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Nachrichten aus der Parosphromenus-Erhaltungsgruppe

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(@peter-finke)
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Ich erfahre soeben von Horst Linke, dass einer unserer Versuche, einige Paros zu importieren, nicht zustande kommt. Der Exporteur bietet zwar sehr interessante Paro-Arten an (u.a. rubrimontis, tweediei, zwei allani-Formen), aber er versendet nichts unter 600 Stück!!!
Das geht natürlich nicht. Wenn einer eine Idee hat, möge er mir eine private mail schreiben.
Die einzige Möglichkeit, die ich sehe, ist: selber beim Exporteur vorbeischauen und die Fische mitbringen.

Peter Finke, Bielefeld


   
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chrisne84
(@chrisne84)
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Hallo Peter,

weisst du denn wo genau der Exporteur sitzt? Das wäre schonmal interessant zu wissen, um eine Mitnahme zu Stande zu bekommen.
Sicherlich ist es höchst unwahrscheinlich, dass man es hinbekommen würde.
Aber ein Ort sagt schon mal mehr aus.

Selbst ein Deutscher Importeur würde keine 600 Tiere ordern?
Das verwundert mich, denn ein Großhändler wie Glaser & Co arbeiten doch nur mit solchen Zahlen oder?
Müssen es denn jeweils 600 Stück von einer Art sein oder insgesamt 600 Tiere?

Gruss
Chris

IGL 115


   
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(@peter-finke)
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Lieber Chris, der Exporteur sitzt in Bangkok. Seinen Namen kenne ich nicht, aber Horst Linke kennt ihn persönlich. Er kann aber wegen dieser Zahlen nichts ausrichten. Gemeint sind nämlich 600 Ex. pro Art. Es ist ganz unwahrscheinlich, dass er bei den Paro-Arten, die er anbietet (u.a. zwei Formen von allani, dann rubrimontis, tweediei und weitere) je 600 (oder mehr!) Tiere zusammenbekommt, aber Linke meint leider ausschließen zu könbnen, dass er kleinere Mengen versendet (das wird wohl auch in den Gesachäftsbedingungen kategorisch ausgeschlossen). Er meint, wenn es um Paros geht, würde er wohl auch mal 150 versenden, aber alles, was über 50 oder höchstens 80 liegt, ist für uns nur ein untragbares finanzielles Risiko. Zumal die geforderten Preise bei den Paros zwischen 3 und 15 Euro pro Fisch liegen.
Die einzige Möglichkeit besteht darin, dass jemand vor Ort ist, hingeht, die Fische kauft und privat exportiert bzw. versendet. Aber hierfür kommen nicht beliebige Personen infrage. Ich dränge Horst Linke nicht, den Namen offen bekannt zu geben, denn er will seine guten Beziehungen zu diesem Exporteur nicht verlieren. Wir müssen uns etwas in Geduld üben. Ich habe jetzt die Hoffnung, dass wir über den anderen Weg, den wir noch begangen haben, weiter kommen. Mehr möchte ich dazu hier öffentlich nichts sagen. Bitte, habt Verständnis dafür. Ex- und Importeure arbeiten für Großhändler, nicht für Aquarianer oder Aquarianergruppen. Die Sache hat einen persönlichen, aber auch einen juristischen Hintergrund. Aber ich bin sicher, dass wir einen Weg finden.
Zum Beispiel versuche ich zur Zeit, unsere Beziehunge zu guten Paro-Kennern in der Heimatregion unserer Fische auszubauen.

Peter Finke, Bielefeld


   
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(@peter-finke)
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Nach der Frühjahrstagung der IGL in Belzig habe ich Pfingsten die Auswertung der zweiten Bestandserfassung im Rahmen der Paro-Gruppe vorgenommen. Hier die wichtigsten Daten in Kurzform
1. Vorhanden sind jetzt 27 Arten/Formen/Varianten, (= ca. 70 %) aller Formen unserer Artenliste. Dies ist gegenüber der ersten Umfrage vom November 2005 eine Steigerung um 22%. Vorhanden sind: A: ornaticauda (WF Schlüter Kapuas/Anjungan), ornaticauda (ohne nachgewiesenen Fundort), neu: ornaticauda (Import Aquafish/Ruinemans 2005/2006); B: paludicola (Sungai Kolok), C: linkei (Kal. Tengah), linkei (FO unbekannt, Handel Glaser), D: filamentosus (WF Perrin, SE Banjamarsin, area of Batibati), cf. filamentosus (Handel Japan), E2: anjunganensis (K. Barat), anjunganensis (FO unbekannt, Handel Glaser), hinzugekommen: anjunganensis Handel Johmart/Holland 2005; E3: nagyi (Kuantan), nagyi (Cherating), E4: spec. aff. alfredi (Handel Mimbon 98), spec. aff. bintan, harveyi (Nord Selangor), spec. aff. harveyi („blue line“), opallios, sumatranus und quindecim.
2. Nicht vorhanden sind nurmehr bloß 11 Arten/Formen/Varianten (ca. 30 %) aller Formen der Liste; gegenüber der Novemberumfrage ist dies ein Rückgang um 18 %. Nicht vorhanden sind: A: parvulus, cf. parvulus, B: paludicola (Trengganu), C: pahuensis, spec. Jengan Danum, spec. Melak, E1: allani, spec. aff. allani, E3: (möglicherweise) zwei weitere nagyi-Formen; E4: alfredi, rubrimontis. Keine Art/Form ist seit November also verloren gegangen, demgegenüber sind mehrere Arten/Formen dazu gekommen (s.o.)! Allerdings haben sich die Einzelbestände teilweise deutlich verändert, überwiegend verringert (deutlich z.B. bei paludicola), einige auch vermehrt (deutlich z.B. bei quindecim). Hier müssen wir aufpassen!
3. Malpulutta, die wir mitbetreuen, wird aktuell von drei Züchtern gezüchtet und erhalten.
4. Die Intensivierung der Anstrengungen zu Parosphromenus (das neue Forum und die Gründung der Gruppe) haben sich schon jetzt gelohnt. Waren zuvor 52% der Formen vorhanden und 48 % nicht vorhanden (fast halbe – halbe), sind jetzt ca. 70 % vorhanden (= über zwei Drittel) und nur noch ca. 30 % (= weniger als ein Drittel) nicht vorhanden. Von den heute wissenschaftlich beschriebenen Arten fehlen uns nur noch parvulus, pahuensis, allani, alfredi (die Nominatform) und rubrimontis.
Dieser guten Bilanz steht allerdings die Tatsache gegenüber, dass die aquaristische Fortexistenz einiger Arten/Formen am seidenen Faden hängt. Während sich die Situation bei ornaticauda (durch Zuchterfolge und neue Importen) insgesamt leicht verbessert hat, ist sie bei den einzelnen Formen von ornaticauda nach wie vor angespannt. Manche Arten sind nur in wenigen und kleinen Beständen vorhanden (z.B. paludicola oder aff. alfredi). Dies gilt insbesondere für deissneri (nur noch bei Günter Kopic; hier ist zu hoffen, dass sich unter der Nachzucht (6 Ex.!) verschiedene Geschlechter befinden!). Der Neuimport von tweediei durch Linke ist sehr zu begrüßen, aber unter der inzwischen verteilten Nachzucht befinden sich offenbar nur drei Männchen! Die vermeintliche Seltenheit von bintan (nur ein Bestand) scheint mir ein Bestimmungsproblem zu sein; dafür sind andere bintan-Fundortformen dazu gekommen. Sicher ist diese Beurteilung aber auch nicht. Dennoch: insgesamt eine deutliche Verbesserung gegenüber unserem Beginn! Dies kann nur heißen: Weiter so!

Peter Finke, Bielefeld


   
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(@peter-finke)
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Ich habe in der vorigen Nachricht geschrieben, dass nur noch drei Männchen der Art P. tweediei vorhanden seien: wahrscheinlich der gesamte europäische Männchen-Bestand! (Weibchen sind ungefähr 15 Ex. vorhanden).
Heute sind es nur noch zwei (eines bei P. Beyer und eines bei mir). Gestern ist das dritte Männchen an Bauchwassersucht gestorben.

Peter Finke, Bielefeld


   
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(@peter-finke)
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Es gab noch zwei tweediei-Männchen (eines bei Peter Beyer und eines bei mir). Jetzt gibt es nur noch eines (bei mir). Auch dieses hat in den vergangenen Tagen so ausgesehen, wie es mit seinen beiden Brüdern zu Ende gegangen ist: sowohl bei Peter Beyer als auch bei mir bekamen die Männchen dicke Bäuche und starben binnen weniger Tage. Wahrscheinlich nicht infektiöse Bauchwassersucht, sondern Darmflagellaten. Ich habe sofort ein entsprechendes Präparat gegeben und ein paar Tage nicht oder nur wenige ungeliebte Daphnien verfüttert (die sind ziemlich hartschalig, werden nicht so gern genommen, können u.U. aber als Ballaststoffe hifreich wirken).
Heute habe ich den Eindruck, dass es geholfen haben könnte: das Männchen balzt heftig die beiden Weibchen an. Allerdings war dies bei seinen verstorbenen Brüdern nicht anders. Beide haben vor ihrem Tod ein bis zwei Bruten angefangen, aber bei Peter Beyer waren die Eier nicht befruchtet, bei mir verschwand das Gelege nach drei Tagen.
Die Art hängt also wiederum am seidenen Faden ...

Peter Finke, Bielefeld


   
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(@peter-finke)
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Ergänzung zur letzten Nachricht, am gleichen Tage:
Hoffnung keimt wieder auf: das letzte tweediei-Männchen laicht mit einem der Weibchen. Bis jetzt sind etwa 20 Eier zu sehen.
Hoffen wir, dass diesmal alles gut geht und die Eier befruchtet sind ...

Peter Finke, Bielefeld


   
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(@peter-finke)
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Heute ist das letzte tweediei -Männchen, das es aus der Nachzucht von Horst Linke gab, bei mir mit bauchwassersuchtähnlichem Befund gestorben. Es war an etwa sieben bis acht Gelegen beteiligt gewesen, doch waren die Eier immer nach en oder zwei Tagen verschwunden. Beim letzten Mal habe ich gesehen, dass das Männche herunterfallende Eier auffraß.

Damit scheint es zurzeit in Mitteleuropa kein tweediei -Männchen mehr zu geben. Meine beiden Weibchen machen einen gesunden Eindruck.

Warum sterben überall die Männchen? Ich weiß es nicht.

Peter Finke, Bielefeld


   
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