Internationale Gemeinschaft für Labyrinthfische

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FEHLER UND KRANKHEI...
 
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FEHLER UND KRANKHEITEN

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Peter Finke
(@peter-finke)
Noble Member
Beigetreten: Vor 19 Jahren
Beiträge: 1349
Themenstarter  

(...) Die Probleme sind hier wesentlich weitreichender (...)
Die Spanne reicht von angenommenem Oodinium über angenommene Bauchwassersucht bis zu ernährungsbedingten Problemen (über die man in diesem Forum ein eigenes Kapitel einleiten sollte, selbiges betrifft auch das Thema Wasseraufbereitung was einigen Neueinsteigern sicher eine große Hilfe wäre.)

(...) Einige "Aquarianer wären mit Sicherheit glücklich wenn sie mit mehr Materialeinsatz auch etwas beitragen könnten. (Hab ich von Bekannten gehört denen ich dieses Forum erstmals vorgestellt habe) (...)

(...) Hoffe daß ihr mir noch so 2 bis 3 Zuchtgruppen übriglaßt. Wie auch immer ich dann daran kommen soll.
RAIN

Lieber Rainer, schade, dass Du nicht nach Beuggen kommen kannst. Wir alle hätten Dich dort gern kennen gelernt, denn einen erfahrenen "alten Hasen" neu zu treffen ist immer sehr gut, weil man selber etwas lernen kann. Plane doch schon mal für Hamburg im Herbst (12.-14.10., s. IGL-Ankündigung "Herbsttagung 2007").

Ich glaube auch, dass die Probleme komplexer sind und eine Diagnose wie z.B. "Oodinium" sie meist nicht zur Gänze erfasst. Aber hier stoßen wir wirklich an die Grenze dessen, was man ohne professionelle Versuchsreihen unter strengen methodischen Kontrollbedingungen erfassen kann. Deshalb müssen Aquarianer zumeist mit ungefähren Diagnosen und vielen Vermutungen leben, auch wenn wir alle es gern genauer wüßten. Und hier ist die oben genannte Beispieldiagnose zumindest als wesentlicher Teil der krankheitsverursachenden Faktoren schon, den Umständen nach, ziemlich gesichert. Wir brauchen aus pragmatischen Gründen zwar auch die immerwährende Suche nach mehr Genauigkeit, aber vor allem schnell einsetzbare praktikable Strategien, die effektiv helfen. Ich denke, dass Du das auch so siehst. Ab und zu kommt man dann doch mal an dem einen oder anderen Punkt etwas weiter. Solche Diskussionen wie diese, wo nicht nur gelabert, sondern auch wirklich Erfahrung ausgetauscht wird, können dabei gelegentlich weiterhelfen.

Deine Vorschläge für neue Postkörbe oder "threads" nehme ich sofort auf und richte sie noch heute ein. Danke.

Was soll es heißen, dass einige Deiner Freunde "mit mehr Materialeinsatz" gern etwas beitragen würden? Da ich immer danach suche, wie man Leute gewinnen könnte, die etwas beitragen können, bitte ich um Aufklärung. Ich verstehe nicht, was mit "mehr Materialeinsatz" gemeint sein könnte. Wir suchen vor allem immer Personen, die sich in der Parogruppe aktiv an der Erhaltung (Nachzucht) von vorhandenen Formen beteiligen, also eine "Patenschaft" übernehmen können. Wir haben immer zuwenige "Paten". Unserer Ansicht nach sollte eine Art/Form mindestens zwei Paten haben.

Deine Abschlußbemerkung über "2 bis 3 Zuchtgruppen" ist natürlich besonders willkommen. Du hast die neue Bestandsaufnahme erhalten; daraus ergeben sich viele Wünsche in Bezug auf zusätzliche Personen bei der Erhaltung von vorhandenen Stämmen. Ich werde hierzu später auch noch Vorschläge machen. In Beuggen hättest Du direkt mehrere Arten/Varietäten übernehmen können. Ich werde versuchen, Dir solche Stämme zu vermitteln, die Du haben möchtest bzw. bei denen unser Bedarf besonders groß ist.

Peter Finke, Bielefeld


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RAIN
 RAIN
(@rain)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 15 Jahren
Beiträge: 20
 

Hallo Peter,
mit mehr Materialeinsatz (war nicht so klar ausgedrückt) wollte ich sagen daß ich vielleicht einige Leute längerfristig dazu bewegen könnte uns im Hinblick auf Sammelreisen und allem was damit zusammenhängt zu unterstützen. Falls das ein Thema wäre?
Dies bezieht sich auch auf die Erhaltung der Lebensräume und die dafür dringend notwendigen Kontakte. Was ist im übrigen bei deinem WWF Angagement bislang herausgekommen?
Grüße RAIN


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Peter Finke
(@peter-finke)
Noble Member
Beigetreten: Vor 19 Jahren
Beiträge: 1349
Themenstarter  

Natürlich wäre das ein Thema, besonders wenn es um Reisen in Gebiete ginge, die selten oder fast nie aufgesucht worden sind. Auf Borneo gibt es jede Menge davon. Allerdings sollten dann die erfahrenen Leute aus der Paro-Gruppe, die zu dem Thema viel zu sagen haben, zuvor hinreichend kontaktiert werden.
Die WWF-Kontakte sind noch nicht so weit gediehen, dass man darüber berichten könnte. Ich bleibe am Ball. Immerhin habe ich aber schon gehört, dass man Interesse habe. Ich finde, das ist ein guter Auftakt. Die könnten ja auch sagen: Diese kleinen Mitläufer interessieren uns nicht. Aber das scheint nicht der Fall zu sein.
Ich wäre dankbar für jeden Kontakt, den jemand anbahnt, der die Möglichkeit dazu hat. Dies gilt übrigens auch über die Paro-Gruppe hinaus. Die ganze IGL muss ein Interesse daran haben, ihre Internationalität auch dadurch unter Beweis zu stellen, dass sie für ihre Mitglieder vermehrt erkennbare Kontakte zu Menschen pflegt, die in den Heimatgebieten der Fische leben, welche wir im Aquarium halten.

Peter Finke, Bielefeld


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RAIN
 RAIN
(@rain)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 15 Jahren
Beiträge: 20
 

Wer sind dann die erfahrenen Leute der Paro Gruppe?
Habe selber wenn ichs mir zusammenrechne ges. ca. 2 Jahre in den relevanten noch vom Affen- u. Neckermanntourismus nicht berührten Gebieten mit Rucksack/Hängematte u. Einbaum verbracht und werde das auch wieder tun.
Würde gerne Erfahrungen austauschen!
RAIN


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Peter Finke
(@peter-finke)
Noble Member
Beigetreten: Vor 19 Jahren
Beiträge: 1349
Themenstarter  

Wer sind dann die erfahrenen Leute der Paro Gruppe?
RAIN

Vor allem Horst Linke, Martin Hallmann, Norbert Neugebauer, Barbara und Allan Brown, Alfred Waser, Philipp Dickmann, Frank Grams.

(Diese Nachricht habe ich kurz vor meiner Abreise zur IGL-Frühjahrstagung ind Forum eingestellt. Vor dem 15. Mai bin ich nicht erreichbar).

Peter Finke, Bielefeld


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Anke
 Anke
(@anke)
Honorable Member
Beigetreten: Vor 16 Jahren
Beiträge: 538
 

Hallo,

ich bräuchte dringend einen Rat...

seit gestern schwimmt ja bei mir ein Pärchen P.ornaticauda
Die Beiden schwammen auch gleich recht munter in ihrem neuen Becken herum, nahmen Futter auf....
...da entdeckte ich, dass das linke Auge des Männchens geschwollen bzw. etwas stärker gewölbt als das andere ist.
ausserdem scheint es von einem weisslichen Belag überzogen zu sein.

Es ist furchtbar schwer, etwas genaueres zu erkennen, denn sobald ich etwas näher an das Becken komme(mit Lupe) verschwindet es im Javamoos.

Ich hab dann gestern Abend noch ein Seemandelbaumblatt und etwas Easylife ins Becken.
Heute morgen hab ich einen Miniwasserwechsel gemacht.

Nachdem ich heute vormittag immer nur das Weibchen sah, befürchtete ich schon...
aber vorhin sah ich ihn dann rumschwimmen.

Was könnte ich noch machen??

Besorgte Grüsse
Anke

Nicht braun oder beige..das heisst champagnerfarben


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Thomas P.
(@thomas-p)
Reputable Member
Beigetreten: Vor 16 Jahren
Beiträge: 442
 

Was könnte ich noch machen?

Servus Anke,

Ferndiagnosen sind ohnehin eine heikle Sache und in Deinem Fall erschwert auch der Mangel an Symptomen eine Identifikation, dementsprechend wagemutig wäre es, konkrete Schritte einzuleiten.
Aber Du könntest Deine Tiere
.) in Quarantäne stecken. Dort hast Du auch einen besseren Überblick.
.) sie präventiv behandeln, wie für Deine P.nagyi in Beuggen besprochen.
.) täglich große Mengen Wasser wechseln. Das ist allerdings für mich (noch) eine theoretische Erkenntnis.
.) in Ruhe lassen, abwarten, wenig und gut füttern.

Liebe Grüße,

Thomas

Flüsse voller Leben Rettet den Regenwald


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karen_k
(@karen_k)
Estimable Member
Beigetreten: Vor 18 Jahren
Beiträge: 201
 

Hi Anke,

Personally, I would choose options that do not stress the fish any more than necessary.
I think this eye infection (it could be bacterial, but I think a velvet is more likely) has got a chance to develop, because the fish' immune sytem was weakened due to stress. The stress is because he's been captured, put into a bag, made a 2 - 3 days journey and then put in new surroundings.

To avoid increasing the stress, personally I would not choose to put the fish in a seperate tank. For the same reason, I wouldn't choose for large/frequent water changes neither.

Adding a Seemandelbaumblatt and Easylife was a good thing to do, in my opninion. Adding salt could be helpful. Rasing the temperature to 30 degrees could be helpful.

A treatment with a chemical medicin is an option as well. But as long as we (you) don't know what the exact cause is (bacteria? velvet?), personally I wouldn't choose to do that. If you're lucky, you choose the right medicin and it may cure the fish. If you're not so lucky, the medicin weakens the immune system of the fish further, even "helping"" him to die...

Did you see him again in the meantime and if yes, how is he doing?
Good luck Anke!

Best wishes,
Karen


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Peter Finke
(@peter-finke)
Noble Member
Beigetreten: Vor 19 Jahren
Beiträge: 1349
Themenstarter  

Ich sehe die letzten Mails soeben, da ich erst gestern (14.5.,Montagabend) aus Beuggen zurück gekehrt bin.

Ich erinnere mich an einen Fall, über den ich auch im "Makropoden" geschrieben habe (in meinem Artikel "Erfahrungen mit P. paludicola"). Ich hatte, in einem nicht stark besetzten Gesellschaftsbecken, trotzdem sub-optimal, drei paludicola, bei denen ein Weibchen ein starkes Glotzauge entwickelt. Ich habe die drei Tiere herausgefangen und in ein separates, relativ dunkles Becken mit wenig Pflanzen und dicker Laubschicht gesetzt, das seit längerer Zeit (einige Monate) fischlos war. Das Wasser war bernsteinfarben und auffällig klar, die Werte waren sehr gut für Paros. Ich bin sicher, dass die Keimdichte sehr gering war.

Das Weibchen erholte sich binnen zweier Wochen vollständig, das Glotzauge bildete sich vollkommen zurück. Präzise kann ich das natürlich nicht erklären, aber ich glaube, dass das Einbringen in das stressfreie, ruhige neue Milieu, verbunden mit sehr geringer Keimbelastung ausschlaggebend gewesen ist.

Wahrscheinlich wirst Du, Anke, dies nicht kopieren können, weil Dir ein solches alteingefahrenes Reservebecken nicht zur Verfügung steht. Ich denke daher, dass Karens Rat unter den gegebenen Verhältnissen sehr gut ist.

Peter Finke, Bielefeld


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Anke
 Anke
(@anke)
Honorable Member
Beigetreten: Vor 16 Jahren
Beiträge: 538
 

Hallo,

Ferndiagnosen sind ohnehin eine heikle Sache und in Deinem Fall erschwert auch der Mangel an Symptomen eine Identifikation

ich weiss Thomas, aber er hält einfach nicht lange genug still, um ihn genau anzuschauen

Heute morgen war er eigentlich relativ munter unterwegs, aber das auge sieht nach wie vor nicht gut aus.
ausserdem hat er an der Schwanzflosse "weisse Flecken".
Es sind keine Pünktchen, und sie sehen auch nicht erhoben aus, sondern wirklich wie Flecken...

Vorhin habe ich einen grösseren Wasserwechsel gemacht,
die Beleuchtung habe ich ausgeschaltet.

weil Dir ein solches alteingefahrenes Reservebecken nicht zur Verfügung steht. Ich denke daher, dass Karens Rat unter den gegebenen Verhältnissen sehr gut ist.

Peter, das Becken ist schon relativ lange eingefahren, verkrautet, die Wasserwerte passend.
Ich habe nun auf jeden Fall mal Spirohexol zu Hause......

Drückt mir die Daumen
anke

Nicht braun oder beige..das heisst champagnerfarben


AntwortZitat
RAIN
 RAIN
(@rain)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 15 Jahren
Beiträge: 20
 

(...) Die Probleme sind hier wesentlich weitreichender (...)
Die Spanne reicht von angenommenem Oodinium über angenommene Bauchwassersucht bis zu ernährungsbedingten Problemen (über die man in diesem Forum ein eigenes Kapitel einleiten sollte, selbiges betrifft auch das Thema Wasseraufbereitung was einigen Neueinsteigern sicher eine große Hilfe wäre.)

(...) Einige "Aquarianer wären mit Sicherheit glücklich wenn sie mit mehr Materialeinsatz auch etwas beitragen könnten. (Hab ich von Bekannten gehört denen ich dieses Forum erstmals vorgestellt habe) (...)

(...) Hoffe daß ihr mir noch so 2 bis 3 Zuchtgruppen übriglaßt. Wie auch immer ich dann daran kommen soll.
RAIN

Lieber Rainer, schade, dass Du nicht nach Beuggen kommen kannst. Wir alle hätten Dich dort gern kennen gelernt, denn einen erfahrenen "alten Hasen" neu zu treffen ist immer sehr gut, weil man selber etwas lernen kann. Plane doch schon mal für Hamburg im Herbst (12.-14.10., s. IGL-Ankündigung "Herbsttagung 2007").

Ich glaube auch, dass die Probleme komplexer sind und eine Diagnose wie z.B. "Oodinium" sie meist nicht zur Gänze erfasst. Aber hier stoßen wir wirklich an die Grenze dessen, was man ohne professionelle Versuchsreihen unter strengen methodischen Kontrollbedingungen erfassen kann. Deshalb müssen Aquarianer zumeist mit ungefähren Diagnosen und vielen Vermutungen leben, auch wenn wir alle es gern genauer wüßten. Und hier ist die oben genannte Beispieldiagnose zumindest als wesentlicher Teil der krankheitsverursachenden Faktoren schon, den Umständen nach, ziemlich gesichert. Wir brauchen aus pragmatischen Gründen zwar auch die immerwährende Suche nach mehr Genauigkeit, aber vor allem schnell einsetzbare praktikable Strategien, die effektiv helfen. Ich denke, dass Du das auch so siehst. Ab und zu kommt man dann doch mal an dem einen oder anderen Punkt etwas weiter. Solche Diskussionen wie diese, wo nicht nur gelabert, sondern auch wirklich Erfahrung ausgetauscht wird, können dabei gelegentlich weiterhelfen.

Deine Vorschläge für neue Postkörbe oder "threads" nehme ich sofort auf und richte sie noch heute ein. Danke.

Was soll es heißen, dass einige Deiner Freunde "mit mehr Materialeinsatz" gern etwas beitragen würden? Da ich immer danach suche, wie man Leute gewinnen könnte, die etwas beitragen können, bitte ich um Aufklärung. Ich verstehe nicht, was mit "mehr Materialeinsatz" gemeint sein könnte. Wir suchen vor allem immer Personen, die sich in der Parogruppe aktiv an der Erhaltung (Nachzucht) von vorhandenen Formen beteiligen, also eine "Patenschaft" übernehmen können. Wir haben immer zuwenige "Paten". Unserer Ansicht nach sollte eine Art/Form mindestens zwei Paten haben.

Deine Abschlußbemerkung über "2 bis 3 Zuchtgruppen" ist natürlich besonders willkommen. Du hast die neue Bestandsaufnahme erhalten; daraus ergeben sich viele Wünsche in Bezug auf zusätzliche Personen bei der Erhaltung von vorhandenen Stämmen. Ich werde hierzu später auch noch Vorschläge machen. In Beuggen hättest Du direkt mehrere Arten/Varietäten übernehmen können. Ich werde versuchen, Dir solche Stämme zu vermitteln, die Du haben möchtest bzw. bei denen unser Bedarf besonders groß ist.

Das Treffen in Beuggen ist abgelaufen und ich habe bis jetzt noch keine Antwort in Bezug auf "Zuchtgruppenübernahme bekommen.


AntwortZitat
emha
 emha
(@emha)
Honorable Member
Beigetreten: Vor 17 Jahren
Beiträge: 693
 

Welche Zuchtgruppen dürfen wir dir denn anbieten? Für welche Paros interessierst du dich überhaupt?

Gruß, Martin


AntwortZitat
Thomas P.
(@thomas-p)
Reputable Member
Beigetreten: Vor 16 Jahren
Beiträge: 442
 

(...) ob man im Krankheitsfall oder während der Quarantäne nicht mittels zeitlich beschränkter täglicher sehr großer Wasserwechsel, Krankheitsbilder eindämmen oder vermeiden könnte, ohne zu Meersalz und Hexa-Ex greifen zu müssen. (...)

Durch einen unglücklichen Zufall erkrankte einige Tage vor unserer Tagung in Beuggen mein ältestes weibliches Zuchttier meiner B.persephone. Die Ursachen können vielfältig sein und ein durch fortlaufende Schaumnester und Gelege hinausgezögerter Wasswechsel wird sicher auch einen Beitrag geleistet haben. Das Krankheitsbild war wie gewohnt vielgestaltig, aber ich kann mit ziemlicher Sicherheit von Ichthyophthirius und Columnaris ausgehen. Ich habe daraufhin die Elterntiere in ein völlig neu gestaltetes Aquarium umgesetzt, während ich die Jungtiere im alten beließ.
Ich habe über einen Zeitraum von fünf Tagen bei den Alttieren täglich 90 % des Wassers gewechselt und musste dann die Behandlung zugunsten der Tagung unterbrechen.
Bei meiner Rückkunft ergab sich ein für mich völlig unerwartetes Bild: ein Schaumnest mit Gelege!
Ich habe aus Misstrauen bis heute gewartet, aber mittlerweile schwimmen einige Jungtiere in diesem "Quarantänebecken" und das vorher immobilisierte Weibchen hat zwar Gleichgewichtsprobleme, kann aber wieder schwimmen und hat auch sicher kein Ichthy mehr! Außerdem habe ich auch schon eine zweite Brut und ein drittes Gelege...
Einige Jungtiere (als Kontrolltiere) aus dem vorherigen Becken sind verstorben, einige liegen im Wachstum massiv zurück, aber ein paar scheinen völlig unbeeinträchtigt.
Ich kann natürlich nicht mit Sicherheit sagen, woran meine Tiere wirklich erkrankt waren oder vielleicht noch sind, aber die Auswirkungen der "Behandlung" waren soweit positiv, dass ich diese Methode bei etwaigen Neuerkrankungen wieder anwenden werde. Mangels kranker Fische habe ich aber keinerlei Erfahrungen zu Parosphromenus.

Thomas

Flüsse voller Leben Rettet den Regenwald


AntwortZitat
Peter Finke
(@peter-finke)
Noble Member
Beigetreten: Vor 19 Jahren
Beiträge: 1349
Themenstarter  

Ich hatte von Martin etwa 10 noch kaum halbwüchsige P. tweediei bekommen, ein Heiligtum, da tweediei fast nicht mehr in Europa vorhanden zu sein scheinen und alle anderen Fische, die wir in letzter Zeit (etwa über Importe von Horst Linke) hatten, in relativ kurzer Zeit an bauchwassersuchtähnlichen Krankheiten gestorben waren (immer die Männchen zuerst).

Ich muss nun leider berichten, dass ich auch Martins letzte junge Überlebende nicht am Leben halten konnte, bis auf zwei, die äußerlich gesund scheinen. Wieder traten die bekannten bauchwassersuchtartigen Phänomene auf, und zwar nicht bei allen gleichzeitig, sondern der Reihe nach. Etwa jede Woche war der nächste Fisch sichtbar krank, und dies, obwohl ich sie natürlich - vorgewarnt - zunächst gegen Oodiium mit Aminonitrothazol und später gegen die bauchwassersuchtartigen Erscheinungen mit Furanol behandelt habe. Zunächst schien dies kurzzeitig Besserung zu bringen, aber über die letzten Monate hinweg erkrankten und starben sie dann doch, einer nach dem anderen.

Bis auf die zwei, die jetzt noch übrig sind, ein Männchen und (wahrscheinlich) ein Weibchen, beide immer noch keineswegs ausgewachsen. Sie machen - im Unterschied zu ihren verblichenen Geschwistern - einen ziemlich stabilen Eindruck, jedenfalls überleben sie nun schon viele Wochen, während es zuvor ein Sterben fast im Wochenrhythmus gab. Ich vermute, dass diese zwei Tiere wirklich stabiler oder gesünder sind als die anderen. Hoffen wir, dass sich dies bestätigt.

Es war ja allgemein bekannt geworden (s.o. in diesem thread), dass gerade tweediei in der letzten Zeit nahezu überall schnell hinwegstarben, z.B. auch bei Zahar Zakaria, der sie selber in Johore gefangen hatte. Auch bei ihm starben die Männchen in kurzer Zeit. Ein völliges Rätsel. Allerdings muss wohl befürchtet werden, das die Gewässer, in denen sie leben irgendwie mit Giften belastet oder verseucht wurden, ohne dass man das dort nachweisen kann. Bei den früheren tweediei, die z.B. Günter Kopic seinerzeit noch unter dem Fundortnamen "spec. Pontian" in Mengen nachgezüchtet und verteilt hatte, hatte es nie solche Probleme gegeben. Aber dies war vor fast zwanzig Jahren. Seither ist die Zerstörung in Asien rasant weitergegangen. Gerade tweediei-Biotope sind, wie berichtet wird, davon sehr erheblich betroffen.

Peter Finke, Bielefeld


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Peter Finke
(@peter-finke)
Noble Member
Beigetreten: Vor 19 Jahren
Beiträge: 1349
Themenstarter  

Im thread "Wasser für Prachtguramis" (siehe dort!) erläutert Karen Koomans, eine sehr erfolgreiche und genau beobachtende Paro-Expertin aus den Niederlanden, warum sie den chemischen Krankheitsbehandlungsmitteln misstraut und stattdessen zur möglichsten Vermeidung von ernsthaften Fisch-Erkrankungen auf vorbeugende Maßnahmen (wie Temperaturerhöhung oder Anwendung von Kochsalz) oder die Anwendung von Industrieprodukten setzt, die tatsächlich (oder scheinbar) naturnäher zusammengesetzt sind (wie z.B. "Easy Life" oder vielleicht "Aqua-Kraut"). Diese Produkte sollen u.a. Auszüge aus vielen Kräutern und anderen Pflanzeninhaltsstoffen enthalten.

Ich möchte hier auf Karens Ausführungen hinweisen, obwohl ich selbst - wie z.B. auch Martin Hallmann - in diesem Punkte anderer Meinung bin als Karen. Ihre Erfahrung und ihre Haltungs- und Zuchterfolge lassen es geboten erscheinen, dass wir ihre Position ernst nehmen. Ich halte es für möglich, dass auch auf diesem Gebiet (der Vermeidung bzw. Bekämpfung einiger Krankheiten bei Paros) verschiedene Wege nebeneinander berechtigt sind. Wir kennen dies ja schon von den verschiedenen Zuchtrezepten, die allesamt funktionieren können, wenn man sie nur konsequent befolgt.

Grundsätzlich wird jedoch aus aus Karens Ausführungen deutlich, dass ihre Ablehnung chemischer Krankheitsbekämpfungsmittel vor allem eine Bedeutung für die Vorbeugung hat. Wenn erst einmal eine Krankheit massiv ausgebrochen ist, ist unter Umständen der Einsatz wirksamer Spezialpräparate auch ihrer Meinung nach unvermeidlich.

Eine echte Kontroverse gibt es demzufolge hauptsächlich in Bezug auf die Oodiniumbekämpfung. Wir wissen inzwischen leider, dass viele Handelsfische hochgradig Oodiniumverseucht sind. In sehr vielen Fällen haben importierte Paros bereits diese Krankheit, ohne dass dies sehr offensichtlich und gut erkennbar ist. Bei Stress (wie Import, wechselnde Hälterungsbecken, schlechte Ernährung, Unruhe, zu starker Besatz, fehlende Höhlen, zu große Helligkeit, oft auch erst in unseren schönen Paro-Aquarien) kann sie massiv ausbrechen, aber anfangs immer noch nur mit großer Mühe sichtbar sein. Hier empfiehlt Martin Hallmann grundsätzlich eine erwiesen sehr wirksame vorbeugende Prophylaxe mit 2-Amino-5-Nitrothiazol (Tetra-"Hexa-Ex" oder "JBL-"Spirohexol"), der ich mich anschließe, wenn es sich um sehr seltene, kostbare Fische handelt, die womöglich nur in wenigen Exemplaren vorhanden sind. Seine aus der Praxis heraus entstandene Befürchtung ist, dass eine vorhergehende Anwendung etwa von "Easy Life" die Wirksamkeit dieser Prophylaxe zerstört.

Um es noch einmal zu sagen: Niemand von uns weiß genau, was richtig und was falsch ist. Wir tauschen Erfahrungen aus, und es ist gut, wenn diese verschieden sind; sonst gäbe es nichts zu lernen. Diese Mitteilung soll dazu anregen, sich mit den unterschiedlichen Positionen zu beschäftigen. Auch in der Prachtgurami-Aquaristik gibt es wahrscheinlich, wie bei manchen Gleichungen in der Mathematik, mehrere Lösungen. Aber auch dies ist nur eine Vermutung.

Peter Finke, Bielefeld


AntwortZitat
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