December. I did start a new culture, but it didn't work out well. The daphnia hardly multiplied and early February, the culture collapsed again. Therefore, I used the daphnias as fish food between the end of September and the end of Decmeber, then stopped.

Could there be a relation between the yeast-fed daphnias, and the death of many Paros and Malpuluttas? My fish are used to eating freshly catched daphnia, but they were not used to eating yeast-fed daphnia.

Yeast is very nutricious and powerful. When used in baking bread, the yeast forms gasses which makes the bread more airy. Leave a little bit of yeast in some water and within 1 or 2 days, the smell will be horrible because bacteria 'explode', having yeast as a food source.

I can imagine that a little bit of yeast may alter the bio-balance in the fish' stomach and digestive system. If the "good" bacteria in the digestive system are weakened because of a rapid increase of other bacteria, and/or an increase of moulds, this may lead to infections.

What do you think, does this make any sense?

Karen


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helene
(@helene)
Estimable Member
Beigetreten: Vor 16 Jahren
Beiträge: 127
 

hi karen.
I am sorry to hear about what happened to your fish. I have newly introduced these dafnia cultures here, and I feed them yeast, so I am very curious with regard to this too, and hope someone have some good points about it. I havent had any problems yet, have used these dafnia for about a months time now (that is not long enough to say theres no problem :-( .. but still)
I feed rather sparsely now, only every second day, - and with the change between different foods the dafnia would be like once a week. And I always rinse them quite well, but still that wouldnt help if the problem is the yeast that was not yet digested in the dafnia ...
I have often had the thoughts, that it might be a problem with the extensive use of yeast... and you have some good points regarding how the yeast works and how it could influence the fish ... but then have never heard anyone warn against it, ....

kind regards helene
P.parvulus, P.quindecim, P.harveyi, P.sumatranus, P.anjunganensis, P.linkei, P.deissneri, P.Nagyi, P.sp.Nagyi(?)


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emha
 emha
(@emha)
Honorable Member
Beigetreten: Vor 17 Jahren
Beiträge: 693
 

Ich glaube an sich nicht. Es kommt aber auf die Menge an!

Ich habe auch schon daran gedacht, dass die Hefe als Nahrungsgrundlage schädlich sein könnte. Aber über lange Zeit mit (hefegefütterten) Moinas gefütterte Paros hatten keine negativen Anzeichen gezeigt. Im Gegenteil, Moina scheinen ziemlich optimal zu sein. Ich komme immer wieder auf das in meinem Beitrag oben Gesagte zurück. Der Schlüssel liegt m. E. nicht in diesem oder jenem Futter (von zu fetten, ungeeignetem Futter wie Enchyträen oder Lobstereiern abgesehen), sondern an der ANGEMESSENHEIT der Menge und der Art und dem temporären Wechsel der Intensität des Fütterns. Peter hat es beschrieben: Hat man Zeit, so füttert man aus Feude an den Fischen und aus gutmütigem Reflex häufig zuviel. Ein menschlicher Zug dem viele Aquarienfische zum Opfer fallen dürften. Füttert man mit Cyclops oder Daphnien, dürfte man nicht viel damit anrichten können. Andere Futtertiere (weiße Mückenlarven) setze ich nur zum Aufpäppeln oder für den Zuchtansatz ein. Nicht vergessen dürfen wir auch die erhöhte Wasserbelastung durch starke Fütterung. Ob die Futtertiere nicht vollständig gefressen werden oder die vermehrten Ausscheidungen das Wasser belasten, im Ergebnis wird die Keimdichte in den geringen Wassermengen steigen. Sind die Fische durch dauerhafte "optimale" oder auch ungeeignete Haltungsbedingungen zusätzlich gestresst, fangen sie sich eine bakterielle Infektion ein. Man darf die Kriterien - so glaube ich - nicht isoliert betrachten.

Martin Hallmann


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karen_k
(@karen_k)
Estimable Member
Beigetreten: Vor 18 Jahren
Beiträge: 201
 

Martin, I do agree that quantity ("Menge") is an essential factor. Also, I agree that most likely, Parosphromenus can get this disease as a result of several different factors, sometimes a combination of factors, sometimes maybe 1 factor on its own. In that aspect, this "Paro disease" is similar to "Malawi bloat", the "Tropheus Disease", etc.

However, stubborn as I am ;-), I still believe that yeast can cause illness in Paros. I can't explain why it is that apparently Martin's fish don't seem to have a problem with it.

As I wrote before, I stopped feeding yeast fed daphnia by the end of December, 2006. After writing about it on this forum, and thinking again, I decided to start up a culture again. About three to four weeks ago I restarted feeding small daphnia, the daphnia culture fed with yeast.

Because I still wasn't convinced that yeast did not play a role in the many fish getting sick last fall/winter, I decided to feed them to Paros in 2 tanks only (and in small portions only): 1 tank with the majority of my P. filamentosus stock, and a tank holding P. paludicola of unknown origin.

One week ago, I noticed early signs of disease showed by circa 70% (!) of the fish in these two tanks. All fish in my other tanks are and were doing fine.

Co-incidents (Zufall) do exist, but because of this event I'm now quite convinced that my fish can't cope with yeast fed daphnia.

I was very concerned, especially about the P. filamentosus. I'm very relieved to say that they seem to feel okay again now. What I did in response to the early signs of disease was a 50% water change, adding extra EasyLife to help stimulate the immunesystem, and stop feeding yeast fed daphnia. I'm not daring to say yet that they will all recover completely, but things are definitely looking much better for them now, compared to some days ago.

For extra information, the fish in these 2 tanks have been "on hold" since October 2006. By "on hold" I mean that they haven't been bred, therefore they have been fed sparingly (small portions, and 1 or 2 day(s) per week no food at all). The pH was 6,0 in 1 tank; 5,8 in the other. Temperature 24 Celcius. Their main diet consisted of artemia, and approx. once a week some small Gammarus pulex that I catch in a local pond. As a rule, I feed a portion of artemia that is completely eaten within 2 minutes. I apply this to all my fiish/tanks. Small Gammarus have been fed to all my Paro species and some other fish, not only to the P. filamentosus and paludicola.
And, of course, these Paros have been fed the Daphnia between October and December 2006, and again recently - but that was already clear from my earlier message and this one. The P. filamentosus and paludicola have not been fed any other food than the ones mentioned above, since October 2006.

In conclusion, my advice would be to be careful if you feed yeast fed daphnia/moina/cyclops/.. to Parosphromenus. It can work out just fine. But it might also cause disease. So, if you newly start to feed yeast fed prey to your fish, my advice is to start feeding it (sparingly) to some of your fish only. See how they react, for 2-3 months minimum, before you start feeding it to all your fish (in case you have more than 1 tank). Or you can take the risk; it's a personal choice of course.

Kind regards,
Karen


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emha
 emha
(@emha)
Honorable Member
Beigetreten: Vor 17 Jahren
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Karen, ich bezweifle deine Darstellung nicht im Geringsten!
Ich teile deine Erfahrungen, nachträglich stellte es sich für mich offenbar als noch komplexer dar. Das ist natürlich nur meine Sicht der Dinge, aber ggf. helfen sie bei des Rätsels Lösung.

Wenn ich alles richtig verstehe, lösen bei dir Hefe-gefütterte-Daphnien (taufe sie HgD) nach relativ kurzer Fütterungsdauer Krankheitsbilder aus. (Damit entspricht das genau meinen geschilderten Erfahrungen mit den "Lobster-Eiern".) Deine parallele Versuche zeigten, dass es an der Kombination Hefefütterung/ Daphnien liegen muss. Soweit ein klar schlüssiger Beweis!

Es muss m. E. aber noch andere Zusammenhänge geben, sonst kann man nicht erklären, dass andere Züchter gegensätzliche Erfahrungen haben. Ich (und einige andere) haben über lange Zeit mit hefegefütterte Moina als Fast-Alleinfutter verwendet. Im Ergebnis war alles bestens. Das gleiche Problem, das du schilderst, tritt bekanntermaßen nach längerfristiger, reichlicher Fütterung mit anderen nährstoffreichen Nährtieren (Lobstereiern, Enchyträen, weiße Mückenlarven, Paro-Laich) auf.

Zerlegen wir es mal:

1. Ursache könnte die Menge,. d. h. Übermästung sein. (Ich denke, das du, Karen, das bei deinen Haltungsbedingungen ausschließen kannst.
2. Könnte ein wesentlicher Unterschied zwischen Moina und Daphnia bestehen?. Verarbeitet deren Darm Hefe im Ergebnis verschieden.
3. Fehlen durch die Daphnienfütterung andere essentielle Nährstoffe?
4. Kann es an einer Disposition deines Parostammes liegen, der erst in Kombination mit hefegefütterten Daphnien zum Krankheitsbild führt.

Ich konstruiere zum Verständnis vom Punkt 4. zwei Beispiele:

A: Deine betroffenen Paros sind (z. B. genetisch oder bakteriell bedingt) latent geschwächt oder vorgeschädigt. Solange sie anderes (abwechslungsreiches) Futter erhalten ist alles ok. Mit HgD löst sich die "Krankheit" aus. Oder; in den Fischen leben Erreger, die sich eben durch die HgD mit der Zeit auf Hefe ausgerichtert haben. Und sich ggf. mittelfristig auch auf anderes nährstoffreiches Futter spezialisieren könnten.
B: Du machst etwas, was andere (die das Hefeproblem nicht kennen) nicht machen: Beispielweise ist dein Wasser, oder die Anwendung vomn Easy-life in Kombination mit HGD als Alleinfutter fatal.

Um es klar zu sagen, ich tappe im Dunkeln. Und mache nur konstruktive Vorschläge und äußere Ideen (und schon gar keine Kritik). Meine Erfahrungen zeigen, dass die Ursache nicht so linear begründbar ist. Leider!. Und ich war auch schon an dem Punkt wie du, Karen: Hefe weglassen und alles klar! Es wäre schön, wenn du Recht hättest. Ich glaube heute an eine Kombination von Faktoren. Liegt es am Wasser, am Futter, an der Temperatur............? Es scheint jedenfalls komplexer zu sein.

(Zum Verständnis meines Standpunktes: Ich kann unter meinen Haltungsbedingungen, die eine Kombination verschiedener Faktoren darstellen, kleine rote Betta, Paros und gewisse kleine Maulbrüter (albi, channoides) dauerhaft und gut erhalten/ vermehren. Das Milieu scheint sehr geeignet. Gedrungene Schaumnestbauer (B. imbellis, splendens, "aff. splendens "Mahachai" und z. T. auch smaragdina) sind bei mir immer wieder (und ich habe es oft versucht) problematisch. Das zeigt sich häufig erst nach 2 Generationen. Sie gehen durch verschiedene unklare Krankheitbilder (wir vermuten dahinter TBC) verloren.)

Über Jahre habe ich nur 4 Dinge herausgefunden:

1. Jungtiere ab 1,5cm Länge und Adulte dürfen nicht mit Artemia gefüttert werden.
2. Knappe Fütterung mit ballaststoffreichen Futtertieren ist auf Dauer besser, obwohl die Fische anderes Futter viel lieber annehmen.
3. Fische dürfen nicht unter konstanten Bedingungen gehalten werden (Jahreszeiten). Eine zeitweise Vernachlässigung durch Futter- Temperaturreduzierung wirkt sich sehr positiv aus. (ich setze B. smaragdina im Sommer ins Freie).
4. Lass grundsätzlich die Finger von diesen Fischen.(Kann es aber nicht immer!)

Martin Hallmann


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Peter Finke
(@peter-finke)
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Beigetreten: Vor 19 Jahren
Beiträge: 1349
Themenstarter  

Wir bewegen uns alle im Raum von Vermutungen. Meine Erfahrung sagt mir aber wie Martin, dass eine Kombination verschiedener Faktoren Auslöser für solche Erkrankungen sein dürfte, ein einzelner allein. Seit ich in den siebziger Jahren Rolf Geisler gehört habe, wie er uns klar machte, dass sie nichts von dem, was wir unseren Aquarienfischen anbieten, aus ihrer Heimat kennen, glaube auch ich, dass wir froh sein können, wenn sie mit unseren Futtersorten gesund über die Runden kommen; eigentlich ist es fast ein Wunder. Aber Schwächungen wird es allemal geben.

Wobei man möglicherweise lange Zeit nicht erkennt, wenn ein Fisch geschwächt ist. Aber ich stimme zu, dass der Ernährungsfaktor sehr wichtig sein dürfte, auch wenn ich immer noch nicht Martins Ablehnung von Artemia teilen kann. Nur eine einseitige Artemiafütterung dürfte suboptimal und (oft, vielleicht nicht immer) Auslöser von Schwächen sein.

Selbst wenn beispielsweise eine Ernährung der Futtertiere mit Hefe ein solcher Schwächungsfaktor sein sollte, vermute ich, dass etwa im Falle von hefegefütterten Moina die positiven Wirkungen der Moina-Inhaltsstoffe, z.B. auch der relativ hohe Anteil von Ballaststoffen, gegen diese Schwächungsfaktoren wieder positiv aufbauend wirkt.

Auffällig finde ich auch, dass manche meiner Paros anälliger für Krankheiten zu sein scheinen als andere, obwohl alle die gleiche Nahrung erhalten. Dies spricht m.E. wieder dafür, dass der Nahrungsfaktor auch nicht überschätzt werden darf. Alle Tiere kommen aus unterschiedlichen Ausgangsmilieus. Manche sind erstaunlich stabil, werden anscheinend nie krank. Andere, besonders ihre Nachzuchten, erkranken schneller.

Wir sollten die Debatte mit weiteren Erfahrungswerten fortsetzen.

Peter Finke, Bielefeld


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helene
(@helene)
Estimable Member
Beigetreten: Vor 16 Jahren
Beiträge: 127
 

ich folge auch diese debat mit sehr interesse. Meine erste paros habe ich futtern mit das welsche ich habe meine andere fische geben, - von frost-futter, - meistens weil ich habe kein erfarung gehapt und so ... auch die bintan welsche ich habe jetzt gehabt lange zeit habe ein zeit ganz gut schwartze und rote müggelarven gefressen, und cyclops, und artemia-eier in besonders. Sie haben naturlich auch viel lieben ein lebende müggelarven :-). Aber diese fisch, in besonders die bintan ist viel gross und sehr 'gesund', - jetzt gebe ich naturlich - nur lebendes, weil ich gebe das für die andere paros.
Ich versuche jetzt auch manchmal ein bischen geben ein specialfutter fur bettas (trochenfutter von tropical) und ich habe sehen das sie manchmal gehen für das. Nicht mit viel freude, aber doch.
Ich mache das nur weil ich habe ein bischen angst zu einzeitich bleiben, mit nur die artemia. Ich habe auch versuchen mit monia, und brauche auch jetzt ein bischen - aber ich bin jetzt etwas mehr vorsichtich.
In meine erfarung es ist auch ein bischen schwer nicht geben zu viel, zum beispiel von artemia, und ich weis nicht ob sie selbst nur essen was ist notwendich oder ob sie 'über-essen' wenn ich gebe zu viel.
Ich habe in die letze zeit 3 paludicola und 2 rubrimontis verloren, und irgendwie glaube ich es habe mit futter zu tun.
Dafur ist sehr interessant diese debat ..

kind regards helene
P.parvulus, P.quindecim, P.harveyi, P.sumatranus, P.anjunganensis, P.linkei, P.deissneri, P.Nagyi, P.sp.Nagyi(?)


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Peter Finke
(@peter-finke)
Noble Member
Beigetreten: Vor 19 Jahren
Beiträge: 1349
Themenstarter  

Glückwunsch, Helene, eine ganze Mail auf Deutsch! Ich jedenfalls habe alles verstanden. Und interessant ist, dass Du davon berichtest, dass Deine Paros sogar an ein bestimmtes Trockenfutter gegangen sind, wenn auch nicht mit Begeisterung. Das habe ich zuvor nie gehört und hätte es auch nicht für möglich gehalten. (Gut ist es sicher auch nicht, aber da sind wir uns einig).

Peter Finke, Bielefeld


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helene
(@helene)
Estimable Member
Beigetreten: Vor 16 Jahren
Beiträge: 127
 

danke Peter, fur die kompliment für meine deutche .. :-)
leider ich verstehe jetzt nicht ganz .. hast du schreiben das du glaubst es ist nicht gut für die paros trockenfutter nehmen .. ??

kind regards helene
P.parvulus, P.quindecim, P.harveyi, P.sumatranus, P.anjunganensis, P.linkei, P.deissneri, P.Nagyi, P.sp.Nagyi(?)


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